Bewertungen

Insgesamt 1450 Bewertungen
Bewertung vom 20.09.2025
Parker, Claire

Mister Welcome


sehr gut

Entzückend

Ich liebe solche leicht schrulligen aber absolut herzigen Geschichten ja wahnsinnig. Und diese hier ist einfach zuckersüß. Ich liebe Mr. Welcome und das, wofür er steht. Eine Geschichte, die amüsiert, berührt und auch ein bisschen zum Nachdenken anregt

Mr. Welcome mischt die Bewohner des Ortes genauso auf, wie seine ehemalige Besitzerin. Hier kommt die Aussage „Haustiere gleichen ihren Herrchen“ absolut zum Tragen. Und die opportunistische Protagonistin Trish holt für sich das Beste das Sache raus- einfach spitze. Generell mag ich die Mischung aus kindlicher Protagonistin und tierischem Begleiter. Dadurch bekommt man eine interessante Perspektive auf die Ereignisse.

Zwischen Landadel, britischer Krone, übereifriger Reporterin und Trishs Familie ereignen sich allerlei skurrile bis abstruse Vorfälle, die höchst amüsant und kurzweilig sind. Und obwohl die Geschichte an allen Ecken und Enden ein wenig drüber ist, liegt auch sehr viel echtes und wahres in ihr. Liest sich aber einfach super flüssig weg, ist simpel runtergebrochen und dadurch die perfekte, leichte Lektüre für gemütliche Stunden.

Es ist eine wunderbar charmante Geschichte, die mit all ihren Chaos und dem hinreißenden Papagei, der die wichtigen Fragen des Lebens stellt, einfach schön ist und Spaß macht.

Bewertung vom 14.09.2025
Yagisawa, Satoshi

Die Tage im Café Torunka


gut

Begegnungen im Café Torunka

Ähnlich wie schon in den anderen Büchern von Satoshi Yagisawa, die sich um die Buchhandlung Morisaki drehen, geht es auch in diesem Roman um besondere Begegnungen zwischen Menschen, die einander prägen, ihre Leben nachhaltig beeinflussen und einander tief im Herzen bewegen.

Der Autor bleibt sich in seinem Erzählstil treu und so besteht auch dieses Buch aus Einzelgeschichten, die sich in und um das Café abspielen. Ich muss sagen, dass ich dieses mal nicht die selbe Verbindung aufbauen konnte, wie bei der Buchhandlung. Denn obwohl es ein paar Kaffeeweisheiten/ Cafébezüge gab, rückte das ganze derart in den Hintergrund, dass es für die Handlung kaum eine Rolle spielte.

Ich fand auch den Ton der Geschichten eher melancholisch, es sind Geschichten von Schmerz und Reue, Wut und Bitterkeit. Es entsteht zwar immer auch etwas positives aus diesen Begegnungen, aber trotzdem drückten die Geschichten mir ziemlich aufs Gemüt. Vielleicht hat mich das Buch in der falschen Stimmung erwischt aber Stand jetzt würde ich auch keinen zweiten Leseanlauf starten, da mich dir Handlung auch sich einfach nicht erreicht hat.

Bewertung vom 14.09.2025
O'Hare, Marie

I Know Where You Buried Your Husband


gut

Die Figuren waren gar nicht meins

Ich weiß nicht, was ich mir erwartet hatte, aber auf jeden Fall nicht diese Art von Geschichte. Beim Titel hab ich eher an bitterbösen, witzigen Cosy Crime gedacht. Vielleicht auch eine Art Aufstand verschmähter Ehefrauen oder so, Aber dieses Buch absolut nichts davon. Ich hab das Buch auch hauptsächlich deswegen zu Ende gelesen, weil ich bis zum Schluss auf ein paar befriedigende Antworten gehofft habe. Aber für mich wirkte das ganze eher unbefriedigend.

Ich fand die Idee hinter der Geschichte eigentlich ziemlich cool: eine Frauenfreundschaft die so stark ist, dass man gemeinsam eine Leiche verschwinden lassen würde. Und bis zu diesem Moment, wo das tatsächlich geschieht, war es eigentlich auch ziemlich interessant, aber dann geh alles vor die Hunde und die Geschichte wurde in meinen Augen echt anstrengend zu verfolgen.

