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Benutzername: Elke
Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 15.09.2019
Du bleibst mein Sieger, Tiger
Leo, Maxim; Gutsch, Jochen

Du bleibst mein Sieger, Tiger


ausgezeichnet

»Ich finde, das Leben ist völlig falsch organisiert«, sagte ich. »Die Jugend ist sehr kurz, das Alter dagegen sehr lang. Warum ist es nicht andersherum?«, Als Leser bekommt man so manche Ungerechtigkeit präsentiert, darf darüber jammern, und mit dem Ich Erzähler etwas wehmütig in Erinnerungen der jungen Jahre schwelgen. »Ich mag die Jugend nicht«, sagte Gott. »Echt?« »Ich habe den Menschen gut achtzig Lebensjahre geschenkt, aber ihr Trottel seid nur an den paar Jahren Jugend interessiert. Den Rest haltet ihr für optimierbar oder überflüssig. Das ist respektlos. Vielleicht schaffe ich die Jugend wieder ab.« »Gott, bitte! Du solltest jetzt nichts überstürzen. So aus der Emotion heraus …«. Aber, da niemand respektlos sein will man schließlich, werden auch die guten Seiten die das Alter so mit sich bringt, wie „Überhaupt, das merkte ich nun, war 18.30 Uhr eine wunderbare Partyzeit. Wie oft hatte ich früher versucht, bis Mitternacht durchzuhalten, um in einen Club zu gehen, der gerade erst öffnete, um dann dort weiter zu warten, bis gegen zwei oder drei Uhr die Party endlich in Gang kam.“, oder „Das Allerschönste aber war dieses Gefühl - plötzlich der Jüngste zu sein.“ auf ihre Tauglichkeit getestet.

Die Geschichte sprudelt nur so an Situationskomik. Da wird der Ich-Erzähler schon mal zum besten Kunden von Douglas und nach Tages-, Augen- Nachtcreme und sonstigem, ist der Kauf des Tages, „Nagelöl? Echt? Fragte meine Frau. Sie muss sich noch etwas gewöhnen an meine neue Identität als gepflegter Herr.“, wenn wundert´s ich würde wohl auch erschrecken, wenn gilt, „Vor ein paar Tagen lag ich mit einer selbst angerührten, reinigenden Gesichtsmaske aus Quark, Basilikum, Zitrone und Teebaumöl auf der Couch, meine Frau kam ins Zimmer und schrie auf, als hätte sie den Leibhaftigen gesehen.“. Es ist viel Abwechslung geboten und das Büchlein unterteilt sich in verschiedene kurze Episoden, die sich auch gut zwischendurch für ein paar Lacher und gute Laune sorgen können. Da gibt es schon mal Zwiegespräche mit dem besten Stück, das in Vorruhestand gehen will und bei denen am Ende feststeht, „Von der Zukunft aus ist betrachtet, ist die Gegenwart doch gar nicht so schlecht.“, Listen welche humorvollen Filme einem die Laune heben, welche Liedtitel einem die jugendliche Laune wiederbringen können oder auch Ausflüge in die neue Experimentierfreudigkeit der Ehefrau mit Tango und Spirituellem. Aber keine Angst es wird nicht so abgedreht wie beim Kollegen „Heute fährt sie zweimal im Jahr nach Indien, zu einem halb nackten Guru, der auf einem verlausten Schaffell sitzt.“, die geliebte Gattin kann rechtzeitig eingebremst werden. Der pointierte Schreibstil der Autoren macht einfach Spaß und gute Laune. Ich hatte herrlichstes Kopfkino, habe oft schallend laut gelacht. Mit witzige Kreationen wie z.B. billige Tankstellenwürstchen zu adeln „Die sind Aral? Nie gehört? Der neueste Trend. Aus Japan. Aral bedeutet: algenbasierte reizarme anitallergene Lebensmittel.“, haben mir die beiden auch immer wieder aus der Seele gesprochen, „Frühere Generationen hat Angst vor dem Hunger. Wir haben Angst vor dem Essen.“, wie verrückt. Manchmal dachte ich mir auch, ja genau so ist´s „In der einen Hand ein Bier, in der anderen ein Handy, seltsame Zwitterwesen, hin– und hergerissen zwischen Jungsgefühl und Erwachsenem–Ernst.“, vieles erlebt man einfach nicht mehr so wie früher.

