Benutzer
Benutzername: 
Sommer
Wohnort: 
Nordhorn
Über mich: 
Leseratte seit der Kindheit
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 463 Bewertungen
Bewertung vom 05.05.2025
Suter, Martin

Wut und Liebe


ausgezeichnet

Wut und Liebe, zwei Gefühle die es zu ergründen gilt

Martin Suter und seine Romane begleiten mich nun schon viele Jahre, und ich freue mich jedesmal, wenn etwas Neues von ihm erscheint.
Auch hier hat sich die Lektüre wieder gelohnt! " Wut und Liebe" ist nach Melody wieder ein eher nachdenklich stimmendes Buch

Noah bekommt kein Bein mehr auf den Boden, als ihn seine große Liebe Camilla verlässt. Da Camilla ihn und seine Kunst immer finanziell unterstützt hat, fehlt ihm nun auch das Geld. Doch Camilla will keinen Mann mehr, den sie unterstützen muss, sie sucht jemanden der selbst in der Lage ist genug Geld ranzuschaffen. Doch will soll Noah das bewerkstelligen?
Als die ältere Dame Betty, die noch dazu reich ist, in Noahs Leben tritt, entwickelt sich ein eigentümliches Gespinst, denn Betty sinnt auf Rache, und hat Noah natürlich auch einiges zu bieten. Ist sie der Schlüssel zu seinem Glück?
Der Titel lässt den Leser nun sicher schon erraten was hier das Problem ist, und um welche Gefühle es geht. Suter schafft einen interessanten, teilweise tragischen Blick auf die Wut und die Liebe. Ein eher kurzweiliger Roman, der mir aber sehr gut gefallen hat.

Bewertung vom 22.04.2025
Hearne, Kevin

Kerze & Krähe


ausgezeichnet

Der krönende Abschluss

Die Bücher um den Siegelmagier begleiten mich nun schon ein paar Jahre, sehnsüchtig habe ich auf diesen Band gewartet, und ich wurde nicht enttäuscht. Der Witz der vorherigen Bände aus dieser Urban- Fantasy-Reihe war wieder genial. Leider findet es aber nun auch ein Ende, ein würdiges zwar, aber dennoch stimmte es mich traurig, nie wieder in diese fantastische Welt abtauchen zu dürfen.

Auf jeden Fall sollte man die anderen Bände kennen, bevor man sich hier daran macht mit Al und seinen Mitstreitern die Flüche zu ergründen. Schwierig gestaltet sich alles, weil die Welt nichts von den magischen Aktivitäten mitbekommen darf, und dabei ist Als Einfallsreichtum unergründlich.
Die Art des Autors durch die Handlung zu führen ist dabei einmalig, und sehr originell. Ich habe mehr als einmal schallend lachen müssen, und kann dieses Buch, ehr noch, die gesamte Reihe, daher wärmstens empfehlen.
Sogar Gesellschaftskritik findet man, sie ist zwar teilweise sehr gut getarnt, aber unter all dem Aberwitz findet man sie durchaus. Es gibt aber auch offensichtliche Seitenhiebe, so dass das Werk eigentlich mehr ist, als eine fantastische Geschichte.

Bewertung vom 15.04.2025
Hiiragi, Sanaka

Die Erinnerungsfotografen


ausgezeichnet

Ein sehr herzerwärmender Ansatz zu dem Thema " Leben nach dem Tod"

In 3 Episoden erzählt der Autor dem Leser aus dem Fotoatelier von Hirasaki. Die Arbeit, die er dort verrichtet, ist eine ganz besonderen und darf nicht mit herkömmlichen Arbeiten verglichen werden. Seine Kundschaft ist auch eine ganz besondere, denn sie besteht aus kürzlich verstorbenen. Diese sollen anhand von Fotografien eine Art Zusammenstellung ihres Lebens erstellen um diese Zwischenwelt verlassen zu können.
Hirasaki steht dabei wenn nötig helfend zur Seite.
Ich habe noch nie eine so tolle und einfühlsame Geschichte zu dem Thema "Leben nach dem Tod" gelesen wie diese hier. Als ich das Buch in der Hand hatte und mir den Klappentext durchlas, habe ich nicht geahnt welch ein kleines Juwel ich in den Händen halte. Es ist ein toller Gedanke sich vorzustellen, dass die zusammengetragenen Erinnerungen auf das eigene Leben ein positives Licht werfen und man sie behält und nicht einfach nur weg ist!
Ich kann dieses Buch wirklich jedem wärmsten empfehlen!

