Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Nina
Wohnort: Sankt Augustin
Über mich: www.eseloehrchen.de
Danksagungen: 466 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 111 Bewertungen
Bewertung vom 04.12.2018
Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


sehr gut

Wie so oft habe ich auch hier die Vorgänger Bände nicht gelesen, sondern habe mit dem 3. Teil der Rachereihe begonnen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass man die ersten beiden Bücher unbedingt vorher lesen sollte. Alle wichtigen Informationen bekomme ich hier zwischendurch.

Rachewinter beginnt mit einem kurzen knackigen und spannenden Prolog, der einen guten Einstieg in die Geschichte bietet, denn ich beobachte zusammen mit 2 Bauarbeitern einen Mord. Der erste Teil setzt eine Woche später ein in Evelyn Meyers Büro. Wenige Seiten später lerne ich dann im 2. Kapitel Walter Pulaski kennen. Beide Charaktere gefallen mir auf ihre Art, wobei ich ein bisschen mehr zu Evelyn Meyer tendiere. Ich mag ihre unkonventionelle Arbeitsweise und das ganze Drumherum. Walter Pulaski ist eher ein Miesepeter, unter der sehr rauen Schale verbirgt sich aber ein guter Kern.

Die einzelnen kurzen Kapitel sind zunächst abwechselnd Meyer und Pulaski gewidmet und ich habe die ganze Zeit überlegt, wie die beiden Fälle denn zusammengehören könnten. Das war einerseits spannend, aber gleichzeitig hat es mich beim Lesen etwas ausgebremst, weil ich so gar nicht weitergekommen bin und das Gefühl hatte, 2 Geschichten gleichzeitig zu lesen. Aber schon im ersten Teil kommt ein dritter Strang hinzu, der in dem die Morde passieren und da ahnte ich schon, dass das die Verbindung ist.

Andreas Gruber lässt mich ganz schön lange schmoren bis es zu dem spannenden Showdown kommt und er alles schlüssig auflöst. Aber am Ende fand ich es doch ein wenig zu viel des Guten. Die Auflösung war ohne Zweifel spannend, aber wie so oft, wäre auch hier weniger mehr gewesen.

Ich kannte bisher nur die Reihe um Maarten S. Snejder und er wird auch mein Favorit bleiben. Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten, wovon Walter Pulaski ja auch mehr als genug hat, aber der kauzige Holländer ist so viel cooler. Ich würde mir wünschen, dass er mal Evelyn Meyer begegnet!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.11.2018
Alligatoren
Spera, Deb

Alligatoren


ausgezeichnet

Nicht einfach, aber sehr besonders
Das Buch war nicht immer sehr einfach zu lesen, ich musste einige Pausen einlegen, um das Gelesene sacken zu lassen. Aber die Geschichte macht Mut und ich fand es sehr interessant, wie sich die Wege dieser so unterschiedlichen Frauen gekreuzt haben und wie sich dadurch ihrer aller Leben geändert hat. Ich kann gar nicht sagen, welche Geschichte mir besonders nahe gegangen ist, denn sie waren alle sehr berührend. Aber Retta hat mir als Person am besten gefallen, für sie habe ich die meiste Bewunderung. Alle drei Hauptcharaktere wurden wunderbar ausgearbeitet. Sehr wichtig für die Geschichte war, dass alle 3 abwechselnd erzählen konnten. Dadurch kam mir jede auf ganz besondere Weise sehr nah. Alligatoren vergisst man nicht so schnell. Bei mir wird die Geschichte noch lange nachhallen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2018
Die Welt war so groß
Jaffe, Rona

Die Welt war so groß


sehr gut

Ich hatte mich zunächst in das Cover verliebt, es strahlt so viel Lebensfreude aus und zusammen mit dem Klappentext hat es mich total neugierig auf das Buch gemacht.

