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liesmal
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Wilhelmshaven

Bewertungen

Insgesamt 553 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2023
Brüseke, FJ

Ninive


ausgezeichnet

Auf dem Cover ist ein aufgeschlagenes altes Buch zu sehen, leicht vernebelt – die Bibel? Der Gedanke liegt nah, wenn ich den Titel „Ninive“ lese, und gleich kommt mir die Bibelgeschichte von Jona und dem Wal in den Sinn.
Doch die Geschichte von Franz J. Brüseke spielt, auch wenn es Parallelen gibt, nicht in der Vergangenheit, sondern eher in naher Zukunft. Der Protagonist Jonathan bekommt in einem Traum den merkwürdigen Auftrag, ein letztes Buch zu schreiben, in dem es nur um das Wichtigste geht. Er macht sich auf den Weg und die Suche nach dem Wichtigsten.
Eine Welt ohne Bücher, wie sie uns in dem Roman begegnet, kann und möchte ich mir nicht vorstellen. Ebenso wenig wie Kirchen und prunkvolle Dome, die leergeräumt und entweiht werden. Ein brisantes Thema, das Brüseke behandelt, denn auch, wenn es im Augenblick noch so klingt, als ob vieles überspitzt dargestellt wird, ist es nicht nur Fantasie, was er beschreibt.
Mir bietet das Buch nicht nur großen Raum zum Nachdenken, sondern es stellen sich mir auch viele Fragen, gerade im Bereich des Glaubens und der Kirchen. Es gibt immer mehr Kirchenaustritte, immer weniger Menschen, die Gottesdienste besuchen. Wer hat noch Interesse am Erhalt der Kirchen? Was geschieht mit den Kunstschätzen, wenn die Gebäude nicht mehr gebraucht werden? In der Geschichte findet man sie in den römischen Katakomben, wohin auch Jonathans Weg führt.
Mich hat das Beispiel mit dem Versuch des Orgelbauers, aus einer Unmenge an Einzelteilen eine Orgel zusammenzusetzen, besonders berührt, weil ich mich an eine Orgelwartung in meiner Heimatkirche erinnert habe. Ein großes Heer an ausgebauten Einzelteilen – akribisch sortiert - war entstanden und wartete darauf, wieder zusammengesetzt zu werden. Das war unglaublich faszinierend. Ob es dem Orgelbauer in der Geschichte ebenfalls gelingt, eine Orgel wieder aufzubauen?
Mit „Ninive“ ist Franz J. Brüseke wieder ein aufrüttelnder Roman gelungen, den ich begeistert gelesen und mit meinen eigenen Gedanken verbunden und verarbeitet habe.

Bewertung vom 12.07.2023
Tepper, Daniela

Zahn um Zahn


ausgezeichnet

Da bin ich doch tatsächlich schon sehr lange dem Milchzahn-Alter entwachsen und inzwischen Groß- und sogar Urgroßmutter, und erst jetzt höre ich zum ersten Mal von Willi Wurzelzwerg. Warum nur ist er so wütend? Daniela Tepper und Annika Demmer bringen die Antwort mit „Zahn um Zahn“.
Die Zahnfee, ja, die kannte ich bereits. Nur dass sie Zilli heißt, habe ich jetzt erst erfahren. Doch da gibt es tatsächlich noch jemanden, der mindestens genauso wichtig ist wie die Zahnfee, und das ist Willi Wurzelzwerg, der lautstark aufklärt, wie es wirklich ist, wenn ein Zahn wackelt, und wer denn wohl die meiste Arbeit damit hat und trotzdem keine Anerkennung findet!
Die wunderbar aufregende und turbulente Vorlesegeschichte für alle Kinder im Wackelzahn-Alter wird großartig erzählt und durch viele bunte Illustrationen ausgeschmückt. Die Begegnung mit dem Marienkäfer finde ich ganz zauberhaft. Obwohl er selbst überhaupt keine Zähne hat, ist ausgerechnet er derjenige, der Willi genau zuhört, dabei vieles erfährt, was man über Wackelzähne wissen sollte, und der Willi zu einem guten Freund wird.
Toll sind auch die Extras in Form von QR-Codes, in denen nicht nur Willi, Zilli und das Marienkäferchen zu Wort kommen, sondern auch die Geschichte um Ratoncito, die kleine spanische Maus, zu hören ist.
Das Buch hat mir großen Spaß bereitet und mir gefallen die Erklärungen über Wackelzähne und die Zahngesundheit so gut, dass ich es gern an die Kindertagesstätte meiner Gemeinde weitergebe, damit die Geschichte viele Kinder hören und möglichst ganz viele andere Einrichtungen auf das Buch aufmerksam gemacht werden.

