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Uli
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86637 Wertingen

Bewertungen

Insgesamt 562 Bewertungen
Bewertung vom 01.04.2025
Kinkel, Tanja

Im Wind der Freiheit


ausgezeichnet

Ich liebe die historischen Romane von Tanja Kinkel, doch dieses Buch ist sehr politisch angehaucht und zeigt die Situation der Frauen und deren Rechte um 1848 herum. Hier geht es vor allem um die Märzrevolution von 1848 und den Maiaufstand von Dresden. Louise Otto stammt aus einem gut bürgerlichen Haus, sie war schon immer sehr wissbegierig und las schon damals die Zeitungen ihres Vaters. Sie war eine sozialkritische Schriftstellerin und setzte sich in der Frauenbewegung für Freiheit und Selbstbestimmung ein. Im Rahmen einer ihrer Recherchen trifft sie auf Susanne Grabasch, einer jungen Frau, die in einer Fabrik arbeitet und deren Besitzer die Frauen ausgebeutet hat. Als Susanne sich für eine verletzte Freundin einsetzen will, wir ihr und ihrer Mutter gekündigt. Sie schlägt sie als Prostituierte durch und lernt einen charismatischen Mann kennen, der sie als Spionin anwirbt. Von nun an mischt Susanne in der Bewegung mit, lernt Mitstreiter wie z.B. Amelie Struwe, Robert Blum und noch einige mehr kennen. Doch durch ihre Spionagetätigkeit kommt sie in einen Zwiespalt, will sie doch alles tun, damit es ihrer lungenkranken Mutter gut geht. Die Autorin hat hier die Politik zu dieser Zeit mit dem Lebensweg zweier wirklich bewundernswerter Frauen vermischt, zumal die Otto, Struwe, Blum und noch einige in dem Buch vorkommenden Protagonisten reelle Personen sind, die tatsächlich sehr aktiv in der revolutionären Bewegung waren, während Susanne eine fiktive Romanfigur ist. Die Autorin hat bei diesem Buch sehr umfangreich recherchiert und ist tief in die politische Vergangenheit eingetaucht. Hier überwiegt nicht die romantische Liebe, sondern wir erfahren, wie hart die Menschen für die Demokratie in Deutschland gekämpft haben und wieviele der Mitstreiter dabei getötet oder inhaftiert wurden. Ein Buch über die geschichtliche Vergangenheit, die uns nachdenklich zurück läßt.

Bewertung vom 31.03.2025
Grägel, Gudrun

Caffè Latte mit Schuss


ausgezeichnet

Dies ist bereits das sechste Buch über die Spitzenköchin Doro Ritter und ihren Lebensgefährten Vinc. Doro und Vinc machen Urlaub bei einem Bekannten in Malcesine am Gardasee. Doro muß ihren maledierten Finger auskurieren und Vince hilft seinen Bekannten Danilo bei der Renovierung des Häuschen für dessen Nonna. Doch wo Doro auch ist, stets scheint sie Kriminalfälle anzuziehen. In einer Höhle werden die Skelette zweier Personen gefunden. Es handelt sich um das vor über 20 Jahren verschwundene Liebespärchen und man dachte damals, die zwei wären fort um ein neues Leben anzufangen, da Maria einem anderen Mann bereits versprochen war. Die Polizei verhört nochmals die Zeugen von damals, aber irgendwie kommen sie dabei nicht voran. Da beginnt natürlich wie Immer Doro mit ihren Recherchen und macht einige neue Entdeckungen, die etwas mit dem Mord an Maria und Marco zu tun haben. Doch dann wird auf Vinc ein Anschlag verübt und wenig später auch auf Doro. Aber auch auf Maurizio, der Maria damals heiraten sollte und dessen Frau Emilia wird nach dem Leben getrachtet. Die Autorin präsentiert uns so einige Verdächtige, die daran Interesse gehabt hätten, das Pärchen aus der Welt zu schaffen, aber all dies erweist sich als Trugschluß. Wie immer ist das Buch mehr als interessant geschrieben, der Spannungsbogen erhöht sich von Seite zu Seite. Die Sprache ist leicht und sehr gut verständlich, die Charaktere werden alle sehr gut herausgearbeitet und die Landschaft ist derart naturnah beschrieben, man riecht den Gardasee, sieht die Sonnenuntergänge und sieht sich in einer Pizzeria sitzen mit einem Glas Wein. Natürlich machen beim Lesen Doros und Nonnas Kochkünste unheimlichen Appetit und lassen einem das Wasser im Munde zusammenfließen. Was mir besonders gut gefällt, sind die Überschriften der einzelnen Kapitel, zuerst auf italienisch verfaßt und dann auf deutsch. Auf der Innenseite des Umschlages befindet sich ein Personenverzeichnis und eine Karte, in der man die gesamte Umgebung nachschauen kann. Und wie bei jedem Buch sind am Ende diese herrlichen Rezepte zum Nachkochen, diesmal zum 80. Geburtstag der Nonna Rosa. Das Cover zeigt uns den Gardasee in all seiner Schönheit. Ich warte schon auf die Fortsetzung mit Doro, Vinc und Rambo.