Bewertung vom 30.03.2025
Bilkau, Kristine

Halbinsel


ausgezeichnet

Einfühlsam

Kristine Bilkau ist mir bereits durch einen anderen Roman bekannt. Da der mir gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf das neue Werk " Halbinsel".
Hauptthema ist hier die Beziehung zwischen der. Unter und der Tochter, und der Klimaschutz.
Linn wohnt schon nicht mehr bei ihrer Mutter Annett. Doch als sie in Berlin bei einem Vortrag ohnmächtig wird, holt Mutter Annett sie wieder nach Hause. Das Haus im Wattenmeer ist Linn vertraut, doch die Idee eines Neuanfangs steht erstmal im Vordergrund.
Auch Annette sehnt sich insgeheim nach einem Neustart, der Tod des Mannes vor vielen Jahren und auch der Job schreit nach Veränderung.
Die Autorin befasst sich behutsam mit den Problemen der beiden Frauen, ihrer Beziehung und allem was das sensible Thema Klimaschutz angeht.
Die Kulisse des Meeres hat mir dabei unheimlich gut gefallen, die Beschreibungen hierzu haben mich fast ein wenig geerdet. Ein einfühlsamer Roman, der mir zeigt, dass ich die Autorin zurecht im Auge behalten habe.

Bewertung vom 07.03.2025
Mittelmeier, Martin

Heimweh im Paradies


ausgezeichnet

"Heimweh im Paradies“ von Martin Mittelmeier bietet dem interessierten Leser einen breitgefächerten Einblick in die Zeit um 1940, als viele Menschen Deutschland verlassen haben, um im Exil fern von der Bedrohung ein besseres Leben zu führen.
Zu diesen Exilanten gehörte seiner Zeit auch Thomas Mann, der die Zeichen erkannte und sich ins Sicherheit brachte. Aus dem Roman geht klar hervor, dass der
berühmte Autor es sich nicht leicht gemacht hat mit seiner neuen Wahlheimat, da der Bezug zu den Wurzeln ihn immer verfolgt hat, der Blick über den Ozean war nicht immer leicht. Sein Wunsch, die nötige Ruhe für weitere Werke zu finden wurde durch vieles erschwert, nicht nur durch das lebhafte Treiben im Hause Mann.
Der Autor bringt ebenso auf den Punkt, dass auch die Exilanten untereinander sich nicht immer einig waren. Das sich diese Menschen dort verbrüdert haben wegen ihrer gemeinsamen Geschichte ist ein Irrglaube, mit dem Mittelmeier definitiv abschließt.

Mir hat der Roman auf jeden Fall sehr gut gefallen, was sicher daran liegt, dass ich mich sehr für Thomas Mann und sein Leben interessiere. Leser die dem Thema nichts abgewinnen können, sind wahrscheinlich mit diesem gut recherchierten und interessanten Werk nicht ganz so gut bedient

Bewertung vom 24.01.2025
Cross, Ethan

Racheritual


ausgezeichnet

Stark

Ethan Cross gehört schon seit langen zu meinen Lieblingsautoren im Spannungssektor. Seine Figur des Francis Ackermann hat mich durch viele Bände hinweg fasziniert und mir viele spannende Stunden beschert. Deshalb war ich sehr neugierig auf den neuen Serienauftakt, und soviel schon vorweg, es hat sich gelohnt!

Baxter Kincaid ermittelte früher im San Francisco PD. Der Ravenkiller ist sein letzter Fall dort, bis er als Privatermittler weiter macht. Doch nun, viele Jahre später kommt es zu einer Anhörung, die diesen Killer auf freien Fuß setzen könnte…..und es tauchen neue Opfer auf, mit genau derselben nordischen Runde auf der Stirn wie damals. Ist der Ravenkiller bereits wieder am Werk?
Da der Killer die nordischen Mythologie nutzte, um seine Opfer zu kennzeichnen, gibt der Autor dem Leser eine spannende Richtung. Im weiteren Verlauf vertieft der Autor dieses Thema nämlich, was mir unheimlich gut gefallen hat.

Insgesamt muss man sich schon sehr konzentrieren, da viele Charaktere usw auftauchen. Es lohnt sich aber am Ball zu bleiben, denn mich hat dieser erste Teil auf jeden Fall überzeugt.
Er ist nicht mit der Ackermann-Reihe zu vergleichen, er ist auf seine Art schon anders, aber nicht weniger interessant. Ich werde auf jeden Fall weitere Bände lesen!

Bewertung vom 15.12.2024
Le Fanu, Sheridan

Carmilla


sehr gut

Anders als erwartet

Carmilla wurde viele Jahre vor Bram Stokers Dracula veröffentlicht, eine Tatsache, aber ich habe zum ersten Mal davon gehört, als ich nun Carmilla gelesen habe.

