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adel69
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Baden-Württemberg

Bewertungen

Insgesamt 145 Bewertungen
Bewertung vom 16.01.2026
Tresp-Welte, Antje; Denno, Norbert

Die Wilden Sandflöhe auf der Jagd nach dem roten Gold


ausgezeichnet

Spannende Geschehnisse an der Nordsee

Worum geht es in dem Buch?
Die Wilden Sandflöhe – das sind die Kinder Joris, Oskar und Fenja, die im Küstenort Oldedrommersiel an der Nordsee einigen Rätseln auf den Grund gehen. Joris wohnt nicht in Oldedrommersiel, er besucht seine Oma Marje, die dort eine Teestube betreibt. Diese Teestube ist eigentlich eine angesagte Adresse mit köstlichen Kuchen und Kaffee. Doch im Moment ist Oma Marje ziemlich zerstreut, der Kuchen will ihr einfach nicht gelingen. Was ist nur mit ihr los? Dann ist da auch noch der unsympathische Herr Fürstenpik, und der führt offenbar etwas ganz Fieses im Schilde. Doch was hat er genau vor?
Je mehr sich die Wilden Sandflöhe auf Spurensuche begeben, umso rätselhafter wird der Fall. Können sie Oma Marje überhaupt helfen? Als ein mysteriöser Pirat in Joris‘ Träumen auftaucht, wird alles noch geheimnisvoller.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Cover ist liebevoll aufgemacht, so dass man gleich einen Eindruck der Geschichte erhält. Beim Lesen habe ich mich sofort an die Nordsee versetzt gefühlt und wäre am liebsten dorthin gereist. Den Schreibstil habe ich als mitreißend und an manchen Stellen auch witzig empfunden. Die Autorin hat die Kindercrew sympathisch, lebendig und kindgerecht beschrieben, so dass sich Kinder im Alter ab 8 Jahren sicherlich gut identifizieren können. Mir hat vor allem Joris gefallen, der den vielen Rätseln mit Stift und Papier begegnet und dessen Fantasie manchmal mit ihm durchgeht. So bleibt die Story spannend bis zum Schluss, vor allem auch wegen dem geheimnisvollen Zuckerbäcker-Piraten. Meine absolute Leseempfehlung für alle, die Rätsel und Nordseegeschichten mögen!

Bewertung vom 16.01.2026
Elfgren, Sara B.

Die Insel meiner Schwester


ausgezeichnet

Zwei Schwestern auf einer Schäreninsel

Worum geht es in dem Buch?

Mirjam und Lavinia, genannt Nia, sind Halbschwestern – sie haben denselben Vater. Beide lernen sich als Teenager kennen und schließen Freundschaft. Sie sind nicht nur Schwestern und Freundinnen, sondern auch Seelenverwandte.
Als Erwachsene ebbt der Kontakt zwischen beiden ab. Mirjam heiratet Juan und ist glücklich mit ihm, bis er ihr eröffnet, dass er sich in Frida verliebt hat. Frida und er werden Eltern werden. In diese enttäuschende Phase von Mirjams Leben kommt die Einladung zu Nias 40. Geburtstag. Zu Nia hatte Mirjam in den letzten Jahren wenig Kontakt. Das lag an Nias Mann Konrad, der starken Stimmungsschwankungen unterliegt. Nia und er leben auf einer schwedischen Schäreninsel. Als Mirjam auf der Insel ankommt, macht sie eine Entdeckung, die sie in Gewissenskonflikte bringt.

Meine Meinung:
Für mich war die Lektüre dieses Buches durchgehend interessant und spannend. Die Handlung ist aus der Sicht von Mirjam aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschildert. Spannung wird durch die Ereignisse, aber auch durch Mirjams Gedanken erzeugt. Im Teenie-Alter bewundert Mirjam ihre Schwester – deren Schönheit, Charme und Ideenreichtum. Nia schafft es, dass auch Mirjam ihre eigene Schönheit entdecken kann.
Beide Schwestern, Mirjam und Nia, sind sympathisch. Konrad ist merkwürdig. Er kann in einem Moment liebenswürdig sein und im nächsten Moment seine Frau schlagen. Nia schluckt das alles seit Jahren – auch Konrads herablassende Sprüche und viele Drohungen. Die Insel ist oftmals wie ein Gefängnis für sie. Sie geht keinem Job nach. Konrad hat genug Geld, um ebenfalls keiner festen Arbeit nachgehen zu müssen.
Die Feier zu Nias 40. Geburtstag ist eine willkommene Abwechslung. Außer Mirjam kommen noch andere Gäste: zwei ehemalige Schulkameradinnen und ein Freund. Neben zwanglosem Geplauder und einer Feier gibt es immer wieder eine unterschwellige Bedrohung, die während der Lektüre gut zu spüren ist. Wichtig ist auch die Frage: Wie kann Mirjam ihrer Schwester helfen, ohne etwas Illegales zu tun? Einige Ereignisse, mit denen man als Leser/-in nicht rechnet, machen das Buch zu einem Pageturner.
Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 16.01.2026
Mahn, Mirrianne

