Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Kessi67
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 86 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2020
Das Erbe der Päpstin
Glaesener, Helga

Das Erbe der Päpstin


ausgezeichnet

Das Erbe der Päpstin, einfach mitreißend

Zum Inhalt
Freyas Mutter wurde vor langer Zeit von den Wikingern entführt und versklavt. Freya und ihre Schwester wachsen bei ihnen auf und kennen kein anderes Leben, als Sklave zu sein. Als Freya mit ansehen musste, wie ihre Mutter von einem bestimmten Wikinger ermordet wird, entschließt sie sich mit ihrer Schwester zu fliehen.
Es folgt eine Zeit der Entbehrung, Angst und Mut. Die beiden Schwestern können unterschiedlicher nicht sein und so bleibt es nicht aus, dass sich ihre Wege trennen.
Freya ist fest entschlossen ihren einzig ihr bekannten Verwandten zu suchen, ihren Großvater Gerold. Am Ziel angelangt erfährt sie von ihrer Herkunft und wie ihre Mutter gelebt hat. Endlich glücklich wehrt dies leider nicht lange. Sie muss mit ansehen wie ihr Großvater bei der Prozession des Papstes ermordet wird. Aber nicht nur das, sondern auch das der Papst stirb, der gar kein Mann ist, sondern eine Frau. Zuvor konnte sie Johanna noch kennenlernen und war ganz angetan von dieser.
Diesen Mut von Johanna und das was sie gemacht und geschafft hat, wird Freya von nun an begleiten. Sie ist getrieben von dem Gedanken herauszufinden wer ihren Großvater ermordet hat. Von nun an wird ihr Leben sehr gefährlich, denn sie hat mächtig Feinde, die sie am liebsten tot sehen wollen.

Meine Meinung
Mir wird es sicherlich wie anderen Lesern ergangen sein, die von " Die Päpstin" von Donna W. Cross mehr als begeistert gewesen sind. Da stellte sich mir die Frage, ist es nur ein Abklatsch oder kann eine Autorin wie Helga Glaesener sich dieser Herausforderung stellen und einen mitreißenden historischen Roman schreiben. Die klare Antwort ist " JA".
Stilistisch wie inhaltlich hat mich die Autorin auf eine spannende Reise der Hauptprotagonistin Freya mitgenommen. Wie der Titel schon verrät, geht es nicht hauptsächlich um die Päpstin Johanna, sondern um deren Erbe und wie Freya damit umgeht und lebt.
Der Schreibstil ist spannungsgeladen und vermittelt mit großem Lesevergnügen historische Fakten, die zur damaligen Zeit herrschten.
Für mich ist dieser Roman mit dem von Donna W. Cross gleichzusetzen, beide haben mich von Beginn an begeistert.
Die Fans von die "Päpstin" werden mit " Das Erbe der Päpstin" nicht enttäuscht werden, obwohl es von zwei unterschiedlichen Autorinnen geschrieben wurde.

Bewertung vom 27.07.2020
Endlich Ben
Melzer, Benjamin

Endlich Ben


ausgezeichnet

Ich bin Ben und nicht Yvonne, bis das klar war, hat Ben einen langen schmerzvollen Weg zurück legen müssen. Sein Mut zur Offenheit ist bewundernswert, denn immer noch werden Transgender in der heutigen Zeit nicht nur belächelt, sondern auch feindlich angegriffen.
Ben beschreibt seine Geschichte sehr eindrucksvoll, ohne jedoch etwas zu verschönigen oder hinzu zu dichten. Er berichtet davon, wie es war als er merkte, dass er anders ist und was das mit ihm machte. Es muss schrecklich sein, sich immer wieder fragen zu müssen....." was stimmt nicht mit mir?"....
Sehr berührt hat mich, wie Ben seinen Leidensweg beschrieben hat. Die seelischen Tiefs nach misslungenen Operationen und wie er es immer wieder schaffte sich nicht aufzugeben. Er wusste nun was nicht stimmte und hat alles für sein Ziel und Seelenheil auf sich genommen.

