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Isabel
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Bietigheim-Bissingen

Bewertungen

Insgesamt 374 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Lacrosse, Marie

Traum und Schicksal / Montmartre Bd.2


ausgezeichnet

Der zweite Band der Dilogie rund um den Montmarte von Marie Lacrosse bescherte mir ein spannendes und emotionales Wiedersehen mit den beiden Protagonistinnen, Elise Lambert und Valérie Dumas, die zwar am selben Tag aber in völlig unterschiedliche Welten geboren wurden.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Elise Lambert scheint es geschafft zu haben. Sie feiert große Erfolge als Tänzerin im neu eröffneten Moulin Rouge und steigt rasch zu einem der Stars des Etablissements auf. Doch das Leben im berühmten Künstlerviertel Montmartre zeigt ihr auch immer wieder die Schattenseiten des Ruhms. Neid und Missgunst machen ihr oft das Leben schwer und verweisen sie mehr als einmal in ihre Schranken.

Auch Valérie Dumas, die junge Frau aus gutem Hause, kämpft, denn die ungewollte Ehe mit dem Widerling Baptiste Germain zwingt sie immer wieder in ihre Grenzen. Ihr Wunsch, selbst Malerin zu werden, wird von ihrem Ehemann abgelehnt, ja sogar verboten, und wird somit immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Bald ist obendrein ihre Freundschaft mit dem berühmten Künstler Henri de Toulouse-Lautrec in Gefahr.

Wird es Elise und Valerié am Ende gelingen, ihre beiden Leben zu ihrer eigenen Zufriedenheit gestalten zu dürfen?

Wie schon der erste Band zeichnet auch „Traum und Schicksal“ wieder ein realistisches Bild des späten 19. Jahrhunderts in Paris, in dem die Glanzwelt der Can-Can-Tänzerinnen und die düstere Realität der Armut und gesellschaftlichen Konventionen aufeinandertreffen. Mit jeder Seite, die ich umblätterte, spürte ich die Begeisterung, mit welcher die sympathische Autorin Marie Lacrosse, vielen vielleicht auch bekannt unter ihrem echten Namen Marita Spang, sich dem Schreiben und natürlich der vorangegangenen Recherche hingab. Mit ihrem Pariser Zweiteiler hat sie mehr als ein aufregendes Thema in den Mittelpunkt ihres Romans gestellt und damit meine eigene Begeisterung entfacht. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne verbunden mit der Hoffnung auf bald neue Zeilen aus ihrer talentierten Schreibfeder. Liebe Marie, gerne empfehle ich diesen und alle deine anderen Bücher weiter. À bientôt!

Bewertung vom 04.01.2026
Berg, Eric

Die Blankenburgs / Die Porzellan-Dynastie Bd.1


sehr gut

Hochmut kommt vor dem Fall ...
Mit ihren einhundertfünfzig Jahren Firmengeschichte können die Blankenburgs auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Doch als sich Adalmar, das Familienoberhaupt, an der Börse verkalkuliert und alles verliert, beginnt für die hinterbliebenen Schwestern nach seinem Selbstmord eine schwere Zeit. Ein erbitterter Streit beginnt nach deren Übernahme und gleichzeitig stehen die Nationalsozialisten schon in den Startlöchern und gieren nach der Macht …

Als großer Porzellanliebhaber freute mich sehr auf den Roman über eine Familie, die eine Porzellanmanufaktur ihr Eigen nennen. Diesbezüglich wurde ich leider ein wenig enttäuscht, denn das Porzellan spielt in der Geschichte nur eine sehr untergeordnete Rolle. Dennoch gefiel mir die Kombination aus Familiengeschichte und historischen Ereignissen der damaligen Zeit. Nicht nur der fatale Börsencrash, der damals der Machtergreifung der Nationalsozialisten mehr als förderlich war, verschaffte mir als Leserin eine unterhaltsame Lektüre, die Lust auf den zweiten Teil der Reihe macht. Bewerten möchte ich „Die Blankenburgs“ aus der Feder des Krimiautors Eric Berg deshalb mit soliden vier von fünf Sternen verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die wie ich gerne in packende Familiengeschichten eintauchen.

