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Insgesamt 294 Bewertungen
Bewertung vom 15.03.2019
Sommerkorn, Frida Luise

Endlich schwingt die Liebe mit (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Hindernisse auf dem Weg ins Glück

Auch der dritte Teil der Allgäu-Liebe beinhaltet noch so einige Irrungen und Wirrungen auf dem Weg ins Glück. Im Mittelpunkt der Geschichten, die auch in diesem Band aus wechselnden Personenperspektiven erzählt werden, stehen Clara, Magdalena und Ferdinand.

Ferdinand, der an einem Forschungsprojekt am großen Alpsee arbeitet, ist unsterblich in Sonja verliebt. Doch ein Geheimnis steht zwischen ihnen. Der Leser erhält tiefe Einblicke in das Seelen- und Gefühlsleben der beiden. Vor einer atemberaubenden Bergkulisse kommen sie sich näher. Ist Sonja bereit für eine neue Liebe?
Magdalena kommt mit ihrem hübschen Schmuckladen in Bad Gastein gut bei den Einheimischen und Urlaubern an. Auch die Beziehung zu ihrer wiedergefundenen Tochter Clara wird enger. Nur die Einsamkeit nagt an ihr. Was hat sie bei Clemens falsch gemacht?
Clara und Bertram schweben im Glück, denn bald werden sie Eltern.

Das Allgäu mit seinen wunderschönen Landschaften wird wunderbar mit den Geschichten verwoben und der Leser genießt eine Auszeit vom Alltag. Der muntere und leicht zu lesende Erzählstil von Frida Luise Sommerkorn bereitet Freude beim Lesen.

Doch plötzlich ziehen Gefahren am Horizont auf. Ferdinand und Clara geraten in lebensgefährliche Situationen. Alles endet mit einem dramatischen Finale, das an Hochspannung nichts zu wünschen offen lässt. Liebe und Familie machen stark.

Fazit:
Die Liebesgeschichten, die hier erzählt werden, sind abwechslungsreich mit Höhen und Tiefen gestaltet. Ein Auf und Ab gibt es nicht nur in den Bergen des Allgäu, sondern auch in der Liebe. Mir hat die locker und unterhaltsam erzählte Familiengeschichte Freude bereitet und ich kann sie allen, die romantische Liebesgeschichten mit Spannung mögen, empfehlen und vergebe gern 5 Sterne.

Bewertung vom 08.03.2019
Praxmayer, Claudia

Spuren aus Eis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Biologin Lea Winter muss überraschend nach Kirgistan reisen, um mit dem renommierten Dokumentarfilmer Manfred Fuchs einen Film über den seltenen Schneeleoparden zu drehen.

Mit einer Tierschutzorganisation sind sie im Tian-Shan-Gebirge unterwegs, um die Tiere zu finden und zu filmen. Zur gleichen Zeit befindet sich ein in London lebender russischer Oligarch mit seinem iranischen Geschäftspartner und Vertretern der kirgisischen Regierung ebenfalls dort. Sie beabsichtigen Schneeleoparden zu jagen.

Zufällig wird der Abschuss eines Tieres von Manni Fuchs gefilmt.
Nun beginnt eine erbarmungslose Jagd auf Lea, Manni und ihre kirgisischen Gefährten, um an das brisante Filmmaterial zu kommen. C.P. gelingt es die Geschichte von Kapitel zu Kapitel spannend zu gestalten. Zufälligerweise ist Leas Freund Ian bei Interpol London tätig und hat nützliche Kontakte zum Geheimdienst SIS. Lea und Manni lernen bei ihrer Flucht durch Kirgistan sehr herzliche und hilfsbereite Kirgisen, einen Lehrer und einen weisen alten Mann kennen, die zeigen dass nicht korrupte Politiker das Land repräsentieren, sondern die liebenswerten Einwohner. Die Erzählungen des alten Mannes erinnerten mich an die Mythen, die der große kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatov in seinen Büchern thematisiert.

