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Sylvias-Lesezimmer
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Ingelbach

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Insgesamt 513 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Schröder, Alena

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel


ausgezeichnet

Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt

Klappentext:
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt.
Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen.
Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte.
Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.

Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.

Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen.
In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.

Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch.
Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig.
Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt.
On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.

Bewertung vom 08.01.2026
El-Arifi, Saara

Kleopatra


ausgezeichnet

Eine Königin spricht

Klappentext:
Dieser atemberaubende Roman erzählt das Leben der ehemals mächtigsten Frau der Welt: Kleopatra, die letzte altägyptische Königin, war eine Pharaonin, Ehefrau, Mutter – und eine Herrscherin mit unermesslicher Macht. Ihr Tod ist legendenumwoben, ihr Leben sagenhaft. Mit gerade einmal 19 Jahren besteigt sie nach dem Tod ihres Vaters den Thron eines Weltreichs, nicht ahnend, welche ungeheuerlichen Herausforderungen von diesem Moment an ihr Leben bestimmen sollten.
Bestsellerautorin Saara El-Arifi erzählt das Leben der Kleopatra jetzt erstmals aus ihrer eigenen Sicht: ein einzigartiges Leseabenteuer und ein Manifest von Macht, Liebe und dem unbezwingbaren Geist einer wahren Königin, die sich den Zwängen ihrer Zeit widersetzte.

„Kleopatra“ von Saara El-Arifi ist ein außergewöhnlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

Kleopatra, wohl eine der bekanntesten und mit Mythen behaftete Frau aus dem alten Ägypten.
Saara El-Arifi verleiht ihr in ihrem Roman eine Stimme. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Kleopatra geschrieben. Ich habe mich beim Lesen Kleopatra nahe gefühlt. Mir hat besonders gefallen, dass die Leser*innen von Kleopatra direkt angesprochen wurden. Sie hat offen einige Überlieferungen bemängelt. Ob Bilder oder Überlieferungen in geschriebener Form, Kleopatra bemängelt und stellt richtig, was ihrer Meinung nach falsch überliefert wurde.

Saara El-Arifi beschreibt Kleopatra sehr gut und auch ihre Beziehung zu Caesar und später zu Marcus Antonius und auch die Geburt und die Liebe zu ihren Kindern werden gut erzählt.
Kleopatra war eine Königin die lange umstritten war. Dazu haben auch ihre Schwester und ihr Bruder beigetragen, die ihr den Thron streitig machen wollten.

Natürlich musste auch Saara El-Arifi sich an die alten Überlieferungen halten. Die Autorin hat genau recherchiert und das für sie wahrscheinlichste Bild von Kleopatra in diesem Roman gezeichnet.

Der Schreibstil von Saara El-Arifi ist flüssig und gut verständlich. Sie hat mich mit ihren Worten in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Mit diesem Buch habe ich eine neue Autorin für mich entdeckt.

Bewertung vom 01.12.2025
Stern, Anne

Die weiße Nacht


ausgezeichnet

Gelungener Auftakt einer historischen Krimireihe

Klappentext:
Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit.

„Die weiße Nacht“ ist der 1. Band der neuen historischen Krimireihe von Anne Stern.

Anne Stern entführt ihre Leser*innen nach Berlin in das Jahr 1946. Es ist der kalte Hungerwinter. Berlin ist in verschiedene Sektoren geteilt und als Leser*in befindet man sich im russischen Sektor. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass vor allem im russischen Sektor die Menschen hungern. Die Kälte hat den Menschen in ganz Berlin zugesetzt und es gab so gut wie nichts zum Heizen. Die Bäume entlang der Straßen sind alle schon den Öfen zum Opfer gefallen. So sitzen die Menschen in ihren Wohnungen in mehrere Schichten Kleidung gehüllt.

Die Fotografin Lou Faber stößt bei ihrem Streifzug auf der Suche nach lohnenswerten Motiven auf eine weibliche Leiche in einer Ruine. Kriminalkommissar Alfred König kommt zum Tatort und nimmt die Ermittlungen in dem Fall auf. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Lou muss immer wieder darüber nachdenken, wie die Leiche arrangiert wurde. Sie war mit gefalteten Händen aufgebahrt, wie ein Kind, das man zum Schlafen lägt. So kreuzen sich die Wege des Kommissars und der Fotografien auch immer wieder. Lou möchte gerne Neues erfahren und König findet den Austausch mit Lou inspirierend.

