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Insgesamt 1457 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2023
De la Cruz, Melissa

Der Fluch der dreizehnten Fee / Magic Kingdom Bd.1


ausgezeichnet

„Magic Kingdom“ ist eine Geschichte über die Wahrheit hinter den Märchen und die Gefahren, die im Märchenland lauern. Es ist eine klassische Geschichte über Gut gegen Böse. Die Geschichte ist eine Erzählung innerhalb der Geschichte, die ich stilistisch toll umgesetzt und sehr abenteuerlich und spannend fand.

Zum Inhalt: Filomena liebt Bücher, besonders die Magic Kingdom Reihe. Umso erschütterter ist sie, als der finale Band nicht erscheinen soll, weil die Autorin spurlos verschwunden ist. Dann trifft sie auf einen merkwürdigen Fremden, der sie sehr an eine Buchfigur erinnert. Und schon startet ein wildes Abenteuer im Kampf um die Märchenwelt.

Ich liebe die Idee des Buches in einem Buch, das hat mir schon bei anderen Formaten wie der „Unendlichen Geschichte“ wahnsinnig gut gefallen. Sowohl Cover, als auch die kleine Illustration über den Kapitelangaben zeugen von Liebe zum Detail und das Buch ist insgesamt sehr hochwertig gestaltet. Inhaltlich ist es eine fantastische und magische Geschichte über die Märchenwelt, über die Wahrheit hinter den Märchen, aber auch über Freundschaft, Familie und Zusammenhalt.

Die Hauptgeschichte wird immer mal wieder von einer Nebenerzählung unterbrochen, die quasi wie aus dem Off die Hintergrundgeschichte erzählt. Das ist ein schönes Stilelement und passt gut in den Handlungsverlauf. Vor allem lockert es die Buchstruktur auf, sodass man an diesen Stellen gut mal unterbrechen und über das gelesene reden kann.

Die vielen verschiedenen Charaktere waren einfach zauberhaft. Mutig und freundlich, hilfsbereit und loyal. Das Buch vermittelt gut das Gefühl, dass es völlig okay ist anders zu sein, denn irgendwo sind die Menschen, zu denen man passt und die einen für das lieben, was man ist. Es werden hier auch bereits ernstere Themen wie z.B. Adoption aufgenommen, was aber sehr offen und auf positive Weise in die Handlung integriert wird.

Die Geschichte kommt nicht nur mit viel Herz, sondern auch wahnsinnig viel Witz daher. Wir haben uns vor allem über die zahlreichen Kosenamen für die Lasagne-Alfredos schlappgelacht. Filomena ist einfach eine Protagonistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt- ein tolles Mädchen für eine tolle Geschichte.
Das Buch bereitet wirklich Freude, ist spannend zu lesen ein Muss für Märchenfans.

Bewertung vom 14.03.2023
Raich, Sarah

Equilon


gut

„Equilon“ kommt mit einem spannenden Themenmix aus Klimakrise und KI-Technologie daher und war dadurch für mich sofort interessant. Ich liebe Dystopien, die auf einer Art Kollaps-Szenario beruhen. Allerdings habe ich in diesem Buch für mich wenig neues entdeckt, sondern viele Parallelen zu ähnlichen Büchern, die ich bereits gelesen habe.

Zum Inhalt: Equilon ist ein intelligenter Algorithmus, der die Welt gerechter machen soll. Denn nach dem großen Klimakollaps sind weite Teile der Welt kaum noch bewohnbar. Aber die MegaGoods haben technologisch fortschrittliche Städte erschaffen, die die Erfüllung aller Träume darstellen. Doch nur wer den Score knackt und die Welt bereichert, darf in ihnen leben. Und Equilon entscheidet, wer dazugehört.