Auch der kirgisische Polizist Andrej, der Lea und Manni im Auftrag Ian helfen soll und durch die Traumdeutung des Weisen angekündigt wird, ist eine faszinierende Person, die die Widersprüche im heutigen Kirgisien vereint, bis alles eine ganz andere Wendung nimmt.

Die Situation von Lea und Manni wird immer dramatischer, glücklicherweise ist auch Leas Freund Ian inzwischen in Kirgistan eingetroffen und greift selbst helfend ein, so dass Gerechtigkeit und Wahrheit siegen und auch einem glücklichen Happy-end nichts mehr im Wege steht.

Fazit: Ein durchweg gut und spannend erzähltes Buch mit einem aktuellen Bezug zu Themen wie Tierschutz, Filmgeschäft, Nutzung der Atomenergie im Iran mit vielen nachdenkenswerten Aspekten und interessanten Schauplätzen im kirgisischen Hochgebirge, Iran und London.

Bewertung vom 08.03.2019
Praxmayer, Claudia

Wolfsbrut (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Wolfsbrut“ von Claudia Praxmayer ist der dritte Thriller der Autorin, in dessen Mittelpunkt die Biologin Dr. Lea Winter steht. Schauplatz ist Sachsen, genauer die Gegend um Bautzen. Seit 1998 leben Wölfe wieder nachweislich in Nordostsachsen. Sie haben ihren Weg über Polen nach Deutschland gefunden.
Das Zusammenleben von Menschen und Wölfen birgt ein Konfliktpotential und wird in den Medien kontrovers diskutiert.

„Ein brutaler Wolfskiller geht in Sachsen um. Die Tiere sind grausam zugerichtet, ihre Köpfe abgetrennt und verschwunden. Getarnt als Journalistin taucht Lea in eine Welt voller Vorurteile und Angst ein.“ (Inhaltsangabe)
Bei ihren Recherchen lernt sie ganz unterschiedliche Menschen kennen und erfährt Fakten und Rätselhaftes. Dabei lässt sie sich näher auf die Bekanntschaft zu Martin, einem attraktiven Immobilienmakler, ein, ohne zu ahnen in welche Gefahr sie sich begibt.

Es scheint eine Verbindung bei den getöteten Wölfen um Bautzen zur nordischen Mythologie zu geben. Warum stirbt ein kleines Mädchen, das Lea kurz zuvor rätselhafte Worte zugeflüstert hat?
Warum kreuzt Martin immer wieder Leas Weg, wenn sie neue Hinweise findet?

Claudia Praxmayer erzählt fesselnd eine unterhaltsame und lehrreiche Geschichte, die nicht nur ein lokales Problem schildert. Die Spannung steigt kontinuierlich, denn auch Leas Freud, der bei Interpol London tätige Ermittler Ian, entdeckt zum Thema Wolf europäische Verbindungen und gefährliche Netzwerke. Beide wollen sich in Schweden treffen, um ihre Erkenntnisse auszutauschen. Dabei gerät Ian in einen Hinterhalt und schwebt in tödlicher Gefahr.

Lea macht sich auf die Suche, findet ihn und sitzt in der Falle.
Die Situation spitzt sich in einem dramatischen Finale nahe Stockholm zu und lässt den Leser nicht mehr los.

Fazit:
Die Verbindung aus Fakten, Legenden, Action und Elementen des Thrillers ist aus meiner Sicht perfekt. Ich mag den flüssigen und sehr informativen Schreibstil.
Ein gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat dieser neue Thriller um Lea Winter gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 26.02.2019

Inselkiller. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Von Ostfriesland nach Fernost

„Inselkiller“ von Nick Stein ist der vierte Fall für Lukas Jansen, der inzwischen als Kommissar beim LKA Niedersachsen arbeitet und dort für Umweltdelikte zuständig ist. Derzeit hospitiert er bei der Dienststelle in Wittmund.

Ein Liebespaar wird erschossen in den Dünen von Langeoog, einem Naturschutzgebiet, gefunden. Wer waren die beiden? War Eifersucht hier im Spiel? Es ist nicht einfach Motiv und Täter zu finden.
Plötzlich wird ein engagierter Naturschützer vermisst. Da im ersten Fall nach einer Woche keine neuen Erkenntnisse vorliegen, sucht Lukas nach Spuren des Verschwunden. Bei Ermittlungen zur Tatwaffe des ersten Mordes stößt auf heiße Spuren. Ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen scheint nicht völlig ausgeschlossen.

