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Sommer
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Bewertungen

Insgesamt 463 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Häffner, Hannah

Die Riesinnen


ausgezeichnet

Sehr einfühlsam erzählt

Lieselotte lebt in einem Dorf im Schwarzwald, sie heiratet Bernhard, es ist keine Heirat aus Liebe, eher ein Pflichtgefühl, weil,es der Anstand so will. Bernhard arbeitet im Familienbetrieb als Metzger, ihm fehlt allerdings noch die Meisterprüfung. Die Schwangerschaft stellt die sehr groß gewachsene Liese vor eine neue Herausforderung, sie nimmt ihr die Möglichkeit aus diesem Konstrukt zu entfliehen. Doch die kleine Cora wird ihr Augenstern, und sie will das Kind vor ihrem eigenen Schicksal bewahren, dass sie wegen ihres Aussehens zur Außenseiterin gemacht hat. Durch den frühen Tod ihres Mannes steht Liese allerdings erstmal vor anderen noch größeren Problemen, sie trägt nun die Hypothek für das Haus und darf eigentlich gar nicht im Betrieb arbeiten. Dennoch übernimmt sie ihn, und setzt sich durch, zwar ein wenig unrealistisch, aber ich habe es beim lesen einfach mal so hingenommen.

Im weiteren Verlauf der Handlung reiht sich noch die Enkelin dazu, Eva. Cora hatte die selbe Missachtung und Tratsch zu erdulden wie Liese, erst durch Eva änderte sich dann etwas, sie durchbricht quasi diesen Kreis und fühlt sich als erste heimisch.
Mit diesen drei Frauen erzählt die Autorin sehr einfühlsam diese Geschichte über drei Generationen von Frauen, die ihr Leben in diesem Dörfchen begonnen haben. Man sieht die Entwicklungen der Frauen, die sehr unterschiedlich verläuft, aber für mich sehr interessant war. Die Erzählweise hat mich direkt für sich eingenommen

Bewertung vom 01.01.2026
Motte, Anders de la

Rostiges Grab


ausgezeichnet

Spannend bis zum letzten Kapitel

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass es für einen Handlungsstrang dieser Reihe sinnvoll ist, die Vorgänger gelesen zu haben. Dieses Wissen bezieht sich auf fortlaufende Details aus Leo Askers Vergangenheit und aus Ereignissen mit und um ihr Team herum. Der eigentliche Fall in diesem Teil ist aber ohne Vorkenntnisse verständlich, und der hat es wirklichen in sich. Es ist ein wirklich spannend konzipierter Thriller!

Als ein junges Paar den Rostskogen aufsucht, wird es dort von einer psychisch kranken Frau überrascht. Sie hat einen Finger bei sich. Untersuchungen zeigen, dass der Finger 10 Jahre alt ist und der ermordeten Elena Kvitka gehört. Dieser Mord erinnerte damals sehr stark an eine alte Leiche, um die sich die Sage der "Graumädchen" rankt.
Durch diesen Zufall wollen Leo Asker und ihr Team diesen Cold Case wieder aufnehmen, doch die oberen Behörden scheinen dies gar nicht gern zu sehen…..
Aber Leo wäre nicht Leo, sie ermitteln und merken schnell, dass der Fall damals nur halbherzig untersucht wurde. Es gibt direkt ein paar mögliche Zusammenhänge, und natürlich darf Martin Hill nicht fehlen.
Das Konzept aus neuem Fall und neues aus Leos Familie lieferten mir einige sehr aufreibende Stunden. Die Parallele zu den Graumädchen wird ebenfalls noch interessant und regt zu weiteren Grübeleien ein.

Mir hat dieser Thriller aus der Feder von Anders de la Motte unheimlich gut gefallen und ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen.

Bewertung vom 18.11.2025
Lillegraven, Ruth

Düsteres Tal


sehr gut

Spannend und psychologisch ausgefeilt

Clara Lofthus leitet in Nairobi über ein Hilfsprojekt den Aufbau einer Schule. Sie ist gerne dort mit Partner Axel und den Kindern, obwohl es auch in Nairobi manchmal zu Unruhen kommt. Als es dort einen Terroranschlag gibt, handelt sie entschlossen und rettet einige Kinder. Zurück in der Heimat Norwegen wird ihr der Posten der Innenministerin angeboten. Sie hat hohe und auch wichtige politische Ambitionen, die Frauen und Familien unterstützen sollen. Doch leider werden Dinge über sie veröffentlicht, Geheimnisse ausgegraben die alles gefährden. Der Journalist Erich Heier könnte alles zunichte machen mit seinen Recherchen.

Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und aus der Sicht von verschiedenen Akteuren hier im Buch. So werden immer neue Fragmente freigesetzt, die die Spannung anfeuern und irgendwann das gesamte Geflecht an Rache und Schuld offenbaren.
Clara ist auf jeden Fall eine Person, die nach außen anders wirkt als sie ist. Erst durch die einzelnen Fragmente erkennt man ihre Art und kann das Ganze wirklich greifen.
Ein psychologisch ausgereifter Thriller, der sehr spannend war und ohne reißerische Elemente auskommt.

Die Figur Clara Lofthus ist Fans sicher ein Begriff, denn hiermit liegt bereits der dritte Band um sie vor. Die anderen Teile vorweg gelesen zu haben bietet sicher Vorteile, doch ich denke von der grundlegenden Handlung her, kann dieser Band auch allein stehen, es fehlen einem dann lediglich die Informationen zu den Ereignissen aus ihrer persönlichen Vergangenheit.

Bewertung vom 22.10.2025
Gilbert, Elizabeth

All the Way to the River


gut

Ein ehrliches Geständnis der Autorin

Eat, Pray, Love dürfte den meisten Lesern bekannt sein, die Autorin Elizabeth Gilbert feierte damals einen großen Erfolg. In ihrem neuen Buch erzählt sie von der Seelenverwandtschaft zu Rayya Elias, die an einer Drogensucht litt und nun eine Krebsdiagnose erhalten hat.

Gilbert will helfen, es liegt einfach in ihrer Natur, dabei macht sie sich auf der Suche nach Liebe abhängig von diesen Menschen, wie hier eben Rayya. Ein ungesundes Konstrukt, dass die Autorin auf dem Weg zu erfüllender Liebe und Geborgenheit durchbrechen muss.
Diesen Weg teilt sie mit allen lesewilligen und beschönigt dabei nichts. Sie schildert auch unschöne Details, die mir ein gutes Bild der Situation lieferten.
Doch es ist auch hart mitzuverfolgen. Mutig ist es auf jeden Fall und sicher auch der Versuch dieses größtenteils düstere Kapitel aus ihrem Leben zu verbannen. Ob sie wirklich restlos damit abgeschlossen hat, kann man nur hoffen.

Mir hat das Buch nur mäßig gefallen. Auch wenn ich es anerkenne, dass sie so ehrlich alles kommuniziert hat, empfand ich es teilweise doch als zu Drogen lastig.

Bewertung vom 01.10.2025
Sten, Viveca

Lügennebel / Hanna Ahlander Bd.4


ausgezeichnet

Spannend wie immer

Ich lese die Reihe von Viveca Sten unheimlich gerne. Mit " Lügennebel" legt sie nun den vierten Teil der Åre-Morde-Reihe hin, und ich war wieder begeistert. Die Spannung war enorm und es war schön Hanna erneut bei der Aufklärung begleiten zu dürfen.
Die Handlung selbst war dabei gar nicht einmal neu. Eine Gruppe von 6 Studenten aus der Stadt spielt ein Spiel, fährt Ski und feiert. Als Fanny fast nackt tot aufgefunden wird, ist unklar was geschehen ist. Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel nehmen die Ermittlungen auf. In der Gruppe verdächtigen sich einige untereinander, ein Gespinst aus Lügen und Geheimnissen wird nach und nach aufgedeckt. Interessant fand ich, dass auch einige Einwohner von Åre verdächtig waren.
Die Autorin konzipiert diesen Kriminalfall sehr geschickt, in dem sie immer neue Möglichkeiten und Geheimnisse einstreut. Das Gefüge der Gruppe untereinander bröckelt, und das macht es so spannend.

