Bewertungen

Insgesamt 1450 Bewertungen
Bewertung vom 29.06.2025
Jimenez, Abby

Just for the Summer


sehr gut

Wie sommerlich schön will ein Buch bitte sein

Ich finde Abby Jimenez schreibt einfach ganz zauberhafte Romcom-Bücher, mit denen landet man eigentlich immer einen Treffer, wenn man nach leichter, humorvoller und charmanter Lektüre sucht, mit der man dem Alltag entfliehen kann. Und dieses Buch macht da keine Ausnahme, hat aber auch ein richtig gutes Maß an emotionaler Tiefe. Einfach absolut hinreißend.

Das Ausgangsszenario ist ja mal super skurril, aber auch richtig catchy. Hab bereits zu Anfang teilweise so heftig lachen müssen, allein dafür lohnt sich dieses Buch total. Die beiden Protagonisten werden einem schnell sympathisch und bestechen mit ihrer offenen Art. Die Tropes sind absolut nach meinem Geschmack, vor allem „he falls first“, da geht mir immer irgendwie das Herz auf.

Die Geschichte ist bittersweet und ich mags total, dass hier nicht einfach alles romantisiert wird, sondern auch mal was nicht passen darf. Finde ich sehr erfrischend und auch authentischer.

Neben der Lovestory mochte ich hier auch die Freundschaftsvibes. Maddy ist ein absoluter Schatz, aber auch Justins Freunde sind nicht zu verachten. Das Buch ist wieder grandios geschrieben und liest sich richtig toll weg.
Ich mochte das Buch wieder unglaublich gern und freue mich schon jetzt auf mehr Bücher von Abby Jimenez.

Bewertung vom 29.06.2025
Vuong, Ocean

Der Kaiser der Freude


sehr gut

Eine Wucht

Diese Geschichte ist absolut keine leichte Kost, aber gibt dem Leser gleichzeitig sehr viel. Ich fand den Schreibstil sehr eindrücklich, es werden klare Bilder geschaffen und die sozialen Umstände mit gestochen scharfer Präzision beschrieben.

Am Anfang war ich mir nicht sicher, was ich von Hai halten soll, der seine Verlorenheit mit Pillen und Lügen kaschiert. Aber dann findet er Halt und Sinn im Zusammenleben mit Grazina. Die Momente zwischen den beiden waren ganz besonders und auch das Band zwischen Hai und Sony wird zunehmend stärker.

Ich mochte die Einteilung in Jahreszeiten, wie das Leben vorbeizieht, die leichten und die schweren Tage. Die kleine Bubble von HomeDepot hat mir gut gefallen, die Alltäglichkeit der Szenen gepaart mit der Skurrilität der Figuren- das passte einfach.

Das Buch steckt voller ernster, wichtiger Themen, trotzdem bricht sich auch die Leichtigkeit immer wieder Bahn in kleinen Momenten der Zugehörigkeit und des Verständnisses. Keine leichte Kost und inhaltlich wie sprachlich stellenweise eine Herausforderung. Aber ganz ehrlich, sollte man wirklich lesen. Es lohnt sich

Bewertung vom 29.06.2025
Gerstberger, Beatrix

Die Hummerfrauen


sehr gut

Ungezähmt

Generationsromane lese ich ja generell super gerne und diese Geschichte über drei besondere, eigenwillige und ungestüme Frauen, die eine besondere Freundschaft verbindet, hat es mir richtig angetan

Es ist eine natürliche Geschichte über ein ursprüngliches, geerdetes Leben, umgeben von rauer See und Menschen, die alte Werte teilen. Eagle Island wirkt fast ein bisschen aus der Zeit gefallen, ein bisschen zu eng, aber trotzdem wie ein Ort, der hinter den Menschen steht, die dort leben. Rau und ungeschliffen, ein Ort, wie die Menschen die dort leben, Schicksale, die von allem außer Bequemlichkeit geprägt sind.

Es wirkt fast ein bisschen schicksalhaft, wie die Leben der drei Frauen verknüpft werden, die so unterschiedlich sind und doch so viele Gemeinsamkeiten entdecken und beschließen, einander zu nehmen wie sie sind und füreinander Familie zu sein.