Lukas geht akribisch jedem Hinweis nach und findet Verdächtige, die gerade von Bremen über London nach Hongkong wollen. Doch er handelt eigenmächtig, ohne sich mit Kollegen anderer Dienststellen abzustimmen. Der Krimi nimmt rasant an Tempo zu und Lukas, der schon die Zielpersonen verhaften will, wird von der Bundespolizei auf dem Flughafen gestoppt und auf den Boden der Tatsachen gebracht.
Doch so schnell gibt er nicht auf und nutzt seine Kontakte zu seinem Freund Holger von Interpol. Gemeinsam reisen die beiden Polizisten nach Hongkong, um die ostfriesischen Mordfälle und einige Umweltdelikte zu klären. Was er dann alles in Fernost passiert, darüber möchte ich hier nichts verraten. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Mit einem lockeren, humorvollen und spannenden Schreibstil kann der Autor überzeugen und unterhaltsam ernste Problem darstellen. Das Thema illegaler Handel mit geschützten Tieren und Heilmitteln tierischen Ursprungs wird in dieser spannenden Geschichte interessant und lehrreich dargestellt.
Natur- und Artenschutz sind in China auch nicht unbekannt, doch Profitgier und Machtmissbrauch sind der Boden, auf dem Verbrechen gedeihen. So verwundert es nicht, dass noch immer seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere verzehrt oder zu zweifelhaften Medikamenten verarbeitet werden. Hier kämpft Lukas Jansen mit allen Mitteln für den Natur- und Artenschutz und gewinnt weitere Sympathien. Mir hat gefallen, dass bei der Darstellung der Situation in China differenziert wurde. Geldgierige und gewissenlose Menschen gibt allen Ländern. Doch auch in China versucht man mittlerweile die Natur zu schützen und vom Aussterben bedrohte Arten zu bewahren.

Lukas Jansen ist sympathisch und sehr ambitioniert. Dabei zeigt er sich aber auch ein wenig selbstgefällig und ist sehr von sich überzeugt. So gerät er immer wieder unfreiwillig in gefährliche, aber auch komische Situationen.

Die länderübergreifende Lösung der Fälle war in sich schlüssig und nachvollziehbar. Nick Stein ist ein erfrischender und unterhaltsamer Krimi gelungen, der einen von der ersten Seite an fesselt und den Alltag vergessen lässt. Ich freue mich schon auf weitere Fälle und vergebe 5 Sterne und ein klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 23.02.2019
Lehmann, Christine

Das Geheimnis des Rabenhofs (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Höhlen und ihre Geheimnisse

Der Roman „Das Rabenhaus“ von Christine Lehmann erzählt eine interessante Geschichte, die auf der Schwäbischen Alb spielt und sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt. Abenteuer in Höhlen, Liebesgeschichten und viel Wissenswertes über die Region der Schwäbischen Alb mit ihren geologischen Besonderheiten werden geschickt mit fesselnden Rückblenden und aktuellen Geschehnissen verknüpft. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Das Personenspektrum von Lehrern, einer Journalistin und Kindern ist liebevoll arrangiert. Alle sind so gut beschrieben, dass ich mir jeden sehr gut vorstellen konnte.
Im Mittelpunkt stehen die junge Lehrerin Miriam Kerner und der Höhlenforscher und Präparator Leif Grote, dessen Frau bei einer gemeinsamen Höhlenfahrt tödlich verunglückt ist. Er wurde schwer verletzt gerettet, aber das Unglück hat tiefe seelische Spuren hinterlassen.

Als ein Schüler in der Mondscheinhöhle verunglückt, macht Miriam die Bekanntschaft von Leif bei der Rettungsaktion. Sie möchte gern Näheres über den Mann und seine Vergangenheit erfahren. Dabei lernt sie nicht nur die Menschen in ihrer neuen Heimat kennen, sondern findet Freunde und erfährt mehr über sich selbst.