Und dann ist da ja noch Hanna, die diese Reihe so gelungen macht. Ihr Privatleben ist nach wie vor schwierig, sie kann sich nicht entscheiden zu wem sie sich nun wirklich hingezogen fühlt. Aber auch Anton ist erneut mit von der Partie, auch sein Privatleben ist gespickt mit Geheimnissen.

Ich war erneut begeistert und hoffe auf Nachschub in absehbarer Zeit.

Bewertung vom 02.08.2025
Wagner, Jan Costin

Eden


sehr gut

Schwieriges Thema

Als Markus seiner 12 jährigen Tochter Sofie Konzertkarten für ein Konzert von Ariana La Vega schenkt, ahnt er nicht, dass eben dieses ihm seine Tochter kosten wird. Nach dem Konzert in Stuttgart wird ein Terroranschlag verübt, der Sofie trifft.
Die Trauer und auch die Schuldgefühle sind groß. Doch Markus entwickelt eine andere Obsession, er hängt sich an den Täter, versucht alles über ihn herauszufinden und schreckt auch nicht davor zurück dessen Familie aufzusuchen.
Kerstin, Sofies Mutter, handelt anders, doch dem Leser wird schnell klar, dass im Grunde beide Elternteile anders mit der Trauer umgehen. Nachvollziehbar war für mich zum Großteil beides, auch wenn es natürlich auch P unkte gab, die ich nicht verstehen konnte, vor allem bei Markus ging es mir so, seine Handlungen und Denkweise waren mit oft zu extrem. Aber Trauer sucht man sich nicht aus, jeder Mensch hat da wohl seine eigenen Mechanismen.
So oder so hat der Autor sich mit einem schwierigen Thema auseinandergesetzt und meiner Meinung nach ist ihm das recht gut gelungen. Interessant fand ich auch die kurzen Passagen des Attentäters. Mitleid für ihn kam zwar nicht auf, sollte es wohl auch nicht, es zeigt aber dennoch, dass hinter so einer schwerwiegenden Tat auch ein Mensch steckt. Ein Mensch, der oftmals selbst eine Familie hat……

Bewertung vom 17.07.2025
Szántó, Henrik

Treppe aus Papier


sehr gut

Poetische Geschichte über eine schlimme Zeit

Dies ist nicht der erste Roman den ich lese in dem ein Haus von seinen Bewohnern erzählt, aber auch wenn diese Idee für mich nicht neu war, hat mir die Umsetzung sehr gut gefallen. Der Schreibstil geht in eine poetische Richtung, ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber passt doch ganz gut.

Nele wohnt mit ihren Eltern in einem Haus, dass früher im Besitz des Juden Alwin Sternheim stand. Viele Schicksale fanden dort statt. Die 90 jährige Irma erzählt Nele einiges aus der Zeit des Nationalsozialismus und so fängt Nele an sich durch diese Anregung auch mit der Vergangenheit von Irmas Großeltern auseinander zu setzen.
So bekommt der Leser Einblicke in viele Schicksale, es ist nicht nur spannend, sondern auch tragisch, was ein Haus so alles erzählen kann.
Leider wurde einiges nicht ganz auserzählt, in meinen Augen wäre noch Raum für mehr gewesen. Dennoch hat mir das Buch als gesamtes gut gefallen, es regt zum nachdenken an, über eine Zeit die nicht in Vergessenheit geraten sollte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2025
Fonthes, Christina

Wohin du auch gehst


sehr gut

Zwei Frauen, zwei Leben

Bijoux lebt nun bei ihrer Tante Mira, von der wir wissen, dass sie damals von ihrer Familie nach London geschickt wurde. Die Unruhen im Kongo verschlimmerten sich, so dass die zu Beginn 12 Jährige bei ihrer Tante besser aufgehoben scheint. Doch es prallen zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander, was vor allem etwas später schwierig wird. Mira ist sehr gläubig, und Bijoux ist als junge Frau dann in eine Frau verliebt.
Doch nicht nur dieser Spagat wird thematisiert, wir erfahren auch viel von Miras Leben in der Vergangenheit und den damit verbundenen Gründen, warum sie so streng nach den Glaubensgrundsätzen lebt. Noch dazu war der Umzug nach London für sie damals ein sozialer Abstieg, der finanziell viele Entbehrungen mit sich brachte. Die Autorin schafft es meiner Meinung nach sehr gut, dass man als Leser beide Frauen auf ihre Art verstehen kann.
Man muss sich aber konzentrieren um die Rückblicke und die gesamten Verbindungen zu verstehen. Ab und an musste ich ein wenig recherchieren, denn allzu viel wusste ich bisher nicht über Zaire, später Kongo und die Unruhen. Aber es lohnt sich am Ball zu bleiben, denn ich halte den Roman für sehr wichtig, weil er viele Themen einbringt, und eine einfühlsame Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen erzählt, die zwar gemeinsame Wurzeln haben, aber ganz anders gestrickt sind.