Bewertung vom 29.06.2023
Jando

Sternenreiter Band 2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Es ist schön, dass der kleine Junge nach vielen Jahren noch einmal auftaucht und uns daran erinnert, wie wichtig es ist, dass man Träume hat und sie auch lebt und bewahrt, weil man aus ihnen Kraft und Mut schöpfen kann. Das ist wichtig in einer Zeit, die dominiert wird von Kriegen, von Einsamkeit und Traurigkeiten.
Mir hat auch dieses Buch wieder viel Freude in meinen Alltag gebracht, mich zum Nachdenken, aber auch zum Lächeln gebracht – und vor allem auch daran erinnert, wie dankbar ich sein kann. Vielleicht gelingt es mir, auch ein wenig Liebe zu verbreiten – und sorgsam auf meine Mitmenschen zu achten. Der kleine Sternenreiter ist auf jeden Fall ein wunderbares Vorbild.

Bewertung vom 29.06.2023
Rösel, Christina

Das Glück sucht uns. Psalmen-Lesebuch. Mit christlicher Spiritualität Kraft finden: Psalmen und biblische Texte neu entdecken. Bibelverse zum Nachdenken


ausgezeichnet

„Das Glück sucht uns“ ist ein ganz bezauberndes Buch. Mit Psalmtexten in der Übersetzung der Basisbibel und der Lutherbibel, mit vielen Fotografien und dem großartig gestalteten Aufbau der einzelnen Kapitel ist ein wunderschönes Lesebuch entstanden.

Mir gefallen die Texte mit persönlichen Erfahrungen, die Entdeckungen und ganz individuellen fantasievollen Anregungen zum Ausprobieren und das Psalmen-Panorama zu den jeweiligen Themen der einzelnen Kapitel. Wie das übersichtliche Inhaltsverzeichnis ist auch alles andere sehr geschmackvoll gestaltet.

Ob ich nun selbst was ausprobieren oder lesen möchte, etwas zum Nachdenken heraussuche oder Gedanken in der Gruppe miteinander teilen möchte: Das Psalmen-Lesebuch wird als guter Ratgeber ganz bestimmt nicht in meinem Bücherregal verstauben.

Bewertung vom 27.06.2023
Read, Shelley

So weit der Fluss uns trägt


ausgezeichnet

Mit dem Debütroman von Shelley Read habe ich das wunderbarste Buch gefunden, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Mit ihrem einfühlsamen, einzigartigen und unglaublich bewegenden Schreibstil hat die Autorin alle meine Sinne getroffen, und am Ende war ich zufrieden und glücklich darüber, dass meine Befürchtungen nicht eingetroffen und stattdessen alle meine Fragen eine Antwort bekommen haben.
In Ich-Form erzählt die junge Victoria ihre Geschichte. Durch die Art ihres Erzählens entsteht sofort eine enge Bindung und gebannt lasse ich mich mitnehmen auf ihren Weg und vor allem auch in ihre Gedankenwelt.
Immer wieder geschehen Dinge und muss Victoria Entscheidungen treffen, die mich ihren Mut und ihre Stärke bewundern lassen. Nach einer ganz besonders emotionalen, lebensverändernden Entscheidung hatte ich dann Sorge, einiges nicht zu erfahren, weil es auch für Victoria verborgen bleiben sollte. Doch die Autorin hat auch dort einen großartigen Weg gefunden, diese Fragen nicht unbeantwortet zu lassen.
Ich empfehle dieses wunderbare Buch über Liebe und Leid, schwere Entscheidungen und besonders wertvolle Freundschaften und Überraschungen aus vollem Herzen.