Meine Meinung
Ich habe schon viele Dokumentationen und eine amerikanische Serie zu diesem Thema gesehen. Doch so ein Buch habe ich noch nicht gelesen. Ich bin tief beeindruckt welchen Mut Benjamin Melzer für dieses Buch aufgebracht hat. Die Akzeptanz für dieses Thema ist viel zu gering und das ist falsch den Betroffenen gegenüber. Der Schreibstil ist sachlich, aber zugleich sehr berührend und sensibel. Er benennt das Thema bei den Fakten und redet nicht drumherum. Diese Offenheit hat mir sehr gefallen.
Das Buch sollten unbedingt auch Eltern lesen, die ein Kind haben, was sich in irgend einer Form in diese Richtung äußert. In den Dokus habe ich gesehen, wie schnell dies von den Eltern als Phase abgetan wird. Und das ist das fatale für diese Kinder, denn sie leiden und keiner versteht sie.
Das enge Umfeld und die Gesellschaft ist in meinen Augen einfach noch nicht sensibel genug für dieses Thema. Toll das Ben diese Buch geschrieben hat und ich hoffe, dass es vielen helfen wird, in ihrem eigenen Leben einen neuen Weg einzuschlagen.
Nach dieser Geschichte hätte ich Ben gewünscht, man wäre schon früher darauf aufmerksam geworden. Aber zum Glück ist er jetzt in dem Körper in den er hinein gehört und ich wünsche ihm alles Glück auf Erden.
Absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 10.07.2020
Die Sündenbraut
Schörghofer, Manuela

Die Sündenbraut


sehr gut

Zum Inhalt
Fenja ist eine außergewöhnliche junge Frau, die einen wachen Verstand hat. Doch als ihre Ziehmutter ermordet wird, kann sie die letzten Worte von ihrer Ziehmutter Runhild mit nichts in Verbindung bringen.
All die Jahre wuchs sie bei Runhild auf und hat viel von ihr gelernt. Nicht nur die Heilkunst, sondern auch das sie die Sünden Verstorbener auf sich nehmen konnte. Allerdings hat sie nie etwas über ihre Eltern und wer sie eigentlich ist, von Runhild erfahren.
Runhild hat ihr noch kurz vor ihrem Tod ein Tuch mit einem Wappen übergeben. Dazu kamen ein paar Worte über ihre Lippen, doch damit kann Fenja nichts anfangen.
Was sollte sie nun tun, wo soll sie hin? Sie entschließt sich, sich auf Spurensuche nach ihrer Vergangenheit zu machen. Diese Reise ist nicht nur abenteuerlich, sondern auch mehr als gefährlich. Denn es gibt jemanden, der nicht will, dass Fenja etwas in Erfahrung bringen könnte. Also geht es um Leben und Tod.
Durch Zufall ist sie während ihrer Reise nicht allein, ein Mann namens Gerald begleitet sie. Gerald erzählt Fenja das er Handwerker sei, aber irgendetwas stimmt an seiner Geschichte nicht.
Wird Fenja je erfahren wer ihre Eltern waren und was damals geschehen ist?

Meine Meinung
Die Autorin Manuela Schörghofer hat mit diesem historischen Roman eine spannende Geschichte geschrieben. Der Schreibstil hat mich von Beginn an mitgerissen. Es ist für mich nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern viel mehr. Der Leser erfährt viel historische Hintergrund Fakten, die wie nebenbei mit in das Geschehen eingefügt wurden, was es sehr spannend und interessant macht.
Den ersten Band " Die Klosterbraut" kenne ich nicht, aber dies werde ich nun mit Begeisterung nachholen.

Bewertung vom 26.05.2020
Die kleine Hummel Bommel feiert Geburtstag
Sabbag, Britta; Kelly, Maite

Die kleine Hummel Bommel feiert Geburtstag


ausgezeichnet

Was gibt es schöneres als seinen eigenen Geburtstag mit Freunden zu Feiern. Ganz besonders die Kleinen sind dann immer sehr aufgeregt. So auch die kleine Hummel Bommel.
Als sie morgens ganz aufgeregt ihre Mama und Papa nach der Geburtstagsparty fragt, wird sie enttäuscht. Anscheinend findet gar keine Feier statt. Bommel zieht los und fragt nach und nach all ihre Freunde, ob die denn kommen würden. Auch ihren besten Freund fragt sie, aber irgendwie scheinen alle etwas anderes vor zu haben. Ganz traurig und verwirrt kehrt die kleine Hummel Bommel nach Hause zurück. Wird es vielleicht doch noch, wenigstens eine kleine Geburtstagsfeier geben?
Meine Meinung
So eine liebliche Geschichte, die einem zeigt, welche Erwartungen doch die kleinsten schon haben können. Und wie traurig sie werden, wenn irgendwas schief läuft. Aber auch, was Freundschaft und Überraschung bedeutet.
Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und kindgerecht, sehr gut zu verstehen. Was meinen Enkel und mir auch besonders gut gefallen hat, sind die Super-schönen Illustrationen.
Ich kann dieses schöne Buch wärmstens empfehlen. Egal ob für das eigene Kind, fürs Enkelchen oder als Geschenk.