Bewertung vom 29.03.2025
Ward, Julia

Der wollüstige Fürst und das scharfe Bauernmädchen Historischer Erotik-Roman


ausgezeichnet

Julia Ward ist eine Autorin, die es versteht, Erotikromane zu schreiben, die auch Frauen gefallen. Nichts an ihren Büchern ist abstoßend oder vulgär, sondern mit ihrer wirklich tollen Sprache hat sie den richtigen Dreh raus. Hier handelt es sich um einen historischen Roman, wie es mir immer gefällt, denn er zeigt, dass die Menschen schon immer sehr viel Spaß am Sex hatten. Lia ist ein armes Bauernmädchen, das an den Fürstenhof verschachert wird. Voller Angst trifft sie dort ein, denn wie wird man sie dort behandeln. Der Fürst aber verliebt sich in die Schönheit und sie feiern ihre Liebe mit ausgefallenen Sexspielen, Orgien, nichts bleibt von ihnen unversucht, die Gier nacheinander läßt alles geschehen. Doch alles muß im Verborgenen bleiben bis ein Dritter dahinterkommt und bei den Liebesspielen mitwirken will. Ein Buch, bei dem man sich in Träumen wiederfindet.

Bewertung vom 28.03.2025
Abresch, Michaela

Die verborgene Erinnerung


ausgezeichnet

Ein Wohlfühlbuch fürs Herz, das den Leser in das wunderschöne Gotland in Schweden entführt. Mella muß´für Recherchen dienstlich nach Gotland reisen, dem Heimatland ihrer Mutter Ingrid. Diese hat ihre Heimat verlassen, nachdem Mellas Vater tödlich verunglückt ist. Über die Zeit in Schweden mag die Mutter nicht reden, auch über den Vater spricht sie nicht. Zur gleichen Zeit in Gotland stirbt Siris Mutter und sie trennt sich auch von ihrem Partner Mattis. Als Siri in den Unterlagen tief hinten im Schrank ein Bild findet, das ihre Mutter mit ihr als Baby und eine andere Frau ebenfalls mit einem Kleinkind entdeckt, will sie näheres dazu erfahren. Aber jeder hüllt sich ins Schweigen. Nun beginnt Siri nachzuforschen und endlich findet sie eine Spur. Zwischen den einzelnen Kapiteln, die jeweils aus der Sicht von verschiedenen Personen geschrieben sind, finden sich Auszüge von Liebesbriefen aus dem Jahr 1982 an einen gewissen Rikard, die wirklich herzzerreißend geschrieben sind, voller Liebe und Innigkeit. Und was mit dem Leben der einzelnen Protagonisten beginnt, vermischt sich dann am Ende zu einem Handlungsstrang, der so gefühlvoll ist, dass einem Tränen in die Augen steigen. Ich habe das Buch verschlungen, gezittert und gehofft mit den Personen. Gotland ist so bezaubernd beschrieben, die einzigartige Natur dort wird uns bildlich vor Augen geführt. Die Autorin beschreibt die Charaktere der Menschen wirklich total, real so dass man meint, Mella, Siri, Ingrid und alle anderen persönlich zu kennen. Die Ausdrucksweise und der Stil sind gut verständlich, die Sprache ist sehr bildlich und die Kapitel sehr emotionsgeladen. Wer ein Herz-Schmerz-Buch lesen will, ist hiermit gut bedient, aber es sei hier auch erwähnt, dass das Buch sehr in die Tiefe geht. Am Schluß haben wir uns in die kleine Insel in der Ostsee verliebt. Das Cover zeigt uns eine schwedische Landschaft mit einem Leuchtturm.

