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Benutzername: www.katisbuecherwelt.de
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Insgesamt 216 Bewertungen
Bewertung vom 13.11.2018
Weltengänger (Steelbook)

Weltengänger (Steelbook)


schlecht

Zur Gestaltung:
Die Limited Steelbook Edition ist wunderschön anzusehen. Ein Metalliceffekt auf dem Cover bringt die Grafik zum glänzen und ich habe mich auf ein tolles Filmerlebnis gefreut. Im Inneren gibt es nicht viel zu entdecken bis auf einen Werbeflyer.

Meine Meinung:
Der Film "Weltengänger" beruht auf den gleichnamigen Roman von Sergej Lukianenko und obwohl ich das Buch vorab nicht gelesen hatte, war ich gespannt auf die Verfilmung. Schlussendlich habe ich es bereut, diesen Film überhaupt gesehen zu haben.

Kirill führt ein normales Leben. Er arbeitet als Computerspiel-Designer und führt eine funktionierende Beziehung mit seiner hübschen Freundin. Plötzlich taucht eine Frau bei ihm zu Hause auf und alle Freunde und Bekannte, erkennen ihn auf einmal nicht mehr. Seine Persönlichkeit scheint wie ausgelöscht zu sein.
Kirill findet heraus, dass er auserwählt wurde ein Wächter zu sein, der zwischen der realen Welt und der Parallelwelt springen kann. Am liebsten hätte er sein altes Leben zurück. Das gestaltet sich nicht gerade einfach. Wird er es schaffen, seinen neuen Posten als Weltengänger aufzugeben und in sein bisheriges Leben zurückzufinden?

Ich war sehr angetan, als ich den Film entdeckte und freute mich auf einen fantastischen Filmabend. Die Vorfreude verlies mich bereits nach wenigen Minuten Laufzeit und hätte den Film am liebsten, bei der Hälfte ausgeschaltet.

Als Zuschauer wurde ich direkt in die Story hineingeworfen, wenn man es denn so nennen kann. Eine wirkliche Geschichte steckte hinter alledem nicht. Diverse Handlungen und Gespräche der Schauspieler waren unschlüssig und nicht nachvollziehbar.

Die Special-Effekts und Computeranimationen waren zum Teil nett anzusehen. Es gab Stellen, die sehr schlecht gemacht wurden, und ich mich fragte, wie man so etwas in den Verkauf schicken konnte.
Das Ende lies mich fragend zurück und ich finde kaum Worte, um zu beschreiben, wie sinnlos ich diesen Film fand.


Fazit:
"Weltengänger" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sergej Lukianenko und konnte mich nicht begeistern. Eine ansehnliche Gestaltung, mehr nicht.
~ fehlende Handlung ~ schlechte Special Effects ~ schöne Box Gestaltung ~

Bewertung vom 01.11.2018
Ein Winter in Paris
Blondel, Jean- Philippe

Ein Winter in Paris


weniger gut

Auf Jean-Philippe Blondels Buch "Ein Winter in Paris" bin ich durch eine Leserunde aufmerksam geworden. Ich muss gestehen, dass es mir vom Erscheinungsbild her im Buchhandel nicht aufgefallen wäre. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht, weil ich selbst mit der Thematik ein Erlebnis zu verarbeiten hatte. Blondels Umsetzung hat mir dann allerdings nicht gefallen.

Mathieu ist ein unscheinbarer junger Mann, der durch sein Studium in Paris lebt. Er würde gerne als Person gesehen werden und wünscht sich Anschluss, doch erst durch einen tragischen Unfall wendet sich das Blatt. Als Viktor, ein Studienkollege, mit dem er immer wieder mal eine in der Pause geraucht hat, sich plötzlich, in den tot wirft, wird Mathieu sichtbar. Seine Mitstudenten sehen ihn, als den Freund von Viktor und stellen ihm Fragen - wollen Antworten, auf die er keine weiß. Ihm gefällt der Wandel, er merkt, dass sich etwas in ihm verändert und sein Leben durch diesen Unfall eine neue Richtung eingenommen hat. Aber ist dieser neue Weg der Richtige?

