Benutzer
Benutzername: 
Leseschneckchen
Wohnort: 
NRW

Bewertungen

Insgesamt 313 Bewertungen
Bewertung vom 27.12.2020
Summers, Mila

Weihnachten in Cornwall (MP3-Download)


sehr gut

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe

Kurzweiliger Ausflug in Cornwalls Weihnachtsparadies

Nachdem Amy von ihrem Chef vorrübergehend beurlaubt wird, weil sie allem Anschein nach als Lektorin versagt hat, setzt sie sich ins Auto und macht sich auf den Weg nach Cornwall zu ihrer Tante. Dort möchte sie ruhige Weihnachtstage verbringen und etwas Abstand zum Job und London finden. Schnell wird deutlich, dass ihr dieses Vorhaben nicht so leicht gelingen wird. Denn bereits am ersten Tag begegnet sie Colin, dem Mann mit den türkisblauen Augen. Schon ihre erste Begegnung hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Selbst nach Tagen mag er Amy nicht mehr so richtig aus dem Kopf gehen. Auch Colin geht es ähnlich. Obwohl das für ihn eigentlich sehr unüblich ist, denn er hat schon lange keiner Frau mehr einen Platz in seinem Herzen eingeräumt. Aber nicht nur Colin allein trägt für ordentlich Wirbel bei. Auch Amys launische Mutter hat sich angekündigt. Gerade jetzt als auch noch der Autor eine Lesung im Ort halten wird, dem Amy ihre Zwangsbeurlaubung zu verdanken hat.

Schon nach wenigen Sätzen ist mir der angenehme Schreibstil der Autorin positiv aufgefallen. Ich konnte ohne jegliche Probleme direkt nach Cornwall abtauchen und die Küstenlandschaft samt kleinem Buchladen genießen. Zudem hat der Roman alles zu bieten, was es zum Wohlfühlen braucht. Denn nicht nur das heimelige Buchparadies von Amys Tante, die atemberaubende Landschaft von Cornwall und die sich anbahnende Liebesgeschichte, sondern auch die vielen Leckereien, die immer wieder zur Sprache kommen, versüßen das Buch. Empfehlen würde ich, die köstlichen Rezepte, die sich am Ende des Buches befinden, schon vor Beginn des Lesens zuzubereiten, damit man sich beim Lesen selbst daran erfreuen kann.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Colins und Amys Perspektive. Was sehr vorteilhaft ist, da man einen ausgiebigen Einblick in die Gefühlswelt beider Protagonisten erhält. Besonders ihre Unsicherheiten bezüglich der Liebe kommen wunderbar zur Geltung.
Gefallen hat mir auch, dass in der Geschichte immer wieder deutlich wird, wie wichtig es ist, Gespräche zu führen und über Gefühle zu sprechen, anstatt vieles totzuschweigen.
Das Buch ist leicht vorhersehbar und tritt nicht unbedingt mit vielen Überraschungen auf. Mir haben ein wenig das Abenteuer und die erhofften knisternden Momente gefehlt. Gerade zum Ende hin wurden gewisse Situationen sogar zu schnell abgehandelt und kamen daher etwas unrealistisch rüber. Der harmonische Schreibstil aber hat mich absolut überzeugt und unheimlich schnell durch das Buch geführt. Die Geschichte vermittelt ein angenehmes, leichtes Gefühl und eignet sich perfekt für entspannte Lesestunden. Für Liebhaber von klassischen Liebesgeschichten mit Wohlfühlcharakter und zum Einstimmen auf die Weihnachtstage ist das Buch also absolut empfehlenswert.

