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Uli
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86637 Wertingen

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Insgesamt 562 Bewertungen
Bewertung vom 25.04.2025
Thomas, Clarissa

Verdorbene Seitensprünge Erotischer Roman


ausgezeichnet

Das Cover ist eigentlich sehr brav. Es zeigt in junges Mädchen auf hellem Gund. Amanda ist jung und unheimlich hübsch. Sex ist ihr Lebenselexier und sie liebt den Sex in allen Variationen mit immer wieder neuen Männern, denn jeder Mann ist anders. Dieser Lust kommt sie in einem Edelbordell nach. Doch dann trifft sie ihren Jugendfreund wieder und sie fühlt für ihn sehr viel, ihre Liebe kommt von Herzen. Sie beginnt nun zu zweifeln, ob der schnelle und wechselnde Sex wirklich das richtig ist. Andernteils wird sie es schaffen, ein Leben lang mit einem einzigen Mann das Bett und die Lust zu teilen? Das Buch zeigt uns sehr viel Erotik, auch harten Sex, dann wieder ganz tolle Liebesspiele. Aber was mir hier so gut gefällt, ist doch auch die Gefühlswelt von Amanda, sie weiß endlich, was Liebe ist, Geborgenheit und das Zueinanderstehen in guten wie in schlechten Zeiten. Der Autorin ist hier ein sehr gutes Buch gelungen.

Bewertung vom 24.04.2025
P., Jean

Die Rückkehr der Eloi


ausgezeichnet

Die für den 21. Juni 2050 erwartete Rückkehr der Eloi zur Erde ist in Gefahr. Störungen in der Raumzeit sorgen für Chaos. Während ein Mitglied des Menschenteams durch einen Zeitriss in die Vergangenheit zurückgeschleudert wird, geraten die Eloi auf eine dystopische Zeitlinie der Gegenwart. Die demokratischen Menschenrechte werden systematisch ausgehebelt. Die verbliebenen Mitglieder des Menschenteams kämpfen ums Überleben. Hoffnung auf Rettung verspricht einmal mehr der Kelch der Eloi. Kann er das Ende der zivilisierten Menschheit verhindern? Dies ist der zweite Band um den Kelch der Eloi. Wir treffen hier die alten Bekannten wieder: Sarah, Fabio, Ambronsius und inzwischen ist auch die kleine Sophia dazugekommen. Sie werden in der Zeit zurückkatapultiert, leben im Paralleluniversum und haben mit sehr vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders die kleine Sophia hat einen engen Bezug zu dem Kelch. Wie wir es von dem Autorenpaar gewöhnt sind, erleben wir so einige außerordentliche Ereignisse sowohl in der Vergangenheit wie in der Gegenwart aber auch in der Zukunft. Und trotz allem bleiben die Protagonisten Menschen und haben mit Schwächen zu kämpfen wie Neid, Eifersucht und dergleichen. Das Buch kann nicht zwischen Tür und Angel gelesen werden, sondern man muss mit seinen Gedanken schon intensiv dabei bleiben. Wir erleben Naturwissenschaftliches, physikalisches, Geschichtliches und Mystisches. Das, was hier so geschildert wird, kann in einigen Jahrzehnten schon eintreten, und für unsere Enkel wird dies dann keine Zukunftsvision mehr sein, sondern total real. Eine Lektüre, die uns in eine andere Welt mit einer anderen Mission geführt hat. Das Cover ist sehr gut gestaltet. Zeigt es uns doch den mystischen Kelch in all seiner Schönheit mit Gold und Edelsteinen.

