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jutscha
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Hunsrück

Bewertungen

Insgesamt 164 Bewertungen
Bewertung vom 07.09.2021
Olderdissen, Bernadette

Hamburg - HeimatMomente


ausgezeichnet

Wunderschöner Reiseführer der anderen Art mit viel Insiderwissen und Kuriositäten

Bernadette Olderdissen hat hier einen wunderschönen und reich bebilderten Reiseführer der anderen Art geschaffen, der aufgrund seiner kleinen Größe auch noch perfekt in Hand- oder Jackentasche passt. Man darf hier jedoch nicht die „Sehenswürdigkeiten der Massen“ erwarten. Stattdessen gibt es Geschichten rund um Hamburg mit Witz und Charme, die sicher auch viele Einheimische gar nicht kennen.

Der erste Eindruck des Buches war absolut positiv. Der Umschlag fühlt sich schon sehr angenehm an, weil er so glatt ist. Das Cover mit der Elbphilharmonie gefällt mir und auch die Haptik ist sehr angenehm. Auch das Papier innen ist sehr hochwertig, schön glatt und nicht so anfällig für Eselsohren.

Im Buch sind wirklich schöne Fotos enthalten, die durch das glatte Papier sehr gut zur Geltung kommen. Die Einteilung in Osten, Süden, Westen, Norden und das „Herz“ Hamburgs und die Überschriften weisen schon mal darauf hin, um was es in den Kapiteln geht. Da gibt es Geschichten rund um die Beatles, um verborgene Cafés in historischen Ruinen, leckeres Essen und interessante Museen, aber auch schöne Spazierrouten fehlen nicht.

Klasse und wunderbar passend finde ich das kleine Wörterbuch für Hamburg am Ende des Reiseführers. Einige Wörter waren mir bereits bekannt, andere neu, aber alle sind mega interessant und passen super gut in dieses Buch. Für einen Nicht-Hamburger sind sie nicht immer gleich verständlich, erschließen sich diesen Lesern nach kurzem Nachdenken aber doch, zumal sie auch alle nochmal übersetzt sind.

Restaurantempfehlungen, Öffnungszeiten und Angaben zum ÖPNV findet man in diesem speziellen Reiseführer genauso wie liebevoll erzählte Geschichten rund um die Region, wunderschöne Fotos und viel Humor. Das Buch birgt viel Hintergrundwissen, ist geistreich und witzig erzählt und ist nicht nur für Touristen, sondern oder gerade auch für Einheimische eine tolle Fundgrube über die Geschichte rund um Hamburg. Leider sind die Stadtkarten durch das kleine Format etwas zu klein geraten, aber darüber kann ich hinwegsehen.

Ich kann das Buch von Herzen empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen für dieses einmalige Leseerlebnis.

Bewertung vom 02.09.2021
Bordoli, Ladina

Das Fundament der Hoffnung / Mandelli Saga Bd.1


ausgezeichnet

Extrem fesselnde Geschichte in den 1950er Jahren über eine starke Frau in einem Männerberuf

Protagonistin Aurora ist die Tochter eines Bauunternehmers. Schon als Kind nahm sie gerne eine Kelle in die Hand und baute Sandburgen. Doch als Tochter wurde man in den 1950er Jahren eher auf ein Leben als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Als jedoch ihr Bruder stirbt und der Vater in eine Depression abdriftet, bleibt es an ihr, die Firma aufrecht zu erhalten. Sie stürzt sich Hals über Kopf in die Verantwortung und ist motiviert und voller Tatendrang, auch wenn der Tod des Bruders alles überschattet. Es gelingt ihr mit Hilfe eines Angestellten, begonnene Aufträge abzuarbeiten und sogar neue zu bekommen. Doch es werden ihr mehr und mehr Steine in den Weg gelegt. Es geht sogar so weit, dass ihre Ideen von anderen Firmen ausgeführt werden. Doch Aurora ist ein Dickkopf und fest entschlossen, das Erbe und Lebenswerk ihres Vaters zu retten. Und so kämpft sie wie eine Löwin um Familie und Firma. Doch wird es ihr wirklich gelingen, auf Dauer diesen Stress und die ständigen Rückschläge zu verkraften?

