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flyspy

Bewertungen

Insgesamt 335 Bewertungen
Bewertung vom 13.09.2025
September, Wolf

Sirmione & Mord - Pizza, Pasta, Tod


sehr gut

Ein Krimi mit viel Lokalkolorit in einer traumhaften Region

Niels und seine Schwester Sofia erben eine Villa sowie ein Restaurant in Sirmione am Gardasee. Eigentlich haben sie das Ziel, alles zu verkaufen, um ihre individuellen Pläne zu verwirklichen. Aber wie so oft im Leben, passiert Unvorhergesehenes und sie finden sich in einen Mordfall verwickelt.
Ich war bei Einstieg in die Geschichte gleich gedanklich in Sirmione angekommen. Mir gefallen die Beschreibung von Sirmiones Gassen und der Villa - die Atmosphäre kommt gut rüber. Und wir lernen die Personen kennen, ich finde sie gut charakterisiert, die zwei Hauptprotagonisten sind sehr sympathisch. Was sonst eher als Nebenhandlung in Krimis rangiert, das Privatleben der Hauptpersonen, nimmt hier etwas mehr Raum ein. Dafür ist es auch ein Cosy-Krimi, ein Krimi zum Wohlfühlen, der auch ohne blutige Beschreibungen auskommt. Einige Entwicklungen sind vorhersehbar, aber schlussendlich gibt es noch eine Überraschung. Insgesamt ein entspannt zu lesendes Buch nicht nur für Fans des Gardasees.

Bewertung vom 10.09.2025
Killick, Jennifer

Dread Wood. Tödliches Nachsitzen


sehr gut

Keine ganz neue Idee, aber spannend umgesetzt
Die vier Schüler Hallie, Angelo, Gustav und Naira können sich nicht leiden. Aber jetzt, beim Nachsitzen, müssen sie zeigen, dass sie auch zusammenhalten können. Erst verschwindet ein Schulschwein, dann der Lehrer, der sie beaufsichtigen soll.
Erzählt wird aus der Sicht von Angelo, das macht es direkt erlebbar. Der Schreibstil von Jennifer Killick ist lebhaft und die Dialoge lassen die vier Kids plastisch werden, die unterschiedlichen Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen sind gut getroffen. Das Buch punktet mit den kurzen Kapiteln, so dass sich jeder entsprechend dem persönlichen Leserhythmus in die Geschichte vertiefen kann. Richtig interessant wurde es für mich ab der Mitte des Buches. Dann bleibt es bis zum Schluss eine spannende Schulgeschichte mit etwas Humor und einer kindgerechten Prise Grusel, die einfach Spaß macht und schon auf Halloween einstimmt. Aber Vorsicht, es kommen reichlich Spinnen in der Geschichte vor, dies lässt das Cover auch schon erahnen. Ich hatte das Buch an einem Abend durchgelesen.

Bewertung vom 29.08.2025
Neubauer, Ralph

Finale Curioso / Südtirolkrimi Bd.12


sehr gut

Von Machtmissbrauch und Korruption im schönen Südtirol
Der Titel deutet es schon an, ein letzter Fall für das Team um Fabio Fameo und Francesca Giardi wartet auf die Leserschaft. In einer Bozener Villa, einem Edelbordell, werden vier Frauen ermordet. Ein Trickbetrüger treibt sein Unwesen und eine Trompete wird gestohlen. Dazu wird der Quästor unerwartet ersetzt, durch eine Person, an die Fabio keine guten Erinnerungen hat.
Der Krimi gliedert sich nach den Ermittlungstagen, die in weitere Kapitel unterteilt sind. Dadurch fällt es leicht, dem individuellem Leserhythmus zu folgen. Dazu der angenehme Schreibstil lässt einen Spaß am Lesen des Krimis haben. Wieder fällt auf, dass Ralph Neubauer nicht mit Lokalkolorit geizt, was einen großen Reiz der Reihe ausmacht.
Fand ich im letzten Band, das dort etwas wenig Krimi für einen Krimi drinsteckte, so trifft dies hier nicht zu. Man erhält reichlich Krimi und Ermittlungsarbeit, die zum Mitermitteln anregt und am Ende wird man dann doch noch überrascht. Daneben erfahren wir einiges aus Fabios Familienleben und auch Tommaso, Fabios Kollege im Ruhestand, spielt wieder eine Rolle. Das freute mich sehr, aber die etwas zu ausführlich erzählten Passagen rund um die Musikkapelle habe ich dann doch eher überflogen. Insgesamt ein guter Krimi mit guten Haupt-Charakteren, deren Handlungsweisen und persönlichen Entscheidungen am Ende nachvollziehbar sind.