Auch wenn mir vielleicht ein, zwei Episoden zwischendurch nicht ganz so zugesagt haben, und ich dadurch zwischendurch einen kleinen Durchhänger in meiner Euphorie beim Lesen hatte, runde ich 4,5 Sterne auf fünf für dieses kurzweilige Lesevergnügen auf.

Bewertung vom 24.01.2016
Babbelspaß mit Badesalz
Nachtsheim, Henni; Knebel, Gerd

Babbelspaß mit Badesalz


ausgezeichnet

Ich lese super gerne, aber meine Bücher sind mir auch heilig und daher war Badewanne und Buch für mich bisher eher ein No-Go. Aber Bücher und Wasser das passt ab sofort zusammen, Badewannenbuch.de sei Dank!

Ich kannte das Duo Badesalz bereits, aber Comedy auf Hessisch für die Wanne, das war neu und musste unbedingt getestet werden. Ich bin absolut begeistert. Ich hatte unglaublichen Spaß mit der Idee in der Badewanne ein Theaterstück zu spielen. Mit Shampoo und Duschgel, die sich um das Vorrecht streiten, sowie dem Stöpsel, der sich mit einem Unnerwasser Bumbesje auch zu Wort meldet, wird es dem Badenden, sprich dem Leser, auch wenn der nicht viel zu melden hat, garantiert nicht langweilig. Ich habe Tränen gelacht, bei den Anweisungen zur Handhabung angefangen z.B. dass man Leute, die an die Badezimmertür klopfen, einfach ignorieren soll, über Regieanweisungen wie für die nächste Rolle Waschlappen vor den Mund halten, bis hin zur schrägen Story an sich. Ganz großes Wannenkino, das ich mir sicher noch öfters einmal gönnen werde. Und keine Angst, ich bin auch kein Hesse, bin aber mit dem kleinen Hessisch-Deutsch für Anfänger gut über die Runde gekommen, was das Verstehen des Dialekts betrifft.

Ich bin wirklich absolut begeistert, von diesen Wannenbüchern. Sie sind handlich-praktisch aus abwaschbarem und vor allem umweltfreundlichem Kunststoff. Man bekommt für relativ kleines Geld acht Seiten, vierfarbigen Offset-Druck auf EVA-Folie (0,18 mm dick), 4 mm Schaumstoff zwischen den einzelnen hitzeverschweißten Seiten. Laut Verlag sind sie in 15 Minuten gelesen, ich war vielleicht ein wenig schneller und hätte gern noch die eine oder andere Seite Zuschlag gehabt, weil ich einfach so tolle Unterhaltung hatte. Aber die Story ist so gut, da könnte man auch noch einmal von vorne beginnen. Allerdings ist bei der Länge das Badewasser mit Sicherheit noch nicht kalt, was ja auch ein großer Vorteil ist.

Babbelspaß mit Badesalz war mein erstes Wannenbuch und es wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben, außerdem habe ich hier die wirklich ultimativ gute Geschenkidee entdeckt. Welch ein Glück, dass der Verlag noch einige andere Titel im Programm hat. Völlig begeisterte 5 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.01.2016
Oskar an Bord
Herwig, Ulrike

Oskar an Bord


ausgezeichnet

Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Die Geschichte liest sich flüssig, leicht und man fliegt fast durch die Seiten. Hier ja fast ein bisschen schade, weil der Lesegenuss dann so schnell wieder vorbei ist. Sie hat ein Händchen für Situationskomik, die einen laut prusten lässt. Wenn ich nur an eines ihrer wechselnden Fluchtautos denke, den Tutti Frutti pinken Volvo 850, den fahrenden Puff oder an den Nachhilfeunterricht in Sachen SMS Tippen, lache ich mich jetzt noch halb schlapp. Außerdem wimmelt es nur so an herrlichen sprachlichen Bildern und flotten Sprüchen. So ist der Mund manchmal so trocken wie Gandhis Sandalen oder als guten Tipp gibt es schon einmal besser den Kühlschrank heiraten, der bringt wenigstens das Essen auf den Tisch!

