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Bewertung vom 16.05.2012
Das entehrte Geschlecht
Bönt, Ralf

Das entehrte Geschlecht


ausgezeichnet

Auch ich habe das Buch „in einem Rutsch“ gelesen.
Die Dankbarkeit, die sich während des Lesens eingestellt hat, verbleibt.
Dazu gesellt sich der Wunsch, dass möglichst viele Männer und genau so wichtig, möglichst viele Frauen, sich dies zumuten.

Dankbarkeit, weil der Titel hält, was er verspricht. Die Aussicht darauf, die Not zu wenden.
Dabei kommt die Not endlich zu Wort und zwar so, das sie verstehbar wird. So könnten wir gemeinsam damit anfangen Lösungen zu finden, die sie tatsächlich wenden können.
Der Auftrag ist formuliert, die Aufgabe will noch umgesetzt werden. Von uns.
Von möglichst jedem Mann, jeder Frau.

Hier wird „endlich“ der Finger auf die zentrale Wunde gelegt, das auch „in Seminarkontexten erkannte“ ins tägliche Leben überführt und angedacht, wie wir es „pragmatisch“ umsetzen können. Das ist für „den Anfang“ schon viel.
Worum geht’s? Um die Krise, welche Krise? Um den Wandel, welchen Wandel?
Die Richtung, wo ist sie denn? Der Wirkungshebel, wo ist der? Was tun?
Alles Fragen, die uns umtreiben.

Die Antwort(en)? Wie immer. Liegen bei „uns selbst“?
Wer oder was ist denn „Selbst“? „Ich“?
Wer bin ich denn? Als Mann? Als Frau?
Da scheint „immer noch“ viel Verwirrung und noch mehr uralter Irrglaube zu sein, der, genauer betrachtet, uns allen nicht wirklich dient.
Es geht „natürlich“ um unsere Identitäten. Darum, uns selbst zu definieren, anstatt uns definieren zu lassen, anstatt diese Arbeit zu delegieren!
Hier sind kluge, lange überfällige Reflektionen zur männlichen „Standardidentität“.
Wie geht „der Mann“ mit sich selbst um?
Sich selbst auf Funktionalität und gegenseitige Fremd- und Selbstausbeutung reduzierend? Verheerend!?

Tut er das und wenn, warum?
Mit welches Konsequenzen?
Außerdem die vielleicht wichtigste Frage:
Können und wollen wir (Männer) damit aufhören „jemand zu werden“?
Können wir zumindest damit anfangen, diese Haltung in Frage zu stellen?

Meinen Dank an den Autor für die mutige als auch differenzierte, spielerische Leichtigkeit, mit der er auf einen möglichen „Ausweg“ aus unserem „wahrlich unnötigen, künstlichen Krisentheater“ zeigt.
(Die Annahme eines grundlegenden, ökonomischen Mangels –Malthus– ist längst widerlegt.)
Das männliche Genital.
Das möglicherweise immer noch „abgespaltene und dämonisierte“ Körperteil?
Die Büchse der Pandora?
Sind wir so weit, zu erwägen, damit aufzuhören, mit aller Kraft den Deckel drauf zu halten?
Falls das unverständlich ist, empfiehlt sich die Lektüre dieses Buches.
Wollen unsere Identitäten als Mann und Frau, eventuell, ganz vielleicht, nicht doch neu erfunden/gefunden werden, um uns auf Augenhöhe begegnen zu können?
Lets do it.

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