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Benutzername: Kessi67
Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 95 Bewertungen
Bewertung vom 29.11.2020
Tribut der Schande
Stolzenburg, Silvia

Tribut der Schande


ausgezeichnet

Zum Inhalt
Noch immer hat Franziska ihre Rache für den Tod ihres Vaters und Verlobten nicht bekommen. Sie hat sich einer aufständischen Bewegung angeschlossen und soll eine Nachricht anderen Gruppen überbringen. Und das alleine, doch damit ist Jokob so gar nicht einverstanden. Sie wollte sich eigentlich heimlich aus dem Haus schleichen und steckt nun in einer Zwickmühle.
Klar das das überbringen dieser Nachricht, zu diesen schwierigen Zeiten, nicht ohne Gefahren abläuft. Immer nur knapp können sie entkommen. Doch irgendwann wird man unachtsam oder kommt in Bedrängnis, aus der man nicht mehr fliehen kann.
Weiterhin vesucht sie ihr Ziel zu verfolgen den waren Mörder zu finden, dessen Tat ihr Verlobter beschuldigt wurde. Oder besteht eventuell sogar die Möglichkeit, dass doch ihr Verlobter der wahre Mörder war. Einiges könnte dafür sprechen.
Nun wurde auch sie während einer Flucht verletzt und von Jakob getrennt. Dieser wurde verhaftet und sitzt im Loch ein. Ihre Angst um Jakob wächst ins unermessliche, sollte auch dieser hingerichtet werden, würde sie sich, wie an allem, die Schuld geben.
Gerade jetzt wo sie sich ihre Liebe zu Jakob eingestanden hat, droht diese ein jähes Ende zu nehmen.

Meine Meinung
Wie von Silvia Stolzenberg gewohnt, nimmt ein der spannende Schreibstil sofort mit ins Geschehen. Der zweite Teil schließt nahtlos an den ersten an. Auch wenn es schon eine Weile her war, so hat die Autorin kleine Brücken gebaut, die an den ersten Teil erinnern und es einem nicht schwerfällt einen guten Einstieg zu haben.
Auch die historischen Hintergrundfakten sind wie immer spannend, interessant und gut recherchiert. Im Nachwort erfährt der Leser was Fakten und Fiktion ist. Ein gelungener zweiter Teil, der Freude auf den dritten und letzten macht.

Bewertung vom 29.11.2020
Geheimnisse der Hexen
Légère, Julie; Whyte, Elsa

Geheimnisse der Hexen


sehr gut

Meine Meinung
Mich faszinieren schon immer Hexen Geschichten, historische Romane mit Hexenverfolgungen und die Strafen, die diese erleiden mussten. Ebenso finde ich es interessant, wie Menschen Jahrhunderte lang an diesen Aberglauben festhielten.
Auch gefallen mir Kinder und Jugendbücher mit dem Thema Hexen. So wollte ich erfahren, wie dieses Buch gestaltet und geschrieben ist.
Es ist wundervoll gestaltet. Kurz und knapp werden die wichtigsten Punkte von Hexen, deren Tun, sowie ihre Magie, eindrucksvoll beschrieben. Aber sehr interessant fand ich auch die Erwähnung berühmter Hexen und deren Werdegang ( Schicksale). Die nahmen ja bekanntlich selten ein gutes Ende.
Das es ein Autorentrio ist, die dieses Buch geschrieben haben, hat mich überrascht, da es nicht sonderlich viele Seiten hat. Aber sie haben sich vielen Themen gewidmet, die ich spannend fand. Es ist eine Bereicherung an Wissen, welches einem mit diesem Buch geschenkt wird.
Es ist empfehlenswert, nicht nur für die Jüngeren.

