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Benutzername: 
LauraJane
Wohnort: 
München

Bewertungen

Insgesamt 15 Bewertungen
12
Bewertung vom 17.07.2022
Das Mädchen von Agunt
Lorentz, Iny

Das Mädchen von Agunt


ausgezeichnet

Spannende Einblicke in eine für mich völlig fremde Zeit

Ich kenne schon einige Hörbücher von dem Ehepaar Iny Lorentz, die aber bisher alle im Mittelalter angesiedelt waren (eine sehr faszinierende Zeit).
Umso mehr habe ich mich gefreut, daß das neue Buch des Ehepaars zu einer ganz anderen Zeit spielt, im Jahr 150 nach Christus in Osttirol.

Durch unglückliche Umstände und Intrigen verlieren Cincia und ihre Mutter ihren Bauernhof und noch schlimmer, werden als Sklavinnen verkauft.
Eigentlich wollte der böse und korrupte Bürgermeister von Agunt, Lucius, die beiden erwerben, doch mit viel Glück konnte der Widersacher des Bürgermeisters die beiden kaufen, so daß sie dort wenigstens ein halbwegs akzeptables Leben erwartet (so akzeptabel, wie ein Dasein als Sklavin eben sein kann).

Die Ereignisse überschlagen sich, als der Erbe diverser Bergminen, Adnamatus, auftaucht und der Bürgermeister Lucius fürchten muß, daß Adnamatus ihm auf die Schliche kommt, daß Lucius all die Jahre sehr großzügig in seine eigenen Taschen gewirtschaftet hatte.
Gleichzeitig nehmen die Machtkämpfe um die Stadt zu, und der Bürgermeister und seine Familie sind bereit, über Leichen zu gehen.
Und mittendrin in all diesen Intrigen befindet sich auf einmal Cincia, die ihre neue Herren und Herrinnen natürlich beschützen möchte.

Das Hörbuch hat mir wahnsinnig gut gefallen.
Es fing zwar recht ruhig an, was ich aber gut fand, um überhaupt erst einmal in die ganzen Lebensumstände der damaligen Zeit reinzufinden.
Aber schon da war die Geschichte sehr spannend, und man hoffte die ganze Zeit, daß Cincia und ihre Mutter der Sklaverei doch entgehen mögen.

Wirklich erschütternd, wie hart im Jahr 150 nach Christus das Leben sein konnte und wie schnell man seine Bürgerrechte verlieren konnte und sich auf einmal in der Sklaverei wiederfindet.
Besonders faszinierend für mich war, daß die Geschichte auf wahren Tatsachen basiert, der Geschichte einer jungen Sklavin, die hier auf Cincia übertragen wurde.

Irgendwann nahmen die Intrigen dann solches Tempo ein und hatten soviele unerwartete Wendungen, daß ich das Gefühl hatte, ich kann vor Spannung kaum noch atmen.
Meinen tiefsten Respekt, wieviel die damaligen Leute auf sich nahmen, um gegen Ungerechtigkeiten und für ihre Freiheit zu kämpfen.

Am Ende ging zum Glück für die meisten Hauptpersonen alles gut aus, und das Ehepaar Lorentz hat es meisterhaft verstanden, alle noch offenen Fäden zu einem logischen Ende zu bringen.

Das Hörbuch wurde phantastisch gelesen von Ilka Teichmüller.
Sie erweckte die einzelnen Figuren meisterlich zum Leben, so daß man jederzeit wußte, wer gerade „dran“ ist.
Das Zuhören hat einfach nur Freude gemacht - und die Spannung hat sie auch meisterlich vermittelt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat außer dem wirklich schönen Cover war, daß die einzelnen Tracks recht kurz waren (so im Schnitt 3 – 5 Minuten). Sehr praktisch, wenn man mal nicht soviel Zeit hat, so muß man nicht wie bei manch anderen Hörbüchern im Extremfall über 10 Minuten nochmals hören, wenn man das lange Kapitel nicht auf Anhieb schafft.
Sollte eigentlich heutzutage Standard sein, ist es aber leider nicht.

Für alle historisch interessierten Leute kann ich das Hörbuch uneingeschränkt empfehlen.
Total spannend, sehr informativ über die damalige Zeit, und die Liebe kommt auch nicht zu kurz.

Bewertung vom 09.06.2022
Tod zwischen den Zeilen / Buchhändlerin Samantha Washington Bd.1 (MP3-Download)
Burns, V. M.

