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misspider

Bewertungen

Insgesamt 736 Bewertungen
Bewertung vom 03.03.2025
Peinkofer, Michael

Zeitrebellen / Timelock Bd.1


gut

Dies ist also der Auftakt der Timelock-Trilogie, und zum Glück wurde das auch schon genau so angekündigt, denn die Geschichte hört quasi an der spannendsten Stelle auf. Bis dahin erfahren wir erst einmal, was es mit der "jetzigen" Zeit im Buch auf sich hat, in der die Menschen keine Bücher lesen dürfen und von klein auf vom sogenannten Lenker namens Nimrod indoktriniert werden - subtil natürlich, aber alles zu seinem Wohl. Da muss es natürlich auch einen Widerstand geben, und das sind nicht einfach nur Rebellen, sondern Zeitrebellen - die früheren Zeithüter, die durch die Zeit reisen können. Dabei gibt es aber einige Regeln und Einschränkungen, und das Konzept des Zeitreisens wird hier vom Autor sehr ausführlich und verständlich beschrieben, so dass man nicht gleich einen Knoten im Gehirn bekommt, wenn man darüber nachdenkt. Die Handlung begleitet zwei Gruppen: Jason, der vom gemobbten Schüler zum Zeitrebellen wird, und Otaku mit seiner kleinen Schwester Hana, die im Untergrund leben. Es war spannend zu lesen, wie sich die beiden Handlungsstränge auf einmal beeinflussten. Das Beste aber waren natürlich die abenteuerlichen Zeitsprünge, die Jason schließlich unternimmt. Da wurde der Geschichtsunterricht praktischerweise gleich mitgeliefert, aber viel anschaulicher und richtig lebensecht. Wie es weitergeht, erfahren wir dann leider erst in der Fortsetzung.
Fazit: junge Helden, mit denen man sich gut identifizieren kann, ein böser Herrscher, den es zu besiegen gilt, und aufregende Zeitreisen bilden den spannenden Auftakt einer Trilogie, der junge Leser:innen begeistern wird.

Bewertung vom 27.02.2025
Kingfisher, T.

Was die Nacht verschweigt: Die Fortsetzung von WAS DIE TOTEN BEWEGT - Eine packende und atmosphärische Erzählung in der Tradition von Edgar Allan Poe


gut

Selbst zuhause ist Alex Easton nicht vor unheimlichen Ereignissen sicher, denn als ka nach langer Zeit dort eintrifft, ist sein Hausverwalter tot und im Dorf hört man Gerüchte über seltsame Vorkommnisse. Aber da sich Miss Potter zum Besuch angekündigt hat, um die gallazische Pilz-Flora zu erforschen, kann Alex nicht kehrtmachen, sondern muss sich der Herausforderung stellen. Und die ist diesmal wahrlich alptraumhaft!
So sehr mir die Handlung gefallen hat, so sehr geht mir das Geschwafel von Alex über Gallazien und seine Eigenheiten auf die Nerven. Und das ist durchaus liebevoll gemeint: es ist einerseits hochinteressant, witzig und originell, andererseits aber eben auch sehr langatmig und spannungs-mindernd. Und so dauert es mitunter eine gefühlte Ewigkeit, bis die eigentliche Geschichte in Gang kommt und es unheimlich wird. Leider ist Miss Potter diesmal eher eine Randfigur, was ich bedauerlich finde da mir ihre aufmerksame Beobachtungsgabe und scharfe Zunge im ersten Band der Reihe sehr gefallen haben. Wie auch immer: ich bin schon sehr auf Teil 3 gespannt.
Fazit: in gallazinisch ausschweifender Tradition erzählte Gruselgeschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes einen langen Atem abverlangt.

Bewertung vom 26.02.2025
Beck, Lilli

Die Zuverlässigkeit des Zufalls


gut

Ein ungewöhnlicher Wohlfühlroman, der mich allerdings immer wieder schwanken ließ zwischen Begeisterung und Unglauben, zudem ist das Buch für derart leichte Unterhaltung wirklich lang und wirkt auch etwas überfüllt mit den vielen Handlungssträngen, die hier zusammenlaufen. Die Hauptperson Nina war mir mäßig sympathisch und obwohl ich ihre Trauer respektieren konnte, war ich doch der Meinung ihrer Mutter, dass es irgendwann auch einmal gut sein und das Leben weitergehen muss. Es gab viel witzige und einfallsreiche Momente, vor allem die Episoden in der Vergangenheit waren dabei sehr unterhaltsam. Dazwischen gab es aber auch immer wieder unnötige Längen wenn Nina ins Grübeln geriet, die die Geschichte etwas zäh machten. Nach wie vor bin ich unschlüssig, wie ich das Buch einordnen soll.
Fazit: für zwischendurch eine nette Abwechslung.