Bewertung vom 24.04.2025
Pieper, Tim

Die Mündung


ausgezeichnet

Kommissarin Lena Funk kann die Entführung und die Ermordung ihrer Schwester Jette noch immer nicht verarbeiten. Sie fühlt sich mitschuldig, da Jette das Fest, auf dem sie gemeinsam waren, alleine verlassen hat und damit ihrem Entführung in die Arme gelaufen ist. Jette leidet am Asperger Syndrom, ist aber hochintelligent und arbeitet bereits an wissenschaftlichen Themen. Um wieder zu sich selbst zu kommen, nimmt sich Lena eine Auszeit auf einer Vogelinsel. Doch dann wird eines Tages die Leiche eines Mannes angespült, der einen Beutel mit Schmuckstücken in der Hand hält. Dabei ist auch die Halskette ihrer Schwester. Sie unterrichtet davon sofort ihrem Vorgesetzten. Dieser aber tut die Sache ab und meint, Lena sei auf keiner Inseln gewesen. Was ist mit ihr los? Mit Hilfe einer Psychotherapie und mit Hypnose will sie diesen Ungereimtheiten auf den Grund gehen. Sie fühlt sich verfolgt und plötzlich meldet sich ihr bester Freund Mickel nicht mehr bei ihr. Alles scheint irgendwie verschwommen, sie fühlt sich nicht verstanden, was war mit ihr geschehen? Der Autor schreibt derart spannend, er läßt uns in die Tiefe der menschlichen Psyche blicken. Beim Lesen weiß man selbst nicht mehr genau, was ist wirklich Tatsache, was ist nur Einbildung und Wahn? Wem kann man noch trauen? Auch Lenas Kollegen sind undurchschaubar. Ein Mix aus wirren Träumen und harter Realität. Man wird vielfach in die Irre geleitet, so mancher wird hier als Gezeitenmörder angesehen und man meint, jetzt wirklich den richtigen entlarvt zu haben, was sich dann aber als Trugschluß erweist und man den Täter weiter suchen muß. Tom Pieper versteht es gekonnt, einen in seinen Bann zu ziehen, sein Ausdruckweise ist klar und prägnant, seIn kriminalistisches Gespür unübertroffen. Bei seinen Büchern weiß man immer, einen Thriller in unübertroffener Grausamkeit und Kaltblütigkeit zu bekommen. Dieser Thriller muß gelesen werden. Das Cover ist bedrohlich gestaltet, aufwirbelnde Wassermassen und darüber ein dunkler Himmel. Eigentlich immer, beim Emons Verlag.

Bewertung vom 18.04.2025
Durand, Catherine

Die tausend Farben von Paris


ausgezeichnet

Ein Buch, das zuerst wie ein Liebesroman beginnt und sich dann im weiteren Verlauf zu einem Spionagethriller entwickelt. Es beginnt mit dem Frühling im Paris im Jahr 1952. Der ehemalige GI Jack ist nach Paris gekommen und will dort seiner Leidenschaft frönen, der Malerei. Aber leider hat er beim Verkauf seiner Bilder sehr wenig Erfolg. Da lernt er eines Tages die junge Rose kennen, die leidenschaftlich gerne fotografiert. Die beiden verlieben sich ineinander. Jacks Freund Frank hat ebenfalls Amerika verlassen und feiert als Sänger sehr große Erfolge, aber Frank lebt sehr zurückgezogen, will nicht erkannt werden. Auch er verliebt sich in Paris in die zauberhafte Blumenhändlerin Amelie. Doch dann tritt der ehemalige Vorgesetzte Russell an Jack heran und bietet ihm eine sichere Einnahmequelle. Er soll einen Spion, der sich in Paris aufhält, finden. Es kommt fast zu Zerwürfnis zwischen Jack und Rose, sie taucht plötzlich dort auf, wo sich der Spion aufhalten soll. Und auch Frank scheint ein dunkles Geheimnis zu haben, lebt er doch ständig in Angst um sein Leben. Die Autorin hat einen wirklich einmaligen Schreibstil. Man liest Kapitel um Kapitel, die aber noch um so interessanter sind, da jedes aus der Sicht von einem anderen Protagonist geschildert wird. Die Spannung und die Gefahr wird immer größer und man bangt um die Menschen in dem Roman, Was besonders hervorzuheben ist, ist der Umstand, dass hier wahre Begebenheiten und Namen sehr kunstvoll mit der Fiktion verbunden werden. Und im Nachwort erklärt uns die Autorin, die hier unter einem Pseudonym schreibt, welche Anregungen sie zu diesem Buch bekommen hat und sie weist uns auch auf dei Geschichte zu dieser Zeit hin. Ein Roman, der sehr interessant und unterhaltsam war. Das Cover zeigt die Seine, im Hintergrund den Eiffelturm und davor ein Liebespaar. Die tausend Farben von Paris machen Sehnsucht nach der Stadt der Liebe.