Vorweg: ich glaube dieses Buch ist wirklich gut. Wer noch nicht viele dystopische Romane anderer namenhafter Autoren gelesen hat, dem wird dieses Buch vermutlich sogar sehr gefallen. Denn es hat eine spannende Storyline, coole Charaktere und etliche dunkle Geheimnisse. Ich mochte das Worldbuilding, wenn man es überhaupt so nennen kann, die Story spielt schließlich auf der Erde, wirklich total gern. Die Beschreibungen der Grenzländer aber auch von New Valley haben mir gut gefallen und ein bisschen an „Tribute von Panem“ erinnert. Allerdings wird das alles etwas oberfläachlich abgehandelt und hätte für meinen geschmack gerne komplexer sein können.

Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten Dorian und Jenna erzählt, die sehr unterschiedliche Lebenswege beschritten haben, aber in New Valley aufeinander treffen. Dorian ist der klassische Underdog und ich mochte ihn von Beginn an. Er ist so anders als alle anderen Charaktere und sein düsteres, poetisches Wesen hebt ihn ab und macht ihn interessant. Jenna dagegen ist der Inbegriff von ehrgeizig und stellt einen tollen Kontrast zu Dorian dar. So gerne will sie in diese scheinbar perfekte Welt passen, dass sie bereit wäre, auch sich selbst dafür zu verraten.

Die Entwicklung der Geschichte ist gut konstruiert und sehr spannend. Immer mehr düstere Offenbarungen zeigen, dass die neue Welt mehr Schein als Sein ist und steuern auf einen unmittelbaren Konflikt hin. Das Ende kam für mich sehr abrupt, hier hätte ich mir gewünscht, dass vielleicht auch weitreichendere Konsequenzen aufgezeigt würden.

Alles in allem ein tolles Buch, dass ich nur deswegen mit 3 Sternen bewerte, weil ich das Gefühl hatte das alles schonmal irgendwo anders gelesen zu haben und mir die Geschichte nicht tiefgreifend genug war. Hier war wirklich viel Potential vorhanden, aus dem man noch mehr hätte machen können. Für Einsteiger in die Dystopie-Literatur aber sicher spannend und empfehlenswert.

Bewertung vom 14.03.2023
Behr, Markus

Straßenmusik


gut

„Straßenmusik“ macht von Beginn an neugierig. Es ist die Geschichte zweier Seelen, die zufällig aufeinander treffen und im Einklang sind, die verweilen und sich voneinander wegbewegen. Nach einem sehr starken Start war die Folgehandlung dann aber doch sehr slow burn. Und führte letztlich nirgends so richtig hin.

Zum Inhalt: im Zug nach Amsterdam begegnen sich Chiara und Jonas. Beide stehen an einem Scheideweg in ihrem Leben und wissen noch nicht so recht wohin. Aber was sie verbindet ist die Liebe zur Musik und als sie erneut aufeinander treffen, scheint etwas besonderes zwischen den beiden zu entstehen und die beschließen, diese Liebe zu teilen.

Ich mochte die gesamte Amsterdam-Episode der Geschichte. Das spontane erste Treffen, die fast schon schicksalhafte zweite Begegnung. Von Beginn an liegt da etwas in der Luft; die Vorahnung, dass gleich was großes passieren könnte.
Es hat mir total gut gefallen, dass Jonas und Chiara beide auf ganz eigene Art Außenseiter, aber trotzdem irgendwie cool sind.

Die zweite Hälfte des Buches hat sich dann aber für mich ganz schön gezogen. Die Zeitsprünge, in denen Jonas und Chiara keinen Kontakt haben, werden größer, die Ereignisse werden zusammenhangsloser. Es gibt noch einen richtig coolen musikalischen Moment im Buch, dann dreht sich die Geschichte eher um Nebensächlichkeiten aus dem Leben der beiden Protagonisten und dann ist das Buch auch quasi schon vorbei. Fand ich schade, denn der Beginn war so stark, dass die Handlung danach irgendwie abgeflaut ist.