Das Buch liest sich wie eine Aneinanderreihung toxischer Beziehungen und angespannter sozialer und familiärer Verhältnisse- wie ein Leitfaden, was man in Sachen Beziehung/Ehe/Kinder auf keinen Fall tun sollte. Alle Figuren sind super unsympathisch, teilweise richtig gehässig und die Verhaltensmuster teilweise null nachvollziehbar. Obwohl die Frauen jede auf ihre Art erfolgreich und gefestigt sind, werden sie doch immer wieder untergraben, als schwach hingestellt und zur sozialen Zielscheibe gemacht. Dieses Bashing ist irgendwie nicht so mein Ding und hat mich teilweise richtig wütend gemacht,

Man bekommt nur Ausschnitte/Schlaglichter aus dem Leben der 5 zentralen Figuren. Nichts davon reicht, um sich ein volles Bild zu machen und so bleiben sie alle eher unnahbar. Einige der Situationen habe ich als übermäßig gestellt empfunden. Das wirkte einfach nicht authentisch auf mich. Und was mich total irritiert hat ist, wer innerhalb dieser Geschichte und auch zum Ende hin als wahrer „Villain“ präsentiert wird. Das war teilweise zu gewollt, so als würde man eine eigenständige, zweite Geschichte innerhalb der Haupthandlung platzieren.

Ich fand's ok, aber so richtig überzeugt hat es mich nicht.

Bewertung vom 14.09.2025
Henry, James Alistair

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter (eBook, ePUB)


weniger gut

Bin nicht warm geworden mit der Geschichte

Ich fand die Idee mit der alternativen Realität des vereinten Königreichs eigentlich richtig cool: auf begrenztem Territorium leben drei sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammen und doch getrennt. Bis ein Mord geschieht, der die Grenzen verwischen lässt.

Der Leser wird eher grob in das Setting und die Geschichte eingeführt. Es reicht zwar um einen Überblick zu bekommen, aber ich hab nicht so richtig Zugang zu dieser alternativen Weltordnung gefunden und fand es daher eher müßig mich in der Handlung zurechtzufinden. Und auch die Figuren waren nicht so recht greifbar in dem as sie ausmacht und wo ihre Intentionen angesiedelt sind

Den Fall selbst fand ich eigentlich anfangs ich interessant, hatte aber auch hier das Gefühl, dass es sich ganz schön zog. Ich war einfach irgendwann nicht mehr so richtig daran interessiert wie die Geschichte ausgeht und hatte auch nicht unbedingt drive weiterzulesen.

Ich habe das Buch ungefähr in der Hälfte abgebrochen und kann daher nicht beurteilen, ob es hinten raus nicht vielleicht noch besser geworden wäre. Aber war einfach leider gar nicht mein Fall.

Bewertung vom 14.09.2025
Wahl, Caroline

Die Assistentin


sehr gut

mal was anderes, ich mags

Der Erzählstil ist sehr eigen und war nicht so 100% mein Fall. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gelesen von der Autorin selbst, was ich immer sehr besonders finde. Und Caro Wahl hat sich das Buch tatsächlich sehr zu eigen gemacht.

Die eher abgehackte Art den Text zu lesen hat das ganze irgendwas zwischen gehetzt, überfordert und genervt wirken lassen. Passt aber irgendwie. Was mich eher gestört hat, das war der unbeständige Erzählstil voller Wiederholungen, Raffer und „dazu später“. Ich versteh schon, dass das gezielt eingesetzte Elemente sind. Kann man machen, ist aber nicht meins.

Die Einblicke in die Welt des Verlagswesens, Charlottes Arbeitsumgebung und das Verhalten ihres Chefs fand ich durchaus spannend zu verfolgend. Vor allem der Chef hat mich total getriggert, das Buch erzeugt also durchaus Reibung.
Auch das Verhältnis zu den Eltern ist immer wieder Thema und wird auf faszinierende Weise aufgegriffen. Vor allem Charlottes Reaktionen- eine Mischung aus Trotz und überbordenden Ehrgeiz- fand ich super interessant.

Das Buch entwickelt eine sehr eigentümliche Sogwirkung. Ich wollte einfach unbedingt wissen, wie es ausgeht, ob Charlotte es schafft, sich aus diesem zerstörerischen System zu befreien.
War mal was anderes. Trifft erzählerisch nicht 100% meinen Geschmack, aber ich war trotzdem total hooked von der Story, von Charlotte und der Art, wie Caro Wahl liest.

Bewertung vom 14.09.2025
Woods, Evie

Die geheimnisvolle Bäckerei in der rue de Paris


sehr gut

Eine magische Bäckerei

Es ist für mich nicht das erste Buch der Autorin, aber für mich das, welches mich bisher am meisten angesprochen hat. Das Buch hat eine Seite in mir zum Klingen gebracht und mich mit dem Pariser Setting und den besonderen Figuren für sich eingenommen. Ich fand einfach den gesamten Vice super schön und auch die Botschaft sehr einnehmend.

Die Magiekomponente ist hier wirklich ganz minimal, sodass dieser Roman auch perfekt für alle geeignet ist, die zwar an Schicksal, Zeichen und Wunder glauben (wollen), die aber sonst mit Fantasy nicht viel am Hut haben. Es ist eher ein sanftes Streifen, was ich wirklich sehr mochte.

