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Benutzername: utaechl
Wohnort: Bremen
Über mich: http://taechl.blogspot.de/
Danksagungen: 40 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 17.02.2019
Die Mitternachtsschule
Lambertus, Hendrik

Die Mitternachtsschule


ausgezeichnet

Inhalt:
Milan ist mit seinem Vater gerade nach Klein-Waldstedt gezogen, als er einen Brief von seiner neuen Schule erhält. Er soll um Mitternacht zum Unterricht kommen und das für seine Art passende Pausenbrot nicht vergessen. Damit beginnen allerdings erst die Merkwürdigkeiten. Seine Mitschüler scheinen seinem Lieblings-Sammelkartenspiel "Marvelous Monsters" entsprungen zu sein. Und dann versucht man auch noch seine gerade lieb gewonnene Schule zu schließen. Die Schüler nutzen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten, um dies zu verhindern.

Cover und Illustrationen:
Alexandra Helm zeigt auf dem Cover Milan und Issy umrahmt von einigen anderen Mitschülern. Über dem Titel darf der Geisterfalter natürlich nicht fehlen. Ein tolles Cover, mit dem man sofort weiß, um was für eine Schule es sich in der Geschichte handelt.
Hinzu kommen etliche Innenillustrationen, die es dem Leser erleichtern, sich in die Szenen hineinzuversetzen und sich die einzelnen Charaktere bildlich vorzustellen. Sie lockern die Textseiten sehr gut auf, es bringt Spaß sie sich genauer anzuschauen und sorgen dafür, dass das Buch sicher einen Ehrenplatz in jedem Buchregal erhält.

Setting und Stil:
Die Idee, eine Schule für die unterschiedlichsten Arten von Monstern zu schaffen und in sie einen kleinen Jungen einzugliedern, hat mir sehr gut gefallen. Es ergeben sich daraus so viele Möglichkeiten für andere Abenteuer, dass dem Band hoffentlich eine lange Reihe an Büchern folgen wird.
Spannend ist auch die Idee mit dem Kartenspiel "Marvelous Monsters", die gerne auch weiter ausgearbeitet werden kann.
Erzählt wird die Geschichte aus Milans Sicht, wodurch es auch den 8-10jährigen leichtfallen wird, sich mit ihm zu identifizieren. Die Sprache passt zum Alter, die relativ kurzen Kapitel laden zum Pausieren ein.

Charaktere:
Milan Finstermann ist zwar nicht der in der Schule erwartete Finstermann, sondern ein normaler Junge, mit dem man sich aber gerne auf die Abenteuer in der Mitternachtsschule begibt. Sein ziemlich verpeilter Vater, den er nur mit Jürgen anspricht, lässt ihm Freiräume, die andere Kinder sicher nicht kriegen, ohne die er jedoch wahrscheinlich nie in der Schule gelandet wäre.
Mit ihm eingeschult wird die Gremlin Issy, die fast perfekt technische Spielereien herstellen kann und liebend gerne Rohmetall isst.
Nicht unerwähnt bleiben sollte Wendigo Sammy, der sicher in den nächsten Büchern eine größere Rolle spielen wird.
Hinzu kommen viele andere junge Monster, bei denen ich anfangs Angst hatte, dass es zu viele unterschiedliche Wesen für die jungen Leser sein könnten. Da sie aber im Endeffekt alle zur Lösung des Schulproblems benötigt werden, passt es im Endeffekt doch.
Frau Dr. Nocturn ist eine tolle Schulleiterin und ihr Hausmeister Herr Kiefernzapf ist schön hausmeisterlich. Es passt einfach alles.

Geschichte:
Wenn Milan Pech gehabt hätte, hätte sein Abenteuer an der neuen Schule sehr schnell enden können. Damit dies nicht passiert, muss er sich schnell eingewöhnen und alle Schüler zusammenarbeiten. Eine große Herausforderung, die den Leser kaum durchatmen lässt. Es passiert viel und jüngere Leser sollten das Buch vielleicht sogar mehrmals lesen und sich die Illustrationen anschauen, um alle Feinheiten mitzukriegen. Ein toller Einstieg in eine völlig neue Situation, bei der jeder zeigen kann, was er mit seinen speziellen Fähigkeiten erreichen kann.

Fazit:
Hendrik Lambertus hat mit Erste Stunde Geisterkunde einen spannenden und fesselnden Beginn der Geschichten um die Mitternachtsschule geschrieben. Mir hat es sehr gut gefallen, ich liebe die Charaktere mit ihren Eigenheiten, die Schule und Milans sehr eigenen Vater. Etwas verwirrt bin ich noch vom Unterrichtskonzept, bei dem jeder sich aussuchen kann, was er gerade lernen will. Ich freue mich auf weitere Abenteuer der Schüler und meine junge Mitleserin ist bisher auch fasziniert von Milans Abenteuern.