Der Autorin gelingt es durch ihre wunderbaren Landschaftsbeschreibungen Interesse für die Schwäbische Alb zu wecken. Erdgeschichtlich zählt die Schwäbische Alb zu den interessantesten Regionen Europas. Sie ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse: Ein weit vernetztes Höhlensystem durchzieht in der höhlenreichsten Landschaft Deutschlands das Karstgebirge. Vor Millionen von Jahren schuf ein Meer die typischen Jura-Zeugenberge. Geschickt werden naturhistorische Fakten und Versteinerungen (Ammoniten, Flugsaurier) in die Geschichte integriert. So lernt man unterhaltsam viel Neues und frischt Bekanntes auf.

Miriam ist eine sportliche junge Frau, die klettern kann und so eine Beziehung zu Leifs Sohn Tido aufbaut. Ihr fällt es nicht schwer auch das Befahren von Höhlen zu lernen und gemeinsam mit Leif, dem sie näher kommt, erlebt auch selbst Abenteuer. Ihr gelingt es Leif zu helfen seine Schuldgefühle zu überwinden und sich für Menschen wieder zu öffnen.
Viel mehr möchte ich über den Inhalt nicht verraten, denn auch in Liebesdingen müssen noch einige Hindernisse überwunden werden, bis zwei Paare zu einander finden.

Fazit:
Wer eine ungewöhnliche und gut erzählte Geschichte, die auf der Schwäbischen Alb spielt, lesen möchte, dem kann ich „Das Rabenhaus“ uneingeschränkt empfehlen. Dank des leicht lesbaren Schreibstils bereitet dieser Roman spannendes Lesevergnügen, das einige Überraschungen beinhaltet. Gern vergebe ich 5 Sterne.

Bewertung vom 19.02.2019
Falconi, Vitu

Korsische Gezeiten / Korsika-Krimi Bd.2


ausgezeichnet

„Korsische Gezeiten“ von Vitu Falconi, alias Thomas Thiemeier, ist ein neuer Krimi um den Pariser Schriftsteller Eric Marchand, der inzwischen auf Korsika lebt.
Hier fand man vor einigen Jahren eine Vielzahl römischer Goldmünzen im Meer, den sogenannten Schatz von Lava. Hunderte Münzen wurden bereits von Plünderern geborgen und weltweit verkauft. Während die Archäologen nach dem Wrack suchten, ermittelte der französische Staat und Interpol mit dem Ziel, die Fundstücke zu beschlagnahmen und anschließend in französischen Museen auszustellen. Doch die Korsen sahen das ganz anders.
Plötzlich erschüttert ein Erdbeben die Insel und ihre Umgebung. Das zu dem Schatz gehörende Wrack taucht auf und weitere Münzfunde wecken Begehrlichkeiten unterschiedlicher Art. „Die Insel wird von einem regelrechten Goldrausch erfasst, "ehrenwerte" korsische Familien wollen unbedingt vor der Pariser Regierung an den Schatz gelangen. Das Wrack kann nur mithilfe eines Apnoe-Tauchers geborgen werden, der in der Lage ist, sich ohne hinderliche Sauerstoffflaschen durch die Felsspalten in der Tiefe zu zwängen.“ (Inhaltsangabe)
Die einzige Taucherin auf der Insel mit diesen Fähigkeiten ist Laurine, die eine gute Freundin von Eric geworden ist. Wird sie das Unmögliche wagen? Eric sieht sie in großer Gefahr und sorgt sich um sie.
Doch dann wird er von seiner Pariser Vergangenheit in Gestalt seiner Ex-Freundin Monique eingeholt. Wer hat ein Interesse an ihrer Anwesenheit auf der Insel? Warum wurde die Begegnung zwischen ihr und Eric arrangiert?
Der professionelle norwegische Schatzsucher, der das Erdbeben im Meer überlebt hat und den Fundort kannte, wird nach der Befragung durch den Santini-Clan ermordet. Chefinspektor hat Mahmoud Clément hat kaum Anhaltspunkte, um den Fall aufzuklären. Doch seine Scharfsinnigkeit bringt ihn bald auf die richtige Spur.
In rasantem Tempo entwickelt sich eine spannende Geschichte, die leider durch die akribische Beschreibung der Tauchgänge und ihrer Vorbereitung einige Längen aufweist. Musste Eric, der kaum Taucherfahrung hat, wirklich Laurine unter Wasser beobachten und das Team durch seine Selbstüberschätzung in Gefahr bringen?
Gern hätte ich mehr über die geheimnisvollen Personen erfahren, die Mateu Santini und seinen Vater bei einer Autofahrt überfallen. Genau wie im ersten Teil gibt es nur vage Andeutungen und ich bin auf eine weitere Folge gespannt.
Dem Autor ist ein ungewöhnlicher Krimi mit vielen Informationen über Erics Pariser Zeit und Wissenswertem aus der Welt der Taucher gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Aufgelockert wird der Fall durch umfangreiche private Geschichten um Eric, Monique und Laurine.
Die malerischen Beschreibungen der Insel mit ihrer wild zerklüfteten Granitküste wecken Fernweh, wenn der Autor sie so beschreibt: „… die Calanche. Eine Felslandschaft aus rotem Granit, die mit ihren bizarren Schlössern und Türmen eines der größten Naturwunder Korsikas darstellt.“
Fazit:
Die Spannung wäre bei kleinen Straffungen größer. Dennoch ist es eine abenteuerliche und unterhaltende Lektüre und ich vergebe gern 4 Sterne. Wer einen ungewöhnlichen Krimi mit viel Lokalkolorit und authentischen Charakteren auf der facettenreichen Insel Korsika lesen möchte, dem ist dieser neue Krimi von Vitu Falconi zu empfehlen.

