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Leseigel
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Villingen

Bewertungen

Insgesamt 1082 Bewertungen
Bewertung vom 21.01.2018
Cole, Daniel

Hangman. Das Spiel des Mörders / New-Scotland-Yard-Thriller Bd.2


gut

Wer zieht die Fäden im Hintergrund ?
Von 282k
Emily Baxter, Chief Inspector bei der Metropolitan Police in London, wird aufgefordert als Beraterin bei der Aufklärung eines Mordes in New York mitzuwirken. Man vermutet eine Verbindung zu den Londonern Ragdoll-Morden, an deren Aufklärung Baxter beteiligt war. Mit zum Team gehört die FBI-Agentin Curtis und der CIA-Agent Rouch. Kurz nach deren Zusammentreffen überschlagen sich die Ereignisse. Der mutmaßliche Ragdoll-Mörder wird im Gefängnis ermordet. Dies scheint die Verbindung zu beweisen. In schneller Abfolge werden Morde sowohl in London als auch in New York nach einem gleichen Muster verübt. Doch auch die Täter scheinen lediglich Opfer zu sein, denn ein Motiv ist nicht erkennbar. Wer manipuliert diese Menschen und zu welchen Zweck ? Den Ermittlern läuft die Zeit davon, denn ein blutiges Finale scheint unmittelbar bevor zu stehen. Aber der Täter ist den Kriminalbeamten immer einen Schritt voraus.
Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Es wird viel und blutig gestorben und der Autor schildert dies recht anschaulich. Die Ereignisse werden in Rückblenden geschildert, was der Spannung keinen Abbruch tut. Die handelnden Personen haben alle große persönliche Probleme und richtig sympathisch war mir keiner. Auch fand ich die vielen Morde auf Dauer eher ermüdend. Die Identität des Mörders wird erst auf den letzten Seiten enthüllt und ich gebe zu, ich hatte die betreffende Person nicht in Verdacht. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich das Motiv für die Verbrechen nicht überzeugend fand.
Alles in allem ein spannendes Buch, wenn man nicht all zu viel Wirklichkeitsnähe erwartet.

Bewertung vom 03.01.2018
Detering, Monika

Der Sommer des Raben


sehr gut

Auf der Suche nach der verschwundenen Marionette
Siris Partner Felix stirbt nach einem Unfall, an dem sie sich die Schuld gibt. Sie versinkt in Trauer. Mit Mühe bringt sie die Beerdigung hinter sich. Lässt zu, dass Felix Eltern, die sie bisher nicht kannte, die Organisation des Begräbnisses an sich reißen, sich in ihr Haus einquartieren. Im letzten gemeinsame Urlaub, den Siri mit Felix verbracht hat, waren sie in Prag . Dort haben sie bei einen Marionettenmacher das Foto einer Raben-Marionette gesehen. Leider wurde sie dem Tschechen Pavel gestohlen. Felix ist daraufhin geradezu besessen von der Puppe. Er will sie unbedingt haben. Siri glaubt nun, diese Marionette für Felix, posthum finden zu müssen. Sie vergräbt sich völlig in diese Suche, vernachlässigt ihre Arbeit, ihre Freunde. Um Abstand zu gewinnen, beschließt sie für 6 Monate nach Hiddensee zu ziehen. Dort lernt sie den zwielichtigen Magnus kennen und beginnt eine Affäre mit ihm. Magnus scheint sich ebenfalls für den Raben zu interessieren. War ihre Bekanntschaft kein Zufall ? Siri ist sich sicher, Antworten auf ihre Fragen findet sie nur in Prag. Entschlossen fährt sie dorthin und gerät in große Gefahr.
Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig. Sie lässt ihre Gedanken treiben. Dadurch wird die Handlung sprunghaft und erfordert vom Leser eine gewisse Beweglichkeit. Wer sich darauf einlässt, wird dieses Buch lieben. Ich hatte das Gefühl in einem Boot zu sitzen, das sich immer schneller auf den Abgrund zu bewegt. Beeindruckend intensiv schildert die Autor die Trauer und das Gefühl der Verlassenheit von Siri. Dabei hatte ich immer wieder ein starkes Gefühl der Bedrohung. Besonders unheimlich fand ich Felix Eltern. Deren Verhalten war in meinen Augen mehr als sonderbar. Das Ende hat mir gut gefallen, auch wenn es für mich etwas knapp ausfiel und einiges der Phantasie des Lesers überlassen bleibt .

Bewertung vom 26.12.2017
Aurass, Dieter

Verborgen


ausgezeichnet

Man sieht sich immer zweimal im Leben
Kalle, die ehemalige Hausangestellte Katrin und der Psychotherapeut Benjamin brechen unabhängig von einander in die Villa Helmholtz ein. Als sie dort auf einander treffen, versucht jeder den anderen aus zu tricksen. doch dann stellen die drei fest, dass sie, wenn sie Erfolg haben wollen, zusammen arbeiten müssen. Jeder hat eine Rechnung mit Helmholtz offen und hofft in der Villa Beweise zu finden, die Helmholtz ruinieren. Gemeinsam durchsuchen sie die Villa. Aber die Zeit drängt, denn Helmholtz hat den Einbruch bemerkt und seine Schlägertruppe auf den Plan gerufen.
Ich war von Anfang an vom Buch gefesselt. Allein die Idee, dass drei verschiedene Personen und ein und dasselbe Haus einbrechen, hat mich neugierig gemacht. im Laufe der Geschichte erfährt man dann mehr über die jeweiligen Motive des Einzelnen und auch hier ist jede Geschichte für sich spannend. Die drei werden einem immer sympathischer, je mehr man erfährt. Deshalb war ich eindeutig auf deren Seite und habe mi mit gefiebert, ob sie ihr Ziel erreichen. Ob sie erfolgreich sind, erfährt man wirklich erst am Schluss. Die spannende Geschichte kommt ohne Tote aus, obwohl es gegen Ende etwas unappetitlich wird. Das Buch zeigt, dass eine gute Idee, logischer Aufbau und guter Erzählstil mindestens so unterhaltsam sind wie ein Krimi in dem reihenweise sehr blutig gestorben wird.

