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Nightingale

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Insgesamt 92 Bewertungen
Bewertung vom 12.01.2026
Lane, Soraya

Die verlassene Tochter / Die verlorenen Töchter Bd.6


weniger gut

Nach dem Tod ihrer Mutter erhält Rose ein unerwartetes Schreiben einer ihr unbekannten Urgroßmutter: Rose hat deren Polo-Ranch in Argentinien geerbt. Neugierig macht sie sich also auf und findet dort mehr als nur ihre Wurzeln.

Die Vorbände habe ich nicht gelesen, aber ich denke, es wird hier auch kein Vorwissen gebraucht, da die einzelnen Bände nur sehr lose miteinander verknüpft sind.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei die Vergangenheit mit mehr Details und Gefühlen punktet, mich aber auch nicht vollständig überzeugen konnte.
Das Setting in Argentinien hat mir sehr gut gefallen, vor allem zu Beginn kann man sich richtig gut hineindenken. Dennoch hätte ich gerne etwas mehr über die Ranch und das Polospielen erfahren.
Die Charaktere sind sympathisch, aber bleiben mir doch etwas zu blass. Nicht immer sind ihre Handlungen nachvollziehbar und die Nebencharaktere werden sowieso nur sehr oberflächlich behandelt.
Die Story ist auf jeden Fall spannend und abwechslungsreich, wobei auch hier die gewisse Tiefe gefehlt hat. Man schwimmt gewissermaßen an der Oberfläche und ein paar mehr Seiten hätten dem Ganzen doch gut getan.

Insgesamt kann ich das Buch an Leser weiterempfehlen, die eine kurzweilige Geschichte mit wenig Tiefgang lesen wollen. Für zwischendurch, oder im Urlaub, also schon ganz nett, aber ich habe schon bessere Bücher dieses Genres gelesen.

Bewertung vom 31.12.2025
Carter, Aimée

Der verlorene Schatz der Delfine / Animox Origins Bd.1


ausgezeichnet

In dem Buch erfahren wir Jams Vorgeschichte. Gemeinsam mit seinen Freunden geht er wie seine Schwestern auf die Jagd nach einem verloren Tiefseeschatz.
Die Geschichte fesselt einen von der ersten Seite an. Jam muss immer wieder über sich hinauswachsen und möchte sich beweisen. Es gibt viele spannende Momente und wird nie langweilig.
Die Unterwasserwelt wird dabei sehr bildlich beschrieben, sodass man sich wunderbar in die Szenen hineinversetzen kann.
Jam bietet eine gute Identifikationsfigur, aber auch sein tierischer Schildkrötenfreund Beau bereitet einem Freude. Für junge Leser werden einige wichtige Werte wie Freundschaft, Naturschutz und Mut thematisiert.
Die Animox-Reihe kannten wir bisher noch nicht, dieser Vorband animiert aber dazu gleich weiterzulesen, um zu erfahren, wie es mit Jam und seinen Freunden weitergeht.

Bewertung vom 22.12.2025
Bertram, Rüdiger

Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?


sehr gut

Der junge Robin ist der Nachfahre von Robin Hood, natürlich möchte er in dessen Fußstapfen als Meisterdieb treten. Gemeinsam mit seiner Konkurrentin Mary muss er seine bisher schwerste Mission lösen und damit seine Oma aus dem Gefängnis retten.

Das Buch ist eine Mischung aus Comicelementen und Fließtext. Die schwarz-weißen Illustrationen tragen dabei nicht unbedingt die Geschichte, sondern ergänzen sie gekonnt.

Robins Mission ist auf jeden Fall sehr actionreich und spektakulär. Robin und Mary sind dabei zwei sympathische Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert.

Die Moral finde ich hier etwas grenzwertig, da das diebische Verhalten nicht reflektiert wird, sondern als cool dargestellt wird. Da das empfohlene Lesealter jedoch nicht allzu jung ist und die Leser wohl auch Robin Hood kennen, ist es jetzt nicht zu dramatisch.

Der Humor ist toll und die Story kann sehr gut unterhalten.

Insgesamt also eine schöne Mischung als Text und Bildern und eine sehr aufregende Geschichte, die Lust auf einen zweiten Teil macht.