Bewertung vom 27.12.2020
Roose, Paula

Die Notwendigkeit von Schnee


ausgezeichnet

Besinnliche Adventsgeschichte mit Tiefgang

Sandra lässt die Trauer um ihre verstorbene Mutter nicht los. Jeder Besuch auf dem Friedhof fällt ihr schwer. Seit vier Jahren ist die Mutter tot. Seitdem hat sich nichts verbessert. Ihr Schmerz um den Verlust ist noch immer unerträglich. Auch der Vater ihrer Kinder hat längst das Weite gesucht und sie mit den zwei Kindern allein gelassen. Man könnte meinen, schlimmer könnte es nicht kommen, doch Sandra wird schnell eines Besseren belehrt. Eines Tages ist ihre Geldbörse verschwunden. All das eisern zusammengesparte Geld, von dem sie eigentlich die Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder kaufen wollte, ist verloren. Da hilft nur der goldene Schlüssel zum Glück.
Eine wunderbare Adventsgeschichte mit vierundzwanzig Kapiteln, die der Weihnachtszeit den richtigen Glanz verleiht. Eine Kurzgeschichte, die Geheimnisse, sowie Überraschungen birgt und uns zeigt, was der Glaube an uns selbst und an Gott bewirken kann. Was traurig beginnt, findet ein glückliches Ende. Weil mich dieses kleine Büchlein so sehr gefesselt hat und einfach perfekt in die Weihnachtszeit passt, habe ich es in einem Zuge durchgelesen. Absolut empfehlenswert für alle, die sich das Weihnachtsgefühl herbeisehnen und eine bedeutende, wie wertige Geschichte mit Tiefgang wünschen.

Bewertung vom 21.12.2020
Sims, Gill

Mami braucht 'nen Drink / Tagebuch einer gestressten Mutter Bd.1


ausgezeichnet

Noch ein Gläschen Wein? So spaßig kann‘s als Mami sein!

Ellen ist berufstätig, verheiratet und Mami von zwei Schulkindern. Ihr Tagesablauf ist alles andere als entspannt, denn Arbeit, Haushalt, Kinder, Hund und Mann unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach. Nebenbei noch etwas Zeit für sich oder die Freunde übrig zu machen, stellt sie täglich aufs Neue vor eine Herausforderung. Wenn dann auch noch die Verwandtschaft anrückt, ist das Chaos vorprogrammiert. Wie Ellen ihren Alltag ganz einfach mit einem Gläschen Wein auf humorvolle und äußerst unterhaltsame Weise meistert, zeigt sie uns in diesem Buch.
Es hat nicht mehr als eine Seite gebraucht, um mich zum Lachen zu bringen, denn die gute Ellen ist eine absolut sympathische Person. Im Tagebuchstil lässt sie uns an ihrem Leben teilhaben und berichtet von ihren kleinen und großen Hürden des Alltags. Ich kann nicht zählen, wie viele Szenen mir bekannt vorkamen oder in denen ich mich selbst wiedererkannt habe. Ellens Ironie ist unschlagbar und ihre Sichtweise einfach köstlich. Die Autorin greift perfekt den alltäglichen Wahnsinn einer Mutter auf und lässt diesen auf wunderbar humorvolle Weise auf uns wirken. Ein Buch zum Abschalten und Spaß haben. Ich möchte es jeder Mami ans Herz legen. Denn es ist viel schöner, das Mamileben mit etwas Humor zu betrachten.
Weil dieser Band erst der erste Teil einer Reihe ist, freue ich mich schon riesig auf die beiden Folgebände, die bereits erschienen sind.

Bewertung vom 14.12.2020
Cavallo, Francesca

Das Wunder von R.


