Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Seralina1989
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 27.12.2014
Goodbye, Jehova!
Anouk, Misha

Goodbye, Jehova!


ausgezeichnet

Das Leben bei den Zeugen Jehovas. Der Einstieg dazu kann ganz leicht sein...
Doch was, wenn man dieser Gruppierung nicht beigetreten ist, sondern hinein geboren wurde? Wenn man mit den Idealen der Jehovas aufgewachsen ist und nie etwas anderes kennen gelernt hat?
Genauso erging es Mischa Anouk. In dieser Autobiographie berichtet er über seine Kindheit und Jugend bei den Jehovas. Wie er erste Zweifel spürte und wie er schlussendlich bei den Jehovas ausstieg...

Nachdem ich seit "Das Leben ist keine Waldorfschule" unter seinem damaligen Namen Mischa Sarim Vérollet (bevor er den Namen seiner Frau annahm) alle Bücher des Autoren gelesen und geliebt habe, war für mich klar, dass auch dieses Buch in mein Regal gehört - egal um welches Thema es gehen mag.
Anfangs habe ich den Buchtitel nicht ganz für voll genommen. Ich kaufte das Buch quasi blind. Schließlich trugen auch schon frühere Bücher etwas skurrile Titel. Trotzdem ließ ich mich auf das Experiment ein, auch mal etwas anderes zu lesen als lustige Episoden aus dem Leben des Autoren.
Beginnend mit der Geburt und den früheren wie späteren Kinderjahren über seine Teenagerjahre bis ins iunge Erwachsenenalter arbeitet sich Mischa Anouk langsam durch seine Zeit bei den Jehovas durch. Am Ende berichtet er selbstverständlich auch, wie er aus der Gemeinde ausgeschlossen wurde und wie es ihm in der Zeit nach seinem Ausschluss erging.
Dabei bringt er dem Leser immer wieder Zusammenhänge durch Zitate sowohl aus interner Literatur (z.B. dem "Wachtum") und externer Literatur bzw. Zitate aus Gesprächen mit Experten mit ein - ohne dass es allzu trocken wird.
Das ganze erzählt er dabei völlig rational und ruhig. In KEINEM Moment hatte ich den Eindruck, dass der Autor einen Hass auf die Jehova-Gesellschaft hat und deshalb meint, gegen sie hetzen zu müssen. Ganz im Gegenteil. Er bleibt objektiv bei seinen Schilderungen. Nur an eins-zwei Stellen scheint beim Schreiben etwas die Emotionalität beim Autor zu überkommen. Die Passagen bezogen sich hierbei aber auf die eigene Person, die eigenen Zweifel an seinem Platz in dieser Gesellschaft.
Ungeachtet dessen findet sich immer wieder auch der Witz, den ich schon aus anderen Büchern kannte und mochte.

Als ich mit dem Lesen begann, wurde mir schnell klar, dass ich hier nicht würde durchrasen können wie bei früheren Büchern.
Das Thema "Zeugen Jehova" hat mich bisher nicht wirklich interessiert. Ich wusste nur, dass es eine Sekte ist und man sich von solchen Leuten besser fernhalten sollte. Es war sehr interessant, einmal in diese Welt einzutauchen, von der man als Außenstehender sonst nur sehr wenig bis gar nichts mitbekommt.
Wer sich einmal näher mit dem Thema "Zeugen Jehovas" beschäftigen mag, dem sei dieses Buch empfohlen.

Bewertung vom 13.09.2014
Kolibri / Kommissarin Anna Fekete Bd.1
Hiekkapelto, Kati

Kolibri / Kommissarin Anna Fekete Bd.1


gut

Anna Fekete, eine junge Kommissarin mit jugoslawischen Wurzeln, zog schon als Kind mit ihren Eltern nach Finnland. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag landet ein Mordfall auf ihrem Tisch. Eine junge Joggerin wird tot aufgefunden, erschossen und übel zugerichtet. Ihr neuer Partner ist Esko Niemi, ein missmutiger alternder Kommissar, der sich Anna gegenüber von seiner schlechtesten Seite zeigt - unfreundlich, frauenfeindlich, rassistisch - und der ihr jede Menge Steine in den Weg legt. Doch dann taucht erneut ein toter Jogger auf. Da bei beiden Opfern ein Amulett mit dem Bildnis eines Aztekengottes gefunden wird, muss es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden geben.
Parallel dazu geht auch noch der Notruf eines kurdisches Mädchen ein. Aber als man dem nachgehen will, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch Anna traut dem Frieden nicht und bleibt auf eigene Faust dran...

