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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Ann-Kathrin


Bewertungen

Insgesamt 4 Bewertungen
Bewertung vom 12.07.2016
Memories To Do
Schipp, Linda

Memories To Do


ausgezeichnet

Inhalt:
Allie verliert ihr Gedächtnis und versucht es wieder zu finden.

Meine Meinung zum Inhalt:
Ja, ich weiß, die Inhaltsangabe ist viel zu kurz. Aber ich habe furchtbare Angst etwas zu verraten. Normalerweise sind mir Spoiler egal, denn ich lese nicht wegen des Finales. Aber hier empfehle ich jeden, sich nichts verraten zu lassen. Das macht dieses Buch aus.

Deswegen bleibt mir auch nicht so viel zu sagen: Ich liebe alle Wendungen und war bis zum Schluss gespannt, wie es ausgeht. Und auch die Auflösung ist fantastisch. Eine der besten, die ich kenne.

Stil:
Der Stil ist ebenso grandios. Die Autorin schafft es sich in alle Personen einzufühlen. Normalerweise mag ich allwissende Erzähler nicht so gern, schon gar nicht, wenn sie immer abwechselnd in viele Personen reinschauen. Aber ist es wirklich gut gelungen. (Ab ein oder zwei Stellen wird es etwas schwammig. Aber das ist nicht schlimm und ist mein einziger kleiner Kritikpunkt an dem Buch.)

Personen:
Nicht nur die Protagonisten, sondern auch alle anderen Personen sind vollständig und einfach wunderbar gestaltet. Sie werden bis zum Schluss durchgehalten, sodass ein perfektes Zusammenspiel entsteht.

Cover:
Wunderschön!!!

Qualität:
Ich habe das ebook gelesen. Es ist professionell formatiert und es gibt so gut wie gar keine Fehler. Der Stil ist ebenfalls durchgehend super. Insbesondere für eine Selfpublisherin eine große Leistung.

Insgesamt:
Ich weiß, dass meine Rezension kaum etwas aussagt. Ich kann euch allen nur dringend ans Herz lesen, dieses Buch zu lesen und sich überraschen zu lassen.

Bewertung vom 21.01.2016
Der goldene Sohn
Gowda, Shilpi Somaya

Der goldene Sohn


ausgezeichnet

Inhalt:

Aus Platzgründen muss ich meine Inhaltsangabe und meine Kritik zum Klappentext leider rauskürzen.

Ansonsten bin ich von dem Inhalt jedoch sehr angetan. Besonders schön finde ich, dass - vornehmlich im ersten Teil - sehr häufig die Perspektive gewechselt wird. Man erfährt einiges übel Anils und Leenas Kindheit und dann abwechselnd wie das Leben dieser Menschen weitergeht. Diese vorgehendweise lockert auch immer mal wieder das ganze Geschehen auf und erhält die Spannung.

Nur gegen Ende gab es für mich einige Stellen, die etwas langwierig oder auch einfach uninteressant waren. Während des größten Teils, wollte ich das Buch jedoch nicht aus der Hand geben und einfach nur erfahren, wie es den Protagonisten weiter ergeht.

Kultur:
Obwohl das eigentlich zum Inhalt gehört, mache ich hier der Übersicht zu liebe einen neuen Punkt auf. Die Kulturunterschiede sind große – wie sich jeder denken kann. Beide Länder haben gute und schlechte Seiten. Meiner Meinung nach geht die Autorin da sehr gut mit um. Es wir viel aufgezeigt – auch viel (im ersten Moment) schlechten. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl belehrt zu werden.
Es kommen viele Arzt-Klischees vor und auch einige Klischees, die man so über Indien kennt. Ich hatte kein Problem damit und habe auch gerne die Arzt-Szenen gelesen. In den meisten steckt auch viel mehr als nur ein Klischee. Da lohnt sich der zweite Blick/ der zweite Gdanke.

