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Benutzername: Nabura
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Bewertungen

Insgesamt 20 Bewertungen
12
Bewertung vom 29.04.2016
Der Sommer der Sternschnuppen
Simses, Mary

Der Sommer der Sternschnuppen


sehr gut

In Grace Hammonds Leben läuft gerade einiges schief: Sie hat ihren Job als Korrekturleserin verloren, ihr Freund hat sie verlassen und ihre Wohnung in Manhattan ist aufgrund eines Wasserschadens vorübergehend nicht bewohnbar. Grace beschließt, für eine Weile in ihre Heimat zurückzukehren. In Dorset an der Küste Connecticuts freuen sich ihre Eltern und auch ihre langjährige Freundin Cluny über ihren Besuch. Grace will aber eigentlich nur Eis löffeln und Trübsinn blasen. Da entdeckt sie in der Garage ihrer Eltern das alte Fahrrad ihrer verstorbenen Schwester. Der Wunsch, das Fahrrad wieder instand setzen zu lassen, gibt ihr ein neues Ziel. Ihr Besuch im Fahrradladen und das Eintreffen eines Hollywood-Filmteams mit ihrem ehemaligen Highschool-Freund als Regisseur wirbeln ihr Leben ordentlich durcheinander.

Mit „Der Sommer der Sternschnuppen“ erscheint nach „Der Sommer der Blaubeeren“ das zweite Buch der Autorin Mary Simses in Deutschland. Das Cover verspricht eine leichte Sommerlektüre und ich war neugierig, was mich an der Seite der Korrekturleserin Grace Hammond erwarten wird. Gleich zu Beginn fallen die ungewöhnlichen Kapitelüberschriften ins Auge. Passend zu Graces Beruf informieren diese über eine Grammatikregel und führen einen Beispielsatz an, der sich auf das folgende Kapitel bezieht. Diese Idee hat mir richtig gut gefallen und immer wieder meine Neugier wecken können, worauf genau der Beispielsatz wohl anspielen will.

Grace befindet sich zu Beginn des Buches in einer schwierigen Situation und ich konnte gut nachvollziehen, dass sie sich am liebsten für eine Weile verstecken und ihre Wunden lecken will. Doch dank ihrer Freundin Cluny und ihren Eltern kommt es nicht dazu, denn sie halten Grace auf Trab. Sehr bald wird Grace deshalb auch wieder selber aktiv und stürzt sich in das Leben ihrer Heimatstadt. Der Trübsinn, den sie aufgrund von Kündigung und Trennung empfindet, ist innerhalb von wenigen Seiten vergessen. Lediglich die Erinnerung an ihre Schwester lastet schwer auf Grace sorgt für kleine Wölkchen in der sonst heiteren Atmosphäre.

In Dorset trifft Grace bald auf mehr als nur einen Mann, der Interesse an ihr hat. Es gab verschiedene schöne und romantische Momente zwischen ihr und verschiedenen Kandidaten. Nur so recht entscheiden kann sich Grace nicht. Sie lässt sich geschmeichelt von einer Gelegenheit zur nächsten treiben, ohne zu hinterfragen, wie sich andere dabei fühlen. Auch dass sie auf jede sich bietende Gelegenheit zum Zickenkrieg einsteigt fand ich anstrengend. Sie tappt aber auch in einige witzige Fettnäpfchen. Insgesamt ist mir Grace sympathisch geworden. Vor allem zusammen mit Cluny erlebte ich sie als ehrliche und gute Freundin, deren kleine Macken wie das Korrigieren aller Grammatikfehler in ihrer Umgebung man ihr gerne verzeiht.

In dieser Geschichte stehen die Szenen, die Grace im Fahrradladen verbringt in klarem Kontrast zu den Szenen rund um die Hollywood-Dreharbeiten. Hier trifft Bodenständigkeit auf schillernden Glamour. Grace bewegt sich zwischen diesen Welten hin und her. Aber für welche Welt und welchen Mann wird sie sich am Ende wirklich entscheiden? Die Zeit bis zur Entscheidung verflog im Nu mit vielen unterhaltsamen, aber auch einigen nachdenklich stimmenden Szenen. Zum Schluss ging dann alles sehr schnell und ich hätte mir noch ein paar mehr Seiten zur Frage gewünscht, wie es für Grace nun weitergeht.