Issa


ausgezeichnet

Starke Frauen in Kamerun

Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Issa ist schwanger. Sie fliegt von Frankfurt nach Kamerun, die Heimat ihrer Mutter, um einige Rituale zu erleben. Als schwangere Frau, die in Kamerun geboren wurde, muss sie das – laut der Meinung ihrer Urgroßmutter – machen.
Parallel dazu erfährt man als Leser/-in einiges über Issas Vorfahren. Wie lebten sie in Kamerun? An welche Regeln mussten sie sich als Frauen halten? Wie gingen die Männer mit ihnen um? Man liest über Enanga, die 1903 in einem Ort aufwächst, in dem viele Menschen dem Aberglauben nachgehen. Ein Deutscher, der Hausherr des Hofes ist, auf dem Enanga lebt, vergewaltigt sie. Sie wird schwanger und bringt eine Tochter zur Welt. Ihr Vater Keke verjagt sie anschließend vom Hof. Sie findet Unterschlupf bei ihrer Cousine. Auch von weiteren kamerunischen Frauen erfährt man – all das ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers in der Vergangenheit geschrieben.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Mich haben beide Handlungsstränge sehr bewegt. Einerseits Issa, die Ich-Erzählerin, die in Deutschland groß geworden ist und jetzt in Kamerun einiges erleben muss. Sie schreibt das im Präsens. Die Rituale sind merkwürdig. Beispielsweise wird sie von einem Heiler mit einer stinkenden Brühe behandelt. Während eines anderen Rituals muss sie mit einem toten Kaninchen ins Meer gehen.
Ebenso sind die Frauenschicksale, die ab 1903 erzählt werden, oft erschütternd. Frauen in Kamerun hatten im 20. Jahrhundert wenig Rechte. Ein Mann konnte durchaus 19 Frauen haben. War man die erste Frau eines Mannes, genoss man einige Vorrechte und konnte die anderen Frauen piesacken. Männer bestimmten über die Frauen. So konnte beispielsweise Marijoh, Enangas Tochter, als Jugendliche von ihrem Stiefvater mit einem viel älteren Mann verheiratet werden, damit er seine Schulden bei diesem Mann loswurde.
Auch heute hat ein Mann noch viel zu sagen in Kamerun. Wer es als Mann beispielsweise nicht schafft, dass seine Frau ihn respektiert und ruhig ist, gilt als schwach. Diese und andere Tatsachen habe ich gelesen – und ich habe auch sonst viel über Kamerun gelesen und gelernt, was ich vorhin noch nicht wusste.
Für mich war „Issa“ ein interessantes und gutes Leseerlebnis. Ich vergebe 5 Sterne.

Bewertung vom 03.12.2025
Foenkinos, David

Das glückliche Leben


gut

Nicht ganz mein Fall

Worum geht es in dem Buch?
Eric hat bei Décathlon, einer großen Firma, gearbeitet. Er war dort sehr erfolgreich und wird jetzt von seiner ehemaligen Schulkameradin Amélie abgeworben. Sie ist von seinen Fähigkeiten überzeugt. Für Kunden in Südkorea hat er eine Präsentation ausgearbeitet und soll diese in Seoul vorstellen.
Dort gerät er in eine Firma, die Beerdigungen simuliert. Fasziniert ist er und liegt eine Weile in einem Sarg. Dort hat er sehr starke Empfindungen, er scheint den Tod zu spüren und überlegt sich, was er in seinem Leben besser machen kann.
Seinen Job verliert er und reist zurück nach Paris. Er will sich von jetzt an mehr um die Leute kümmern, die ihm wichtig sind. Seine Mutter beispielsweise und seinen Sohn Hugo. Weiterhin gründet er ein Unternehmen, das Beerdigungen simuliert. Lycoris heißt es und beginnt, erfolgreich zu werden. Menschen sehen diese Behandlungen als Therapie.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt. Es enthält viel indirekte Rede, dadurch lässt sich das Buch nicht flüssig lesen. Das gefällt mir nicht besonders gut, ich würde mehr direkte Rede begrüßen. Der Erzählstil wirkt auf mich teilweise hölzern, fast so, als ob man einen Bericht schreibt.
Ebenfalls wirken die Personen auf mich sehr distanziert. Ich vermisse mehr Herzlichkeit in dem Roman. Zu den Personen kann ich als Leserin keine Nähe aufbauen.
Ich lese einiges darüber, wie man ein gut funktionierendes Unternehmen aufbaut – die richtige Idee zur richtigen Zeit hat. Das reicht mir aber nicht für einen guten Roman. Letztendlich konnte mich das Buch nicht mitreißen. Ich vergebe drei Sterne.