Jean-Philippe Blondel hat einen einfühlsamen Schreibstil, der mich beeindruckt hat und ich fand tolle Sätze in diesem Buch. Einen greifbaren Handlungsstrang konnte ich nicht erkennen und ich wusste nicht, was mir der Autor damit vermitteln wollte. Der tödliche Unfall von Viktor war grausam und schmerzhaft beschrieben. Ich konnte die Emotionen der Protagonisten mitfühlen und die aufkeimenden Fragen gut nachvollziehen. Ich habe an dieser Stelle gehofft, für mich selbst Antworten zu finden, doch die Story nahm auf einmal eine andere Richtung ein.
Die Geschichte wurde aus der Sicht von Mathieu geschrieben, was mich dem Charakter nahe brachte. Es war interessant mit anzusehen, was für eine Entwicklung er im Verlaufe er Erzählung gemacht hatte.

Es wurde über das französische Schulsystem gesprochen und es war erschreckend, wie die Lehrer Abstand von dem Unfall genommen haben und die Studenten nicht unterstützten. Der Fall wurde totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt. Es wurde dort weitergemacht, wo sie stehen geblieben sind. Das hat mich wütend und sprachlos gemacht.

Die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen, dann verstrickte sich der Autor in zwischenmenschlichen Gesprächen und ich fand keinen roten Faden, der mich durch die Geschichte führte. Es begann mich zu langweilen und die Seiten zogen sich. Zwischendurch gab es Passagen, die mich zum Nachdenken anregten, aber im Großen und Ganzen fühlte ich mich der Story nicht mehr verbunden und ich gestehe, dass ich froh war, als ich das Buch beendet hatte.

Fazit:
"Ein Winter in Paris" von Jean-Philippe Blondel erzählt über einen tragischen Suizid und was dieses Handeln bei Hinterbliebenen auslöst. Eine Geschichte über Trauer und der Gesellschaft. Die Thematik hat mich angesprochen, die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen, trotz einigen Denkanstößen.
~ toller Start in das Buch, anschließend langatmig ~ einfühlsamer Schreibstil ~ am Thema vorbeigeschrieben ~

Bewertung vom 23.10.2018
Die Liebesbriefe von Montmartre
Barreau, Nicolas

Die Liebesbriefe von Montmartre


ausgezeichnet

Meine Meinung:
"Die Liebesbriefe von Montmartre" von Nicolas Barreau ist das zweite Buch, was ich von dem Schriftsteller gelesen habe und er schaffte es Wiedermals, mich zu berühren. Diese Geschichte habe ich zusammen mit anderen Lesern in einer Leserunde gelesen.

Julien verliert seine gerade mal dreiunddreißig jährige geliebte Frau Hélène und Mutter seines Sohnes Arthur. Bevor seine Frau stirbt nimmt sie ihm das Versprechen ab, dass Julien ihr für jedes ihrer Lebensjahre einen Brief schreibt. Erst fällt es ihm schwer, auch nur einen Brief an sie zu verfassen. Mit der Zeit merkt er, dass ihm das Schreiben gut tut, und fühlt sich Hélène dadurch wieder nahe. Als plötzlich seine Briefe am Grab verschwinden und er materielle Botschaften, als Antwort auf sein geschriebenes findet, begibt er sich auf die Suche, nach der Person, der sein Gedankengut stiehlt. Dabei findet Julien nicht nur seinen Frieden.

Nicolas Barreau hat mich mit seiner neuen Geschichte schnell in seinen Bann gezogen. Bei Seite 30 habe ich meiner Freundin bereits erzählt, wie toll ich das Buch finde und keine 7 Seiten später, weinte ich wie ein Schlosshund. Und das sollte nicht das letzte Mal sein, dass meine Gefühle mich dermaßen überwältigten und mich zu Tränen rührte.
Der Schreibstil ist einfühlsam, berührend und lebendig und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Die Pariser-Kulisse konnte der Schriftsteller bildhaft darstellen, ohne überladen zu wirken. Manchmal habe ich mir etwas mehr an Umschreibungen gewünscht, weil Nicolas Barreau die besondere Gabe hat, den französischen Flair durch einfache Sätze, leben einzuhauen. Als wäre man leibhaftig vor Ort.

Die Charaktere zeigten Tiefgang und viele Emotionen. Ich lernte Julien als einen gebrochenen Mann kennen, in seiner Trauer um Hélène gefangen. Er funktionierte nur noch und seine Liebe zu seinem Sohn hielt ihn am Leben. Erst seine Briefe an seine verstorbene Frau zogen ihn Stück für Stück ins Leben zurück.
Julien steht am Anfang seiner neuen Lebensreise und ich fand es grandios, ein Teil davon geworden zu sein. Ich durfte in sein innerstes blicken, mitfühlen und seine Entwicklung aus der Trauer mitverfolgen.

