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Benutzername: misery3103
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Bewertungen

Insgesamt 122 Bewertungen
Bewertung vom 25.06.2018
Ohne ein einziges Wort
Walsh, Rosie

Ohne ein einziges Wort


sehr gut

Als Sarah ihre Eltern in England besucht, trifft sie bei einem Spaziergang auf Eddie. Die beiden verbringen den restlichen Tag zusammen und dann auch die folgenden 7 Tage, bevor Eddie zu einer lang geplanten Reise mit einem Freund aufbricht. Sie wollen sich auf jeden Fall wiedersehen, weil beide merken, dass größere Gefühle im Spiel sind. Doch dann meldet sich Eddie nicht mehr und alle Versuche Sarahs, ihn zu kontaktieren, schlagen fehl. Was ist passiert?

Das Treffen zwischen Sarah und Eddie, die Tage, die sie miteinander verbringen bringen die beiden dem Leser direkt nahe und man freut sich über ihre Unbeschwertheit und ihre aufkommende Liebe. Die Gefühle, die auf beiden Seiten vorhanden sind, kann man in jeder Seite des Romans spüren. Sarahs Verzweiflung, als Eddie sich nicht mehr meldet, sind greifbar und lassen einen das Buch mit einer gewissen Spannung lesen. Als Leser will man nur zu gerne erfahren, was vorgefallen ist, warum sich Eddie nicht mehr meldet, obwohl es doch auch ihm ernst zu sein schien. Die erste Hälfte des Buches ist hierbei allein Sarah gewidmet, wodurch der Leser nichts über Eddies Sicht der Dinge erfährt. Nur Rückblenden und eingeflochtene Briefe, von denen man nicht weiß, wer sie an wen schreibt, geben nach und nach Aufschluss über Eddies Beweggründe, auch wenn mich die Autorin hier ganz schön aufs Glatteis geführt hat. Nichtsdestotrotz war ich so gespannt auf die Auflösung, dass ich mit Lesen gar nicht mehr aufhören konnte. Dabei bewegte mich Sarahs Verzweiflung sehr und ich wollte nur, dass sie endlich die Wahrheit erfährt. Als es soweit war, war aber längst nicht alles gut, denn nun schien es keine Chance mehr auf ein gemeinsames Glück der beiden zu geben. Erst im letzten Teil des Buches bekam man dann alle Gefühle auch aus Eddies Sicht zu lesen.

Das Buch hat mich nicht losgelassen, so dass ich die über 500 Seiten in Windeseile ausgelesen hatte. Ich musste einfach erfahren, was mit Eddie los ist. Ich musste einfach erfahren, ob es für Sarah und Eddie eine Chance auf Glück gibt. Das Buch ist toll geschrieben und die Autorin hat es geschafft, mich total aufs Glatteis zu führen, weil ich ziemlich früh dachte, dass ich die Lösung des Rätsels hätte … und dann kam alles ganz anders als erwartet. Ziemlich gut gemacht!

Tolle Liebesgeschichte, anders, mitreißend, gefühlvoll. Gerne mehr davon!

Bewertung vom 23.06.2018
Familie und andere Trostpreise
McDonagh, Martine

Familie und andere Trostpreise


sehr gut

An seinem 21. Geburtstag erbt Sonny, der mit seinem Ziehvater Thomas Hardiker in Kalifornien lebt, ein riesiges Vermögen seines verstorbenen Vaters, mit dem er nicht gerechnet hat. Sowohl seinen Vater als auch seine Mutter hatte Sonny seit Jahren nicht mehr gesehen, weshalb er sich auf eine Reise nach England macht, um dort einstige Begleiter seiner Eltern zu treffen, die ihm aus dem Leben dieser erzählen können. Und der seltsame junge Mann erfährt viele Dinge, einige erwartet, viele unerwartet, bevor er weiß, wie es mit seinem Leben weitergehen soll.