Anne Stern hat wieder einmal liebenswerte Charaktere erschaffen. Mir gefallen Lou und Kommissar König gut. Jeder hat während des Krieg Schlimmes erlebt, über das er nicht sprechen möchte.
Das Nachkriegsjahr 1946 und der harte Winter werden von Anne Stern sehr authentisch widergespiegelt. Es muss eine sehr harte Zeit für die Menschen gewesen sein. Der Krieg war endlich vorbei, aber das Leben noch nicht bei den Menschen angekommen.

Anne Stern hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil. Wie schon mit vielen Romanen hat die Autorin mich auch mit „Die weiße Nacht“ wieder begeistert. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn die Reihe weitergeht.

Bewertung vom 13.11.2025
Hilderbrand, Elin;Cunningham, Shelby

The Academy


ausgezeichnet

Das Leben im Internat

Klappentext:
Seit Jahren kämpft die Tiffin-Academy um einen guten Rang in den Ratings. bis sie überraschend den. 2. Platz belegt. Schulleiterin Audre Robinson kann es nicht glauben, denn die Wohnheime sind renovierungsbedürftig, die Sportteams erfolglos und der Notendurchschnitt schlecht. Doch immerhin macht der Campus was her, und die glamourösen Partys an der Academy sind legendär. Aber die Tiffin hat auch ihre Skandale, die sich plötzlich über eine neue App verbreiten. Auf einen Schlag weiß der ganze Campus von der Affäre zwischen einer Lehrerin und einem Schüler, dem Suizid einer jungen Frau und dem korrupten Treiben des Präsidenten … Die Situation gerät zunehmend außer Kontrolle, und für Audre und die Academy steht alles auf dem Spiel.

„The Academy“ von Elin Hilderbrand und Shelby Cunningham, erzählt von einem Internat und seinen Skandalen. Elin Hilderbrand und ihre Tochter Shelby Cunningham haben dieses Buch zusammengeschrieben.

Die Leiterin Tiffin-Academy Audre Robinson, hat das Ziel ihr Internat im Rating der besten Internate weit vorne zu platzieren. Das die Academy plötzlich den 2. Platz bekommt, überrascht sie dann aber doch. Denn die Academy macht nicht viel her und müsste dringend renoviert werden. Auch die Erfolge der Schüler sprechen nicht unbedingt für das Internat. Aber Audre verspricht sich, mit ihren neuen Lehrkräften ein erfolgreiches Schuljahr.
Nach außen hin muss die Academy gut auszusehen, damit die Sponsoren bei Laune gehalten werden. Skandale und Affären dürfen nicht nach außen dringen.

Elin Hilderbrand und Shelby Cunningham erzählen in ihrer Geschichte nicht den Schulalltag, sondern mehr von den Skandalen innerhalb der Mauern. Eine App gefährdet den Ruf des Internats. Damit wissen alle im Campus schnell bescheid, was sich an der Schule so abspielt.
Die Leser*innen erleben das Gerede auf den Gängen, die Affären zwischen dem Lehrpersonal und einige Gerüchte und Skandale. Dazwischen immer wieder Audre Robinson, die Angst hat, den Ruf der Schule zu verlieren.

Die wechselnden Perspektiven machen die Geschichte recht interessant. Das Lehrpersonal und die Schüler werden zu einem Gedanken.

Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Fast jeder rückt einmal in den Mittelpunkt, sei es bei den berüchtigten Partys oder durch Skandale, die Aufmerksamkeit erregen.

Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

„The Academy“ ist nicht nur ein Buch über Skandale an der Academy, es ist auch eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Ich habe die Geschichte mit Freude gelesen.

Bewertung vom 10.11.2025
Hertmans, Stefan

Dius


ausgezeichnet

Freundschaft

„Dius“ von Stefan Hertmans ist ein Roman über eine Freundschaft.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Dius und Anton. Anton ist Dozent an der Kunsthochschule. Als eines Tages Dius an seiner Tür klingelt, ist Anton überrascht. Denn er mag es nicht, wenn Studenten in sein Privatleben eindringen. Doch zwischen Anton und Dius entsteht eine Männerfreundschaft.
Als Leser*in lauscht man den Gesprächen der Männer bei ihren langen Spaziergängen und lernt sie dabei gut kennen.

Stefan Hertmans erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Anton.
Zu Beginn haben sie ein Verhältnis, wie es zwischen Lehrer und Schüler üblich ist. Doch im Laufe der Geschichte geht es weit darüber hinaus und wird zu einer festen Männerfreundschaft.