Bewertung vom 16.02.2019
Tannenstein
Geschke, Linus

Tannenstein


ausgezeichnet

Rachethriller par excellence

Es ist schön, dass es noch Bücher gibt, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und mitreißen. Tannenstein ist eines davon. Ein brutaler, roher, unter die Haut gehender Thriller um einen Ex-Polizisten, der nur auf Rache aus ist und ein Wanderer, der nur seinen Auftrag kennt.

Inhalt:
Elf Menschen werden in Tannenstein, nahe der tschechischen Grenze, getötet. Doch damit ist der Wanderer noch lange nicht am Ziel angelangt. Das Töten geht weiter und der einzige, der sich an seine Fersen heftet, ist der Ex-Polizist Alexander Born. Von Rache getrieben, da der Wanderer seine Freundin getötet hat, legt er sich mit der Russenmafia an. Die Spirale der Gewalt nimmt ihren Lauf und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Cover:
Der Titel dominiert und rahmt den Mann ein, der gerade einen Weg durch hügelige Landschaft beschreitet. Ob es der Wanderer ist, oder doch Alexander Born? Stimmungsvoll, passend und schön düster.

Setting und Stil:
Ein Thriller, in dem die Rache eine wichtige Rolle spielt. Ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen der Russenmafia und ein Ex-Polizist der kaum aus dem Knast gekommen nur Rache im Sinn hat. Eine explosive Mischung, deren Geschichte hart, direkt und brutal erzählt wird. Für mich genau das richtige Buch, aber sich nicht für jeden. Ein Blick in die Leseprobe kann da sicher nicht schaden.
Kurze Kapitel treiben die Geschichte voran, verschiedenen Sichtweisen geben uns Einblick in die Gedanken aller beteiligter Parteien. Die Sprache passt perfekt zu den Handlungen.

Charaktere:
Tannenstein ist ein Buch, bei dem es schwer ist, einen Lieblingscharakter zu finden. Bis auf einige Ausnahmen haben alle verschiedene Facetten und es ist nicht leicht Gut und Böse zu definieren. Entscheidend ist dabei, dass alles gut nachvollziehbar und passend ist, und es sich somit um lebende, fühlende Charaktere handelt.
Der alles überschattende Gegenspieler findet sich in Form der Russenmafia, die ihre Fangarme in alle Richtungen ausstreckt und keinerlei Skrupel kennt. Perfekt repräsentiert durch ein Zwillings-Killerpärchen und ihren Chef, denen man als Leser einfach nur ein baldiges Ende wünscht.

Geschichte:
Tannenstein bildet den Rahmen für die Handlung, die uns in die Abgründe des Menschenhandels führt, in der Brutalität, Sex und Dominanzgehabe sich austoben können. Natürlich hat die Russenmafia noch andere Interessengebiete, gegen die Born auf seinem Rachefeldzug vorzugehen versucht.
Der Wanderer und sein Plan laden zum Rätseln ein und es wird wohl keinen geben, der nicht durch die Handlung überrascht wird. Eine runde Geschichte, die erzählt werden musste und die definitiv gelesen werden sollte.

Fazit:
Tannenstein ist ein Thriller, der mich mitgerissen hat auf seinen irren Kampf gegen die Russenmafia. Ich habe mich gerne dem Rachefeldzug angeschlossen und mich der Gewalt gestellt, die mir präsentiert wurde. Für mich der beste Thriller seit langem. Als Leser sollte man allerdings nicht zu zartbesaitet sein, ansonsten möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, dem das Vorgehen außerhalb der Gesetze nichts ausmacht.

Bewertung vom 11.02.2019
Sind wir noch ganz sauber?
Tügel, Hanne

Sind wir noch ganz sauber?


ausgezeichnet

Gesammeltes schmutziges Wissen

Ein Buch über den Umgang mit Schmutz, das den aktuellen Wissensstand vermittelt, zum Nachdenken anregt und sich trotzdem leicht verständlich dem Thema widmet.

Inhalt:
Schmutz geht uns alle an und jeder geht trotzdem anders mit ihm um. Von Feinstaub über Mikroplastik bis hin zu Bakterien und deren Bekämpfung geht die Reise quer durch die Thematik. Es werden spannende Fragen gestellt und beantwortet, die Sensibilität für das Thema gesteigert und am Ende hat man hoffentlich einen fundierteren Blick auf Schmutz und den Umgang damit.

Cover:
Lackierte Seifenblasen, die den Buchtitel leicht verzerren. Passend und ganz ohne Schmutz auskommend.