Es werden einige interessante, tiefschürfende Themen aufgegriffen, die sich rund um das soziale Leben auf Eagle Island, die Gepflogenheiten der Zeit und das Sozialgefüge drehen. Ein bisschen traurig war ich, dass eine spannende Moralfrage etwas unaufgelöst im Raum stehen bleibt. Aber an sich mochte ich wie hier auf sanfte Art ernste Themen tangiert werden, ohne den Finger vollends in die Wunde zu stecken.

Für mich ein schöner und bewegender Roman mit fantastischem Flair

Bewertung vom 29.06.2025
Koelle-Wolken, Patricia

Der Garten der kleinen Wunder


ausgezeichnet

Zauberschön

Ich liebe ja Bücher über ungewöhnliche Freundschaften, aber dieses Buch ist so viel mehr. Dieses Buch enthält eine ganz wunderbare Geschichte zum Thema Found Family und vermittelt dabei mit geradezu selbstverständlicher Positivität, dass es für jeden einen Platz da draußen gibt, man muss nur manchmal den Blickwinkel ändern, um ihn zu finden.

Die Figuren sind ganz wunderbar nahbar und menschlich angelegt und wachsen im Verlauf der Handlung und aneinander über sich hinaus. Besonders das Verhältnis von Toja und Vica, ihr grundlegendes Verständnis füreinander, war sehr berührend.

Neben den Charakterentwicklungen ist das zentrale Element der Habdlung Tojas Garten: ein sicherer Hafen und Ort des sich auslebens. Eine meiner liebsten Szenen war das Vergraulen des Gärtners durch „ein monströses Exemplar vulgärer Geschmacksverirrung“. Hab so lachen müssen.

Dieses Buch feiert das anders sein und aus der Reihe tanzen. Es strahlt Herzlichkeit und Warmherzigkeit auf jeder Seite aus. Selten ein Buch gelesen, dass so viel Weisheit, Wärme und Akzeptanz beinhaltet und so wunderbar positiv ist.

Wäre am liebsten noch viel länger in der Geschichte verweilt, weil sie einfach so schön war.

Bewertung vom 29.06.2025
Habeck, Emily

Shark Heart


sehr gut

Ein bisschen seltsam aber auch irgendwie besonders

Man stelle sich vor, die Menschen die man liebt mutieren zu Tieren. So ergeht es Wren. In drei Teilen werden die Geschichten von Wren, ihrem Ehemann Lewis und ihrer Mutter Angela erzählt. Auf die eher ungewöhnliche Handlung muss man sich erstmal einlassen können, dann entfaltet die Geschichte eine seltsame Schönheit und Tiefe.

Es ist eine eher melancholische Erzählung, die vom Wandel, von Verlust, aber auch von Liebe erzählt. Es geht teilweise einfach ganz elementar darum, was es heißt Mensch zu sein. Die Geschichte bedient sich im Aufbau unterschiedlicher Erzählformen, was aber auch irgendwie zum Inhalt passt- nicht gradlinig, nicht rational, sondern aufgewühlt, aufgeladen, Grenzen auslotend.

Teilweise fand ich das erzählte wenig greifbar, weil es auch an sich so vage bleibt. Da steht eine Transformation im Raum, sogar im gesamten Buch mehr als eine. Und es werden Empfindungen, Gedanken und Erinnerungen beleuchtet, aber seltsam unnahbar, wie ferne Schlaglichter.

Hat mir auf seine eigene Art gut gefallen. War mal was anderes, aber trotz dem eher skurrilen Thema auch von besonderer Sanftheit und Einfühlsamkeit.

Bewertung vom 29.06.2025
Kingsolver, Barbara

Die Unbehausten


sehr gut

Im Verfall begriffen

Ich habe „Demon Copperhead“ letztes Jahr so geliebt und mich auf diesen neuen Roman sehr gefreut. Für mich reicht der aber sowohl thematisch als auch vom Flair und Lesegefühl her nicht an den Erfolgsroman heran.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, die Handlungsstränge verbunden durch den Schauplatz: ein Haus in Vineland in New Jersey. Es geht um Gesellschaft, Familie und ein Leben zwischen Geldsorgen, Stellung und Verpflichtung.