Bewertung vom 01.11.2020
Der Morgen einer neuen Zeit / Kingsbridge Bd.4
Follett, Ken

Der Morgen einer neuen Zeit / Kingsbridge Bd.4


gut

Das Geschehen von "Kingsbrigde, der Morgen einer neuen Zeit" beginnt im Jahr 997.
In der Vorgeschichte zu " Die Säulen der Erde" , geht es wie nicht anders im Mittelalter zu erwarten, um Intrigen, Macht, Hass und Liebe.
Edgar wünscht sich eine andere Zukunft, als wie sie für ihn vorbestimmt ist. Mit seiner großen Liebe möchte er aus seinem Heimatort Combe fortgehen, doch dann geschieht etwas Schreckliches. Die Wikinger machen Combe fast dem Erdboden gleich und die Menschen werden zum Teil abgeschlachtet, gebranntschatz und vergewaltigt.
Von nun an ist für Edgar, seiner Mutter und seinen Brüdern, nichts mehr wie es einmal war. Sie werden aus Combe fortgeschickt und müssen in Dreng's Ferry ein neues Leben beginnen. Es wird eine harte und entbehrungsreiche Zeit, bis sich das Blatt zu wenden beginnt.
Ragnar, die nach England kommt um Wilf zu heiraten ergeht es ebenfalls nicht so, wie sie sich ihre Zukunft vorgestellt hat. Ihre Stiefschwiegermutter Gytha und deren beiden Söhne Wynstan und Wigelm werden ihr Leben und Wirken mehr als erschweren. Es geht um Macht und das Erbe, um Aufstieg und Fall. Nur wer am längsten durchhält und wer am strategischsten denkt, dem wird es gelingen die Oberhand zu gewinnen. Doch wer dies sein wird blieb lange im Unklaren.
Dann ist da noch Aldred und die Kirche. Auch er, der die Absicht hatte dem Bischof das Handwerk zu legen, erlebt eine bittere Enttäuschung und wird verbannt. Aber, Alfred ist ein Mann mit großer Willensstärke und macht das Beste aus seiner neuen Situation. Er hat sich ein Ziel gesetzt, welches es gilt umzusetzen.
Wynstan, der Schrecklichste und Unbarmherzigste von allen, verfolgt nur ein Ziel. Er will Macht und immer mehr Macht. Dafür tut er alles und ein jeder der sich ihm in den Weg stellt muss vernichtet werden. Doch er muss es geschickt anstellen, damit die Spur nicht zu ihm zurück verfolgt werden kann.
All diese Personen verbindet etwas, ihre Schicksale sind untrennbar.

Meine Meinung
Ich bin als Ken Follett Fan natürlich mit einer hohen Erwartung an sein neues Werk gegangen. Der Schreibstil hat sich nicht verändert und reißt einen nach wie vor mit. Die Recherchearbeit, soweit wie sie aus dieser Zeit möglich ist , haben mir gefallen. Natürlich sind die historischen Hintergründe mit viel Fiktion vermischt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. So könnte ein kleiner unbedeutender Ort zu Kingsbrigde geworden sein.
Was mir nicht gefallen hat, die häufigen Wiederholungen und Andeutungen, wer alles homosexuell ist oder sein könnte. Da hätte eine einmalige Erwähnung in meinen Augen auch gereicht.
Die Geschehen der letzten Kapitel gingen mir zu schnell, dass war wie ein Sprint ins Ziel. Die Ereignisse überschlugen sich nur so. Und auch wenn ich ein Happyend mag, war es mir hier ein wenig zu viel des Guten. Das hat Herr Follett schon besser gemacht.
Ebenfalls habe ich ein Personenregister und einen Glossar vermisst, aber das kennt man ja auch schon von Ken Follett.
Alles in allem ein guter historischer Roman, auch wenn ich schon bedeutend bessere vom Autor gelesen habe.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.10.2020
Als wir wieder Hoffnung hatten / Die Hafenschwester Bd.2
Metzenthin, Melanie

Als wir wieder Hoffnung hatten / Die Hafenschwester Bd.2


ausgezeichnet

Gelungene Fortsetzung

1913 ist die Welt von Martha und Paul in Hamburg noch in Ordnung. Martha ist glücklich mit ihrem Ehrenamt und Paul hat eine gut bezahlte Arbeit, was der Familie ein gutes Leben ermöglicht. Doch ihr ganz großes Glück sind ihre drei Kinder, die alle gesund und liebenswürdig sind.
Mit ihrer Freundin Milli hat sie nach wie vor regen Briefkontakt und es steht sogar eine Reise nach Amerika bevor, damit die Freundinnen sich nach so langer Zeit endlich einmal wiedersehen.
Dieses Glück wird jeh zerstört als der erste Weltkrieg ausbricht und Paul einberufen wird. Die Angst um Paul ist groß und Marthas schlimmster Alptraum wird zur Realität. Paul wird schwer verletzt, sein Gesicht völlig zerfetzt und entstellt. Wird er irgendwann wieder ein normales Leben führen können? Kann eine Familie, vor allem Martha mit dieser Situation umgehen? Und vor allem, wird Paul das alles durchstehen ohne aufzugeben?
Dann sind da noch Martha und Paul ihre Freunde und Familie, die ebenfalls viele Entscheidungen treffen werden. Die genauso, jeder auf seine Art, mit Problemen und dem Krieg zu kämpfen haben. Aber es gibt auch glückliche Momente und Wendungen, mit denen keiner gerechnet hat.