Stil:
Hanne Tügels Sachbuch nähert sich in zehn Kapiteln der Thematik. Es beginnt mit der Gefährlichkeit von Staub, Schmutz und Bakterien, führt über Hygienetricks und Wege und Irrwege der Reinigung bis hin zur psychologischen Seite des Themas. Es geht um unser Immunsystem, Antibiotikaresistenz und Möglichkeiten, den Schmutz loszuwerden.
Leicht verständlich werden die einzelnen Untergebiete abgearbeitet, es werden Tipps gegeben, Wege aufgezeigt und der vernünftige Umgang mit Schmutz propagiert. Dabei kann jeder bei sich selbst anfangen und den Kampf gegen den Schmutz richtig und nicht von der Werbung gesteuert angehen.
Sachlich und mit Fakten hinterlegt entzaubert die Autorin so manche Werbebotschaft, stellt Vorgehensweisen von Ärzten in Frage und betont, dass der menschliche Körper weit mehr Schmutz verträgt, als wir gemeinhin annehmen.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich mal wieder auf den neuesten Stand zum Thema Schmutz gebracht. Es kann so einfach sein, der Umwelt weniger zu schaden und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass es einem selbst gut geht. Etliches war mir bekannt, wurde aber hier auf den Punkt gebracht. Einiges war für mich neu und wissenswert. Nach Lesen des Buches meine ich, erst einmal wieder genug über das Thema erfahren zu haben, wobei dank Literaturempfehlungen die Vertiefung der Schmutzthematik jedem freigestellt ist. Ein Sachbuch, das sich leicht liest, vieles enthält, das man im Alltag umsetzen kann, und das ich hiermit rundum empfehlen kann.

Bewertung vom 06.02.2019
Eine Studie in Tintenblau
Stephan, Anja

Eine Studie in Tintenblau


sehr gut

Fuchs und Elster ermitteln

Ein faszinierender Mordfall, ein sich findendes Ermittlerteam und ein Hauch Steampunk. Ein gelungener Serienauftakt, bei dem man den zweiten Teil auf jeden Fall lesen muss.

Inhalt:
Elijah Fuchs wird als neuer Pfarrer in die Kleinstadt Bonpoint versetzt, in der seine Schwester als Polizistin arbeitet. Kaum angekommen darf er als Seelsorger bei Mordermittlungen mitwirken. Ein nicht gerade beliebter Mann wurde mit einem Federkiel erstochen und mit Tinte übergossen. Schnell wird Thea Elster verdächtigt, doch diese macht sich lieber selbst an die Ermittlungen, als zum Opferlamm zu werden. Wie gut, dass sie technisch begabt ist und sich um den mechanischen Arm des Pfarrers kümmern kann, der Beginn einer besonderen Zusammenarbeit.

Cover:
Mir gefällt das Cover sehr gut. Es passt zu Krimi und Steampunk, sieht edel aus und nimmt mit den Scherenschnitten des Ermittlerteams und der Feder die Thematik des Buches hervorragend auf. Die gewählte Schriftart gefällt mir ebenfalls sehr gut.

Setting und Stil:
Die Kleinstadt Bonpoint, in der Thea jeden zu kennen scheint, ist ein guter Handlungsort für die Kriminalgeschichte. Allerdings scheint sich dort die Steampunk-Era noch nicht ganz durchgesetzt zu haben, da es doch relativ wenig steamige Ereignisse gibt. Es geht vor allem um Elijahs mechanischen Arm. Da kann also in den nächsten Folgen ruhig noch mehr passieren, wenn es nach mir geht.
Anja Stephan beschreibt ein realistisches Kleinstadtleben, die Charaktere haben reichlich Platz, die Stadt zu erkunden und es gibt noch vieles, was zu entdecken bleibt.
Erzählt wird die Geschichte aus Elijahs und Theas Sicht, wobei Thea einen größeren Anteil hat und sie insgesamt auch die Hauptermittlerin ist, welche die richtigen Rückschlüsse zieht, während Elijah etwas durch seine Rolle als Pfarrer eingeschränkt ist.

Charaktere:
Mit Thea bin ich sofort warm geworden, genau wie mit Harriet, Elijahs Schwester. Ihre Sprache scheint mir etwas zu modern, womit ich mich aber schnell abgefunden habe. Mit Elijah habe ich da schon mehr Probleme gehabt. Er kommt neu in die Stadt und hängt halt eher von seiner Schwester und später Thea ab, die ihn mit in die Ermittlungen reinziehen und ihn als Pfarrer benutzen. Wenn man so will ist er eher der Watson zu Theas Sherlock. Ich hoffe, er wird in späteren Teilen noch seinen Weg finden, um die Handlung mehr zu tragen.

Geschichte:
Die Handlung hat es in sich, unzählige Verdächtige, ein Opfer, um den es niemand Leid ist und eine Mordwaffe, die spezieller kaum sein kann. Kein Wunder, dass da die Polizei alleine den Täter nicht finden kann. Da sich Fuchs und Elster noch nicht gefunden haben, gibt es noch nicht sehr viel Austausch miteinander und auch das Ende ist eher offen und wartet hoffentlich auf eine Klärung im zweiten Band.

Fazit:
Eine Studie in Tintenblau ist der gelungene Beginn eine Serie von Fällen für die Ermittler Fuchs und Elster. Mir haben viele Elemente gefallen, ich habe gerne mitgeraten und doch fehlen mir ein paar Kleinigkeiten, um alle meine Stirnfalten verschwinden zu lassen. Der Krimi hätte auch ohne Steampunk funktioniert und die Rollenverteilung ist dank der Titelunterschrift überraschend. Trotzdem habe ich gerne die Zeit in Bonpoint verbracht und werde auch genauso gerne wieder dahin zurückkehren.