Besonders die Briefe, die Julien an Hélène geschrieben hatte, haben mich oftmals zu Tränen gerührt. Manchmal so stark, dass ich eine Lesepause einlegen musste, weil es mich einfach umgehauen hat - von der Wucht der beschriebenen Emotionen und der Schmerz zwischen den Zeilen. Es fühlte sich vertraut und real an.

Der Verlauf der Story war abzusehen, dennoch fand ich es spannend, den Weg der Protagonisten zu verfolgen. Der Abschlussbrief an Hélène war ein perfekter Abschluss und zeigte, was für ein toller Mann Julien war. Ein Happy End mit einem lachenden und weinendem Auge.

Fazit:
"Die Liebesbriefe von Montmartre" von Nicolas Barreau erzählen über einen trauernden Ehemann, der Mithilfe seiner verstorbenen Frau, durch das Schreiben von Briefen, wieder zu leben lernt. Eine Geschichte, die mich noch lange beschäftigen wird.
~ Trauerbewältigung ~ fesselnd ~ emotional und zu Tränen rührend.

Bewertung vom 15.10.2018
Das Erbe von Schloss Silberwald (eBook, ePUB)
Winter, Luca

Das Erbe von Schloss Silberwald (eBook, ePUB)


weniger gut

"Das Erbe von Schloss Silberwald" von Luca Winter habe ich zusammen mit anderen Lesern in einer Leserunde gelesen und hatte mich auf einen historischen Roman eingestellt. Schnell bemerkte ich, dass es sich nicht um eine historische Story handelte und im Jahr 2015/2016 angekommen war.

Sophie lernt den todkranken Ferdinand von Sternberg kennen, der ihr seine Lebensgeschichte anvertraut und sie um Hilfe bittet. Sie soll seine Familie wieder zueinanderbringen, die seit dem Tod seiner Frau auseinandergebrochen ist. Sophie empfindet großes Mitgefühl und bändelt mit seinem Sohn Leo, einem Kinderarzt, an und versucht ihn nach Hause zu holen, damit sein Vater sich mit ihm aussöhnen kann.
Seine Tochter Lucy trauert noch immer ihrer Jugendliebe hinterher. Ferdinand ist schuld an der Trennung und bittet Max um Mithilfe, seine Tochter aufzufinden und wieder nach Hause zu bringen. Ob ihm das gelingt?
Der verloren geglaubte Sohn Luis hat sich in den Bergen eine neue Heimat aufgebaut. Der Verlust der Mutter ging ihm nahe und die Vergangenheit riss ihn in ein tiefes Loch. Dann tritt Sarah in sein Leben und er beginnt wieder Gefühle zuzulassen. Das Sarah nicht ohne Grund dort ist, weiß er nicht - noch nicht.

Der Schreibstil von Luca Winter ist flüssig, dennoch vorhersehbar und ohne spannende Dramen oder Wendungen. Ich konnte mir nach wenigen Seiten gedanklich ausmalen, wie die Geschichte seinen Lauf nehmen wird. Die Hoffnung blieb allerdings bis zum Ende, dass ich doch noch überrascht werden würde. Dies traf nicht ein.
Im Text fand ich Fehler, wie z. B. doppelte oder fehlende Wörter, wirre und unverständliche Sätze, die den Lesefluss störten.

Die Charaktere waren nett, aber ohne Tiefgang. Es gab viele Gedankengänge der Protagonisten, die sich immerzu wiederholten, was langatmig und langweilig wurde. Ich hatte immer das Gefühl, ich würde das gleiche lesen. Es gab Stellen, in denen ich mit den Augen rollte und mich alles nervte. Der Autor hat sich an vielen Klischees bedient und mit Kitsch um sich geworfen.

Das Buch beinhaltet gleich drei Geschichten, die aus anderen Sichtweisen von Charakteren handelt, die man im Verlaufe der Erzählung kennengelernt hatte. Diese Idee fand ich gut, doch wäre mir lieber gewesen, das Buch hätte sich in Form einer Trilogie entwickelt und nicht als ein gesamtes Projekt. Jede Geschichte entwickelt sich schleppend, und am Ende findet der Abschluss auf wenigen Seiten statt. Es fühlte sich an, als müsse der Schriftsteller rasant zum Schluss kommen und haut das Ende raus. Das konnte mich in keiner Weise begeistern.

Am besten hat mir die zweite Geschichte gefallen. Bei der letzten Story quälte ich mich durch die Seiten. In dieser Erzählung fand ich keinen Draht zu den Personen und war nur noch genervt von allem und jedem.


