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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Mariposa
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Bewertungen

Insgesamt 20 Bewertungen
12
Bewertung vom 29.03.2020
Nur wer loslässt, hat das Herz frei
Reichert, Amy E.

Nur wer loslässt, hat das Herz frei


weniger gut

Eine Familiengeschichte der besonderen Art:
Als Ginas Mutter Lorraine einen Schlaganfall erleidet und daraufhin nicht mehr sprechen kann, kann sie zwar Gina, die sich von ihrer Mutter stets unverstanden fühlt, nicht mehr kritisieren, doch als diese ihre Dokumente ordnet, auch kein Licht mehr in das Geheimnis um Ginas Vater und das Foto bringen.
Doch Gina wäre nicht die geborene Optimistin, die sie ist, wenn das für sie ein Hindernis wäre..schließlich findet sie zusammen mit ihrer Schwester Vicky und ihrem alten polnischen Kindermädchen Roza sogar heraus, dass Mutter und Tochter ganz ähnliche Schicksalsschläge teilen..

Meine anfängliche Meinung, dass es sich um einen klassischen Frauenroman voller Klischees handelt, musste ich bereits nach kurzer Zeit revidieren, dennoch gefiel mir die gesamte Geschichte weniger gut.
Die Charakatere sind eher eindimensional und die Geschichte zu stark konstruiert, um mitreißend oder bewegend zu sein.
Er ist wenig unterhaltsam, allerdings kann man ihn wenigstens in einem Rutsch durchlesen.
Der Perspektivwechsel in der Erzählweise erscheinen mir als das einzige Highlight.
Meinen Geschmack hat der Roman leider nicht getroffen.
Zusätzlich enthält die mir vorliegende Ausgabe bereits im Klappentext grammatikalische Fehler und auch im weiteren Verlauf hat man das Gefühl, dass dieser Roman keiner Lektorin jemals vorgelegen hat.

Bewertung vom 03.10.2019
Neun Fremde
Moriarty, Liane

Neun Fremde


ausgezeichnet

unterhaltsam - anders - grandios!
Die Autorin Liane Moriarty hat hier ein unterhaltsames Meisterwerk geschaffen: Die Protagonisten sind mehrschichtig und überragend charakterisiert, der Plot meisterhaft in Szene gesetzt, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten. Ich habe es regelrecht verschlungen!

Bewertung vom 25.05.2019
Bleib doch, wo ich bin
Keil, Lisa

Bleib doch, wo ich bin


schlecht

Lisa Keils Debütroman "Bleib doch, wo ich bin" ist die turbulente Liebesgeschichte von Lehrer Lasse Fries, den es aus der Großstadt ins Nest Neuberg verschlägt, und Buchhändlerin Kaya Mahler, ganz Neubergerin, Tante, Ponybesitzerin und Büchernärrin. Kayas Lebensmotto scheint YOLO zu sein und so erobert sie Lasses Herz im Sturm...

Ursprünglich hat die Autorin, die selbst eigentlich Tierärztin ist, die Geschichte nur für ihre Freundinnen geschrieben, was man meiner Ansicht auch merkt, so amateurhaft wie dieser Roman verfasst ist, umso mehr wundert es mich, dass er im Fischer Verlag erschienen ist.
Vor allem der Beginn des Romans wirkt eher nach Schulaufgabe als nach Roman eines Schriftstellers, in der Mitte wird es ein wenig besser.
Am irritierendsten sind die zahlreichen unvermittelten Sprünge und Wechsel des Erzählers, doch auch das jähe Ende des Romans wirkt nicht gerade gekonnt..
Durchsetzt von pikanten Sexszenen wird der Roman aber vermutlich den Geschmack des Zeitgeists und der 08/15 LeserInnen treffen.

Mir hat selten ein Buch so schlecht gefallen.

Bewertung vom 05.02.2019
Der Himmel gehört uns
Allnutt, Luke

Der Himmel gehört uns


weniger gut

Anna und Rob: Ein junges verliebtes Ehepaar zu deren Glück nur noch ein Kind fehlt um diess zu perfektionieren. Schließlich wird Sohn Jack geboren und das Glück der beiden scheint perfekt.
Zu perfekt, denn Jack erkrankt einer seltenen Form von Krebs. Dennoch stehen die Heilungschancen dank einer Operation gut. Doch der Krebs kehrt in einer viel aggressiveren Form zurück und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Während Anna ihre eigene Art hat mit dem ganzen fertig zu werden, klammert Rob sich an jeden noch so kleinen und doch abwegigen Hoffnungsschimmer und setzt alles auf eine Karte..

Ein schlimmes und schwieriges Thema für einen Roman. Niederschmetternd allein die Vorstellung, vor allem für Eltern.
Sofort als ich wusste um was es geht, dachte ich, dass man sich etwas derartiges nicht einfach ausdenken kann, wenn auch der Autor selbst und nicht etwa sein Kind an Krebs erkrankt war.
Vielleicht ist der Roman so etwas wie eine Katharsis für den Autor, ein sich-von-der-Seele-schreiben, immerhin ist der Roman das erste Buch, das Luke Allnutt geschrieben hat.

Bewertung vom 30.09.2018
Nacht über Tanger
Mangan, Christine

Nacht über Tanger


schlecht

"Nacht über Tanger" ist der Debütroman von Christine Mangan.
Wie der Titel bereits verrät, spielt der Plot in der marokkanischen Stadt Tanger, bietet aber auch einige Rückblenden in das gemeinsame Leben der Hauptfiguren Alice und Lucy während der Zeit am College.

Der Roman stellt ein Paradebeispiel für das sogenannte Gaslighting (Begriff aus der Psychologie: Eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch mit der Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden und ihr Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich deformiert).