ausgezeichnet

Eine bunte und mit viel Herz erzählte Weihnachtsgeschichte
Eine Stadt Namens R. in der nie etwas Schlimmes passiert, ist von nun an das neue Zuhause von Manuel, Camila, Shonda und ihren beiden Müttern. Im ersten Moment klingt das sehr gut, doch auf den zweiten Blick wirkt die Stadt mit ihren zurückhaltenden Bewohnern etwas seltsam. Die Menschen des Ortes verhalten sich den neuen Bewohnern gegenüber fast abweisend. Die Nachbarin möchte ihre Tür nicht öffnen, der Kellner nimmt, ohne den Mund zu öffnen, ihre Bestellung entgegen und auch sonst gehen die Leute ihnen überall aus dem Weg. Niemand möchte mit den Fremden reden. Einzig die kleine Olivia, die ihnen bereits am Bahnhof begegnete, scheint sich über die Neuankömmlinge zu freuen. Vielleicht kann sie der neuen Familie helfen, das Geheimnis der Stadt R. zu entschlüsseln und eine Erklärung für ihr Verhalten zu finden.
Eine spannende und neuartige Geschichte, die liebevoll und mit viel Herz erzählt wird. Besonders das Thema dieser Geschichte weckte von Anfang an meine Neugierde auf das Buch. Es ist wichtig, dass unsere Kinder eine ungewöhnliche Familienzusammenstellung akzeptieren und diese als normal ansehen. Jeder Mensch hat das Recht auf Liebe. Gerade in der Weihnachtszeit, in der die Familie eng zusammenrückt, die Geselligkeit liebt und den Frieden sucht, ist es wichtig, das Herz für den Gegenüber zu öffnen und sich in Toleranz zu üben. Ich denke diese spannende Weihnachtsgeschichte, mit seinen hübschen und farbenfrohen Zeichnungen, ist genau der richtige Begleiter für die Adventszeit.
Die liebevolle Schreibweise der Autorin hat mich direkt auf den ersten Seiten beeindruckt. Man spürt den innigen Wunsch nach Frieden, den sie sich durch die Veröffentlichung ihrer Geschichte erhofft.
Auch wenn der Preis des kleinen Buches recht hoch ist, findet man ihn in der Qualität wieder. Das Cover ist mit Goldschrift und glänzenden Prägungen versehen und die hübsch illustrierten Seiten aus einem starken, hochwertigen Papier. Der besondere Wert dieses Buches aber steckt vor allem im Inhalt der Geschichte. Sie zeichnet sich durch ihre Andersartigkeit und Magie ab und gibt unseren Kindern eine wichtige Botschaft mit auf den Weg.

Bewertung vom 14.12.2020
Jänicke, Gerlinde;Fitzek, Sebastian

Die Geschichte vom traurigen Weihnachtsbaum


ausgezeichnet

Zuckersüße Weihnachtsgeschichte

Wunderbar weihnachtliche Geschichte, die uns wieder einmal auf wunderschöne Weise bestätigt, wie sehr die inneren Werte zählen!
Von allen wird er verspottet, der kleine zierliche Weihnachtsbaum. Am Ende bleibt nur noch er allein auf dem Weihnachtsbaummarkt stehen, weil keiner dem kümmerlichen Baumzwerg ein zu Hause geben mag. Ob er sein Glück noch findet? Das müsst ihr selbst herausfinden.
Dieses Buch verzaubert große wie kleine Herzen durch seine liebevollen bunten Illustrationen sowie seine ergreifende Geschichte. Denn man bekommt sofort Mitleid mit der winzigen Tanne, der von all den anderen Baumriesen nur verspottet wird. Eine wundervolle Geschichte, die uns den zweiten Adventssonntag ungemein versüßt hat. Wer mag, kann sich auf der Homepage von Sebastian Fitzek sogar die passende Malvorlage herunterladen und ausdrucken.

Bewertung vom 23.11.2020
Eich, Eva

Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke


ausgezeichnet

Wo steckt er nur, der Weihnachtsmann?