Bewertung vom 02.01.2026
Bhatter, Ina

Drei Tage im Schnee


gut

Die Protagonistin Hannah begibt sich mit "Drei Tage im Schnee" auf eine Reise der inneren Selbstfindung und stößt dabei auf die kleine Sophie, die die Welt durch ihre kindlichen Augen betrachtet und dadurch Hannah wiederum ihre Augen öffnet. Ihr ganzes Erwachsenen Leben will diese gefallen und hadert mit sich stets Dingen nachzujagen, die nur auf den ersten Blick wichtig erscheinen. So reflektiert sie zusammen mit Sophie ihr Leben und lernt wieder zu lachen, spielen und zu lieben ...

Die Autorin Ina Bhatter legt mit ihrem Debutroman eine warmherzige Geschichte vor, die ihre Leser zum Nachdenken über das eigene Leben animiert. Auch ich konnte für mich einige Weisheiten mitnehmen und finde, dass das Buch mit seinem stimmungsvollen Schreibstil wunderbar in diese dunkle Jahreszeit passt. Dennoch fand ich es an einigen Stellen etwas redundant und das Ende war für mich ein wenig kitschig.

Ich vergebe für diese kleine Büchlein, dass sich flüssig und lebendig liest, drei von fünf möglichen Sternen. Vielleicht sind diese Wohlfühlbücher einfach nicht so wirklich was für mich aber für zwischendurch fühlte ich mich gut unterhalten. Lest rein und beurteilt selbst.

Bewertung vom 01.01.2026
Specht, Heike

Die Frau der Stunde


ausgezeichnet

Ich freue mich sehr zu Die Frau der Stunde gegriffen zu haben, denn hiermit legt Heike Specht ein vielschichtiges, klug komponiertes Buch vor, das persönliche Lebenswege mit größeren gesellschaftlichen Fragen verknüpft. Im Zentrum steht eine Frau, die in einem entscheidenden Moment ihres Lebens handeln muss – und damit nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch ihre Rolle in einer von Erwartungen und Machtstrukturen geprägten Umwelt neu definiert.
Spechts Stärke liegt vor allem in der Figurenzeichnung. Die Protagonistin wirkt glaubwürdig und komplex, fern von einfachen Heldinnenklischees. Ihre Zweifel, inneren Konflikte und Entscheidungen werden feinfühlig und psychologisch überzeugend dargestellt. Dadurch entsteht eine große Nähe zur Figur, die es leicht macht, sich in ihre Situation hineinzuversetzen. Auch die Nebenfiguren sind sorgfältig ausgearbeitet und tragen dazu bei, das erzählte Umfeld lebendig und authentisch wirken zu lassen.
Stilistisch überzeugt der Roman durch eine klare, präzise Sprache, die zugleich atmosphärisch dicht ist. Heike Specht nimmt sich Zeit für Zwischentöne und lässt wichtige Themen – etwa Selbstbestimmung, gesellschaftliche Erwartungen und die Frage nach Verantwortung – organisch aus der Handlung heraus entstehen, ohne belehrend zu wirken. Das Erzähltempo ist ruhig, aber konsequent, und unterstützt die nachdenkliche Grundstimmung des Buches.
Die Frau der Stunde ist kein lauter, effekthaschender Roman, sondern ein leises, nachhaltiges Leseerlebnis. Er richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für starke Frauenfiguren, historische oder gesellschaftliche Kontexte und eine reflektierte Auseinandersetzung mit persönlichen Entscheidungen interessieren. Nach der letzten Seite bleibt vor allem eines: das Gefühl, eine Geschichte gelesen zu haben, die lange nachwirkt. Von mir gibt es für diesen gut durchdachten Roman 4,5 Sterne, die ich gerne auf die volle Punktzahl aufrunden. Sicher werde ich noch das ein oder andere Buch dieser interessanten Frau in die Hände nehmen, bin schon sehr gespannt auf ihre Biografien!