Bewertung vom 04.02.2019
Mission Hoffnung
Bagus, Anja

Mission Hoffnung


ausgezeichnet

Eine Zukunftsvision zum Nachdenken

Anja Bagus ist bekannt für ihre Aetherwelt-Romane, doch in diesem Buch beweist sie, dass sie auch Science-Fiction schreiben kann. Eine tolle Geschichte darüber, wie ein Erstkontakt nicht verlaufen sollte und wie die heutigen Entwicklungen zum unausweichlichen Ende der Menschheit führen könnten.

Inhalt:
Die Astronauten Maria und Bruno entdecken in den Tiefen des Weltraums außerirdische Artefakte. Sie wissen nicht, dass sie durch den Besuch auf dem Planeten das Ende der Menschheit eingeläutet haben. Wenig später statten die Außerirdischen der Erde einen Besuch ab, um die Menschheit auf die Probe zu stellen. Dies geht nicht wirklich überraschend schief und als Resultat wird gerade einmal 500 Menschen erlaubt, die Erde zu verlassen, bevor der Rest seinem unausweichlichen Schicksal überlassen wird. Entscheiden, wer mitfliegen darf, sollen die beiden Astronauten. Wie wird ihre Entscheidung aussehen?

Cover:
Buch und Hörbuch haben zwei sehr unterschiedliche Cover, deren Gemeinsamkeit die beiden Menschen sind, die sich im Arm haltend in die Ferne gucken bzw. ins Licht gehen, einmal von einem Raumschiff oder einer Raumstation aus und einmal durch einen leuchtenden Korridor. Passendes Science-Fiction Cover, wobei mir das des Buches besser gefällt.

Hörbuch:
Das Hörbuch wird von Birgit Arnold gelesen. Es bringt Spaß sich die viereinhalb Stunden lange Geschichte von ihrer sehr angenehmen Stimme vorlesen zu lassen. Die Lesung ist ungekürzt.

Setting und Stil:
Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass unsere Erde in einigen Jahrzehnten den Zustand in diesem Roman erreicht. Realistisch steuert man auf den Erstkontakt zu, der dank zutiefst menschlichem Verhalten einfach nur schief gehen kann. Zum Glück ist die Situation nicht ganz aussichtslos und die Menschheit bekommt eine kleine Chance, die sie hoffentlich auf die eine oder andere Art nutzen wird. Eine tolle, dystopische Ausgangssituation, spannende und überraschende Wendungen und eine Geschichte, die nachdenklich macht und zum Mitfantasieren anregt.
Der Leser sieht die Geschichte hauptsächlich aus Marias Sicht, die uns detailreich in ihre Welt entführt.

Charaktere:
Maria und Bruno sind sehr unterschiedliche Charaktere, die dank der außergewöhnlichen Situation und der Entscheidung, ein gemeinsames Kind zu zeugen, weit mehr miteinander zu tun haben, als sie sich geträumt hätten. Sie scheinen die rationalen, empathischen Säulen im Kontakt zu den Außerirdischen zu bilden, während alle anderen um sie herum Pläne schmieden und Agenden verfolgen, die nicht wirklich der Menschheit nützen. So ist es ein Leichtes, sich mit ihnen zu identifizieren.
Etwas klischeehaft verhalten sich die anderen Menschen, passen aber dadurch perfekt in die ihnen zugedachten Rollen.
Die Außerirdischen sind schön geheimnisvoll und den Menschen anfangs neutral gegenüberstehend, bis schließlich die Situation kippt. Man sollte eine überlegene Art einfach nicht reizen.
Eine tolle Mischung.

Geschichte:
Die Geschichte ist sehr stimmig, das Ende überraschend und passend. Alles fügt sich perfekt zusammen und wer mehr wissen will, muss wohl das Buch lesen.

Fazit:
Wenn es nach mir geht, kann Anja Bagus ruhig noch mehr Abstecher in das Genre wagen. Sie schafft es mit ihrem Blick auf unsere Welt eine Vision in Buchform zu packen, mit der ich mich gerne auseinandergesetzt habe. Ein Buch, das auch fürs jüngere Lesepublikum sehr gut geeignet ist und hoffentlich den einen oder anderen zum Nachdenken bringen wird. Science-Fiction, wie ich sie mag!

Bewertung vom 03.02.2019
Flammen und Seide
Schier, Petra

Flammen und Seide


ausgezeichnet

Seidenhandel und Kriegswirren

Petra Schier entführt uns mit ihrem neuesten historischen Roman ins 17. Jahrhundert. Die Bewohner Rheinbachs versuchen ihrem normalen Leben nachzugehen. während die Kriegsparteien des Holländischen Krieges immer näher rücken. Eine lesenswerte Geschichte voller Liebe, starker Charaktere und dem genauen Blick auf das Leben in der damaligen Zeit.