Fazit:
"Das Erbe von Schloss Silberwald" von Luca Winter beinhaltet drei Geschichten, die über eine Familie mit einem tragischen Verlust und dem Verzeihen erzählt. Diese Story hätte mit mehr Dramen und Wendungen ein unterhaltsamer Roman werden können.
~ klischeehaft ~ kitschige Handlungen ~ langatmig ~ fehlerhafter Text

Bewertung vom 24.09.2018
How to speak Emoji
Benenson, Fred

How to speak Emoji


gut

"how to speak emoji" von Fred Benenson war mir, bis ich es in meinen Händen hielt, total unbekannt. Ich hatte nicht mit einer solchen Art Buch gerechnet und war, im ersten Moment neugierig auf das, was mich erwartete.

Dieses Buch ist ein Emoji-Ratgeber, wenn man es so nennen kann. Ein Sprachführer der etwas anderen Art.
Zu Beginn des Buches fand ich eine kleine Einleitung, in der beschrieben wurde, woher die Emojis stammen. Anschließend wurde jede einzelne Bedeutung der zahlreichen Emojis, die ich bisher nur aus meinem Messenger vom Handy und PC kannte, erklärt.
Ich entdeckte witzige Sätze und Sprüche, wie z.B. "In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot" und darunter zeigten sich die Emojis, die genau diesen Satz übersetzen. Bei einigen Emoji-Sätzen begann ich zu grübeln, denn ohne den Sprachführer hätte ich den Zeichen in vielen Fällen eine ganz andere Bedeutung gegeben.
Das Buch wurde in verschiedenen Kategorien und Lebensphasen eingeteilt, wie z. B.: lockere Sprüche, berühmte Zitate, Nightlife, Notfälle aller Art, Beziehungen, Grobheiten und viele weitere. Für fast jede Gelegenheit wurde ich hier fündig.

Einige der Emoji-Formulierungen habe ich in meinem Messenger mit Freunden ausprobiert und mein Chatfreund hatte Probleme, diese zu entschlüsseln. Es kamen dabei die komischsten Erklärungen und teilweise Missverständnisse heraus. Es ist daher mit Vorsicht zu genießen, mit wem man diese ausprobiert.

Das Buch ist komplett illustriert und beinhaltet ausschließlich Emojis und deren Bedeutungen.

Fazit:
"how to speak emoji" von Fred Benenson ist ein humorvoller Emoji-Sprachführer der mit Freunden viel Spaß machen kann. Mit der Zeit verblasst die gute Unterhaltung und allein durchgeblättert kann es schnell langweilig werden. Ein nettes Buch für zwischendurch.
~ komplett illustriert ~ kurzlebige Unterhaltung ~ witzige Übersetzungen der Emoji Sprache ~

Bewertung vom 20.09.2018
Auster und Klinge
Loke, Lilian

Auster und Klinge


weniger gut

"Auster und Klinge" habe ich im Rahmen einer Leserunde gelesen und ich freute mich auf eine unterhaltsame und humorbespickte Gaunerstory. Was ich dann vorfand, war alles andere als eine witzige und leichte Kost. Ich musste mich zeitweise durch den Lesestoff quälen.

Ich brauchte zwei Anläufe dieses Buch zu lesen und spielte mehrfach mit dem Gedanken es abzubrechen, weil ich sowohl mit dem Schreibstil nicht zurechtkam und etwas völlig anderes erwartet habe.
Lilian Lokes Schreibstil ist anspruchsvoll und mühsam zu lesen. Ich brauchte eine lange Zeit, um mich daran zu gewöhnen, und fand leider nicht in die Erzählung. Es folgten einige Erzählstränge und Umschreibungen, die langatmig waren und mich ermüdeten. Die Autorin nutzte immer wieder viele Aufzählungen von Begriffen, wie z.B. über das Essen, in anderen Worten formuliert, die teilweise bis zu einer Seite umfassten. Ich verstand den Hintergrund, was sie mir damit vermitteln wollte, doch das war mir zuviel des Guten und langweilte mich. Ich konnte während des Lesens keinen richtigen roten Faden finden, der mich durch die Geschichte führte.

Die Charaktere waren speziell und ich konnte mich mit beiden nicht anfreunden. Georg wurde mir im Verlaufe des Buches immer unsympathischer durch sein Verhalten und seinen Aktivitäten. Eine Szene blieb mir dabei stark im Gedächtnis und schockierte mich über so viel Grausamkeit. Nach diesem Abschnitt konnte ich eine lange Zeit kein Schweinefleisch mehr essen. So furchtbar diese Handlung war, so sieht leider nicht Realität aus. Die Schriftstellerin ist schonungslos und ehrlich auf diese Aktivität eingegangen und das fand ich gut.
Victor dagegen war mir eher gesonnen, auch wenn ich ihn nicht immer einschätzen und verstehen konnte. Er hatte einen Fehler begangen und wollte daraus lernen. Seine Entwicklung hab ich gerne verfolgt.