Bewertung vom 21.11.2025
Puchner, Eric

Weißes Licht


gut

Schafft man es eigentlich im Leben richtig glücklich zu werden … forever and ever? Dieser Frage versucht der Autor Eric Puchner auf den Grund zu gehen, indem er mich als Leserin Garret, Charlie und Cece begleiten lässt. Während Charlie eindeutig der Sunnyboy der beiden jungen Männer zu sein scheint, hat Garret es mit seinem schwulen, schwerkranken und ewig mittellosen Vater wahrlich nicht leicht im Leben. Dennoch verbindet die Beiden eine innige Freundschaft, die noch aus Collegezeiten besteht und nur durch den Tod des Dritten im Bunde einen Schatten übergeworfen bekam. So verwundert es auch nicht, als Charlie Garret bittet, bei seiner Eheschließung mit Cece als Laienpriester zu agieren. Doch dann geschieht das Unglaubliche, Garret verliebt sich in Cece …

Der Klappentext dieses Debütromans las sich für mich, als könnte dieses Buch ein Roman genau meinem Beuteschema entsprechen, ich liebe ja problembehaftete Romane! Und dann auch noch ein ausgewähltes Buch für den von mir verehrten „Oprahs Bookclub“, das war eine vielversprechende Kombination. Mmmmhhh … und dann kam der Roman und zog sich wie Kaugummi. Was war hier passiert? Ich wollte das Buch wirklich mögen aber der Autor schaffte es nicht, mich von Charakteren zu überzeugen. Ich begleitete die Drei durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens, durfte neues Leben begrüßen und altes verabschieden, wurde mit Drogen und Anders sein konfrontiert und dennoch sprang der Funke nicht über. Gut gefallen hat mir allerdings, dass ich beim Lesen an manchen Stellen begann über mein eigenes Leben nachzudenken um für mich selbst mal wieder in Relation zu setzen, dass niemand ein perfektes Leben führt. Ich vergebe hier leider nur drei gutgemeinte Sterne, freue mich aber dennoch, dass ich durchgehalten habe. Eine wirkliche Empfehlung möchte ich diesmal aber nicht aussprechen … das nächste Mal wieder ;)

Bewertung vom 20.11.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Nach dem Tod der Großmutter Änne stellt sich ihre Enkelin Laura die Frage, welcher Mensch sich hinter der Verstorbenen wirklich verborgen hat. Warum hat sie ihr Leben lang um ihre Vergangenheit in Schlesien solch ein Geheimnis gemacht? Laura, schwanger und dadurch mit viel Zeit an der Hand, will auf Ännes Spuren wandeln und unternimmt eine Reise nach Polen – ehemals Schlesien – wo ihre Familie einst zu Hause war. Was war damals geschehen und was werden Lauras Nachforschungen zu Tage führen? Schnell merkt die junge Frau, dass die spärlichen Erzählungen ihrer Großmutter nicht mit dem übereinstimmen, was sie in alten Unterlagen gefunden hat. Die Spurensuche vor Ort ist nicht einfach, doch ich als Leserin habe das Glück mit der Autorin in einem zweiten Zeitstrang direkt in die Vergangenheit springen zu dürfen. Was sich allerdings dort vor mir entfaltet, nimmt mir mehr als einmal beim Lesen den Atem ...

Mit „Die Verlorene“ hat mich die sympathische Autorin Miriam Georg endgültig von ihrem Schreibtalent überzeugt. Sie präsentiert mir als Leserin einen Roman, der sich langsam, aber sicher in seiner tragischen Dramatik so steigert, dass ich das Gefühl hatte, die Seiten blättern sich wie von selbst um. Er entwickelte ein wahre Sogwirkung! Mit seinem unerwarteten und sehr emotionalen Ende konnte mich das Buch schlussendlich komplett überzeugen und begeistern. Hierfür vergebe ich sehr gerne mit fünf Sternen die absolute Bestnote und wünsche dem Buch eine große Leserschaft und ebenso viel Erfolg. Immer wenn man glaubt, nun hat man wirklich alle Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg und sein Grauen gehört, kommt eine großartige Autorin wie Miriam Georg daher und überzeugt einen vom Gegenteil … Chapeau!!!