Das Buch ist in 3 Abschnitte gegliedert und jeder Abschnitt umfasst ein Jahrzehnt, wobei die Fünfziger Jahre den größten Teil einnehmen mit fast über 200 Seiten. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einer der 4 Freundinnen gewidmet, wobei ich mir unter Freundinnen etwas Anderes vorgestellt habe, denn so eng waren die vier Mädels gar nicht befreundet. Die engste Bindung besteht zwischen Chris und Annabel, aber auch die beiden sind nicht unbedingt die besten Freundinnen. Mir hat der erste Teil am besten gefallen. Ich fand ihn aufregend und mitreißend und war danach sehr gespannt, wie es mit den 4 Mädels weitergeht. Ich begleite sie dann ja noch 2 weitere Jahrzehnte, aber da schlich sich dann ein bisschen Langeweile ein.

Die Weichen wurden sehr früh gestellt und alle vier haben letztendlich das bekommen, was sie wollten. Ob sie damit auch glücklich und zufrieden waren, ist eine andere Frage. Ich fand es schon recht interessant, die Vier auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Jona Raffe hat ihnen abwechselnd ein Kapitel gewidmet. So konnte ich konstant verfolgen, was in ihrem Leben passierte. Das war nicht immer viel und so zogen sich manche Kapitel arg in die Länge. Ich hatte nicht das Bedürfnis, immer weiter lesen zu wollen und habe oft nach einem oder zwei Kapiteln eine Pause eingelegt. Auf den im Klappentext angekündigten Showdown habe ich vergeblich gewartet. Ohne allzu viel vorweg zu nehmen, kann ich aber sagen, dass das Wiedersehen sehr unspektakulär war.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und überhaupt nicht altbacken oder altmodisch. Ganz im Gegenteil, Jona Raffe hat mich mit ihrem Wortwitz und auch mit ihren Schlussfolgerungen bestens unterhalten.

Aber letztendlich wurden meine Erwartungen, die ich zu Beginn an das Buch hatte, nicht erfüllt. Ich kann es empfehlen, aber nicht uneingeschränkt.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2018
Ans Meer
Freund, René

Ans Meer


ausgezeichnet

Es sind meistens die kleinen einfachen Geschichten, die noch lange nachhallen und uns begeistern und in ihrer Einfachheit sind sie sehr besonders.
So hat Anton von Anfang an mein Herz erobert. Der knuffige Busfahrer mit dem Herz auf dem rechten Fleck geht pflichtbewusst seinem Job nach und macht so seine Gedanken über das Leben und seine Fahrgäste. Und wiederum sind es die kleinen Dinge, die ihn beschäftigen. Sein Sinnieren über das Grüßen ist schon ziemlich genial. Gleich zu Beginn bekommt man einen guten Eindruck, wie Anton so tickt.
Deshalb ist es für mich ein absoluter Gänsehautmoment, als Anton über seinen gewaltigen Schatten springt und seine Fahrgäste fragt, wer mit ihm ans Meer möchte. So so schön, da wäre ich gerne live dabei gewesen. Aber die virtuelle Fahrt in dem qietschgelben Linienbus war ein ganz besonderes Abenteuer für mich, das mir einige wohlige Schauer über den Rücken jagte, mich schmunzeln und auch schlucken ließ. So ganz nebenbei wird auch noch die Liebesgeschichte von Doris und Anton erzählt, die natürlich – wie könnte es anders sein – etwas außergewöhnlich ist.
Der minimalistische Schreibstil mit den nachdenklichen und humorvollen Untertönen passen perfekt zu Anton und seinem ungewöhnlichen Roadtrip. René Freund schafft es, diese warmherzige Geschichte auf 144 Seiten zu erzählen. Das ist schon eine Kunst für sich und da ist absolut kein Wort zu viel.
Eine wunderbare Geschichte, die ein kleines Wunder vollbringt und die man immer wieder von vorne lesen möchte, weil sie so schön ist!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.07.2018
Der Kreidemann
Tudor, C. J.

Der Kreidemann


ausgezeichnet

Die Vorschusslorbeeren waren hochkarätig, allen voran lobte der Meister himself Stephen King das Erstlingswerk von C. J. Tudor. Solche Bücher haben es bei mir meistens schwer, sind die Erwartungen doch extrem hoch.

Der Einstieg war ein bisschen gruselig und machte vor allem eins: neugierig!