Bewertung vom 13.04.2025
Tang, Jiaming

Cinema Love


ausgezeichnet

Tiefgreifend, nicht leicht zu lesen und ganz schlecht zu verdauen, was man durch das Buch erfährt. Wir sind in den 80iger Jahren in China, genauer in Fuzhou. Hier wird noch nach den alten und überlieferten Traditionen gelebt. In einem alten heruntergekommenen Kino werden Kriegsfilme gespielt. Doch die Männer gehen nicht in das Kino um sich diese Filme anzusehen. Die Männer treffen sich dort, weil sie Männer lieben. Bis eines Tages die Behörden dieses Kino schließen wollen. Die Hauptakteure in diesem Buch sind das queere Paar Old Second und Shun-Er und dessen Ehefrauen Boa Mei und Yan Hua. Da in China gleichgeschlechtliche Liebe verboten ist, machen sie sich unter den schwierigsten Bedingungen auf den Weg nach Amerika. Sie wohnen in den drittklassigsten Absteigen und werden als Hilfskräfte ausgebeutet. Der Autor beschreibt hier die Gefühle der Menschen und ihre Ängste und Nöte. Sie kämpfen um ihr tägliches Auskommen, werden ausgebeutet und ausgegrenzt und so entsteht nach und nach die China Town mit ihren eigenen Geschäften und Garküchen. Das Buch führt uns bis zu den Zeiten der Pandemie und auch nach vielen Jahren bleiben die Chinesen noch unter sich. Was die Frauen empfinden, wie sie darauf reagieren, den eigenen Ehemann an einen Geliebten zu verlieren und wie sich damit arrangieren können wir hier mitverfolgen. Und die Menschen altern schnell auch im gelobten Land. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und nach der Lektüre hat man einfach Dinge erfahren, von denen wir nichts geahnt haben. Die Übersetzung ins Deutsche ist gut gelungen, das Lesen konnte man nicht mehr stoppen, denn man wollte wissen, wie sich die familiären Verhältnisse und das Leben der Protagonisten an sich weitergeht. Das Cover zeigt ein "Cinema Love" in einer dunklen Straße.

Bewertung vom 13.04.2025
Higgins, Kristan

Pack Up the Moon


ausgezeichnet

Das Buch erinnert ein wenig an P.S. ich liebe Dich oder an den Film Love Story aus den 70iger Jahren, sehr gefühlvoll, sehr emotional und doch ein kleines bichen zu viel von alle dem. Lauren und Josh sind ein junges Paar, verheiratet mit sehr guten Berufen und der Himmel selbst hängt voller Geigen. Josh ist ein sehr zurückgezogener Mensch, arbeitet am liebsten für sich allein und leidet an einer leichteren Art einer Authismus-Specktrum-Störung, weswegen es ihm schwer fällt, auf andere Menschen einzugehen. Lauren ist für ihn der Inbegriff des Lebens und mit dem Hund Pebbles waren sie zufrieden und glücklich mit dem Leben. Doch dann erhält Lauren eine folgenschwere Diagniose. Bei ihr wird eine schwere Lungenkrankheit festgestellt, die bis jetzt niemand überlebt hat. Lauren will mit Josh die verbleibende Zeit so schön wie möglich gestalten. Und dann schreIbt sie ihm zwölf Biefe, die nach ihrem Tod Monat für Monat an ihn übergeben werden sollen, damit er wieder zurück ins Leben findet. In jedem Brief ist eine Aufgabe, die Josh zu erfüllen hat. Das Buch wird aus der Sicht von Josh geschrieben, die Briefe und deren Aufgaben und dann schreibt Lauren rückwärts vom Beginn ihrer Krankheit bis hin zu ihrem Todeskampf. Ein sehr trauriges Buch, jedoch ist Lauren sehr tapfer uns sie genießt die ihr verbleibende Zeit mit Josh in vollen Zügen. Dabei lernen wir auch deren Familien kennen, die sich alle voller Liebe und Hingabe um Josh und Lauren annehmen. Die Feste werden geme miteinander gefeiert. Und dann ist es wirklich sehr interessant, wie Josh die Briefe seiner Frau abarbeitet. Kann man nach so einer großen und einzigartigen Liebe wieder ins normale Leben zurückfinden? Die Autorin schreibt sehr eindrucksvoll, voller Hingabe und Enthusiasmus, mit sehr viel Mitgefühl und Herzlichkeit. Sie brINGR die Gefühle des jungen Witwers sehr gut zum Ausdruck, doch ich muß gestehen, an manchen Stellen war mir seine Weinerlichkeit und das Selbstmitleid zu viel. Alles in allem hat die Autorin das Thema Sterblichkeit sehr gut herausgearbeitet und kein Mensch, egal welchen Alters, ist davon gefeit. Eine Lektüre, die sehr tiefschürfend ist und erinnert, dass ein Menschenleben endlich ist. Das Cover hat einen roten Titel und im Hintergrund sieht man handgeschriebenen Briefe.

