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Ecinev
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Frankfurt

Bewertungen

Insgesamt 92 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Craig, Erin A.

Das Dreizehnte Kind


ausgezeichnet

Als 13. Kind hat Hazel Trepas es in ihrer Familie nicht leicht da das Geld kaum für die anderen 12 Geschwister reicht. Doch sie wird einem Gott versprochen. Der Endgültige ersönlich übernimmt die Patenschaft und nimmt sie an ihrem 12. Geburtstag mit. In einer Zwischenwelt wird sie als Heilerin ausgebildet. Durch ihre Gabe durch Berührungen das Heilmittel zu sehen gelangt sie später zu einigem Ruhm und wird an den Königshof gerufen wo der König erkrankt ist. Doch bei ihm ist kein Heilmittel zu sehen sondern ein Totenkopf. Kann sie den Tod überlisten, sein Leben und den Fortbestand des Königreiches retten? Denn da ist ja noch der Prinz in den sie sich verliebt hat.

Dieses Fantasy Buch in seiner wunderschönen Aufmachung hat mich total in seinen Bann gezogen und wurde wunderbar dem Alltag entzogen. Die Personen und Gottheiten werden gut dargestellt und beschrieben ebenso die Welt in der der Roman spielt. Das Märchen dazu kenne ich nicht, aber weitere Bücher von Erin A. Graig würde ich gerne lesen.

Bewertung vom 10.01.2026
Beyer, Martin

Elf ist eine gerade Zahl


sehr gut

Bei Paula wird ein Krebsrückfall diagnostiziert und sie muß sich einer schweren Lungenoperation mit anschließendem Aufenthalt auf der Intensivstation unterziehen. Begleitet wird sie von der alleinerziehenden Mutter Katja, Grundschullehrerin. Um Paula abzulenken beginnt sie ihr eine Geschichte zu erzählen von einem Mädchen und einem Fuchs. Eingebettet in die realen Ereignisse, dem Warten auf die Operation, dem schmerzhaften Erwachen zieht Pola in der Fabelwelt mit einem Fuchs durch die Gegend und trifft dort auf die Schattenwelt.

Diese Mischung ist ungewöhnlich und habe ich so nicht erwartet. Der Schreibstil mit den kurzen knappen Sätzen wirkt beinahe hektisch. So hektisch und emotional angespannt wie Katja sich fühlt zwischen dem eigenen Überleben und den langen Stunden bei der pubertierenden Tochter im Krankenhaus. Ein gewagter Spagat mit so weit auseinander liegenden Geschichten der emotional fast etwas überfrachtet wirkt.

Bewertung vom 10.01.2026
Leonora, Celine

Blackspell / Das Geheimnis der Blutmotten Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eden Blackspell muss sich mit dem Vermächtnis ihres toten Vaters auseinandersetzen und kehrt zurück nach Thunder Hall, einer beachtlichen abgelegenen Villa in der Nähe eines Sees. Eigentlich will sie nur zur Testamentseröffnung und dann zurück in ihr Leben um das Pflegeheim ihrer Mutter bezahlen zu können. Doch eine Klausel hat es in sich, Eden erbt Thunder Hall nach der Renovierung, die bereits bezahlt ist, sowie ein beachtliches Vermögen nur, wenn sie ein Jahr an der nahegelegenen Wyndhouse Akademie studiert. Eigentlich hat Eden die Schule abgebrochen um sich um die Mutter zu kümmern, aber das jetzt kann sie nicht ablehnen.
Sie hat keine Ahnung worauf sie sich dabei einlässt und bereits in ihrer ersten Nacht wird es brenzlig.
Nur langsam begreift sie den Sinn dieser Akademie obwohl sie selbst wohl keine besonderen Fähigkeiten zu entwickeln scheint.

Dieses Buch nimmt einem sofort in den Bann, es ist mehr als ein Young Adult Phantasy sondern man fiebert richtig mit ob es Eden gelingt Gut und Böse auseinanderzuhalten. Die kurzen Kapiteln aus Sicht der 18 jährigen Eden und der lebendige Schreibstil lassen einem nur so durch die Seiten fliegen. Wann kommt endlich Band 2 heraus? Den muss ich unbedingt haben.

Dazu noch das prächtige Cover mit Farbschnitt machen das Buch zu einem Hingucker in der Buchhandlung.

Bewertung vom 10.01.2026
Schäfer, Stephan

Jetzt gerade ist alles gut (MP3-Download)


ausgezeichnet

So hatte man sich die Fahrt in den Urlaub nicht vorgestellt. Der namenlose Familienvater wird beim Verladen des Gepäcks ganz plötzlich aus dem aktiven Leben gerissen. Ein vor Tagen zugezogener kleiner Schnitt am Finger hat sich zu einer lebensgefährlichen Sepsis entwickelt. Nur Stunden später liegt er auf dem OP Tisch und entgeht nur knapp einer Amputation.
Danach ist nichts mehr so wie es früher war und er nimmt mehr die leisen Töne des Lebens wahr und sammelt schöne Momente die das Leben ausmachen.