Die Charaktere sind einfach nur herrlich dargestellt. Allen voran ist Oskar mein absoluter Liebling. Mir ist absolut nicht verständlich, wie eine solche coole Socke und so ein herzensguter Mann von Tochter und ollem Schwiegersohn abgeschoben werden kann. Mir ist Oskar so richtig ans Herz gewachsen. Oskar ist in seinen 87 Jährchen zwar immer knackiger geworden und so knackt´s mal hier und knackt´s mal da, aber er gehört längst nicht zum alten Eisen. Er ist ein absolut tolles Beispiel dafür, dass man auch im Alter noch Spaß am Leben haben kann. Etwas das Tina wohl in ihrem Alltagstrott die letzten Jahre verlernt hat. Und so lernt sie von Oskar nicht nur den einen oder anderen illegalen Trick, sondern die Reise zeigt ihr auch, was wirklich wichtig ist im Leben. Ich war gespannt, ob sie wieder zu ihrem Markus findet, denn das Liebesglück der beiden ist in zahlreichen Ehejahren mehr als eingeschlafen. Auch die Nebendarsteller sind toll gezeichnet. Nur um ein paar Beispiele zu nennen, haben die beiden einen Sohn, zu dem der Draht nicht der beste ist. Aber da bekommen sie Nachhilfe von der völlig taffen Trude. Die ist ein richtiges kleines Highlight und ich bin froh, dass sie dort einen Zwischenstopp eingelegt haben. Außerdem statten sie einem Pfarrer einen mehr oder weniger freiwilligen Besuch ab und auch bei der Hochzeitfeier, auf der sie sich so plötzlich wiederfinden, ist der eine oder andere Hochzeitsgast ein richtiges Original.

Neben dem ganzen Spaß hatte Oskar aber sowohl Stellen, die mich richtig gerührt haben, als auch etwas zum Nachdenken mit an Bord. So kann es vielleicht ganz gut sein, wenn man in seinem Alltagstrott ab und an mal den Kopf hebt und vielleicht das eine oder andere auch ändert, wenn es einfach nicht mehr passt. Außerdem hat Oskar ganz deutlich gezeigt, dass Lebenslust nicht auf die jungen Jahre beschränkt ist und dass man alt werden kann wie eine Kuh, aber man lernt immer dazu! Eine ganz wichtige Botschaft gibt einem Oskar auch noch mit auf den Weg. Wer glücklich ist, sollte nicht ständig versuchen noch glücklicher zu werden!

Alles in allem wieder einmal ein Highlight in Sachen amüsanter Unterhaltung aus Ulrike Herwigs Feder, die von mir liebend gerne begeisterte 5 Sterne bekommt.

Bewertung vom 18.01.2016
Gedenke mein / Gina Angelucci Bd.1
Löhnig, Inge

Gedenke mein / Gina Angelucci Bd.1


ausgezeichnet

Es geht sofort ergreifend los. Petra Weber wartet seit gut zehn Jahren darauf, dass ihre Tochter Marie gefunden wird. Sie will nicht daran glauben, dass ihr damaliger Mann, nachdem sie sich von ihm getrennt hat, erweiterten Suizid begangen hat. Die Leiche des Mädchens wurde nie gefunden und die Mutter hat immer noch Hoffnung. Gina Angelucci arbeitet bei der Münchner Kripo in der Abteilung für Cold Cases. Eben hat sie einen jahrelang zurückliegenden Fall erfolgreich gelöst und geht deshalb durch die Medien. Petra sieht eine neue Chance und wendet sich an Gina. Diese sollte eigentlich endlich ihrem Chef beichten, dass sie schwanger ist und deshalb Innendienst leisten müsste. Schwanger kann sich Gina natürlich besonders gut in die verzweifelte Mutter hineinversetzen. Das Problem ist jedoch, dass für diesen Fall die Kripo Rosenheim zuständig ist. Gina versucht die Kollegen noch einmal auf die Suche nach Marie anzusetzen, was die genervten Ermittler allerdings ablehnen. Kein Wunder, denn je mehr Gina nachbohrt, desto mehr Ermittlungspannen kommen ans Tageslicht. Was wir nicht haben ist gigantisch, beschreibt die Akte wohl mehr als gut. Wird es Gina und ihrem Team gelingen zu klären, was damals geschah? Wird sie Petra endlich von ihrem quälenden Warten erlösen können?