Jo, Sonny ist ein seltsamer junger Mann mit vielen Eigenheiten … Seine Umschlagphobie und der Ekel vor zu lauten intimen Geräuschen (hier vor allem die Kussgeräusche Fremder) machen ihm sein Leben nicht einfacher. Sein Verhältnis zu Thomas, mit dem er seit seiner Kindheit zusammenlebt, ist von vielen Ritualen geprägt. Seine Reise nach England ist deshalb eine große Herausforderung für den jungen Mann, doch Sonny verbindet diese Reise auch damit, die Drehorte seines Lieblingsfilms „Shaun of the dead“ zu besuchen, so dass es für ihn fast schon wieder eine Vergnügungsreise wird. Seine Treffen mit der ehemaligen Kinderfrau seines Vaters, zweier Frauen, die Mitglieder der Sekte waren, die sein Vater als Guru führte, und einem Mann, der als Lebensgefährte der Mutter sein erster Ziehvater war, sind sehr lustig und aufschlussreich, zeigen aber auch wie wenig wirkliches Interesse seine Eltern an ihrem Sohn hatten. Sie erzählen Sonny, wie das Leben an der Seite von Guru Bim – auch für ihn als kleinem Jungen - war. Hierbei machen vor allem Sonnys Beobachtungen und seine Gedanken den Reiz des Buches aus.

Ich habe Sonny im Laufe des Buches sehr ins Herz geschlossen und mit sehr viel Vergnügen den Erzählungen der Leute zugehört, die Sonny in England getroffen hat. Die Erkenntnis des Buches ist, dass man Familie manchmal außerhalb seiner eigenen Familie findet … und der Schluss des Buches ist wirklich cool!

Bewertung vom 13.06.2018
Miss Gladys und ihr Astronaut
Barnett, David M.

Miss Gladys und ihr Astronaut


ausgezeichnet

Mehr durch Zufall wird Thomas Major als Astronaut für eine Mars-Besiedelung ausgewählt. Der eher unsympathische und grummelige Mann will einfach nur seine Ruhe haben und ist froh, dass er alleine unterwegs zum Mars ist, um dort alles für die spätere Besiedelung vorzubereiten. Als er mit einem ihm zur Verfügung gestellten Telefon die Nummer seiner Exfrau wählt, gerät er an Gladys Ormerod, eine fast 71jährige, demente Frau, die mit ihren Enkelkindern zusammenlebt, deren Vater im Gefängnis sitzt. Noch ahnt Major Tom nicht, dass er dadurch in diverse Abenteuer hereingezogen wird, die Miss Gladys und ihre Familie zu überstehen haben.

Der Roman ist einfach entzückend. Major Tom, der mit seiner unnahbaren Art alle in die Verzweiflung treibt, Miss Gladys, die ihm gehörig die Meinung sagt, während sie trotz ihrer Krankheit versucht, ihre Familie zusammenzuhalten, ihre Enkeltochter Ellie, die neben der Schule noch drei Jobs hat, um sich, ihren Bruder und ihre Oma über den Monat zu bringen, und James, das kleine Wunderkind, das durch den Gewinn bei einem Wissenschaftswettbewerb alle Probleme seiner Familie lösen könnte. Sie alle helfen sich gegenseitig, indem sie immer wieder mit Thomas telefonieren und auch ihn aus seinem Schneckenhaus herauslocken. Das Thema Demenz schwebt zwar immer über der Geschichte, wird aber trotz der Ernsthaftigkeit auch immer wieder mit lustigen Episoden aus Miss Gladys‘ Alltag aufgelockert, so dass das Buch nie in zu tiefer Traurigkeit versinkt. Ich empfand es trotzdem nicht so, dass das Thema zu locker genommen wird, denn trotz aller Witzigkeit war Oma Gladys‘ Verzweiflung über ihre eigene Unfähigkeit immer zu spüren. Auch andere traurige Themen wie Mobbing, Fürsorge, Verlust sind in der Geschichte verarbeitet, führen am Ende aber zu einem großen Triumph, weshalb das Buch nie seine Lockerheit verliert.

Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen und begleitete Major Tom sehr gerne bei seiner Mission, die mich immer ein bisschen an „Der Marsianer“ erinnerte, weil auch Thomas den Anbau von Kartoffeln studieren muss, um bis zur Ankunft der nächsten Siedler nicht zu verhungern. Die Veränderungen, die Tom bis zum Ende des Buchs durchmachte, waren sehr erfreulich und man wünscht ihm ein Treffen mit dem kleinen James, wenn der sich denn zum Astronauten hat ausbilden lassen. Eine hübsche schwarzhumorige Geschichte mit verschrobenen Charakteren und einer tollen Grundidee! Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 07.06.2018
Das Meer löscht alle Spuren / Nora Sand Bd.2
Theils, Lone

Das Meer löscht alle Spuren / Nora Sand Bd.2


gut

Die Journalistin Nora Sand bekommt ein Interview mit dem aus dem Iran geflohenen Dichter Manash Ishmail, der in Dänemark in einem Flüchtlingslager festsitzt. Doch statt des versprochenen Interviews nötigt er Nora das Versprechen ab, sich auf die Suche nach seiner Frau Amina zu machen, von der er während der Flucht getrennt wurde und die sich zuletzt aus England bei ihm gemeldet hat. Nora macht sich in London auf die Suche und findet sich bald in einem Dickicht aus illegalen Einwanderern und skrupellosen Organisationen, die das Leid der Flüchtlinge für ihren eigenen Profit ausnutzen. Wird es ihr gelingen, Amina zu finden?

Das erste Buch der Autorin „Die Mädchen von der Englandfähre“ hatte mir gut gefallen, so dass ich mich auch hier darauf freute, Nora bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Obwohl ich die Geschichte interessant und spannend fand, war es mir ab einem gewissen Punkt einfach von allem zu viel … zu viel privates Getue, zu viel Spionagekrimi und vor allem zu viel Zufall, der Nora zur rechten Zeit immer auf den richtigen Weg führte. Natürlich ist es bestimmt auch im wahren Leben so, dass Journalisten untereinander vernetzt sind und sich bei ihren Recherchen unterstützen, aber hier kam es mir irgendwie bald falsch vor, wie immer ein neutral geäußertes Wort Nora direkt in die richtige Richtung führte. Kann ich mir das von Lone Theils geschilderte Szenario vorstellen? Ja, durchaus. Glaube ich, dass eine Person allein in so kurzer Zeit Licht in das Dunkle des Szenarios bringen kann? Nein, auf keinen Fall!

Wie schon gesagt … den Fall fand ich – auch wegen seiner Aktualität – spannend und interessant. Mir gefällt es auch immer wieder gut, zu sehen, wie in anderen Ländern mit den Kriegsflüchtlingen umgegangen wird. Das Buch liest sich auch gut, aber insgesamt konnte mich Nora Sand diesmal nicht so richtig überzeugen.

Bewertung vom 03.06.2018
Bis zum Himmel und zurück
Junk, Catharina

Bis zum Himmel und zurück


ausgezeichnet

Katja ist Drehbuchautorin für Fernsehserien. Als sie eine Familienserie konzipieren soll, merkt sie, dass das nicht ganz ihre Baustelle ist, denn ihre eigene Familie zerbrach, als Katja noch ein Kind war. Als dann auch noch Jella bei ihr auftaucht, die ihre Halbschwester ist, von der sie keine Ahnung hatte, und ihr mitteilt, dass ihr gemeinsamer Vater im Koma liegt, muss sich Katja ihrer Vergangenheit stellen … und das ist gar nicht so einfach.