Bewertung vom 25.02.2025
Busch, M. L.; Bell, Karin; Leandro, Talina

Little Christmas Ball (eBook, ePUB)


weniger gut

Das war leider überhaupt nicht meins - was ich als kleine stimmungsvolle Weihnachtsgeschichte erwartet hatte, war letztendlich eine Werbeveranstaltung für die drei beteiligten Autorinnen. Die Handlung war mehr schlecht als recht zusammengebastelt und eher dürftig, da der Fokus auf der Beschreibung der Charaktere lag, die auch in den anderen Romanen der Autorinnen vorkommen. Da ich davon nichts kenne, war es für mich eher langweilig über diverse Personen zu lesen, mit denen ich ansonsten nichts anfangen konnte. Und Stimmung kam sowieso nicht auf, dafür fand ich das Thema zu albern.
Fazit: Trotz des vermeintlich festlichen Titels kam leider keine Weihnachtsstimmung auf.

Bewertung vom 24.02.2025
Kempen, Sarah M.

Lichterloh - Stadt unter Ruß


ausgezeichnet

Eine Geschichte über Schornsteinfeger? Das klang neu und interessant und hat mich letztlich dazu veranlasst, das Buch zu lesen. Die Geschichte hat mich dann auch sofort in ihren Bann gezogen, und ich bin restlos begeistert und kann es gar nicht erwarten, die Fortsetzung zu lesen. Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes, vor allem was die Namensgebung und den Weltenaufbau angeht. Dabei gefällt mir ganz besonders gut, dass die Namen Schöpfungen aus echten Wörtern sind und keine exotischen erfundenen Fantasy-Namen. So ist jeder Name ein echtes Wortbild, da man gleich einen bestimmten Eindruck von der Person oder Familie bekommt. Der Wiedererkennungswert ist zudem sehr hoch.
Die Geschichte selbst ist im Kern zwar nicht neu, aber im Gewand der Schornsteinfeger ganz neu und fesselnd. Cleo war mir sofort sympathisch in ihrer unerschrockenen und draufgängerischen Art, und vor allem in ihrer Schlagfertigkeit. Sowohl der Konflikt mit ihrer Schwester, der auf dem Schicksal der Familie fußt, als auch ihre Hilfsbereitschaft im Viertel und ihre Freundschaft zu Valentin machen Cleo sehr menschlich und sympathisch, auch wenn sie manchmal etwas ruppig auftritt. Besonders gefallen hat mir, wie sie ihren Mit-Azubis gegenübertritt, sich nichts gefallen lässt und sich ganz langsam Respekt verschafft. Aber ob das reicht, um eine echte Schornsteinfegerin zu werden?
Fazit: zu Recht ausgezeichnete fantastische Geschichte.

Bewertung vom 20.02.2025
Moore, Liz

Der Gott des Waldes


ausgezeichnet

Was ich anfangs als Krimi einordnete, entpuppte sich schon bald zudem als dramatische Familiengeschichte und Gesellschaftsroman, der mehrere Generationen umspannt. Nichts ist wie es scheint und die Leserschaft wird ein ums andere Mal in die Irre geführt, so dass ich aus dem Staunen gar nicht herauskam. Intrigen, Abgründe, falsche Fährten - fast jedes Kapitel enthüllte ein neues Detail, welches die Geschichte immer undurchsichtiger und die Charaktere immer zweifelhafter erscheinen liess. Und doch passte alles immer wieder wunderbar zusammen und ergab Sinn, so dass ich zu keiner Zeit frustriert oder enttäuscht war. Ganz im Gegenteil, ich konnte gar nicht schnell genug weiterlesen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen - auch wenn sie viele abstossende und unglaubliche Dinge zutage förderte. Dabei fühlte ich mich der Ermittlerin Judy immer am nächsten, mit der ich gemeinsam nach und nach die unglaublichen Details des Falles bis zum grandiosen Ende enthüllte.
Fazit: ein tiefgreifender Roman, der viel mehr als nur ein Krimi ist.

Bewertung vom 18.02.2025
Watson, Andi

Kess Kleinhorn. Mit Horn, Herz und Heldenmut


ausgezeichnet

Was als niedliche Bildergeschichte für kleine Kinder daherkommt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als fantasievolles und witziges Antihelden-Epos um ein kleines Einhorn, das mit großem Herz und viel Mut das Reich Karfunkel gegen den bösen Sir Oger verteidigen muss. Die Geschichte ist so aberwitzig und voller origineller Ideen, dass man auf jeder Seite neue Überraschungen erlebt, mit denen man so garantiert nicht gerechnet hat. Die quietschbunten Illustrationen wirken auf den ersten Blick wie aus Kinderhand gemalt, zeigen in ihrer Detailverliebtheit aber das Können des Autors und passen in ihrem einzigartigen, vielleicht nicht perfekt wirkenden Stil sehr gut zu Kess, der von allen unterschätzt wird. Genau wie seine Gefährten: der kleine Drache Schnauf, der noch nie Feuer gespuckt hat, und der Mistkäfer K'Aka mit seinen verborgenen Kräften. Gemeinsam sind sie unschlagbar, und selbst der einfältige Sir Oger und seine unendliche Armee müssen sich in Acht nehmen. Besonders faszinierend fand ich Sir Ogers Schwester, die einerseits sehr sympathisch wirkte, andererseits im Hintergrund intrigante Fäden spann.
Fazit: ein sehr unerwartetes und überaus witziges Helden-Abenteuer, das viele Überraschungen bereit hält.

