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Tschy
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Kleinmachnow

Bewertungen

Insgesamt 172 Bewertungen
Bewertung vom 15.06.2022
O'Flanagan, Sheila

Ein unvollkommener Ehemann


ausgezeichnet

Das Buch geht gleich heftig los, schon im ersten Satz erfährt der Leser, dass Dave seine Frau Roxy mit der Nachbarin Julie betrügt. Roxy kommt gerade von ihrer Mutter, der sie nach dem Tod des Vaters zusammen mit ihren Kindern Mica und Tom für ein paar Tage Gesellschaft geleistet hat. Roxy hat das Auto ihres Vaters übernommen und arbeitet als Chauffeurin. Sie weiß noch nicht so richtig, wie sie mit dem Betrug umgehen soll. Die Menschen, die sie fährt sind alle interessant und auf ihre eigene Weise erfolgreich. Zu einem männlichen Gast fühlt sich Roxy hingezogen, aber auch die weiblichen Gäste inspirieren sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Die Rolle der verwitweten Mutter gefällt mir gut, sie tut 100%ig hinter Roxy und ermutigt sie eigene Wege zu gehen und ist auch in ihrem Verhalten ein tolles Rollenvorbild, nach dem Motto hinfallen -aufstehen - Krone richten -weitergehen. Eine gelungene Lektüre!

Bewertung vom 14.05.2022
Newman, T. J.

Flug 416


sehr gut

Bill ein Flugkapitän springt auf Bitte eines Vorgesetzen ein und fliegt von Los Angeles nach New York. Seine Frau Carrie ist sauer, da Bill durch seinen Arbeitseinsatz das Little League Saisoneröffnungsspiel seinen Sohnes Scott verpasst. Während Bill den Flieger vorbereitet und probiert seine Frau telefonisch zu erreichen, um sich nach dem Streit zu vertragen, wird diese und ihr Sohn zu Hause von Entführern festgehalten. Bill wird gezwungen sich zu entscheiden, entweder er opfert seine Familie (seine Frau, Sohn Scott und Tochter Elsie) oder er opfert sich und alle Passagiere es Fluges 416. Das Buch ist wirklich spannend geschrieben und T.J.Newman hat immer wieder neue interessante Wendungen in die Geschichte gebracht. Gegen Ende des Buches gab es einige Parallelen zu dem Stück „Terror“ von Ferdinand von Schirach. Als Leser hat man sich immer wieder überlegt, wie man selber in dieser Situation handeln würde, dies hat mir gut gefallen!

Bewertung vom 28.04.2022
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12


ausgezeichnet

Es war herrlich wieder mal einen Kluftinger Krimi zu lesen. Diesen Mal gibt in Kluftis Heimat Ausgrabungen und natürlich gibt es schon bald eine Leiche. Es hat den Ausgrabungsleiter Professor Brunner erwischt. Frau Dr. Lanz eine der Hauptverdächtigen zaubert immer wieder neue mögliche Täter aus dem Hut. Kluftinger ermittelt auch bei der Sekte, die sich in der Nähe der Grube angesiedelt hat. Mir gefällt diese Mischung aus Krimi und Humor, Kluftinger steigt in die Sozialmedien ein, wie er sie nennt und merkt wie schnell die Zeit auf "Facebuch" vergeht. Aktuelle Themen wie digital detox werden nebenbei aufgegriffen und machen das Buch ganz aktuell. Es wird gegendert, Erika organisiert einen Basar für Flüchtlinge und Kluftinger schleppt jede Menge Sachen an, die verkauft werden können. Die liebgewonnenen Charaktere der anderen Kluftinger Krimis spielen alle wieder mit (Dr. Langhammer, Markus, Yomiko und seine Enkeltocher Maxima, Kluftis Eltern auf dem Fastentrip usw), Lucy, die Neue im Team von Kluftinger, findet auch ihre Rolle und die ist echt Klasse und erfrischend, ansonsten ist das Ermittlerteam geblieben. Es macht einfach wirklich wahnsinnig viel Spaß diese Geschichten zu lesen. Ich persönlich liebe ja auch immer die Interaktion von Kluftinger mit Yomikos Vater auf Englisch, die fehlte diesen Mal, dafür hat sich Kluftinger englischer Forschungslektüre gewidmet. Ein rundum gelungenes Buch, herzlichen Dank an die Autoren für viele schöne Lesestunden!