Meine Meinung
Ich habe so auch die Fortsetzung gewartet und bin voller Vorfreude gewesen.
Es bleibt mir nur zu sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde und ich ein großes Lesevergnügen hatte. Die mir bekannten Protagonisten sind mir noch mehr an Herz gewachsen, dementsprechend habe ich mich mit ihnen gefreut und gelitten.
Besonders möchte ich noch erwähnen, wie erstklassig Melanie Metzenthin wieder recherchiert und all das mit ins Geschehen einfließen lassen hat. So sind Fiktion und historische Hintergründe sehr schön miteinander verbunden. Die Autorin schafft es immer wieder mich in andere Welten und Zeiten zu entführen.
Der Schreibstil ist so realistisch, dass man sich fühlt als wäre man mitten im Geschehen. Er ist gefühlvoll und zugleich spannend. Nie kam lange Weile auf, wo man das Gefühl hatte es würde jetzt zu langatmig werden. Es war ein Erlebnis, zu sehen wie sich die Protagonisten weiter entwickelt haben. Und ich habe wieder einen heimlichen Lieblingsprotagonisten, der schon im ersten Band mein kleiner Held gewesen ist. Nun ist er zum Mann geworden und ist immer noch mein Held. Nichts desto trotz mag ich auch die anderen Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen.
Nun warte ich mit Freuden auf den dritten Band.
Absolute Leseempfehlung.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2020
Katharina von Aragon / Tudor-Königinnen Bd.1
Weir, Alison

Katharina von Aragon / Tudor-Königinnen Bd.1


sehr gut

Voller Vorfreude und Hoffnung auf eine glückliche Zukunft, kommt Katharina von Aragon nach England. Sie soll Prinz Arthur heiraten, diese Ehe wurde natürlich von den Eltern arrangiert um die Beziehungen zu stärken.
In England angekommen ist sie zunächst von allen Eindrücken auch wie sie empfangen wird, völlig überwältigt. Als sie dann Prinz Arthur kennenlernt macht sie sich jedoch um dessen Gesundheitszustand Sorgen.
Die Vermählung war ein Prunkfest und Katharina ist sprachlos in Anbetracht solch einer Feier.
Die Sorge um Arthur seinen Gesundheitszustand war nicht unberechtigt, wie man weiß war Arthur schon ein kränkliches Kind und so dauert es nicht lange und Arthur verstirbt . Katharina ist nun Witwe, aber nicht lange.
Es geht ganz schnell und Katharina wird mit Prinz Heinrich vermählt. Sie glaubt glücklich zu sein, doch wird schnell von der Realität eingeholt. Heinrich ist grausam und es schert ihn einen Dreck das es schon Gerüchte über ihn gibt.
Heinrich ist nämlich in das Hoffräulein Anne Boleyn ganz vernarrt, er kann nicht von ihr ablassen und möchte sie zur Frau nehmen. Von da an beginnt für Katharina eine Zeit der Erniedrigung und Verzweiflung. Doch sie gibt nicht auf und will um ihr Glück und ihre Ehe kämpfen. Sie ist eine starke Frau.
Es gibt viele andere Protagonisten die ihr stets, in ihrem Kampf um Heinrich und England, zur Seite stehen und ihr treu ergeben sind, besonders ihre Hofdamen würden sie nie verraten.
Die Geschichtsbücher haben schon erzählt wie Katharina ihr Leben verlaufen ist. Doch in diesem historischen Roman erfährt man so viel mehr.