Mir hat vor allem der Handlungsstrang rund um die Naturforscherin Mary Treat und ihre Freundschaft zu ihrem Nachbarn Thatcher gut gefallen. Mrs Treat war ihrer Zeit voraus und ihre Ausführungen über ihre Forschungen fand ich super interessant und unterhaltsam.

Die Gegenwartshandlung mutete dagegen für mich etwas blasser an, zog sich mit den aneinandergereihten Schicksalsschlägen als Odyssee des Unglücks stellenweise etwas dröge dahin. So richtig bin ich in diesen Handlungsstrang nicht reingekommen, obwohl er das Gesellschaftsbild durchaus gut widerspiegelte.

Das Buch liest sich wieder wort- und bildgewaltig. Es wird viel über die Lebensverhältnisse und gesellschaftlichen Zustände erzählt, was interessant anmutet. Das Buch ist wieder durchaus lesenswert. Mir hat aber dieses Mal dieser Funke gefehlt, der mich bei Demon Copperhead so berührt hat.

Bewertung vom 22.06.2025
McLean, Jay

Leaving Leo / Preston Brothers Bd.3


ausgezeichnet

Schmerzlich schön

Ich hab die beiden vorherigen Bücher der Reihe quasi inhaliert und war so bereit für Band 3. Im Gegensatz zu den anderen beiden Bänden habe ich mir aber für diesen hier mehr Zeit nehmen müssen. Es ist auf eine andere Art tragisch, anders schmerzlich. Leise, wo die bisherigen Bände laut waren. Das kam irgendwie unerwartet, war aber auch eine sehr schöne Überraschung.

Wie schon in den anderen Büchern der Reihe beginnt es mit einer Begegnung- Boy meets Girl. Aber die Connection zwischen den Protagonisten ist anders. Unentschlossener, weniger fordernd. Es steht viel anderes im Fokus. Ich bin irgendwie mit einer gewissen Erwartungshaltung an den männlichen Protagonisten Leo herangegangen, die auf den ersten beiden Bänden beruhte. Aber Leo ist kein Bad Boy und er trägt ganz andere Lasten mit sich herum als seine Brüder.

Ich hab das ländliche Setting geliebt- Tatas Haus, Holden, das Diner. Irgendwie war das einfach super stimmig, so ein richtig sicherer Hafen, der einen Ruhepol zu den sonst sehr schmerzhaften Themen darstellt. Hab mich da irgendwie direkt wohlgefühlt.

Die Inhalte sind gefühlt erwachsener als in den anderen beiden Bänden, der Schmerz den die beiden Protagonisten sich selbst und einander zufügen ein stärker innengerichteter. Hatte beim Lesen teilweise einen richtigen Kloß im Hals. Aber da ist auch viel Licht, viel Liebe, viel Vergebung. Und das ist das schöne an diesem Buch.

Ein richtig tolles Buch, das einfach alles ist.

Bewertung vom 22.06.2025
Smithson, L. D.

Die Festung


ausgezeichnet

Unfassbar spannend

Ich hab tatsächlich schon einige Escape-Thriller gelesen, auch das Locked-In Prinzip auf Insels oder ähnlichem ist ja an sich nichts neues. Da ich das aber prinzipiell super gerne lese, war ich schon neugierig wie das hier umgesetzt wurde. Meine Erwartungshaltung war eher nicht so hoch, aber ich kann ganz ehrlich sagen, dass das hier vielleicht das beste Buch war, was ich jemals zu diesem Thema gelesen habe. Wow, war das spannend. Und ich mochte die eher unkonventionelle Erzählweise- richtig stark.

Das Buch wird aus der Sicht von Protagonistin Bonnie erzählt, die nach dem Entkommen aus dem Escape-Spiel in einem True Crime Podcast nach Antworten sucht. Das Buch trifft damit irgendwie auch so ein bisschen den aktuellen Popkultur-Nerv. Die Aufnahmen werden von entsprechend von den Ereignissen auf der Insel unterbrochen. Das fand ich tatsächlich richtig gut gemacht, weil man einerseits die Erlebnisse selbst hat und dann Bonnies Aufarbeitung dessen. Ich fand das ganze dadurch irgendwie deutlich authentischer, was auch massiv zur Stimmung beiträgt.