Bei dem Roman handelt es sich um eine Dilogie, doch dieser erste Teil ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig gelesen werden. Auroras Geschichte hat mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist wunderbar fließend und locker geschrieben, dabei aber absolut fesselnd, so dass ich gleich in die Geschichte eintauchen konnte. Zudem stand immer eine gewisse Spannung im Raum. So liebe ich es. Aurora ist eine Protagonistin, die mir sogleich sehr sympathisch war und die ich mir gut als Freundin vorstellen könnte. Sie ist gradlinig und ehrlich und setzt sich ohne zu zögern für ihre Familie und das Unternehmen ein. Da die Protagonistin in der gleichen Sparte arbeitet, kommt alles auch sehr authentisch rüber.

Ich fand die Geschichte einfach super. Es war total spannend zu erleben, wie schwierig es für eine Frau in den Nachkriegsjahren war, in eine Männerdomäne einzutauchen und wie Aurora es schafft, mit den ganzen Anfeindungen und Rückschlägen klar zu kommen. Sehr beeindruckend fand ich auch, dass die Autorin auch eine dieser starken Frauen in Männerberufen ist. Den Roman kann ich wirklich empfehlen. Er ist für mich 5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung wert.

Bewertung vom 14.06.2021
Jaeggi, Christine

Wellenglanz und Inselträume (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Wundervoller Ausflug in ein Hotel auf Mauritius und in die Welt der Riesenschildkröten - fast wie Urlaub

Bewertung vom 03.06.2021
Castronovo, Anna

Kaktusfeigen (eBook, ePUB)


sehr gut

Herrlich überspitzter Sizilienroman über ein altes Familiengeheimnis - köstlich

Protagonistin Linda ist alleinerziehende Mutter ihrer fünfjährigen Tochter Hanna. Von dem „Erzeuger“, wie Linda Hannas Vater nennt, wurde sie schon ganz früh verlassen. Auch ihre Mutter war alleinerziehend. Von ihrem sizilianischen Vater weiß sie so gut wie nichts, weil ihre Mutter Mitzi einfach nichts erzählt. Sie weiß aber, dass sie eine Zwillingsschwester hatte - Lucia. Angeblich ist sie bei der Geburt gestorben, aber irgendwie glaubt Linda nicht daran, denn sie träumt immer wieder von ihr.

Kurz entschlossen fährt Linda mit Hanna nach Sizilien, um auf eigene Faust etwas über ihren Vater und dessen Familie herauszufinden. Und tatsächlich findet sie ihre sizilianische Großfamilie, eine explosive Mischung aller Charaktere, und nicht jeder ist ihr wohlgesonnen. Dennoch fühlen sich Hanna und Linda in Sizilien pudelwohl, genießen Strand und Sonne, gutes Essen, viel Palaver und vor allem Spaghetti mit Tomatensoße.

Doch was wird Linda über ihren Vater herausfinden? Ist Lucia wirklich gestorben? Wer weiß überhaupt nach so langer Zeit noch etwas über die damaligen Umstände? Zum Glück findet Linda Menschen, die ihr wohlgesonnen sind, sie mit offenen Armen aufnehmen und ihr die Marotten der Sizilianer näherbringen.

Die Reise mit Linda und Hanna nach Sizilien hat mir sehr viel Spaß gemacht. Obwohl es sehr turbulent und lustig war, finden auch ernste Themen wie z.B. das Flüchtlingsproblem ihren Platz. Überhaupt hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Er ist flüssig, sehr gut lesbar und vor allem absolut fesselnd. Bayerische Schimpfwörter finden darin ebenso Platz wie italienische Ausdrücke. Es war mir gut möglich, mich in die Protagonistin hinein zu versetzen und ihre Freude und Sorgen nachzuvollziehen. Die Eigenheiten der Bayern in Form von Lindas Mutter Mitzi als auch der Sizilianer in Form von Lindas Großfamilie wurden teilweise sehr überspitz dargestellt, aber ich fand es einfach wunderbar und sehr unterhaltsam.

Für mich war es das dritte Buch der Autorin, wobei ich die anderen beiden Geschichten ein klitzekleines bisschen besser fand. Die Geschichte „Kaktusfeigen“ endet mit einem kleinen Cliffhanger und es wird eine Fortsetzung geben, der ich sehr entgegenfiebere. Für mich ist die Geschichte gute 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung wert.

