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Benutzername: Traveimker
Wohnort: Zwischen Paris und Moskau
Über mich: Spezialgebiet: Russland und Osteuropa, insbesondere Kaukasus
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 22 Bewertungen
Bewertung vom 01.01.2019
Wolfjagd in Russland

Wolfjagd in Russland


ausgezeichnet

Der Wolf kehrt heim. Nach Westeuropa. 150 Jahre nach seiner Ausrottung in Deutschland beginnen sich neue, von Osten her eingewanderte, Populationen rasant zu entwickeln. Während Jäger und Schafhalter Panik verbreiten beginnen die Naturschutzverbände die Thematik zu verharmlosen. Wie sich dem Thema nähern? Die Jahresveröffentlichungen der Landesministerien für Landwirtschaft und Umwelt konstatieren zahllose Sichtungen, Risse und Nachweise. Auch in Schleswig-Holstein. Er ist längs da, unter uns. Wir sehen ihn nicht, aber er sieht uns...
Das vorliegende Buch von Ingolf Natmessnig ist ein großartiger Einstieg in das Thema. Die vielen, zum Teil alten, Texte stammen allesamt aus Russland wo der Wolf nie ausgestorben war, Die Menschen müssen mit dem Wolf dort seit Jahrtausenden zurecht kommen und ihre Beschreibungen lehren uns einmal mehr: Es gibt kein „entweder oder.“ Es gibt nur ein „sowohl als auch“! Natürlich ist der Wolf ein gefährliches Raubtier. Gefährlich für Hunde und Vieh, und in ausweglosen Situationen auch für Kinder und Alte. Aber natürlich ist das nur die eine Hälfte der Wahrheit. Denn der Wolf fürchtet nichts mehr als den Menschen. Er wird in normalen Situationen immer ausweichen ohne dass wir ihn überhaupt bemerken. Der Wolf ist kein wirkliches Problem. Wir müssen allerdings jetzt schnell lernen, mit dem Wolf umzugehen. Das Buch lehrt uns, wo die wahren Herausforderungen stecken. Den Wolf dort einzugrenzen wo er den Siedlungen zu nahe kommt, und ihn da walten zu lassen wo Lebensräume für ihn da sind. Das hieße aber auch, die Jagd insgesamt auf die kleinen ortsnahen Jagdbezirke zu beschränken und die großen weitläufigen Jagdbezirke dem Wolf zu überlassen. Die Beschäftigung mit dem Buch führt unweigerlich zu einer notwendigen wie gleichsam für alle Protagonisten unbequemen Realität!
Wenn Sie das aushalten steigen Sie ein: Das Buch mt seinen aus dem Russischen übersetzten Texten wird Sie in diese Realität katapultieren.

Bewertung vom 09.11.2018
Herr Bien und seine Feinde
Koch, Timm

Herr Bien und seine Feinde


gut

Tim Koch legt hier weder eine wissenschaftliche Abhandlung noch einen pragmatischen Erfahrungsbericht vor. Das Werk ist ein zu Recht wütender Angriff auf den heutigen Umgang mit Tieren und Nahrungsmitteln. Dass der Autor diese wutgeladenen Sachverhaltsschilderungen immer wieder mit persönlichen Wahrnehmungen vermischt mag seiner fehlenden Autorenerfahrung geschuldet sein. Koch bringt die Dinge auf drn Punkt. Dabei vereinfacht er verblüffend und offenbart an einigen Stellen ein und eventuell sein selbstverherrlichendes Weltbild. Spätestens wenn er dem Deutschen Imkerbund die fehlende Aufarbeitung einer braunen Vergangenheit vorwirft beginnt der reflektierte Leser den Kopf zu schütteln. Weder die deutschen Fußballvereine noch wohl der Autor selbst haben dieses Thema bislang öffentlich aufgearbeitet. Wenngleich die Schilderungen Kochs für mich als Imker darauf hindeutet, dass er eher zur Theorie neigt muss ihm seine gute Absicht wie seine scharfzüngige und prägnante Darstellung der heutigen Situation zugute gehalten werden. Es macht Spaß dieses Buch zu lesen und es macht nachdenklich zugleich. Für angehende Imker ist das Buch nicht zu empfehlen, da es im praktischen Umgang mit der Bienenhaltung ein gefährliches Halbwissen zu vermitteln im Stande ist. Wer sich so egozentrisch weigert andere Ansichten (zum Beispiel zur Einwinterung oder zu Kunststoffbeuten in Norddeutschland) zu reflektieren, verbreitet genau die hier beschriebenen Probleme in der Imkerschaft und fügt den Bienen unnötiges Leid zu.
Empfohlen für erfahrene Imker die die zum Teil gravierend fehlerhaften Aussagen zur Bienenhaltung bewerten können und alle, die sich für Lebensmittelsicherheit interessieren.
Insgesamt 3 von 5 Punkten.