Inhalt:
Madlen Thynen ist die geschäftstüchtige Tochter eines Tuchhändlers, die in unruhigen Kriegszeiten nicht nur die Geschäfte am Laufen halten, sondern herausfinden muss, für welchen der beiden Männer, die um sie werben, ihr Herz schlägt.

Cover:
Das Cover trifft Buchtitel und Handlung hervorragend. Im Hintergrund brennt die Stadt, während es im Vordergrund eine junge Frau eilig zu haben scheint. Stimmungsvoll und trotzdem völlig anders, als die bisherigen Titelbilder von Petra Schiers historischen Romanen.

Setting und Stil:
Petra Schier hat für ihren Roman die Zeit des Holländischen Krieg von 1672-78 gewählt und schafft es hervorragend, die damals herrschenden Bedingungen darzustellen und den Alltag der Menschen und die Wirren des Krieges vor den Augen des Lesers zum Leben zu erwecken. Ich fühlte mich direkt in die Zeit versetzt und konnte mitfühlen, wie sich die doch kleine Welt der Madlen Thynen dank außerhalb ihres Einflussbereiches liegender Ereignisse dramatisch verändert. Nicht überraschend ist die Dreiecksbeziehung, bei der es aber zum Glück zum Ende hin genug spannende und überraschende Wendungen gibt, um mich zu fesseln.

Charaktere:
Madlen Thynen ist, wie bei Petra Schier üblich, eine starke und intelligente Frau, die nicht unbedingt dem typischen Frauenbild der Zeit entspricht. Dadurch ist es natürlich viel interessanter, ihrem Leben zu folgen und mitzubekommen, wie sich die Dreiecksbeziehung zwischen ihrer fürs Militär arbeitenden Jugendliebe Lucas Cuchenheim und ihrem Verlobten Peter von Werdt, bei dem sie ein unbeschwertes Leben führen könnte, entwickelt. Die beiden Männer sind schön unterschiedlich, die Liebesverwirrungen sind glaubhaft und nachvollziehbar und das Ende doch vorhersehbar.
Neben den drei Hauptpersonen gibt es natürlich reichlich andere Bürger der Stadt, die einem schnell ans Herz wachsen und der Geschichte einen tollen Rahmen geben.

Geschichte:
Eine Stadt und ihre Bewohner, die zu Beginn noch sehr weit vom Kriegsgeschehen entfernt sind und die Kapitel für Kapitel immer weiter in den Strudel der Auseinandersetzung hineingezogen werden. Dazu eine Liebesgeschichte, deren Dramatik zum Kriegsverlauf passt. Eine tolle Steigerung der Emotionen, die in einem hervorragenden Höhepunkt endet.

Fazit:
Mir hat der neueste Roman Petra Schier wieder sehr gut gefallen, auch wenn die Ausgangssituation einer Frau zwischen zwei Männern mir doch sehr bekannt vorkommt. Zum Glück fängt der Rest der Geschichte diesen vorhersehbaren Ablauf genügend ab, so dass ich nie den Spaß am Lesen verlor. Spannend ist, dass der Krieg und seine Auswirkungen viel Raum bekommen. Sehr lesenswert und ein interessanter Ausflug ins 17. Jahrhundert, bei dem es eine junge, intelligente Frau nicht wirklich einfach hat.

Bewertung vom 03.02.2019
Flammen und Seide (Ungekürzt) (MP3-Download)
Schier, Petra

Flammen und Seide (Ungekürzt) (MP3-Download)


ausgezeichnet

Seidenhandel und Kriegswirren

Petra Schier entführt uns mit ihrem neuesten historischen Roman ins 17. Jahrhundert. Die Bewohner Rheinbachs versuchen ihrem normalen Leben nachzugehen. während die Kriegsparteien des Holländischen Krieges immer näher rücken. Eine lesenswerte Geschichte voller Liebe, starker Charaktere und dem genauen Blick auf das Leben in der damaligen Zeit.

Inhalt:
Madlen Thynen ist die geschäftstüchtige Tochter eines Tuchhändlers, die in unruhigen Kriegszeiten nicht nur die Geschäfte am Laufen halten, sondern herausfinden muss, für welchen der beiden Männer, die um sie werben, ihr Herz schlägt.

Cover:
Das Cover trifft Buchtitel und Handlung hervorragend. Im Hintergrund brennt die Stadt, während es im Vordergrund eine junge Frau eilig zu haben scheint. Stimmungsvoll und trotzdem völlig anders, als die bisherigen Titelbilder von Petra Schiers historischen Romanen.

Hörbuch:
Über 13 Stunden gelingt es Svenja Pages, den Zuhörer zu fesseln und mit ihrer angenehmen Stimme in die Welt Madlen Thynens zu entführen. Es fiel mir schwer, Pausen bei der ungekürzten Lesung einzulegen. Die unterschiedliche Stimmlage für Männerstimmen passt und lockert gut auf. Insgesamt eine Sprecherin, von der ich gerne mehr hören will.