„Der Sommer der Sternschnuppen“ bietet eine unterhaltsame Geschichte über die Rückkehr aus der Großstadt in die ländliche Heimat. Für Grace wird dieser Heimatbesuch aber turbulenter als gedacht. Attraktive Männer ringen um ihre Gunst, Erinnerungen an die Vergangenheit kehren zurück und Dreharbeiten versetzen die ganze Stadt in Aufregung. Auch wenn ich mit Graces Verhalten nicht immer einverstanden war, erlebte ich die Geschichte als witzig und kurzweilig mit einigen nachdenklichen Momenten. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Bewertung vom 17.04.2016
Nur ein Tag / Allyson & Willem Bd.1
Forman, Gayle

Nur ein Tag / Allyson & Willem Bd.1


ausgezeichnet

Allyson hat zum Collegeabschluss von ihren Eltern eine Europarundreise geschenkt bekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Mel hat sie Rom, Prag, Wien und viele weitere europäische Städte im Rahmen einer organisierten Tour erkundet. Der letzte Halt der Tour ist Stratford-upon-Avon, wo ein Schauspieler ihr Interesse weckt, der mit einer Gruppe unter freiem Himmel Shakespeare aufführt. Zufällig trifft sie ihn am nächsten Tag auf der Fahrt nach London wieder. Als Allyson ihm erzählt, dass sie noch nicht in Paris war, macht er ihr einen völlig verrückten Vorschlag: Statt bis zum Heimflug mit Mel in London zu bleiben soll sie mit ihm einen Tag in Paris verbringen. Allyson springt über ihren Schatten und sagt zu. Für sie beginnt ein unvergesslicher Tag, der sie verändern wird…

Die Protagonistin Allyson lernt der Leser am letzten Tag ihrer Europa-Rundreise kennen, an der sie gemeinsam mit Mel teilnimmt. Schnell merkt man, dass sie diese Zeit, so abenteuerlich sie auch war, nicht richtig genießen konnte. Die aus Filmen bekannte Atmosphäre suchte sie in diversen Großstädten vergeblich, und auf abendliche Touren mit Mel und den anderen Teilnehmern hatte sie keine Lust. Erst die Begegnung mit dem attraktiven Schauspieler und ihr anschließendes Wiedersehen im Zug rüttelt Allyson wach. Will sprüht geradezu vor Abenteuerlust und schafft es in kürzester Zeit, Allyson zu begeistern und faszinieren. Gut konnte ich verstehen, was sie dazu bewegt, nach all der Zurückhaltung endlich über ihren Schatten zu springen.

Im weiteren Verlauf konnte mich die Handlung immer stärker in ihren Bann ziehen. Allysons und Wills Tag in Paris folgt keinem klassischen Leitfaden für Touristenbesuche. Vielmehr erkunden sie die Stadt jenseits der touristischen Attraktionen, und machen viele schöne, aber auch einige unangenehme Entdeckungen. Für Allyson bedeuten diese Erlebnisse ein auf und ab der Emotionen. Gleichzeitig findet sie, wonach sie all die Wochen gesucht hat: Wie sich die eine Großstadt wie Paris wirklich anfühlt.

Während des Tages in Paris fühlt sich Allyson immer stärker zu Will hingezogen. Zwischen den beiden knistert es gewaltig und schnell merkt man, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt. Doch Will bleibt ein Buch mit sieben Siegeln. Das Buch ist gänzlich aus Allysons Perspektive geschrieben, weshalb man gemeinsam mit ihr rätselt, welche Geheimnisse Will verbirgt. Was für ein Typ ist er wirklich? Mein er es ernst oder ist die Parisreise mit Allyson für ihn nur ein weiteres seiner zahlreichen Abenteuer?

Ein solch hochemotionaler Tag kann einfach nicht ohne Konsequenzen bleiben. Deshalb beschäftigt sich die zweite Buchhälfte mit Allysons Leben nach diesem Tag. Hier möchte ich gar nicht zu viel verraten. Es bleibt emotional und ich konnte gut nachvollziehen, wie Allyson sich fühlt und was dieser Tag mit ihr gemacht hat. Viele Fragen sind offen, weshalb ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, um möglichst bald die Antworten zu erfahren. Allyson macht eine Entwicklung durch, die mir sehr gut gefallen hat und trifft Entscheidungen, in denen ich sie voll unterstützt habe. Nachdem das Buch zum Ende hin noch einmal besonders emotional-dramatisch wird, endet es in einem wirklich fiesen Cliffhanger, weshalb ich unbedingt so schnell wie möglich den zweiten Teil, „Und ein Jahr“, lesen musste.