Bei den unglaublich vielen Nebenfiguren weiß ich gar nicht, ob ich sie gut oder schlecht fand. Denn es waren ein paar echt kauzige Vögel, aber auch krasse Stereotypen vertreten, was mir richtig gut gefallen hat. Leider hatten sie aufgrund der schieren Fülle an Figuren immer jeweils nur kurze Auftritte und blieben dadurch sehr blass.

Was eine Liebesgeschichte hätte werden können, wird schnell zur Geschichte über Freundschaft, in der aber auch Eifersucht eine große Rolle spielt. Beide Protagonisten fand ich wenig sympathisch und auch ihre Freundschaft habe ich nicht wirklich nachempfinden können, weil beide oft gegenseitig verletzendes Verhalten an den Tag legen.

Insgesamt hat diese Geschichte für mich nirgends so richtig hingeführt

Bewertung vom 14.03.2023
Prettin, Anne

Der Ruf des Eisvogels


ausgezeichnet

Das Buch schafft scheinbar mühelos die Brücke zwischen Mensch und Natur zu schlagen, vereint Medizin mit Pflanzenkunde und wirkt generell wie ein Lobgesang auf die Natur und was sie uns bietet. Besonders die sehr eindrücklichen Beschreibungen von Gerüchen und Farben sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben.
Zum Inhalt: Olgas Geburtstag ist gleichzeitig der Todestag ihrer Mutter, die die schwere Geburt nicht überstanden hat. Doch wie zum Zeichen, dass ihre Seele fortlebt, taucht ein Eisvogel am Fenster auf. Der Glaube an die Seele, an Beschützervögel und die Einheit zwischen Körper und Natur bestimmt fortan Olgas Leben. Sie will ihres in den Dienst der Medizin stellen, doch dann bricht der Krieg aus und Olga muss alles hinter sich lassen. Auch eine Liebe, die endlos schien. 50 Jahre später wird sie mit ihrer Vergangenheit und ihren Taten konfrontiert.
Das Buch erzählt eine bewegende Familiengeschichte und gleichzeitig die Geschichte eines ganzen Ortes. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, aber auch über Krieg, Flucht und Verlust. Die Geschichte vereint das tragische mit dem schönen, das traurige mit dem belebenden, das erschreckende mit dem hoffnungsvollen. Auf sehr nahbare Weise zeichnet die Autorin teils erschreckende Bilder, die bei mir nach lange nachhallten.
Die Geschichte wird anachronistisch aus der Sicht von Protagonistin Olga erzählt, die ihre eigene Geschichte rekapituliert und offen längst vergrabene Familiengeheimnisse enthüllt. Die Zeitsprünge habe ich als sehr spannend und angenehm zu lesen empfunden. Im Normalfall passiert in den Gegenwarts-Episoden etwas, das eine Erinnerung auslöst. Diese Art des Erzählens gefällt mir sehr und die Geschichte wirkte dadurch sehr lebhaft.
Die Geschichte ist einfach unglaublich schön erzählt, an manchen Stellen in der Vergangenheit fast schon poetisch. Eine Geschichte über das bewegte Leben einer Frau, die ihren Weg geht und ihrer Bestimmung folgt, auch wenn das nicht den gesellschaftlichen Konventionen entspricht. Ein Buch voller innerer und äußerer Konflikte, voller Mut und Stärke. Eine wahnsinnig schöne Erzählung, die ich wärmstens empfehle.

Bewertung vom 13.03.2023
Cross, Ethan

Die Stimme der Lüge / Ackerman & Shirazi Bd.4


sehr gut

Ich verfolge die „Ackerman und Shirazi“- Reihe von Beginn an und dieses Buch fühlte sich für mich irgendwie nach einem finalem Showdown an, ohne dass ich sagen könnte, ob es wirklich so vom Autor erdacht war. Das Buch war in vielerlei Hinsicht sentimentaler als seine Vorgänger, aber in meinen Augen auch deutlich schwächer, sodass ich um einen Abschied von der Reihe und dem Beginn einer neuen nicht unbedingt traurig wäre.