Bewertung vom 28.03.2022
Reid, Taylor Jenkins

Die sieben Männer der Evelyn Hugo


ausgezeichnet

Evelyn Hugo will nach Jahren endlich ein Exklusiv-Interview geben und verlangt die eher unbedeutende Journalistin Monique als Interviewerin. Warum? Welche Verbindung gibt es zwischen den Frauen? Welche Rolle spielt Moniques Vater? Monique ist sehr unerfahren, als sie anfängt mit Evelyn an deren Memoiren zu arbeiten. Monique lernt schnell und kommt immer mehr in eine aktive Rolle. Evelyn erzählt ganz toll, interessant und gut nachvollziehbar von ihrem bewegten Leben. Der Lesende merkt, wie er immer mehr in diese Hollywood Welt eintaucht, die so ganz anders zu sein scheint. Vieles ist Berechnung, aber die Geschichten zu den verschiedenen Männern sind super. Viele glaubten Evelyn Hugo zu kennen, doch während des Buches merkt der Leser, es ist doch oft anders, als es scheint. Das Ende ist toll und schließt den Kreis zum Anfang des Buches, eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 17.03.2022
Darer, Harald

Mongo


sehr gut

Harald Darer provoziert durch seinen Titel Mongo, ein ganz klar abwertende Bezeichnung für einen Menschen mit Trisomie 21. Das Buch führt einen in die Welt von Katja, die mit einem Bruder namens Markus aufgewachsen ist, der Trisomie 21 hat. Katja ist nun schwanger und hat sehr große Ängste nun auch kein Kind mit Trisomie 21 zu gebären. Harry, ihr Mann, erzählt in dem Buch seine Geschichte. Seine Begegnungen als Kind mit Gleichaltrigen, die Trisomie 21 hatten und vor allen Dingen auch seine Beziehung zu seinem Schwager Markus. Es ist immer sehr wertschätzend und liebenswert erzählt und regt nicht zur zum Nachdenken, sondern auch manches Mal zum Schmunzeln an. Der Leser wird auf eine nette Art angeleitet, verschiedene Blickwinkel einzunehmen und das ist ein tolles Gefühl. Wie erlebt ein Mensch mit Trisomie 21 sich und seine Umwelt, eine Frage, die mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird!

Bewertung vom 19.02.2022
Böhm, Nicole

Golden Hill Touches / Golden Hill Bd.1


ausgezeichnet

Parker kehrt nach Montana zurück auf die Ranch seiner Großeltern. Was er als Jugendlicher als Strafe empfunden hat, soll heute sein Glück bedeuten. Er hofft seine verwitwete Großmutter, die in einem Altersheim lebt, zurück auf die Ranch zu holen und ihr somit einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Parker trifft dort auch wieder auf seine Jugendliebe Clay. Parker muss mit vielen Schwierigkeiten kämpfen und die Dorfbewohner haben seinen wenig rühmlichen und überstürzten Abgang von damals nicht vergessen. Einige geben ihm noch eine zweite Chance, andere Bewohnung können es einfach nicht vergessen und verzeihen was damals passiert ist.
Es ist schön zu lesen wie wichtig es ist, dass man nicht aufgibt, wenn es mal Schwierigkeiten gibt im Leben!
Der lockere Schreibstil und die Begegnung mit einer Jugendfreundin, die ihn zunächst bedroht und die Neugier darauf zu erfahren, was damals genau passiert ist, verspricht gute Unterhaltung.

Bewertung vom 12.02.2022
Leo, Maxim

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße


ausgezeichnet

Hartung ein erfolgloser Videothekenbesitzer wird von einem Journalisten sehr hartnäckig zu einer spektakulären Massenflucht befragt. Hartung soll als Stellwerksmeister einen Bolzen abgebrochen haben und so eine Umleitung eines Zuges nach West Berlin ermöglich haben. Es ist toll zu verfolgen was der Journalist mit den Informationen macht und wie Hartung nun zum Held wird. Auch der Journalist Landmann genießt Ansehen und Erfolg. Werden es die beiden Männer schaffen aus dieser Spirale der Lügen, die irgendwie immer größer wird, rauszukommen? Das Buch ist toll geschrieben und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Deutsch-Deutsche Vergangenheit. Es sind auch die kleinen Nebengeschichten wie eine Geburtstagsfeier im Späti gegenüber der Videothek, die das Buch so überaus lesenswert machen. Eine unbedingte Leseempfehlung und auch das Ende gibt Hoffnung auf das Gute im Menschen...