Charaktere:
Ebenso ist es mit den verschiedenen Charakteren. Diese wurden mit viel Mühe alle einzeln ausgearbeitet und nicht einfach nur Klischees unterworfen. Anils Brüder sind alle anders. Ebenso seine Mitbewohner. Besonders über Letztere bekommt man als Leser noch einmal ein paar Anregungen ganz objektiv über Kultur und Meinungsverschiedenheiten nachzudenken.
Zu diesem Thema gibt es sehr viele kleine Geschichten. Wie die genau zustande kommen, möchte ich nicht verraten, als Leser merkt man das aber sehr schnell. Jedenfalls hat mir die Vielfalt dieser sehr gefallen.

Stil:
Der Stil der Autorin (und wohl auch der, der Übersetzer) hat mich sehr beeindruckt. Aber ich kann gar nicht sagen, was genau. Ich war einfach immer mittendrin. Einmal beschreibt sie über wenige Zeilen, wie ein Mädchen glücklich ist – und ich war es auch. Ich sehe alles vor mir, obwohl die Autorin nie zu langen Beschreibungen angesetzt hat. Das hat mich wirklich tief beeindruckt.

Cover:
Das Cover ist neben dem oben genannten Klappentext die zweite Sache, die mir persönlich gar nicht gefallen hat. Es passt einfach nicht wirklich zum Buch. Klar: Das Meer bedeutet Freiheit. Das ist aber auch schon sehr ausgelutscht. Es geht nicht um einen Jungen – und schon gar nicht um einen, bei dem nur die Umrisse zu erkennen sind. Mit den blassen Farbe kann ich auch nichts anfangen. Im Buchhandel hätte ich nicht nach dem Buch gegriffen. Und wenn doch, hätte der Klappentext für mich nach kitschiger Liebesgeschichte geklungen. Nur weil ich für Lovelybooks die Leseprobe gelesen habe, wollte ich es lesen. Schon die erste Seite hatte mich überzeugt. Und da bin ich unendlich froh drüber!

Kleinigkeiten:
Das ist ja eigentlich keine Kategorie. Trotzdem möchte ich etwas dazu sagen. Es gibt unendlich viele Zitate, die in mir hängen geblieben sind. Und vor allem auch so viele einzelne Geschichten. Alles, was mir zwischendurch nicht ganz durchdacht vorkam, wurde aufgelöst. In diesem Roman steckt so viel durchdachte Kleinstarbeit, dass ich das einfach nochmal einzeln loben möchte. Und ganz nebenbei: Das Ende hatte ich nicht erwartet und ich war sehr, sehr positiv überrascht davon.

Insgesamt:
Dieses Buch habe ich trotz seiner Länge in kürzester Zeit verschlungen. Dabei fühlte ich mich, als würde ich jede Geschichte selbst miterleben. Und jetzt, wo es zu Ende ist, muss ich noch über so vieles nachdenken. So muss ein gutes Buch sein.

Bewertung vom 15.09.2015
Luzifer und der Küster
Schulze Gronover, Sabine

Luzifer und der Küster


ausgezeichnet

In "Luzifer und der Küster" geht es heiß her zwischen Religion, Krimi und Fantasy. Eine Mischung, die für mich kaum vereinbar klingt, doch die Autorin hat es irgendwie geschafft eine wunderbare Geschichte mit all diesen Komponenten zu Zaubern. Und obwohl ich natürlich den Klappentext gelesen habe, hat mich schon der Prolog umgehauen. Da sitzt der Sozialpädagoge plötzlich im Himmel fest.
Gerade zu Anfang kam mir das Buch ein wenig vor wie eine Aneinanderreihung von Interviews, dank denen der Leser nach und nach etwas rausfindet.
Ich finde es auch schön, wie locker hier mit sehr ernsten Themen umgegangen wird. Es finden sich viele Fakten und Geschichten aus der Bibel wieder und trotzdem ist ganz bestimmt kein religiöses Buch, dass auf eine unterhaltene Weise strenge Regeln des Christentums wiedergibt. Im Gegenteil: Kunstvoll spielt die Autorin mit Ideen wie der Reinkarnation und dem Himmel.
Es ist eine ganz eigene Idee von der Welt. Und noch dazu eine sehr spannende.