Die Charaktere sind wirklich toll dargestellt. Man kann die Verzweiflung von Mutter Petra richtig spüren. Sie hat ihr Leben aufgegeben, lebt in einem kleinen Einzimmerappartement und gibt jeden Cent für die Suche nach ihrer Tochter aus. Freunde hat sie bis auf Mark, der ihr wirklich toll zu Seite steht, schon längst keine mehr. Alle halten sie verrückt. Gina war mir von Anfang an sympathisch. Sie liebt das Leben, was auch den Genuss mit einschließt. Niemals würde sie auf Rosinenschnecken verzichten und Kaffee darf man glücklicherweise auch schwanger trinken, solange man nicht übertreibt. Sehr zum Leidwesen ihres durchtrainierten Kollegen Holger, der nie ohne sein Fitnessarmband unterwegs ist und ständig versucht Ginas Körperfettanteil zu optimieren. Toni, um den sich die Krimis von Inge Löhning bisher drehten, tritt hier in den Hintergrund, ist aber auch immer irgendwie um den Weg. Er freut sich riesig auf den Nachwuchs und die bevorstehende Heirat. Außerdem macht er sich ernsthafte Sorgen um Gina und das Baby, sogar so viele, dass sich der sonst so Superkorrekte zu einer halblegalen Aktion hinreißen lässt. Auch die Nebendarsteller sind toll gezeichnet, bei Ginas Mama angefangen, die die Hochzeitsvorbereitungen für die beiden übernehmen muss, über einen verurteilten Kinderschänder bis hin zu furchtbaren Journalisten, die die Ermittlungen torpedieren.

Der Krimi nimmt einen mit, vor allem auch weil er einen emotional anspricht. Wie schlimm muss es sein mit dieser Ungewissheit zu leben. Ganz abgesehen von dem abgrundtiefen Leid, das solche Kinder erleben müssen, wenn sie tatsächlich jemand entführt hat. Einiges war für mich etwas absehbar, nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend und hält viele Überraschungen bereit. Es ist einfach nichts so wie es scheint. Das Privatleben um die werdenden Eltern läuft so am Rande mit und drängt sich niemals in den Vordergrund, was mir gut gefallen hat.

Mit Gina nimmt die Autorin auch klar Stellung zum Thema Flüchtlingswelle. So kann diese nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, ihre Hochzeitsreise in einer 4000€ Suite im nobelsten Hotel in Venedig zu verbringen, wenn vor den Küsten Menschen, die auf der Flucht sind, ihr Leben lassen müssen. Ein leiser Aufruf am Rande für Spenden, Mithilfe und Willkommenskultur, toll gemacht. Ebenfalls sind Vorurteile und das Schicksal von aus der Haft entlassenen Straftätern wirklich gut dargestellt.

Alles in allem hätte es mir noch eine kleine Spur mehr Spannung gut gefallen. Aber der flüssige Schreibstil, die toll dargestellten Charaktere und die Geschichte, die einen emotional mitnimmt, bekommen trotzdem noch ihre 5 Sterne.

Bewertung vom 18.01.2016
Die Tote am Lago Maggiore / Matteo Basso Bd.1
Varese, Bruno

Die Tote am Lago Maggiore / Matteo Basso Bd.1


ausgezeichnet

„Die Tote am Lago Maggiore“ ist ein Krimi der ruhigeren Art, zumindest was den Anfang betrifft. Die Personen und die Gegend rund um den Lago Maggiore werden langsam eingeführt. Man bekommt traumhafte Kulissen beschrieben, kann sich richtig in die Gegend träumen und bekommt das Gefühl die Bewohner dieses kleinen Dorfes selbst zu kennen. Matteos Ermittlungen gehen gemächlich voran und man hat fast das Gefühl, dass er nicht immer die besten Methoden wählt. Geheimnisse um Gisella und auch um Matteos Vorgeschichte sorgen für etwas Spannung. Wäre das Buch nach knapp 200 Seiten zu Ende gewesen, hätte es mir deutlich an Spannung gefehlt, auch wenn Gisella nicht die einzige Tote bleibt. Aber dann legt der Autor dermaßen an Spannung zu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Richtig beeindruckt hat mich auch welche genial ausgedachte Wendungen und Überraschungen der Autor bereit hatte. Zugeklappt habe ich diesen Krimi mit einem WOW Gefühl.