Bewertung vom 24.03.2025
Sünner, Rüdiger

Seelenlandschaften


ausgezeichnet

Ein Buch, das wirklich für die Seele ist und den Menschen in Gleichklang mit der Natur bringt. Gerade in unserer hektischen Zeit tut es gut, sich dieses Buch zu Gemüte zu führen. Der Autor versteht es unheimlich gut, den Leser ein wenig von der Hektik zu nehmen und ihn auf eine Reise durch Deutschlands verwunschenste Orte zu führen. Da er selbst unter seiner alkoholkranken Mutter und dem strengen Vater zu leiden hatte, hat er schon sehr früh das Gespür für solche spirituellen Orte empfunden. Zu Beginn des Buches wird uns der Begriff Seelenlandschaften genauer erklärt. Als solche sind z. B. de Kulturorte der Germanen im Opfermoor, die Felsen der Götter im Teutoburger Wald, die heiligen Steine bei Wildeshausen, die Teufelsmauern im Harz, der Märchenwald der Gebrüder Grimm um nur einige Beispiele aus dem Buch zu nennen, erklärt. Auch wird uns Frau Holle in den verschiedensten Varianten nähergebracht. Der Rhein, die Loreley. Mytische Kulturstätten, Orte voller Magie, Märchen, romantische Gedichte, Sagen lassen uns beim Lesen Revue passieren. Unheimlich schöne Fotos bebildern das Buch, lassen uns von Hexen Feen und Kobolden träumen. Besonders die wunderschöne Bilder von Caspar David Friedrich lassen uns das Geheimnis um die Insel Rügen erfassen. Der Autor weist aber auch darauf hin, dass die Nazis vieler dieser Stättenfür ihre Politik mißbraucht haben. Aber auch die in Mode gekommene Esoterik hat mit den Seelenlandschaften überhaupt nichts zu tun. Dieses Buch hat auf mich einen besonderen Reiz ausgeübt und man kann es immer wieder zur Hand nehmen und sich in den verschiedenen Kapiteln vertiefen, Friede finden und man merkt, dass der Mensch nur endlich ist. Schon allein den Einband mit den alten Mauern zu betrachten, macht demütig. Die Aufmachung des Buches an sich ist sehr gut gelungen und macht aus dem Buch etwas Besonderes.

Bewertung vom 22.03.2025
Godfrey, Rebecca;Jamison, Leslie

Peggy


ausgezeichnet

Eine Romanbiografie über die Kunstsammlerin Peggy Guggenheim. Die Guggenheims, eine jüdische Familie, waren bekannt für ihren Reichtum. Peggy wuchs mit ihren beiden Schwestern in New York auf, der Vater ging mit der Titanic unter. Peggy war schon immer gegen die Etikette, umgab sich gerne mit Suffragetten und wollte ihr Leben ohne Konfessionen leben. Mit ihrer Schwester Benita fühlte sie sich eng verbunden, die leider viel zu früh verstarb. Ihre jüngere Schwester Hazel war psychisch etwas angeschlagen. Bald ging Peggy nach Paris, arbeitete in einer Buchhandlung und machte dort Bekanntschaft mit Künstlern und Intellektuellen. Sie heiratete zweimal angebliche Schriftsteller bekam zwei Kinder und hatte viele Liebhaber. Sie war sehr großzügig und unterstütze so manche notleidenden Künstler. Sie gründete ihre Galerie in New York und ging später in reiferen Jahren nach Venedig. Man Ray machte Aufnahmen mit ihr, sie schwebte durch Künstlerlokale und war eine Bohemie. Das Buch beginnt im Jahre 1912 und der Epilog endet 1958. Ein wirklich gelungenes Buch, das die Zerrissenheit der reichen Erbin zeigt, immer auf der Suche nach Glück und Liebe. Es werden auch Alltagssituationen beschrieben, teilweise ein wenig langatmig. Aber vielleicht kommt es dadurch, dass die Autorin dieses Buchen während des Schreibens verstarb und ihre Freundin praktische das Buch fertigstellte und überarbeitete. Mich hat die Familie Guggenheim schon immer interessiert und dieses Buch hat mir einige neue Details eröffnet. Der Schreibstil läßt sich gut lesen, man fliegt durch die Kapitel, will man doch am Leben der Protagonistin teilhaben. Die Umschlagseite ziert ein buntes Gemälde, ich würde es als einen Ballon interpretieren.

