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Insgesamt 1734 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Kuschik, Karin

50 Fragen, die das Leben leichter machen (MP3-Download)


ausgezeichnet

So bereichernd!

Dieses Hörbuch ist definitiv lebensverändernd! Ich kann mir im Leben nicht die Fragen merken, aber im Grunde ist das fast nicht nötig, denn wenn man sie alle mal gehört oder gelesen hat und die Erklärungen und Geschichten dazu, erkennt man das Prinzip und schon allein das macht tatsächlich das Leben leichter. Dabei habe ich mich sehr spät dafür entschieden, dem Buch eine Chance zu geben. Ich dachte echt, och nö, was soll das schon werden? Tja, falsche Frage. Lesen! Hören! Und nicht nur ein einziges Mal! Es wird hier definitiv mehr als eine Frage geben, die einiges in einem selbst auslöst oder verschiebt. Vielleicht nicht jede der Fragen, aber erstaunlich viele.

Sicher gibt es viele solcher Ratgeber mit Unterhaltungsfaktor. Gar keine Frage! Da dies das erste für mich zum Thema ist und ich daher unbelastet an die Sache herangehe, finde ich es wirklich genial. Das ist wohl nicht viel anders, als mit Koch- und Backbüchern. Je mehr man davon hat, desto öfter wiederholen sich die Rezepte. Das macht die Rezepte jedoch nicht schlechter!

Für mich bleibt die Quintessenz daher, dass dieses Buch besonders als Hörbuch gute Laune, Mut und Spaß macht, positiv stimmt, zum Nachdenken anregt und bei mir bewirkt, dass ich mir immer erst mal selbst eine der Fragen stelle, bevor ich zu impulsiv reagiere. Hin und wieder stelle ich die Fragen sinnvoller Weise meinem Gegenüber. Danach kann ich noch immer in alte Gewohnheiten verfallen, wenn ich meine, das muss sein. Und ich habe gelernt, selbst Fragen zu bilden. Das finde ich noch viel interessanter.

Karin Kuschik kann prima schreiben und genauso gut einlesen. Ich mag ihre Art, ich mag das Buch, ich mag ihre Stimme. Darum gebe ich hier die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 31.12.2025
Nadolny, Sten

Herbstgeschichte (MP3-Download)


ausgezeichnet

Eine Zugreise und ihre Folgen

Der Schriftsteller Michael und sein Freund, der Schauspieler Bruno, teilen auf einer Bahnreise bis Venedig ein Abteil mit der jungen Kunststudentin Marietta. Sie scheint vor etwas oder jemandem zu fliehen und verschwindet nach einigen Tagen spurlos. Nach vielen Jahren taucht sie bei einer Lesung von Michael auf. Sie sitzt im Rollstuhl und Michael spürt, er will und muss sich um die traumatisierte Frau kümmern.

Diese Story ist herrlich verschachtelt und wenn man nicht gut aufpasst, kann man sich ein wenig verlaufen. Dennoch ist das Hören und sicher auch Lesen ein echter Genuss. Ein paar spitze Bemerkungen zum Zeitgeschehen, zur Politik, zum Lifestyle mögen etwas unpassend wirken, runden die Story dennoch gar nicht mal so übel ab. Zu den beiden Freunden gesellt sich ein Schulfreund, Titus, der in seiner Funktion als Drehbuchautor die Fäden der Story für den Leser und Hörer quasi zusammenknüpft.

Alles startet kurz vor dem Jahrtausendwechsel und zieht sich bis in die Gegenwart, ins Jahr 2024. Das gibt dem Autor natürlich sehr viel Spielraum für die Darstellung von all den Veränderungen, die in fast 30 Jahren doch bei jedem stattfinden, ob man das nun möchte oder nicht. Dazu nutzt er prägende, zumeist politische, Ereignisse und auch Filme. Eine gelungene und auch fordernde Strategie.

Obwohl sehr viel Humor in dieser Geschichte steckt, auch ganz viel Gefühl, Liebe, ist auch Schmerz, Melancholie, Fassungslosigkeit zu finden. Somit spiegelt sie erschreckend gut das wahre Leben wider. Noch dazu ist alles so herrlich undramatisch erzählt, dass die eigentliche Wirkung, der Effekt der harten Realität, mit Verspätung einsetzt und so noch heftiger einschlägt.