Die Charaktere sind wirklich aussagekräftig dargestellt und toll ausgewählt. Matteo war mir von Anfang an sympathisch. Der besondere Mann mit dem großen Geheimnis darum, was in Mailand vorgefallen ist, lebt recht zurückgezogen. Sein morgendliches Angelritual ist ihm extrem wichtig, ebenso wie seine traditionelle Tabakmarke Futura. Sein Oldtimer lässt ihn immer wieder im Stich, trotzdem liebt er seine Diva, wie er den alten Dacia nennt. Erwähnen möchte ich noch seine Nussallergie, die ihm noch so manchen ganz besonderen Dienst tut. Richtig gut hat mir auch Kommissarin Nina Zanetti gefallen. Bei ihr hatte ich manchmal den Eindruck sie kann in Matteo blicken, außerdem hat sie für viele witzige Dialoge gesorgt. Mit Beppo, Luigi und Flavio von der Oldtimerwerkstatt, haben sich Drei gefunden, die Matteo nicht nur bei seinem Dacia wertvolle Hilfe leisten. Dino mit seiner Osteria ist eigentlich bekannt dafür, dass er ein echtes Händchen für schlechte Köche hat, aber bei Ibrahim hat er endlich einen Glücksgriff getan. Mir hat wirklich sehr gut gefallen, dass ein Lampedusa Flüchtling eine Rolle spielen darf und sein Schicksal hat mich auch wirklich betroffen gemacht. Ich könnte noch ein Weilchen weiter aufzählen, aber kurz auch alle anderen Nebendarsteller sind toll gezeichnet.

Das Regionalkolorit ist hier wirklich ein kleines Highlight. Man bekommt traumhafte Landschaftsbeschreibungen. Besonders gut finde ich den tollen Blick auf die einheimische Bevölkerung, auch in den Bergen rund um den Lago. Kulinarische Genüsse gehören ebenso dazu und ab und an ist mir wirklich das Wasser im Mund zusammen gelaufen.

Gut hat mir auch gefallen, dass ich immer wieder schmunzeln durfte. Die Dialoge zwischen Matteo und Nina sind köstlich, gerne hätte ich davon noch etwas mehr gehabt. Auch Matteo hat mich oft zum Schmunzeln gebracht mit seinen Gedanken. So ist er z.B. froh, dass ihn der liebe Gott nicht mit Reichtum ausgestattet hat, als er mörderische Schuhe in den Auslagen der Mailänder Modegeschäfte entdeckt.

Normal bewerte ich das Cover und Buchgestaltung nicht. Hier muss ich aber sehr lobend die Umschlaginnenseiten erwähnen. Man bekommt nämlich farbige Karten der Gegend geliefert, auf denen alle Orte, die auch im Krimi vorkommen, eingetragen sind, was mir wirklich sehr gut gefallen hat.

Alles in allem ein wirklich tolles Debüt, das von mir wegen dem doch sehr gemächlichen Anfang 4,5 Sterne bekommt, die aber wegen des tollen Finales zu 5 aufrunde.

Bewertung vom 26.08.2012
Stirb
Winter, Hanna

Stirb


ausgezeichnet

Ich bin beim Stöbern in der Bücherei zufällig auf dieses Buch gestoßen. Bis dahin war mir Hanna Winter unbekannt. Gleich vorab sie gehört jetzt eindeutig zu meinen Favoriten. Ich bin von diesem Thriller total begeistert gewesen. Durch geschickten Szenenwechsel schafft sie es durchgängig auf jeder Seite den Leser in seinen Bann zu ziehen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und genau. Die Handlungen sind nicht unnötig in die Länge gezogen, aber dennoch ausreichend gut beschrieben. Man kann, wenn man einmal angefangen hat zu lesen, nicht wieder aufhören.
Inhaltlich sind zwei Geschichten enthalten, die durch Zeitraffungen und entsprechende Überschriften mit Datum und Ort gekennzeichnet sind. In einer wird erklärt, warum aus einem Menschen so ein grausamer Mörder wird. Die andere handelt von Lara Simons, die nach der Eröffnung Ihres Cafés Opfer eines Überfalls wird. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich um einen Serientäter, der sich immer den gleichen Frauentyp spezialisiert hat und diese Frauen auf bestialische Art und Weise ermordet. Lara ist das einzige Opfer, das bis jetzt einen Überfall überlebt hat. Das soll aber nicht so bleiben. Nach weiteren Morden begibt sich Lara mit ihrer Tochter Emma in ein Zeugenschutzprogramm und flieht auf die Insel Rügen. Unter neuem Namen versucht sie sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch der Täter gibt keine Ruhe. Er hat Lara immer im Visier.
Fazit: Hanna Winter hat mich mit ihrem Thriller überzeugt, also absolute Leseempfehlung. Ich habe mir schon ihre anderen Bände besorgt und freue mich sehr darauf.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.08.2012
Die Spur der Kinder
Winter, Hanna