Stefan Hertmans hat kraftvolle Charaktere erschaffen. Es hat mir Freude gemacht, Dius und Anton durch ihre Geschichte zu begleiten.
Es wird viel über Kunst gesprochen, ja, es werden ganze Gemälde beschrieben.
Genauso ist es mit der Musik, auch hier werden Arien und Choräle besprochen.

Die Beschreibung der Gemälde oder der Musik, hört sich vielleicht schwer an, ist es aber nicht. Dem Autor ist es gelungen, diese Gespräche leicht in seine Geschichte einfließen zu lassen.

Die Entwicklung der Charaktere hat mich beeindruckt. Anton, der am Anfang eher abweisend und launisch war, entwickelt sich als guter Gesprächspartner und Freund.

Stefan Hertmans erzählt die Geschichte in einem angenehmen Schreibstil. Die Sprache ist kraftvoll.
Die Geschichte fängt in einem gemächlichen Tempo an, das sich im Laufe immer weiter steigert.

„Dius“ ist ein gelungener literarischer Roman, den ich mit Begeisterung gelesen habe.

Bewertung vom 07.11.2025
Sünderwald, Christian

Die Spur der Ratten (MP3-Download)


ausgezeichnet

Spannende Geschichte, großartig gelesen

Rezension zu dem Hörbuch „Die Spur der Ratten von Christian Sünderwald
Sprecher: Gerrit Petersen

„Die Spur der Ratten“ ist ein spannender Thriller und zugleich das Thriller Debüt von Christian Sünderwald.

Die Geschichte ist spannend. Der Ausgangspunkt liegt 70 Jahre zurück.
Der Millionär Ulrich Faßmann stößt auf ein altes Dokument, das von einem versunkenen Schiff erzählt, das einen kostbaren Schatz birgt. Als leidenschaftlicher Schatzsucher macht er sich dran das Wrack zu finden. Was Faßmann nicht weiß, dass es Genspieler gibt, die das Finden des Schiffes unbedingt verhindern wollen. Bisher ist keiner, der nach dem Schiff gesucht hat, lebend wieder aufgetaucht.
Es beginnt eine spannende Schatzsuche, die zu mehreren Kontinenten führt.

Christian Sünderwald kann schnell Spannung erzeugen. Als Leser*in hat man schnell viele offene Fragen. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Kirche und gleichzeitig auch politische Funktionäre das Auftauchen des Schiffes verhindern wollen. Welche geheime und kostbare Fracht birgt das Schiff?
Ich habe die Jagt mit Spannung verfolgt, die zu verschiedenen Kontinenten führt.

Der Schreibstil von Christian Sünderwald ist gut verständlich. Der Autor beschreibt die einzelnen Szenen und Handlungsorte genau, man hat schnell ein Bild vor Augen.
Die vielen Wendungen haben den Spannungsbogen über das gesamte Buch aufrecht gehalten.

Ich habe das Hörbuch gehört, es wird von Gerrit Petersen sehr gut gelesen. Mit seiner Stimme unterstützt er die Spannung noch zusätzlich. Ein gutes Buch ist ohne einen guten Sprecher, als Hörbuch verloren. Hier passt einfach alles. Ich habe Gerrit Petersen gerne und aufmerksam zugehört.

Bewertung vom 03.11.2025
Batman, Esat

Die Hamburg-Köln Connection


ausgezeichnet

Einblick in die Rapper-Szene

„Die Hamburg-Köln Connection“ von Esat Batman, ist eine Erzählung, die geprägt ist vom Leben des Autors.
Ich muss gestehen, die Rapper-Szene ist nicht meine Welt, doch das Buch von
Esat Batman hat mich angesprochen.
Esat Batman war ein aktives Mitglied der Rapper-Gruppe HKC. Seine Erfahrungen hat er in diesem Buch niedergeschrieben.

Der Autor führt seine Leser*innen gut in die Rapper-Szene ein. Man liest von den Träumen und von Erfolgen, aber man erfährt auch einiges von der Gewalt und Kriminalität und den Drogen.
Eine Explosion illegalen Drogenlabor hat das Leben von Esat Batman mit einem Schlag verändert. Es war nicht nur sein Ende in der Rapper-Szene, der Autor ist heute noch traumatisiert von diesem Erlebnis.
Ich bewundere seinen Mut, den er gefasst hat, um sich das alles von der Seele zu schreiben. Ich hoffe sehr, es hat dem Autor bei der Verarbeitung des Unglücks geholfen und es wird bestimmt vielen helfen die ähnlichen traumatischen Erlebnisse hatten und Mut zusprechen.