Meine Meinung
Natürlich kannte ich Katharina von Aragon, doch nicht ihr Leben aus ihrer Sicht und so war ich begeistert mehr über sie zu erfahren. Durch die tollen Recherchen der Autorin ist es ihr gelungen ein gutes Bild von ihr zu zeichnen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, nur war es mir an manchen Stellen etwas zu langatmig. Es lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn man über so eine Persönlichkeit der Geschichte schreibt und so war es dann auch ok. Mir hat dieser historische Roman gut gefallen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr realistisch dargestellt und es war interessant diese näher kennenzulernen. Bei den Handlungen von Katharina habe ich nichts hinterfragt, sondern habe dem meinen vollen Glauben geschenkt, wobei man natürlich nicht die literarische Freiheit ausser acht lassen darf, wo sich Fiktion und Fakten miteinander verbindet.
Ein gelungener historischer Roman.

Bewertung vom 30.09.2020
Lehrerin einer neuen Zeit / Bedeutende Frauen, die die Welt verändern Bd.1
Baldini, Laura

Lehrerin einer neuen Zeit / Bedeutende Frauen, die die Welt verändern Bd.1


sehr gut

Mit " Die Lehrerin einer neuen Zeit" hat Laura Baldini mir ermöglicht eine starke Persönlichkeit kennen zu lernen. Es ist keine geringere als Maria Montessori.
In der Zeit zwischen 1894 und 1902 bestreitet Maria einen faszinierenden Weg. In einer Männer dominierten Welt behauptet sie sich als erste Medizinstudentin. Es ist nicht einfach und oft muss sie sich mehr als durchbeißen. So hatte sie es sich zum Ziel gesetzt, doppelt so viel wie ihre männlichen Kommilitonen zu arbeiten. Sie erzielt Bestleistungen und wird dabei von ihren Eltern unterstützt, was zur damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit gewesen ist. Denn der Vater tritt ihr mehrmals mit Missfallen gegenüber.
Sie ist sich dessen bewusst, die erste Ärztin Italiens zu sein, eine große Herausforderung, die sie bravourös meistert.
Als sie die Möglichkeit bekommt in einer Psychiatrie soetwas wie ein Praktikum zu machen, ist sie an ihrem ersten Tag zu tiefst erschüttert. Nicht nur der Anblick der Erwachsenen und deren Unterbringung erschreckt sie, sondern besonders der Anblick der Kinder, wie sie stumpfsinnig in ihren Betten sitzen und wie apathisch vor sich hin starren. Als eine Schwester Brot in den Kinderraum bringt beobachtet sie etwas ganz Wichtiges. So bittet sie darum den Kindern Spielzeug zu geben um sie zu beschäftigen.
Womit keiner der Ärzte gerechnet hat, ist die Verwandlung der Kinder, sie können es kaum glauben.
Maria Montessori studiert später auch noch Pädagogik und und ist sehr engagiert.
An ihrer Seite immer ihre Mutter, die oft sehr Gluckenhaft, aber mit Stolz erfüllt ist. Dann ihre beste Freundin, die ihr aufzeigt auch mal an andere schöne Dinge zu denken, die nichts mit Studium und Arbeit zu tun hat.
Die Liebe zu einem Kollegen spielt auch eine Rolle, ebenso eine ungewollte Schwangerschaft. Wie man weiß, durften zu damaligen Zeit verheiratete Frauen nicht arbeiten.
Wie also wird Maria sich entscheiden?

Meine Meinung
Ich fand es interessant mehr über die Montessori Schulen zu erfahren, denn bisher habe ich mich mit diesem Thema nicht befasst. Es ist eine gute biografische Darstellung von Maria Montessori.
Was mich allerdings gestört hat, waren oft die zu langen Schilderungen wie Wohnungen oder andere Orte ausgesehen haben. Das hätte locker um die Hälfte kürzer sein können, denn es lenke mich oftmals vom eigentlichen Geschehen ab.
Einen wenig mehr Einblick in das private Leben von Maria hätte mir ebenfalls gefallen. Es ist ja eine sehr begrenzte Zeit vom ihrem Lebensweg, in den man einen Einblick bekommt.