Bewertung vom 16.12.2025
Rosenberg, Marc

Eliot Holtby und das Universum der Vergangenheit


ausgezeichnet

Eliot konnte an seinem 13. Geburtstag ja nicht ahnen, dass an diesem Tag ein schützender Bann seiner Mutter gelöst wird. Eliot muss nun 7 Prüfungen bestehen, um die ganze Menschheit vor seiner Tante, die eine böse Hexe ist, zu retten!

Schon die Aufmachung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Das Cover ist sehr schön und der Buchumschlag hat eine tolle Haptik.

Man kann sich gut in Eliot hineinversetzen und auch die anderen Charaktere konnten mich überzeugen.

Der Schreibstil ist wundervoll bildhaft, sodass man sich super in die Parallelwelt hineindenken kann.

Die Geschichte ist teils sehr düster und stets spannend, auch historische Ereignisse werden durch verschiedene Charaktere eingebunden, was die Handlung noch tiefgründiger macht.

Insgesamt konnte mich das Buch sehr gut unterhalten. Es ist auf jeden Fall nicht nur für junge Leser etwas, sondern eindeutig auch für erwachsene Fans magischer Storys zu empfehlen.

Bewertung vom 13.11.2025
Sedgman, Sam

Die gestohlene Zeit


gut

Als Isaacs Vater, der Uhrmacher ist, plötzlich auf dem Glockenturm des Big Ben verschwindet, geht er auf die Suche nach ihm. Gemeinsam mit seiner Freundin Hattie begibt er sich in große Gefahr, um nicht nur seinen Vater zu finden, sondern auch die Zeit, so wie wir sie kennen, zu retten.

Isaac und Hattie sind zwar sehr unterschiedlich, gerade deswegen ergänzen sie sich aber auch sehr gut. Durch ihre Unterschiedlichkeit bieten sie zwei ganz verschiedene Identifikationsfiguren.
Die Geschichte wird aber auch mal aus der Sicht von erwachsenen Charakteren erzählt, wodurch man einen tieferen Einblick in Politik und teils auch Wissenschaft erhält.
Die Geschichte ist auf jeden Fall voller Action, aber die beiden müssen auch knifflige Rätsel lösen. Nebenbei erfährt man einiges über die Arbeit im britischen Parlament und auch über die Bedeutung der Zeit wird philosophiert.
Das Ende ist stimmig und alles wird gut aufgelöst.
Die Illustrationen waren nicht ganz nach meinem Geschmack und ich finde es auch schade, dass es ab der zweiten Hälfte viel weniger als in der ersten Hälfte gibt. Zudem haben mich immer mal wieder Fehler, vor allem ausgelassene Buchstaben, im Lesefluss gestört. Vor allem bei Büchern für Kinder und Jugendliche sollte darauf wirklich stärker geachtet werden.

Insgesamt aber ein tolles Buch, das gut unterhält und dabei auch noch Wissen vermittelt und zum Nachdenken anregt.

Bewertung vom 13.11.2025
Schulz, Bernhard M.

Frieden nicht in Sicht


ausgezeichnet

Das Buch ist eine Sammlung verschiedener Erzählungen, Karikaturen und Feldpostbriefen aus dem zweiten Weltkrieg. Die Geschichten sind unterschiedlich lang und thematisch vielschichtiger als erwartet. So haben wir nicht nur Geschichten, die direkt das Kriegsgeschehen schildern, sondern auch das Leben davor und danach aufzeigen.

Die Stimmung ist thematisch bedingt sehr oft bedrückend und traurig. Aber es gibt auch hoffnungsvolle, mutmachende Texte.

Die Karikaturen wurden gut gewählt und auch passend zu den Texten gesetzt.

Man merkt dem Buch wirklich an, dass hier viel Zeit und Herzblut hineingesteckt wurde. Ich kann es jedem weiterempfehlen, der sich für die Thematik interessiert. Die Texte machen nachdenklich und wirken auch noch länger nach.