Bewertung vom 24.11.2025
Puchner, Eric

Weißes Licht


ausgezeichnet

Was ist und was hätte sein können

Worum geht es in dem Buch?
Charlie und Garrett kennen sich von der Universität. Dort sind sie Freunde geworden. Garrett hat irgendwann das Studium abgebrochen und arbeitet auf einem Flughafen, Charlie ist Kardiologe geworden und verdient gut.
Als Charlie heiraten will, soll Garrett ihn und seine zukünftige Frau Cece trauen. Die Hochzeitsgäste sind eingeladen, die Hochzeit wird in Charlies Elternhaus an einem See in Montana stattfinden. Garrett lernt Cece kurz vor der Hochzeit kennen und verliebt sich in sie. Cece verliebt sich ebenfalls in ihn. Beide wissen nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen, und treffen schließlich eine folgenschwere Entscheidung. Kurz nach der Hochzeit verlässt Cece Charlie und heiratet Garrett. Charlie ist verletzt, untröstlich und legt die Freundschaft zu Garrett und seiner Familie erst mal auf Eis.
Nach Jahren treffen sie sich wieder, haben unterdessen Familien und versuchen, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Alle drei – Charlie, Cece und Garrett haben sich verändert. Nach der romantischen Liebe ist bei Cece und Garrett der Alltag eingekehrt. Sie haben eine Tochter. Charlie hat eine hübsche Griechin, namens Angeliki, geheiratet. Sie haben zwei Kinder. Ihre Vergangenheit, diese eine Entscheidung, dass Cece Garrett heiratete und nicht Charlie, hat diese drei Personen geprägt und beeinflusst ihr Leben.

Meine Meinung zu diesem Buch:
„Weißes Licht“ ist kein Buch, das man schnell durchlesen kann. Man braucht Zeit dafür. Eigentlich ist das Lektüre für einen Urlaub. Lektüre, die sich, meiner Meinung nach, lohnt. Denn das Buch besticht durch interessante Charaktere und Handlung und einen sehr schönen Schreibstil. „Weißes Licht“ zählt zu den besten Büchern, die ich 2025 gelesen habe.
Die Personen in dem Buch, ihre Gedanken und ihr Schicksal konnten mich berühren und zum Nachdenken bringen. Ich fand sie gut beschrieben und glaubwürdig, und ich wollte wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen habe ich das Buch gelesen.
Der Autor erzählt immer wieder in Zeitsprüngen. Anfangs irritierte mich das, aber ich habe mich daran gewöhnt. Der Schreibstil ist so, dass man sich die Landschaft vorstellen kann – und man kann auch in das Gefühlsleben der Menschen blicken. Immer wieder fließen die Folgen des Klimawandels in die Handlung ein.
Für mich ist „Weißes Licht“ ein großer amerikanischer Roman, der in der heutigen Zeit spielt. Ich vergebe fünf Sterne.

Bewertung vom 18.11.2025
Bhatter, Ina

Drei Tage im Schnee


ausgezeichnet

Ein Roman mit Denkanstößen

Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits auf E-Mails, abends nach dem Job ebenfalls. Eine innere Stimme kritisiert sie ständig. Obwohl sie sich Urlaube in teuren Hotels leisten kann, ist ihr Leben grau und eintönig geworden.
Um sich eine Auszeit zu nehmen, mietet sie sich drei Tage im Winter in einem Holzhaus ein. In der Nähe trifft sie Sophie, ein Kind. Die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit Sophie veranlassen Hannah, über ihr Leben nachzudenken…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind sympathisch. Das, was sie tun und worüber sie sich unterhalten, regt mich immer noch zum Nachdenken an. Beispielsweise, dass man Träumen eine Chance geben sollte. Wenn man ein Projekt nicht weitermachen will, hört man damit auf.
Hannah beschließt, sich immer eine Zeit am Tag zu nehmen, während der sie in sich hineinhört, was sie gerade braucht.
Es gibt noch weitere solcher Anregungen, die man als Leser/in mit in sein Leben nehmen kann.
Für mich ist „Drei Tage im Schnee“ ein kurzer, lebendig geschriebener Roman mit vielen Anregungen. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.10.2025
Geschichtenfinder, DIE SIEBZEHN

glaube an. Life is a Story - story.one


gut

Glaube an Banales

Worum geht es in dem Buch?
17 Personen haben Texte verfasst über das, woran sie glauben. Da geht es um Ritter, Frieden, Camping und anderes. Aufgelockert wird alles durch Bilder, in deren Rahmen Sprüche stehen.