Setting und Stil:
Petra Schier hat für ihren Roman die Zeit des Holländischen Krieg von 1672-78 gewählt und schafft es hervorragend, die damals herrschenden Bedingungen darzustellen und den Alltag der Menschen und die Wirren des Krieges vor den Augen des Lesers zum Leben zu erwecken. Ich fühlte mich direkt in die Zeit versetzt und konnte mitfühlen, wie sich die doch kleine Welt der Madlen Thynen dank außerhalb ihres Einflussbereiches liegender Ereignisse dramatisch verändert. Nicht überraschend ist die Dreiecksbeziehung, bei der es aber zum Glück zum Ende hin genug spannende und überraschende Wendungen gibt, um mich zu fesseln.

Charaktere:
Madlen Thynen ist, wie bei Petra Schier üblich, eine starke und intelligente Frau, die nicht unbedingt dem typischen Frauenbild der Zeit entspricht. Dadurch ist es natürlich viel interessanter, ihrem Leben zu folgen und mitzubekommen, wie sich die Dreiecksbeziehung zwischen ihrer fürs Militär arbeitenden Jugendliebe Lucas Cuchenheim und ihrem Verlobten Peter von Werdt, bei dem sie ein unbeschwertes Leben führen könnte, entwickelt. Die beiden Männer sind schön unterschiedlich, die Liebesverwirrungen sind glaubhaft und nachvollziehbar und das Ende doch vorhersehbar.
Neben den drei Hauptpersonen gibt es natürlich reichlich andere Bürger der Stadt, die einem schnell ans Herz wachsen und der Geschichte einen tollen Rahmen geben.

Geschichte:
Eine Stadt und ihre Bewohner, die zu Beginn noch sehr weit vom Kriegsgeschehen entfernt sind und die Kapitel für Kapitel immer weiter in den Strudel der Auseinandersetzung hineingezogen werden. Dazu eine Liebesgeschichte, deren Dramatik zum Kriegsverlauf passt. Eine tolle Steigerung der Emotionen, die in einem hervorragenden Höhepunkt endet.

Fazit:
Mir hat der neueste Roman Petra Schier wieder sehr gut gefallen, auch wenn die Ausgangssituation einer Frau zwischen zwei Männern mir doch sehr bekannt vorkommt. Zum Glück fängt der Rest der Geschichte diesen vorhersehbaren Ablauf genügend ab, so dass ich nie den Spaß am Lesen verlor. Spannend ist, dass der Krieg und seine Auswirkungen viel Raum bekommen. Sehr lesenswert und ein interessanter Ausflug ins 17. Jahrhundert, bei dem es eine junge, intelligente Frau nicht wirklich einfach hat.

Bewertung vom 21.05.2017
Der Tote im Whiskey-Fass
Paul, Ivy A.

Der Tote im Whiskey-Fass


ausgezeichnet

Ein Cozy-Krimi, der im herrlichen Irland spielt und von einer Frau handelt, die auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln in einen Mord in einer Whiskey-Brennerei verwickelt wird. Ein spannendes und interessantes Thema hervorragend umgesetzt.

Inhalt:
Loreena Fallon besucht nach dem Tod ihres Vaters John Irland, um mehr über ihn und seine Verwandschaft herauszufinden. Die Suche in Badger's Burrow gestaltet sich schwierig, da niemand sich an ihn zu erinnern scheint. Als dann auch noch bei einer Veranstaltung der hiesigen Whiskey-Brennerei der Chef eines konkurrierenden Betriebes tot in einem Fass entdeckt wird, wird es richtig mysteriös. Denn bei ihm findet man die Visitenkarte ihres Vaters. Welchen Zusammenhang zwischen dem Mord und ihrem Whiskey-Laden in Deutschland könnte es geben. Sie beginnt mit der Unterstützung neuer Freunde nachzuforschen und stößt auf Geheimnisse, die man in dem kleinen Örtchen nicht vermutet hätte.

Setting und Stil:
Ivy Paul gelingt es hervorragend, Irland und seine Bewohner so zum Leben zu erwecken, dass man sich als Leser sofort heimisch fühlt. Dabei dürfen typischer Gerichte, die Abende im Pub und natürlich die Verkostung unterschiedlichster Whiskey-Varianten nicht fehlen. Man merkt, dass die Autorin weiß, worüber sie schreibt. Besonders hervorzuheben ist alles, was sich um Uisge Beatha, das Wasser des Lebens dreht. Man lernt viel über die Produktion, die verschiedenen Geschmacksrichtungen und den Genuss, für den ein guter Whiskey steht. So wie Ivy Paul die Idee zum Buch bei einem Glas Tullamore Dew gekommen ist, habe ich mir beim Lesen auch das eine oder andere Schlückchen Whiskey gegönnt, eine Mischung, die durchaus zu empfehlen ist.
Der Krimi wird aus Loreenas Sicht erzählt, der wir als Beobachter über die Schulter schauen. Passend zum Genre wird sich genug Zeit genommen um Stimmungen einzufangen und Momente zu präsentieren, die weit mehr als nur die Krimihandlung enthalten.