Bewertung vom 10.04.2025
Moriarty, Liane

Vorsehung


ausgezeichnet

Ein Buch, das nachdenklich macht und uns darlegt,
dass das Leben nur endlich ist. Auf einem Flug nach Sydney geht eine alte Lady plötzlich durch die Reihen der Passagiere und sagt ihnen ihren Todeszeitpunkt und die Art des Todes voraus. Niemand ist in der Lage sie aufzuhalten. Sie meint, eine Frau wird durch Selbsttötung mit 28 Jahren sterben, ein Baby wird im Alter von sieben Jahren ertrinken, ein anderer Mann wird mit 43 einen tödlichen Arbeitsunfall erleiden und so geht sie durch die Reihen und spricht die Menschen an. Doch dann landet das Flugzeug. Ein jeder dieser Passagiere geht mit der Prophezeiung anders um. Die einen lächeln darüber, die anderen verändern ihr Leben und richten es danach aus. Dann wird das Leben von dieser alten Dame uns in den verschiedenen Kapiteln dargelegt, beginnend mit der Kindheit. Das Buch liest sich sehr interessant und es ist das erste Buch dieser Autorin für mich. Es ist weniger ein spannungsgeladener Thriller, sondern es geht in die Tiefe, in die Seele und in die Emotionen, unseren Ängsten und Zweifeln. Kann man sein Schicksal bezwingen oder kann man ihm nicht ausweichen? Sind bestimmte Dinge für uns vorbestimmt, denen man auf keinen Fall ausweichen kann. In einer sehr klaren Sprache werden uns die Lebensbedingungen anhand er Protagonisten vorgeführt und wie sie damit umgehen. Lebt man seine Träume aus, wenn am weiß, unsere Lebensuhr läuft bald ab oder versinkt man in tiefste Depressionen? Die Kapitel sind kurz und die Sprache der Autorin ist gut verständlich, der Spannungsbogen ist trotz aller Sinneswahrnehmungen ziemlich hoch. Ich bleibe nach dieser Lektüre ziemlich nachdenklich zurück und man weiß nie, was das Schicksal morgen für uns bereit hält. Das Cover zeigt einen Schmetterling, der über einem Wasser schwebt, das kreisrunde Wellen schlägt.

Bewertung vom 09.04.2025
Stern, Anne

Nacht über der Havel / Fräulein Gold Bd.7


ausgezeichnet

Dies ist bereits der siebte Band über die Hebamme Hulda Gold. Ihre Tochter geht inzwischen in den Kindergarten und in Max hat sie einen lieben Lebensgefährten gefunden. Man schreib das Jahr 1930, die Nationalsozialisten und ihre Aufmärsche sind jetzt überall zu sehen, wirtschaftlich geht es bergab. Hulda arbeitet noch immer in der Beratungsstelle für Mütter, wird aber von einer Schwangeren gebeten, die eine Bekannt von Max ist, ihr bei der Geburt beizustehen. Die jüngere Schwester Jutta von dieser Frau ist bei einer Jugendgruppe Mitglied, die Wanderungen und Feiern am Lagerfeuer unternimmt, langsam aber dem nationalsozialistischen Trend annimmt. Der Anführer dieser Gruppe wird tot in einem See aufgefunden und Jutta scheint etwas zu wissen, hüllt sich aber vehement ins Schweigen und kommt dabei selbst in Verdacht, denn es war ihr Schwarm und sie war die letzte, die mit ihm zusammen war. Wie soll das anders bei Hulda sein wie sonst, sie fängt zu ermitteln an, nicht gerade zur Freude der Kommissarin, die den Fall bearbeitet. Wie es Huldas Art ist, läßt sie sich nicht abwimmeln und befragt selbst die Zeugen. Das Buch führt uns wieder auf den Winterfeldplatz zu Bert, Frau Wunderlich und den vielen alten Bekannten. Die Autorin läß diese Zeit sehr reell aufleben, man spürt, dass sie sehr umfangreich recherchiert hat. Das Leben in der Stadt Berlin, die Cafes und auch das Kino und die vielen Menschen werden uns nähergebracht. Hulda ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen läßt und für ihr Kind alles tut. Und dann klärt sich der Fall auf, man ist überrascht und erstaunt, aus welchem Grund der junge Mann sterben mußte. Das Cover ist wie immer sepiafarben und zeigt eine Frau in der Mode der damaligen Zeit und so kann man sich Hulda gut vorstellen und ist schon auf Band acht mehr als gespannt, da sich die Leseprobe am Ende des Buches mehr als interessant liest.