Tod zwischen den Zeilen / Buchhändlerin Samantha Washington Bd.1 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Ein Cozy Crime Hörbuch mit viel Spannung, Spaß und Herz

Dies war meine erste Cozy Crime-Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.
Es geht um Samantha Washington, die nach einem schweren Schicksalsschlag eine Buchhandlung eröffnet und eines Tages die Leiche eines sehr unsympathischen Immobilienmaklers in ihrem Vorgarten findet. Dummerweise gilt sie lange als Hauptverdächtige.
Nebenher versucht sie sich einen Traum zu erfüllen und schreibt einen Krimi, der im Jahr 1938 spielt und bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

Mir hat sehr gut gefallen, daß man hier „Zwei Geschichten zum Preis von einer“ bekommt.
In der Hauptgeschichte ermittelt Sam zusammen mit ihrer Großmutter und deren Freundinnen, die Truppe hat viel Ähnlichkeit mit den „Golden Girls“, einfach herrlich.
Das hat den Humor in die Geschichte gebracht.
Und in der Geschichte von 1938 versucht ihre Heldin Penelope, den geliebten Mann vor dem Galgen zu bewahren, der lieber die Schuld für den Mord auf sich nimmt, als Penelope‘s Schwester, die eine Zeitlang sehr verdächtig agiert, in Schwierigkeiten zu bringen.
Das ganze Setting in der Zeit von damals hat mir sehr gut gefallen, und auf den Täter wäre ich niemals gekommen.
Und in dieser Geschichte kommt auch viel Herz und Schmerz vor, selbstverständlich mit Happy End :-)

Einen Cozy Crime kann man natürlich nicht mit einem (vielleicht sogar blutrünstigen) Krimi vergleichen, bei dem man vor lauter Spannung die Nacht durchliest.
Das heißt nicht, daß die Geschichte nicht spannend gewesen wäre, aber eben einfach auf einem anderen Level – ich fand sie mehr unterhaltsam und amüsant.
Die ganzen Charaktere waren wunderbar gewählt und beschrieben, auch wenn man natürlich nicht alle sympathisch findet.
Auch das ganze Setting der „Hauptgeschichte“ war sehr schön beschrieben. In dieser Buchhandlung wäre ich sicher auch Stammgast und käme auch nicht an den leckeren Kuchen vorbei.

Chris Nonnast, die das Hörbuch liest, hat ihre Sache sehr gut gemacht.
Ich habe ihr sehr gerne zugehört, sie hat eine angenehme Stimme und sehr gut gelesen.
Manchmal hat es zwei oder drei Sätze lang gedauert, bis ich gemerkt habe, daß jetzt wieder die „andere“ Geschichte dran ist.
Vielleicht könnte man das mit einem Jingle oder ähnlichem trennen, damit man das schneller merkt ?!
Auf Papier hat man diese Probleme vermutlich nicht.

Mir hat die ganze Geschichte mit der sehr sympathischen Sam und den „Golden Girls“ wirklich sehr gut gefallen.
Umso größer war meine Freude, als ich gelesen habe, daß ein zweiter Band wohl nächstes Jahr erscheinen soll.
Da bin ich dann sicher mit dabei!

Empfehlenswert für alle, die gerne etwas „gemächlichere“ Krimis mögen – und wo kriegt man schon zwei tolle Geschichten gleichzeitig ;-)

Bewertung vom 09.04.2022
Auf plüschigen Sohlen / Die Stoffis Bd.1
Städing, Sabine

Auf plüschigen Sohlen / Die Stoffis Bd.1


ausgezeichnet

Herzerwärmendes und spannendes Abenteuer einiger Stofftiere

Was für ein wunderschönes Buch, einfach nur herzerwärmend schön!
Es handelt von einigen Stofftieren, die „entsorgt“ werden sollen, sich aber lieber ein neues Zuhause suchen möchten.
Auf ihrer Suche stoßen noch andere Stoffis zu ihnen dazu, so daß es nachher eine Truppe von 6 total unterschiedlichen Stoffis ist (Einhorn, Kater, Hund, Schildkröte, Seestern und Bär).
Und unterwegs erleben sie aufregende Abenteuer und geraten vereinzelt sogar hin und wieder in Lebensgefahr, aus der die anderen Stoffis sie dann retten.
Ich finde die einzelnen unterschiedlichen Charaktere total schön. Jeder hat seine Stärken, Schwächen und Eigenheiten - und die anderen akzeptieren das. Und bei der Schildkröte kommt noch der inklusive Gedanke durch - die anderen müssen auf sie Rücksicht nehmen und ihr helfen.
Mir hat auch das Ende total gut gefallen. Unerwartet, aber (wichtig!!) mit Happy End.
Es wäre in der heutigen Zeit wohl nicht besonders glaubwürdig gewesen, daß ein Kind ein gebrauchtes Stofftier "adoptiert". Okay, vielleicht hätten ein oder zwei Tiere ein neues Zuhause gefunden, aber bestimmt nicht alle 6.
Und so gibt es aber ein glückliches Ende für alle, mehr will ich aber nicht verraten.