Und dann fühlte ich mich tatsächlich in die Stephen King Verfilmung „Stand by me“ versetzt. Aber das war nur die Atmosphäre und die Gefühle, die ich beim Lesen hatte. Der Kreidemann kam mir seltsam vertraut vor und gleichzeitig aber auch neu. C.J.Tudor hat einfach die Stimmung wunderbar eingefangen.

Sie erzählt auf 2 Zeitebenen und gibt dabei Eddie eine Stimme. Der Kreidemann setzt da ein, wo er und Eddie das erste Mal aufeinandertreffen und 30 Jahre später erinnert sich Eddie an das, was damals geschah. In beiden Zeitebenen erzählt Eddie in der Ich-Form, so erfahre ich alles nur aus seiner kindlichen und aus seiner erwachsenen Sicht. Das macht für mich einen besonderen Reiz aus, denn der 12-jährige Eddie sieht ja vieles total anders als sein erwachsenes Ich.

Der Kreidemann entwickelt eine ganz besondere Dynamik, aber dennoch würde ich ihn nicht wirklich als Thriller bezeichnen. Es ist eine Geschichte von Freundschaft, Schuld und Sühne und das erzählt C.J. Tudor ungeheuer spannend. Ich mag ihren Schreibstil sehr, er ist leicht und dennoch anspruchsvoll und sehr lebendig.

Die Pointe am Schluss ist absolut genial! Alles löst sich auf wunderbare Weise und lässt mich mit einem leichten Schauer zurück. Wie auch oft bei King. Und so passt es Mr. King. Ich mag Ihre Bücher und auch dieses hier habe ich verschlungen!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.04.2018
Summ, wenn du das Lied nicht kennst
Marais, Bianca

Summ, wenn du das Lied nicht kennst


ausgezeichnet

Die Wege von Robin und Beauty treffen unweigerlich zusammen, nachdem Robin auf tragische Weise ihre Eltern verloren hat und Beauty verzweifelt ihre Tochter sucht, die nach dem Aufstand von Soweto spurlos verschwunden ist. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg und ich lerne zunächst beide sehr intensiv kennen. Die Geschichten von beiden haben mich sofort eingefangen, die eine aufgeweckt und intelligent und immer auf der Suche nach einem Abenteuer und die andere weise und besonnen. Von Anfang war mir klar, dass die beiden sich nur gut tun können und so war es dann auch. Beauty gibt dem kleinen Mädchen Halt und viele Denkanstöße und Robin gibt ihr eine Aufgabe.

Ich mochte das Buch von der ersten Seite an und das ist dem wunderschönen, fast schon poetisch anmutenden und gleichzeitig klugen Schreibstil geschuldet. Erst als ich Robin und Beauty ausgiebig kennen gelernt habe, treffen sie auf einander und dieses Treffen hatte ich schon herbei gesehnt. Ich habe mich so sehr zu Hause gefühlt in dieser Geschichte und konnte mich verlieren in dieser kleinen Kostbarkeit. Ganz besonders berührt haben mich die Abschnitte über die Trauer und so hat nicht nur Robin von Beauty gelernt sondern ich auch. Es gab viele Abschnitte, die ich am liebsten gekennzeichnet hätte und ganz viele Sätze, die ich aufgeschrieben habe, um sie nicht mehr zu vergessen. Und trotz des ernsten und traurigen Themas ist die Geschichte von Beauty und Robin leicht wie eine Feder und das ist schon eine große Kunst.

Das Buch wird oft mit „Gute Geister“ verglichen, dem kann ich nicht zustimmen. „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist so viel schöner und berührender und besser!

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.03.2018
Hologrammatica
Hillenbrand, Tom

Hologrammatica


gut

Ein ungewöhnlicher Titel in Verbindung mit einem sensationellen Cover und einer Spannung versprechenden Story – das kann doch eigentlich nur gut werden. Oder?

Tom Hillenbrands Zukunftsvision sehe ich durch die Augen von Galahad Singh, einem Quästor, der seine Suche nach der verschwundenen Computerexpertin Juliette Perotte in der Ich-Form erzählt. Singhs saloppe Sprache hat mir von Anfang an gefallen, sein Humor auch, aber Hillenbrands Affinität zu selbstkreierten (Fremd-)Wörtern hat mich immer wieder stocken lassen. Wäre das nicht auch einfacher möglich gewesen? Immer wieder stoppen, um zu googeln finde ich nicht gerade förderlich beim Lesen.