Die Spur der Kinder


ausgezeichnet

Nachdem ich zufällig durch den Thriller „Stirb“ auf eine neue Favoritenautorin gestoßen bin, musste ich natürlich sofort ihre anderen Bücher lesen. Auch die Spur der Kinder hat mich wieder völlig in den Bann gezogen. Schnell und ohne Umwege ist man bei Hanna Winter direkt mitten im Geschehen. Ohne großes Geplänkel bringt sie es auf den Punkt und fesselt den Leser von Anfang an mit Spannung. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Handlungen sind nicht unnötig in die Länge gezogen, aber dennoch ausreichend gut beschrieben. Kein Wort zu viel, aber die wenigen dafür umso aussagekräftiger. Die Anzahl der mitwirkenden Personen ist überschaubar.
Zwei Jahre nach dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter sind weitere Kinder verschwunden, die die gleiche Tagesstätte besucht haben, in die auch Sophie gegangen ist. Den Eltern wurde anschließend eine weiße Lilie geschickt, die Kinder nie gefunden. Fionas kann nur äußerst schwer mit dieser Ungewissheit leben, sie sucht ihren Trost im Alkohol. Ihr Verlobter Adrian, der mit Sophie auf dem Spielplatz war, als sie verschwand, vergräbt sich in seine Arbeit, er führt ein Restaurant. Dann werden plötzlich wieder Kinder entführt. Wird es auch neue Hinweise geben? Fiona klammert sich an die Hoffnung, endlich zu erfahren, was mit ihrer kleinen Tochter geschah. Ein überraschender Täter und nicht vorhersehbare Wendungen halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite hoch.
Absolute Leseempfehlung für Hanna Winter! Freue mich schon auf „Opfertod“ von ihr.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.08.2012
Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4
Neuhaus, Nele

Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4


ausgezeichnet

Einer der besten Nele Neuhaus
Vorab, ich bin ein Leser, der alle Nele Neuhaus Krimis verschlingt. In diesem Band kommt Tobias Sartorius nach 10 Jahren Gefängnis wegen eines Doppelmordes an Laura und Stephanie frei. Doch zuhause ist nichts mehr wie es war. Und auch nicht, wie es jetzt zu sein scheint. Der Gasthof seiner Eltern ist ruiniert, seine Eltern sind getrennt. Obwohl Tobias seine Strafe abgesessen hat, verfolgt ihn das ganze Dorf. In die Szenerie um die Bewohner von Altenhain kann sich der Leser richtig hineinversetzen. Es blinzeln Nachbarn hinter Gardinen, schwatzen Hausfrauen im Tante-Emma-Laden und Unbekannte malen hässliche Parolen an Hauswände. Natürlich will wie immer keiner etwas gewusst haben. Lauras Leiche wird gefunden, doch Stephanie (Schneewittchen) bleibt verschwunden. Und dann verschwindet wieder ein Mädchen, Amelie. In Altenhain wird sofort Tobias verdächtigt. Dem Ermittlerduo Kirchhoff und Bodenstein kommen allerdings bald Zweifel an der Schuld von Tobias. Die Verdachtsmomente steigern sich immer mehr. Zuerst wird die Mutter des jungen Mannes tätlich schwer angegriffen, und dann verschwindet ein drittes Mädchen. Es kann doch nicht wieder Tobias gewesen sein? Es will alles nicht so recht zusammenpassen. Der Spannungsbogen wächst in diesem Band beständig an. Aber auch durch ihren flüssigen Schreibstil und den häufigen Perspektivenwechsel gelingt es Nele Neuhaus wie immer die Spannung über alle Seiten stets hoch zu halten. Die Verwirrungen sind kaum durchschaubar, aber trotzdem nicht zu verwirrend. Da ich mich bereits einige Bände vorher schon in das Ermittlerduo „verliebt“ habe möchte ich Neueinsteigern noch mitgeben, dass die einzelnen Charaktere sehr gut beschrieben sind, sodass man sich schnell in das Geschehen einfindet, man muss also nicht zwingend alle anderen Bände kennen. Ich hatte dieses Jahr das Glück bei der Aktion „Ich schenk dir ein Buch“ 30 Bände zu erhalten. Von durchwegs allen Beschenkten kamen sehr positive Rückmeldungen, ein Großteil hat sich bereits weitere Bände von Nele Neuhaus zugelegt und ebenso wie ich alle verschlungen.