Zum Inhalt: nachdem Ackerman Demons teuflisches Labyrinth überlebt hat, befindet er sich immernoch in der Gewalt seiner Nemesis. Und Demon plant ein für allemal den Killer in Ackerman zu wecken und hat sich ein besonders perfides Spiel für diesen ausgedacht. In einem neuen mehrstufigen Labyrinth muss Ackerman nicht nur gegen verschiedene, von Demon geschaffene, Killer antreten, er muss dabei auch noch Zivilisten beschützen. Doch unter diesen könnte sich auch der eine oder andere Verräter befinden.

Das Setting fand ich diesmal echt überraschend und trotzdem sehr beklemmend und atmosphärisch, sodass es sehr gut zur Handlung gepasst hat. Das Gesamtkonzept des tödlichen Labyrinths und der Monster, denen Ackerman sich stellen muss hat mir gut gefallen, auch wenn ich fand, dass die Haupthandlung diesmal sehr langsam in die Gänge kam und es sich immer wiederholende Elemente gab, die irgendwann vorhersehbar waren.

Die Idee eines Verräters in Form einer zweiten Nemesis fand ich total genial, die Umsetzung dessen konnte mich diesmal aber nicht überzeugen, vielmehr war ich im Nachhinein sogar etwas enttäuscht. Wer in diesem Buch ebenfalls zu kurz kam war Nadia- von der taffen Powerfrau war absolut nichts zu sehen, stattdessen ließen ihre Auftritte sie eher schwach wirken und hatten einen fast schon kitschigen Touch.

Ungefähr ab der Hälfte hat mich die Story dann aber doch wieder catchen können und nimmt am Ende auch eine faszinierende Wendungen, die viel Spielraum für die folgenden Bücher lässt. Ich bin bei diesem Buch echt zwiegespaltener Meinung. Ein paar Action-Szenen und Ackermans unverwüstliche Art haben mir wieder sehr gut gefallen. Auch der Abschluss der Rivalitätssituation mit Demon war großartig umgesetzt und hat mich wieder voll überzeugt. Einiges anderes war aber einfach übertrieben und teilweise auch etwas vorhersehbar. Daher 3,5 Sterne von mir.

Bewertung vom 13.03.2023
Böhm, Nicole;Stehl, Anabelle

Let's be wild / Be Wild Bd.1


ausgezeichnet

Ich liebe diese klassischen Friendship-Stories die in New York spielen und den Flair von Sex and the City, The bold Type und Gossip Girl einfangen. „Let‘s be wild“ ist eine sehr bodenständige und sympathische Geschichte über den Alltag von vier Fremden, die zu Freunden werden. Ein schönes Buch, das Freude macht.

Zum Inhalt: für Shae geht ein Traum in Erfüllung als sie einen Job in der Influencer-Agentur ihres Onkels in New York ergattert. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Tyler plant sie den Big Apple zu erobern. Doch bereits an ihrem ersten Arbeitstag läuft es nicht so ganz nach Plan. Aber zum Glück hat sie gute Freunde an ihrer Seite, die ihr den Rücken stärken

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der vier Protagonisten erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die aber verbindet, dass sie in New York ihre Träume verwirklichen. Alle vier wirken auf ihre eigene Art sehr charismatisch und sympathisch, gleichzeitig sehr nahbar, da sie alle mit einem Bereich ihres Lebens hadern.

Charmant verspielter Vibe mit coolem Großstadtfeeling. Ein Buch über Freundschaft, Liebe und Jobeskapaden, dass ein bisschen an Fernsehformate wie „the Bold Type“ erinnert und mit seiner lockeren Offenheit punktet. Die alltäglichen und persönlichen Probleme der drei Protagonistinnen wirken sehr nahbar und sind divers gestreut, dass man sich locker mit mindestens einer von ihnen identifizieren. Durch Tyler kriegt die berufsbedingt zusammengewürfelte Clique einen coolen Touch, der sie von anderen Formaten abhebt.