Meine Meinung zu diesem Buch:
„Glaube an“ – was für ein toller Titel, er verheißt Tiefgründiges. Das bekomme ich in diesem Buch aber meistens nicht. Es gibt merkwürdige Glaubensansichten über Orangen und Einhörner zum Beispiel. Oder ein Interview mit einem Mann, namens Erik. Was dieser Text mit Glauben zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
Es gibt auch Texte, die mich packen konnten. Der Text „Ich glaube an Iranerinnen“ ist berührend und bewegend. Es geht um Weihnachten, Menschen, Zusammensein. Auch der Text „Ich glaube an Wiedersehen“ gefällt mir. Es geht um Trauer. Auch wenn ich nicht an Camping glaube, hat der entsprechende Text doch etwas, was mich zum Nachdenken bringt. Camping kann heilsam sein, eine Art Therapie. Ja, warum nicht?
Die Texte wurden gut lektoriert, Rechtschreib- und Grammatikfehler gibt es nicht. Das ist ebenso positiv hervorzuheben.
Ich vergebe für „Glaube an“ drei Sterne.

Bewertung vom 08.10.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Lesenswerte Familiengeschichte

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. Sie stirbt wenig später.
Ihrer Tochter Ellen und deren Tochter Laura hat Änne nie viel aus ihrer Kindheit, Jugend und der Zeit in Schlesien während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Sie wollte es nicht, war traumatisiert von dem, was sie erlebt hatte. In Ännes Nachlass finden Ellen und Laura Briefe und Bilder, die sie nicht zuordnen können. Änne hatte offensichtlich eine Schwester, namens Luise. Um mehr über Änne, Luise und ihre Familie herauszufinden, müssen sie von Frankfurt nach Polen reisen. Laura findet den „Pappelhof“, wo Änne und Luise aufwuchsen. Ellen reist wenig später nach. Gemeinsam suchen sie Personen, die ihnen Informationen geben können.
Die zweite Geschichte spielt vorwiegend in Schlesien auf dem Pappelhof während der Jahre 1943 bis 1947. Die Zwillinge Änne und Luise wachsen mit ihren Brüdern auf dem Pappelhof auf. Ihre Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Viehzucht. Sie beschäftigen auch Kriegsgefangene. Einer davon ist Karl. Luise fühlt sich zu ihm hingezogen, was besonders von ihrem Vater argwöhnisch beobachtet wird. Auch Änne gefällt das gar nicht, denn sie will ihre Schwester nicht verlieren.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) erzählt. Es liest sich flüssig. Die beiden Handlungen sind mitreißend. Als Leserin wollte ich wissen: Warum hat Änne ihrer Familie in Frankfurt nie erzählt, dass sie eine Zwillingsschwester, namens Luise, hatte? Was ist mit Luise passiert?
Beim Lesen stellen sich noch weitere Fragen. Die Autorin schafft es, immer wieder Spannung zu erzeugen, indem viele Kapitel mit einem Cliffhanger enden. Die Ereignisse 2019 wechseln sich ab mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Ich war als Leserin gebannt von der Handlung, nie wurde das Buch langweilig. Bis zum Schluss blieb das Buch spannend und offenbarte vieles, mit dem ich zu Anfang der Lektüre nie gerechnet hätte.
„Die Verlorene“ bot für mich nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch viele interessante Einblicke in das Leben und die Gefühle der Menschen in den so genannten ehemaligen „deutschen Ostgebieten“. Ich selbst hatte Verwandte aus diesen Gebieten und mir wurde durch die Lektüre vieles wieder bewusst, was diese Verwandten erlebt hatten.
Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 23.09.2025
Voosen, Roman;Danielsson, Kerstin Signe