Bewertung vom 09.07.2014
Ich, Bakoo (eBook, ePUB)
Wiest, Hubert

Ich, Bakoo (eBook, ePUB)


sehr gut

Hätte ich zeitlich die Möglichkeit gehabt, wäre das ein Buch gewesen, das ich einem durchgelesen hätte, denn die Spannung ist von Anfang an da und endet nie. Wenn es vielleicht doch mal langweilig geworden wäre, hat der Autor an einer geschickten Stelle die Perspektive gewechselt. Am Ende eines Kapitels will man das Buch, bzw. in meinem Fall den Reader, nicht aus der Hand legen. Man muss einfach wissen wie es weitergeht.
Das liegt auch daran, dass einem die Charaktere so sehr ans Herz wachsen. Auch wenn ich mir Avokas immer noch nicht vorstellen kann (liegt wohl an meinem missratenen bildlichen Vorstellungsvermögen), ist Muunabat einfach toll. Ein liebevolles, kuscheliges Raubtier. Er hat einen einzigartigen, gut dargestellten Charakter. Bakoo ist ebenfalls eine tolle Figur. Am Anfang und Ende der Geschichte mag ich ihn sehr. In der Mitte hat es allerdings ein wenig gehakt. Für mich hat er sich höchst unsympathisch verhalten. Ich denke, dass da seine Gedanken, für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen sind. Das gleiche gilt auch für später. Ich finde es gut, dass er nicht perfekt ist. Das ist mir sogar sehr wichtig, aber sein Verhalten hätte besser begründet sein bzw. dem Leser verständlich gemacht werden können. Alelia dagegen ist ebenso wie Muunabat eine wirklich tolle Figur. Ihre Handlungen sind trotz der Perspektivwechsel nachvollziehbar und sie hat einen tollen Charakter.
Schön finde ich auch, die dargestellten Nebenfiguren. Die Lehrerin hätte vielleicht etwas mehr Zeit bekommen können oder eine Szene, in der sie sich mit Bakoo aussöhnt, aber an sich ist alles klar dargestellt. Und Visco ist mir wahnsinnig ans Herz gewachsen.
Auch der Ort und die Science-Fiction Ideen sind toll. Die Informationen über diese Welt sind super in der Handlung verwebt worden. Der Anfang war jedoch für mich ein wenig schwierig zu verstehen. Bakoo regt sich viel über seinen Bruder auf. Aber stattdessen hätte er auch ein bisschen an seine Welt denken können. Irgendwie war nicht ganz klar, was echt und was Fantasy ist. Allerdings ist mir das lieber, als wenn ein Erzähler erstmal über 98 Seiten die Welt erklärt. Der Anfang wurde auch dadurch etwas erschwert, dass man lange Zeit gar nicht versteht, was jetzt in welcher Zeit spielt.
Aber auch diese nie vollendeten Kenntnisse für diese Welt sorgen für die bereits beschriebene Spannung. Ich finde jedoch schade, dass mir die Spannung an einigen Stellen in Bezug auf einzelne Details (zum Glück nicht auf die Geschichte an sich) genommen wurde. Da auch einige Rezensionen lesen, die keine Spoiler sehen wollen, gehe ich nicht zu sehr ins Detail. Aber es gab einige Moment, wo der Leser schon lange kapiert hat, was Sache ist, während Bakoo noch dumm dastand und ein Brett vorm Kopf hatte. Das ist zwar eine Geschmackssache, aber ich persönlich identifiziere mich lieber mehr mit dem Protagonisten, anstatt ihm beim Handeln zuzusehen. Erstrecht, wenn die Geschichte in der ersten Person geschrieben ist.
Des Weiteren haben mich einige etwas zu einfache Begründungen aus der Spannung gerissen. Bakoo handelt Intuitiv genau richtig, in einer mehr als wichtigen Sache. Er hat nie etwas davon gewusst, wie problematisch Jurlans Name gewesen wäre, als kann er unterbewusst gar nicht dazu gebracht worden sein. Im Gegenteil. Da hat er Jurlan für jemanden gehalten, der eigentlich sehr beliebt sein müsste. (Wie gesag