Bewertung vom 14.06.2025
Grandl, Peter

Reset


sehr gut

Eine katastrophale Lage die uns tatsächlich treffen könnte

Reset von Peter Grandl ist ein Thriller der mir beim lesen vor Augen geführt hat, dass genau dieses katastrophale Szenario eintreten könnte.

Hier Umbruch befinden wir uns im Jahr 2024 und die Welt wird von einer Weller falscher Daten überrollt. Nichts ist mehr sicher, ganze Staaten stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Der ehemalige Ermittler Valentine O‘Brien wird nach Deutschland gesandt um der Ursache auf den Grund zu gehen. Neben dieser Handlung läuft parallel ebenfalls die Suche nach seiner Schwester, die sich auf erschreckende Weise in alles einreiht.
Die Menschen können sich bei nichts mehr sicher sein, ob es sich um die Wahrheit oder um eine Fälschung handelt. Dies alles erschwert die Ermittlungen und macht es für alle Menschen zur Qual.
Ein wenig schwierig empfand ich die enorme Menge an Charakteren die man erstmal zusammenbringen muss. Nach einiger Zeit fiel es mir leichter dem roten Faden zu folgen.
Der Thriller ist rasant und spielt mit einer Angst die durchaus berechtigt ist. Wir sind in so vielen Bereichen von den Medien abhängig, so das so eine Katastrophe tatsächlich weite Kreise ziehen könnte.
Peter Grandl schreibt sehr spannend, ich bin auf jeden Fall begeistert!

Bewertung vom 25.05.2025
Atkinson, Kate

Nacht über Soho


ausgezeichnet

Gelungenes Flair der goldenen 20er in Soho

England um 1926, der erste Weltkrieg hat Spuren hinterlassen, doch das Nachtleben in den Clubs von Soho tobt.
Und genau dort ist Nellie Coker in ihrem Element. Sie kümmert sich um ihre 5 Clubs, hält sie am Leben, was nicht immer leicht ist, denn diese bunte Welt birgt auch Probleme. Nellie hat Feinde, Straßengangs und Mafiosi, es ist nicht immer leicht die Fäden in der Hand zu halten. Sie möchte ihr Imperium zu gegebener Zeit gerne an ihre Kinder abgeben, aber ihre 6 Kinder verfolgen teilweise andere Ziele, als sie es sich wünscht. Die meisten wollen sogar mit diesem Milieu gar nichts zu tun haben, sie streben eine vernünftige Laufbahn an.
Den Gegenpart liefert hier im Buch der Inspektor John Frobisher, der herausfinden will was mit den beiden verschwunden Mädchen geschehen ist. Er schleust sogar jemanden in einen von Nellies Clubs ein. Mehrere Tote Frauen wurden aus der Themse geangelt, es passieren schlimme Dinge in London!

Der Roman bietet dem Leser eine Vielzahl an spannenden Elementen. Allein schon das Flair dieser Zeit in den Clubs Sohos ist aufregend geschildert. Aber auch die Probleme mit den die Königin Sohos, Nellie Coker, zu kämpfen hat, sind sehr spannend inszeniert.
Das mich sogar noch ein Kriminalfall am Rande erwartet, hätte ich nicht vermutet, gibt dem Ganzen aber zusätzlich noch etwas Pep!

Wer Handlungen aus den goldenen Zwanzigern mag, die spannend und auch humorvoll präsentiert werden, ist mit diesem Roman von Kate Atkinson sehr gut bedient. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, und war überrascht wie informativ und spannend es ist. Von mir gibt es auf jeden Fall ein klare Leseempfehlung!