Das Hörbuch, gesprochen von Götz Otto, ist ein ruhiges Buch mit leisen Tönen und lässt einem für ein paar Stunden den hektischen Alltag vergessen um sich selbst an schöne Momente zu erinnern oder selbst für einen schönen Moment zu sorgen. Warum alles auf morgen verschieben wenn es dafür zu spät sein könnte? Das Leben genießen wie es gerade ist.

Bewertung vom 17.12.2025
Schreiber, Jasmin

Da, wo ich dich sehen kann


weniger gut

Emma und Liv waren einst dicke Freundinnen und ständig zusammen. Doch jetzt ist Emma tot, ermordet vom eigenen Ehemann und Liv ist in tiefer Trauer. Dann ist da noch Maja, die Tochter von Emma die ihre Mutter leblos im Wohnzimmer vorfand und den Notruf wählte. Der Vater ist jetzt im Gefängnis, Maja lebt bei den Großeltern mütterlicherseits im hessischen Glauburg. Sie kämpft mit Schuldgefühlen, da sie vorher noch böse Worte zu ihrer Mutter gesagt hatte. Eigentlich hatte sie ihren Vater viel lieber, der ihr viele Dinge erlaubte. Außerdem hat sie Heimweh, da sie in Hamburg gewohnt hat. Aber auch die Eltern von Emma, die jeder für sich trauern ohne gemeinsame Worte für das Unaussprechliche zu finden.

Ein schwieriges Buch und alles andere als ein Wohlfühlroman. Zeitweise erinnert es an ein Sachbuch, insbesondere zum Schluss hin, wo die Großeltern in Hamburg ebenso um das Sorgerecht für die 12jährige Maja kämpfen.

Der Schreibstil insgesamt wirkt ein wenig distanziert und trotz des traurigen Themas konnte ich keine große Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Durch die kurzen Kapitel jeweils aus der Sicht von Liv, Maja und den Großeltern weiß man jeder Zeit um wen es gerade geht. Einige Kapitel, auf schwarzem Grund sind geschrieben aus der Sicht von Emma, die ihre schwieriges Eheleben die ganze Zeit geheim gehalten hat.

Bewertung vom 08.12.2025
Mullen, Kelly

Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste


sehr gut

Die 76 jährige Rosemary Gibson, genannt Mimi möchte ihr Leben am liebsten ungestört mit Kreuzworträtseln auf einer abgelegenen Insel verbringen. Doch eine Einladung ihrer Nachbarin macht diese Pläne zunichte. Ihr wird gedroht, bei einer Auktion den vollen Preis für einen Gegenstand zu bezahlen andernfalls wird ihr Geheimnis gelüftet. Mimi kämpft mit sich und beschließt mit ihrer Nichte Addie hinzugehen. Kaum dort eingetroffen wird die Gastgeberin tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Da draußen ein Schneesturm wütet kann die Polizei nicht kommen. Der Mörder muss sich also unter den Gästen befinden. Ein klassischer Locked-In Thriller also. Addie, die als Autorin für Detektivspiele arbeitet, fühlt ihre Chance gekommen und beginnt mit den Ermittlungen.

Es ist ein eher ruhiger Krimi im Stile von Agatha Christie. Gekonnt werden die Beweggründe jedes Gastes unter die Lupe genommen bis am Ende der richtige Täter ermittelt werden kann. Der Schreibstil ist an einigen Stellen humorvoll, eine gewisse Grundspannung ist ebenfalls vorhanden. Ein netter Cozy Crime für zwischendurch.

Bewertung vom 08.12.2025
Borrmann, Mechtild

Lebensbande


ausgezeichnet

Kühlungsborn 1991, ein Brief der Rentenversicherung bringt lang vergessenes ans Licht und Nora stellt sich ihrer Vergangenheit in Form eines Tagebuches nachdem auch ein Neffe seinen Besuch angekündigt hat. Als Krankenschwester 1930 lernt sie Lene kennen deren Sohn leichte Anzeichen einer Behinderung zeigt mit dem ihm im 3. Reich der Tod droht. Nora hilft Lene ihren Sohn zu verstecken und begeht eine schwere Tat. Sie wird nach Danzig versetzt und trifft dort auf Lieselotte mit der sie später lange Jahre in russischer Gefangenschaft in einem Gulag verbringen muss. Als Lieselotte schwer krank wird obwohl sie auf der Liste der Heimkehrer steht, tauschen die beiden Frauen die Rollen. Nora wünscht, dass Lotte ihren Mann in Deutschland findet. Eine dramatische aber zu der damaligen Zeit nachvollziehbare Lüge beginnt.

Anfangs ist es nicht leicht die Erzählstränge auseinander zu halten und die Verbindung zu erkennen. Doch am Ende hat es einen runden Abschluß und alle losen Fäden werden gelöst. Nach ihren anderen Büchern Trümmerkind und Feldpost wieder ein Nachkriegsroman. Die Sprecherinnen des Hörbuchs bringen eindrucksvoll die Geschichte näher und man kann gar nicht aufhören.