Charaktere:
Loreena hatte es sich bestimmt leichter vorgestellt, mehr über die Vergangenheit ihres Vaters zu erfahren. Aber genau wie er darüber geschwiegen hat, scheint auch in Irland niemand etwas mit dem Namen Fallon anfangen zu können. Zum Glück hat sie als Whiskey-Händlerin auch so genug Gründe, Land und Leute kennen zu lernen. Dadurch wird sich die Vergangenheit sicher fast von alleine klären. Eine Frau, mit der man gerne Irland kennen lernt und in das Leben rund um den Whiskey eintaucht.
Ihr zur Seite stehen Mae, bei der sie zur Untermiete wohnt und deren Sohn Brandon, der Polizist des Ortes. Die erstere ein absolutes Unikat und der zweite ein durchaus fähiger Ermittler, der Loreena unterstützt.
Die beiden sind zwei typische Beispiele für die stimmungsvolle und gelungene Mischung interessanter Charaktere, die von älteren Dorfeinwohnern über Brennereimitarbeitern und Pastor bis zum Pubbesitzer führt.
Wo es einen Mord gibt, darf der Täter nicht weit sein und tatsächlich ist es jemand, auf den ich kaum gekommen wäre.

Geschichte:
Eine Mischung aus Ahnenforschung, der Liebe zum Whiskey und zu Irland sowie interessanten Charaktere erwartet den Leser. Ein runde Sache, die mich gefesselt und berührt hat. Alle Aspekte stimmen und funktionieren, es gibt einiges Neues über Whiskey und seine Herstellung zu erfahren und man verbringt die Zeit mit einem Hauptcharakter, dem man gerne wieder über den Weg laufen will.
Die Spannung kommt auch nicht zu kurz und so fällt es schwer, das Buch zur Seite zu legen.

Fazit:
Mir hat der Ausflug nach Irland sehr gut gefallen. Auf allen Bereichen konnte mich die Geschichte überzeugen und ich hoffe doch, dass Loreena noch einmal nach Irland zurückkehren wird. Die Autorin hat mit Irland und Whiskey genau die richtigen Themen gewählt, um mein Interesse zu erwecken und so kann ich auch jedem Fan des Landes und/oder des Getränkes dazu raten, sich ebenfalls von der Handlung faszinieren zu lassen. Ein Cozy-Krimi, der mir sehr viel Spaß bereitet hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.05.2017
Stallgeruch
Kimyon, Dominik

Stallgeruch


ausgezeichnet

Zwei Göttinger Kommissare ermitteln im beschaulichen Eichsfeld auf einer Alpaka-Farm. Ein tolles Setting, reichlich Verdächtige und menschliche Tiefen, die es zu ergründen gilt. Ein Ausflug aufs Land, der sich lohnt.

Inhalt:
Kommissare Christian Heldt und Tomek Piotrowski sollen den Mord an Linda Becker aufklären. Sie arbeitet auf einer Alpaka-Farm und ist mit dem Sohn des Besitzers verlobt. Es ist seltsam, wie wenig Anteilnahme die Tat bei der Familie erzeugt. Man versucht schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen. Doch diese Rechnung haben sie ohne die Ermittler gemacht, die sich nun erst recht auf sie und ihr Umfeld konzentrieren. Und das, was sie entdecken, passt nicht wirklich zur idyllischen Umgebung und dem Leben im beschaulichen Eichsfeld.

Setting und Stil:
Die beiden Göttinger Ermittler werden nach Duderstadt entsandt, um die Ermittlungen im benachbarten Eichsfeld zu übernehmen. Spannend ist der Einblick ins Hofleben und den Umgang mit Alapkas. Dabei dürfen natürlich Tierschützer mit ihrer Meinung nicht fehlen, genau wie die Sicht des Tierarzts und natürlich die des Hofbesitzers, sowie die Zukunftspläne, die das Überleben der Tierzucht sichern sollen.
Bildliche Beschreibungen von Land und Leuten erleichtern das Eintauchen in Buch und Handlung. Kurze Kapitel und wechselnde Sichtweisen geben dem Leser einen guten Überblick.

Charaktere:
Christian Heldt und Tomek Piotrowski sind ein tolles Ermittlerduo, mit dem ich gerne noch weitere Fälle lösen möchte. Ihre Ermittlungsmethoden sind stimmig und interessant, ihr Privatleben nimmt genau den richtigen Raum ein und es gibt sicherlich noch vieles, was man über sie erfahren kann.
Die beiden stoßen auf eine Familie, bei der es hinter der Fassade ordentlich brodelt. Hinzu kommt ein Tierarzt, dessen Sympathiewerte eher gegen null tendieren. Dann mischen noch Tierschützer mit und schon hat man eine gelungene Mischung, unter der sich sicherlich der Täter finden lässt.