Die Geschichte hat sich locker leicht lesen lassen, war mit Humor und viel Herz gespickt und hat einfach Spaß gemacht. Es hat sich tatsächlich ein bisschen wie eine Serienepisode angefühlt und so gibt es auch keinen echten Abschluss für die Geschichte, sondern sie läuft einfach mittendrin aus. Ich hätte definitiv nichts dagegen ein weiteres Buch über die überaus sympathische und leicht chaotische Clique zu lesen.

Bewertung vom 13.03.2023
Niebler, Marie

We Are Like the Sky / Like Us Bd.2


ausgezeichnet

„We are like the sky“ ist der zweite Band einer YA-Reihe von Marie Niebler. Die Bücher sind unabhängig voneinander lesbar, aber der Leser kehrt wieder nach Malcome Island zurück und trifft erneut die vielen bezaubernden Charaktere, die einem schon in Band 1 ans Herz gewachsen sind. Und in Band 2 hat mich auch die Lovestory wieder völlig umgehauen.

Zum Inhalt: weil ihr Vater immer öfter desorientiert und verloren wirkt, kehrt Riven ihrem Leben in Toronto den Rücken, um auf Malcome Island nach dem Rechten zu sehen. Dort trifft sie auf ihren Jugendfreund Leevi, den sie wie so vieles anderes zurücklassen musste, als ihre Mom beschloss, die Insel zu verlassen. Doch dann fühlt sich Malcome Island immer mehr nach Heimat an- und Leevi nach so viel mehr als nur Freundschaft.

Ich mochte die Rahmenhandlung dieser Geschichte einfach total gerne. Es geht viel um Freundschaft, alte Streitigkeiten, ums gehen und verlassen werden- aber auch ums zurückkommen und ankommen. Leevi und Riven teilen miteinander so viel, unter anderem, dass sie beide Träumer sind, die ihre eigenen Wünsche und Ziele hintenanstellen um andere nicht zu enttäuschen. Das macht sie super bodenständig und sympathisch, hat mir beim Lesen aber immer wieder das Herz gebrochen.

Ich hab Leevis tiefsinnige, literaturverliebte Art total geliebt- selten trifft man auf derartig feinsinnige männliche Protagonisten. Das hat mir total gut gefallen und am liebsten hätte ich auch ein von Leevi ausgesuchtes Tattoo. Seinen Schmerz und sein Hadern mit seinen Zukunftsängsten konnte ich total gut nachvollziehen. Generell wirken die Charaktere dieser Reihe immer sehr plastisch und greifbar.

Die Story lässt sich toll lesen und ist sehr flüssig und bildhaft geschrieben. Ich mag die Emotionalität der Geschichte und wie die Figuren über ihren Schatten springen, um für sich einzustehen. Generell kommt diese Reihe immer mit sehr viel Herz rund um die Themen Freundschaft, Liebe und Familie daher. Eine wunderschöne Story zum dahinschmelzen. Poesie für die Seele.

Bewertung vom 13.03.2023
Howe, Jenny L.

The Love Test - Versuch's noch mal mit Liebe


weniger gut

Ich fand Cover und Klappentext wirklich total ansprechend und habe auch das angeteaserte Thema rund um mittelalterliche Literatur sofort geliebt. Entsprechend groß war meine Neugier und vielleicht auch meine Erwartung an das Buch. Leider bin ich sowohl mit den Protagonisten, als auch der Lovestory überhaupt nicht warm geworden und fand einige der Szenen auch einfach unglaubwürdig.

Zum Inhalt: Allison hat es geschafft in das Promotionsprogramm ihrer Träume an der Claymore aufgenommen zu werden. Ein Mentorenprogramm bei ihrer favorisierten Professorin würde ihrer akademischen Laufbahn das Krönchen aufsetzen. Doch da hat sie den Plan ohne ihren Ex Colin gemacht, der plötzlich auftaucht und sich auf die selbe Stelle bewirbt.