„Nur ein Tag“ erzählt von einem aufregenden Tag in Paris, den Allyson mit dem ihr bis dato unbekannten Will verbringt. Während Allyson ein Paris abseits des touristischen Standardprogramms kennenlernt, fühlt sie sich immer stärker zu Will hingezogen. Doch die beiden wollen nur einen Tag zusammen verbringen – wie wird es danach weitergehen? Wenn ihr wissen wollt, was Allyson in Paris erlebt und wie es danach für sie weitergeht, dann dürft ihr euch dieses Buch nicht entgehen lassen!

Bewertung vom 18.02.2014
Repeat
Westland, Daniel

Repeat


sehr gut

Völlig überraschend stehen eines Tages zwei Männer in Laborkitteln vor Saras Türe. Sie überwältigen Sara und ihre Mutter Heike und entführen sie in eine geheime Forschungsanstalt. Dort stellen sie ihnen allerhand merkwürdige Fragen zu ihren Leben und führen Tests mit ihnen durch. Scheinbar suchen die zwei Männer nach etwas ganz bestimmten. Doch wonach? Sara ist sich eigentlich sicher, nichts Besonderes zu sein oder getan zu haben...

Das Cover des Buches gibt nur wenig über den Inhalt preis. Worauf spielt der Titel an? Zahlreiche Nullen und Einsen sind zu sehen, die andeuten, dass es sich bei diesem Buch um einen Wissenschaftsthriller handelt.

Das Buch startet gleich hochspannend, denn schon auf der allerersten Seite werden Sara und ihre Mutter von den unbekannten Männern überwältigt. Bei Sara und auch bei mir als Leserin stellte sich gleich die Frage nach dem Warum. Was wollen die Männer von den beiden? Das wird aber nicht gleich erklärt, sodass lange unklar blieb, welche Richtung die Geschichte überhaupt einschlagen will. Stattdessen legen die Männer ein Verhalten an den Tag, das nur noch mehr Fragen aufwarf. Warum wollen sie all die Informationen haben? Etwas irritiert hat mich an diesem Einstieg Saras Fluchtversuch, bei dem ich ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte.

Die Kapitel sind sehr kurz, jeweils zwischen einer und fünf Seiten lang. Nach jedem Kapitel wechselt die Perspektive zwischen Sara, welche ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive schildert, und dem Forscher Lennard, von dem in der dritten Person berichtet wird. Dadurch ist die Handlung temporeich und dynamisch.

Sara konnte meine Sympathien schnell für sich gewinnen. Sie weiß gar nicht recht, wie ihr geschieht, und sucht fieberhaft nach einer Möglichkeit, gemeinsam mit ihrer Mutter aus den Fängen der beiden Männer zu entkommen. Lennard ist hingegen ein Charakter, dem ich mit äußerst ambivalenten Gefühlen begegnete. Sara und seine Mutter sind für ihn die große Chance, der Welt der Wissenschaft aufsehenerregende Ergebnisse zu präsentieren. Dafür kooperiert er mit Mike, der das Geheimnis mit Gewalt lüften will. Seine Methoden heißt Lennard nicht gut, doch gleichzeitig unternimmt er nichts, um ihn aufzuhalten. Was wird siegen – seine Forscherneugier oder sein Mitgefühl?

Durch Lennards Perspektiv erfährt der Leser nach und nach, welchen Zweck die Entführung von Sara und Heike überhaupt hat. Hier hat der Autor aufbauend auf quantenphysischen Erkenntnissen und Theorien eine interessante Idee entwickelt, was mit sogenannten Gravitationswellen möglich sein könnte. An vielen Stellen erweckte dies stark den Eindruck von Science Fiction, und dennoch kam ich als Leserin ins Grübeln, ob so etwas nicht doch möglich sein könnte.

Die Handlung nimmt immer mehr an Fahrt auf und hielt auch einige überraschende Wendungen bereit. Dabei entwickeln sich auch Sara und Lennard weiter und die Situation wird immer verzwickter. Mit dem Ende hat mich Daniel Westland dann nochmal richtig überraschen können, sodass ich das Buch begeistert zugeklappt habe.

„Repeat“ ist ein Buch, das nach einem leicht verwirrenden Einstieg zu Hochtouren aufläuft. Ein gewisses Interesse für Physik sollte beim Leser vorhanden sein, denn der Autor baut seine Idee auf tatsächlichen Forschungsergebnissen auf. Können Lennard und Mika das Geheimnis um die Gravitationswellen lüften oder gelingt Sara und ihrer Mutter die Flucht? Wer Interesse an einem Wissenschaftsthriller mit ein wenig Science Fiction hat, dem kann ich dieses Buch empfehlen!