Bewertung vom 17.02.2025
Turton, Stuart

Der letzte Mord am Ende der Welt


gut

Bei diesem Buch bin ich in meiner Meinung sehr zwiegespalten, denn einerseits war es spannend zu lesen und ich wollte unbedingt wissen, wer denn nun - und warum - den letzten Mord auf dieser Insel begangen hat. Zum anderen hat mir das Thema, das der Handlung als Erklärung für die Insel und das "Ende der Menschheit" zugrunde liegt, überhaupt nicht gefallen und hätte ich die Richtung, in die sich das Ganze entwickelt, vorher absehen können, hätte ich das Buch vermutlich gar nicht erst in die Hand genommen. Hätte hätte - so habe ich den Roman angefangen und wurde schnell in die packende Geschichte hineingezogen, die entscheidenden Aha-Momente waren für mich aber eher enttäuschende Enthüllungen, da ich wie gesagt nicht so ein Fan davon bin. Die Charaktere wirkten sehr ausgeprägt, aber auch sehr einseitig in den ihnen jeweils eigenen Charaktereigenschaften, es fehlten die vielen kleinen grauen Zwischentöne, die ihre Gedanken und ihr Miteinander menschlich und glaubhaft machten. So waren die meisten Personen sehr schwarz-weiss und durchschaubar angelegt, was ihre Aktionen vorhersehbar machte. Umso beeindruckender, dass der Autor doch mit einigen Überraschungen aufwarten konnte, die ich so nicht vorhergesehen habe - andererseits lasse ich eine Geschichte immer gerne von sich aus auf mich zukommen, statt beim Lesen die ganze Zeit über wild zu spekulieren.
Fazit: punktet durch Originalität und hat mich definitiv aus meiner Komfortzone gelockt.

Bewertung vom 13.02.2025
Murphy, Iseult

The Thing in Christmas Town


sehr gut

I love Christmas and I love horror, so this combination of both themes was right up my alley. I loved how the horror crept in slowly, first just a glimpse here or a drop of blood there, making it seem like a hallucination, especially for Diane, who is drowning in grief and guilt ever since her husband died two years ago. So she really shouldn't trust her senses, should she? But why are the elves grinning so devilishly, and why do her kids don't notice anything out of the ordinary? When Christmas Town sheds is jolly appearance and shows is real and very deadly intentions, Diane must fight for her family to get out alive. But is there a way to defeat the thing in Christmas Town? The solution was both surprising and consistently and really put a bow on this sweet little story. Oh, and I loved the little illustrations at the beginning of each chapter (11 is my favorite one) giving a nice festive touch to the book - hehe. Highly recommended!

Bewertung vom 12.02.2025
Prödel, Kurt

Klapper


gut

Klapper erzählt die Geschichte von Thomas, genannt Klapper wegen seiner knackenden Gelenke. Was schon daraufhin deutet, dass Klapper in der Schule ein ziemlicher Außenseiter war. Dann kommt ein Mädchen, das sich selbst Bär nennt, an die Schule und Klapper wird zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Wer jetzt ein Happy End oder die große Verwandlung von Klapper erwartet, sollte das Buch nicht weiterlesen. Wer erfahren möchte, wie Klappers Jugend mit Bär verlief, sollte sich auf eine ungelenke, schicksalhafte Geschichte einstellen.
Natürlich waren die Kapitel, die die Jugend von Klapper beschreiben, die interessantesten, während die Gegenwart, in der Klapper erwachsen ist, eher den Rahmen bilden und nur gegen Ende selbst etwas Fahrt aufnehmen.
Fast hatte ich Mitleid mit Klapper, aber dann konnte ich ihm nicht viel abgewinnen, da er sich die ganze Zeit nur passiv verhielt. Einerseits machte ihn sein Außenseiter-Status sicherlich einsam, andererseits schien er sich daran nicht zu stören, also warum sollte ich es tun? Ich schwankte zwischen Sympathie für den teils gemobbten, meist ignorierten Nerd und Abneigung für den bequemen Typen, der den Allerwertesten nicht hoch bekam um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. So dümpelte die Geschichte etwas ziellos vor sich hin, und selbst ein einschneidendes Erlebnis brachte nicht wirklich eine Auflösung mit sich, auch wenn sich Klapper am Ende einen Ruck gibt.
Fazit: unterhaltsam, aber dümpelte zu sehr vor sich hin.