Bewertung vom 24.05.2020
Cursed - Die Auserwählte
Miller, Frank; Wheeler, Tom

Cursed - Die Auserwählte


weniger gut

Eine Frau. Ein Schwert. Ein Land in Aufruhr.
England steht in Flammen: Die Roten Paladine ermorden jeden, der sich nicht vor dem Kreuze beugt. Als Nimues Dorf überfallen wird, verliert sie alles – nur eines bleibt ihr: ein geheimnisvolles Schwert, das sie zu einem gewissen Merlin bringen soll. Doch als Berater des korrupten Königs Uther hat Merlin ganz eigene Pläne für das Schwert der Macht.
Begleitet von dem jungen Söldner Arthur legt Nimue sich mit den gefährlichsten Männern des Landes an, um ihr unterdrücktes Volk in die Freiheit zu führen …
Eine moderne Neuerzählung der Artus-Sage

Zum Inhalt
Nimue ist eine Fey und wird in ihrem Dorf nicht mehr gemocht und nur ungern geduldet. Sie kann seit ihrer Kindheit mit den Verborgenen sprechen und sie herbei rufen. Doch es ist etwas in ihren frühen Kindertagen passiert, was nichts Gutes war.
Sogar ihr Vater hat sich seit diesem Vorfall von ihr abgewendet und hat die Familie verlassen.
Nun, viele Jahre später ziehen die roten Paladine durchs Land und morden und verbrennen die Menschen, vom Kind bis zur Greising, keiner wird verschont. Es ist an Brutalität nicht zu übertreffen.
Nimue ihre Mutter gibt ihr in ihrern letzten Lebensminuten ein Schwert, mit der Aufforderung, dass Nimue dieses zu Merlin bringt. Das ist das letzte Versprechen, welches Nimue ihrer Mutter geben muss. Die Bewohner und auch ihre beste Freundin aus ihrem Dorf sind tot, dass letzte was sie auf ihrer Flucht sieht, sind nur noch die Rauchsäulen der brennenden Häuser und Hütten.
Das Schwert ist kein geringeres wie Excalibur, diesesnist natürlich begehrt, da es viel Macht besitzt. Bei ihrer Reise begleitet sie der Ritter Arthur, den sie kurz vor der Katastrophe kennen gelernt hat. Wird sie es schaffen den Magier Merlin zu finden, oder geschehen andere Dinge?

Meine Meinung
Ja, es ist eine moderne Neuerzählung und diese hat für mich so gar nichts mit der Arthurs Sage gemein. Ich hatte schon Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen. Die Geschehnisse scheinen mir zu ungeordnet und die Brutalität, die die roten Paladine an den Tag legen, ist mir zu übertrieben.
Der Schreibstil hat mich nicht mitgerissen, was ich sehr schade bei der Idee einer Neuerzählung finde. Für mich hat es an einer guten Umsetzung dieser Idee gefehlt.

Bewertung vom 22.05.2020
Der Krieg in mir - Das Buch zum Film
Heinzel, Sebastian

Der Krieg in mir - Das Buch zum Film


sehr gut

Was bedeutet es, einen inneren Krieg, der in einem tobt, auszufechten? Da beschreibt Sebastian Heinzel sehr eindrucksvoll in seinem Buch " Der Krieg in mir".
Ständig wird er von Alpträumen geplagt, in denen es um den Krieg geht. Woher kommen diese Träume, wo Sebastian doch nie im Krieg gewesen ist, eine glückliche Kindheit hatte und auch keinerlei Misshandlungen erleben musste.
Von klein auf an wurde er von seinem Opa betreut, da seine Mutter arbeiten gegangen ist. Opa Fritz hat ihm viel vom zweiten Weltkrieg und seinem Einsatzort an der Front erzählt.
Sein Opa Hans hingegen hat nie etwas aus seiner Zeit im Krieg erzählt. Sind es also die Erinnerungen und Erzählungen von Opa Fritz, die Sebastian unstetig werden lassen? Oder sind es die nicht erzählten Geschichten von Opa Hans? Es ist das Verborgene, nicht zu wissen was Opa Hans im Krieg getan oder nicht getan hat.
In vielen Familien wurde das Thema Krieg nie wieder erwähnt, weil man zu viel Elend und Not erleiden musste. Manchmal, wenn aber doch jemand etwas erzählen wollte, kam es auch vor, dass man dem Erzähler hat, dass Thema ruhen zulassen.
Sebastian Heinzel begibt sich auf eine Spurensuche, in der es auch um Versöhnung und Vergebung geht, aber auch alter Hass. Die Zeitreise wird ihn am Ende zur Ruhe kommen lassen.
In dem Buch geht es auch um die Weitergabe von Kriegstraumata und wie dies überhaupt möglich ist.