Geschichte:
Mir hat schon die Erwähnung von Alpakas genügt, um mich für den Krimi zu interessieren. Allerdings konnte ich nicht ahnen, wie viel mehr doch in den Seiten steckt. Es geht um eine Bauernfamilie, bei der Neid, Intrigen und Hass unter der Oberfläche brodeln. Linda kam mit neuen Ideen auf den Hof und verlobte sich schließlich mit dem Sohn des Bauern. Eine kleine Änderung mit großen Folgen. Und dieses Aufzudröseln ist nun den Kommissaren vorbehalten, mit denen sich hervorragend mitermitteln lässt. Es warten einige Überraschungen und ich dürfte nicht der einzige sein, der bis zum Ende der falschen Fährte folgte.

Fazit:
Stallgeruch ist ein äußerst gelungener Erstlingskrimi, dem hoffentlich noch viele folgen werden. Dominik Kimyon konnte mich mit der Mischung aus interessanten Ermittlern, mysteriösen Verdächtigen und spannender Umgebung völlig überzeugen. Ich kann ihn jedem Krimileser ans Herz legen. Der Ausflug aufs Land lohnt sich, nicht nur wegen der possierlichen Alpakas.

Bewertung vom 20.05.2017
Schlachtsaison
Schröfl, Andreas

Schlachtsaison


ausgezeichnet

Der Sanktus darf zum dritten Mal beweisen, dass es für ihn in München kein unlösbares Verbrechen gibt. Diesmal hat er es mit einer Jack the Ripper-Kopie zu tun. Spannend, humorvoll und mit sehr viel Lokalkolorit. Definitiv zu empfehlen!

Inhalt:
Alfred Sanktjohanser wird von seiner Schwester Anna darum gebeten, sich um den Mord an ihrer Freundin zu kümmern. Diese scheint einem Täter zum Opfer gefallen zu sein, der sich an den Kanonischen Fünf von Jack the Ripper orientiert. Zusammen mit Kommissar Bichlmaier macht er sich auf die Jagd, scheint aber immer einen Schritt zu spät zu kommen.

Setting und Stil:
München zur Faschingszeit führt dazu, dass der Sanktus in reichlich unterhaltsame und manchmal ziemlich peinliche Situationen gerät. Es wird ausgiebig gefeiert, getrunken und den Frauen nachgestellt. Trotzdem bleibt noch genug Zeit, um sich mit der Mordserie zu befassen, die schon bald ganz München beschäftigt.
Andreas Schröfl gelingt es hervorragend, die bayrische Seele zu Papier zu bringen. Der Dialekt darf nicht fehlen, die Charaktere sind so, wie man sich die Bewohner der bayrischen Hauptstadt vorstellt und man fühlt sich als Leser direkt vor Ort versetzt.
Dabei sieht man vor allem dem Sanktus über die Schulter, erhält jedoch auch Einblick in die Gedankenwelt des Täters. Interessant sind die Beschreibungen der Morde an den Original-Ripper Opfern.

Charaktere:
Sich mit dem Sanktus zu identifizieren ist mir besonders leicht gefallen. Man muss ihn einfach mögen, wie er zwischen Privatleben und Ermittlerhobby hin- und herwandert. Humorvoll geht es zu, das Leben genießen ist eines seiner Ziele und die funktionierende Spürnase lässt ihn schließlich obsiegen. Ein toller Charakter, dessen Familie und Freunde gleichsam interessant sind.
Die polizeiliche Unterstützung bekommt er durch den Bichlmaier, dem sich durch privaten Ermittlungen neue Ansatzpunkte für die Polizeiarbeit bietet.
Ihr Gegner, der den Vergleich mit dem echten Ripper nicht scheuen muss, fordert sie aufs Äußerste. Immer einen Schritt voraus, bleibt den beiden nur zu reagieren und so darf man sich auf den fesselnden Showdown freuen und die Frage, ob die Kopie der "Kanonischen Fünf" vollendet wird oder nicht.

Geschichte:
Eine tolle Mischung aus spannendem Fall und interessantem Privatleben. Die Faschingszeit eignet sich perfekt, um sowohl für reichlich unterhaltsame und alkoholgeschwängerte Momente zu sorgen, als auch dem Täter ein Umfeld zu geben, in dem er seine Taten leichter ausüben kann. Eine ideale Umgebung, um in die Jack the Ripper Geschichte frischen Wind zu bringen.

Fazit:
Für mich war es der erste Sanktus-Krimi, trotzdem habe ich mich sofort zurecht gefunden. Eine tolle Grundidee, unterhaltsame und liebenswerte Charaktere, eine gehörige Portion Münchener Flair und schon hat man den perfekten Regionalkrimi. Ich kann ihn nur jedem Krimifan ans Herz legen. Der Ausflug nach München lohnt sich auf jeden Fall.