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Benutzername: Susanne Kaminski
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Bewertungen

Bewertung vom 05.03.2019
Ostfriesennacht / Ann Kathrin Klaasen ermittelt Bd.13
Wolf, Klaus-Peter

Ostfriesennacht / Ann Kathrin Klaasen ermittelt Bd.13


ausgezeichnet

Schon der Klappentext verspricht einen mitreißenden, fesselnden Verlauf der Geschehnisse und 456 Seiten geballte Spannung erwarten mich.

Ich bin sofort wieder mitten im Geschehen, treffe viele Bekannte wieder und habe einfach schon das Gefühl dazu zu gehören.
Die Orte, die wieder unvergleichbar präzise und authentisch von dem Autor beschrieben werden, erscheinen mir in einem ganz anderen Licht und durch die detaillierten Beschreibungen empfinde ich eine ganz andere Wahrnehmung dieser Orte und Schauplätze. Es ist, als liefe ein Film vor meinen Augen ab.

Aber was hat der Serienkiller vor, was bewirkt er mit dem Herausschneiden der Tatoos bei seinen Opfern? Warum tötet er nur Frauen? Wer ist dieser Psychopath?
Der Autor Klaus-Peter Wolf zeichnet perfide das Psychogramm einer verletzten und kaputten Seele und lässt damit tief in diese Abgründe blicken.
Gekonnt und für den Leser fantastisch irreführend, baut der Autor die Handlungsstränge auf. Als Leserin bin ich hin- und hergerissen, wer wohl als Täter in Frage kommen würde.
Für Hauptkommissar Weller steht das aber schon sehr schnell fest und er „verbeißt“ sich regelrecht in die Annahme, dass der Täter der neue Freund seiner Tochter Jule ist. Emotionell so ergriffen verletzt er sämtliche Regeln und Dienstvorschriften und stößt Ann Kathrin mit seinen Alleingängen gewaltig vor den Kopf. Nicht nur, das sie und ihr Team unter erschwerten Bedingungen den Täter suchen – das BKA hat sich mittlerweile auch in diesen brisanten Fall eingeschaltet – , sie macht sich auch exorbitante Sorgen um Weller.
Der Protagonist Weller wird diesmal von dem Autor sehr emotional geladen dargestellt – fast wie ein Dinosaurier, der ohne Rücksicht auf Verluste, keine Grenzen kennt und alle Richtlinien außer Acht lässt. Und mag es auch manchem/er Leser/in ungeheuerlich erscheinen, wie er sich benimmt; Weller wird nur noch instinktiv von seinem Bauchgefühl geprägt und er ist nur noch Vater, dem das Wohl seiner Tochter über alles geht.
Hauptkommissar Rupert – der Kollege, den fast jeder hat, aber keiner leiden mag -, hat sehr stark gepunktet bei mir. Wieder einmal hat Rupert trotz seiner pietätlosen und indezenten, stumpfen Art gezeigt, das man in Gefahren- und vor allem in Notsituationen auf ihn zählen kann. Er wird fast zu einem guten Freund und Komplizen für Weller.
Mein Kopfkino rotierte bei vielen Passagen des Krimis, denn der Autor entlockte mir nicht nur ein Schmunzeln, sondern regelrechte Lacher bei den Vorstellungen von einigen dargestellten Situationen. Genial diese Kombination aus Spannung und Humor.

Was einen guten Krimi ausmacht hat Klaus-Peter Wolf wieder einmal unter Beweis gestellt und ich bedanke mich bei dem Autor für dieses tolle Lesevergnügen.

FAZIT: Unbedingt lesen, total spannend und doch wunderbar humorvoll geschrieben.

Ich freue mich schon auf den Sommer, wenn „Todesspiel im Hafen“ erscheint.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.