Die Wendungen machen nicht immer glücklich, doch genau so ist ja auch das Leben. Die Story ist nicht locker-flockig-leicht, aber bereichernd. Daher finde ich auch die Stellen, die weniger angenehm sind, genau richtig. Eine tolle Lektüre, besonders als Hörbuch, von Peter Kaempfe genial eingelesen. Fünf Sterne!

Bewertung vom 28.12.2025
Buck, Ines

Tannengrab (MP3-Download)


ausgezeichnet

Rundum gelungen!

Die Kinder vom Waldkindergarten finden hin und wieder Tierknochen. Doch Karla Sommerfeld erkennt, dass die kleine Mathilda mit einem menschlichen Schlüsselbeinknochen spielt! Karla ahnt, zu wem dieser Knochen gehört. Und als sie im doppelten Sinne nachgräbt, kommt so einiges zutage.

Ines Buck hat hier keinen verschachtelten, hochtrabenden Thriller geschrieben, dafür aber einen gut durchdachten, geradlinigen und dadurch flott zu lesenden, soliden Krimi, der kurzweilig und spannend ist, ohne sensationslüstern zu sein. Das gefällt mir sehr gut. Die Figuren dürfen menscheln, sie fallen nicht aus den inzwischen so häufig benutzten Schablonen und werden vor den Augen der Hörer und Leser schnell und ohne große Beschreibungen lebendig und einzigartig. Dieser Stil ist mutig, fällt er doch fast schon aus der Zeit! Aber er ist auch sehr lesbar und ich bedanke mich bei der Autorin dafür von Herzen!

Privatleben und berufliche Arbeit werden beide in ausgewogenem Maße dargestellt und ergeben ein rundes Gesamtbild. Die Entwicklungen sind logisch, aber keinesfalls langweilig oder vorhersehbar. Lustig ist für mich persönlich nur ein ganz persönlicher Gedanke, den ich beim Hören hatte. Mir kam in den Sinn, dass man sagt, der Täter muss auf den ersten fünfzig Seiten auftauchen, sonst ist es unrealistisch. Da kam mir eine Person in den Sinn und ob ich richtig lag, verrate ich hier nicht.

Auch andere Themen, wie beispielsweise Demenzerkrankung der Mutter, kommen zur Sprache. Das macht den Krimi sehr lebensnah. Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kenne, fehlte mir zum Verständnis nichts. Andere private Details verwirrten anfangs, sind aber eindeutig so angelegt, dass sie erst im Laufe der Reihe aufgeklärt werden sollen. Für den Fall sind sie nicht relevant und ob man sich davon dazu überreden lässt, die weiteren Bücher zu lesen, ist jedem selbst überlassen. Die Qualität dieses Krimis ist meiner Meinung nach jedenfalls überzeugend genug, um ohne solche kleinen Tricks gern zum nächsten Band greifen zu lassen.

Ein besonderes Lob auch an die Sprecherin Claudia Schwartz. Sie hat für mich die ideale Sprachmelodie und das perfekte Tempo für die Story gefunden. Da hört man doppelt gerne zu! Insgesamt war das für mich ein rundum gelungenes Krimi-Erlebnis, das mich bestens unterhalten hat und daher gebe ich fünf Sterne.

Bewertung vom 23.12.2025
Grote, Paul

Der Portwein-Erbe (Europäische-Weinkrimi-Reihe, Band 5) (MP3-Download)


gut

Zieht sich in die Länge

Nicolas Hollmann hat seinen Onkel nur selten und vor allem schon länger nicht gesehen. Daher wundert es ihn, dass ausgerechnet er sein Weingut in Portugal erben soll. Als Architekt hat er keine Ahnung von Wein, schon gar nicht von Portwein. Dennoch reist er zum Weingut. Der erste Unfall kann noch Zufall sein, doch der zweite macht ihm klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Dass es Regionalkrimis gibt, ist mir geläufig, dass es jedoch auch das Genre der Wein-Krimis gibt, habe ich bisher nicht gewusst. Die Vorgänger dieser Reihe kenne ich auch nicht. Da es aber unzusammenhängende Krimis sind, merkt man auch nicht, dass etwas fehlen würde, wenn man mittendrin in der Reihe startet.