Es dauert lange bis sich die Geschichte zu dem entfaltet, was der Klappentext verrät. Erst im letzten Drittel des Buches kommt es zu dem besagten Deal, auf was ich lange gewartet habe. Im Endeffekt hätte mir das Ende allein schon gereicht und der Umschlagtext beschreibt den gesamten Inhalt.
Der Schluss hat mich überrascht, wie sich die Rollen der Protagonisten getauscht haben und einer der Charaktere sich von der Auster in die Klinge gestürzt hatte.

Fazit:
"Auster und Klinge" von Lilian Loke konnte mich nicht begeistern und ich quälte mich durch den Lesestoff. Erwartet habe ich eine Gaunerstory mit einer humorvollen Ader, wovon dieses Buch weit entfernt war. Hier hat die Chemie zwischen dem Buch und mir von Anfang an nicht gepasst. ~ anstrengender und langweiliger Schreibstil ~ Klappentext verrät die komplette Handlung ~ für Kunstliebhaber interessant.

Bewertung vom 17.09.2018
Medusas Fluch
Thomsen, Emily

Medusas Fluch


weniger gut

Emily Thomsen kannte ich bereits, doch mit "Medusas Fluch" las ich das erste Buch der Schriftstellerin. Das Cover hat mich angezogen und der Klappentext klang vielversprechend. Leider hat mich die Story letzten Endes enttäuscht.

Medusa verliert ihre große Liebe durch einen Fluch, der ihn zu Stein erstarren lies. Sie kehrt daraufhin der Götterwelt den Rücken zu und flüchtet in die Menschenwelt. Als Marie lebt sie dort weiter, ohne ihre Kräfte, die ihre Mutter Gaia ihr entzogen hat. Sie baut sich ein neues Leben auf, doch die Sehnsucht nach ihrer verlorenen Liebe nagt an ihr. Mit ihrer Freundin Tessa unternimmt sie eine Kreuzfahrt und stößt dabei auf Jendrik, der ihn ihr Gefühle weckt. Marie darf keine Empfindungen zulassen, zu gefährlich sind die Konsequenzen.

Auf diese Geschichte habe ich mich gefreut, denn der Klappentext klang verheißungsvoll. Nach nur wenigen Seiten verschwand meine Vorfreude und im Verlaufe der Story wurde es nicht besser.

Der Schreibstil von Emily Thomsen ist leicht zu lesen, der Funke sprang jedoch nicht über. Vereinzelte Szenen wurden bildhaft beschrieben und ihre plakative Schreibe lies es nicht zu, dass ich in die Erzählung eintauchen konnte.
Es ist schwierig, auf wenigen Seiten einen umfangreichen Plot zu verwirklichen, und das merkte ich hier gewaltig.
Mit enormen Tempo und ohne großen Umschreibungen und Erklärungen prasselten die Ereignisse auf mich ein. Dadurch wirkte alles abgehackt und überstürzt und es kam kein richtiger Lesegenuss auf.

Die griechische Mythologie wurde nur zart angekratzt und ich fand es schade, dass dies zu kurz kam. Für Leser, die sich auf dem Gebiet nicht auskennen, wird es schwer sein, manche Umstände nachzuvollziehen oder die Götter zu identifizieren.
Ein Personenregister oder verwobene Erklärungen im Text hätten der Erzählung gutgetan.

Die Charaktere sind allesamt flach und ohne Tiefgang beschrieben. Ich fand zu keinen der Personen einen Zugang. Nur mit Tessa konnte ich mich ein wenig durch ihre flippige Art anfreunden.
Die Verbindung zwischen Marie und Jendrik war mir ebenfalls nicht nachvollziehbar. Erst weint Medusa ihrer versteinerten Liebe hinterher und kurzum schmachtet sie den nächsten an, obwohl sie ihn abstoßend findet.

Der erste Band hat mich nicht überzeugt, trotzdem werde ich die Fortsetzung lesen, um herauszufinden, inwieweit sich die Plotausarbeitung verbessert hat.