Bewertung vom 31.01.2022
Evaristo, Bernardine

Manifesto. Warum ich niemals aufgebe. Ein inspirierendes Buch über den Lebensweg der ersten Schwarzen Booker-Prize-Gewinnerin und Bestseller-Autorin von »Mädchen, Frau etc.«


sehr gut

Bernadine Evaristo schreibt mit ihrem Buch eine beeindruckende Biographie. Als Tochter einer weißen englischen Mutter und eines farbigen nigerianischen Vaters wächst sie im Süden Londons in einer ärmlichen Gegend auf. Immer wieder wird sie mit Rassismus konfrontiert, mal ist dieser offensichtlich als Rassismus zu erkennen, aber oft ist er auch subtil. Bernadine lässt sich nicht unterkriegen und kämpft auf verschiedenen Schauplätzen. Die 7 Kapitel zeigen auf was sie geprägt hat und was sie ausmacht. Mir hat das Buch gut gefallen zwischendurch war ich über die Bezeichnungen/Übersetzungen etwas irritiert. Vielleicht ist dies ein Buch, was besser im Englischen Original zu lesen ist. Der Schreibstil ist unterhaltsam, detailliert und reflektiert, manchmal war es mir etwas zu ausschweifend. Daher gibt es einen Stern Abzug.

Bewertung vom 06.01.2022
Steinfeld, Mimi

Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt)


sehr gut

Cressida, die Hauptfigur des Romans hat verschiedene Baustellen. Auf der einen Seite will sie mit ihren Schwestern die Asche ihrer Mutter im Englischen Garten verstreuen, so wie es ihr letzter Wille war, auf der anderen Seite ist da noch das Evvies das alte Bistro ihre Mutter, welches sie geerbt hat und mit dem sie nicht so richtig umgehen kann. Herr Lindholm, der Therapeut von Cressida, spielt ebenso eine wichtige Rolle, wie auch ihre Schwestern und Mika, der attraktive One-Night-Stand ihrer Mitbewohnerin. Das Buch lässt sich ohne besonderen Tiefgang nett weglesen, man muss an der einen oder anderen Stelle richtig schmunzeln. Die Charaktere sind interessant und liebenswert beschrieben und man taucht gut in die Geschichte ein. Es ist aber auch so, dass dies kein Buch ist, welches nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, für eine nette und unterhaltsame Urlaubslektüre ist es aber durchaus empfehlenswert.

Bewertung vom 04.11.2021
Rygiert, Beate

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher


ausgezeichnet

Das Buch ist toll, ich hätte auch noch mehr Punkte vergeben. Es geht um beeindruckende Frauen, die im Ullstein Verlag arbeiten. Rosalie, eine Frau von Welt, die zwischen Paris und Berlin pendelt, lernt den Generaldirektor Dr. Franz Ullstein kennen. Dieser verliebt sich total in Rosalie und macht ihr einen Antrag. Die gesamte Geschäftsführung und die gesamte Familie Ullstein machen dem Paar das Leben schwer und es gibt interessante Intrigen. Und dann ist da noch Kobra, der eine leidenschaftliche Rolle im Leben von Rosalie spielt. Die anderen Charaktere sind Vicki Baum eine erfolgreiche Autorin und ihr Tippfräulein (dieser Begriff hat mich immer wieder schmunzeln lassen) und Emil der Verlobte des Tippfräuleins. Emil möchte gerne als Fotograf im Ullstein Verlag arbeiten und geht dafür durch eine harte Schule. Der Schreibstil der Autorin Beate Rygiert nimmt uns mit direkt in das Berlin der goldenen Zwanziger. Es ist kurzweilig und interessant geschrieben und macht mich richtig neugierig auf den Ullstein Verlag. Dieser war mir zwar ein Begriff, aber mehr kannte ich auch als fast Berlinerin damit nicht anfangen. Es lohnt sich die Geschichte zu entdecken!