Mit dem Einstieg in diesen Krimi hatte ich so meine Probleme. Die Entwicklung fand ich sehr schleppend. Zwischendrin erleben wir immer wieder die Sicht des kurdischen Mädchens Bihar mit ihren sozialen Probleme eingefügt. Der Leser wird mit diesem "Füllmaterial" nicht gerade in Spannung gehalten, weshalb dadurch einige Längen im Buch entstehen.
Auch konnte ich weder mit der Protagonistin noch mit den anderen Charakteren wirklich warm werden. Außerdem wirkt die Geschichte an einigen Stellen sehr konstruiert und ein wenig zusammengesucht.

Ich denke, dass die Autorin durchaus Potenzial hat, das sie aber bei weitem nicht ausschöpft. Denn gerade die Stellen, an dem sie die Protagonistin an ihre alte Heimat denken lässt, fand ich sehr gelungen. Aber alles in allem aber war das Buch kein Knüller, sondern nur das übliche Prozedere.

Bewertung vom 07.08.2014
Mein bist du / Sean Corrigan Bd.1
Delaney, Luke

Mein bist du / Sean Corrigan Bd.1


sehr gut

Ein junger Toter wird brutal ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Schnell stellt sich für den leitenden Ermittler Sean Corrigan und sein Team heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Homosexuellen handelte, der sich regelmäßig prostituierte und seine Kunden im immer gleichen Club aufsammelte.
Die Ermittler gehen schnell von einer Beziehungstat aus und bald kristallisiert sich James Hellier als ernsthafter Verdächtiger heraus. Doch dieser hat es in sich, führt er doch die Ermittler immer wieder an der Nase herum...

Der Autor hat einen ziemlich guten Schreibstil, weshalb man recht flott durch die Seiten kommt. Auch legt der Ermittler wunderbar falsche Fährten, sodass man immer wieder in Zweifel gerät ob man selbst auf der richtigen Spur ist... Wir bekommen dabei nicht nur Einsicht in den Protagonisten Corrigan sondern in auch die Sicht seiner beiden Untergebenen Donnelly und Jones, des James Helliers bzw. des Killers.
Das Grundschema ist leider ein allzu gebräuchliches, von daher kann sich der Leser da auf den fast schon üblichen Standart einstellen.
Auch wenn das Cover wunderschön gestaltet ist, so passt es meiner Meinung nach nicht zum Inhalt des Buches. Ich könnte mir vorstellen, dass hier eine Figur im Vordergrund mit bösen roten Augen angebrachter gewesen wäre.

Nichts desto trotz, hat mich das Buch sehr gefesselt und auch das Ende hat mich richtig überrascht. Deshalb bin ich gespannt, wie sich der Autor noch entwickeln wird...

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.05.2014
Die tödliche Tugend der Madame Blandel
Pellissier, Marie

Die tödliche Tugend der Madame Blandel


gut

Die Hausdame Lucie ist immer für alle da, hilft wo immer sie kann. Obwohl sie selbst nicht mehr die Jüngste ist, ist sie doch mit ganzer Leidenschaft bei ihrer Arbeit. Mit allem im Haus versteht sie sich gut. Bis auf eine - die junge Frau Blandel. Diese macht es einem aber auch nicht unbedingt leicht, sie zu mögen.
Als Lucie einmal die frisch gewaschene und gebügelte Wäsche bringt, ist niemand da und im Schlafzimmer herrscht Unordnung, Herr Blandel ist allerdings auf Dienstreise. Kurzentschlossen räumt Lucie auf, um alle verräterischen Spuren zu beseitigen.
Doch als "die Blandel" wieder auftaucht, tut sie dies im wortwörtlichen Sinne, nämlich in der Seine und ist mausetot. Und Lucie bekommt es mit der Angst zu tun, dass sie wegen Mittäterschaft dran seien könnte. Deswegen stellt sie eigene Ermittlungen an, bei denen sie sich in einige brenzlige Situationen manövriert...