Bewertung vom 19.01.2014
Es wird keine Helden geben
Seidl, Anna

Es wird keine Helden geben


ausgezeichnet

Es sollte ein Schultag wie jeder andere sein. Doch in der Pause verändert sich das Leben der fünfzehnjährigen Miriam schlagartig: Schüsse fallen. Ein Junge ihrer Parallelklasse läuft Amok. Miriam versteckt sich mit ihrer besten Freundin in einer Toilettenkabine, muss mitanhören, wie vor der Kabine ein Junge erschossen wird. Als sie sich auf den Gang hinauswagt, entdeckt sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden, für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Nach Minuten, die wie Stunden erscheinen, ist alles vorbei. Nicht aber für Miriam, deren persönlicher Albtraum gerade erst begonnen hat…

Nach einem kurzen Prolog, in dem Miriam nachdenklich auf die Ereignisse zurückblickt, beginnt das Buch mit den schockierendsten Seiten, die ich seit langer Zeit gelesen habe: Aus Miriams Perspektive wird geschildert, wie sie den Amoklauf an ihrer Schule erlebt. Der eindringliche Schreibstil sorgte dafür, dass ich diese schrecklichen Minuten durch Miriams Augen hautnah miterlebte und nachvollziehen konnte, wie Miriam sich fühlen muss.

12 Seiten später ist alles vorbei, der Amoklauf ist beendet. Doch damit geht dieses Buch eigentlich erst so richtig los. Miriams Leben ist völlig auf den Kopf gestellt, das Gesehene und die Tatsache, dass ihr Freund tot ist, haben sie gänzlich aus der Bahn geworfen. Ohnmacht, Wut, Trotz, eine verzweifelte Suche nach Antworten – in den Tagen nach dem Amoklauf durchlebt Miriam die verschiedensten Gefühle. Wie stark haben die Ereignisse sie verändert? Und wie kann es für sie weitergehen? Wird sie ihren Weg zurück in den Alltag finden?

Nicht nur Miriams Gefühlswelt wird in diesem Buch eindringlich und berührend geschildert, sondern auch der Umgang mit ihrem Umfeld. Zum einen ist da Miriams Familie. Ihre Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen und ist nun zurückgekehrt. Nun wird es für ihre Familie zur Herausforderung, einen richtigen Umgang mit Miriam zu finden, die wiederum Probleme damit hat, mit der Reaktionen ihrer Eltern umzugehen. Zum anderen wird auch thematisiert, wie Miriams Freunde mit dem Amoklauf umgehen. Jeder reagiert hier völlig anders. Dies führt zu intensiven und auch sehr traurigen Szenen, die nicht spurlos an mir vorbeigegangen sind.

Dieses Buch wirft letztendlich eine Vielzahl an Fragen auf, die den Leser nachdenklich zurücklassen. Wie kann man mit seiner Trauer umgehen? Wer trägt die Schuld an einem Amoklauf? Wie weit geht man für Menschen, die man liebt? Wie wichtig ist es in so einer schweren Situation, seinen Freunden vertrauen zu können? Das sind nur einige der Fragen, die thematisiert werden und dafür sorgten, dass mir dieses Buch für lange Zeit nicht auf dem Kopf gehen wird.

„Es wird keine Helden geben“ ist mehr als die Beschreibung eines Amoklaufs. Durch die Ich-Perspektive und den einnehmenden Schreibstil gelingt es Anna Seidl, den Leser die Welt durch Miriams Augen sehen zu lassen, spricht eine Vielzahl an Themen an und wirft Fragen auf, die mich zum nachdenken brachten. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.03.2013
Sternenlied / Water Song Bd.1
Hocking, Amanda

Sternenlied / Water Song Bd.1


sehr gut

Die 16-jährige Gemma liebt das Schwimmen. Regelmäßig trainiert sie in der Schwimmhalle, denn in einigen Jahren möchte sie an den Olympischen Spielen teilnehmen. Abends jedoch zieht es sie zum Meer. In einer verlassenen Bucht planscht sie in den Abendstunden am liebsten im Wasser. Das zieht die Aufmerksamkeit der drei bildschönen, aber unheimlichen Mädchen Penn, Lexi und Thea auf sich. Sie laden Gemma zu einer Party ein und bieten ihr ein merkwürdiges Getränk an. Obwohl Gemma keinen Alkohol trinkt, kann sie sich ihren Aufforderungen nicht widersetzen. Am nächsten Tag wird sie von ihrer Schwester Harper und ihrem Freund Alex am Strand gefunden. Was ist geschehen? Und warum fühlt Gemma sich plötzlich so anders und noch stärker als sonst zum Meer hingezogen?