Man erfährt oder lernt in diesem Krimi eine ganze Menge über Wein und ganz besonders Portwein. Das ist sicher gut gemeint, aber für mich etwas trocken und uninteressant, um nicht zu sagen langweilig. Der Krimi selbst, die Story, ist mir wichtiger, gerät damit aber leider immer mal wieder weit in den Hintergrund. So richtig spannend wird es spät und oft verliert sich die Spannung dann wieder in diese ellenlangen Beschreibungen.

Für mich ist die Stimme von Sebastian Dunkelberg gewöhnungsbedürftig. Ich denke, ich verorte sie eher in andere Genres. Das hat das Folgen der Storyline dann auch etwas erschwert. Allerdings bin ich mir sicher, ich hätte ein Print abgebrochen, das Hörbuch habe ich aber komplett bis zum Ende gehört. Daher kann ich sagen, dass das Ende erfrischend anders ist, sich deutlich von anderen Krimis abhebt, aber dennoch nicht viel für mich im Gesamteindruck rettet.

Zwar finde ich es gelungen, wie unser Protagonist gegen alle Feindseligkeit und Widerstände und ohne echte Kenntnisse den Besitz seines verstorbenen Onkels quasi inspizieren möchte, bevor er sich entscheidet. Auch die Arbeiter und Gegenspieler sind gut getroffen. Dennoch entstand bei mir keine emotionale Bindung und oft dachte ich beim Hören einfach nur, Himmel, was lässt Du Dir alles gefallen, warum greifst Du nicht einfach hart durch?

Zurück bleibe ich mit dem Gefühl, dass eine straffe Kürzung dem Krimi gut getan hätte und ich keinen anderen Band der Reihe hören oder lesen möchte. Hier reicht es insgesamt gerade noch für drei Sterne.

Bewertung vom 14.12.2025
Hunter, Erin

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen


gut

Sammelfieber vorgeplant

Graphic Novels erobern immer mehr Genre und so wundert es nicht, dass viele Bücher nun als solche umgesetzt werden, besonders, wenn sie sowieso schon Renner sind. Hier nun kommen die Warrior Cats gezeichnet ins Graphic Novel Universum. Und da gibt es reichlich Bücher!

Mir gefallen die Zeichnungen sehr gut, jedoch empfinde ich die Story als zu stark gekürzt und gerafft. Dass dies notwendig ist bei einer Graphic Novel ist mir durchaus bewusst. Ich finde aber, besonders bei Band 2, dass wichtige Momente fehlen und die Geschichte so dann nur unvollständig erzählt und verstanden werden kann. Daher ist meine ganz eigene, persönliche Meinung, dass man die Graphic Novels nur als Ergänzung zu den Büchern, nicht anstelle der Bücher, lesen sollte.

Das Leben der Katzenclans ist schön dargestellt, die Motivationen für die Kämpfe jedoch eher verschwommen. Man darf auch nicht zu viel Realitätsnähe erwarten. Dass viel Streit, Kampf, Gewalt und schlechte Laune vorkommen und eher weniger Deeskalation, gepflegte Streitkultur, Lösungsmöglichkeiten ohne Kampf, finde ich etwas schwierig. Das ist ja aber auch bei den Büchern nicht anders. Es ist nun mal auch eine Buchserie für junge Leser. Für diese ist die Charakterkarte wohl auch besonders wichtig. Da wird die Sammelleidenschaft gleich noch mehr gefördert.

Also, Eltern, macht Euch darauf gefasst, die weiteren Bände früh genug zu besorgen, um alle Charakterkarten zu bekommen und Eure Kids glücklich zu machen! Für mich ist es nicht der Hit. Aber ich gehöre hier wohl, trotz meiner Katzenbuch-Sammel-Leidenschaft, nicht wirklich zur Zielgruppe. Von mir daher leider nur drei Sterne.

Bewertung vom 13.12.2025
Weber, Anne-Katrin

Deftig vegetarisch - Heimatküche


sehr gut

So lecker ganz ohne Fleisch

Ich esse gern fleischlos, bin jedoch kein Vegetarier. Am besten passt wohl der Ausdruck Flexitarier zu mir. Daher mag ich Bücher, die mir viele Anregungen geben, lecker satt zu werden, ohne dass Fleisch verwendet wird. Tofu und Ähnliches mag ich leider so gar nicht, daher bin ich super happy, dass hier nur gelegentlich diese Fleisch-Austausch-Mittel eingesetzt werden. Ernährung wie in meiner Kindheit, als man an Sonn- und Feiertagen Fleisch hatte, ansonsten ohne auskam, finde ich toll. In diesem Buch finde ich sehr viel Passendes für mich.