Second Chances ist ja eher nicht so mein Ding, einfach weil ich häufig die Beweggründe nicht schlüssig finde. Hier war es wieder ähnlich: Kommunikationsprobleme sind sehr bezeichnend für Allisons und Colins Beziehung, sie ist oft abwehrend oder flüchtet vor konfrontativen Gesprächen und er kann nicht auf den Punkt bringen, worum es ihm geht. Die Rivalität zwischen den beiden und der akademische Wettkampf sind, obwohl ich es irgendwann sehr anstrengend fand, das einzige an Gefühlen, was ich ihnen wirklich abgekauft habe, die angeblichen Funken zwischen den beiden sind nicht bis zu mir durchgedrungen.

Generell fand ich die beiden Protagonisten sehr unsympathisch. Allison hat eine sehr hohe Meinung von sich und ihrer Intelligenz, was dazu führt, dass sie lieber lügt als sich Schwächen einzugestehen. Und Colin- ach keine Ahnung, dadurch dass man ihn nur durch Allisons verklärte Sicht wahrnimmt war er mir schon unsympathisch als er immer wieder "Colin Benjamin" genannt wurde. Seine Art mit dem Druck an der Uni und dem Konkurrenzkampf umzugehen hat mir überhaupt gar nicht gefallen und auch hier wieder: größtes Problem ist, dass er nie den Mund aufkriegt bzw. Allison ihn auch gar nicht zu Wort kommen lässt.

Lichtblicke in Buch waren die Diskussionen über verschiedene Textpassagen mittelalterlicher englischer Literatur und die sehr reflektierte Problembewältigung mittels gedanklichem Durchspielen von Worst Case Szenarien. Beides leidet aber unter der recht schwachen Rahmenhandlung. Immer wieder durchlebt der Leser Rückblicke in Allisons und Colins Vergangenheit, dabei sollten beide eigentlich lieber damit abschließen und nach vorn blicken.

Mich hat die Story leider einfach nicht abgeholt. Wer aber Second Chances mag und wen fast schon kindliches Gekabbel nicht stört, der mag hier sicherlich seine Freude dran haben, ich tue mich aber schwer, das Buch zu empfehlen.

Bewertung vom 13.03.2023
Schwiecker, Florian;Tsokos, Michael

Die letzte Lügnerin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.3


sehr gut

Mit „die letzte Lügnerin“ ist nun der inzwischen dritte Teil der "Eberhardt und Jarmer"-Reihe erschienen. Die Justizfälle sind in sich abgeschlossen, aber da die Rahmenhandlung sich kontinuierlich entwickelt würde ich empfehlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ist sicherlich kein Muss, wichtig Aspekte werden nochmal aufgegriffen, aber ich hab das Gefühl, dass man die Dynamik der Figuren untereinander dann vielleicht besser versteht.

Zum Inhalt: politischer Wohnungsbau in Berlin und dazu ein Mord. Eberhardt vertritt in diesem Fall einen Ex-Politiker, den ein Skandal sein Amt gekostet hat und der nun zu allem Überfluss des Mordes angeklagt ist. Die Indizienbeweise sprechen gegen ihn aber irgendwas komm Eberhardt komisch an dem Fall vor.

Das politische Thema rund um Wohnungsbau und Mietpreise finde ich sehr aktuell und dementsprechend auch sehr ansprechend. Das Buch gibt die vorherrschende Stimmung in Berlin und auch eigentlich im gesamten Land zu diesem Thema gut wieder. Besonders toll hat mir in diesem Zusammenhang der körperlose Kopf und das Rätsel, vor das er die Ermittler am Nebenschauplatz der Handlung stellt, gefallen.

Was mir diesmal sehr schwer gefallen ist sind die Zeitsprünge im Fall, in denen Eberhardt persönliche Beziehungen aufarbeitet oder Begleitumstände erläutert werden. So ausschweifend ist der Fall nicht gestrickt, wird aber dadurch in meinen Augen verkompliziert. Eine chronologische Erzählung hätte mir an dieser Stelle besser gefallen.