Für das Cover hat der Verlag sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Nimmt man das Buch in die Hand, sieht man nicht nur das Mädchen im Wasser, welches die Thematik des Buches gut wiederspiegelt, sondern auch das schimmernde Wasser selbst fällt ins Auge. Die Oberfläche des Covers reflektiert das Licht und lässt es in allen Farben erstrahlen. Hiermit sieht das Buch sicherlich die Blicke auf sich, die Idee gefällt mir gut.

Bereits der Prolog zeigt dem Leser, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Das Penn, Thea und Lexi böse sind, scheint außer Frage zu stehen. Doch was planen sie? Die ersten Seiten weckten in mir große Erwartungen, mehr über das Leben und die Pläne der drei Mädchen zu erfahren.

Die Auflösung lässt jedoch lange auf sich warten. Zunächst springt der Leser zu den Schwestern Gemma und Haper und lernt sie und ihr Leben kennen. Es wird verständlich gemacht, was Gemma am Meer so fasziniert und der Beginn ihrer ersten richtigen Beziehung mit dem Nachbarsjungen Alex beschrieben. Auch Gemmas Schwester Harper, welche für Gemma die Mutterrolle übernommen hat und sich stark für sie verantwortlich fühlt, wird vorgestellt. Penn, Thea und Lexi, von deren Gefährlichkeit der Leser aufgrund des Prologs weiß und auf deren Eingreifen in die Geschichte ich daher sehnlichst wartete, haben etwa bis zur Hälfte nur kurze Auftritte. So schlich die erste Hälfte des Buches gemächlich dahin und beschrieb vor allem das alltägliche Leben der Protagonisten, während als Leser auf den großen Knall wartete, der die Steine ins Rollen bringt.

Dieser Knall folgte dann endlich kurz vor der Buchhälfte. Gemma wird am Morgen vermisst und von Harper und Alex am Strand gefunden. Ab hier wurde die Geschichte spannender. Gemeinsam mit Gemma rätselt der Leser, was genau mit ihr passiert ist und kann sie beim Entdecken ihrer neuen Fähigkeiten beobachten. Auch Penn, Thea und Lexi offenbaren allmählich ihr wahres Gesicht und welche Absichten sie verfolgen. Das Tempo nimmt zu, und schließlich kommt es zu einem spannenden Showdown.

Die Schwestern Gemma und Harper stehen im Zentrum der Geschichte und dank der recht ausführlichen Einführung in die Geschichte lernt der Leser sie gut kennen und weiß sie einzuschätzen. Ich habe mich dabei vor allem in Harper wiederfinden können, die wie ich selbst mit der ziemlich naiven Gemma so ihre Probleme hatte. Für eine 16-jährige wirkte Gemma oft sehr unreif – wer bitte geht nachts alleine zum Strand, wenn von dort in den letzten Wochen mehrere Teenager entführt wurden? Gemma bekommt die Konsequenzen dieser Naivität drastisch zu spüren, und ich bin gespannt, ob sie aus ihren Erfahrungen lernen wird und sich im nächsten Teil erwachsener benimmt.

Die Handlung des Buches ist recht einfach gestrickt und war zu Beginn etwas schleppend, mit dem Eingreifen der Sirenen gewinnt es aber an Spannung und kann schließlich mit einer dramatischen Wendungen und einem spannenden Showdown punkten. Das Ende ist recht offen und zeigt deutlich, welche Richtung der zweite Teil der Serie einschlagen wird. Ich empfehle das Buch an jugendliche Fantasyleser weiter.

Bewertung vom 17.03.2013
Am Fuß des träumenden Berges
Peters, Julie

Am Fuß des träumenden Berges


ausgezeichnet

Im Jahr 1910 wandert die junge Audrey ins britische Protektorat Ostafrika aus. Ein folgenschwerer Fehler hat ihren Ruf ruiniert – ihre Verlobung wurde gelöst, und im heimischen England sind die Aussichten, einen neuen Mann für sie zu finden, verschwindend gering. In Afrika möchte sie mit dem Teeplantagenbesitzer Matthew am Fuß des Mount Kenya ein neues Leben beginnen. Entstanden ist dieser Kontakt über Briefe, und Matthew ahnt nichts von ihrer Vergangenheit. Gemeinsam gründen die beiden eine Familie. Doch dann droht die Familienidylle zu zerbrechen: Audreys trifft ihren ehemaligen Verlobter in Nairobi an, und Matthew verlässt die Plantage, um für sein Vaterland zu kämpfen…

Das Cover ist schlicht, aber stimmungsvoll. Von einer Holzplattform aus schaut der Betrachter über bewaldete Hügel in die Ferne, und der Himmel ist durch den Sonnenuntergang orange gefärbt. Ich verbinde dieses Bild nicht zwangsläufig mit Afrika, kann mir jedoch gut vorstellen, dass Audreys Ausblick von ihrer Veranda ein ähnlicher wäre.