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.08.2012
Wer Wind sät / Oliver von Bodenstein Bd.5
Neuhaus, Nele

Wer Wind sät / Oliver von Bodenstein Bd.5


ausgezeichnet

Vorab muss ich sagen, dass ich absoluter Nele Neuhaus Fan bin und schon gespannt auf jedes ihrer neuen Bücher warte. In „Wer Wind sät“ dreht sich alles rund um einen geplanten Windpark im Taunus. Während der Ermittlungen um zwei Mordfälle wird Bodenstein in diesem Krimi selbst verwickelt, denn sein Vater erbt eine Wiese, auf der die Zufahrt zum Windpark gebaut werden soll. Das finde ich einerseits sehr gut, denn es macht ihn noch menschlicher, da er sich im weiteren Verlauf irrt, auf der anderen Seite ist es in diesem Buch ein wenig zu übertrieben, weil ihm alles misslingt.
Der Krimi ist gut und einfach zu lesen, Neuhaus versteht sich sehr gut darauf, einen fesselnden Spannungsbogen aufzubauen und auch nicht zu viele Personen handeln zu lassen. Durch ihren Perspektivenwechsel hält sie die Spannung stets hoch. Für mich als Fan des Ermittlerduos Kirchhoff und Bodenstein ist es natürlich auch spannend zu verfolgen, wie es mit diesem und dem Rest des Hofheimer K11 weitergeht. Für Neueinsteiger würde ich aber eher die Vorgänger-Bücher empfehlen. Besonders, weil ich denke, dass die mich fesselnde Art Beziehung zu den Ermittlern die anderen Bände den Lesern besser entwickeln lassen können.
Nichtsdestotrotz, diese kleinen Kritikpunkte sind Jammern auf hohem Niveau, denn Nele Neuhaus bleibt auch mit diesem Buch für mich eine absolute Leseempfehlung.

7 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.08.2012
Opfertod / Kriminalpsychologin Lena Peters Bd.1
Winter, Hanna

Opfertod / Kriminalpsychologin Lena Peters Bd.1


ausgezeichnet

Vorab muss ich sagen, dass ich schon die beiden ersten Bücher von Hanna Winter verschlungen habe, da mir ihr flüssiger Schreibstil sehr zusagt. Inhaltlich versprechen ihre Thriller Hochspannung gepaart mit sympathischen Ermittlern. Ich habe mich also schon sehr auf ihr neues Buch gefreut. Auch die neue Ermittlerin, Profilerin Lena Peters, hat Vorgeschichte und gefällt mir gut. Sie tritt in Berlin eine neue Stelle an. Ihr erstes Treffen mit ihrem neuen Chef ist schon ein gelungener Einstieg, der auch das Persönliche nicht zu kurz kommen lässt. Als sie nach dem Joggen heimkommt, schlägt sie ihn nieder, da sie ihn ja nicht kennt und der über ihre Terrasse in ihre Wohnung eindringen möchte. Da in Berlin in Mordserie mit bereits 12 toten Frauen vor sich geht, wollte er sofort Kontakt zu ihr aufnehmen. Inhaltlich wurden allen Opfern mit chirurgischer Präzision Körperteile abgetrennt. Auch Lena, die mit einem ehemaligen Polizisten selbst ermittelt, gerät noch ins Visier des Täters. Für durchgängige Hochspannung hat Hanna Winter damit genug gesorgt. Ich habe auch das dritte Buch verschlungen. Absolute Leseempfehlung.

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