Bewertung vom 11.02.2019
Caplin, Julie

Das kleine Café in Kopenhagen / Romantic Escapes Bd.1


ausgezeichnet

„Das kleine Café in Kopenhagen“ ist der gelungene Auftakt der Reihe „Romantic Escapes“ aus dem Rowohlt Verlag.
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die sympathische PR-Frau Kate Sinclair aus London. Sie ist ehrgeizig und engagiert, aber derzeit scheint ihr Leben nur aus Pechsträhnen zu bestehen.

Dennoch stellt sie sich neuen beruflichen Herausforderung, eine Kampagne für einen dänischen Kunden, der eine Niederlassung seines Kaufhauses „Hjem“ in London eröffnen will, kurzfristig zu organisieren, obwohl sie keine Ahnung vom Motto „Wir bringen das Herz von Hygge nach London“ hat. Ihr unkonventionelles Herangehen gefällt dem Kunden, ihre Agentur bekommt den Auftrag und sie muss für eine Pressereise nach Kopenhagen sechs Journalisten finden und ihnen dabei das dänische Lebensgefühl und den Trend Hygge vermitteln, um passende Pressearbeit zu erhalten.

Nach dem Treffen zum gemeinsamen Abflug nach Kopenhagen, als nur fünf Personen erscheinen und der sechste zunächst unauffindbar ist, bekommt man als Leser Zweifel, wie Kate hier bestehen soll.
Die Erlebnisse von Kate und ihrer bunten Truppe sind so amüsant und witzig beschrieben, dass es pures Lesevergnügen ist. Die Charaktere können nicht unterschiedlicher sein und jeder einzelne ist an sich ein spezieller Fall. Der Journalist Benedict Johnson ist die personifizierte Widerspenstigkeit. Beide geraten immer wieder aneinander, doch es entwickelt sich eine unerklärliche Beziehung zwischen den beiden oder doch nicht?
Kate muss Situationen meistern, die der Alptraum von jedem Reiseführer sind. Aber sie gibt nicht auf und kümmert sich rührend um ihre schwierigen Schäfchen. Zum Glück gibt es noch Eva, der das Café „Varme“ gehört. Sie schaut in das Innere von Menschen und gibt Kate eine völlig neue Sicht auf ihr Leben. Von ihr lernen Kate und die anderen Journalisten auch was „hygge“ wirklich bedeutet und beginnen zu verstehen, warum die Dänen so glücklich sind. Dazu gehören ein bewusstes, achtsames Leben und die wahrhafte Freude an ausgewählten Stücken. Hier ist weniger mehr.