Bewertung vom 19.11.2025
Oswald, Katharina

Die Schneiderei in der Fliedergasse - Große Träume


sehr gut

Ich freue mich ja immer Bücher lese zu dürfen, die nahe an meinem eigenen Wohnort liegen und zu denen ich dadurch eine Beziehung habe. So habe ich es genossen, mit den Zwillingen Leonard und Susanne ein wenig durch Tübingen zu spazieren, obwohl ich die Umstände eher als – nun suche ich nach einem Wort – eigennützig bezeichnen würde. Eigennützig nicht von mir aber von dem Vater, der seinen Zwillingen quasi auf dem Totenbett das Versprechen abnimmt, dass Leo Jura studieren wird und Susanne die Belange der familieneigenen Schneiderei durch eine kaufmännische Ausbildung im Griff behalten soll. Dabei haben die Beiden ihre eigenen Ambitionen! Doch als die Existenz der Schneiderei in Gefahr gerät, trauen sich weder Leo noch Sanne der Mutter damit entgegenzutreten. Als dann aber auch noch ihrer beider Liebesleben eine Eigendynamik entwickelt, der sie sich schwer entziehen können, merken sie, dass es so nicht mehr weitergehen kann …
Das charmante Autorinnenduo Andrea Bottlinger und Claudia Hornung, das sich hinter dem Pseudonym Katharina Oswald verbirgt, entführt mich in die 1970er Jahre und führt mir mal wieder vor Augen, dass sich in den letzten fünfzig Jahren doch so einiges getan hat. Längst sind heute die Rollenbilder von Mann und Frau in keinem solch rigiden Schema mehr angesiedelt und auch die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung wird heute nicht mehr strafrechtlich verfolgt und Gott sei Dank weitestgehend akzeptiert. Die Autorinnen schaffen es spielend die damalige Atmosphäre der 70er einzufangen, eine Zeit, in der ich selbst Kind war und noch herrliche Erinnerungen daran habe.
Susanne und Leonard könnten damals genauso existiert haben wie im Buch dargestellt und machen richtig Lust auf mehr … mehr zu erfahren, wie es mit der Schneiderei und natürlich vor allem mit den Zwillingen weitergehen wird. Authentische Darstellungen, Charaktere, die man schnell liebgewinn und natürlich viel Lokalkolorit verschafften mir viele vergnügliche Lesestunden. Liebe Andrea, liebe Claudia … schon heute freue ich mich auf den Folgeband rund um Leo und Sanne in Tübingen. Ich vergebe sehr gerne glitzernde vier Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die sich einfach mal lesenderweise fallen lassen möchten.

Bewertung vom 18.11.2025
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

Dass Mechtild Borrmann zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen gehört, ist denen, die mich kennen inzwischen bekannt. Dass sie mich aber auch mit ihrem neuen Buch „Lebensbande“ wieder absolut in den Bann ziehen konnte, möchte ich in dieser Rezension nachdrücklich vermerken.

Das Buch handelt von drei Frauen, die das Schicksal zusammenbringt und selbst der Tod nicht wirklich trennen kann. Ich lerne Lene kennen, die junge Frau, die ausgerechnet in den Zeiten der „braunen Brut“ ein Kind zur Welt bringt, das ein wenig anders ist als andere Kinder und um dessen Leben und Schicksal sie verbissen kämpfen muss. Nora, die unfreiwillig ein Verbrechen begeht und davon ein Leben lang verfolgt wird und schließlich Lotte, die nie die Hoffnung aufgibt, trotz schwerster Bedingungen an die Liebe ihres Lebens zu glauben.