Bewertung vom 01.09.2020
Der Ahorn und das rote Land
Baites, Mina

Der Ahorn und das rote Land


ausgezeichnet

Schon 1910 sind die politischen Unruhen in Deutschland deutlich zu spüren. Felix, der Erbe und Geschäftsführer von Breitenbach & Sohn, steht vor enormen Aufgaben. Schon immer haben Großvater, Vater und Onkel von Felix auf die soziale Absicherung ihre Mitarbeiter geachtet. So auch Felix, doch der nahende Krieg bringt große Herausforderungen mit sich.
Nicht zu vergessen, Felix sehnt sich nach Liebe und einer Frau, die unerreichbar scheint.
Auch die beiden Schwestern Isa und Caroline arbeiten mittlerweile im Unternehmen mit. Isa hat ihre große Liebe gefunden, doch dann erleidet sie einen schlimmen Schicksalsschlag. Sie hat einen harten Weg vor sich.
Caroline hingegen denk nicht ans heiraten, sie möchte etwas anderes. Ein selbstbestimmtes Leben, eigene Entscheidungen treffen und sie möchte beruflich voll anerkannt werden. Also auf eigenen Beinen stehen.
In Colorado Leben nach wie vor Julia mit ihrem Mann und Sohn, sowie ihre Eltern. Auch sie haben mit großen und kleinen Problemen zu kämpfen, die sie hartnäckig angehen um ihre Ziele zu erreichen.
Vor allem aber machen sie sich große Sorgen um ihre Familie in Deutschland. Nicht nur um Isa, die nach ihrem Unfall schwer zu tun hat ins Leben zurück zu finden, sondern auch als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht.
Der Schwur auf den weißen Ahorn verbindet die Familie tief und innig. Jeder steht jedem bei, egal wie viele tausendende Kilometer zwischen ihnen liegen. Wie schön wäre es, wenn sich alle wiedersehen könnten.

Meine Meinung
Auch mit den dritten Band der Breitenbachs hat Mina Baites mich voll auf begeistern. Ich war schon sehr gespannt wie sich die mir schon vertrauten Protagonisten weiterentwickeln, wie es ihnen ergehen wird und was es neues gibt.
Ich liebe die Bücher von Mina Baites ( Iris Klickmann) ihr leidenschaftlicher und herzerwärmender Schreibstil nimmt mich in all ihren Romanen gefangen. Von der ersten Seite an war ich wieder mitten drin, als wäre ich schon ein Familienmitglied. Mit historischen Hintergrundwissen gespickt, war es auch wieder sehr lehrreich und interessant.
All die Hoffnungen, Schwierigkeiten des Alltags, die Liebe der Protagonisten zueinander und die Ängste wegen der Zukunft, konnte man spüren.
Für mich war es wieder ein absolutes Lesevergnügen. Was wird der erste Weltkrieg für die Breitenbachs bringen, das erfahren wir im nächsten Band, worauf ich mich schon sehr freue.

Bewertung vom 31.08.2020
Das Mädchen aus dem Lager - Der lange Weg der Cecilia Klein
Morris, Heather

Das Mädchen aus dem Lager - Der lange Weg der Cecilia Klein


ausgezeichnet

1942 beginnt für Cecilia Klein, die Cilka gerufen wird, das Grauen ihres Lebens. Sie wird mit ihrer Mutter und Schwester nach Auschwitz deportiert. Nur ihrem Aussehen hat sie es zu verdanken, dass sie die nächsten drei Jahre dort überleben wird. Doch sie muss dafür einen hohen Preis bezahlen, den sie sich nicht gewünscht oder darum gebeten hat. Sie bekommt eine Sonderstellung, wird dafür aber immer wieder vergewaltigt und muss einer grausamen Arbeit nachgehen. Doch sie weiß, nur so kann sie überleben. Hat sie eine andere Wahl??? Nein hatte sie nicht, der Überlebenswille lässt sie das alles irgendwie durchstehen.
Als Auschwitz von den Russen befreit wird und ihr ein Soldat mehrfach sagt...du bist frei..., kann sie es gar nicht richtig begreifen. Und dann kommt wieder das Grauen. Cilka wird als Kollaborateurin angeklagt. Das sie immer wieder missbraucht wurde glaubt man ihr nicht, sondern bezichtigt sie es freiwillig getan zu haben.
Das Urteil, 15 Jahre Gefangenenlager Workuta. Als wenn sich alle Schrecken und Grausamkeiten zu wiederholen scheinen aus denen es keinen Ausweg gibt, hat sie ein ganz kleines bisschen Glück.
Es werden lange beschwerliche Jahre, aber die Frauen aus ihrer Baracke lerne zusammen zu halten und zarte Bande zu binden.