Bewertung vom 28.08.2025
Koch, Boris

Schule des Schreckens, Bd. 1


sehr gut

Wünscht ihr euch eure Lehrer von früher zurück?
Einige Lehrerinnen und Lehrer bleiben auf ewig ihrer Schule treu, das müssen die Schüler des Internats Buchschlag erleben. So auch Kilian. Seine Eltern ziehen um, auf sie wartet eine neue, ungewöhnliche berufliche Herausforderung und Kilian geht ab dem neuen Schuljahr auf das Internat Buchenschlag. Er findet dort neue Freunde, aber vor allem wird er ab jetzt von ehemaligen Lehrern, die aus der Gruft emporgestiegen sind, unterrichtet. Das ist schräg und geht mit viel Situationskomik einher. Einigen privilegierten Schülern passt das nicht und so versuchen diese alles Mögliche, um die Grufties zu vertreiben.
Die Gestaltung des Buches ist insgesamt gelungen, mit unterschiedlichen Schriftarten werden Akzente gesetzt. Es liest sich gut, passend für die avisierte Altersklasse, auch Erwachsene finden ihren Spaß. Die Schulprobleme sind nicht fremd und die Konflikte unter den Schülern könnten auch so auf normalen Schulen ausgetragen werden. Mir gefiel auch, dass die Boulevard-Presse mit ihrer nicht gerade objektiven Berichterstattung entsprechend kritisch hinterfragt wird, ganz nebenbei. Die untoten Lehrer sind skurril, nicht zu gruselig, und auch ein Gruftie-Hund hat seinen Auftritt. Gegen Ende muss Kilian noch Mut aufbringen, um die Geschichte zu einem guten Ende zu führen. Einiges bleibt offen: die geheime Bibliothek, die Arbeit von Kilians Eltern. Stoff, der in den nächsten Band einfließen könnte. Ich bleibe neugierig auf die Fortsetzung.

Bewertung vom 09.08.2025
Frattini, Stéphane;Manceau, Édouard

183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch


ausgezeichnet

Spaß beim Suchen und Finden
Das Buch gefällt auf Anhieb! Tolle Illustrationen mit lauter Wimmelbildern, mal größere Tiere (dann ist es übersichtlicher) bis hin zu winzig kleinen Tieren, bei denen man schon mal die Übersicht verlieren kann. Auf jeder Doppelseite werden Fragen gestellt, anhand denen dann das Bild erkundet werden kann. Am Interessantesten ist es, wenn man gemeinsam sucht, vor allem, wenn das Kind noch jünger ist. Hierbei wird Konzentration und Beobachtungsgabe gefördert. Gemeinsam kommt man dann zum Erfolgserlebnis und erfährt über die Texte noch viel Wissenswertes zu der Tiergattung. Zwei Bücher in einem, Wissen und Spielspaß!
Schön, dass es zu jedem Wimmelbild am Ende auch noch eine Auflösung gibt, wenn es doch etwas zu schwer wurde oder die Geduld ausgeht. Ein lustiges Buch für die ganze Familie, mit dem man sich und die Kinder gut und lange beschäftigen kann!!

Bewertung vom 09.08.2025
Dubois, Julie

Gefährliche Aussicht


ausgezeichnet

Spannung zum Entspannen
Eine alte Villa wird von einem Paar aus Paris restauriert, die schwangere Frau stürzt zu Tode und Marie muss ermitteln, denn es war kein Unfall. Ein weiterer Todesfall folgt. Zusätzlich geschieht auch Einiges im privaten Umfeld, was Marie in Atem hält.
Für mich ist es der fünfte Band aus der Reihe, ich bin von Anfang an dabei. Erneut ein gut zu lesender Roman von Julie Dubois mit Protagonisten, die sich auch weiterentwickeln und Spaß machen. Die Charaktere sind mit ihren unterschiedlichen Facetten gut beschrieben und die schöne Landschaft und die im Buch eingefangene Atmosphäre machen den Charme des Buches aus.
Wer einen blutrünstigen Krimi sucht, der liegt hier falsch. Der Krimi unterhält angenehm und bietet mit seinen Wendungen auch Gelegenheit zum Mitermitteln. Daneben erfährt man einiges über kulinarische Genüsse und die Region selbst. Ein gut gestrickter Fall, mit reichlich Lokalkolorit. Macht einfach Spaß beim Lesen und Appetit auf mehr, nach dem Motto: Eintauchen in das Périgord und sich wohlfühlen!