Bewertung vom 24.06.2023

ErmuTiger: Mit der Bibel stark in den Tag. Glaube


ausgezeichnet

„Mit der Bibel stark in den Tag“ zu gehen, wie es im Untertitel heißt, gehört für mich zum Leben dazu. Die Idee, den Tiger einzubinden und ihm selbst im Titel „ErmuTiger“ zu begegnen, finde ich großartig.

Ich mag Bücher mit Mutmach-Gedanken (oder auch zu anderen Stichworten), mit Impulsen für den Tag und dazu passenden Bibelstellen. Bei dem „ErmuTiger“ finde ich all das, allerdings handelt es sich hier nicht um ein Buch, sondern um eine kleine Box mit 48 Karten, die zu den Themen Glaube, Hoffnung und Liebe erhältlich ist. Ich habe zunächst die Box „Glaube“ gewählt.

Es ist erstaunlich, dass bereits zwei Minuten ausreichen, um mit Gott (und mit Hilfe einer einzigen Karte) gestärkt in den Tag zu gehen. Allerdings halte ich mich auch gern länger an den Gedanken und Impulsen fest. Der „ErmuTiger“ gibt bildhaft ein Beispiel, wie man es machen kann und bringt mich mit seinen Ideen zum Lächeln.

Ich habe die Karten aus dem Stapel meistens zufällig für mich gewählt, habe aber auch schon nach einer Karte zu einem bestimmten Thema gesucht, um sie in einer Gruppe zu teilen.

Meine Begeisterung für diese kleine Box ist groß und darum ich gebe sie gern weiter. Auch als Geschenk eine tolle Idee!

Bewertung vom 18.06.2023
Fletcher, Susan

Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte


ausgezeichnet

Saint-Rémy-de-Provence im Jahr 1889. Susan Fletcher erzählt aus der Zeit, als Vincent van Gogh in der Heilanstalt Saint Paul lebte und dort viele seiner Bilder entstanden sind.

Mir gefällt das Buch. Fast habe ich das Gefühl, es wäre eine Biografie. Tatsächlich hat die Autorin den Briefwechsel zwischen Vincent van Gogh und seinem Bruder Theo als Grundlage für ihren Roman genutzt und den Figuren, von denen namentlich viele in Saint-Rémy-de-Provence gelebt haben, ihre eigene Geschichte gegeben. So ist ein großartiger Roman entstanden in einer Mischung aus Realität und Fiktion, die mich bezaubert.

Ganz besonders gefällt mir Jeanne, die als Ehefrau des Heimleiters Charles Trabuc heimlich Kontakt sucht zu van Gogh und auf mich wirkt, als wäre sie aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Es entwickeln sich gute Gespräche, in denen van Gogh viel über die besonderen Farben in seinen Bildern erzählt. Auch die Landschaft mit den wunderbaren Olivenhainen und Lavendelfeldern wird so bildhaft beschrieben, dass es nicht schwerfällt, die buntesten Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Immer wieder fürchte ich, dass die Ehe von Jeanne und ihrem Mann keinen Bestand haben kann. Doch selbst das Ende der Geschichte hat mich sehr berührt.

Auch wenn das Leben von Charles und Jeanne und ihrer Familie wahrscheinlich vollkommen anders verlaufen ist: Die Geschichte von Susann Fletcher hat mir außerordentlich gut gefallen und gerne denke ich, dass alles wirklich so hätte gewesen sein können.

Bewertung vom 06.06.2023
Bohlmann, Sabine;Ziegler, Christine;Schellhammer, Silke;Müller, Nina