Über das Ereignis, das zu Audreys Rufschädigung und in der Folge zu ihrer Auswanderung nach Afrika geführt hat, wird der Leser lange Zeit im Dunkeln gelassen. Ganz unvoreingenommen lernt er daher die Protagonistin kennen und kommt nicht umhin, sie aufgrund ihrer misslichen Situation zu bemitleiden. Die mögliche Auswanderung nach Afrika kommt Audrey da gerade Recht: Es ist für sie die große Chance, ein gänzlich neues Leben zu beginnen. Die Entstehung des Briefkontakts, Audreys Überfahrt und ihre ersten Tage in Afrika sind spannend beschrieben. Gut konnte ich nachvollziehen, wie Audrey sich fühlt und welche Faszination das neue Land und auch Matthew auf sie ausübt.

Die Beschreibung der Stadt Nairobi, Matthews Teeplantage und des Dorfs der Kikuyus ist ausführlich, ohne jedoch zu viel Raum in der Geschichte einzunehmen. Das Buch liefert authentische Einblicke, wie es zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Kenia aussah und wie das alltägliche Leben der Menschen dort ablief. Auch wird verständlich gemacht, warum die Beziehung zwischen weißen Einwanderern und Einheimischen immer wieder von Problemen und großer Skepsis auf beiden Seiten geprägt war.

Audreys Geheimnis lastet im Laufe der Geschichte immer schwerer auf ihr. Allmählich erfährt der Leser etwas mehr über Audreys Leben vor der Lösung ihrer Verlobung, merkt jedoch auch, wie schwer es Audrey fällt, an ihre Vergangenheit zu denken oder gar über sie zu sprechen. Der Beginn des ersten Weltkrieges ist ein weiterer schwerer Einschnitt in Audreys Leben, der alles verändert und nichts so lässt, wie es war. Interessant war hier die Sicht der Kolonien auf den Weltkrieg, denn dieser wurde nicht nur auf dem europäischen Festland, sondern auch an den Kolonialgrenzen ausgetragen. Die Geschichte um Audreys Leben konnte mich sehr berühren. Ich konnte ihre Gefühle nicht nur nachvollziehen, sondern mich auch in ihre Lage versetzen und mit ihr mitfühlen.

Was mir an der Geschichte ebenfalls sehr gefallen hat, waren die kurzen Kapitel aus Matthews und Kinyuas Sicht, einem Kikuyu. Die Passagen aus Matthews Sicht ergänzen die Handlung, indem sie seine Erlebnisse an der Front beschreiben und weitere Einblicke in Momente geben, in denen er nicht in Audreys Nähe ist. Durch Kinyuas Passagen wurde der Blick der Einheimischen auf die Einwanderer verständlicher und es wurde dem Leser die Kultur der Kikuyus näher gebracht.

„Am Fuß des träumenden Berges“ ist eine gefühlvolle Geschichte vor der großartigen Kulisse Afrikas. Die Autorin hat starke und facettenreiche Charaktere geschaffen, die mich beeindrucken konnten. Dies ist eine beeindruckende Geschichte, die unter die Haut geht! Das Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.11.2012
Frostzauber

Frostzauber


sehr gut

Magische Liebesgeschichten

Bei „Frostzauber“ handelt es sich um eine Anthologie, die sechs Kurzgeschichten zum Thema „Magische Liebesgeschichten“ umfasst und die passend zur Weihnachtszeit in den Wintermonaten spielen.

Unter dem Frosthauch (Tanja Heitmann):
Kurz vor seinem Schulabschluss hat Mato dem Großstadtleben den Rücken gekehrt und ist zu seinen Großeltern in den Spreewald gezogen. Mit dem Beginn des Frosts erwacht dort ein magisches Wesen…

Cirque Indigo (Lilach Mer):
Im Paris des Jahres 1918 erlebt Marja den Silvestertag als russischer Flüchtling ganz allein. Doch dann überreicht ihr ein mysteriöser Fremder eine Zirkuseinladung…

Die gefrorene Zeit (Mechthild Gläser):
Seit sie sechs Jahre alt ist, kennt Hannah Tom. Auch elf Jahre später scheint dieser um keinen Tag gealtert, und beide verbindet inzwischen mehr als Freundschaft. Doch Tom entstammt einer anderen Zeit, und nun scheint er einen Weg gefunden zu haben, in seine Zeit zurückzukehren...