Meine Meinung
Ich habe mir durch die Beschreibung des Klappentextes eine sehr emotionale Spurensuche vorgestellt. Doch Sebastian Heinzel beschreibt sehr sachlich was er entdeckt und dabei empfunden hat. Da war sein Vater emotionaler, mit seiner Ungewissheit, nicht zu wissen was sein Vater Hans im Krieg für Aufgaben hatte. Ob er ein Kriegsverbrecher gewesen ist und was das mit den Opfern gemacht hat.
Sicher, es handelt sich um wahre Begebenheiten da kann man nichts fiktives dazu dichten. Ich hätte mir aber ein wenig mehr Leidenschaft bei den Beschreibungen der Reise gewünscht.
Es war interessant, doch den Schreibstil empfinde ich eher flach gehalten.

Bewertung vom 21.05.2020
Goldsturm / Gut Greifenau Bd.4
Caspian, Hanna

Goldsturm / Gut Greifenau Bd.4


ausgezeichnet

Zum Inhalt
Was ist aus den von Auwitz-Aarhayn nur geworden? Schlimmer könnte es nicht kommen, denn alle kämpfen mit den Folgen des ersten Weltkrieges, der nun seit nicht allzulanger Zeit vorüber ist. Die hohen Herrschaften ebenso wie die Dienstboten. Das gesamte Volk leidet unter Hunger und großer Armut.
Nur wenigen ist es vergönnt im Luxus zu leben, so wie Katharina und Julius. Nur ist es nicht deren eigener Verdienst, sondern sie sind auf die Gnade von Julius Vater angewiesen. Einer der Neureichen Industriellen, einer der seiner Familie alles bieten kann. Doch macht er dies auch ohne Eigennutz?
Reicht es aus im Reichtum zu baden, oder bezahlt man dafür einen hohen Preis? Katharina ihr größter Wunsch war es schon immer, Medizin zu studieren. Julius gab einst ein Versprechen, er würde Katharina unterstützen ihren Traum zu erfüllen. Aber was ist, wenn Julius gar keinen Einfluss darauf hat und es jemanden gibt, der Katharina's Wunsch zu verhindern weiß. Geld allein macht nicht glücklich. Mit drei Kindern kommt sie sich vor als wäre sie in einem goldenen Käfig gefangen.

Rebecca und Konstantin versuchen derweil das Gut irgendwie zu retten. Dabei sind sie immer mehr abhängig geworden. Etwas, was sich später als fataler Fehler herausstellen wird. Das ist eine enorme Herausforderung und dabei müssen die beiden samt Personal auf vieles verzichten.
Dann gibt es noch einen neuen Nachbar, der Konstantin das Leben nicht leichter machen wird.
Im Dienstbotentrak geht es auch nicht immer friedlich zu. Jeder hat so seine Sorgen, einer mehr der andere weniger. Eugen sieht seine Situation sogar noch schlimmer. Er liebt Wiebke, nur weiß er nicht wie er diese zur Geltung bringen kann. Es wird eine Zeit kommen, da muss er sich entscheiden welchen Weg er gehen will.
Albert und Ida, ein Paar welches ebenfalls Glück und leid ertragen müssen.
Bei allen gilt eine Frage....werden sie es schaffen, den düsteren Zeiten zu entkommen?