Über das Rezept- und Zutatenregister am Ende des Buches findet man blitzschnell, was man sucht. Doch zu Beginn bekommt der geneigte Leser erst einmal Lesestoff und einen Saisonkalender. Dann geht es los mit den Kapiteln Alltagsglück; Ofenfreuden; Suppenwonne; Sonntagsessen; Brotzeit; Naschwerk. Dabei finden sich fleischlose Klassiker, aber auch Rezepte zu Gerichten, die sonst mit Fleisch gemacht werden, hier aber fleischlos neu kreiert wurden. Das erste Rezept ist wohl das beste Beispiel dafür, es ist Himmel und Erde. Geht völlig ohne Fleisch und Wurst in oberlecker!

Nach dem Rezepttitel folgen ein kleiner Text, die Zubereitungszeit, die Angabe zur Portionenanzahl, die Zutatenliste, die Nährwerte und die Zubereitungsschritte. Diese sind im Fließtext gehalten und nummeriert. Schöner hätte ich hier Absätze gefunden. Gut dagegen finde ich, dass die verwendeten Zutaten aus der Liste fett hervorgehoben werden. Ganz unten auf der Seite ist das Kapitel erwähnt, daneben Besonderheiten, wie z.B. glutenfrei, laktosefrei, frei von raffiniertem Zucker, vegan usw. Ein Foto findet sich zu meiner großen Freude bei jedem Rezept. Ich bin allerdings etwas verwirrt, wie der Kernige Bauernlaib glutenfrei sein kann, wenn er mit Weizenmehl gemacht wird.

Die Rezepte sind herrlich abwechslungsreich und ohne exotische, schwer aufzutreibende Zutaten auch für weniger Geübte gut nachzuarbeiten. Mich spricht, wie eingangs erwähnt, an, dass nur in wenigen Rezepten Tofu oder ähnliche Produkte, die für mich unter Fleischersatz fallen, verwendet werden. Man hat nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde und man wird ordentlich satt. Von mir vier Sterne!

Bewertung vom 13.12.2025
Klutsch, Rainer

Schwäbische Tapas


sehr gut

Kreative Küche

Die wenigsten der Rezepte bzw. Gerichte würde ich jetzt als Tapas ansehen, aber lecker und modern sind die Klassiker und innovativen Neukreationen aus den Zutaten der schwäbischen Küche auf jeden Fall. Und als kleiner Snack sind sie super!

Im Register am Ende des Buches findet man die Zutaten, sowie die Rezepte alphabetisch gelistet. Weshalb am Anfang des Buches im Inhaltsverzeichnis nur ein paar wenige Rezepte aufgeführt sind, erschließt sich beim Vorwort. Aus diesen 20 Klassikern wurden von Rainer Klutsch die Tapas abgeleitet, jeweils drei Varianten, sodass man insgesamt 80 Rezepte vorliegen hat. Die Zubereitungshinweise hätte ich weit vorne im Buch verortet, statt ganz zum Schluss.

Sehr oft ziehen sich die einzelnen Rezepte dabei über mehrere Seiten. Und es gibt immer ein Foto dazu! Das feiere ich total, da ich dazu neige, fotolose Rezepte zu übergehen. Ich möchte per Bild Lust auf ein Rezept bekommen! Nährwertangaben findet man bei den Rezepten allerdings nicht.

Das Originalrezept der schwäbischen Klassiker kommt immer mit einer informativen kleinen Erklärung daher. Anschließend werden die Zutaten für die angegebene Portionenzahl aufgelistet, daneben sind die Zubereitungsschritte genau erklärt. Bei den Tapas entfällt der kleine Text, der restliche Aufbau bleibt gleich. Die verwendeten Zutaten sind nicht gerade exotisch und gut im Handel aufzutreiben. Das eine oder andere mag man vielleicht seltener benutzen oder verwenden, trotzdem dürfte es einfach sein, alles zu bekommen.

Mich beeindruckt, mit welcher Kreativität Klutsch die Speisen verändert, sie zu Tapas macht. Nicht immer bedeutet das allerdings, dass es schnell und einfach geht. Doch der Aufwand lohnt sich, ob für einen schönen Abend zu zweit oder viert oder ein kleines Buffet, dann eben die Mengen vervielfacht. Man kann Gäste damit beeindrucken und bezaubern und vor allem Eindruck hinterlassen.