Bewertung vom 19.03.2025
Kindler, Sonja

Schwarzwälder Treibjagd


ausgezeichnet

Die Schwarzwaldkrimis von Sonja Kindler faszinieren mich immer wieder, zumal sie brisante und aktuelle Themen aufgreift wie hier z.B,. die Umwelt. Die 15jährige Michi Martin wird tot auf den Treppen der Kapelle am Fürstenberg aufgefunden, blutüberströmt. Sie ist ei n Scheidungskind und ihr letzter Aufenthalt und ihr letzter Kontakt war der mit ihrem Vater, einem Befürworter der Windräder. Michi selbst ist Umweltaktivistin und tritt für eine gesunde Umwelt und für das Tierwohl ist, ist auch auf verschiedenen Foren damit unterwegs. Erst kürzlich wurde sie dabei erwischt, als sie bei einem Bauern die Wände mit Farbe besprüht hat. Die beiden Kommissarinnen Ines und Emma sind mit den Ermittlungen beauftragt. Sehr hilfreich dabei ist der junge IT-Kollege. Doch dann passiert ein weiteres Unglück. Der Landrat wurde bei einer Treibjagd schwer verletzt. Jemand scheint auf ihn geschossen zu haben. Auch er ist ein Befürworter der Windräder. Wie sich jetzt herausstellt, hat er schon Drohbriefe erhalten. Hängen die beiden Taten miteinander zusammen? Wer will den Bau eines Windradparks verhindern? Das Buch ist derart spannend geschrieben, die Kripo ermittelt Non.-Stop. Mehrere Verdächtige werden befragt, aber jede dieser Spuren erweist sich als falsch. Es wird akribisch danach gesucht, mit wem Michi auf Social Media Kontakt hatte. Die Sprache der Autorin ist leicht verständlich und sehr gut zu lesen. Sie beschreibt die Charakter sehr anschaulich und man kann sich die Menschen sehr gut vorstellen. So spannend der Krimi auch ist, es gibt immer wieder etwas, was uns zum Schmunzeln bringt. Neben dem aktuellen Fall wird auch auf das Privatleben der Ermittler eingegangen, was all dem eine persönliche und ich würde sagen etwas intimere Einblicke gibt. Ein Buch mit sehr großem Unterhaltungspotenzial. Und dann stellen wir am Ende fest, dass uns Sonja Kindler ganz raffiniert und gezielt auf eine falsche Fährte gelockt hat und wir mehr als überrascht und verwundert sind, als sich die Lösung des Falles auftut. Das Cover zeigt Windräder über denen das Abendrot friedlich leuchtet, jedoch der Vordergrund dunkel und gefährlich scheint.

