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Benutzername: Beate Kunze
Wohnort: Meerbusch
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 23.12.2011
Die Brüder Karamasow
Dostojewskij, Fjodor M.

Die Brüder Karamasow


sehr gut

Dies ist die Geschichte einer Familientragödie. Die Hauptprotagonisten weisen alle interessanten Eigenschaften auf, die eine Figur in der Literatur haben kann: menschliche Abgründe, Leidenschaft, Askese, Intelligenz, Liebe und Hass.
Dostojewski macht sich die Mühe, zunächst auf hunderten von Seite alle Hauptakteure differenziert einzuführen und die wichtigen Hintergründe zu vermitteln. Bevor es dann zum Mord kommt und zum großen Showdown in der Gerichtsverhandlung.
Es geht also um das klassische Thema in der Literatur: Eine Dreiecksbeziehung zwischen leidenschaftlichen hochinteressanten Charakteren.
Das Herausragende an dem Roman sind die vielen Mitspieler, die selbst bis zur Nebenfigur ausgezeichnet besetzt sind, könnte man sagen. Beipielsweise der Diener, welcher eine entscheidende Rolle im Mord spielt, wird minutiös geschildert und sein Wirken im Hintergrund als suggestiver Strippenzieher mit mathematischer Akribie beschrieben.

Bewertung vom 23.12.2011
Die kleine Stechardin
Hofmann, Gert

Die kleine Stechardin


weniger gut

Dieses Buch ist ein Liebesroman. Wenn auch kein gelungener. Vielmehr wird die schwitzige Beziehung zwischen einem hochintelligenten Professor und einem eher minderjährigen Mädchen beschrieben. Und das nicht schlecht. Allerdings hat es mich eher erheitert zu lesen, dass (Zitat) "das einzig funktioniertde Organ sein Geschlechtsteil war".
Letztendlich ist die Geschichte absolut grotesk, weil vermittelt wird, dass es für ein junges schönes ungebildetes Ding vorstellbar ist, sich in einen kranken, kleinwüchsigen und behinderten älteren Mann zu verlieben, sprich sich in seinen Verstand zu verlieben. Dies wird dermassen blumig ausgeschmückt, dass es unfreiwillig komisch wird. Etwa als der Professor im Garten splitternackt das Mädchen umarmt und fragt:"stört Dich mein Buckel nicht?" woraufhin sie antwortet:"Welcher Buckel?"

Bewertung vom 23.12.2011
Mister Aufziehvogel
Murakami, Haruki

Mister Aufziehvogel


sehr gut

Dieses Buch habe ich mit großem Vergnügen rasend schnell gelesen, weil es zwei Eigenschaften hat: Erstens: es verbreitet diese für Murakami typische Stimmung, welche mich von der ersten bis zur letzten Zeile in Atem hält und mich sofort in diese märchenhafte exotische Welt entführt, die mich alles um mich herum vergessen lässt. Und zweitens vermittelt der Autor absolut glaubhaft völlig unwirkliche Geschehnisse durch dise Art, Verblüffendes in einem lapidaren Tonfall darzustellen. Das hab ich zuletzt, und nur ein einziges mal, so bei Thomas Mann in "Dr. Faustus" gelesen.
Diese Dichte, mit der der Autor auf hunderten von Seiten Details beschreibt, die wenn man sie wiedergeben würde, völlig belanglos, ja langweilig wären, zeigt sein unglaubliches Potential, seine Genialität.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.