Das futuristische Szenario scheint gar nicht so weit weg, manches wie der gesprengte Eiffelturm ließ mich frösteln. Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass ich diese „neue“ Welt überhaupt nicht mag und die Vorstellung von digitalen Gehirnen und Hüllen ließ mich noch mehr frösteln. Das schafft so mancher Thriller nicht.

Hologrammatica ist ohne Zweifel sehr spannend, allerdings fand ich es zunehmend schwierig und auch anstrengend zu lesen. Anfangs dachte ich noch, ich gewöhne mich an all die „neuen“ Begriffe, aber dem war nicht so. Ich mag Dystopien, sie sind für mich ein Nervenkitzel der besonderen Art. Aber auch wenn der Aufbau und die Zukunftsvision schlüssig sind, konnte ich mich nicht mit Hologrammatica anfreunden, was hauptsächlich am Schreibstil und an den vielen Begriffen lag. Ich musste immer wieder Pausen einlegen und habe nur zu Ende gelesen, weil ich neugierig auf die Auflösung war.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.12.2017
One to go - Auf Leben und Tod
Pace, Mike

One to go - Auf Leben und Tod


sehr gut

Manchmal entdeckt man so ganz nebenbei einen neuen Autor. So erging es mir mit Mike Pace. One to go war für den Kindle reduziert und da mich der Klappentext angesprochen hatte, war es ruckzuck auf meinem Reader. Ich war schon von den ersten Zeilen gefesselt und das setzte sich dann auch so fort bis zum Schluss.
Mike Pace hat One to go mit einem Augenzwinkern geschrieben und mit Tom Booker einen Hauptcharakter geschaffen, den ich einfach cool und sehr authentisch fand. Ich wusste ja von Anfang an, dass es sich um einen Mystery Thriller handelt und war deshalb natürlich auf ein paar surreale Elemente eingestellt. Was für eine verlockende Vorstellung, die Zeit anzuhalten, einen Fehler auszumerzen und dann so weiter machen wie bisher.
So einfach ist das aber nicht, denn alles hat seinen Preis. Diese schmerzliche Erfahrung muss Tom machen. Er versucht es auf seine Art zu regeln und obwohl One to go in der dritten Person erzählt wird, kann ich immer wieder Toms Gedanken in Kursiv-Schrift lesen. Er hat schon einen schrägen Humor, über den ich mich immer wieder köstlich amüsiert habe. Das Pikante an der Sache ist, dass der Anwalt sich nun auf die andere Seite schlagen muss und dann doch mehr Skrupel entwickelt als erwartet. Aber das diabolische Pärchen Brit und Chad sind erbarmungslos und fordern den Tribut.
Der Countdown läuft … und ich konnte das Ebook nicht mehr weglegen!
Fazit: Super spannend, schräger Humor und ein cooler Hauptakteur!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.11.2017
DREAM ON - Tödliche Träume (Thriller)
Stoltz, Nikolas

DREAM ON - Tödliche Träume (Thriller)