Bewertung vom 20.07.2025
Mitringer, Albert

WAS IST WAS Comic - Tiefsee


sehr gut

Das Abenteuer führt Will, Iris und Wenko in 6000 m Tiefe
Will, Iris und Wenko finden machen Urlaub bei dem zerstreuten Professor Quecksilber auf seiner Meeresforschungsstation. Und wie sollte es auch anders sein, die Kids erkunden nicht nur die Korallenriffe, sondern steigen in das Tauchboot und gelangen so auf den Grund des Meeres.
Wie schon die ersten zwei Comic-Bände zum Thema Dinosaurier und Raumfahrt gefallen mir die Zeichnungen und die abenteuerliche und lustige Geschichte gut. Das hier ein anderer Illustrator am Werk war, merkt man gleich, der Wiedererkennungswert ist jedoch gegeben. Auch wenn mir der Stil der ersten Bücher etwas besser gefallen hat, denn sind hier einige der Tiefseebewohner leider nicht sehr gut erkennbar.
Man erfährt viel über die spannende Unterwasserwelt und ihre Bewohner und dazu einiges über die Technik, die bei der Erforschung eingesetzt wird, wenn auch noch nicht im ganz speziellen Professor Quecksilber-Design. Die Informationen kann man sich nicht alle merken, dafür nimmt man den Comic auch gerne nochmals in die Hand. Gut gefiel mir auch die Tiefenangabe an den Buchseiten, fast hätte ich sie übersehen.
Ein guter erster Einstieg in das spannende Thema Tiefsee! Auch für Lesemuffel empfehlenswert!

Bewertung vom 20.07.2025
Berg, Mathias

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge


sehr gut

Gelungene Bewährungsprobe für Lucia
Lucia Specht ermittelt dieses Mal in einem emotional bewegenden Fall von Kindesentführung und -missbrauch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da wird sie von Düsseldorf nach Köln abgeordnet, um für die dortige Polizei verdeckt im Ganovenmilieu Erkundigungen einzuziehen. Neben ihrer Arbeit wird sie auch von ihrem Privatleben vereinnahmt. Bei einer Staubexplosion wird ihr Bruder verletzt und auch ihr Liebesleben verheißt einiges an Höhen und Tiefen.
Nachdem mich die ersten zwei Bände richtig gepackt hatten, war ich natürlich neugierig auf den letzten Band dieser als Trilogie angelegten Reihe, die 1969/1970 spielt. Absolut interessant wird der Werdegang der ersten weiblichen Kriminalpolizistinnen in NRW erzählt und der Zeitgeist wurde vom Autor bestens eingefangen. Die damaligen gesellschaftlichen Zwänge können wir uns heute nicht mehr vorstellen.
In diesen Roman wurde für mein Empfinden jedoch etwas zu viel reingepackt. Nicht nur die zwei Kriminalfälle, sondern auch die aus den ersten zwei Bänden noch nicht abgeschlossenen Nebenhandlungen, wie der Tod der Mutter (genau genommen ein dritter Fall) und die Liebesbande binden einiges an Raum in dem Buch. Das führt zeitweise auch zu Längen. Die Verquickung zwischen dem einen Fall und Lucias Privatleben hätte es für mich nicht mehr gebraucht. Die Fälle werden schlussendlich nachvollziehbar aufgelöst. Und im dritten Teil kommt es zu einem regelrechten Showdown. Dranbleiben lohnt sich, ich vergebe dieses Mal aber nicht die volle Punktzahl, wie bei Band 1 und 2, sondern ziehe einen Stern ab, da es mich das ganze Buch über nicht komplett gepackt hatte.
Empfehlung: alle drei Bücher unbedingt in Reihenfolge lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut.