Auch die ganze Aufmachung fand ich klasse. Die Zeichnungen sind wunderschön und passen genau zur Beschreibung der Stoffis. Schon das Titelbild ist eine Wucht.
Die Sticker sind zu süß, und da schlagen bestimmt viele Kinderherzen (nicht nur ...) höher.
Auch das mit dem Rezept und dem Steckbrief für den eigenen Stoffi finde ich super.
Das Lesebändchen gibt dem sowieso schon sehr hochwertigen Buch noch den letzten Schliff, sehr praktisch.
Alles in allem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, es ist etwas für jung und alt.
Und ganz besonders ist es natürlich etwas für alle Stofftier-Fans.

Bewertung vom 25.03.2022
Home - Haus der bösen Schatten
Sager, Riley

Home - Haus der bösen Schatten


ausgezeichnet

Atemberaubende Spannung und totaler Grusel

In dem Hörbuch „Home – Das Haus der bösen Schatten“ von Riley Sager geht es um eine junge Frau, die ein altes Haus erbt, in dem die Familie mal gewohnt hatte, als sie 5 Jahre alt war und unter mysteriösen Umständen Hals über Kopf von dort geflohen ist.
Maggie’s Vater war ein Schriftsteller, der darüber ein Buch geschrieben hatte – laut dem Buch gingen in dem Haus böse Geister um, die sogar kleine Mädchen, die dort wohnen, töten.
Maggie selbst hat ihr Leben lang unter diesem Buch gelitten und wurde eiskalt erwischt, daß das Haus immer noch im Familienbesitz ist.
Sie möchte nun das Haus renovieren und dann verkaufen und endlich den Geheimnissen ihrer Vergangenheit und was damals wirklich passiert ist auf den Grund gehen.

Das Buch hat mich von der ersten Minute an gepackt.
Mir hat besonders gut gefallen, daß es zwei „Zeitschienen“ hat: die Gegenwart, gesprochen von einer Frau, und die Vergangenheit bzw. Auszüge aus besagtem Buch, gesprochen von einem Mann.
So kann man schnell erkennen, auf welcher Zeitschiene man gerade ist.
Beide haben das hervorragend gesprochen, es war sehr angenehm ihnen zuzuhören.

Durch den ständigen Wechsel der Zeitschienen finde ich, daß sich die Spannung immer mehr aufbaut.
Einmal spitzen sich die Ereignisse in der Vergangenheit immer mehr zu, so daß Maggie’s Vater zum Schluß sogar um das Leben seiner Tochter fürchtet.
Und auch in der Gegenwart passiert immer mehr … unheimliche Dinge geschehen im Haus, nachts ertönt (wie im Buch auch) Musik von einem alten Plattenspieler, Gegenstände verschwinden und zum Schluß wird sogar noch eine Leiche entdeckt.
Ich konnte zum Schluß nicht mehr aufhören mit dem Hörbuch, weil es so atemberaubend spannend und natürlich total gruselig war.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, daß das Ende total logisch und nachvollziehbar ist.
Für den Tod des jungen Mädchens gab es viele Verdächtige, und zumindest für mich war die Auflösung, wer es war, total überraschend, aber eben auch gut erklärt.
Und was auch ganz toll war, ist die plastische Erzählweise – man sieht das Haus, die Räume und die Umgebung richtig vor seinem inneren Auge. Einfach nur top gelungen.

Das ist jetzt Meckern auf hohem Niveau:
Ich habe das Hörbuch elektronisch gehört, im Durchschnitt waren die Dateien 5 bis 15 Minuten lang.
Aber es gab leider auch Ausreißer, die bis zu einer halben Stunde gingen – hätte man diese Kapitel nicht einfach halbieren können, also zwei daraus machen? Wäre zum Hören angenehmer gewesen.

Icih kann das Hörbuch allen nur wärmstens empfehlen, die auf Spannung und Gruselgeschichten stehen.
Beides wird hier perfekt bedient.
Und ich werde diesen Autor auf jeden Fall im Blick behalten und mir irgendwann weitere Hörbücher von ihm besorgen.