Als eines Abends drei geheimnisvolle Geschenke im Zimmer von Toni und Luka warten, werden die beiden Geschwister neugierig. Natürlich öffnen sie die Schachteln sofort und entdecken darin nicht nur eine an sie persönlich gerichtete Nachricht, sondern erhalten auch etwas Hilfe und eine wichtige Aufgabe, nämlich den Weihnachtsmann zu finden. Also überlegen die Zwei nicht lang und machen sich auf den Weg. Nur wenn sie einige Rätsel lösen, bleiben sie auf der richtigen Spur und schaffen es, den Weihnachtsmann zu retten.
Habt ihr Lust, die Adventszeit nicht nur mit einer spannenden Geschichte, sondern mit kleinen Rätseln und kniffligen Aufgaben zu verkürzen? Dann seid ihr mit dem Escape Room Adventskalender genau richtig! Denn hier können Jungs wie Mädchen einem Abenteuer nachjagen und gleichzeitig noch etwas Gutes tun, nämlich gemeinsam mit Toni und Luka den Weihnachtsmann befreien, um den wahren Wert der Weihnacht zu erhalten.
Kinder und Erwachsene können sich vom 1. bis zum 24. Dezember durch die coolen und farbig illustrierten Seiten arbeiten. Jeden Tag im Advent muss eine Doppelseite aufgetrennt und gelesen, sowie ein Rätsel gelöst werden, um weiterzukommen. Und zwar nicht nacheinander weg, sondern kreuz und quer durchs Buch. Das sorgt für ordentlich Abwechslung und für Spannung, denn nicht immer sind die Rätsel leicht zu lösen. Es ist also nicht schlecht, wenn hin und wieder auf die Tipps geachtet wird oder Mama und Papa etwas Hilfe anbieten. Meine 9-jährige Tochter und ich haben die Rätsel stets im Mutter-Kind-Team ausgeführt. Nachdem also die Lösung gefunden und die Fragen beantwortet sind, geht es darum, aus drei verschiedenen Bildausschnitten den richtigen zu wählen und diesen im Buch wiederzufinden. So gelangt der Rätselfreund auf die richtige Seite, auf der es am nächsten Tag direkt weitergeht.
Meiner Tochter und mir hat dieser abwechslungsreiche Adventskalender sehr viel Freude bereitet, denn nicht nur die Rätsel, sondern auch die Geschichte hat uns gut gefallen. Sie ist sowohl spannend, interessant als auch humorvoll geschrieben. Hin und wieder kamen ein paar Begriffe im Buch vor, die meine Tochter noch nicht kannte und so hat sie gleichzeitig noch etwas dazulernen können. Der Text ist schön übersichtlich gestaltet und nicht zu lang. Das Buch eignet sich also auch perfekt als kleines Ritual am Abend.

Bewertung vom 10.11.2020
Brent, Cora

Draw - Saylor und Cord


gut

Saylor hat nicht nur eine unglückliche Vorgeschichte, sondern auch einen gewalttätigen Freund. Als er dieses Mal zu weit geht, packt sie ihre Sachen und haut ab. Zurück in ihre Heimatstadt, die voller negativer Erinnerungen steckt, möchte sie nicht. Also flieht sie zu ihrem Cousin und besten Freund Brent. Dort trifft sie allerdings nicht wie erwartet auf ihren Cousin, sondern auf einen ganz bestimmten Typen, den sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen würde, und zwar auf Cord Gentry. An das was sie mit ihm erlebt hat, möchte sie nie wieder zurückdenken und diese Erfahrung samt Typ am liebsten aus ihrem Leben verbannen. Doch als er ihr heute seine Hilfe anbietet, hat sie fast keine andere Wahl, als diese anzunehmen.
Die drei Gentry-Brüder waren schon immer eine Gefahr, der man am Besten aus dem Weg ging. Und noch heute verdienen sie ihr Geld nicht auf normalem Weg, sondern durch Schlägereien und den Wetteinsätzen anderer. Nicht umsonst ist die ganze Sippe, die unter diesem Namen herrscht, als der Abschaum ihrer Heimatstadt bekannt. Doch sind die Brüder tatsächlich derart miese Typen, für die sie gehalten werden, oder haben sie auch noch eine andere Seite? Denn eigentlich ist den drei Jungs nichts lieber, als der Welt zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt.
Dieses Buch ist der erste Teil einer Trilogie über die Gentry-Brüder und betrifft besonders Cord, einen der Drillinge. Abwechselnd aus Cords und Saylors Perspektive offenbart die Geschichte einen Blick auf ihre Gedanken und negativen Erfahrungen ihrer Vergangenheit. Denn sowohl Saylor als auch Cord haben nicht gerade eine schöne Kindheit hinter sich. Sie sind aufgewachsen in einem Ort, in dem ein Gefängnis schon am Eingang der Stadt thront, und ihm somit auch seinen Charakter verleiht. Gewalt, Drogen, Alkohol und Armut sind ein klares Markenzeichen dieser Gegend. Wer hier rauskommt, hat schon eine ganze Menge erreicht und kehrt so schnell nicht zurück.
Vielleicht ist gerade die trostlose Vergangenheit oder aber der Vorfall vor Jahren der Grund, warum Saylor und Cord heute zueinanderfinden. Zwischen ihnen entsteht eine Verbindung voller Lust und Leidenschaft und die dennoch nicht einfach zu pflegen ist.