Bewertung vom 05.04.2025
Daniel, Hardt

Kosmos der Abseitigen


ausgezeichnet

Schon das äußere dieses Buches ist sehr edel gestaltet und liegt sehr gut in der Hand. Dunkelblau mit etwas Gold und einem Lesebändchen. Hierbei handelt es sich um sieben Kurzgeschichten, die über Menschen berichten, die außerhalb der Norm leben. Man ist erstaunt und verwundert über deren Verhalten und des öfteren bleibt das Ende offen und läßt den Leser sich seine Meinung hierzu bilden. In fast poetsicher Sprache, lyrisch einwandfrei erzählt uns der Autor von einem Gefangenen, der mit einem fiktiven Gefängnisarzt verhandelt, einem Zoobesucher, der letztendlich sich selbst in einem Käfig wiederfindet oder eine älteren Dame, die nun endlich mit eine gebildeten Herrn ihre Unschuld verlieren will, nur um einige zu nennen. Eine jede der Geschichten hat mich total fasziniert, waren doch deren Inhalte weit gefächert und sehr gut bildlich dargestellt. Man überlegt sich dann schon, warum diese Menschen so geworden sind und so handeln. Ich jedenfalls war sehr angenehm über dieses Buch überrascht. Die Geschichten waren nicht zu lang und so konnte man sich voll darauf konzentrieren und sich darüber seine Gedabken machen. Ein Buch, das zu empfehlen ist.

Bewertung vom 02.04.2025
Silber, Eva-Maria

Deichschatten Ein fesselnder Ostfriesland Krimi


ausgezeichnet

Ein Ostseekrimi, der tief unter die Haut geht und vom Leser einiges abverlangt. In Etzel strömt aus mehreren Kavernen Erdgas aus, die Feuerwehr, Polizisten und Rettungskräfte sind unterwegs und evakuieren die Bewohner. Zur gleichen Zeit wird eine Frau ins Krankenhaus nach einem Fahrradunfall eingeliefert. Dadurch haben bei ihr vorzeitige Wehen eingesetzt und das Kind kam noch in der gleichen Nacht zu Welt. Aber die Frau hat sich sehr seltsam verhalten, nichts gesprochen und am nächsten Morgen war sie mit dem Neugeborenen verschwunden. Die Ärzt ist alarmiert und melden dies der Polizei. Kriminalkommissarin Adams wird mit dem Fall betraut, eine etwas forsche und maskuline Frau. Wegen eines Fehlverhaltens wurde ihr von ihrer alten Dienststelle nahegelegt, sich versetzen zu lassen und so ist sie in Ostfriesland gelandet. Mit ihr zusammen bearbeitet die junge Staatsanwältin Leyla Zapatka die Angelegenheit. Doch Leyla hat selbst mit gesundheitliche und privaten Problemen zu kämpfen. Die beiden Frauen gehen an die Sache mit einer Beharrlichkeit und Vehemenz heran und nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen. Das Kind muß so schnell wie möglich gefunden werden, denn es besteht die Gefahr, dass die Mutter das Kind tötet. Die Autorin beschreibt uns sehr akribisch die Flucht der Mutter mit dem Kind, deren Gedanken, Gefühle, Ängste. Eine Frau, die immer nur den anderen dienen mußte, selbst nie eine Meinung haben durfte. Und immer wieder steht de Leser Ängste aus, ob das Baby noch am Leben ist. Durch ihre zähe Art erfahren Adams und Zapatka endlich näheres und kreisen den Fokus der Verdächtigen ein. Trotz der Tragik und der Aussichtslosigkeit der Mutter hat man mit ihr und ihrem Leben unheimlich Mitleid. Aber das Ende des Buches gibt uns einiges zum Nachdenken und man fragt sich, ist die Umwelt, die Nachbarschaft wirklich so ahnungslos gewesen oder haben sie sich mitschuldig gemacht. Das Buch liest sich leicht, die Sprache ist sehr gut verständlich und die Autorin arbeitet die Charaktere der Protagonisten sehr gut heraus. Der Spannungsbogen steigt von Kapitel zu Kapitel und man kann das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Irgendwie ist man danach schon etwas bedrückt und traurig. Das Cover zeigt ein einsames Haus in der Dämmerung. Im Vordergrund Seegras und Sanddünnen und eine Schar Vögel kreist in der Luft.