Bewertung vom 05.11.2021
Mörtel und Maus wollen hoch hinaus
Engler, Michael

Mörtel und Maus wollen hoch hinaus


ausgezeichnet

Spannendes Kinderbuch mit viel Abenteuern und noch mehr Herz

„Mörtel und Maus wollen hoch hinaus“ ist ein wirklich entzückendes Kinderbuch, bei dem ein Wichtel namens Mörtel zusammen mit einer Maus viele spannende Abenteuer erlebt, als Mörtel durch ein Mißgeschick mit einem Papierflieger aus seinem Haus fliegt und in einem Haus gegenüber einem großen Platz landet. Irgendwie muß er nun den gefährlichen Weg heim schaffen, aber zum Glück hat er seine beste Freundin Maus an seiner Seite und bekommt Hilfe von vielen anderen Wichteln.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl ich bestimmt nicht mehr zur Zielgruppe gehöre (52 Jahre alt).
Und auch meine 80jährige Mutter hatte noch Freude daran, obwohl sie es zuerst nicht lesen wollte, weil sie Wichtel eigentlich nicht mag (hat sich jetzt bestimmt geändert :-) ).

Es war wirklich sehr spannend, Mörtel und Maus rutschen ja von einer gefährlichen Situation in die nächste.
Zeitweise habe ich mich gefragt, ob das nicht sogar zu aufregend für kleine Kinder ist, aber ich denke, die Kinder von heute sind da recht abgehärtet.

Die Charaktere sind wirklich alle so charmant entworfen und sympathisch.
Wie schön, daß sich die Wichtel alle gegenseitig unterstützen.
Nur die Ratten kommen leider sehr schlecht weg, aber irgendeinen Bösewicht braucht das Buch natürlich.

Das Buch ist wirklich so liebevoll gemacht, schon das Äußere sieht sehr wertig aus, das Lesebändchen ist enorm praktisch, die Rätsel am Ende sind echt süß, und die Aufkleber sowieso.

Das Einzigste, was mir nicht gefallen hat, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau, sind die Zeichnungen von Maus.
Die Wichtel sind alle so liebevoll gezeichnet, und Maus kommt so plump, häßlich und unsympathisch daher. So zumindest mein persönlicher Eindruck.
Vielleicht liegt es daran, daß ich eine besondere Liebe zu Mäusen habe, daß mich das so ärgert.

Ich finde auch die Lehren und Erkenntnisse sehr schön, die in dem Buch vermittelt werden, und das wirklich sehr subtil und nicht mit dem Holzhammer.
Vor allem daß Mörtels Eltern am Ende erkennen, daß sie mit ihren ganzen Meinungen und Einschätzungen vielleicht doch falsch lagen und man selbst erst einmal gewisse Erfahrungen machen sollte, um über Dinge zu urteilen.
Und natürlich, daß Familie und Freunde einfach das Wichtigste im Leben sind :-)

Bewertung vom 17.09.2021
Die stumme Tänzerin / Hamburgs erste Kommissarinnen Bd.1 (6 Audio-CDs)
Glaesener, Helga

Die stumme Tänzerin / Hamburgs erste Kommissarinnen Bd.1 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Spannender Krimi aus den „Goldenen Zwanzigern“ mit überraschendem Ende

Ich bin auf das Hörbuch „Die stumme Tänzerin“ von Helga Glaesener aufmerksam geworden, weil ich Literatur fast nur noch höre, Krimis mag, ich das Titelbild sehr ansprechend fand und es mich vor allem gereizt hat, daß die Geschichte in einer mir ziemlich fremden Zeit spielt.

Die Geschichte spielt in Hamburg im Jahr 1928 und handelt von Paula, einer Sekretärin, die durch einen lustigen Zufall und ihre eigene Courage auf einmal bei der Polizei landet und gleich bei der Ermittlung in einem Mordfall mithelfen darf. Leider stellt sich bald heraus, daß ihre Familie darin verwickelt sein könnte ….

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, sie ist spannend und immer interessant.
Alleine schon, wie es früher zuging … Paulas Eltern paßt es nicht, daß Paula bei der Polizei arbeitet, und als sie von alleine nicht kündigt, ruft ihr Vater mal eben ein hohes Polizeitier an, das er kennt, und kündigt für sie. Zum Glück kommt er damit nicht durch und Paula darf bleiben.