Man merkt der Autorin ihre Liebe für Paris richtig an. Alle Schauplätze sind gut beschrieben. Auch die Protagonisten ist liebevoll beschrieben als energische, strebsame Dame. Neben der Geschichte von Lucie erhält der Leser u.a. auch Einblicke in die Ermittlungen durch Kommissar Legrand und in den tatverdächtigen Ehemann.
Alles in allem ein guter Krimi, doch ich denke, dass da durchaus noch mehr draus gemacht werden kann. Deswegen bin ich gespannt, ob sich die Autorin noch steigert.

Bewertung vom 19.05.2014
Blown Away
Rannela, Terhi

Blown Away


ausgezeichnet

Die Protagonisten Aura verliert in jungen Jahren ihre Mutter und damit auch den Boden unter den Füßen.
Hinzu kommt dann auch noch der Umzug mit ihrem Vater, der sie aus ihrem Freundeskreis herausreißt. An ihrer neuen (Mittel-)Schule wird sie schnell als Außenseiter abgestempelt, denn sie ist sehr wissbegierig und intelligent, eine echte Bücherratte. Deshalb ist sie den täglichen Quälereien ihrer Mitschüler ausgesetzt. Wirklich mit jemanden reden kann sie nicht.
Zu dieser Zeit fängt sie auch an sich für die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof zu interessieren, und mit der sie sich immer mehr beschäftigt. Doch erst mit Henri, der ihr den Spitznamen Ulrike gibt und sich selbst Andreas (bezieht damit sich auf A.Baader) tauft, meint sie nach langer Zeit jemanden gefunden zu haben, der ihr so nahe steht, wie ihre Mutter, und mit dem sie ihr Leben verbringen möchte.
Doch er hat ganz andere Pläne mit Aura...

Neben Auras Sichtweise erhalten wir hin und wieder auch Einblicke in die ihres Vaters, Andreas' und in die von 2 Lehrern Auras. DIe Charatere sind dabei richtig gut "gezeichnet". Mann versteht Auras Beweggründe und kann sich mE gut in sie hineinversetzen.
Die Autorin hat einen richtig flüssigen Schreibstil, sodass ich regelrecht über die Seiten geflogen bin. Das einzige was einen stören könnte, ist der Cliffhanger am Ende, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich fand, dass es einfach ein hammergeiles Buch war, und würde gern mehr vond er Autorin lesen. Leider sind bisher noch keine weiteren Bücher von ihr übersetzt worden...

Bewertung vom 13.04.2014
Celeste bedeutet Himmelblau / Frank Liebknecht ermittelt Bd.1
Pons, Brigitte

Celeste bedeutet Himmelblau / Frank Liebknecht ermittelt Bd.1


gut

Der 28-jährige Frank Liebknecht ist erst seit Kurzem in der Dienststelle Vielbrunn (Michelstadt;;Hessen) als Polizist tätig, an der es zwar immer was zu tun gibt mit kleineren Delikten scheint das Landleben doch ehr beschaulich. Das ändert sich jedoch, als auf einem Feld eine Leiche gefunden wird, leicht von Tieren angenagt und mit einer Messerwunde im Bauch. Franks Gespür sagt ihm gleich, dass das kein Unfall war, von der die Kripo vor Ort zunächst einmal ausgeht. Seinen Andeutungen will somit erstmal keiner glauben. Als das Opfer identifiziert ist, wird dessen Grundstück sorgfältig nach Beweisen abgesucht.
Deswegen fängt Frank an selbst zu ermitteln, Unterstützung erhält er dabei von seinem neuen Freund Karl, einem alternden Künstler, der ihn immer wieder beim sortieren der verwirrenden Ermittlungsergebnissen behilflich ist und ihn oftmals auf den Boden der Tatsachen zurück holen muss. Doch dann hat Frank eine heiße Spur und die Ereignisse überschlagen sich...