ausgezeichnet

Eine virtuelle Traumwelt, die man selbst gestalten kann – diese geniale Idee passt perfekt zu unserer Generation, die viel zu viel online ist und oftmals virtuelle Abenteuer mehr genießt als das reale Leben. Die Grundidee erinnerte mich zunächst an Second Life. Auch dort konnte man mittels selbst gestaltetem Avatar in eine völlig andere Rolle schlüpfen, sich ein zweites Leben aufbauen. Aber Dream on geht noch weiter, denn es ermöglicht den Zugang zum Unterbewusstsein des Träumenden, um den perfekten Traum zu kreieren. Die Vorstellung, sich jede Nacht an einen Wunschort zu träumen, ist natürlich sehr verlockend, aber die Gefahren hat Nikolas Stoltz sehr anschaulich dargestellt. Was passiert, wenn man die Kontrolle verliert? Wenn mein Unterbewusstsein wie ein offenes Buch lesbar ist und wie angreifbar und schwach mich das macht. Alleine diese grausige Vorstellung hat mir schon eine heftige Gänsehaut beschert.
Dream On hat mich von Anfang an fasziniert, woran der lebendige Schreibstil von Nikolas Stoltz nicht ganz unschuldig war. In der Dreamsphere schwelgt er förmlich in fantasievollen Beschreibungen, die sofort eine farbenprächtige Bilderflut in meinem Kopf ausgelöst haben. Neben diesem Overload an Luxus darf natürlich auch das gewisse Etwas an Erotik nicht fehlen und dann wiederum werde ich knallhart mit rasanten Actionszenen konfrontiert, die Nikolas Stoltz ebenfalls exzellent beherrscht. Eine perfekte Mischung, die mich an meinem Reader kleben ließ.
Nick Quentin ist so ein bisschen der Antiheld mit dem Herz auf dem rechten Fleck, den ich gerade wegen seiner Unvollkommenheit so mochte. Ihm zur Seite stehen ein paar schrullige Nerds und ich war sehr gespannt, ob und wie sie den Kampf gegen die skrupellosen Gegner aufnehmen. Die sind natürlich richtig fies und undurchsichtig, so dass ich zwischendurch gar nicht mehr wusste, wer nun mit falschen Karten spielt und wer auf welcher Seite steht.
Der Spannungsbogen war bis zum Ende straff gespannt und ich bin jetzt schon neugierig auf die Fortsetzung!

Fazit: Gnadenlose Spannung, brillant beschriebene Actionszenen und eigenwillige Charaktere in einem außergewöhnlichen Plot machen Dream On zu einem spannenden Lesevergnügen und zu einem meiner Highlights in diesem Lesejahr.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.11.2017
Antonias Tochter
Elias, Nora

Antonias Tochter


ausgezeichnet

Die bewegende Geschichte über die illustre Hausgemeinschaft ist im Nachkriegsköln angesiedelt und thematisiert den hungrigen Alltag und den Versuch, wieder ein bisschen Normalität in diesen zu bringen. Schon nach wenigen Zeilen habe ich mich zu Hause gefühlt und das nicht nur, weil dieser historische Roman mich in das benachbarte Köln führt. Nora Elias hat mich sofort mit ihrem lebendigen Schreibstil bezaubert, der so viel Wärme ausstrahlt aber gleichzeitig schon die Dinge beim Namen nennt. „Der Trümmerhaufen Köln wurde dem Feind überlassen“ - so wird der erste Teil übertitelt und genau das hatte ich beim Lesen vor Augen und es tat mir in der Seele weh. In diesem Trümmerhaufen treffen sich die jungen Leute, die unterschiedlicher nicht sein können bei Antonia und finden sich zu einer Wohngemeinschaft zusammen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeden mag ich auf seine Art, selbst Antonias intriganten Schwager Richard.

Nora Elias hat sich einiges einfallen lassen für die bunt zusammengewürfelte Truppe und spannt einen feinen Bogen von Spannung und Tragik. Einige unvorhergesehene Wendungen und auch Erinnerungen an die Vergangenheit ließen mich das eine und andere Mal staunen und gleichzeitig habe ich sehr viel über die ersten Nachkriegsjahre in Köln erfahren. Das hat mich besonders berührt, einfach weil es eben so nah ist.
Aber Nora Elias erzählt mit einer behutsamen Leichtigkeit und macht dieses Buch trotz des ernsten Hintergrundes zu einem sehr angenehmen Leseerlebnis. Natürlich bietet Antonias Haus ein einigermaßen passables Zuhause, das viele andere in dieser Zeit nicht hatten. Aber es war schon eine Kunst, aus nichts etwas zu essen zu zaubern und das Organisieren (der Kölner nannte es „Fringsen) wurde sehr anschaulich dargestellt. Auch wenn manches zu glatt lief, sich trotz des Männermangels die eine oder andere Liebesgeschichte anbahnte, war es streckenweise sehr dramatisch und auch fesselnd. Mit dem Ende hat Nora Elias mich dann noch mal richtig überrascht.

Fazit: Ich fand „Antonias Tochter“ einfach nur schön, sehr informativ und trotz des ernsten Hintergrundes war es für mich ein Wohlfühlbuch, das mich für einige Stunden abtauchen ließ.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.