Die Charaktere sind alle gut dargestellt, man kann sie sich bildlich vorstellen.
Es sind viele interessante und individuelle Personen darunter.
Schön der Zusammenhalt unter den Kollegen und Kolleginnen, nachdem es erste Startschwierigkeiten gab – die Zusammenarbeit mit „den Weibern“ kam zuerst bei den Männern nicht wirklich gut an, und dann hat Paula sich durch eigene Ungeschicklichkeiten auch noch bei ihren Kolleginnen in die Nesseln gesetzt.
Aber das konnte sie wieder einrenken, und die Frauen konnten den Männern beweisen, daß sie „was auf dem Kasten haben“ und die Ermittlungen durch genaue Beobachtung und präzise Logik voranbringen.

Was ich persönlich etwas überzogen fand, Paula nahm sich als „Neue“ und wohlgemerkt ohne jede Ausbildung doch recht viel raus und war teilweise wagemutiger, als gut für sie war.
Und teilweise war sie auch (nett formuliert) recht gedankenlos, wenn sie in Gefahr schwebt, deshalb bei ihren Kolleginnen übernachten darf und dann ohne jede Information einfach eine Nacht weg bleibt.
Aber das war vielleicht nötig, um die Geschichte voranzubringen :-)

Das Ende hat mich dann wirklich vom Hocker gehauen, der Täter war jemand, den ich überhaupt nicht auf dem Radar hatte.
Trotzdem war alles logisch und schlüssig erklärt und nachvollziehbar.
Aber so soll ein guter Krimi ja sein.

Was mir außer der hochwertigen Ausstattung der CD-Hülle sehr gut gefallen hat, war die Sprecherin – wieder einmal eine 1A-Leistung von Christiane Marx, die jederzeit den richtigen Ton trifft und Leben in die Geschichte bringt.
Und auch sehr gut fand ich, daß jeder Track nur ungefähr 3 Minuten lang war.
Super, wenn man gerade wenig Zeit zum Hören hat, dann schafft man immerhin zwischendurch mal 2 oder 3 Tracks, ohne daß man beim nächsten Mal erst einmal ein ganzes Stück nochmal hören muß, weil die Tracks so lang sind (ich kenne auch Hörbücher mit 10 Minuten-Tracklänge, schrecklich).

Alles in allem ein super Krimi, der Spaß macht und einen mitfiebern läßt – und nebenbei gewinnt man noch viele interessante Einblicke in das Leben um 1928.
Ich hoffe sehr, daß Frau Glaesener noch weitere Krimis mit Paula schreiben wird.
Und ich möchte doch so gerne wissen, ob sie und ihr Kollege vielleicht irgendwann noch ein Paar werden – ein bißchen hat sich das schon abgezeichnet.

Bewertung vom 06.11.2020
Ellas verrückt-verrutschtes Leben Bd.1
Mann, Miriam

Ellas verrückt-verrutschtes Leben Bd.1


ausgezeichnet

Ein Buch mit einer neuen Art von Zeitreisen, sehr spannend und unterhaltsam!

Ella wurde gegen ihren Willen vom schönen München in ein Kaff am anderen Ende von Deutschland verfrachtet, da ihr Vater geheiratet hat und die Eltern sich dort eine neue Existenz aufbauen wollen.
Zum Glück muß sie nicht alleine dorthin, ihr beste Freundin und nun Stiefschwester Dodo ist mit von der Partie.
Ella findet dort alles schrecklich und will nur zurück nach München, auch damit sie an einer Party bei ihrem Schwarm teilnehmen kann.
Wie groß ist ihre Begeisterung, als die beiden Mädchen entdecken, daß wenn man auf der alten Rutsche im Garten rutscht, man 30 Minuten in der Zeit zurück springt!
Ella hofft nun, daß wenn sie oft genug rutscht, sie den Umzug rückgängig machen kann.
Leider entdecken die beiden Mädchen aber, daß jedes Rutschen auch ungewollte „Nebenwirkungen“ hat … Tiere verschwinden, Papa ist ständig extrem müde, die Zwillinge aus dem Dorf, mit denen sich Dodo angefreundet hat, streiten nur noch wie die Kesselflicker etc.

Ich bin der eigentlichen Zielgruppe (ab 10 Jahren) schon weit entwachsen, aber ich liebe Zeitreise-Geschichten und wollte daher das Buch unbedingt lesen.
Schon die Leseprobe hat mir gezeigt, daß der Schreibstil sehr angenehm und unterhaltsam ist. Man kann die Gedanken und Gefühle von Ella wunderbar nachempfinden, vom Stil her ist es auch so geschrieben, wie Kinder wohl reden würden, trotzdem hatte man nie das Gefühl, die Autorin biedert sich an die Jugendsprache an.
Ich denke auch, daß die Sprache für die Zielgruppe genau richtig ist, verständlich und nicht zu komplizierte Sätze.
Die Geschichte ist sehr spannend und mit diversen interessanten Wendungen.
Traurig zu sehen, wie Ella und ihre beste Freundin (und nun Stiefschwester) Dodo sich immer mehr zerzanken.
Man kann aber wirklich nachempfinden, warum Ella sich so unwohl fühlt und lieber in München geblieben wäre.