Der Protagonist ist gut charakterisiert. Als Neuling in einer eigentlich eingeschworenen Gemeinde muss er erst einmal seinen Platz finden. Seine Kollegin "Bruni" und auch sein neuer Freund Karl bezeichnen ihn immer wieder als charismatischen Frauenhelden mit viel Neugier, während er sich selbst ehr als Grünschnabel sieht, der weiß, dass er was drauf hat. Jedoch steht ihm seine Unsicherheit immer wieder im Weg.
Neben Franks Sicht erhält der Leber aber auch Einblicke in andere Sichtweisen, z.B. des Rettungssanitäters Dieter Strobel.
Der Untertitel "Frank Liebknecht ermittelt Bd. 1" lässt schon darauf schließen, dass es noch weitere Bücher zu diesem Protagonisten geben wird. Im Buch wird mehrere Male der Grund angedeutet, warum Frank sich ausgerechnet auf diese Provinzstelle beworben hat. Konkret wird aber nie gesagt, was vorgefallen ist und mich interessiert es in was er da verwickelt war.

Die Autorin hat einen guten Schreibstil, sodass man relativ schnell durch kommt. Jedoch waren viele Geschehnisse und das Ende der Story für mich sehr vorhersehbar. Ich denke, dass die Autorin da durchaus noch mehr Potenzial hat. Alles in allem ein gutes Buch, das man schnell mal zwischendurch weg lesen kann. Und vielleicht werde ich mir die nachfolgenden (wohl geplanten) Bände später auch noch kaufen.

Bewertung vom 01.03.2014
Totenfrau / Totenfrau-Trilogie Bd.1
Aichner, Bernhard

Totenfrau / Totenfrau-Trilogie Bd.1


sehr gut

Brünhilde Blum, die ihren Vornamen hasst und deswegen nur Blum genannt werden will, hat in ihrer Kindheit nicht leicht gehabt. Im Alter von 3 Jahren adoptiert, wuchs sie bei einem Bestatter-Ehepaar auf, dass sie schon in jungen Jahren gegen ihren Willen dazu zwingt, im Betrieb mitzuhelfen. Bis ihre Eltern eines Tages bei einem Unfall auf dem Meer ums Leben kommen ... und bei dem sie gleichzeitig den Polizisten und ihren zukünftigen Mann Mark kennenlernt.
Sie verlieben sich, heiraten, bekommen 2 Kinder und führen ein glückliches Leben. Blum hat außerdem den Betrieb ihrer Eltern übernommen. Doch dann wird Mark überfahren und ist auf der Stelle Tod.
Blum ist deswegen am Boden zerstört, versucht aber für ihre beiden Mädchen Da zu sein. Unterstützung bekommt sie dabei von Marks Vater Karl, ihrem Mitarbeiter Reza und Marks bestem Freund Massimo.
Als sie im Büro ihres Mannes Unterlegen zusammenräumt, stößt Blum auf sein Handy und findet darauf Marks Gespräche mit Dunja, einer Frau, die schreckliches erlebt hat und der niemand außer ihm geglaubt hat. Blum spürt sie auf und findet dabei heraus, dass der Tod ihres Mannes kein Unfall war. Mit Dunjas Hilfe stöbert Blum den ersten der fünf Männer, die am Tod ihres geliebten Mannes Schuld waren, auf...
Nach und nach macht sie auch die anderen Männer ausfindig. Erst noch allein, kommt sie bald Hilfe von ihrem Mitarbeiters Reza. Doch nicht alles läuft glatt. Denn der Vater ihres ersten Opfers ist ihr auf den Fersen und macht ihr einige Probleme...

Der Autor hat durchaus einen Schreibstil, der mitreißt. Auch die Geschichte ist meiner Meinung nach gut erzählt. Die Art wie Blum mit den Männern verfährt hat man teilweise bildlich vor Augen. Und auch die Figuren sind gut beschrieben. Der Vergleich im Buch mit dem Buch- & Film-Serienkiller Dexter ist hier auch angebracht. Alles in allem ist das Buch nicht schlecht, hat mich persönlich aber nicht ganz vom Hocker gerissen, denn das letzte Quäntchen für einen Topseller fehlt mir noch...