Bewertung vom 18.04.2021
Gercke, Martina

Liebe schmeckt so süß


ausgezeichnet

Haute Cuisine trifft Liebe - romantische Liebesgeschichte mit einer gehörigen Portion Humor

Es handelt sich hier um Band 7 der Reihe um die Mädels-WG in der Londoner Portobello-Road. Jeder Teil der Reihe ist jedoch in sich abgeschlossen und ohne Vorkenntnisse lesbar. Ich persönlich hatte jedoch bei den ersten beiden Kapiteln so meine Probleme mit den vielen Namen und vorangegangenen Geschichten, wer wo wohnt, wer mit wem zusammen ist und wer welchen Beruf hat. Da habe ich mir gewünscht, zuerst die Vorgängerbände gelesen zu haben. Mit Kapitel 3 hat sich das jedoch gebessert und ich konnte die Mädels einigermaßen zuordnen. Das soll sich jedoch nicht auf meine Bewertung auswirken, denn ich hätte ja auch bei Teil 1 anfangen und mich langsam durcharbeiten können.

Protagonistin Zoey ist Köchin in dem angesagten kleinen Restaurant Heaven´s Place und mit ihrem Leben sehr zufrieden. Sie lebt in Notting Hill zusammen mit ihren Freundinnen in einer WG. Als ihr Chef Chris einen neuen Souschef einstellt, ist sie wenig begeistert, denn der Mann ist ausgerechnet Schotte, und dagegen hat sie so ihre Vorurteile, zumal der letzte Kollege auch Schotte und eine Katastrophe war.

Dumm nur, dass der neue Souschef Cole ein Bild von einem Mann ist, immer gut gelaunt und fachlich wirklich viel drauf hat. Ruckzuck hat er auch ihre Kollegen um den Finger gewickelt. Das passt Zoey gar nicht, denn es ist IHRE Küche! Da darf ihr keine dazwischenfunken! Doch Cole ist die Ruhe in Person, schlagfertig und charmant. Und seine Desserts sind der Hammer.

Doch welches Geheimnis umgibt ihn? Ist er wirklich am Heaven´s Place interessiert? Und wie steht er zu ihr? Will er ihren Job? Oder will er ihr Herz?

Ich habe eine leichte Sommergeschichte erwartet und wurde nicht enttäuscht. Zoey ist eine Protagonistin, die mir sogleich sehr sympathisch war und die ich mir gut als Freundin vorstellen könnte. Sie ist gradlinig, fleißig und ehrlich. Der Schreibstil ist wunderbar fließend und locker geschrieben, so dass ich (nachdem ich die vielen Namen, Berufe und Beziehungen verinnerlicht hatte) gut in die Geschichte eintauchen konnte. Das Tüpfelchen auf dem i sind die witzigen Dialoge und die flotten Sprüche, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten.

Ich fand die Geschichte sehr unterhaltsam und ideal als leichte Lektüre im Sommer. Auch das Quentchen Romantik und Liebe hat nicht gefehlt. Ich habe mich in diesem kleinen Restaurant pudelwohl gefühlt und sehe die Protagonistin quasi vor mir, wie sie ein wundervolles Dessert kreiert. Das zaubert auch mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich gebe dieser wundervollen Geschichte 5 von 5 Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die dieses Genre lieben.

Bewertung vom 15.04.2021
Spratte, Annette

Die Kannenbäckerin


ausgezeichnet

Absolut fesselnder Roman über das Töpferhandwerk im Westerwald während des 30jährigen Krieges

Johanna Hatterod verliert als 13jährige während des 30jährigen Krieges ihre gesamte Familie innerhalb weniger Tage an die Pest. Verzweifelt teilt sie ihrer Nachbarin mit, dass sie sich zu ihrem ihr unbekannten Onkel, einem Bruder ihres Vaters, durchschlagen will, der im Westerwald dem Töpferhandwerk nachgeht. Diese empfiehlt Johanna, sich als Junge zu verkleiden und schneidet ihr die Haare ab. Auch wenn sie sich auf ihrer mehrtägigen Reise ins Ungewisse mehrfach in brenzligen Situationen wiederfindet, schafft sie es doch zu ihren Verwandten, die sie aufnehmen. Allerdings gibt sich Johanna weiterhin als „Johann“ aus. Ihr gesundheitlich angeschlagener Onkel Wilhelm unterweist sie im Töpferhandwerk, für das sie ein außergewöhnliches Talent besitzt. Als Mädchen hätte sie diese Chance wahrscheinlich nie bekommen. Doch wie lange kann sie diese Maskerade aufrecht erhalten?