Fazit:
Der Reihenauftakt "Medusas Fluch" von Emily Thompsen handelt über die Götter- und Menschenwelt, um Hass, Liebe und Freundschaft. Ein interessanter Plot der vielversprechend klang, aber in der Umsetzung ausbaufähig ist. ~ flache Charaktere ~ nicht nachvollziehbare Handlungen ~ überstürzte und temporeiche Szenen. Diese Story hätte was ganz wunderbares werden können.

Bewertung vom 14.09.2018
Der kleine Teeladen zum Glück / Valerie Lane Bd.1 (eBook, ePUB)
Inusa, Manuela

Der kleine Teeladen zum Glück / Valerie Lane Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Zum Buch:
Die Buchgestaltung ist wunderschön anzusehen und beim Anblick darauf, durchströmte mich eine Glückswelle. Der Titel schimmert metallfarben wie der Anstrich der Hausfassade des Teeladens. Das Bild des kleinen Ladens hat sich so in meinem Gedächtnis gebrannt, dass ich mich während des Lesens immer wieder selbst davor stehen sah. Im Inneren zieren kleine Teekannen die Kapitelzahlen. Man merkt, dass in der Buchgestaltung viel Liebe hineingeflossen ist.
Am Ende des Buches fand ich leckere Teerezepte, die ich gerne ausprobieren möchte und eine Leseprobe des 2. Bandes.

Erster Satz:
"Vor mehr als einhundert Jahren lebte in Oxford, England, eine Frau mit dem Namen Valerie Bonham, bei allen nur bekannt als "die gute Valerie".

Meine Meinung:
Die Schriftstellerin Manuela Inusa kannte ich bereits als Selfpublisherin und freute mich daher sehr, als ich hörte, dass sie eine Reihe geschrieben hat. Mit der "Valerie Lane" ist ihr etwas ganz Besonderes gelungen.

Die Valerie Lane ist eine kleine Einkaufsstraße mit Charme, in der die Ladenbesitzer Hand in Hand arbeiten. Laurie ist die Besitzerin des Tea Corners und schwärmt seit Monaten für ihren Teelieferanten Barry, der ihr jeden Dienstag die Ware vorbeibringt. Wie soll sie ihm ihre Gefühle offenbaren? Laurie ist nicht gut in solchen Dingen und aus diesem Grund helfen ihr ihre Freunde aus der Valerie Lane. Das Glück scheint nahe zu sein ...

Manuela Inusa hat mich mit ihrem kleinen Teeladen der Valerie Lane in ihren Bann gezogen. Sie schaffte es, dass ich in wenigen Minuten in die Geschichte eingetaucht bin. Die geschaffene Atmosphäre der Einkaufstraße war zauberhaft zu lesen und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Das Umfeld wurde bildhaft und voller Leben beschrieben und ich hatte das Gefühl ein Teil der Valerie Lane geworden zu sein.

Die Charaktere sind mir allesamt ans Herz gewachsen. Laurie steckte mich mit ihrer Teeleidenschaft an und ich trank während des Lesens mehrere Liter Tee. Einige Rezepte fand ich am Ende des Buches wieder. Sie ist ein gefühlvoller und leidenschaftlicher Mensch und musste schlechte Erfahrungen in der letzten Beziehungen machen. Es war toll mitzuerleben, wie sie versuchte ihr neues Glück zu finden. Teilweise habe ich mich köstlich über die Tollpatschigkeit von Laurie amüsiert. Was sie umso sympathischer wirken, lies.
Die Mittwochabende waren die Krönung, wenn alle Ladenbesitzer und Kunden zusammen im Tea Corner gesessen und Geschichten erzählt haben. Solche Geschäfte vermisse ich in der realen Welt.

Obwohl hier keine große Spannung oder Dramen aufeinanderprallen, hat die Geschichte so einen Charme, dass ich einfach nicht mehr aus der Welt der kleinen Gasse heraustreten wollte. Ich fieberte mit den Charakteren mit und wünschte mir, die Buchreihe würde nicht nach fünf Bänden enden.
Die vier Bände sind alle in sich abgeschlossene Geschichten, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Ich empfehle allerdings, alle nacheinander zu lesen, um die Atmosphäre von Anfang an genießen zu können.

Fazit:
In "Der kleine Teeladen zum Glück" von Manuela Inusa geht es um Freundschaften, Beziehungen und Nächstenliebe. Eine Story die nicht lebendiger hätte sein können. ~ grandioses Setting ~ gefühlvoll ~ romantisch ~

Bewertung vom 10.09.2018
Kleine große Schritte (eBook, ePUB)
Picoult, Jodi

Kleine große Schritte (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Jodi Picoult war mir durch die Buchverfilmung "Beim Leben meiner Schwester" und durch ihre Medienpräsenz bekannt. Gelesen habe ich von ihr bis dato noch kein Buch und war daher neugierig auf ihren Schreibstil und wollte nachvollziehen, warum viele meiner Freunde von der Autorin so begeistert sind. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich die Schwärmerei verstehen und teile die neu gefundene Begeisterung.