Was mir auch sehr gut gefällt ist, daß man am Ende eine Erklärung bekommt, wie die Zeitreise-Rutsche funktioniert und wie man die unerwünschten „Nebenwirkungen“ wieder korrigieren kann.
Trotzdem wird nicht alles gelüftet (WARUM funktioniert die Rutsche?), so daß man auf Band 2 sehr gespannt sein kann, von dem eine Leseprobe am Ende des Buches ist.
Ich werde mir den Band auf jeden Fall kaufen, leider muß ich noch bis April darauf warten.

Was mir auch sehr gut gefallen ist ist die liebevolle Aufmachung.
Das Cover ist wunderschön, es ist ein Lesebändchen integriert, und es sind zu Beginn der Kapitel immer nette kleine Zeichungen dabei, die einen Bezug zur Geschichte haben.

Alles in allem kann ich das Buch wärmstens empfehlen, auch als Weihnachtsgeschenk für Mädchen, die spannende Geschichten mit einem Hauch „Fantasy“ mögen. Die ist aber wohldosiert, außer der magischen Rutsche ist alles ganz normal.

Bewertung vom 10.01.2020
Todesfalle / Baltimore Bd.5 (6 Audio-CDs)
Rose, Karen

Todesfalle / Baltimore Bd.5 (6 Audio-CDs)


gut

Krimi mit anderem Ansatz

Im Rahmen der „Lesejury“ durfte ich das Hörbuch hören und bewerten – vielen Dank dafür an Lesejury und den Verlag.
In dem Krimi geht es um zwei traumatisierte Mädchen, die ältere der beiden fand ihre ermordete Mutter in der Wohnung, während der Täter noch dort war, allerdings konnte sie sich verstecken.
Da der Täter später davon erfährt, aber nicht sicher ist, ob sie ihn erkannt hat (die beiden kennen sich nämlich sehr gut), will er nun die beiden Mädchen sowie ihre Therapeutin umbringen. Die Therapeutin könnte ja inzwischen schon Informationen von dem Mädchen erhalten haben. Deshalb will er alle drei endgültig zum Schweigen bringen.

Das Buch hat einen anderen Ansatz: Man kennt den Täter von Beginn an.
Dennoch wurde es nie langweilig.
Zuerst hat man ja noch die Hoffnung, er war es doch nicht …. Dann bangt man mit den drei Mädchen (die Therapeutin habe ich jetzt mitgezählt, weil sie noch sehr jung ist) mit …. Irgendwann geht der Plan des Mörders gehörig schief und alles kommt ganz anders als geplant …

Die Sprecherin Sabina Godec hat mir wie schon öfters sehr gut gefallen. Sie war wie gemacht für das Hörbuch – sie bringt die einzelnen Charaktere wunderbar rüber, vor allem die Zerbrechlichkeit der beiden Mädchen – es hat einfach Spaß gemacht ihr zuzuhören.
Sehr positiv fand ich auch, daß die 6 CDs in viele Tracks unterteilt waren (im Schnitt mindestens 17 pro CD), so daß man Stellen recht einfach nochmal hören konnte, wenn man z.B. etwas nicht richtig mitbekommen hatte.

Das Cover sieht super aus, leuchtend pink, und fällt sofort ins Auge.

Der Krimi war nett, und ich habe ihn gerne angehört, aber er war für mich definitiv kein Pageturner, wo man das Gefühl hat, man kann einfach nicht aufhören. Das heißt nicht, daß er langweilig war, aber eben auch nicht so spannend wie manch anderes Buch, daß man einfach nicht aufhören kann zu hören.
Am Anfang dauert es sehr lange, bis überhaupt die eigentliche Handlung beginnt.
Und die letzte CD ist eigentlich auch nur ein Ausklingen.

Die Charaktere sind gut geschildert und überwiegend sympathisch.
Allerdings nervte es, daß fast jeder Charakter sein persönliches Trauma hatte oder ein Geheimnis. Auch die Therapeutin hat ein Geheimnis, das sich jedoch relativ bald offenbart und sich durch die Handlung zieht. So weit, so gut, nur wie das am Ende ausgeht (ich will hier nicht spoilern, daher nichts Konkretes), fand ich sehr unglaubwürdig.