Meine Meinung
Genau wie die Autorin in einen ihrer letzten Sätze schreibt...." Geschichten wie Cilkas müssen erzählt werden,.....", denke ich auch. Auch wenn ich schon viele Biographien und Romane von dieser grausamen Zeit gelesen habe, hat mich diese besonders berührt.
Wie viel kann ein Mensch an Unmenschlichkeit, Folterungen und Schrecken ertragen? Cecilia Klein ist einer dieser tapferen und mutigen Menschen, die all dies über so viele Jahre konnte. Weil sie sich immer wieder sagte....Ich will leben..., nur so konnte sie durchhalten.
Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt, eine in der sie im sibirischen Gulag Workuta ist und die andere sind Rückblicke in ihrer Zeit in Auschwitz.
Die Gefühle, die Angst, die Verzweiflung und ein wenig Hoffnung, vielleicht irgendwann ein freies Leben führen zu können, hat Heather Morris in diesem Roman gefühlvoll, aber auch schonungslos beschrieben. Die Fähigkeit, Fiktion mit recherchierten Fakten zu verbinden ist ihr sehr gelungen. Sie hat bei ihren Recherchen einen enormen Aufwand betrieben, um mit noch lebenden Zeitzeugen zu sprechen, sich all die genannten Orte anzusehen und natürlich hat sie sich viele Dokumente angeschaut um Cecilia ihren Weg nachzugehen.
Emotional hat mich Cilkas Geschichte sehr mitgenommen. Durch den einfühlsamen Schreibstil kann man nur erahnen wie es ihr ergangen ist und welches Leid sie durchlebt hat.
Absolute Leseempfehlung

Bewertung vom 24.08.2020
Kinder ihrer Zeit
Winter, Claire

Kinder ihrer Zeit


ausgezeichnet

Zwillinge haben eine ganz besondere Verbindung, so ist es auch bei Emma und Alice. Es ist fast magisch, wie die eine die ander spüren kann, wenn sie Freud oder Leid erfährt.
1945 bleibt Mutter Rosa keine andere Wahl, sie begibt sich mit ihren beiden Töchtern auf die Flucht. Sie müssen Ostpreußen verlassen, da die Sowjets immer dichter rücken. Zu grausam sind die Geschichten, die man sich über sie erzählt. Rosa möchte sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen. Doch während dieser Flucht geschieht das Unfassbare, sie werden getrennt.
Rosa muss mit Emma das ganze Grauen beobachten, als alles vorbei ist, ist Alice nicht mehr da.
So beginnt ein Leben für die Zwillinge wo sie voneinander getrennt sind. Beide glauben jeweils vom anderen, dass die geliebte Schwester tot ist.
Während Emma in West Berlin gemeinsam mit ihrer Mutter lebt, wächst Alice in einem Heim der DDR auf. Die eine behütet, die andere ganz alleine. Was das mit den beiden gemacht hat, erfährt der Leser in diesem berührenden sowie spannenden Roman.
Es geschieht ein kleines Wunder, denn Emma hat nie wirklich glauben können, dass Alice tot ist. Jahre später scheint das Glück perfekt, die Schwestern finden sich wieder.
Der Physiker Julius Laakmann hat Emma durch Alice kennen gelernt. Die beiden verlieben sich und sind zu allem bereit. Es muss eine Entscheidung getroffen werden, Julius lebt nämlich in Ost Berlin. Auch Alice wohnt dort und wird mehr und mehr unter Druck von der Stasi und einem russischen Offizier ausgesetzt.
Die politische Meinung der beiden Schwestern geht zu weit auseinander, wie sollen sie da für immer zusammen finden. Als Julius miterleben muss, wie sein früherer Kollege und bester Freund entführt wird, gerät auch er in Gefahr und muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.
Die Geheimdienste auf beiden Seiten rekrutieren für sich, wer viele und gute Informationen liefern kann. Ob freiwillig oder nicht, den betroffenen Personen bleibt keine andere Wahl.
Dann ist Alice auf einmal für Emma nicht mehr auffindbar und als diese viel später bemerkt, welchen Grund das hat und wie gefährlich sich die Lage zuspitzt, muss auch sie eine Entscheidung treffen. Nicht mehr lange und die Grenze wird geschlossen, denn der kalte Krieg erreicht einen seiner Höhepunkte.