Die Beschreibung von Kopenhagen und seinen Sehenswürdigkeiten, die Kates Gruppe zu Fuß, mit dem Zug und per Boot besucht ist wunderschön und kann mit jedem Reiseführer mithalten. Dänisches Flair und hyggelige Momente wecken die Sehnsucht, dieses Land einmal selbst zu besuchen. Die Spezialitäten und wunderbaren Lokale machen Appetit auf mehr.
Doch plötzliche holt die Realität Kate in Gestalt ihres Exfreundes Josh, der zu ihrer Unterstützung von der Agentur nach Kopenhagen geschickt wurde, wieder ein. Aber ihre Reisegruppe zeigt sich jetzt von einer ganz anderen Seite und als Leser kommt man aus dem Staunen nicht heraus.
Das Buch ist so leicht, amüsant und unterhaltsam geschrieben, dass es eine Freude ist, immer weiter zu lesen. Aber für mich hat es auch Züge einer gekonnt geschrieben Satire zu PR-Arbeit und Journalismus. Man merkt die Autorin Julie Caplin, die selbst viele Jahre als PR-Agnetin gearbeitet hat, weiss genau, worüber sie schreibt. So gelingt es ihr das Buch bis zum Ende unterhaltsam und überraschend zu gestalten.
Ich freue mich schon auf die weiteren Bände. Band 2 „Die kleine Bäckerei in Brooklyn“ in dessen Mittelpunkt Sophie steht, wird am 21. Mai 2019 erscheinen und der 3. Band „Die kleine Patisserie in Paris“ wird am 23. Juli 2019 erscheinen.

Fazit:
Diese originelle Story, die humorvoll, witzig und mit leichter Feder flott geschrieben wurde, kann ich nur empfehlen. Die Handlung ist in sich stimmig mit vielen Überraschungsmomenten und mit Kate und Eva kann man sich identifizieren. Es werden vielfältige Einblicke in die dänische Mentalität gewährt. „Das kleine Café in Kopenhagen“ bereitete mir wunderbare und humorvolle Lesestunden. Aus meiner Sicht eine absolute Leseempfehlung, die ich mit 5 Sternen bewerte.

Bewertung vom 02.02.2019
Fontaine, Liliane

Die Richterin und die tote Archäologin / Mathilde de Boncourt Bd.2


ausgezeichnet

Ein neuer Fall für Mathilde de Boncourt

„Die Richterin und die tote Archäologin“ ist der zweite Fall für französische Untersuchungsrichterin. Schauplatz dieser Erzählung ist Südfrankreich mit seinen bezaubernden Orten und seiner herrliche Küstenlandschaft. Liliane Fontaine entführt den Leser aber auch in die römische Geschichte. Neben den Ermittlungen beiden Mordfällen kommt auch das savoir-vivre nicht zu kurz, denn Mathilde lebt am Wochenende auf dem Weingut ihres Großvaters Rèmy in einer Großfamilie.

Die Archäologin Flavia Leone von der Universität Montpellier ist eine ausgezeichnete Spezialistin für römische Geschichte und sehr ehrgeizig. Sie brennt für ihren Beruf, der für sie Passion und Berufung ist. Das macht sie bei ihren Kollegen nicht gerade beliebt. Kürzlich wurden Reste einer römischen Villa bei Ambrussum entdeckt und eine große Grabung begann. Viele Funde müssen erfasst und katalogisiert werden. Deshalb ist Flavia auch am Wochenende dort tätig.