Schwüre, die wir brechen / Svea Karhuu & Jon Nordh Bd.2


ausgezeichnet

Actionreich mit einigen Wendungen

Worum geht es in dem Buch?
Die Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh müssen sich um einen Mordfall in Malmö kümmern. Eine enthauptete Leiche, der ein Krokodilskopf angenäht wurde, wird in einem Boot gefunden.
Wenig später taucht eine zweite Leiche auf einer Insel auf – ebenfalls enthauptet, mit einem angenähten Tierkopf. Ihr Körper ist mit Hieroglyphen übersät.
Svea Karhuu und Jon Nordh ermitteln erst seit kurzem miteinander und müssen sich aneinander gewöhnen. Neben den furchtbaren Morden haben sie noch mit eigenen Problemen zu tun. Svea erhält immer wieder anonyme Drohbriefe. Jon ist gerade verwitwet, seine Frau Linda kam zusammen mit seinem ehemaligen Ermittlerkollegen Calle bei einem Autounfall ums Leben. Doch war es wirklich ein Unfall? Neben der Aufklärung der genannten Morde geht Jon Spuren nach, die den Tod von Linda und Calle aufklären könnten.
Plötzlich verschwindet eine 16-jährige Schülerin, offensichtlich entführt aus ihrem Elternhaus. Svea und Jon müssen sich beeilen, um Schlimmeres zu verhindern.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Dieser Krimi ist der zweite Fall rund um die Ermittlungen des Teams Svea Karhuu und Jon Nordh. Ich habe den ersten Fall dieser Krimi-Reihe nicht gelesen, bin aber trotzdem in der Handlung gut mitgekommen.
Dieser Krimi ist sehr spannend und aus der auktorialen Perspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert. Diese Spannung gefällt mir. Immer wieder gibt es gefährliche Situationen, in die Svea und Jon geraten. Man ist als Leser oft so ratlos wie das Ermittlerteam und seine Kollegen. Ermittlungen und interne Sitzungen, in denen über die weitere Vorgehensweise zur Lösung der Morde gesprochen wird, wechseln sich ab. Dabei gehen Svea und Jon oft auch getrennte Wege, die gefährlich werden können.
Der Leser wird in Atem gehalten durch viele Wendungen – und manche Tatsachen sind am Schluss andere, als noch einige Kapitel vorher. Einige Cliffhanger gibt es auch – offene Fragen und Punkte, die wohl in einer der nächsten Bücher dieser Krimi-Reihe aufgegriffen werden.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, es war bis zum Schluss sehr spannend. Ich vergebe fünf Sterne sowie eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 03.09.2025
Dagonese, Valentina

Die Zukunft unserer Gesellschaft. Life is a Story - story.one


gut

Regt das Buch zum Dialog an?

Worum geht es in dem Buch?
In dieser Anthologie geht es um Geschichten, Gedanken und Utopien, die in der Zukunft stattfinden könnten. Diese Literatur stammt von verschiedenen Autoren. Garniert sind diese Geschichten, Gedanken und Utopien mit interessanten Bildern, die dazu passen.
So liest man einiges über ferne Galaxien, Gedankenkontrolle – auch über Gedanken zur KI sowie eine Zukunftsvision über das Aussterben des Menschen.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Die Texte sind gut – und für ein story.one-Buch auch gut lektoriert. Ich finde kaum Rechtschreib- und Grammatikfehler. Außer in einer Geschichte, in der die höfliche Anrede „Sie“ nicht großgeschrieben wird.
Allerdings sind mir die Themen der Geschichten zu einseitig. Der Tenor liegt oft auf anderen Galaxien und düsteren Zukunftsmalereien.
Warum lese ich nichts davon, wie es sich in Städten lebt, die grüner geworden sind, um dem Klimawandel zu trotzen? Warum lese ich nichts davon, wie man einsamen Menschen, von denen es immer mehr gibt, helfen könnte? Warum lese ich nichts davon, wie man auf Dauer den Unmengen an Plastikmüll Herr werden kann? Und – wird es in Zukunft mehr Windräder geben? Wie könnte die Zukunft der erneuerbaren Energien aussehen?
Ein besonderer Text ist der über eine Überlegung, wie es in einem Gebiet, auf dem jetzt ein Krieg tobt, in Zukunft aussehen könnte („Hoffnung nach dem Krieg“). Weiterhin gefällt mir der Text „Nicht weniger nah“ über eine Großmutter sehr gut, die sich überlegt, wie schön es war, als sich die Leute noch wirklich ansahen und nicht vor Bildschirmen saßen, um sich zu sehen. Hervorheben möchte ich noch „Gefühle: gestrichen“, ein Text über eine Sprachreinigerin. Eine schöne, lyrische Story.
Wie gesagt: mir fehlt die Abwechslung der Themen bei dieser Anthologie. Ich vergebe drei Sterne.