Jade und Obsidian ist mein erster Roman, in dem chinesische Mythologie vor kommt.
Wir begleiten Ahn, ein Waisenmädchen mit unkontrollierten magischen Fähigkeiten, und Altan, der den Mord an seiner Familie rächen will auf der Suche nach den legendären Zwillingsschwertern.
Der größte Pluspunkt dieses Buches ist zweifellos die stimmungsvolle und detailreiche Welt. Die Beschreibungen der Schauplätze sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst über den Markt zu schlendern und die Hitze der Wüste zu spüren.
Ahn ist eine sympathische Protagonistin, die mit ihrer Unsicherheit und ihrem Drang, ihre Magie zu kontrollieren, authentisch wirkt. Altan hingegen repräsentiert den typischen Rächer, der von seinem Schmerz und seinem Wunsch nach Gerechtigkeit getrieben wird. Ihre unterschiedlichen Perspektiven geben dem Buch eine interessante Dynamik. Alle Nebencharaktäre sind gut ausgearbeitet und dadurch nicht blass.
Der Schreibstil ist flüssig und ließ mich durch das Buch fliegen. Die Spannung wird gekonnt aufgebaut und hält bis zum Schluss. Leider wurde die Handlung am Schluss sehr hektisch und übereilt, als müsse das Buch JETZT fertig werden. Das war mir ein bisschen zu viel und wirkte sehr gewollt. Es hat mir gefallen, wie die Themen Freundschaft, Vertrauen und Verrat und den Umgang mit Verlust geliebter Menschen eingebaut und behandelt wurde. Auch dass die Liebesgeschichte nicht in den Vordergund gestellt wurde, sondern ganz natürlich in die Handlung eingebaut wurde, fand ich gut.
Insgesamt ist "Jade und Obsidian" von June CL Tan ein fesselnder Fantasy-Roman, der mit seiner detaillierten Welt, den vielschichtigen Charakteren und der spannenden Handlung überzeugt.
Selten hat mich ein Buch so hin und her gerissen zurück gelassen.
Auf der einen Seite gehört es dieses Jahr zu meinen Lesehighlights, auf der anderen Seite hat es mich enttäuscht.
Zur Story muss ich nichts mehr sagen.
Der Einstieg ins Buch fiel mir leicht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Die Kapitel werden abwechselnd aus Runas und Kyrils Sicht erzählt. So steht schnell fest, wie toll die Beiden sich finden. War ja irgendwie schon klar, hat mich auch gar nicht so sehr gestört, wie es mich in anderen Büchern gestört hätte.
Die Idee, dass Seelen ins Jenseits begleitet werden, fand ich sehr schön und die Szenen, in denen Runa Seelen begleitet, waren auch stimmig beschrieben.
Leider blieben mir die Charaktere allesamt fremd. Ihnen fehlte Tiefe und ich wurde nicht richtig warm mit ihnen. Hier ist noch viel Luft nach oben.
Mich hat das Buch dennoch gut unterhalten und ich werde den Folgeband auf jeden Fall lesen.
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