Leider wurde noch eine Liebesgeschichte eingebaut nach dem Motto „Friß oder stirb“. Die beiden Charaktere waren zusammen schon sehr nett, aber es war einfach so offensichtlich, daß sie sich ineinander verlieben würden. Manchmal wäre weniger eben mehr.

In dem Buch tauchen immer wieder Personen auf, die aus den Vorgängerbänden der Baltimore-Reihe bekannt sind. Ich kenne kein Buch aus dieser Reihe, dennoch bin ich gut damit klargekommen, weil jeweils irgendwann nochmals erklärt wurde, wer die Personen sind und was sie machen.
Allerdings bin ich der Meinung, man hätte sich einige Personen doch sparen können. Teilweise hatte ich echt Mühe mit den vielen Personen und Namen noch mitzukommen, wer wer ist.

Als Fazit kann ich sagen, es ist ein netter Krimi, den man zwischendurch gerne mal hören kann, aber nichts Besonderes, und es gibt definitiv spannendere und packendere Krimis als diesen, auch von der Autorin selbst. Sie kann es eigentlich besser.

Bewertung vom 08.08.2019
Der Ghoul, der meinen Tod bestellte / Geisterjäger John Sinclair Bd.132 (1 Audio-CD)
Dark, Jason

Der Ghoul, der meinen Tod bestellte / Geisterjäger John Sinclair Bd.132 (1 Audio-CD)


sehr gut

Spannend und unterhaltsam mit einem etwas abrupten Ende

Ich bin schon lange John Sinclair-Fan, und deshalb hat mich das neue Hörbuch natürlich sehr interessiert.

Also erst einmal vorneweg, ich konnte irgendwie mit der Inhaltsangabe auf der CD nichts anfangen und fand sie gar nicht reizvoll.
Das Hörbuch war um Klassen besser, als ich durch die Inhaltsangabe vermutet habe.
Auch das Coverbild ist klasse, gruselig, aber gleichzeitig lustig.

John Sinclair ist wieder einmal im Kampf gegen die Ghouls, sehr spannend und unterhaltsam.
Nur einmal war das Verhalten von ihm und seinem Partner so naiv, daß man vorhersehen konnte, was passiert. Aber das war wohl der Spannung geschuldet :-) Hört es selbst.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die phantastischen Synchronsprechenden. Auch di e Geräusche aus den Szenen machen die Geschichte zu einem richtigen Hörspiel.

Etwas irritiert hat mich die Überlagerung der Stimmen, das hat mich am Anfang tatsächlich so verwirrt, daß ich dachte, bei meinem Handy wäre das Radio angegangen.
DEN Track mußte ich dann nochmals hören, weil ich beim ersten Mal vor lauter Suchen, was da los ist, nur die Hälfte mitbekommen habe.
Eigentlich ist es ja schon ein cleverer Effekt, aber ich fände es ohne Stimmenüberlagerung einfacher zu hören.
Man gewöhnt sich jedoch daran.

Das abrupte Ende hat mich sehr überrascht.
Gerade als ich dachte, jetzt geht es richtig los, war es still! Ich schwöre, ich habe befürchtet, mein CD-Player hat den Geist aufgegeben.
Zur Erklärung: Für den Moment sind alle offenen Fragen am Ende geklärt, aber die Hintermänner der Geschichte wurden noch nicht gefaßt.
Also, ich hätte es fairer gefunden, wenn auf der CD wie früher vermerkt gewesen wäre "Teil 1 von 2".
Die folgende CD ist jetzt selbstverständlich auf meinem Wunschzettel, weil ich natürlich wissen muß, wie es weitergeht.

Bei dem Hörspiel gab es einige Rückblenden und Anspielungen auf frühere Geschehnisse. Ich bin damit klar gekommen, weil ich schon viele Hörspiele von ihm gehört habe und daher zumindest einiges einordnen konnte, aber wer John Sinclair nicht so gut kennt, könnte sich daran stören. Für John Sinclair-Neulinge ist diese Folge also eher nichts.

Desweiteren finde ich es sehr gut, daß pro CD sehr viele Tracks gemacht wurden. Leider kenne ich das nämlich von manch anderen Hörspielen auch ganz anders. Praktisch, wenn man mal etwas nicht richtig mitbekommen hat und die Stelle nochmals hören möchte.