Insgesamt kam die Auflösung für mich überraschend aber auch etwas an den Haaren herbeigezogen daher. Der letzte Zeuge hätte einfach deutlich früher aktiv werden müssen, wie das im Rechtsprozess so hintenüber fallen konnte ist mir absolut schleierhaft. Bin aber auf diesem Gebiet keine Expertin, es kam mir einfach komisch vor.

Insgesamt hat sich der Fall für mich zu stark in die Länge gezogen und Jarmer sowie die Interaktionen mit ihm sind mir diesmal deutlich zu kurz gekommen. Ich hoffe, dass er im nächsten Band wieder mehr Einsatz zeigen darf. Trotz allem hat sich das Buch aber wieder gut lesen lassen und einen spannenden Fall aufgetan. Für mich nicht der beste Band der Reihe aber trotzdem lesenswert, weshalb ich 3,5 Sterne vergeben würde.

Bewertung vom 03.03.2023
Hasse, Stefanie

Blut ist dicker als Tinte / Master Class Bd.1


gut

Ich habe schon einige Bücher von Stefanie Hasse gelesen und mag ihren Schreibstil, der oft durch Detailverliebtheit und anschauliche Beschreibungen glänzt. Und Schreiben ist auch das zentrale Thema ihrer neue Dilogie "Master Class". Die beiden Teile sind zeitgleich erschienen und schließen direkt aneinander an, sodass man sie quasi wie ein Buch lesen kann, wodurch Band 1 natürlich mit einem Cliffhanger endet. Ich muss sagen, Band 1 hat mich leider noch nicht so richtig catchen können.

Zum Inhalt: Riley hat es geschafft: mit ihrer Schreibgruppe hat sie einen Platz beim Schreibwettbewerb auf Masters Castle ergattern können, bei denen die neun Teilnehmer in verschiedenen Aufgaben um den Sieg schreiben. Doch einer der Teilnehmer scheint sehr private Exposés über Riley zu verfassen, die sich zunehmend verfolgt fühlt. Kann sie herausfinden wer dahinter steckt?

Das Buch wird als Romantic-Suspense beschrieben. Tatsächlich habe ich beides bisher nicht ausreichend gespürt. Ja, es bahnt sich eine Lovestory an, die von Beginn an sehr offensichtlich wirkt und sich dann anhand passender Gelegenheiten sehr stetig entwickelt, was für mich aber irgendwie sehr gewollt wirkt. Kleine Stolpersteine auf dem Weg zur rosaroten Brille können nicht kaschieren worauf das ganze von Anfang an hinauslaufen soll.

Zum Suspense-Thema: es gibt eine interessante Außenseiter-Perspektive, die wie der Erzähler einer Geschichte auf die Ereignisse und die Figuren schaut. Das finde ich einen tollen Schachzug, der der Geschichte einen spannenden Twist gibt. Dies könnte der Urheber der Texte über Riley sein, die ich ehrlich gesagt gar nicht so bedrohlich empfinde. Ja, sie sind mit privaten Details gespickt, aber weder pikant noch offen bedrohlich. Mich hätte da zum Beispiel der Text aus Sicht des Antagonisten sehr gereizt. Also stimmungstechnisch war da in meinen Augen noch Luft nach oben.

Außerdem finde ich, dass alle Figuren inklusive Riley sehr blass und eindimensional bleiben. Es beginnt zwar mit netten Kurz-Steckbriefen, aber da man die Figuren nicht tiefergehend kennenlernt, ist es auch schwer einen Verdacht zu fassen, bei wem es sich um den anonymen Schriftsteller handelt. Überzeugend hingegen fand ich das Settings im Masters Castle, was mit seinen endlosen Gängen, den Schmugglerhöhlen und coolen versteckten Räumen voll punkten kann und sehr atmosphärisch wirkt.

Insgesamt hat das Buch mich einfach nicht völlig abgeholt, sodass ich es zwar nett zu lesen fand, aber auch nicht so gebannt bin, dass ich unbedingt weiterlesen muss.