Kurze Zeit später wird ihre Leiche von neugierigen Touristen, die sich Zutritt zur abgesperrten Ausgrabungsstätte verschafft haben, gefunden. Auch ihr langjähriger Lebensgefährte, der Kapitän auf einem Containerschiff war, wird in der gemeinsamen Wohnung in Sète, durch Nachbarn tot aufgefunden.
Die Ermittler um Mathilde stehen vor einem Rätsel. Beide wurden nahezu zeitgleich durch eine seltene Tötungsart umgebracht. Die Spuren führen in ganz verschiedene Richtungen und es ist nicht einfach Täter und Motiv für beide Morde zu finden. Dabei ist der Leser mit den Ermittlern in Südfrankreich viel unterwegs und lernt nebenbei auch etwas aus der römischen Geschichte.

Das Privatleben der Ermittler nimmt durch ausführliche Nebenhandlungen viel Zeit in Anspruch, so dass die aktuelle Mordfälle manchmal zur Nebensache werden. Doch die Autorin ist eine ausgezeichnete Kennerin Südfrankreichs und seiner Lebensart und kann den Leser auf unterhaltsame Weise fesseln.
Die Beschreibungen wecken Fernweh und Interesse an dieser Region und ihren Menschen.
Das Finale birgt noch einige Überraschungen. Die Lösung des Falls war für mich leider nicht ganz überzeugend, aber phantasievoll ausgedacht. Die Spannung blieb bis zum Ende erhalten und ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Mathilde de Boncourt. Zu ihrem Privatleben bleiben noch einige Fragen offen, die dringend einer Fortsetzung bedürfen.

Fazit:
„Die Richterin und die tote Archäologin“ ist allen Krimi- und Südfrankreichfans unbedingt zu empfehlen. Für mich war es der erste Krimi dieser Reihe und ich werde den Vorgängerband unbedingt lesen. Liliane Fontaine hat einen spannenenden Krimi mit überraschenden Fakten, authentischen Charakteren und viel savoir-vivre verfasst. Der Schreibstil ist flüssig und unterhaltsam. Ich freue mich schon auf weitere Fälle.

Bewertung vom 26.01.2019
Jensen, Stina

Plätzchen, Tee und Winterwünsche


sehr gut

Neues Jahr - neues Glück

„Plätzchen, Tee und Winterwünsche“ von Stina Jensen ist der erste Teil der Geschichten Winterknistern /WinterGLANZ.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Milla, die große Erwartungen für das neue Jahr hat. Ihr Leben soll aufregender werden und mit 29 Jahren würde sie auch gern den Mann fürs Leben finden. Als eines Tages ein gutaussehender und charmanter Mann den kleinen Teeladen betritt, in dem sie arbeitet, sieht es so aus, als ob das Schicksal ihre geheimen Wünsche kennt. Doch auch ihre Chefin Katha ist begeistert von dem Mann und nicht uninteressiert. Bald gerät Milla unfreiwillig in komische Situationen. Mit Witz und vielen Überraschungen wird von Stina Jensen eine kurzweilige und turbulente Geschichte erzählt. Millas Zwillingsschwester Sina widerfahren ebenfalls abenteuerliche und dramatische Erlebnisse, die das Eingreifen ihrer Schwester erfordern. Als auch noch der 16jährige Sohn Kathas, Dennis, Milla seine persönlichen Probleme anvertraut, weiß sie bald nicht mehr, worum sie sich als erstes kümmern soll. Denn da sind ja auch noch ihre Eltern, die Millas Hilfe dringend brauchen.

Die Erlebnisse werden amüsant und temporeich geschildert. Dennoch sind auch nachdenkliche Töne in der Story enthalten. Milla ist eine sympathische Protagonistin, die ein wenig aus der Zeit gefallen ist. Sie schwärmt für die 60er und 70er Jahre, backt und häkelt gern. Sie ist eine Träumerin, aber auch ungemein hilfsbereit und offen für Sorgen und Probleme anderer.

Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen. Flotte Szenen- und Perspektivwechsel gestalten die Erzählung abwechslungsreich. Zahlreiche Überraschungen und unerwartete Wendungen beleben die Handlung.
Mir hat die witzig und unterhaltsam erzählte Geschichte Freude bereitet und ich kann sie allen, die romantische Liebesgeschichten mit Spannung und Spaß mögen, empfehlen.