Meine Meinung
Dies ist nun der vierte Band der Gut Greifenau Saga der Autorin Hanna Caspian. Wie habe ich mich darauf gefreut, dass es nun endlich weiter geht.
Wieder ist es ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der in eine grandiose Geschichte verwandelt wurde. Der Schreibstil ist wie gewohnt erstklassig, sehr emotional, denn alles ist vertreten. Die Gefühlswelt der Protagonisten gibt alles her, ob Hass und Neid, Mut und Nächstenliebe, sowie ganz große Gefühle. Aber auch Enttäuschung und Verbitterung.
Es gelingt nicht allen Autoren bei eine Saga alle Teile gleichmäßig gut zu schreiben. Aber Hanna Caspian ist es auch mit dem vierten Band exzellent gelungen.
Albert und Ida, beide Angestellte auf dem Gut sind zu meinen heimlichen Lieblingsprotagonisten geworden. Ich mag auch viele andere, die mir sehr sympathisch sind, doch die beiden haben es mir angetan.
Mehr muss ich gar nicht sagen, absolute Leseempfehlung. Nun warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Band.

Bewertung vom 11.05.2020
Die Spur der Gräfin
Röckle, Doris

Die Spur der Gräfin


sehr gut

Zum Inhalt
Das es Pilgerreisen gab, um das Einverständnis für eine Scheidung zu bekommen, war mir nicht ganz unbekannt. Doch das man auf eine Pilgerreise geschickt wird, mit dem Hintergedanken den Graf so besser aus den Weg räumen zu können, hatte ich noch nie in einem historischen Roman.
Denn der Graf birgt ein Geheimnis, er könnte kurz davor sein etwas zu entlüften. Es geht dabei um nichts geringeres als das Grabtuch Christi. Was hat er da entdeckt, ist es eine Fälschung oder worum geht es. Um das Grabtuch ranken sich so viele Geschichten, die die Menschheit schon immer beschäftigen. Darum muss der Graf verschwinden, doch nur wie....soll er ermordet werden oder in einem Kerker landen?
Der Titel passt gut, denn was ist mit Graf Albert seiner frisch Vermählten Gräfin Mechthild? Hatte sie tatsächlich eine mysteriöse Krankheit, warum ist sie verschwunden, lebt sie vielleicht doch noch? Viele Rätsel die gelöst werden müssen.
So konnte es einem im Mittelalter ergehen.

Meine Meinung
Ich liebe historische Romane und noch mehr liebe ich sie, wenn ich von Beginn an von der Geschichte überzeugt bin und ich in eine mir unbekannte Zeit entführt werde. So auch mit diesen Roman. Es sind spannende Zeiten damals, mit Hass, Intrigen, Verfolgung, Mord und Liebe. In so einer Zeit muss man sich beweisen können, oft kommen nur die Stärksten an die Macht und überleben somit.
Die Charaktere sind super beschrieben, viele hab ich liebgewonnen, andere waren mir mehr als unsympathisch. Die Autorin hat eine gute Mischung mit ihren Figuren gewählt, so war es gut ausgeglichen. Was mir auch gut gefallen hat, waren die vielen Ortswechsel. So bekam ich einen guten Eindruck in die damalige Geographie, die einem so fremd vorkommt.
Der Schreibstil hat mir ebenfalls gefallen, er ist flüssig, der Spannungsbogen wurde gut gehalten und ich hatte viel Lesevergnügen.

Bewertung vom 11.05.2020
Ein Versteck unter Feinden
Iperen, Roxane van

Ein Versteck unter Feinden


sehr gut

Meine Meinung
Roxane van Iperen hat unglaubliches vollbracht. Nach dem Einzug, mit ihrer Familie, in ihr neues Heim, entdecken sie nach und nach bei Renovierungsarbeiten, Dokumente Zeitungen und einiges mehr. Mit diesem Material, welches ihr Interesse geweckt hat, entwickelte sich eine Idee. Jahrelang recherchierte sie, machte Nachbarn, Freunde und Bekannte sowie Familienmitglieder der damaligen Zeit ausfindig, um mit diesen Menschen über die Vergangenheit zu sprechen.
Viel wurde über diese grausame Schreckensherrschaft schon geschrieben, doch die Autorin hat mit diesem Roman etwas geschafft. Sie schreibt sehr anschaulich wie Menschen in Angst und Schrecken lebten, leben mussten, da sie nicht arisch waren. Dieses Thema, sowie die schwarze Zeit des Nationalsozialismus darf nie vergessen werden.
Mit den beiden Schwestern Lien und Janny Brilleslijper zeigt die Autorin, dass der Krieg es nicht geschafft hat, die Menschlichkeit zunichte machen. Lien und Janny haben alles geopfert um zu helfen, sie leisteten Wiederstand in mitten von Nazis, wie in einem Wespennest. Trotz der drohenden Gefahr konnten sie vielen Menschen das Leben retten. Doch dann wurden sie verraten und es beginnt eine Odyssee für sie.
Ein Thema, dass für mich aktueller den je ist.