Meine Meinung
Ich liebe die Bücher von Claire Winter und bin jedes Mal aufs neue fasziniert, wie sie es schafft wieder ein absolutes Highlight zu schaffen.
Claire Winter meistert es immer wieder in ihren Romanen , Fiktion mit erstklassig recherchierten historischen Fakten, miteinander zu verbinden. Mit "Kinder ihrer Zeit" ist es ihr mehr als gelungen, denn eine so emotionale und spannungsgelade Geschichte, aus einer Zeit in der der kalte Krieg das Leben der Menschen bestimmt hat, hat mich total mitgerissen. Ich war wie in einem Sog. Wie von der Autorin gewohnt, war der Schreibstil so authentisch, emotional und spannend das ich das Gefühl hatte kein Buch zu lesen, sondern einen Film zu sehen. Vor meinem inneren Auge bildeten sich die Bilder und alles wurde für mich so real, als wäre ich mitten drin.
Auch wenn das Schicksal von Emma und Alice fiktiv ist, so haben doch tausende Familien genau dieses erleben müssen. Es gab viel Leid und es hat gedauert bis es erträglicher wurde und man wieder nach vorne sehen konnte.
Wie schon erwähnt ist dieser historische Roman mein absolutes Highlight für dieses Jahr.
Da kann ich nur eine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 28.07.2020
Das Erbe der Päpstin
Glaesener, Helga

Das Erbe der Päpstin


ausgezeichnet

Das Erbe der Päpstin, einfach mitreißend

Zum Inhalt
Freyas Mutter wurde vor langer Zeit von den Wikingern entführt und versklavt. Freya und ihre Schwester wachsen bei ihnen auf und kennen kein anderes Leben, als Sklave zu sein. Als Freya mit ansehen musste, wie ihre Mutter von einem bestimmten Wikinger ermordet wird, entschließt sie sich mit ihrer Schwester zu fliehen.
Es folgt eine Zeit der Entbehrung, Angst und Mut. Die beiden Schwestern können unterschiedlicher nicht sein und so bleibt es nicht aus, dass sich ihre Wege trennen.
Freya ist fest entschlossen ihren einzig ihr bekannten Verwandten zu suchen, ihren Großvater Gerold. Am Ziel angelangt erfährt sie von ihrer Herkunft und wie ihre Mutter gelebt hat. Endlich glücklich wehrt dies leider nicht lange. Sie muss mit ansehen wie ihr Großvater bei der Prozession des Papstes ermordet wird. Aber nicht nur das, sondern auch das der Papst stirb, der gar kein Mann ist, sondern eine Frau. Zuvor konnte sie Johanna noch kennenlernen und war ganz angetan von dieser.
Diesen Mut von Johanna und das was sie gemacht und geschafft hat, wird Freya von nun an begleiten. Sie ist getrieben von dem Gedanken herauszufinden wer ihren Großvater ermordet hat. Von nun an wird ihr Leben sehr gefährlich, denn sie hat mächtig Feinde, die sie am liebsten tot sehen wollen.

Meine Meinung
Mir wird es sicherlich wie anderen Lesern ergangen sein, die von " Die Päpstin" von Donna W. Cross mehr als begeistert gewesen sind. Da stellte sich mir die Frage, ist es nur ein Abklatsch oder kann eine Autorin wie Helga Glaesener sich dieser Herausforderung stellen und einen mitreißenden historischen Roman schreiben. Die klare Antwort ist " JA".
Stilistisch wie inhaltlich hat mich die Autorin auf eine spannende Reise der Hauptprotagonistin Freya mitgenommen. Wie der Titel schon verrät, geht es nicht hauptsächlich um die Päpstin Johanna, sondern um deren Erbe und wie Freya damit umgeht und lebt.
Der Schreibstil ist spannungsgeladen und vermittelt mit großem Lesevergnügen historische Fakten, die zur damaligen Zeit herrschten.
Für mich ist dieser Roman mit dem von Donna W. Cross gleichzusetzen, beide haben mich von Beginn an begeistert.
Die Fans von die "Päpstin" werden mit " Das Erbe der Päpstin" nicht enttäuscht werden, obwohl es von zwei unterschiedlichen Autorinnen geschrieben wurde.