Die Handlung dreht sich um Laura, die in einem Schloss lebt, allerdings in Österreich. Die Beschreibungen und auch die Atmosphäre ähnelt natürlich den anderen Werken aus dieser Zeit, was ich nicht verwunderlich finde. Als die schöne Carmilla im Schloss eintrifft, ist Laura fasziniert, dennoch umweht diese Frau eine gewisse Gefahr, die der Leser direkt spürt.
Interessant habe ich beim lesen empfunden, dass sich dieser weibliche Vampir ganz anders darstellt, als man es dann durch Dracula und auch später durch andere in der Literatur und Film dargestellten Wesen.
Carmilla ist eine Lektüre, die zwar anders ist als erwartet, aber mir sehr gefallen hat. Hier erlebt man eine Vampirin, die nicht nur als mordlüsterne Bestie dargestellt wird. Trotz allem bleibt der düstere Flair wie ich finde gut erhalten. Toll, dass der KlettCotta Verlag sich dieser größtenteils vergessenen Vorlage angenommen hat.

Bewertung vom 17.11.2024
Grangé, Jean-Christophe

Blutrotes Karma


sehr gut

Gelungener Thriller der blutigen Art

Jean-Christophe Grangé ist einfach der Meister des subtilen Horror im Spannungssektor. Ich lese seine Bücher nun schon viele Jahre und bin überzeugt von seinem Stil, der mir immer wieder spannende und auch blutige Szenen liefert.

Schauplatz ist hier Paris zur Zeit der Studentenunruhen. Die Brüder Hervé und Mersch und die junge Frau Nicole sind mittendrin. Und dies nicht nur in in der Revolte, nein, sie kennen die beiden Opfer, die man findet. Merch als Kriminalist kann seine Freunde überzeugen der Sache auf den Grund zu gehen.
Eine sehr riskante Reise beginnt, und da die drei es mit bestialischen Monstern zu tun haben, ist sie obendrein sehr gefährlich. Sie müssen unermessliche Strapazen auf sich nehmen und schwieriges Händeln. Der Autor schafft es dies alles wahnsinnig gut darzustellen, ich war mittendrin in der Handlung. Hätte allerdings von den Zusammenhängen der studentischen Aufstände und der Einbeziehung der Pariser Bürger nicht ganz so viele Informationen benötigt.
Alles in allem wieder ein gelungener Thriller aus der Feder des Meisters, allerdings nichts für sensible Gemüter.

Bewertung vom 09.11.2024
Renberg, Tore

Die Lungenschwimmprobe


sehr gut

Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg, erzählt dem Leser sehr anschaulich und eindrucksvoll, wie es der jungen Frau Anna Voigt erging.
Anna ist 15 Jahre alt, und ihr wird vorgeworfen ihr Kind nach der Geburt getötet zu haben. Ein Verbrechen, wenn es denn die Wahrheit wäre, denn Anna sagt, es war bereits tot, als es auf die Welt kam. Da die Geschichte über 300 Jahre her ist, kann man sich vorstellen, was damals los war. Und eben dies macht der Autor sich sehr anschaulich zu Nutze.
Er schildert hier einen Prozess, bindet dabei auch die Anschauung der Kirche und der Gesellschaft mit ein, und lässt den Leser an einer Technik teilhaben, die sich die Lungenschwimmprobe nennt, und die auch in der heutigen Zeit noch Nachweise liefert über die Tatsache, ob ein Säugling noch lebte oder eben nicht.

Da der Roman über 700 Seiten füllt, hatte ich kurz die Befürchtung, dass er an einigen Stellen sehr langatmig sein könnte, doch dies war nicht der Fall. Ich bin in diese Geschichte abgetaucht und habe sie in vollen Zügen genossen. Ein Autor, der mir bisher unbekannt war, auf dessen neue Bücher ich nun aber achten werde.

Bewertung vom 25.10.2024
Bogdan, Isabel

Wohnverwandtschaften


ausgezeichnet

Erfrischend
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan handelt von einer Wohngemeinschaft, die sich aus 4 sehr verschiedenen Charakteren zusammensetzt. Wer die Autorin kennt, wird sicher schon vermuten, dass diese Menschen am Ende voneinander profitieren werden, mehr noch, sich zu einer engen Beziehung zusammenfinden.

Die gesamte Handlung schlüsselt das Leben dieser Menschen auf, und legt nach und offen, wie sie zusammenwachsen. Die Probleme des einzelnen zu Problemen aller werden. Der Verdacht einer beginnenden Demenz wirft viele Sorgen auf.

Die Autorin hat ein Thema aufgegriffen was ich in den Medien schon häufiger gesehen habe. Die Idee, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensstadien und verschiedenen Alters zusammenwohnen, ist nicht neu. Doch wie im wahren Leben gibt es halt auch Probleme, was hier im Roman allerdings fast schon ein wenig zu gut aufgeht.
Er ist aber sehr locker und leicht zu lesen, so dass ich mich davon nicht stören lassen habe. Er macht Mut, diesen Weg zu gehen, und sich mit fremden Menschen zusammenzuschließen. Familie bedeutet nicht das man miteinander verwandt sein muss :-)