Bewertung vom 26.12.2017
Schaffrath, Paul

Der Nebel von Avignon


gut

Urlaub, Mordermittlung inklusive
Kriminalkommissar Krüger und seine Freundin Carmen machen Urlaub in Avignon. Zufällig werden sie Ohrenzeugen eines Mordes. Bei der anschließenden Befragung der Zeugen lernen sie den Ermittlungsrichter Bonnefoy kennen, der sie sofort in die Ermittlungen einbezieht. Es scheint sich bei dem Mord um ein Familiendrama zu handeln. Der Ermordete besaß zusammen mit seinem Bruder ein wertvolles Grundstück, dessen Verkauf er nicht zustimmte. Zur gleichen zeit macht Krügers Kollege Schneider ebenfalls Urlaub in Avignon. Er hat die Bekanntschaft der attraktiven Elodie gemacht und beginnt einen Urlaubsflirt mit ihr. Elodie ist mit dem Ermordeten verwandt und erzählt Schneider die blutige Familiengeschichte. Vor Jahren hat ein Algerier den Großvater und den Vater der Brüder erschossen, weil der Großvater seine algerische Ehefrau verlassen hat. Die beiden Brüder entkamen durch einen Zufall dem Anschlag. Als auch noch der zweite Bruder ermordet wird und ein Anschlag auf Elodie verübt wird, liegt der Verdacht nahe, dass die Blutrache erneut aufflammt. Und was hat der Tod eines Winzers damit zu tun ?
Grundsätzlich ist die Geschichte gut erzählt. Man erfährt viel über die touristischen Attraktionen rund um Avignon. Und dass alle Beteiligten gerne ein Glas Rotwein trinken, macht sie in meinen Augen auch nicht unsympathisch. Es stellt sich aber die Frage, was wollte der Autor schreiben : eine Satire oder einen Krimi. Ich tendiere zur Satire, da für einen Krimi einfach zu viele fachliche Unstimmigkeiten gegeben sind. Ich glaube kaum, dass ein französischer Ermittlungsrichter einen deutschen Beamten im Urlaub einfach so ermitteln lässt. Was , das betrifft, bin ich vom Buch enttäuscht. Was den Wortwitz und den Ideenreichtum anbetrifft, kam ich voll auf meine Kosten.

Bewertung vom 26.12.2017
Puntschart, Ulla

Der Hort der Gepiden


sehr gut

Die Suche nach dem sagenhaften Schatz geht weiter.
Das 2. Buch setzt mit seiner Handlung unmittelbar am Ende des 1. Buches ein. Dankeswerterweise hat die Autorin der Geschichte eine sehr gute Zusammenfassung voran gestellt, so dass man sich gut zurecht findet, ohne den 1. Band unbedingt zu kennen.
Die einzelnen Handlungsstränge lassen nun immer mehr Verknüpfungen erkennen. Vieles, was im 1. Band ohne Zusammenhang erschien, bekommt nun einen tieferen Sinn. Die Geschichte ist wie ein Puzzle, bei dem immer mehr Teile an ihren richtigen Platz fallen, um ein großes Ganzes zu enthüllen.
So erfährt man, dass Notker aktiv am Verschwinden des Statthalters Longinius beteiligt war und wohl mehr über den Schatz weiß, als er zugibt. Spannend auch die Geschehnisse um den Centurio Valentin, der erst in einen Hinterhalt gerät und sich als Versager fühlt, um dann im Triumph mit einem Schatz- nicht der gesuchte - in das Lager des Heerführers Comentiolos zurück zu kehren. Und Vater Marjan war wohl nicht immer der fromme Einsiedler, als den ihn jetzt alle kennen. Welche Rolle spielt er, bei dem sich plötzlich alle Wege zu treffen scheinen ?
Mir hat das Buch gut gefallen. Interessant waren erneut die historischen Fakten, aus einer Zeit, die mir nicht im Bewusstsein war. Die Geschichte im engeren Sinne aber, in der es um Liebe, Verrat, Machtstreben und Habgier geht, hätte in jeder zeit spielen können, da diese schon immer die Triebfedern für menschliches Handeln waren. Dadurch, dass man weitere Einzelheiten aus der Vergangenheit der Mitglieder der Reisegruppe um Unna und Notker erfährt, bekamen die Figuren für mich mehr Persönlichkeit und ich konnte mich mehr mit ihnen identifizieren. Gut gefallen hat mir der Schluss. Hier wurden zu einzelnen Figuren Informationen zu ihrem weiteren Schicksal gegeben. Besonders gelungen fand ich dabei die Geschichte von Antonios.
Alles in allem war es ein unterhaltsamer Ausflug in die Geschichte.