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.02.2014
Die Wahrheit und andere Lügen
Arango, Sascha

Die Wahrheit und andere Lügen


sehr gut

Der gefeierte mehrfache Bestseller-Autor Henry hat sich ein idyllisches Leben aufgebaut. Er ist erfolgreich, lebt glücklich mit seiner Frau zusammen und kann vor der Öffentlichkeit den Großzügigen geben. Doch ein Teil davon ist nur Fassade, denn die Bücher stammen nicht von Henry, sondern von seiner Frau Martha - die Herausgabe der Bücher unter seinem Namen ist aber mit ihrem Einverständnis.
Als ihm aber seine Lektorin und langjährige Geliebte Betty, sie sei schwanger. Er verspricht ihr, alles seiner Frau zu sagen und sie dann zu verlassen... Doch es kommt ganz anders. An einem verregneten Abend will er sich wieder an einer Klippe zum Meer mit ihr treffen. Dort stößt er sie mitsamt ihrem Auto in die Tiefe und hofft damit all seine Probleme los zu sein. Doch Betty ist nicht tot, wenige Stunden nach ihrem angeblichen Tod steht sie putzmunter bei ihm vor der Tür, während seine Frau nirgends zu finden ist. Schnell stellt sich raus: Es war nicht Betty sondern Martha, die in dem Auto an der Klippe saß.
Trotz seiner Wut auf sich selbst und Trauer um den Verlust seiner Frau, fängt er sich schnell wieder und heckt einen Plan aus, um die ganze Geschichte zu vertuschen. Dabei wird nicht nur die Polizei zum Problem für ihn. Und während Henry nach Marthas Tod nicht weiß, wie er das letzte Buch fertig schreiben soll, taucht zu allem Übel und von Henry zunächst nicht bemerkt, auch noch jemand aus Kindertagen auf, dem Henry damals sehr zusetzte. Dieser ist ihm auf den Versen und versucht alles, um hinter Henrys Geheimnisse zu kommen...

Anders als in den meisten anderen Thrillern, die ich bisher gelesen habe, wird hier der Täter nicht nur als reiner Bösewicht ohne jegliche Emotionen dargestellt. Man bekommt auch Einblicke in das Seelenheil des Protagonisten und versteht mE. damit einen Teil der Handlungsweisen Henrys besser. Deshalb kann man ihn im Verlauf des Buches auch nicht wirklich hassen lernen, wie man das sonst täte.
Obligatorisch dürfen dann natürlich nicht die Sichtweise des Polizisten fehlen, aber man erhält auch Einblicke in die Kindheit Henrys durch seinen "Gegenspieler".
Erfrischend anders ist vor allem das Ende: In der Regel kommt es ja zu einem Showdown zwischen dem Kriminellen und der Polizei, bei dem immer mindestens eine Seite schwer verletzt wird. Dem ist hier nicht so. Wer da ein solches Ende wie in einem typischen Thriller erwartet wird enttäuscht werden. Denn es wird anders kommen, als gedacht.

Der Autor hat mir nicht nur mit seinem flüssigen Schreibstil eine Freude gemacht, durch den ich durch das Buch gerast bin. Auch die Story ist erfrischend anders, als wie ich es mir bei dem Klappentext gedacht hätte. Ich versteh jetzt durchaus, warum die "Tatorte" aus seiner Feder im Fernsehen die höchsten Quoten bringen, denn Sascha Arango weiß genau wie er seine Leser und Zuschauer fesseln kann.
Für Thrillerfans, die also mal etwas anderes lesen wollen als die üblichen Standarten, sei dieses Buch damit wärmstens empfohlen.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.10.2013
Das Haupt der Welt / Otto der Große Bd.1
Gablé, Rebecca