Bewertung vom 12.11.2025
Illies, Florian

Wenn die Sonne untergeht


gut

Zuerst einmal, womit hat man es hier zu tun? Mit einem Sachbuch, das sich locker flockig wegliest wie ein Roman und einen dabei blendend unterhält. Der Inhalt beschäftigt sich nicht nur mit der gesamten Familie Mann (& Pringsheim) von Anfang Februar bis Ende September 1933, sondern nimmt uns mit in das Leben von mehreren Personen, deren Schicksale zumindest gewisse Zeit mit Familie Mann verwoben waren (wie Eva Herrmann, Aldous Huxley, Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig usw.).
Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem Gefühl der Entwurzelung und dem Umgang damit, das jedes Familienmitglied erfährt und wie der/die Jeweilige damit umgeht. Dies führt letztendlich zu einem Konflikt zwischen Thomas Mann und dessen Sohn Klaus, für dessen Empfinden Thomas nicht eindeutig genug Stellung gegen das NS-Reich bezieht.

Soviel zum Inhalt. Hier jedoch mein Problem mit dem Buch: "der Ton macht die Musik". 
Beim Lesen dieses Sachbuches sieht man sich immer wieder mit wertenden Kommentaren von Florian Illies konfrontiert, die im Falle Thomas Manns überwiegend deutlich negativ ausfallen, während Herr Illies an anderen Stellen beispielsweise Klaus Mann deutliche Hochachtung erweist.
Ich persönlich erwarte mir von einem Sachbuch eine gewisse Sachlichkeit - also eine distanzierte, nicht wertende Darstellung historischer Geschehnisse. Wer nicht zu dieser Distanz fähig ist, sollte meiner Ansicht nach wenigstens eine positive Verbindung mit der Hauptperson des Buches vorweisen können, eine Leidenschaft für Person und Werk vermitteln. Ansonsten frage ich mich immer: warum schreibt der Autor denn ausgerechnet über diese Person?

Florian Illies scheint mir nach Beendigung des Buches aber weder den Menschen Thomas Mann, noch dessen Schreibstil zu schätzen. Thomas Mann wird durchgängig als Tyrann, lieb- und freudlos, "zu feige" (Zitat), "Spielverderber" und von inneren Zwängen zerrissener Sonderling dargestellt. Sein Tod, mit dem das Buch dann auch schließt, war für den Sohn Golo eine Befreiung, die ihn zu künstlerischen Höhenflügen antrieb, während die fehlende liebevolle Darstellung von Michael diesen nach der Lektüre von Thomas Manns Tagebüchern in den Selbstmord getrieben haben soll. Mehr als einmal wird die in höchstem Maße poetische Schreibweise Thomas Manns belächelt, z.B. als dieser über die Entwicklung des Sommerwetters sinniert; ein Zitat aus dem Tagebuch Manns, das ich augenblicklich verstanden hatte, wird als "grammatikalisch nur schwer verständlich" abgetan, statt sich mit dem Inhalt zu beschäftigen.

Zurück zu "der Ton macht die Musik": wer Thomas Mann nicht mag, der greift auf das Zitat seiner Schwiegermutter zurück, die ihn als "Pimperling" bezeichnet, so wie Illies dies hier tut. Man könnte ihn stattdessen einfach als (übermäßig?) sensibel bezeichnen. 
Wer Thomas Mann nicht mag, stellt dessen Tod als wortwörtliche Befreiung für seine erwachsenen und dem Haushalt entwachsenen Kinder dar; wer ihn mag, hätte auch schreiben können: "Nach dem Tod von Thomas Mann fand dessen Sohn Golo dennoch zu persönlichen literarischen Höchstleistungen". 
Wer Thomas Mann nicht mag, bezeichnet ihn auf Grund seiner mangelnden ursprünglichen Stellungnahme als "zu feige", statt Verständnis für die prekäre Lage für jemanden zu zeigen, der kurz vor Veröffentlichung seines neuen Romans steht und sich um seinen Ruf sorgt, sowie von starkem Heimweh gequält wird. 
Wer Thomas Mann nicht mag, spottet über seinen hochtrabenden, lyrischen Schreibstil, statt dass ihm die makellos verschnörkelten Sätze vor Freude am Lesen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.
Man sieht: wie man eine Person darstellt, dazu gibt es zwei Wege. Illies hat sich durchwegs für den Negativen entschieden. Schade.