Jenseits des Lichts (Gesa Schwartz):
Seit dem Tod ihres Vaters verbringt Thordis die Weihnachtstage jedes Jahr mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einer Ferienhütte am Wald. Mitten in der Nacht bricht sie auf einen Streifzug durch den Wald auf und begegnet einem rätselhaften Jungen…

Preußischblau (Antonia Michalis): Ein einsamer Spieleerfinder wünscht sich nichts sehnlicher, als ein einziges Mal geliebt zu werden. Am nächsten Tag steht plötzlich eine Fremde mit preußischblauen Augen vor seiner Tür…

Das Lied des Eiswolfs (Jennifer Benkau): Lesla Frimdarr hat als einzige ihres Dorfes nicht die Gabe, das Eis zu wirken, was sie stets zur Außenseiterin macht. Doch die Begegnungen mit einem Eiswolf sowie dem Wanderer Fynn verändern ihr Leben…

Die sechs Geschichten bieten eine gute Unterhaltung für kalte Winterabende und erschaffen eine zur Jahreszeit passende kalte, magische Atmosphäre. Da jede Geschichte von einer anderen Autorin stammt, dürfte für jeden Fantasy- und Schreibstilgeschmack etwas dabei sein. Mir hat die Idee und Umsetzung der Geschichte „Cirque Indigo“ am meisten gefallen, und auch die anderen Geschichten konnten mich unterhalten. Lediglich die Geschichte „Jenseits des Lichts“ konnte mich nicht überzeugen – die Sätze waren leider oft lang und verschachtelt, sodass ich der Handlung schwer folgen konnte.

Wer schon Bücher einer oder mehrerer Autorinnen gelesen hat und begeistert war, wird sicherlich auch an diesem Buch seine Freude haben. Auch zum Kennenlernen der Autorinnen und ihrem jeweiligen Schreibstil oder als Geschenk ist „Frostzauber“ geeignet. Ich empfehle das Buch als magische Winterlektüre gerne weiter!

Bewertung vom 29.09.2012
Liebesschmarrn und Erdbeerblues
Schwarzhuber, Angelika

Liebesschmarrn und Erdbeerblues


sehr gut

Auf der Suche nach der weiß-blauen Liebe

Als Michi Lene mit einem bayrischen Liebesgeständnis überrascht, flieht sie Hals über Kopf zu ihrer Freundin Claudia. Gemeinsam mit ihr versucht sie herauszufinden, was sie zu dieser Flucht veranlasst hat und kommt zu dem Schluss: Sie konnte das Liebesgeständnis nicht erwidern, weil es in Bayern dafür keine passenden Worte gibt! Doch Claudia möchte ihr beweisen, dass es die Liebe auf bayrisch gibt. Und so erscheint am nächsten Tag in der Zeitung ein großer Artikel mit Lenes Behauptung. Dieser spaltet die bayrische Nation. Plötzlich soll Lene nicht nur einen Ratgeber schreiben, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit einiger recht attraktiver Männer auf sich. Wird sie unter ihnen ihre weiß-blaue Liebe finden?

Das Cover ist ein echter Hingucker. In hellblau mit rosa Verzierungen zieht es definitiv die (weiblichen) Blicke auf sich. Ich gebe zu, dass ich allein deshalb überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden bin. Wie nicht nur die Aufmachung, sondern auch der Titel andeutet, erwartet die Leserin eine durch und durch bayrische Liebesgeschichte.

Der Einstieg in diese Geschichte ist gut gelungen. Sie beginnt gleich mit Lenes Flucht und ihrer Behauptung, dass es keine bayrischen Worte für „Ich liebe dich“ gibt. Schnell findet sie sich zwischen den Fronten wieder und die Ereignisse in ihrem Leben beginnen, sich zu überschlagen. Zahlreiche Männer buhlen um Lenes Gunst, und auch als Leserin hatte ich schnell meinen Favoriten, mit dem ich Lene gerne zusammensehen wollte.

In zahlreichen amüsanten, romantischen oder auch skurrilen Situationen lernt Lene ihre Verehrer kennen und versucht, ihre große Liebe zu finden. Meist konnte mich dies gut unterhalten, gelegentlich störte mich jedoch Lenes naives Verhalten gegenüber Männern. Bis jetzt frage ich mich außerdem, was für ein Problem Lene eigentlich mit ihrer Körbchengröße hat, denn diese wird im Buch mehr als einmal erwähnt.