Esat Batman hat mir als Nichtkenner der Rapper-Szene das Umfeld gut verständlich nähergebracht. Es geht nicht darum, ob man die Musik mag oder nicht. Es geht darum, die Szene zu kennen, die Träume der jungen Menschen zu verstehen. Doch gibt es in der Szene viele Menschen, die zu Gewalt neigen.
Das Hauptthema in diesem Buch ist die Explosion und ihre Folgen. Der Autor beschreibt schonungslos offen, wie es bei ihm selbst um Leben und Tod ging. Er beschreibt seinen Krankenhausaufenthalt und die spätere Reha.
Seine Biografie ist der Versuch, das Trauma endlich zu verarbeiten.
Ich hoffe sehr für Esat Batman das es ihm ein Stückchen gelungen ist, den Vergessen kann man so ein Schicksal nie.

Der Gedanke anderen Betroffenen mit seiner Geschichte Mut zu machen, finde ich sehr erwähnenswert.

„Die Hamburg-Köln Connection“ ist ein Buch, dass die Leser*innen in die Rapper-Szene eintauchen lässt. Es ist aber auch ein Mutmacher, der zeigt, dass man nach dem tiefsten Tiefpunkt wieder nach oben schwimmen kann.

Bewertung vom 29.10.2025
Winkelmann, Andreas

Entführung im Himmelreich / Mord auf Achse Bd.2


ausgezeichnet

Spannung gepaart mit Humor

Klappentext:
Der Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee ist in Aufruhr: Der Bäcker ist verschwunden! Kein Bäcker heißt keine Brötchen, und das bedeutet schlechte Laune.
Dauercamper und Ex-Schauspieler Björn Kupernikus und Annabelle Schäfer, seine neue Partnerin "in crime" entdecken den Lieferwagen des Bäckers in der Nähe des Sees; die Schuhe des Vermissten stehen am Ufer. Prompt geht die Polizei von Selbstmord aus. Fall gelöst?
Sein Bauchgefühl sagt Kupernikus, dass mehr hinter der Sache stecken muss. Zumal es auch noch einen Einbruch in ein Hausboot gab. Dabei wurde die junge Besitzerin angegriffen. Von einem Motiv weit und breit keine Spur. Kupernikus und Annabell beginnen Fragen zu stellen, die sie bald tief in einen verzwickten Fall verwickeln.

„Entführung im Himmelreich“ ist der 2. Band der Cosy-Krimireihe „Mord auf Achse“ von Andreas Winkelmann.
Der Autor ist für seine Thriller bekannt, aber er kann es auch gut auf die softe und humorvolle Art.

Björn Kupernikus war Schauspieler und ist jetzt im Ruhestand.
Er freut sich immer wieder auf ruhige und entspannte Tage auf dem Campingplatz Himmelreich.
Doch plötzlich ist der Bäcker verschwunden, eine der wichtigsten Personen für einen guten Star in den Tag.
Björn Kupernikus und seine Begleitung Annabelle Schäfer entdecken den Lieferwagen des Bäckers am See, auch seine Schuhe stehen da. Die Polizei tippt auf Selbstmord. Das möchte Kupernikus nicht so dastehen lassen und ermittelt auf eigene Faust.

Andreas Winkelmann erzählt die Geschichte mit viel Humor. Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus gefällt mir als Hobbyermittler sehr gut. Er kennt sich auf dem Campingplatz aus und weiß, wie er mit Campern reden muss. Also macht er sich dran den Fall zu lösen. Auch seine Begleitung Annabelle Schäfer bereichert die Geschichte.

Andreas Winkelmann lässt seinen Krimi gemütlich angehen. Trotzdem hat er eine gewisse Spannung und man fiebert mit ob Kupernikus den Fall aufklären kann.
Die Charaktere werden gut beschrieben und die meisten mag ich gut leiden.
Die Handlungsorte in der Nähe von Berlin werden anschaulich beschrieben. Der Campingplatz Himmelreich existiert und man bekommt beim Lesen große Lust auf einen Urlaub.

Andreas Winkelmann hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil, den er bei diesem Krimi mit einer ordentlichen Prise Humor versieht

„Entführung im Himmelreich“ ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe und ich freue mich jetzt schon auf den 3. Band.