Bewertung vom 09.05.2020
Die Kinder von Nebra
Schiewe, Ulf

Die Kinder von Nebra


ausgezeichnet

Vor fast viertausend Jahren gibt es eine junge Frau die am Scheideweg ihres Lebens steht. Sie hat einen geheimen Ort, an dem sie ihren Gedanken nachgehen kann. Es ist ihr vorbestimmt ihrer Mutter als Priesterin zu folgen, doch ist es das was sie aus tiefsten Herzen möchte?
Alles was sie als Priesterin wissen muss, hat ihr ihre Mutter über viele Jahre beigebracht. Bald ist die Priesterweihe, aber noch vertröstet sie ihre Mutter mit der Entscheidung. Es wird einen Moment geben, wo Rana klar wird, welchen Weg sie gehen wird.
Dann passiert etwas schreckliches an ihrem so beliebten Platz. Gerade so und mit Hilfe zweier Alben, kann sie fliehen und sicher in ihr Dorf zurück kehren.
Orkon ist der Fürst aller Ruotinger, ein Herrscher der Schrecken und Angst verbreitet. Aber Arrak, sein Sohn, ist um vieles schlimmer.
Früher, vor langer Zeit, wurde Wuodan der Gottvater angebetet. Ein weiser Herrscher des Himmels. Nun darf dies keiner mehr, denn Orkon fordert von seinen Klan's, nur noch Hador zu huldigen. Ein Gott der Unterwelt dem Menschenopfer dargebotenen werden.
Die Menschen sind Orkons überdrüssig geworden, sie wollen nicht mehr in Angst und Schrecken leben. Leider hat niemand den Mut dies auszusprechen oder gar zu handeln.
Bis Arrak mit seinen Schergen durchs Land ziehen, Felder verbrennen, Frauen schänden, wahllos töten und dann noch Ranas Dorf überfallen. Das ist ein Moment, der Rana alles abverlangt. Rana wäre nicht Rana, mit all ihren Mut und Entschlossenheit die ihre Stärke zeigt, lehnt sie sich auf.
Als geweihte Priesterin und mit der Himmelsscheibe, die ihr Vater gefertigt hat, entschließt sie sich, sich Orkon und Arrak entgegen zu stellen. Ihr Vater hat ihr genau erklärt welche Funktion die Scheibe hat und wie man sie anwendet, eine geheime Botschaft der Götter. Zur damaligen Zeit, wo sich alles um die Götter dreht, kann es nichts besseres und schöneres geben. Wissen ist Macht, diese Warnung hat ihr ihr Vater ans Herz gelegt. Doch Rana will keine Macht, sie möchte mit Hilfe der Göttin des Lichts die Menschen von Unterdrückung Orkons, in friedliche Zeiten führen. Dabei hat sie viele Freunde, Verbündete und Helfer gefunden, die sie bei dieser Mission begleiten.
Er ist kein leichtes Unterfangen, sehr gewagt und gefährlich. Es wird viel Leid geben. Können Rana und ihre Gefährten ihr Ziel erreichen?

Meine Meinung
Entstehung, Bedeutung und Mysterium Himmelsscheibe, eine wahnsinns Geschichte die unter die Haut geht. Im Laufe des Romans versteht man, warum der Autor Ulf Schiewe den Titel " Die Kinder von Nebra" gewählt hat. Die junge Generation bringt ein Umdenken und möchte eine neue Zeit einleiten.
Sehr wortgewaltig werden die Protagonisten und Settings beschrieben. Die Charaktere der einzelnen Figuren sind sehr unterschiedlich und doch ergänzen sie sich. Natürlich bis auf die Übeltäter der Geschichte.
Einen Roman zu schreiben, aus einer Zeit, wo es keine schriftlichen Dokumente gibt, ist für mich eine Meisterleistung des Autors. In der Anmerkung, beschreibt er wie aufwendig die Recherche gewesen ist. Das allein hat schon meine Anerkennung. Doch daraus dieses tolle Werk hervor zu bringen, ist ein wahres Wunder. Ich bin wie immer bei Ulf Schiewe seinen Romanen, komplett in eine andere mir unbekannte Zeit abgetaucht, die mich richtig gefesselt und fasziniert hat. Danke dafür.
Absolute Leseempfehlung.