Bewertung vom 18.03.2025
Arth, Julius

Die Brücke von London


ausgezeichnet

Ein historischer Roman über die London Bridge, die längste und bewohnte Brücke in Europa überhaupt Das Buch spielt in zwei Zeitzonen. Einmal um 1202 und einmal im 1749 und jeweils steht die Brücke im Mittelpunkt des Geschehens. Von der Entstehung bis deren Ariß. Juliana Hamley führt ein Tuchgeschäft im ehemaligen Kapellhaus direkt an der Themse. Ihr inzwischen verstorbener Mann hat ihr nur Schulden hinterlassen und die Gläubiger fordern ihr Geld. Als sie eines Tages einen Waisenjungen kurz vor dem Ertrinken aus der Themse rettet und ihn aufpäppelt, will er ihr seine Dankbarkeit zeigen und so kommt der Kontakt mit einem Kapitän zustande, der im Kapellhaus die Schmuggelware unterbringt. Aber nach und nach ziehen die Händler von der Brücke weg, da die Kunden wegbleiben, da eine zweite Brücke gebaut werden soll. Oliver ist der neue Gehilfe des Brückenmeisters und bei seinem Rundgang verliebt er sich in Juliana, die inzwischen auch die Freunde des Waisenjungen Alder aufgenommen hat, die sie tatkräftig unterstützen. Die biedere Geschäftsfrau entwickelt sich nach und nach zu einer ruchlosen Kämpferin. Aber auch der Brückenmeister und sein Neffe scheinen in krumme Geschäfte verwickelt zu sein, wobei auch ein Arbeiter zu Tode gekommen ist. Doch dann fliegt das Schmuggelgeschäft auf. Was wird aus Juliana und den Kindern? Im zweiten Handlungsstrang geht es um die Seherinnen Estrid und Sibilla. Beim Bau der Brücke gibt es einige Unglücksfälle, die beiden Frauen haben es vorausgesehen, werden aber als Hexen verfolgt. Und dann einen sich plötzlich die beiden Handlungsstränge zu einem Ganzen. Ich bin von dem Buch total fasziniert. Der Autor führt uns gekonnt in das Leben der damaligen Zeit. Man sieht bildlich den Schmutz in den Straßen der armen Bevölkerung, die Bettler. Und andernteils frönen die reichen Leute wie auch der Brückenmeister ihren Lastern, Essen, Trinken, Huren, Betrügen. Ein Menschenleben ist ihnen gar nichts wert. Die Sprache ist klar und deutlich und der geschichtliche Inhalt ist derart spannend verarbeitet, man fliegt von einem Kapitel zum nächsten, zumal die Brücken keine Utopien sind sondern Bauwerke, die wirklich existierten. Die Charaktere sind derart gut beschrieben, man kann sich das Wesen der einzelnen Personen vorstellen und kann sich auch ein Bild von ihnen machen. Nach der Lektüre des Buches ist das Interesse für diese Brücke geweckt und man macht sich weiter kundig. Das Cover finde ich wunderschön, fast wie ein Gemälde. Es Ausschnitte der Brücke mit deren Geschäften und im Vordergrund sieht man Juliana und Alder stehen.

Bewertung vom 11.03.2025
Jaeggi, Christine

Die Meisterdiebin


ausgezeichnet

Dieses Buch ist ist die Geschichte einer reellen Peraon und die Autorin hat sich die dichterische Freiheit genommen, das Buch in Anlehnung an die damaligen Ereignisse zwischen1936 und 1946 zu schreiben. Der Anfang beginnt damit, dass die Meisterdiebin Elise nach einem Einbruch im Zimmer einer Baronin gefasst wurde. Im Zuge dessen macht Elise dann einen Rückblick auf ihr ganzes Leben und es beginnt mit er Kindheit, die sie eine zeitlang in Sumatra verbracht hat. Schon als kleines Mädchen konnte sie Ungerechtigkeiten nicht ertragen. Nachdem die Familie in Sumatra einen ungeheuerlichen Schicksalsschlag erlitten hat, kehrte die Mutter mit den Kindern nach Österreich zurück. Elise und ihrer Schwester Adele mangelte es an nichts, denn die Mutter besaß ein großes Kaufhaus und der Großvater hatte ein Juewliergeschäft, wo sich Elise sehr gerne aufhielt. Aber dann griff der Nationalsozialismus um sich, Hitler kam an die Macht und da die Familie jüdisch war, wurde das Kaufhaus geschlossen. Nach einer weiteren Katastrophe emigrierte Elise zu einer Tante in die Schweiz. Da sie aber Mutter und Schwester nachholen wollte, mußte sie für die Beiden eine hohe Bürschaft aufbringen. Sie zerbrach sich den Kopf, wie sie diese Summe zusammenbringen sollte, denn als emigrierte Person durfte sie nicht arbeiten. Und als sie an Sylvester von einem Mann nach Davos eingeladen wurde, kam ihr die Idee, die reichen Nazis zu bestehlen. Elise gelang es ein Jahrzehnt lang, die Einbrüche derart geschickt zu machen und auch die Schmuckstücke gut zu verkaufen, dass kein Mensch ihr auf dei Schliche kam und dann sind wir wieder am Beginn der Geschichte. Die Autorin versteht es wunderbar, uns die Zeit der damaligen Naziregierung näherzubringen, die Männer der SS, die Schickane mit den Juden. Und obwohl Elise bei ihren Einbrüchen unheimlich dreist und raffiniert vorgegangen ist, hat man mit dieser Frau doch Mitleid und Sympathie. Das Buch ist mit wunderbaren Worten geschrieben, die Sprache ist ausdrucksvoll und dennoch leicht und man liest sich ohne viel Unterbrechung von einem Kapitel zum nächsten. Eine wundervolle Unterhaltung, aber ständig lebt man in Angst, ob Elise nicht gefaßt wird. Das Cover ist in schwarz/weiß/rot gehalten und zeigt eine wunderschöne Frau, die den Hut tief in die Stirn gezogen hat. Eine sehr edle Aufmachung.