Letztendlich bleibt das Fazit: das Buch ist gut, es unterhält wunderbar. Wer ein Fan von Thomas Mann ist, wird aber unweigerlich enttäuscht werden. So richtet sich das Buch also eher direkt an diejenigen, die mehr über die Zeit, das Exil der Manns und die Monate in Sanary wissen wollen, als diejenigen, die ein Buch voller Wertschätzung für die Person Thomas Mann und sein Werk erwarten.

Bewertung vom 01.11.2025
Ohlsson, Kristina

Flammenrad / Gänsehaut in Hovenäset Bd.1


sehr gut

Nachdem Heidi einen seit langer Zeit versteckten Kinderschuh unter ihrer Bodendiele findet, häufen sich die unheimlichen Ereignisse. Eigentlich verspricht ein Riesenrad auf dem Campingplatz eine tolle Abwechslung, würde ihre Oma dessen Ankunft nicht als schlechtes Omen sehen.

Die Protagonistin Heidi wird einem schnell sympathisch. Sie ist sehr neugierig und zusammen mit ihren Freunden gibt sie sich keiner Angst hin. Die anderen Charaktere bleiben dafür etwas blass, aber der Fokus liegt auch eher auf der Atmosphäre, die wirklich sehr gut beschrieben wurde.
Die Geschichte ist sehr düster, sogar das Wetter schafft dabei eine unangenehme Atmosphäre.
Es bleibt bis zum Ende spannend und durch die eher kurzen Kapitel ist es auch schnell gelesen. Nur vom normalen Alltags- und Familienleben hätte ich gerne noch etwas mehr gelesen, um die Charaktere auch besser kennenzulernen und es hätte auch einen guten Kontrast zu den düsteren Szenen gegeben.

Insgesamt kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen – auch als Erwachsene konnte mich das Buch stellenweise gruseln. Nur allzu zart besaitete junge Leser sollten hiervon vielleicht Abstand nehmen, da die Themen doch sehr ernst sind.

Bewertung vom 19.10.2025
Hundorf (@patrickdogvillage), Patrick

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide


ausgezeichnet

Wer gerne viel in der Natur unterwegs ist und dabei auch mal Tiere beobachtet, ist hier genau richtig.
Mit diesem wirklich umfangreichen Buch erhält man zahlreiche Infos über die heimischen wilden Tiere - von Adler bis Dachs sind hier viele dabei. Jedem Tier wird mindestens eine Doppelseite gewidmet und die Infos dabei mit tollen Naturfotos bereichert.
Die Sprache ist einfach gehalten und die Themen werden sehr kompakt behandelt. Zu Beginn gibt es auch allgemein Tipps und Hinweise zur Tierbeobachtung. Als kleinen Bonus kann man sich auf einer dazugehörigen App 69 Tierstimmen anhören.
Auch den stabilen Einband und die angenehme Haptik der Buchseiten sollte man dabei nicht unerwähnt lassen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann es Fans der heimischen Tierwelt zumindest als Einstieg in die Materie auf jeden Fall weiterempfehlen.

Bewertung vom 14.10.2025
Köhlmeier, Michael

Ehrenwerte Affen


ausgezeichnet

Man erhält hier ein sehr schön gebundenes Büchlein mit Leinenhaptik, das sich durch seine Aufmachung auch wunderbar als Geschenk eignet. Darin sind 17 kurze Geschichten, die zeitlose Weisheiten im Stile klassischer Sagen und Märchen vermitteln wollen.

Die Schauplätze als auch die Figuren in den einzelnen Geschichten sind dabei sehr vielfältig und wie es in Märchen gerne mal üblich ist, können auch die Tiere hier sprechen.

Die Geschichten sollen zum Nachdenken anregen und sind durchaus anspruchsvoll. Sie sind aber natürlich trotzdem auch unterhaltsam und laden durch ihre Kompaktheit und teils Komplexität zum mehrfachen Lesen ein. Nicht immer ist die Moral dahinter offensichtlich, aber die Interpretationsmöglichkeit ist ja gerade das tolle daran.

Insgesamt also ein sehr schönes Buch, das einem angenehme Lesemomente beschert.