FAZIT:
Wie immer eine spannende und unterhaltsame John Sinclair-Geschichte, die beim Hören sehr viel Spaß gemacht hat.
Nur das abrupte Ende, das man nicht vermuten konnte, da das Hörspiel nicht als Zweiteiler gekennzeichnet war, stört etwas.
Auf jeden Fall sehr empfehlenswert für alle John Sinclair-Fans.

Bewertung vom 15.06.2019
Meistens kommt es anders, wenn man denkt / Hamburg-Reihe Bd.6 (6 Audio-CDs)
Hülsmann, Petra

Meistens kommt es anders, wenn man denkt / Hamburg-Reihe Bd.6 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Lustiger Roman mit ernsten Untertönen

Ich kannte bisher zwei Hörbücher von Petra Hülsmann und möchte nur betonen, es ist absolut nicht notwendig, dass man die vorigen Bücher kennt, man kommt prima mit.
Ein paar der Figuren sind aus einem Vorgänger-Roman bereits bekannt. Aber weiß man dies nicht, dann merkt man es auch überhaupt nicht. Es fehlte mir also kein Wissen über die Vorgänger-Geschichten.

Das Hörbuch handelt von Nele, die einen neuen Job in einer Werbeagentur antritt, gleich einen schwierigen Auftrag bekommt, sich in ihren Chef verliebt, dies aber nicht zulassen will, und vor allem auch von ihrem Bruder Lenny, meiner Meinung nach die zweite Hauptperson.
Lenny hat das Down-Syndrom. Ich bewundere Petra Hülsmann, wie feinfühlig sie von dem Leben mit einem Behinderten erzählt hat. So herzerfrischend, wie Lenny mit seiner direkten Art Nele nicht nur einmal bloßstellt. Und Frau Hülsmann konnte auch die Gedanken und Empfindungen von Lenny überzeugend schildern – wie z.B., daß er ein eigenes Leben will und daß Behinderte bei der Hamburg-Kampagne fehlen und wie das von Lenny empfunden wird.
Ganz schlimm (aber leider sehr realistisch), wie Lenny von diesen zwei Jungs fies geärgert wird. Noch fassungsloser machte aber die Reaktion deren Eltern. Alles wie gesagt leider sehr realistisch, das sind die ernsten Untertöne im Buch.
Umso schöner dagegen, daß Lenny die große Liebe gefunden hat, Mia, ebenfalls mit Down-Syndrom. Die beiden sind einfach nur herzerwärmend, vor allem wie liebevoll sie miteinander umgehen. Da könnten sich viele „normale“ Paare eine dicke Scheibe davon abschneiden.

Wie immer machen die Bücher von Petra Hülsmann einfach nur Spaß und gute Laune. Eine perfekte Einstimmung für den Sommer und eine prima Werbung für das schöne Hamburg.
Herrlich erfrischend war der Hund Sally, der vieles aufgelockert hatte und zu einigen lustigen Szenen führte.
Auch herrlich, wie aus dem verklemmten und biestigen Politiker dank der Personality-Kampagne von Nele und ihren Kollegen und Kolleginnen langsam ein richtiger, sogar sympathischer Mensch wird. Die ganze verkorkste Familie wurde von Frau Hülsmann mit sehr viel Humor geschildert.
Die Liebesgeschichte war am Anfang herrlich komplikationslos … da war klar, daß noch etwas kommen mußte. Auch sehr spannend zu lesen, man fieberte richtig mit den beiden mit.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die wie immer absolut phantastische Sprecherin Nana Spier, die das absolut toll vorgelesen hat und es geschafft hat, jedem Charakter eine eigene Stimme zu geben, so daß man immer sofort wußte, wer gerade spricht.
Herrlich auch die Stimme von Nele, wenn sie mit dem Hund Sally spricht und ihre Stimme bestimmt um 2 Oktaven nach oben geht :-)

Desweiteren finde ich es sehr gut, daß pro CD sehr viele Tracks gemacht wurden. Leider kenne ich das nämlich auch ganz anders. Praktisch, wenn man mal etwas nicht richtig mitbekommen hat und die Stelle nochmals hören möchte.

FAZIT:
Ein wie immer mitreißendes Buch von Petra Hülsmann, das vielleicht nicht ganz so lustig ist wie seine Vorgänger, aber dennoch fesselnd ist und vor allem durchweg gute Laune verbreitet und Lust auf den Sommer macht.
Vor allem bekommt man auch seltene Einblicke (zumindest für mich) in das Leben und Fühlen eines Menschen mit Down Syndrom.

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