Für mich ist dies eins der Kochbücher, die nicht super oft, aber immer mal wieder zum Einsatz kommen und sich auch bestens dazu eignen, Kochfans geschenkt zu werden. Ein wenig verspielt, ein wenig detailverliebt, aber lecker. Von mir daher vier Sterne.

Bewertung vom 12.12.2025
Sjöwall, Maj; Wahlöö, Per

Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman (MP3-Download)


ausgezeichnet

Alt, aber richtig gut!

Gleich zu Anfang wird erwähnt, dass dieses Buch aus den 1960ern stammt und von daher einige heute nicht mehr politisch korrekten Stellen enthält. Das Frauenbild damals war meiner Erinnerung nach nicht ganz so krass, aber viele kleine Szenen ließen mich tatsächlich schmunzeln, staunen, empört sein, kopfschütteln, wahlweise auch einiges zusammen. Trotzdem hatte ich mit diesem Krimi doch echt eine gute Zeit. So ganz ohne die moderne Technik von Internet bis Smartphone, ohne Forensik und Genetik ist das echt eine andere Sache. Ob die junge Hörer- und Leserschaft damit klarkommt, weiß ich allerdings nicht. Da die Krimis seit ihrer Erstveröffentlichung mehrere Neuauflagen erlebten, gelten sie wohl als Klassiker. Zu Recht, wie ich meine!

Die Leiche, die aus dem Götakanal gezogen wird, kann noch nicht lange darin gelegen haben. Doch wo wurde die junge Frau ermordet? Woher kam sie? Wer ist sie? Kommissar Beck lässt nichts unversucht, um der Toten einen Namen und Gerechtigkeit zu geben.

Dies ist der erste Band der zehnteiligen Reihe um Kommissar Martin Beck. Der Reiz ist heute natürlich zusätzlich zur gut aufgebauten Story und einem besonderen Ermittler, dass in der Zeit, in der sie spielt, all die modernen Hilfsmittel nicht zur Verfügung standen. Man kann es kaum glauben, so sehr hat man sich an all das gewöhnt. Umso grandioser ist der Verlauf, wenn er auch, typisch nordische Autoren, recht düster, kalt, emotionslos, etwas bedrückend und vor allem erstaunlich introvertiert und ruhig ist. Günther Hardter liest den Krimi gekonnt ein und erhöht damit noch den Genuss.

Es gibt ein paar private Momente, Entwicklungen der Figuren, erstaunliche Entdeckungen und ein paar gut gemachte Twists. Das Ende schockiert, aber lässt zufrieden zurück und ja, ich bin gespannt auf die anderen Fälle der Reihe. Von daher für diesen Start, wenn er auch schon mehr als 50 Jahre alt ist, die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 12.12.2025
Sinzenich, Steffi

Herrlich einfach - himmlisch lecker Steffis Foodblog "Gaumenfreundin"


ausgezeichnet

Alltagstauglich, lecker, super!

Mir sind Bücher immer lieber als Blogs und ich gestehe, dass ich die meisten Blogger gar nicht kenne. Von der Gaumenfreundin hab ich aber tatsächlich schon Rezepte vor dem Buch gekannt, weil ich trotz enormer Rezeptsammlung hin und wieder auch mal ein Rezept ergoogle. Als ich dann sah, dass sie ein Buch veröffentlicht hat, musste es doch natürlich auch zu mir!

Und ich muss sagen, das lohnt sich definitiv! Ja, es sind viele Gerichte darin enthalten, die man schon kennt, wenn man schon länger kocht und backt. Aber eine dezente Erinnerung an in Vergessenheit geratene Rezepte tut auch mal gut. Und Küchen-Neulinge werden dieses Buch sowieso lieben! Doch auch wer schon länger kocht und backt und in Übung ist, findet hier Anregungen und tolle Ideen. Es muss nicht immer hochkompliziert sein, um zu schmecken. Im Gegenteil, in der Einfachheit liegt oft das größte Geschmacks-Geheimnis!

Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Auf der rechten Seite ist zu jedem Rezept ein tolles Foto abgebildet. Mir persönlich ist das total wichtig, denn erfahrungsgemäß koche und backe ich nur Rezepte nach, von denen ich weiß, wie das Ergebnis aussehen soll. Der obere Teil der linken Seite ist für den Rezept-Namen, einem Zusatz, ein paar Sätzen dazu, die Zubereitungszeit und die Portionsanzahl reserviert. Darunter teilt sich die Seite dann auf in die Zutatenliste und die Zubereitungsschritte. Gelegentlich findet sich noch ein Tipp dazu oder ein QR-Code zu einem weiteren, zusätzlichen Rezept, beispielsweise für Quiche-Teig, wenn im Rezept Kühlregal-Ware steht.

Das angefügte Register ist schlau gestaltet. Es führt sowohl die Zutaten in alphabetischer Reihenfolge auf, die in den Rezepten dann verwendet werden, als auch Rezepte. So findet man unter A beispielweise Äpfel, als auch den Käsesalat mit Gurken, denn da werden eben auch Äpfel verwendet. Vorne im Buch ist das Inhaltsverzeichnis, das in die Kapitel Snacks; Salate; Suppen & Eintöpfe; Vegetarisches; Fleisch & Fisch und Süßes unterteilt ist. Steffis Vorwort fällt erfreulich kurz, dafür umso sympathischer aus.

Die Rezepte selbst sind abwechslungsreich und halten, was der Buchtitel verspricht. Dabei kann man auch getrost von internationaler Küche sprechen. Die Zubereitung ist immer knapp, aber verständlich und gut erklärt gehalten. Die Zutaten sind gut erhältlich, also definitiv nicht exotisch. Auch wenn Geschmäcker verschieden sind, findet hier jeder etwas, das ihn begeistert. Bei mir sind es sehr viele Rezepte. Ganz besonders mag ich aber die Zwiebelkuchen-Muffins, auch wenn ich kein Schweinefleisch esse und den Speck von daher durch Hähnchenbrust ersetze.

Kurz und knapp, ich bin begeistert und drücke das gerne in den vollen fünf Sternen aus.

Bewertung vom 10.12.2025
Marshall, Kate Alice

Eisnebel (MP3-Download)


ausgezeichnet

Vergrabene Erinnerungen

Theodora und Connor wollen mit Connors Familie auf ihrem Anwesen Idlewood ein paar unbeschwerte Wintertage verbringen. Theo ist klar, dass man sie genauestens ins Visier nehmen wird, ist sie doch ein mehr oder weniger mittelloses Adoptivkind und die Daltons unermesslich reich. Doch die anonymen Drohungen und seltsamen Ereignisse verängstigen sie doch enorm. Zudem kommen alte Alpträume und Erinnerungen wieder hoch und Theo merkt, dass das alles nicht gut ausgehen kann.

Wow! Die Wendungen und Überraschungen sind schon echt krass und gekonnt platziert. Kaum denkt man, man hat die Ereignisse sortiert und eine Ahnung, wie der Hase läuft, verändert sich alles wieder krass und mit Knalleffekt. Dabei verändert sich ebenso das Bild der Figuren, das man sich gemacht hat. So richtig einschätzen kann man sie schnell alle nicht, wodurch man sich ebenfalls unwohl fühlt. Und das betrifft nicht nur die Familie Dalton, sondern auch Theodora selbst.

Theo erzählt diese Geschichte aus der Ich-Perspektive. Schnell stellt sich heraus, dass sie etwas Traumatisches erlebt hat und daher keinerlei Erinnerung an ihr Leben vor der Adoption hat. Auch ist ihre Zeit in der Adoptivfamilie nicht so schön gewesen, wie man es einem Kind wünscht. Das hat sie geprägt und daher hat auch sie ein paar kleine bis große Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen.

Doch auch die Daltons, jeder einzelne von ihnen, haben ihre Leichen im Keller. Sie sind gewohnt, mit Geld Probleme zu lösen und nur in ihr Leben zu lassen, wen sie würdig halten. Da ist es kein Wunder, dass sich die Situation immer mehr hochschaukelt. Alles passt am Ende wunderbar zusammen, fühlt sich nicht an den Haaren herbeigezogen an und es bleiben auch keine losen Enden zurück. Sehr gut gemacht!

Ich bin gespannt, ob diese Autorin, die bisher Jugendbücher schrieb, das Level in hoffentlich weiteren Thrillern für Erwachsene so hoch halten kann. Mir hat’s prima gefallen. Fünf Sterne!