Das Buch brachte mich zum Lachen und zum Weinen. Katja ist sehr witzig, hat aber auch viele dunkle und verzweifelte Seiten. Ihre Familiengeschichte ist traurig. Ihr Zusammentreffen mit der neuen Familie ihres Vaters bringt viele alte Gefühle wieder an die Oberfläche, doch Jella, ihr Halbbruder Joost und ihre Mutter zeigen Katja auch, dass sie vieles falsch in Erinnerung hat bzw. ihre Eltern ihr vieles nicht erzählt haben. Und sie kann sich so ihrer Vergangenheit stellen und mit ihrer Mutter, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, reden und sie wieder in ihr Leben lassen. Auch ihren im Koma liegenden Vater hat Katja seit Jahren nicht gesehen, so dass sie nicht sicher ist, ob sie den Kontakt im Krankenhaus haben will. Doch Jella und Joost bringen sie dazu.

Das Buch ist witzig geschrieben, aber auch sehr berührend, so dass ich mehr als einmal gegen Tränen ankämpfen musste. Katjas Leben ist kompliziert, weil sie nur wenige Leute wirklich an sich heranlässt. Ratko, ihr Gelegenheitsfreund, will plötzlich mehr in ihre Beziehung investieren, doch Katja ist nicht sicher, was sie wirklich für ihn empfindet. Denn da ist ja plötzlich auch noch Joost, der Halbbruder ihrer Stiefschwester, der Gefühle in Katja weckt, die sie nicht für möglich gehalten hat.

Ein toll geschriebes, emotionales und berührendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Catharina Junk schafft es, dass man Katja ins Herz schließt und über ihre Tollpatschigkeit lacht, während man noch Tränen in den Augen hat wegen ihrer Vergangenheit. Wunderbare Geschichte!

Bewertung vom 01.06.2018
Krokodilwächter
Engberg, Katrine

Krokodilwächter


sehr gut

Die Studentin Julie wird in ihrer Wohnung brutal ermordet. Die ermittelnden Beamten Jeppe Korner und Anette Werner ermitteln, dass der Mord genau so geschah, wie Julies Vermieterin
Esther es in einem Manuskript für einen Roman beschrieben hat. Wer hat dem Mädchen das angetan und warum wird Esther in das Verbrechen verwickelt? Die Spuren führen in die Vergangenheit und sind verwickelter als erwartet.

Der Fall hat viel Tragisches und stellt nach und nach heraus, wie die Leben der Charaktere durch ihre Handlungen in der Vergangenheit miteinander verknüpft sind. Julie, das Mädchen, das aus der Provinz nach Kopenhagen gekommen ist, um zu studieren, ihre Vermieterin Esther, die im Ruhestand lebt und von einer Schriftstellerkarriere träumt, Julies Eltern und deren Freunde. Jeppe und Anette decken nach und nach alle Wahrheiten auf.

Der Krimi ist sehr gut geschrieben und von Beginn an spannend und undurchsichtig. Die Ermittlungen von Jeppe und Anette sind spannend. Obwohl ich die Zusammenhänge der Morde früh ahnte, blieb die Geschichte fesselnd und weitgehend undurchsichtig. Den Ermittler Jeppe mochte ich irgendwie nicht. Er war mir im Privatleben und auch in seinem Job zu verbissen und handelte für mich oft nicht nachvollziehbar. Sein unkontrollierter Tablettenmissbrauch mag hierfür eine Erklärung sein, aber er blieb mir als Ermittler irgendwie unsympathisch. Seine Kollegin Anette dagegen gefiel mir gut, auch die restlichen Mitglieder des Teams kamen bei mir gut an, so dass ich gerne weitere Fälle der Ermittler aus Kopenhagen lesen werde.

Guter Kopenhagen-Krimi mit interessanten Ermittlern. Ich würde einen weiteren Fall gerne wieder lesen!

Bewertung vom 25.05.2018
Der rote Swimmingpool
Buchholz, Natalie

Der rote Swimmingpool


sehr gut

„Hätte mich vor fünf Minuten jemand gefragt, was ich für Tina empfinde, hätte ich geantwortet, dass ich mich in sie verliebt habe. Würde mich jetzt jemand fragen, würde ich antworten: Ich liebe sie.“

Adams Familie ist perfekt. Das glaubt er zumindest. Bis sich seine Eltern plötzlich trennen und die kleine Familie komplett zerbricht, denn die Eltern trennen sich auch von Adam. Plötzlich findet er sich allein zurückgelassen und versucht, sein Leben neu zu sortieren und von seinem Vater die Wahrheit darüber zu erfahren, warum er die Familie verließ. War alles eine Lüge?