Die Geschichte rund um Pierre und sein besondere Rezeptbuch war einfach super ergreifend. Es hätte gerne mehr Rückblicke in die Vergangenheit der Familie und der Bäckerei geben können. Das hat dem ganzen einfach eine super schöne, nahbare Note verliehen. Und auch das Schicksal der Bäckerei ist mir ziemlich nahe gegangen.
Es geht viel um die Kraft der Gemeinschaft, um das füreinander da sein und um Familie, die biologische und die des Herzens.

Die zwei Zeitebenen haben mir gut gefallen und sich schön ergänzt. Die wechselnden POVs in der Gegenwartshandlung hätte es dagegen für mich nicht unbedingt gebraucht, stört aber auch nicht. Ich mochte, dass es eine sanfte Lovestory gab, die aber nicht so viel Raum einnimmt, dass sie alles andere verdrängt. Dadurch ist die Geschichte schön und berührend ohne kitschig zu sein.

Ich hab dieses Buch einfach super gern gelesen.

Bewertung vom 14.09.2025
Seybolt, Bailey

Coram House


sehr gut

Stimmungsvoller Thriller

Thematisch fand ich diesen Thriller super ansprechend, nicht nur durch die Protagonisten, die ein bisschen Reputation eingebüßt hat und sich erstmal neu beweisen muss, sondern auch die Geschichte rund um Coram House und die Geheimnisse, die dort begraben lagen.

Ich fand die eingestreuten Gesprächsprotokoll super stimmungsvoll und grausig. Die Zustände in derartigen Kinderheimen finde ich absolut schrecklich und die Torturen, die die Kinder über sich ergehen lassen mussten, lasen sich einfach furchtbar. Gleichzeitig sähen sie so ein bisschen Misstrauen, weil sie sich teilweise widersprechen und dadurch unwillkürlich die Frage aufwirft, wer hier und lügt und wieso.

Und dann geschieht ein Mord und die Vergangenheit beginnt die Gegenwart einzuholen. Die Spannung ist eher subtil und der Erzählstil eher ruhig. Trotzdem ist die Geschichte durchweg interessant und voller Geheimnisse.
Reibung wird hauptsächlich dadurch erzeugt, dass Alex permanent Steine in den Weg gelegt werden und sie nicht ernst genommen wird. Aber sie lässt nicht locker und was sie an die Oberfläche bringt verändert alles .

Das Ende war super stark und richtig stimmig. Ein grandioser Abschluss für dieses Buch. Mir hats gefallen

Bewertung vom 14.09.2025
Lucas, Lilly

This could be forever / Hawaii Love Bd.3


sehr gut

Schön, aber auch viel Topic für wenig Seiten

Bücher von Lilly Lucas sind für mich immer so cosy Romance-Highlight und die Hawaii-Reihe mag ich einfach vom Setting und Lebensgefühl her super gern. Dieser Band ist vermutlich der, auch den ich seit Band 1 am stärksten hingefiebert habe, weil da Chip auch als Nebenfigur schon sehr im Fokus steht.

Was mir richtig gut gefallen hat waren die Interview-Ausschnitte. Nicht nur wie Chip selbst seinen Sport empfindet, sondern auch mit welchen Augen sein Umfeld darauf blickt. Und natürlich mochte ich das Wiedersehen mit bekannten Figuren inklusive kleiner Nebenlove-Story zwischen Kay und Millies Vater.

Dafür, dass der Tod von Millies Bruder eigentlich seit Band 1 Thema ist, kam das ganze hier eher kurz, was ich irgendwie schade fand.
Die Lovestory ging mir dagegen irgendwie zu schnell. Ja, es ist Second Chances und ja, sie kennen sich ewig. Aber nach vier Jahren ohne Kontakt finde ich 5 Tage um sich erneut Hals über Kopf zu verlieben irgendwie unrealistisch, vor allem weil es off camera grade mal ein mehr oder weniger gescheites Gespräch gab. Aber dann passiert natürlich diese „dramatische“ Wendung, die alles in ein neues Licht rückt. War mir bisschen too much.

Was ich dagegen wieder total fand war dieses „sieben Monate später“. Sowas lieb ich doch und wünsche ich mir für dieses Romance Buch.

Dieses Buch für mich Höhen und Tiefen, das Leseerlebnis selbst war super: locker, flüssig, auf charmante Art einnehmend, nicht zu ernst.