Ruth Jefferson ist Hebamme seit über 20 Jahren im Mercy-West Haven Bezirkskrankenhaus und kümmert sich liebevoll um die Paare und ihren Babys. Als sie bei der Schichtübergabe die Familie Bauer übernimmt und den kleinen Davis versorgen will, wird ihr von den Eltern verboten, sich dem Kind zu nähern. Der einzige Grund dafür ist - Ruth ist eine Afroamerikanerin und die Eltern sind Rechtsextremisten.
Ruth gerät während einer Doppelschicht in einen Gewissenskonflikt, als sie bemerkt, dass der kleine Davis Probleme mit der Atmung hat. Darf sie ihm helfen, obwohl sie die Anweisung hat, das Kind nicht anzufassen?
Letztendlich verstirbt der Junge und Ruth findet sich auf der Anklagebank wegen Mordes. Der Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit beginnt ...

Diese Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und die ersten Szenen waren schockierend und Fassungslosigkeit machte sich in mir breit. Mir fehlten die Worte, um auszudrücken, was ich in dem Moment fühlte, als Ruth Jefferson verboten wurde, das Kind weiterhin zu betreuen. Und als Davis anschließend verstarb, seine Eltern die Hebamme dafür verantwortlich machen. Alles was danach passierte, stimmte mich nachdenklich und es fiel mir schwer, das Buch zur Seite zu legen - besonders nachdem der Prozess begonnen hatte. Von da an, saß ich nägelkauend in meinem Sessel und schlotterte vor Angst vor dem bevorstehenden Urteil.

Jodi Picoult entführte mich in eine hervorragend recherchierte Story, die nicht lebendiger hätte geschrieben werden können.
Aus verschiedenen Blickwinkeln wurden die Charaktere Ruth, Kennedy und Turk in der Ich-Perspektive geschrieben, und ich erhielt dadurch einen tief schürfenden Einblick der Protagonisten. Ich konnte mich in sie hineinversetzen und mitfühlen. Ruth verzauberte mich mit ihrer liebevollen Art und ihrer Leidenschaft zu ihrem Beruf als Hebamme. Mit vollem Körpereinsatz und Liebe erzählt sie aus ihrem Alltag und der Vergangenheit, oder beschrieb ihr Leben als Schwarze - was wahrlich nicht ganz einfach war und mir nahegegangen ist. Turk und Brittany sind Rechtsextremisten und berichteten über ihre brutalen Aktionen gegen die Schwarzen, Asiaten und Schwulen, die mich schockierten. Beide sind aufgrund ihrer Vergangenheit auf die rassistische Schiene gerutscht, aus der es schwer zu entkommen war, was keine Entschuldigung für ihr Tun sein soll. Eine erschütternde Tat jagte die Nächste und einige Male hielt ich während des Lesens inne, weil ich es nicht begreifen konnte, wie viel Hass in einem Menschen heranreifen kann, der zu solchen Übeltaten fähig ist.

Im Mittelteil des Buches zog es sich kurzzeitig etwas, was aber nicht uninteressant war. Zum Prozessbeginn stieg die Spannung atemberaubend an und erreichte seinen Höhepunkt. Ich dachte, schlimmer kann es nicht mehr werden, doch die Ereignisse überschlugen sich und Jodi Picoult schaffte einen grandiosen Abschluss, denn ich so nicht erwartet hätte.

Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und ich danke Jodi Picoult für diese Story, die mir den Atem geraubt hat, mich zu Tränen berührte und mir zahlreiche Denkanstöße bescherte.
"Kleine große Schritte" wird übrigens verfilmt mit den Schauspielern Julia Roberts und Viola Davis.

Fazit:
"Kleine große Schritte" von Jodi Picoult erzählt über Rassendiskriminierung, Gerechtigkeit und über Veränderungen. Eine bewegende und spannende Geschichte über ein aktuelles Thema, was mich fassungslos aber auch nachdenklich stimmte. ~ berührend ~ fesselnde und authentische Story ~ hervorragend recherchiert ~ Eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 20.08.2018
Tot im Winkel / Cosma Pongs Bd.2
Dälken, Ella

Tot im Winkel / Cosma Pongs Bd.2


sehr gut

"Tot im Winkel" ist der zweite Fall von Cosma Pongs und war für mich das erste Buch der Autorin Ella Dälken. Sie hat mich gut unterhalten und auf den ersten Fall neugierig gemacht.