Bewertung vom 19.07.2025
Rossell, Judith

Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen


ausgezeichnet

Turbulenter und spannender Fall mit Mädchen mit Charakter
Ein tolles Cover, welches gleich an Steampunk denken lässt. Anstelle der gängigen schwarzen Schrift wurde für den Text ein Blauton verwendet, in dem auch die vielen tollen und detaillierten Illustrationen gehalten sind, die mir gleich gut gefallen haben. Der Schreibstil liest sich sehr gut, es passiert viel, und passt auch für die angesprochene Altersgruppe, genau wie Kapitellänge und Schriftsatz.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maggie Fishbone, ein Mädchen, welches in einem Waisenhaus aufwuchs. Aus dem soll sie jetzt aufgrund ihres unerhörten Verhaltens in eine Art Besserungsanstalt wechseln - in das Institut für unerwünschte Mädchen. Dort trifft sie auf weitere Mädchen, denen es ähnlich geht wie ihr selbst. Überraschenderweise ist dort alles anders, als es den Anschein hat. Gelehrt wird das, was nützlich ist und Spaß macht, vor allem dann, wenn man zu einer Nachwuchsermittlerin herangezogen wird.
Zunächst lernt man in dem Buch die handelnden Personen kennen. Deren individuelle Charakterisierung in der Geschichte ist weitgehend geglückt, dabei wird Wert auf die Stärken der einzelnen und die Zusammenarbeit im Team gelegt. Etwas mehr Tiefe würde den Hauptprotagonisten jedoch nicht schaden. Die Handlung gewinnt an Fahrt, die von Judith Rossell entwickelte Geschichte ist spannend, aber nicht zu dramatisch. Die auftretenden Bösen sind auch nicht zu böse und ein wenig Gruselfaktor kommt im Verlauf auch noch dazu. Man will das Buch fast nicht aus der Hand legen.
Gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Auszüge aus dem Buch der Schulleiterin Miss Mandelay, kurios und witzig. Allein das Cover macht Lust, das Buch aus dem Regal zu nehmen. Und wenn man das dann macht, wird man beim Lesen nicht enttäuscht, es wird keine Seite langweilig. Leseempfehlung, sowohl für Mädchen als auch für Jungs.

Bewertung vom 18.07.2025
Pötzsch, Oliver

Der Totengräber und die Pratermorde / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.4


ausgezeichnet

Mord und Magie im Prater

Im Wiener Praterviertel findet 1896 eine Zauberassistentin während einer Vorstellung den Tod - ein Fall für Inspektor Leopold von Herzfeldt. Nunmehr getrennt von Leopold arbeitet Julia als Reporterin und wird Zeugin des Vorfalls. Weitere Morde folgen und beide versuchen zunächst getrennt die Fälle aufzuklären. Auch Totengräber Augustin Rothmayer hat einen Fall, er will betrügerischen Bestattungsunternehmen auffliegen lassen. Daneben kümmert er sich weiter um seine Pflegetochter Anna, die inzwischen ihre eigenen Wege geht. Letztendlich arbeiten Leopold und Augustin zusammen und auch Julia trägt ihren Teil zur Aufklärung bei.
Dies ist inzwischen der vierte Fall des Wiener Trios und er hat mich erneut begeistert. Auf jeden Fall empfehle ich die Bücher von Beginn an zu lesen, da man sonst die Entwicklung der Charaktere mit allen Facetten aus deren Privatleben nicht angemessen folgen kann.
Oliver Pötzsch ist wieder ein historischer Krimi gelungen, der einen nicht loslässt. Sein Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, wirkt dennoch ausgesprochen leicht - er kann Ge-schichten so erzählen, dass man regelrecht darin eintaucht. Seine Protagonisten werden stimmig charakterisiert und entwickeln sich auch in der Serie weiter, genau wie das Beziehungsgeflecht der Personen untereinander. Der Autor nimmt einen mit in eine Zeit des Umbruchs. Wissenschaft und Technik sind auf dem Vormarsch, davon profitiert auch die Kriminalistik. Die neuen Erkenntnisse stehen im Widerspruch zu alten Überzeugungen, die nur langsam aufgeweicht werden können. Die Aufklärung der Kriminalfälle bleibt bis zum Ende offen und spannend, die Erzählstränge, die sich mit dem Privatleben beschäftigen, runden alles gelungen ab. Ich hoffe auf weitere Fälle aus dem historischen Wien!