Besonders der Einstieg in den ersten Teil dieser Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Es war ein Genuss zu beobachten, wie sich die Empfindungen wandeln und der einst verhasste Gegenüber plötzlich ein grenzenloses Verlangen auslöst. Saylor und Cord können sich eigentlich gegenseitig nicht ausstehen und trotzdem hat das Schicksal etwas anderes für sie vorgesehen. Zu beobachten, wie diese Verbindung unter knisternden und prickelnden Momenten entsteht, war ein Vergnügen.
Leider hat die Geschichte für mich mit der Zeit etwas an Charme verloren. Nachdem Saylor und Cord einander gefunden hatten, waren neben dem häufigen Sex der beiden nur noch die brutalen Kämpfe der Gentry Brüder ein Thema. Die innige Verbindung unter den Drillingsbrüdern war deutlich spürbar. Ein liebevoller Zusammenhalt, der im völligen Kontrast zu ihrem sonst so groben Erscheinungsbild steht. Gemeinsam teilen sie den Wunsch nach einer besseren Zukunft. Diesen jedoch mit guten Taten in die Realität umzusetzen, scheint aber den impulsiven Brüdern nicht immer leicht zu fallen. Vermutlich ist es schwer, in eine Story mit derart harten Jungs noch etwas mehr Gefühl und Tiefe hineinzustecken, aber ich glaube gerade das habe ich vermisst. Möglicherweise waren es auch die vielen negativen Erfahrungen, die den Protagonisten das Leben schwer machen und etwas auf die Stimmung drücken. Ich kann es schlecht beurteilen. Irgendwie konnte die Geschichte mich nicht so sehr berühren, wie ich es mir gewünscht hätte. Wer aber nicht unbedingt auf eine tiefsinnige Geschichte aus ist und viel mehr eine kurzweilige, heiße Story für Zwischendurch sucht, für den liefert das Buch sicher gute Unterhaltung. Ich hoffe darauf, dass mich die anderen beiden Gentry-Brüder etwas mehr beeindrucken können. Ich gebe diesem Buch 3,5

Bewertung vom 19.10.2020
Strobel, Arno

Die App - Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.


ausgezeichnet

Nervenaufreibende und packende Story, die nichts zu wünschen übriglässt und dir klar macht, wie gut es ist, den Lichtschalter selbst zu drücken.