Adam lebt ein behütetes Leben und wird von seinen Eltern geliebt. Die wunderschöne, von allen bewunderte Mutter und der erfolgreiche Vater, ein schönes Haus, ein Leben ohne Sorgen. Von einem auf den anderen Tag ist alles anders. Der noch nicht volljährige Sohn muss sein Leben komplett neu sortieren. Dank seines besten Freundes Tom und Tina, der Enkelin einer seiner alten Pflegepatientinnen, lernt er, dass er auch alleine sein Leben leben kann. Doch Adam will die Wahrheit erfahren, weshalb er seinen Vater und dessen neue Lebensgefährtin ausspioniert, weil ihm niemand die Wahrheit sagen will.

Adam ist ein typischer junger Mann, der Fehler macht und in seiner Verletztheit Dinge tut, die Opfer fordern. Tina und Tom stehen ihm zur Seite. Die Charaktere sind bis zum letzten, dem dicken Kater Pecorino, gut ausgearbeitet und glaubwürdig. Das Buch macht Freude und bringt durch viele kleine Anekdoten sehr viele Bilder im Kopf zum Leben. Adam mochte ich sehr, auch wenn er sich oft etwas kopflos verhält, was aber in seiner Situation nicht verwundern sollte.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und das Lesen machte Spaß. Eine schöne Geschichte über die perfekte Familie, die sich bei genauerem Hinsehen als nicht ganz so perfekt herausstellte. Gut!

Bewertung vom 25.05.2018
Ans Meer
Freund, René

Ans Meer


sehr gut

Anton wollte immer Busfahrer sein. Auf seiner täglichen Regionallinie muss er mittlerweile feststellen, dass sein Traumberuf nicht so glamourös ist, wie er einst dachte. Seine täglichen Mitfahrer sind immer gleich. So ist auch an diesem Tag wieder die krebskranke Carla im Bus. Nach ihrer Bemerkung, dass sie so gerne noch einmal ihre kleine Bucht am Meer sehen möchte, entscheidet sich Anton für die Abenteuerfahrt. Gemeinsam mit den Passagieren, die den Bus nicht verlassen wollen, macht er sich auf den Weg nach Italien. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die alle an ihre Grenzen bringt.

Anton ist sympathisch und man sieht ihn richtig vor sich, wie er den alten Linienbus auf der täglichen Strecke lenkt. Er steht immer noch unter der Fuchtel seiner Mutter, ist in seine Nachbarin verliebt, von der er aber glaubt, dass sie einen anderen Freund hat, und isst gerne. Die Reise mit einigen Schulkindern, Carla und der dementen Frau Prenosil hält einige Abenteuer für alle bereit, die Anton aber gut meistert. Die kleine Gemeinschaft wächst immer mehr zusammen, auch als irgendwann die Polizei hinter Anton her ist, da man ihm Entführung vorwirft.

Die Reise mit Anton und den Mitreisenden macht Spaß und brachte mich immer wieder zum Lächeln. Anton, der plötzlich zum Helden mutiert und für die kranke Carla alles riskiert, ist ein sehr sympathischer Charakter, der endlich aus sich herauskommt und aufbegehrt, was schön zu verfolgen ist.

Insgesamt ist „Ans Meer“ ein Buch über einen netten Roadtrip mit einigen skurrilen Teilnehmern, das ich gerne gelesen habe.

Bewertung vom 21.05.2018
Der Kreidemann
Tudor, C. J.