Das Bonusmaterial im Buch soll nicht unerwähnt bleiben. Einige Sätze im Buch sind auf bayrisch, und daher findet die Leserin im Umschlag einen bayrisch-deutschen Vokabeltrainer, der mir beim Verständnis einiger Begriffe weitergeholfen hat. Die Rezepte, die in der Geschichte erwähnt werden, sind außerdem hinten im Buch abgedruckt. Ich bin zwar keine große Köchin, doch durch die Zutatenlisten konnte ich mir in etwa vorstellen, was überhaupt in den Gerichten enthalten ist, die im Buch verspeist werden.

Insgesamt ist „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ eine leichte, amüsante Lektüre für zwischendurch. Der Autorin ist es gut gelungen, die bayrische Atmosphäre einzufangen und mit der Geschichte um Lenes Suche nach der großen Liebe zu verbinden. Als lockeren Liebesroman kann ich das Buch an alle Leserinnen weiterempfehlen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.09.2012
Nach dem Schnee
Crockett, Sophie D.

Nach dem Schnee


gut

Eine neue Eiszeit in Europa

Willo lebt mit seiner Familie als Wanderer in den Bergen. Hauptsächlich leben sie von der Jagd und dem Verkauf gegerbter Felle. Denn eine neue Eiszeit ist angebrochen, und in den Städten herrscht Armut und Chaos. Ein Wanderer zu sein ist jedoch illegal, und so findet Willo, als er eines Tages von der Jagd zurückkehrt, das Haus verlassen vor. Seine Familie wurde von der Regierung abgeholt. Willo möchte sich allein durchschlagen, trifft jedoch bald auf Mary, die ihre Familie ebenfalls verloren hat. Durch sie gelangt er unfreiwillig in die Stadt, in der er ums Überleben kämpfen muss und nach Informationen über den Verbleib seiner Familie sucht.

Das Cover des Buches gefällt mir gut. Man sieht die Silhouette einer Person, vermutlich Willo, der alleine durch einen endlos wirkenden, verschneiten Wald geht. Dies passt gut zu den Eindrücken der Eiszeit-Welt, die ich beim Lesen des Buches erhalten habe. Den Titel NACH dem Schnee fand ich jedoch ein bisschen irreführend, denn ein Ende der Eiszeit ist nicht in Sicht.

Ich habe leider lange keinen richtigen Zugang zum Buch gefunden. Das lag hauptsächlich an dem sehr gewöhnungsbedürftigen Schreibstil der Autorin. Ausgewiesen als Jugendbuch sollte sich die Sprache Willos wohl seinem Alter anpassen. Diese Sprache hat meinen Lesefluss jedoch deutlich gestört. Ein Beispiel hierfür ist der Satz „Da kriecht ein mieses Gefühl in mir hoch, wie ich da auf dem Boden hock.“ (S. 46) Ich konnte mich daher erst nach einigen Dutzend Seiten an den Stil gewöhnen und mich von der Handlung fesseln lassen, die allmählich an Fahrt aufnimmt und zum Ende hin für spannende Szenen sorgt.

Durch Willos Reise von den Wäldern in die Stadt erhält der Leser einen umfassenden Eindruck der dystopischen Welt, die Sophie D. Crockett in diesem Buch erschaffen hat. Fasziniert hat mich die Tatsache, dass diese Welt tatsächlich einmal Realität werden könnte, denn die Handlung ist in England nach dem Versiegen des Golfstroms angesiedelt, zu dem es tatsächlich eines Tages kommen wird. Kohle- und Atomkraftwerke dienen der Stromerzeugung, denn alle Windräder sind unter den Schneelasten eingebrochen und China, die neue Weltmacht, hat die Macht über die Sahara und dort zahlreiche Sonnenkollektoren aufgestellt. Nach und nach erhält man einen Eindruck von den Verhältnissen in diesem neuen England, und ich habe mich oft gefragt, wie ich selbst mich in dieser Welt wohl zurechtgefunden hätte.

Insgesamt hat mir die Handlung des Buches und die dystopische Welt, in der sie angesiedelt ist, gut gefallen. Die jugendliche Sprache des Buches hat mich jedoch gestört, durch sie konnte ich mich auch nicht so recht mit Willo identifizieren. Ich empfehle das Buch daher an junge Leser ab 14 Jahren weiter, die gerne eine Dystopie lesen möchten, die irgendwann tatsächlich Realität werden kann.

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