Das Haupt der Welt / Otto der Große Bd.1


gut

Mit dem ersten Buch, welches ich von Rebecca Gablé lese, hat sie mich mit auf eine Geschichtsreise ins 10. Jhd. zu Otto dem Großen mitgenommen, Die wichtigste Figur hierbei ist der Handlungsträger Tugomir. Wir erfahren, wie er zusammen mit seiner Schwester bei der Schlacht um ihre Heimat gegen die Sachsen unter Otto. gefangen genommen werden und wie es ihnen in ihrem Zwangsexil ergeht.
Während sich seine Schwester schnell an die neuen Verhältnisse anpasst, weigert sich Tugomir vehement gegen die neue Kultur. Lange Zeit hat er nur die Heilkunst, mit der er sich unter Sachsen und gefangen genommenen "Heiden" schnell einen Namen macht.
Doch ohne, dass er es will, fügt er sich doch nach und nach in die Gesellschaft ein. Während um ihn herum der Krieg mit den Slawen und der aufkommenden Christianisierung weiter geht...

Neben dem Protagonisten Tugomir gibt uns die Auitorin auch noch einen Einblick in die Gedankten seiner Schwester Dragomira, König Otto selbst, sowie Ottos älterem Bruder Thankmar und seinem jüngeren Bruder Heinrich, im Buch "Henning" genannt. Die verschiedenen Sichtweisen haben insofern ihren Anteil an der Geschichte, als dass sie einige Erlebnisse und Erkenntnisse stärker hervorheben.

Alles in allem hat die Autorin hier einen guten Roman über die deutsche Geschichte herausgebracht. mich konnte sie damit nur mäßig beeindrucken. Trotz dem recht flüssigen Schreibstils habe ich lange mit dem Durchlesen gebraucht. Das liegt allerdings weniger an diesem Werk als vielmehr an mir, da ich im Moment ehr andere Genre bevorzuge.
Nichts desto trotz sollten sich Freunde des Historien-Genre nicht von der Dicke des Buches abschrecken lassen. Denn ich denke dass bei richtigen Genre-Fans das Lesevergnügen nicht zu kurz kommen wird...

8 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.06.2013
Zorneskalt
McBeth, Colette

Zorneskalt


sehr gut

Für Rachel läuft es gut. Sie hat einen tollen Job als Kriminalreporterin & ist glücklich vergeben. Bis sie bei einer Pressekonferenz der Polizei erfährt, dass ihre beste Freundin verschwunden ist. Ab diesem Punkt geht es für sie immer weiter bergab, als erst ihr Freund verschwindet und dann auch noch in ihr Haus eingebrochen und in ihr Schlafzimmer ein Bild gestellt wird, welches dort nicht hingehört. Nach und nach offenbaren sich immer weitere Abgründe für Rachel, in der die Vergangenheit mit ihrer Mutter immer wieder eine wichtige Rolle spielt...

Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, sodass man schnell beim Lesen voran kommt. Die Figur der Rachel ist sehr detailgetreu beschrieben und man kann sich gut mit ihr identifizieren. Beim Lesen hab ich teilweise richtig mit der Protagonistin mitgefiebert, in der Vergangenheit wie in der Gegenwart.
Denn neben der Haupthandlung um die verschwundene Clara gibt es auch noch einen Handlungsstrang in der Vergangenheit: Wie sie erstmals auf Clara traf, den Beginn ihrer Freundschaft, die Probleme mit der (inzwischen längst) verstorbenen Mutter.

Die Autorin hat das Ganze bis zum Schluss so gut verwoben, sodass ich am Ende nicht mehr sicher war, wer gut oder böse war bzw. das eine in das andere übergegangen ist. Das hat mich noch ein-zwei Tage beschäftigt und dazu gebracht, mal wieder darüber nachzudenken, warum ich aus welchen Gründen wie handle.
Mich konnte Colette McBeth durchaus begeistern auch wenn mir persönlich noch das letzte Quäntchen gefehlt hat. Da es jedoch ein Debütroman ist bin ich guter Dinge, dass sie das auch noch in ihren künftigen Büchern auch noch wettmacht. Wer auf Psychothriller steht sollte sich dieses Buch also mal genauer anschauen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

12