Bewertung vom 27.10.2025
Pflüger, Andreas

Kälter


ausgezeichnet

Ein sprachgewaltiger Agenten-Thriller

Klappentext:
Im Herbst 1989 führt Luzy Morgenroth auf Amrum das Leben einer Provinzpolizistin. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine Andere war. Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.
In einem spektakulären Agententhriller schickt Pflüger seine Heldin am Ende des Kalten Krieges als Racheengel um die halbe Welt. Sie tritt gegen ein Geheimdienstimperium an, das den Mann beschützt, der ihr Leben zerstörte. Und es wird sich zeigen, wer kälter ist: ihr Todfeind oder sie.

„Kälter“ ist ein sprachgewaltiger Agenten-Thriller von Andreas Pflüger.

Luzy Morgenroth ist Dorfpolizistin auf Amrum. Als Luzy es mit einem Killerkommando aufnimmt sind alle verblüff. Den in Luzy steckt viel mehr als nur einen Dorfpolizistin. Vor acht Jahren noch war Luzy eine ganz andere. Und in das frühere Leben von Luzy Morgenroth taucht man als Leser*in in diesen Thriller ein.

Es gibt viele Protagonisten, man verliert aber nicht den Überblick.
Kaum ein anderer als Andreas Pflüger versteht es, die Welt der Geheimdienste und Spionage seinen Leser*innen zu vermitteln. Wir tauchen ein in die Welt des kalten Kriegs und in die Zeiten der RAF.

Der Autor führt seine Leser*innen wieder zu vielen Schauplätzen wie Berlin, Moskau, Wien, Israel oder Frankreich.

Andreas Pflüger erzählt die Geschichte sprachgewaltig. Die manchmal etwas frechen Dialoge haben mir gut gefallen und mich trotz allem Ernst schmunzeln lassen.

„Kälter“ ist ein sprachgewaltiger Agenten - Thriller mit einer bedrohlichen Atmosphäre den ich mit großer Spannung gelesen habe.

Bewertung vom 09.10.2025
Henn, Carsten Sebastian

Sonnenaufgang Nr. 5


ausgezeichnet

Erinnerungen

Der 19-jährige Jonas hat mit beidem Probleme: dem Leben und der Erinnerung. Sein Germanistikstudium hat er gerade geschmissen, und der Konfrontation mit seiner schmerzhaften Vergangenheit weicht er aus. Stattdessen will er als Ghostwriter anderen helfen, ihre Lebensgeschichten festzuhalten. Seine erste Klientin ist die exzentrische alte Filmdiva Stella, die in ihrer Autobiografie ihr Leben glücklich und erfüllt darstellen will. So als hätte sie nur richtige Entscheidungen getroffen. Gemeinsam lernen die beiden, dass man jeden Tag so leben muss, als sei es der letzte. Damit man ein Leben führt, das unvergesslich ist.

„Sonnenaufgang Nr. 5“ ist ein Roman über das Leben und die Erinnerung von Carsten Henn. Nach „Der Buchspazierer“ habe ich mich auf den neuen Roman von Carsten Henn gefreut.

In dieser Geschichte geht es um Erinnerungen. Jonas 19-Jahre alt versucht sich. Nach abgebrochenem Germanistikstudium, als Ghostwriter. Sein Auftrag, für die alternde Filmdiva Stella, eine Autobiografie zu verfassen. Und das nach genauen Vorlagen. Jonas wird schnell klar, dass die Erinnerungen von Stella nicht immer der Wahrheit entsprechen. Doch Jonas weiß auch wie schmerzlich Erinnerungen sein können, er hat es, und verspürt es immer noch am eigenen Leib.

Carsten Henn hat mit „Sonnenaufgang Nr. 5“ wieder eine recht emotionale Geschichte verfasst.
Die Charaktere sind liebenswert und lebendig. Vor allem habe ich Jonas schnell ins Herz geschlossen, aber auch Stella ist mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer und vor allem menschlicher geworden.

Der Schreibstil von Carsten Henn ist flüssig und gut verständlich. Der Autor vermittelt seinen Leser*innen an verschiedenen Beispielen gut, was Erinnerungen bedeuten und wie schmerzhaft sie sein können.
Nach wenigen Seiten bin ich tief in die Geschichte versunken und habe das Buch auch an 2 Abenden gelesen.