Cosma und ihre WG sind auf dem Weg zum Nettetal, um dort in einem abgelegenen Landhotel am Moor ein Kriminalschreibwochenende einzulegen. Aber nicht ohne einen Hintergedanken. Ihre Tochter Paula Pongs, Kriminalkommissarin bei der Düsseldorfer Mordkommission, hat im selben Hotel ein Profilingworkshop. Cosma versucht sich, in den Workshop einzuschleusen, zum Leidwesen ihrer Tochter, um für ihre Kriminalromane neues Futter zu bekommen. Sie wittert einen neuen Fall, der zu lösen ist. Auf ihre Kriminalnase ist Verlass, denn kurze Zeit später fällt ihr eine Leiche zu Füßen. Die Ermittlungen können beginnen, wäre da nicht Paula, die vehement versucht, ihre Mutter aus der Sache herauszuhalten. Cosma und ihr Team, lassen sich nicht abschütteln. Sie wollen und werden den Täter finden ...

Die Geschichte startete mit der Anreise von Cosma und der WG und ich befand mich direkt Mitten im Geschehen. Zunehmend lernte ich die Charaktere kennen und das gesamte Team der Polizei. Diesen Storyaufbau fand ich angenehm und der Schreibstil von Ella Dälken las sich klar und flüssig. Sie hielt sich nicht lange mit Umschreibungen auf, und trotzdem sah ich alles vor meinem inneren Auge. Geschrieben wurde aus den Sichtweisen von Paula und Cosma und es war toll, zu lesen, wie die beiden dachten und an ihre Falllösungen feilten.

Die Charaktere hinterließen einen bleibenden Eindruck. Jeder war einzigartig und sie haben allesamt einen Wiedererkennungswert. Am besten gefallen haben mir Cosma und Paula. Ihr Zusammenspiel war köstlich und humorvoll. Ich habe einige Male laut gelacht und konnte mir die Gesichter der Protagonisten bildhaft vorstellen. Cosma ist eine Hobbyermittlerin durch und durch und Paula mag es gar nicht, dass sich ihre Mutter immer wieder in ihre Fälle einmischt.
Dem WG Mitglied Eddie hätte ich stundenlang zuhören können mit seinem Dialekt. Sowas lese ich gerne in Geschichten. Sie geben dem Buch und der Person einen besonderen Charme.
Dann gibt es noch den Ermittlerkater Alfred, der mich an meinen eigenen Kater erinnerte, und das erste Aufeinandertreffen mit der Hoteliers-Katze Loretta, war ruppig und lustig. Hier habe ich Tränen gelacht.

Ich verfolgte interessiert den Fallverlauf und die Ermittlungen und versuchte mich selbst daran, diese zu lösen. Ich hatte keine Chance auch nur eine kleine Spekulation zum Erfolg zu bringen. Es fiel mir schwer, mich gedanklich an einem Lösungsversuch zu festigen. Die Sachverhalte änderten sich rasant immer wieder in eine andere Richtung. Das war zwar aufregend zu lesen, aber hinterließ bei mir Frust, weil ich keine Möglichkeit gesehen habe, selbst an den Ermittlungen zu arbeiten.

Das Ende war plausible und einfach gestrickt, aber nicht vorhersehbar durch die vielen Irreführungen und neuen Verdächtigungen von Paula und Cosma. Allein ein Gedankengang, bezüglich Alfred und Loretta hat sich bestätigt und das hat mich gefreut.

"Tot im Winkel" ist der zweite Fall für Cosma Pongs und ich konnte diesen unabhängig vom ersten Teil lesen. Aber Vorsicht: Man will nach diesem Buch mehr und ich bin gespannt auf den vorherigen Teil und hoffe, dass Paula und Cosma weitere Fälle lösen werden.

Fazit:
Mit "Tot im Winkel" von Ella Dälken habe ich unterhaltsame und humorvolle Lesestunden verbracht. Hier konnte ich Abschalten, einzigartige Charaktere kennenlernen und mich daran versuchen einen Mordfall zu lösen. Ich freue mich auf weitere Bände mit den liebgewonnenen Ermittlern und mit Kater Alfred.
~ ein etwas anderer Kriminalroman ~ humorvoll ~ nicht vorhersehbar durch Irreführungen.