Bewertung vom 05.08.2018
Die Geschichte der Bienen
Lunde, Maja

Die Geschichte der Bienen


gut

Es gibt massenhaft Inhaltsangaben im Netz. Daher die Bewertung knapp begründet: Das Buch ist ein schöner Zeitvertreib. Leider werden Fiktion und Wirklichkeit, praktisches Wissen und Wissenschaft so gnadenlos vermengt, dass man Sorge hat, dass das Buch ein gefährlichere Halbwissen zu vermitteln imstande ist. Mich persönlich haben die Charaktere der drei Protagonisten eher düster berührt, was sich entsprechend auf die Wahrnehmung des gesamten Werkes niederschlägt. Alles in allem drei von fünf Sternen.
Der Hype um das Buch ist nicht gerechtfertigt.

Bewertung vom 04.08.2018
Den Ararat vor Augen
Gent, Amalia van; Leumann, Christina

Den Ararat vor Augen


ausgezeichnet

Vorweg gesagt: Ein absolut lesenswertes Buch, das sowohl wissenschaftlich fundiert als auch mit umfassenden, Jahrzehnte langen Erfahrungen, der Autorinnen in Armenien aufwartet.
Amalia van Gent, 18 Jahre Korrespondentin der NZZ in Istanbul und Christina Leumann, Mitbegründerin einer NGO in Eriwan unmittelbar nach dem schweren Erdbeben in Nordarmeinien 1988, legen hier ein Gemeinschaftswerk vor, dass seinesgleichen sucht. Von der langen Geschichte der Armenier, den Genozid 1915 bis über Entstehung und Folgen des Berg-Karabach Konfliktes hinaus schildern die Autorinnen detailliert die damit verwobenen Lebensumstände im Armenien der letzten drei Jahrzehnte. Die Einflüsse der seinerzeitigen Sowjetunion und der post sowjetischen Ära werden sauber aufgearbeitet und ermöglichen dem Leser ein tiefes Verständnis der heutigen Zusammenhänge.
In 11 Kapiteln und einer Zeittafel schildern die Autorinnen neben den politischen Entwicklungen Ihre ganz persönlichen Erlebnisse in Armenien aus den Jahren seit 1988.
Gent und Leumann sind in ihren Schilderungen nicht unpolitisch, wahren aber geschickt die nötige Distanz zu Bewertungen um diese dem Leser zu überlassen.
Das Buch eignet sich hervorragend als Reisevorbereitung für den Südkaukasus und ist für politisch Interessierte ein sehr geeignetes Einstiegswerk zum Berg-Karabach Konflikt.
Großartig.