Komm mit in die Berge! Das große Vorlesebuch für die Ferien


ausgezeichnet

Ich erinnere mich daran, dass ich schon als Kind Schneider-Bücher geliebt habe. Und jetzt, schlappe 70 Jahre später, freue ich mich, dass sich nichts daran geändert hat.
Die Gestaltung des Buches ist so gut durchdacht und die Illustrationen sind wunderschön, dass ich mich freue wie ein Kind. Besonders gefällt mir die Idee, dass die Geschichten für das jeweilige Lesealter an den verschiedenen Farben leicht erkennbar sind. Da können selbst Kinder, die noch nicht lesen können, „ihre“ Geschichten leicht finden.
Das Buch ist so bunt wie das Cover, das mir sehr gefällt. Es gibt viel zu entdecken, sieht fröhlich aus und macht einfach gute Laune! Viele der abgebildeten Figuren tauchen in den Geschichten wieder auf.
Es gibt Begegnungen mit Tieren, Menschen und anderen geheimnisvollen Wesen. Dabei geht es um Hilfsbereitschaft, Vorsicht und Nachsicht, Freundschaft, Akzeptanz, Achtsamkeit und noch vieles mehr. Ich finde es großartig, dass all diese wichtigen Themen in die Geschichten einfließen, und zwar ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sondern einfach so.
Vorlesebücher hatten für mich immer einen besonderen Reiz und ich freue mich über den Glücksgriff mit diesem Buch. Geschichten verschiedener Autoren und Autorinnen aus dem Zusammenschluss der Isarautoren findet man hier vereint. Schön, dass sie am Ende des Buches noch einzeln kurz vorgestellt werden und dass es auch Hinweise auf Internetadressen dazu gibt.
Langeweile ist bei diesen tollen Geschichten garantiert ausgeschlossen. Darum gibt es von mir eine absolute (Vor-)Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.06.2023
Wolf, Klaus-Peter

Das Versprechen / Ein mörderisches Paar Bd.1


gut

Mit dem Untertitel „Das Versprechen“ erscheint der erste Band der neuen Serie „Ein mörderisches Paar“ von Klaus-Peter Wolf. Dr. Bernhard Sommerfeldt ist wieder on Tour. Als Dr. Ernest Simmel ist er mit seiner zukünftigen Ehefrau Frauke im Namen der Gerechtigkeit unterwegs, um die Menschen von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die es nicht besser verdient haben. Davon scheint es in Ostfriesland eine ganze Menge zu geben, diesen Eindruck bekomme ich.
Manchmal schwirrt mir der Kopf von den vielen Namen. Genau durch die vielen Namen und häufigen Wechsel zwischen den Schauplätzen bleibt der Spannungsbogen in mir einfach schlaff. Vielleicht liegt es auch daran, dass alles für meinen Geschmack zu unrealistisch ist.
Leider konnte mich das Buch nicht begeistern. Der Witz war mir häufig zu flach und die Beschreibungen oft zu ausschweifend.

Bewertung vom 05.06.2023
Ruch, Cindy;Reisedepeschen

Reisehandbuch Europa mit dem Zug


ausgezeichnet

In einer zweiten Ausgabe ist im Verlag Reisedepeschen das Reisehandbuch „Europa mit dem Zug“ erschienen.
Bevor die Wege in Einzelabschnitten in die verschiedenen Himmelsrichtungen führen, findet man am Anfang des Buches Interessantes zum Thema „Roadtrip auf Schienen“. Informationen zum Streckennetz, zu Fahrkarten, Preisen und Reisezeitraum und zu Reservierungen gibt es in übersichtlicher kurzer Form mit hilfreichen Tipps. Auch auf die Möglichkeit der Mitnahme von Rad oder Auto im Reisezug wird hier hingewiesen.
Schon bald habe ich das Gefühl, ich halte ein Buch in der Hand, das gut durchdacht und erklärt ist und mir somit die Vorbereitung von Zugfahrten erheblich erleichtert.
Selbst das Zugfahren als Familie wird erzählerisch und mit vielen Tipps versehen geschildert, bevor mit vier jeweils einseitigen Tipps und Karten mit eingezeichneten Reisewegen Rundreisen in Europa vorgestellt werden.
Immer wieder erzählen zwischendurch verschiedene reiselustige Zugfahrende in kleinen Anekdoten und Geschichten von ihren Erlebnissen.
Dieses Reisehandbuch macht wirklich Lust auf Zugfahrten. Bloß für welches Land entscheide ich mich? Das ist bei dem vorgestellten Angebot von über 40 Ländern nicht einfach. Also vielleicht immer eines nach dem andern? Oder einfach mal einige miteinander verbinden? Geht auch!
Der Verlag Reisedepeschen überrascht mich immer wieder mit wunderbaren Büchern. Auch dieses Reisehandbuch empfehle ich gern aus vollem Herzen. Da macht das Reisen doppelt Spaß (und auch das Lesen).