Das Escape-Spiel selbst hats echt in sich. Teilweise konnte man als Leser schon versuchen bei den Worträtseln mitzurätseln, was ich immer einen schönen Kniff finde. Die Anspannung nimmt im Verlauf der Handlung deutlich zu und ich fand es war einfach super spannend zu verfolgen. Zu der sowieso misslichen Lage kommen noch die Spannungen innerhalb der Gruppe, was schnell zu einer gewissen Eskalation führt. Generell fand ich das alles sehr stimmig konstruiert. Soweit, so gut, aber nicht übermäßig bemerkenswert. Aber dann kommt im letzten Drittel der Hammer: ein Twist den ich nicht mal ansatzweise habe kommen sehen und der zu ziemlich alles in frage stellt. Wow, einfach wow. Das hat nochmal richtig was aus der Handlung rausgeholt.

Für mich war das ein richtiger Pageturner, vor allem dann gegen Ende. Super packend mit richtig böser Komponente. Klare Leseempfehlung von mir

Bewertung vom 22.06.2025
Winkelmann, Andreas

Ihr werdet sie nicht finden


gut

Dieses Mal ein eher seichter Krimi

Ich hatte so Bock auf dieses Buch, da ich die letzten Thriller von Winkelmann wirklich stark fand. Thematisch fand ich, dass dieses Buch weniger von der aktuellen Brisanz seiner letzter Thriller hatte, aber trotzdem interessant klang. Leider hat es mich aber eher nicht mitreißen können. Das soll nicht heißen, dass das Buch schlecht war, aber es war für mich eher ein ruhiger Krimi.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und verknüpft einen aktuellen Vermisstenfall mit einem Cold Case von vor sieben Jahren. Die Idee selbst fand ich ziemlich stimmig. Und es wird viel klassische Ermittlungsarbeit betrieben, was ich sehr authentisch fand. Aber so richtig kommt dabei keine Spannung auf, einfach weil generell eher wenig passiert.

Die Rückblenden zum Verschwinden von Jonas Tochter fand ich unterm Strich interessanter und spannender als die aktuelle Ermittlung, die eher schleppend in Gang kommt und dann auch relativ schnell eine andere Richtung annimmt.

Die Entdeckungen und Enthüllungen innerhalb der Ermittlung fand ich teilweise etwas unglaubwürdig, ohne genau festmachen zu können, woran das genau lag. Aber irgendwie kam mir die Auflösung ziemlich übertrieben vor. Die Charaktere bleiben auch alle einfach sehr blass und das Ende fand ich einfach nicht so 100% zufriedenstellend.

Es ist schon gut geplottet und liest sich auch locker weg, aber mir hat hier dieses gewisse Etwas gefehlt. Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.06.2025
Clarke, Norie

Neuanfang in Notting Hill


ausgezeichnet

Absolut bezaubernd

Diese Geschichte war wie Balsam für die Seele, eine sehr gelungene Mischung aus Familiengeschichte, Found Family, ungewöhnlicher Freundschaft und Romcom. Habe dieses Buch so sehr genossen, einfach super schön. Echtes Herzensbuch.

Der Vibe erinnert ein bisschen an Bücher von Beth O‘Leary. Da ich die auch absolut liebe, passen das Buch und ich zusammen wie die Faust aufs Auge. Mit dem ganz wunderbaren Setting und den herzlichen, einfühlsamen Figuren, die über sich hinauswachsen, hat die Autorin sich direkt in mein Herz geschrieben. Liebe dieses Buch sehr.

Die Geschichte atmet pure Bestärkung, Loyalität und bedingungslosen Rückhalt, auch in schweren Zeiten. Es werden ganz wunderbare, besondere Beziehungen beschrieben. Das Stilmittel der eingefügten Briefe hat so toll zur romantischen Stimmung beigetragen. Da bekommt man direkt auch Lust mal wieder einen Brief zu schreiben.

Für mich ein absolut wunderbares, warmherziges Buch, das einfach Spaß macht und berührt.