Mit viel Feingefühl ohne aber jemals gefühlsduselig zu werden vermittelt mir die Autorin eine Geschichte, die zu Tränen rührt. Geschickt spinnt sie ein Netz aus Geheimnissen, die mich als Leserin immer wieder ins Grübeln brachten. Als ich glaubte für mich eines der Rätsel gelöst zu haben, taten sich neue Spuren auf und es war doch alles wieder ganz anders. Was aber durch den Roman erhalten bleibt ist das Leid, dass diese drei Frauen während und nach dem Krieg ertragen mussten und das für uns heute schwer vorstellbar ist. Für mich entwickelte das Buch einen wahren Lesesog, dem ich mich am Schluss gar nicht entziehen konnte. Sehr, sehr gerne vergebe ich hier mit fünf Sternen die wohlverdiente absolute Bestnote und freue mich heute schon auf weitere Lektüre aus Mechtild Borrmanns Feder.

Bewertung vom 18.11.2025
Georg, Miriam

Im Nordlicht / Nordwind-Saga Bd.2 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

Nahtlos knüpft nicht nur dieser zweite Teil an den ersten an, sondern auch für mich war es ein großes Glück, die beiden Bücher back-to-back hören zu können. Schnell konnte ich wieder eintauchen in die Geschichte um Alice, Rosa und Henk aber auch um John Reeven und seine Familie. Für Alice dreht sich alles darum ihr geliebte Tochter Rosa zurückzubekommen, die von ihrem Vater verschleppt wurde. Sie ist bereit alles dafür zu geben und nimmt in ihrer Verzweiflung eine Stelle im Hause Reeven an, wo sie nicht nur John, sondern auch seiner Verlobten Eveline täglich über den Weg laufen muss. Intensiver beleuchtet wird nun auch die Familie Reeven, die mit Problemen an allen Ecken und Enden zu kämpfen hat und in der der eine unglücklicher scheint als der andere und manche Mord- oder Selbstmordgedanken gehegt werden ….

Mit der Autorin Miriam Georg und der Sprecherin Tanja Fornaro durfte ich mich nun zum zweiten und leider letzten Mal nach Hamburg im beginnenden letzten Jahrhundert begeben und die Höhen und Tiefen der beiden so unterschiedlichen Familien erleben. Das Ende ist bewusst offengehalten und passt für mich ganz wunderbar. Natürlich hätte man im Ersten Weltkrieg wieder anknüpfen können, aber dafür gibt es ja genug andere Romane. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne und ein unbedingte Leseempfehlung, aber bitte vorab mit dem ersten Teil beginnen, sonst wird verpasst ihr was!

Bewertung vom 18.11.2025
Georg, Miriam

Im Nordwind / Nordwind-Saga Bd.1 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ließ mich zu diesem ersten Teil greifen.

In ihrem Roman „Im Nordwind“ behandelt die Autorin Missstände und Ungerechtigkeiten, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht unüblich waren. Frauen waren von den Männern abhängig und hatten allein kaum eine Chance auf legale Weise oder gar noch mit Kind zu überleben. Als Hörerin durfte ich Alice, eine junge Fabrikarbeiterin, kennenlernen, die versucht, sich selbst sowie ihre kleine Tochter Rosa vor ihrem gewalttätigen, trinkenden Mann zu schützen. Als er sie immer wieder und immer schlimmer verprügelt, beschließt Alice dem Ganzen einen Schlussstrich zu setzen und sucht – für die damalige Zeit vollkommen unüblich – die Scheidung. In John Reven findet sie einen Anwalt, der ihr tatsächlich helfen will, nicht zuletzt, weil er von ihr als Frau total fasziniert ist. Für Alice bedeutet dieser mutige Schritt, dass sie sich auch ihrer verzwickten Vergangenheit stellen muss, John hingegen muss sich fragen, was für ihn im Leben eigentlich wirklich wichtig ist …

Auf ganz bezaubernde Weise zeichnet Miriam Georg mit ihren Charakteren ein authentisches Bild der damaligen Zeit, dem die talentierte Sprecherin Tanja Fornaro mit ihrer angenehmen Stimme noch ein Sahnehäubchen obendrauf setzt. Ich habe jede Hörminute genossen und freue mich schon sehr auf den Folgeband. Aber erstmal vergebe ich hier natürlich mit fünf starken und verdienten Sternen die Bestnote!