Bewertung vom 03.08.2018
Durch den wilden Kaukasus
Pleitgen, Fritz

Durch den wilden Kaukasus


weniger gut

Im Jahr 2000, sechs Jahre nach dem Waffenstillstand im Berg Karabach- Konflikt und 8 Jahre vor dem Fünf-Tages-Krieg zieht es den Autor und seinerzeitigen WDR- Intendanten durch den Kaukasus. Natürlich, ganz WDR, mit allem, was das Intendantenherz begehrt: Interviews mit Präsidenten, Begleitungen durch Schützenpanzer und als Transportmittel kommen schwere Militärhubschrauber ebenso wie alte Kleinbusse zum Einsatz. Zur Entschuldigung Pleitgens, der so in eine von höchster Gastfreundschaft geprägten Region förmlich einmarschiert, sind die ungeklärten Konfliktsituationen im Kaukasus anzuführen. Inspiriert wurde Pleitgen von Alexandre Dumas, dessen Werk Pleitgen dann auch gleich seinen Buchtitel entlehnt. Immer wieder kommt der Autor auf Dumas zu sprechen, der bereits 1858 einen Teil der Reise - welchen?- unternahm.
Die von Pleitgen beigefügte Übersichtskarte lässt das ebenso offen, wie der Text. Die Übersichtskarte weist dann auch nur den ersten Teil der beschriebenen Reise Pleitgens auf, der zweite Teil wurde offensichtlich vergessen. Pleitgen stolpert in seinen Schilderungen dann auch nur so durch den Kaukasus. Insbesondere die heute noch schwer zugänglichen Regionen Dagestans und Tschetscheniens wären mehr Erwähnung wert gewesen. Die Strecke von Wladikawkas bis Eriwan bin ich selbst einmal gereist und frage mich, wie man die vielen Dinge die es dort zu sehen gibt ignorieren kann. Im Buch werden mir auch zu häufig Trinkgelage mit Militärs, Wirtschaftsbaronen usw. beschrieben. Das ganze Buch wirkt nicht durchgängig. Hier mal gute Beschreibungen, dort wieder völlig abschweifend. Dem Leser wird erst am Ende des Buches klar, was hier passiert ist: Der Autor beklagt, dass er nicht ausreichend Zeit hatte, dieses Buch zu schreiben. So ist dann ein Teil schon während der Reise, der große Rest in „unterschiedlichsten Lebenslagen“, zum Beispiel auf Dienstreisen, entstanden.
Von Autor und Titel hätte ich deutlich mehr erwartet.

Bewertung vom 03.08.2018
Reiseführer Aserbaidschan
Oppeln, Philine von; Schüttig, Frank

Reiseführer Aserbaidschan


sehr gut

Ein durchweg ordentlicher und aufgeräumter Reiseführer für alle Aserbaidschanreisenden. Das handliche Format für die Reisetasche und die ( leider wenigen ) wirklich übersichtlichen Kartenausschnitte sind besonders lobenswert. Einziger Kritikpunkt: Es fehlen einfach zu viele und wichtige Kartenausschnitte.

Bewertung vom 03.08.2018
Aserbaidschan - ein Märchenland, das es wirklich gibt
Sade zu Romkerhall, Tengis

Aserbaidschan - ein Märchenland, das es wirklich gibt


schlecht

Der Autor, Herr Romkerhall, bezeichnet sich als Jurist und Friedenspreisträger Goldene Taube 2011. Über diesen Titel ist im www zwar nichts zu finden, dafür aber, dass der Autor sich als Übersetzer bezeichnet. Das von ihm hier heraus gegebene Werk ist von haufenweisen Rechtsschreib- und Zeichensetzungsfehlern dafür nur so gespickt. Alle Sätze sind durch Absätze getrennt, oft trennen Absätze auch einzelne Sätze was das Lesen recht holprig macht.
Inhaltlich handelt es um eine unreflektierte Lobpreisung der aserbaidschanischen Verhältnisse. Das Buch besteht nahezu ausschließlich aus Behauptungen ohne Quellenangaben ( Ausnahmen an wenigsten Stellen ). Auf den letzten 25 Seiten sind asaerbaidschanische Märchen abgedruckt.
Insgesamt wohl eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.