Der Kreidemann


sehr gut

„Es ist ein Traum, und Träume wie diese (schlechte Träume) folgen einem unausweichlichen Pfad, einem schmalen gewundenen Pfad durch tiefen, dunklen Wald, mitten hinein in das Knusperhäuschen am Grund unserer Seele.“

1986: Der zwölfjährige Eddie und seine Freunde Dave, Gav, Mickey und Nicky finden im Wald eine zerstückelte Leiche. Und auch andere Ereignisse dieses Jahres ziehen sich durch ihre Leben wie ein roter Faden. Der Kreidemann, ihre Geheimzeichen, die sie sich mit Kreide gezeichnet hinterlassen, ein schrecklicher Unfall auf einem Jahrmarkt und noch mehr kleine und große Geheimnisse in dem kleinen englischen Ort. Bis plötzlich, 30 Jahre später, alles wieder zurückkommt. Kann Eddie die Geheimnisse des Sommers 1986 lösen?

Das Buch ist in wechselnden Kapiteln aus dem Jahr 1986 und 2016 geschrieben, so dass man immer nur ein Stück weit in die jeweiligen Geschehnisse Einblick bekommt. Dabei ist es spannend, den Ereignissen im Leben der zwölfjährigen Freunde zu folgen. Die Einblicke in ihre Leben, ihre Freundschaft und die kleinen Taten, die zu schlimmen Ergebnissen führen, sind spannend und sehr interessant. Auch Eddies Leben im Heute gibt viele neue Blickwinkel auf die damaligen Ereignisse, bis sich am Schluss alles zusammenfügt und sich endlich alle Ereignisse zusammenfügen. Dabei rätselt man bis zum Ende des Buches mit, wie alles zusammenhängen könnte. Und ich wurde wirklich überrascht, denn auf viele Dinge bin ich nicht gekommen – im Gegenteil: Am Ende hat mich die Geschichte komplett überrascht!

Ein guter und spannender Roman, der mich zwischendurch sogar etwas gegruselt hat, denn Eddies lebhafte Träume sind wirklich beängstigend. Clever geschriebene, verworrene Geschichte, bei er das Entwirren wirklich Spaß macht!

Bewertung vom 14.05.2018
Schweigegelübde / Emma Vaughan Bd.2
Bierach, Barbara

Schweigegelübde / Emma Vaughan Bd.2


sehr gut

Emma Vaughan, Inspector bei der irischen Mordkommission in Sligo, wird von ihrem Chef zu einem Drogenscreening ins Krankenhaus geschickt. Von dem dortigen Chefarzt wird Emma auf ein erhöhtes Aufkommen an toten Patienten hingewiesen. Er vermutet einen Todesengel. Zusätzlich zu ihren Ermittlungen muss Emma auch in ihrem Privatleben einige Hürden nehmen, denn ihr Mann sitzt wegen Terrorverdachts im Gefängnis.

Nach „Lügenmauer“ ist „Schweigegelübde“ der zweite Teil der Emma Vaughan-Reihe.

Emma Vaughan hat es nicht leicht. Nach einer Verletzung nimmt sie immer noch Schmerzmittel. Ihr Chef ordnet deshalb ein Drogenscreening im Krankenhaus an. Auch privat ist Emma voll eingespannt, da sie für ihren unter Terrorverdacht stehenden Ehemann einen Anwalt sucht. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind fesselnd und lassen einen mit der Ermittlerin mitleiden. Obwohl ich relativ früh einen Verdacht hatte, wer der Mörder sein könnte, nahm das dem Buch nicht die Spannung. Die Charaktere handeln nachvollziehbar und auch einige Eigenheiten der irischen Bevölkerung sind beschrieben, was das Buch noch authentischer macht.

Emma Vaughan gefällt mir als Ermittlerin sehr gut und auch die Einblicke in ihr nicht einfaches Privatleben runden den Krimi ab. Man erfährt nach und nach immer mehr aus ihrem Leben, was bei einer Serie rund um einen Ermittler wichtig für mich ist. Die Ermittlungen sind spannend, auch wenn ich ahnte, wer hinter den Morden steckt, war für mich die Geschichte an sich sehr lesenswert.

Insgesamt ein guter zweiter Teil der Reihe. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Emma und ihrer Familie in einer Fortsetzung weitergeht.