Bewertung vom 09.03.2025
Winter, Thilo

Die Herde


ausgezeichnet

Thilo Winter hat hier wieder ein ökologisches Buch geschrieben und weist uns immer wieder daraufhin, dass der Eingriff der Menschen die Natur und die Umwelt total zerstört. In diesem Buch wird uns erschreckend klar, was geschehen kann, wenn wir unseren Planeten weiter so ausbeuten. Während des Lampionfests in China wandert eine Herde von Elefanten nach Norden und zerstört dabei ganze Dörfer. In Thailand greifen Affen in einer Tempelanlage Menschen an und in Houston besetzen eine Schar von Vögeln ein Kaufhaus und die Plätze darum herum und verschmutzen alles total. Niemand weiß, warum die Tiere derart aggressiv reagieren. Zu dieser Zeit hält sich der schwedische Biologe Peter Danielsson, der das Leben der Zwerggans erforschen will, in China auf und trifft bei einem Vortrag auf die Ingenieurin Sui, die den Bau eines Staudamms leitet. Peter fürchtet dadurch um den Eingriff in das Leben verschiedener Tiere. Doch dann ein plöttzlicher Alarm und sie erfahren die Wanderung der Elefanten und dass Großwildjäger auf die Tiere angesetzt werden. Sui und Peter wollen das verhindern, aber der Gouveneur sieht dazu keine Veranlassung. In abenteuerlicher WeIse verfolgen sie die Elefanten und wollen sie retten und wieder in ihre alte Heimat zurücklocken. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, die Wilderer lassen sich nicht aufhalten und die Tiere werden immer panischer. In einem anderen Handlungsstrang ist Abel, Peters Vater, ein Archäologe dabei, in einer Pyramide den fehlenden Teil eins Freskos zu finden und zu erforschen. Jedoch will die einheimische Bevölkerung dies unter allen Umständen verhindern und auch hier steht das Leben von Abel auf dem Spiel. Ein Buch, das sehr interessant ist und den Leser von einem Abenteuer in das nächste führt, ständig ist damit zu rechnen, dass die Angelegenheit eskaliert und nichts mehr zu retten ist. Die Sprache des Autors ist sehr gut zu verstehen und zu lesen, der Spannungsbogen ist immer sehr hoch angesetzt. Da es einige verschiedene Handlungsstränge sind immer Cliffhanger endet und dann ein anderer Handlungsstrang beginnt, kann man das Buch letztendlich nicht mehr aus der Hand legen und man ist gezwungen, immer weiter zu lesen. Durch die verschiedenen Länder fühlt man sich in eine andere Welt versetzt: China, Houston, Thailand, Mexiko. Es ist einfach grandios, sich immer in anderen Gebieten wieder zu finden. Ein sehr unterhaltsames Buch aber auch eines, das sehr nachdenklich macht. Denn wir Menschen machen uns die Erde immer mehr untertan und die Tiere und das Klima leidet darunter. Am Ende des Buches fügt sich alles zu einem Ganzen zusammen und wir erfahren, aus welchem Grund die Tiere auf der Flucht waren. Das Nachwort ist sehr gelungen und der Autor nimmt auf die verschiedenen Ereignisse Bezug und erklärt sie. Das schwarze Cover zeigt einen riesigen Elefanten. Es ist sehr gut gestaltet.