Der Westerwald ist nicht weit weg von mir, und die Orte der Handlung sind mir teilweise bekannt. Ich mag es immer sehr, wenn ich die Örtlichkeiten zumindest ein wenig kenne. Aber ich schiebe es nicht alleine darauf zurück, dass dieser Roman mir so gut gefallen hat. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und ich war von Anfang an direkt in der Geschichte drin. Johanna ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ich mir auch sehr gut als Freundin vorstellen könnte. Die Recherchen zu Orten des Geschehens, dem 30jährigen Krieg und alles rund um das Töpferhandwerk waren sehr gut. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die Geschichte ist plausibel und logisch aufgebaut.

Wer die Kombination aus Historie, Handwerke und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit absolut verdienten 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 30.03.2021
Hell, Jane

Fischbrötchen und Salzkaramell: Ein Ostseeroman Fördeliebe 2 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Herrlich erfrischender Ostseeroman mit Fischbrötchen, Salzkaramell und Kribbeln im Bauch

Protagonistin Katharina Engel, genannt Kat, steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Bis dahin wollte sie eigentlich eine Führungsposition inne haben und hat die letzten Jahre nur darauf hingearbeitet. Für irgendwelche Hobbys oder gar einen Mann hat sie bisher keine Zeit gehabt. Doch als sie nach einer anstrengenden Präsentation, für die sie nahezu Tag und Nacht gearbeitet hat, zusammenklappt, schickt sie ihr Chef kurzerhand in Urlaub. Doch statt Wellness zu machen, bucht sie ein Survivaltraining an der Ostsee, was den outdoorbegeisterten Chef überzeugen soll, dass sie die Richtige für eine Führungsposition ist.

Eckernförde an der Ostsee ist Kats Ziel. Dort trifft sie auf Hannes, ihren Survivaltrainer, ein (Zitat) „holsteinischer Ostseeschrat“, der vom Stress gerade mal weiß, wie man ihn schreibt und der Kat mit seiner unglaublichen Gelassenheit fast in den Wahnsinn treibt. Allerdings ist er auch sehr attraktiv. Und irgendwie schafft er es, dass sie als Reiseleiterin bei einer Kaffeefahrt nach Dänemark teilnimmt und Quartier in seinem Büro bezieht.

Wird Kat sich auf ein Abenteuer mit Hannes einlassen? Unterschiedlicher könnten sie von ihrer Art her gar nicht sein. Wird Hannes es schaffen, Kat zu entschleunigen? Wie wird ihre Zukunft aussehen?

Ich kenne den ersten Band der Fördeliebe, der mir sehr gut gefallen hat und hatte dadurch eine gewisse Erwartungshaltung. Ich wurde nicht enttäuscht. Kat ist eine Protagonistin, die mir sogleich sehr sympathisch war und die ich mir gut als Freundin vorstellen könnte. Sie ist gradlinig, fleißig und ehrlich. Aber sie arbeitet auch zuviel und schafft zu wenig Ausgleicht dafür. Und ich muss zugeben, dass ich mich hier etwas wiedergefunden habe. Vielleicht konnte ich mich auch dadurch sehr gut in die Protagonistin hineinfühlen. Auch der Schreibstil ist wunderbar fließend und locker geschrieben, so dass ich gleich wieder in die Geschichte eintauchen konnte. So liebe ich es. Das Tüpfelchen auf dem i sind die witzigen Dialoge und die flotten Sprüche, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Charaktere aus Fördeliebe 1 wieder aufgetaucht sind. Ich habe sie als gute alte Bekannte begrüßt. Dennoch ist Fördeliebe 2 als Einzelgeschichte lesbar und abgeschlossen, so dass Band 1 keine Voraussetzung ist.

Ich fand die Geschichte sehr unterhaltsam und ideal als leichte Lektüre im Sommer. Auch das Quentchen Romantik und Liebe hat nicht gefehlt. Ich habe mich mit Kat und Hannes in Eckernförde pudelwohl gefühlt und gebe dieser wundervollen Geschichte 5 von 5 Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die dieses Genre lieben.