Bewertung vom 14.09.2025
Abel, Susanne

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104


ausgezeichnet

Highlight-Buch

Susanne Abel ist eine meiner liebsten Autorinnen, wenn es um historische Romane geht, und dieses Buch ist eine echte Wucht. Ich hab eine ganze Brandbreite von Gefühlen beim Lesen durchlebt: von Wut und Verzweiflung, über sanfte Hoffnung und Freude. Selten auch so viel bei einem Buch geweint. Für mich ein absolutes Herzens- und Highlight-Buch, unbedingte Leseempfehlung.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, was ich hier richtig gut gemacht finde, da immer Ereignisse aus der Gegenwart eine entsprechende Erinnerung an ein Erlebnis in der Vergangenheit anstoßen und so ein wahrer Familienepos geschaffen wird. Ich fand den Handlungsstrang der Vergangenheit etwas einnehmender und interessanter, einfach weil er so erschütternd ist und ich diese Zeit nicht selbst erlebt habe.

Am Anfang war Hardy mein Lieblings-Charakter innerhalb dieses Buches und auch, wenn ich ihn bis zum Ende absolut geliebt habe, hat sich vor allem auch Margret innerhalb der Geschichte zu meiner heimlichen Lieblings-Figur gemausert. Sie ist der Inbegriff von Stärke und Aufopferung und ihre Geschichte hat mich völlig aus der Bahn geworfen.

Die ganze Geschichte ist emotional sehr ergreifend und aufwühlend und erst nach und nach offenbart sich das vollständige Bild dessen, was das Schicksal der Familie über Generationen beeinflusst. Die gesamte Geschichte ist super stimmig aufgebaut, authentisch erzählt und absolut spannend. Ich hab richtig mitgebangt.

Die Autorin schreibt so bildhaft, dass die Geschichte mir richtig an die Nieren ging und ich stellenweise unterbrechen musste, weil ich es nicht ertragen konnte, weiterzulesen. Die ganze Geschichte ist wahnsinnig emotional aufgeladen, aber genau deswegen so gut.
Ich hab dieses Buch so geliebt und kann es nur wärmstens empfehlen.

Bewertung vom 14.09.2025
Kuang, R. F.

Katabasis


sehr gut

Abstieg in die Hölle

R.F. Kuang ist für mich so eine Autorin, von der ich inzwischen alles lesen würde, einfach weil ihre Bücher immer wahnsinnig besonders sind. So auch wieder dieses Werk, es ist unbequem, teilweise wirklich fordernd und mit seiner pseudowissenschaftlichen Art nicht immer ganz leicht zu lesen. Aber ich mag diese Herausforderung echt gerne.

Das Buch hat vor allem zu Anfang einen ganz schön negativen und unangenehmen Touch, der maßgeblich zur Stimmung innerhalb der Geschichte beiträgt. Auch Protagonistin Alice ist keine Sympathieträgerin, aber das macht sie auch do unfassbar spannend. Sie ist (heraus)fordernd, hast schon selbstzerstörerisch und absolut starrköpfig. Auch auch unfassbar begabt, getrieben und aufopfernd. Man will unbedingt wissen, was sie ausmacht und bewegt.

Die Hölle selbst bzw. ihr Aufbau war ganz anders als von mir erwartet und ein bisschen hab ich mich mit diesem Konzept schwergetan, weil es manchmal etwas willkürlich wirkte und es mir schwerfällt, das nicht zu hinterfragen. Das Magiekonzept fand ich eigentlich ganz cool und auch die eingestreuten Fachtexte zu Anfang haben mir gut gefallen.

Am Ende ging es mir alles etwas zu schnell. Hier hätte ich mir gerne ein paar Seiten mehr gewünscht, ein bisschen mehr Reibung und weniger willkürliches Zufliegen der gesuchten Lösung. Das hat die vorherige Reise für mich ein bisschen ad absurdum geführt. Was mir aber richtig gut gefallen hat, das war die charakterliche Entwicklung, die Alice und Peter durchmachen.

Das Buch ist eine echte Wucht und ich müsste es vermutlich noch mindestens ein weiteres Mal lesen, um alles zu erfassen, was die Autorin hier für ihre Leser platziert hat. Von der Storyline her fand Ichs gut, was mich aber wieder völlig überzeugt hat, war der Schreibtsil. Innere Konflikte kommen gut zur Geltung, das Worldbuilding ist absolut heftig und ich mochte die gekonnten Wechsel zwischen nüchternen Betrachtungen und emotional aufgeladenen Reflexionen.
Das Buch lädt mit einigen interessanten Denkanstößen rund um die Themen Wert des Lebens/Tod und Wiedergeburt zum philosophieren und mitdenken ein und auch was das Unisetting und Alices ganz eigene Position an der Universität betrifft, ist das Buch eine geniale Basis für Reflexion und Diskussion.

Mochte es wieder richtig gerne.