Schalte dein Handy besser aus

Linda und Hendrik stehen kurz vor der Hochzeit. Als eines Abends am Esstisch das Licht aus und direkt daraufhin wieder angeht, denken sie sich nichts dabei. Normalerweise passiert so etwas nicht, denn Linda und Hendrik haben in ihrem neuen Haus ein Smart Home System eingebaut. Mit der App auf ihrem Handy können sie alles steuern. Bisher funktionierte alles einwandfrei. Seltsam wird es erst, als Hendrik für einen Notfall ins Krankenhaus gerufen wird, denn als er zurückkehrt ist Linda verschwunden. Mitten in der Nacht. Es gibt weder Einbruchsspuren, noch hat die App einen Alarm ausgelöst. Hendrik ahnt sofort, dass etwas passiert sein muss, aber die Polizei lässt sich von ihm nicht überzeugen. Sie vermuten hinter dem Verschwinden ein Beziehungsaus. Doch warum glauben auch Hendriks Familie und Freunde genau wie er nicht daran, dass Linda sich so einfach aus dem Staub macht und das kurz vor ihrer Hochzeit? Als Hendrik schließlich allein tätig wird, und einen Aufruf startet, stellt sich heraus, dass es einen ähnlichen Fall erst eine Woche zuvor gegeben hat. Die Polizei reagierte auch hier nicht und blieb untätig. Sie glaubten, genau wie bei Linda, an eine Flucht aus der Beziehung und überließen die junge, alleingelassene Frau sich selbst. Doch auch bei diesem Paar ist im Haus ein Smart Homes System installiert. Ist es reiner Zufall oder gibt es einen Zusammenhang zwischen dem verschwundenen Mann und Linda? Handelt es sich um ein Verbrechen oder hat Linda sich tatsächlich zusammen mit diesem Mann abgesetzt?

Mein Neustart in das Thriller Genre beginnt schonungslos, denn „Die App“ von Arno Strobel ließ mich schon auf den ersten Seiten mehrmals schlucken. Ich war überrascht, wie schnell es zur Sache ging und ich die dunkle Seite des Thrillers zu spüren bekam. Jedenfalls ist der Start nichts für schwache Nerven. Habt ihr euch schon mal gefragt, was es für ein Gefühl sein musss, bewegungslos und bei vollem Bewusstsein unterm Skalpell zu liegen und zu ahnen, was als nächstes passiert? Ich musste erst einmal tief durchatmen und habe mich gefragt, ob ich es wirklich wissen will. Trotz der anfänglichen Zweifel, ob ich der Story überhaupt standhalte, gewann meine Neugierde die Oberhand.
Es kam mir sehr entgegen, wenn die Kursivschrift endete, die Perspektive wieder wechselte und mit dem Blick auf Lindas und Hendriks Leben weitererzählt wurde. In die Zwei konnte ich mich perfekt einfühlen. Erschreckend fand ich es allerdings, zu erkennen, wie schnell eine App ein Leben beherrschen kann und was in ihrem Haus alles damit gesteuert wird. In diesem Moment traute ich meinem eigenen Handy kaum und hätte es am liebsten aus dem Fenster geworfen. Für mich war klar, dass dieses Buch definitiv schlaflose Nächte bereiten kann. Ich konnte aber dem Drang nicht widerstehen, einfach weiterzulesen. Außerdem hat es mir eine regelrechte Freude bereitet zu spekulieren, wie alles einen Zusammenhang finden könnte. Ich wollte nicht nur den Täter, sondern auch Hendriks Frau finden. Es gab etliche Möglichkeiten in verschiedene Richtungen, die es einem nicht leicht machten, die richtige Spur zu finden. Einzig vor der kursiv geschriebenen Opferperspektive hat es mich gegraust. Der Autor beherrscht es einfach zu perfekt, die Gefühlsregungen der Opfer zu beschreiben, so konnte ich mich zu gut in die Geschehnisse hineinversetzen.
Eine nervenzerreißende und aufregende Story, die man schlecht aus der Hand legen kann und die aus meiner Sicht nichts zu wünschen übriglässt. Auch wenn ich auf diesem Gebiet nicht so gewandt bin, wie in Lovestorys, denke ich, dass dieses Buch alles hat, was man von einem guten Psychothriller erwartet.

Bewertung vom 14.10.2020
Koch, Jessica

Wenn das Meer leuchtet


ausgezeichnet

Kann ein so schmerzvoller Start ein schönes Ende haben?