Bewertung vom 03.08.2018
Bergkarabachkonflikt

Bergkarabachkonflikt


schlecht

Glatte 45,00 € für ein Heftchen mit 140 Seiten voll öffentlich zugänglichen Wikipedia-Inhalten. Ich habe das Buch in Originalverpackung zurück geschickt. Unverständlich warum das so nicht in der Produktbeschreibung ersichtlich ist.

Bewertung vom 28.07.2018
Das Honigbuch
Otto, Fr.Th.

Das Honigbuch


gut

Vor uns liegt der 2016 erschienene Neuabdruck der vierten Auflage aus dem Frühjahr 1941.
Friedrich Theodor Otto, seinerzeit Leiter der „Staatlich anerkannten Lehr-und Versuchsanstalt für Bienenzucht in Bad Segeberg“ (heute die noch immer dort ansässige Geschäftsstelle des Landesverbandes Schleswig-holsteinischer und Hamburger Imker e.V.) hat hier seine früheren Auflagen letztmalig aktualisiert. Während die Erläuterung der damaligen Bestimmungen und Anleitungen heute irrelevant und, nach 75 Jahren, eher ermüdend sind, haben Ottos Erläuterungen zu Behandlung und Pflege des Honigs ungeahnte Aktualität. Otto bewirbt das DIB-Einheitsglas und appelliert an die Verantwortung der Imker: „Tun alle Imker ihre Pflicht, dann werden die Verbraucher bald zu der Erkenntnis kommen, daß Honig im Einheitsglas Güteware ist, und jeden anderen Honig ablehnen. Dann werden sie aber auch bereit sein, für diesen Honig einen Preis zu zahlen, der die mühevolle Arbeit des Imkers lohnt.“ Auch die Schilderung von seinem ersten Besuch einer bienenwirtschaftlichen Ausstellung 1892 in Tondern, auf der die Imker ihren Honig noch in Steinguttöpfen, zugebunden mit Zeitungspapier, präsentierten, hin zur Entwicklung des heute noch verwendeten Einheitsglases des Deutschen Imkerbundes durch die Reichsfachgruppe Deutscher Imker 1925 ist ein Zeitzeugenbericht erster Klasse.
Das Werk kommt mit sehr viel Praxis und einigen s/w Fotos daher. Eine wissenschaftliche Fundierung, erst recht nach heutigem Stand, darf und kann nicht erwartet werden.
Ein gutes Buch für Imker vornehmlich aus Schleswig-Holstein und der Lüneburger Heide, die sich mit der Geschichte ihrer Tätigkeit weiter vertraut machen wollen und allen, die sich für die Besonderheiten des Schleswig-holsteinischen Honigs sowie die Gründe für die Entstehung des DIB- Einheitsglases interessieren.

Bewertung vom 30.10.2017
Reise Know-How Reiseführer Georgien
Kriegenherdt, Marlies

Reise Know-How Reiseführer Georgien


weniger gut

Weniger ist mehr
So ungefähr der einzige Reiseführer, der zu bekomen ist. Klar nach den jeweiligen Regionen strukturierte, zum Teil sehr ordentliche, Beschreibungen.
Mit dem Versuch alles erdenkliche aufzunehmen leidet das Handling für den Reisenden sowie bisweilen die Qualität. So wurden nicht recherchierte Einzelzuschriften von Lesern offensichtlich ungeprüft aufgenommen (z.B. Bassiani Club). Die Recherche von anderen Empfehlungen ergab bei tripadvisor manchmal eher schwache Noten.
Die zu Beginn gegebenen Sicherheitshinweise (nachts nicht durch dunkle Gassen) wurden von den Georgiern (Stand 10/2017) ausgelacht. Insbesondere Tbilisi ist sicherer als manch deutsche Großstadt.
Größtes Manko des Buches:
Mit 500 Seiten und hohem Gewicht definitiv NICHTS für den (Tages-)Rucksack und unnötiger Ballast im Reisegepäck. Dazu: Fehlender Plan zum Herausnehmen.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.