Bewertung vom 08.12.2025
Sten, Viveca

Lügennebel / Hanna Ahlander Bd.4


sehr gut

6 Jugendliche wollen einen Ski Urlaub in einem abgelegenen Ferienhaus in Åre. Nach einem feucht fröhlichen Abend wird ein Mädchen am nächsten Morgen halbnackt tot auf der Veranda aufgefunden. Keiner der anderen will etwas gesehen oder gehört haben dazu war zuviel Alkohol im Spiel. Doch die gute Stimmung der Feriengruppe ist hinüber, jeder verdächtigt den anderen. Nach einem Streit brennt mitten in der Nacht noch das anliegende Gästehaus nieder. Zum Glück wird Olivia wach und kann sich und Emil retten.

Hannah, die ihren Geburtstag mit ihrem neuen Freund, einem reichen Finanzinvestor in einem Hotel verbracht hat, unterbricht ihren Kurzurlaub und kehrt zurück. Daniel ihr Partner kämpft mit dem Spagat zwischen Vater für die kleine Alice und seiner Ex und der Arbeit. Anton, steht inzwischen zu seiner Liebe Carlos und riskiert dabei seine Familie zu verlieren. Abgelenkt durch die privaten Schicksale gestaltet sich die Ermittlung schwierig. Fast scheint es aussichtslos den Mörder zu finden.

Dies ist der vierte Teil der Reihe die mir sehr gut gefallen hat. Allerdings gibt es in diesem Teil durch die vielen privaten Ereignisse etliche Längen. Das Ende hat mich etwas überrascht aber das Buch ist gut abgerundet. Der Schreibstil ist lebendig, man kann die eisige Stimmung fast spüren.

Bewertung vom 16.11.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Beginn ist dramatisch, als Änne fiel, wusste sie, dass sie sterben würde. Mit weit über 80 Jahren steigt Änne auf einen Stuhl um an einen Karton zu gelangen bis sie vom Hocker fällt und mit dem Kopf auf dem Boden aufschlägt. Sie stirbt allerdings erst später im Krankenhaus ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Die Tochter Ellen und ihre Enkelin Laura sind im Krankenhaus und erstaunt über die Aussage der Ärztin, Änne hatte nie Epilepsie obwohl sie nach eigenen Aussagen seit Jahren Tabletten nimmt. Neugierig begeben sich die beiden auf Spurensuche in dem alten Haus und finden Bilder einer längst vergangen Zeit von einem Gutshof in Schlesien.

Laura ist neugierig geworden und macht sich auf den Weg ins ehemalige Schlesien, heute Polen. Tatsächlich gelingt es ihr den ehemaligen Gutshof zu finden und die neue Eigentümerin die das Haus gepachtet hat, läßt sie dort übernachten. Sie findet Spuren der Vergangenheit und weitere Fotos von Zwillingen.

Abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit 1945 wird hier die Geschichte der Zwillinge Änne und Luise in der Nachkriegszeit erzählt. Das Buch gibt einen guten Überblick über Landschaft und Geschichte Schlesiens. Am Ende wird es etwas verwirrend und man muss diese gewaltige Lebenslüge erst einmal sacken lassen.

Der Schreibstil ist ruhig und lebendig. Die Personen werden gut eingeführt und man kann sich gut in die grausame Nachkriegszeit hineinversetzen. Das Cover ist etwas nichtssagend und auch vom Klappentext war ich zunächst nicht so angetan, habe es aber keinesfalls bereut das ganze Buch gelesen zu haben. Längen kommen auch bei über 500 Seiten in der Geschichte nicht auf.

Bewertung vom 16.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


ausgezeichnet

1946, die 14jährige Gisela verläßt den Bunker auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Dabei stößt sie auf ein vermeintlich leerstehendes Haus und kriecht durch das Kellerfenster hinein. Ihr Schreck ist groß als sie dort auf den 16jährigen Gert trifft der seit einiger Zeit mit Duldung der alternden Schauspielerin Fried im Keller lebt. Die beiden freunden sich an und auch Friede erlaubt es Gisela im Keller zu wohnen und gelegentlich für alle in der Küche zu kochen. In der ersten Zeit dreht sich viel um Schwarzmarktgeschäfte um in den kargen eiskalten Tagen über die Runden zu kommen. Gert ist häufiger Gast in der Suchdienststelle um nach seiner Familie zu suchen bevor er als 'Kanonenfutter' in den letzten Kriegstagen eingezogen wurde. Gisela hat keine Erinnerungen an ihre Familie und findet sich damit ab. Friede Wahrlich lebt in ihrer eigenen Vergangenheit und gibt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nicht auf.

Es kommen eine Menge Personen in diesem Buch vor und der häufige Wechsel bringt den Lesefluss zum stocken. Immer wieder muss man sich auf neue Erlebnisse einlassen. Der Schreibstil ist sehr detailreich und bildhaft. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und erlebt mit ihnen die Zeit nach dem Krieg bis hin zum Wiederaufbau.