Ein Neustart am College lässt Marie hoffen, die grausige Vergangenheit auf ihrer letzten Schule hinter sich zu lassen. Doch schon nach wenigen Tagen nimmt das gewohnte Drama erneut seinen Lauf. Marie kann nicht so wie sie will und das führt dazu, dass andere sie verachten. Sie ist dermaßen eingeschüchtert, traut sich nicht, den Mund aufzumachen und sich zur Wehr zu setzen. Auch wenn sie die passende Antwort längst parat hat, kommt sie einfach nicht aus ihr heraus. Ihre neuen Mitschüler haben ihre Schwäche schnell erkannt und nutzen ihre Hilflosigkeit schonungslos aus. Miese Spielchen begleiten aufs Neue ihren Schulalltag. Als eines Tages Jayden, einer der beliebtesten Jungs der Schule, für Marie Partei ergreift, scheint sich der Wind zu drehen. Ist das wieder nur ein gemeiner Trick oder steckt tatsächlich eine ernste Absicht hinter seinem Verhalten?
Als ich mit diesem Buch begonnen habe, konnte ich mir fast nicht vorstellen, dass etwas, was so schmerzvoll beginnt, jemals ein schönes Ende nehmen kann. Aber wer Jessica Kochs Bücher kennt, wird wissen, wie gut sie es beherrscht, Emotionen wiederzugeben und den Leser zu berühren.
Über fast die erste Hälfte des Buches begleitete mich die Hoffnung auf eine Wendung. Ich habe jede nächste Seite herbeigesehnt, damit das Drama um Marie endlich ein Ende nimmt und noch etwas Schönes passiert. Zu grausig waren die Mobbing-Attacken ihrer Mitschüler. Mich hat es geschockt, wie herzlos und abgebrüht manche Mitschüler sein können. Und mein größter Wunsch war es, dass dieses schreckliche Spiel endlich ein Ende nimmt.
Als der beliebte Jayden plötzlich hinter Marie steht und ihr zur Hilfe kommt, fiel es mir, genau wie Marie, verdammt schwer, daran zu glauben, dass er es tatsächlich ernst meint. Immer wieder wartete ich auf die große Enttäuschung. Marie hat, abgesehen von ihrer Familie, nie Anerkennung erfahren. Umso schwerer tut sie sich als gerade jemand wie Jayden, Interesse an ihr zeigt. Doch Jayden ist in der Lage, Marie ein Gefühl von Freiheit und Glück zu bescheren und sie lässt sich darauf ein. Aber die Geschichte hätte mich nicht so sehr gefesselt, wenn nicht noch einige Zwischenfälle dafür gesorgt hätten, mir zu zeigen, wie schwer es ist, Liebe oder Anerkennung zu finden.
Dieses Buch ist bereits das vierte, das ich von Jessica Koch gelesen habe. Und jedes Mal frage ich mich aufs Neue, wie sie es meistert, eine so einzigartige Geschichte zu erschaffen. Sie versteht es ausgezeichnet, Stimmungen, Gefühle und Situationen auszudrücken, dass man sich fühlt, als sei man selbst ein Teil der Erzählung. Das Buch strotzt nur so vor großen Emotionen und diese haben mir mehrfach die Tränen in die Augen getrieben. Besonders die bedingungslose Liebe zwischen Marie, ihrem Bruder und ihren Eltern hat mich so sehr berührt, dass ich mir so manche Träne nicht verdrücken konnte. Aber auch Jayden offenbart eine Seite von sich, die man nur liebgewinnen kann.
Zwar habe ich es erst spät gemerkt, aber es hat mich gefreut, dass ich die Protagonisten bereits aus einem anderen Buch der Autorin kannte. Ich erinnere mich sogar daran, dass ich mir damals beim Lesen gewünscht hatte, besonders von Marie etwas mehr zu erfahren. Dieser Wunsch wurde mir mit dieser Geschichte erfüllt.
Wenn ich könnte, würde ich diesem Buch weit mehr als fünf Sterne verleihen. Ich zähle es definitiv zu einem meiner Besten in meinem Bücherregal und bin der Autorin zutiefst dankbar für dieses berührende Leseerlebnis.