Aus einer Freundschaft bzw. Liebe wird eine Besessenheit bis hin zum totalen Kontrollverlust und Missbrauch von Vertrauen.

Mir fehlen für einen gelungenen Roman die bildhafte und lebendig-beschreibende Sprache um die Eindrücke und das Leben in Tanger zu schildern, wer noch nie dort war, kann sich kein ausreichendes BIld machen und es fällt insgesamt schwer überhaupt in den Handlungsstrang, der abgehackt wirkt, einzusteigen..
Vor allem der Anfang des Buches war für mich eine Qual und ich musste mich stark zwingen das Buch überhaupt weiterzulesen, die zahlreichen Grammatik- und Rechtschreibfehler der mir vorliegenden Ausgabe machen es nicht besser.

Bleibt zu hoffen, dass die Verfilmung mit George Clooney und Scarlett Johannsen gelungener und atmosphärischer wird.

Bewertung vom 16.06.2018
Frauen, die Bärbel heißen
Reiners, Marie

Frauen, die Bärbel heißen


weniger gut

Marie Reiners (Drehbuchautorin der Serie "Mord mit Aussicht") Debütroman handelt von einer 54-jährigen Tierpräparatorin, die allein mit ihrer Hündin Frieda am Rande eines Waldes lebt und freiwillig das Dasein einer Eremitin lebt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und könnte nicht realitätsferner und merkwürdiger sein.

Ihr Frieden wird jäh unterbrochen, als sie im Wald das perfekte Stöckchen findet, nur steckt dieses zufällig in einer Leiche..

Das Buch ist extrem konstruiert, makaber und auch brutal auf eine locker-fröhliche Art, die mir persönlich allerdings nicht zusagt.
Es wird ein Bild von Menschen geschaffen, die abseits des Mainstreams leben, das nicht nur abwertend und verurteilend ist, sondern viel zu sehr stereotyp mit dem Finger auf Außenseiter zeigt und zu beweisen sucht, dass Eigenbrötler nicht nur seltsam sondern auch stets mit Vorsicht zu genießen sind.

Insgesamt erinnert es mich sehr an "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" kann aber bei Weitem nicht an dessen Brillianz heranreichen.

Bewertung vom 31.01.2018
Nachtlichter
Liptrot, Amy

Nachtlichter


gut

"Nachtlichter" ist eine autobiografische Erzählung der britischen Journalistin Amy Liptrot. Offen, schonungslos und ehrlich beschreibt sie ihr Leben als Alkoholsüchtige, die ihr Leben exzessiv lebt bis sie nicht nur beruflich sondern vor allem sozial und emotional vollkommen abstürzt, in einer Suchtklinik landet und doch ihre Heilung schließlich fernab britischer Großstädte findet.

Mit einem Blick fürs Detail schildert sie ihren Weg zurück zu sich selbst, über die Landschaft ihrer Kindheit und ihrer heimatlichen Wurzeln.

Ihre neugewonnene Liebe zur Natur und andersartige Interessen helfen ihr auf dem Weg trocken zu werden und vor allem zu bleiben.

Ein zunächst holpriger und abgehackt wirkender Bericht, der schließlich in eine geschmeidige Schilderung der rauen Schönheit der Orkneyinseln übergeht und somit auch über die Erzählsprache den Wandel zur inneren Balance gekonnt wiedergibt.

Zu empfehlen, für alle die beim Lesen weitergehendes Interesse an den Orkneyinseln entwickeln konnten, ist auch der Instagramaccount der Autorin.

Bewertung vom 14.10.2017
Die Wurzel alles Guten
Nousiainen, Miika

Die Wurzel alles Guten


sehr gut

Der finnische Bestseller des Autors Miika Nousianen, der derzeit auch verfilmt wird, ist ein überraschend gut geschriebener und sehr ungewöhnlicher Roman.

Mir gefallen der nicht-alltägliche Schreibstil mit den zahlreichen Wechseln des Erzählers und die Art, wie die Geschichte von einem Ort zum anderen führt , um schließlich in den Raum zu stellen, dass wir alle eine große Familie und einander ähnlicher sind, als wir vermuten, ohne dabei belehrend zu wirken.

Die Grundidee des Romans, die Suche nach sich selbst und nach seinen Wurzeln, wird hier mit viel Herz und Wärme umgesetzt und so verfehlt der Roman nicht seine Wirkung: Jeden von uns zu einer Reise zu sich selbst anzuregen.

Endlich wieder ein Roman, der auch ohne plumpe Umschreibungen und oberflächliche Sexszenen brilliert!

Bewertung vom 27.07.2017
Als wir unbesiegbar waren
Adams, Alice

Als wir unbesiegbar waren


weniger gut

Die Freunde Eva, Benedict und die Geschwister Lucien und Sylvie kennen sich seit dem College und fiebern nach ihrem Abschluss dem "echten" Leben außerhalb der Uni entgegen, wobei jeder der vier andere Pläne und Träume verwirklichen möchte.

Doch wie im echten Leben kommt es meist anders als man denkt und die Freunde haben extreme Höhen und Tiefen zu bewältigen, die auch ihre Freundschaft so manches Mal auf die Probe stellt...

Die Charaktere sind sehr realitätsnah konstruiert, haben alle einen unterschiedlichen sozialen Hintergrund und könnten trotz ihrer anfangs tiefen Verbundenheit kaum unterschiedlicher sein.
Leider sind die Entwicklungen der Personen alle weniger rosig und positiv, insgesamt schon beinahe deprimierend und mir persönlich sind die Charaktere alle mehr oder weniger stark unsympathisch.
Auch habe ich den Eindruck als gehöre es für die Autorin zur Normalität (oder sogar "zum guten Ton"?), dass junge Leute Erfahrungen mit allen möglichen Drogen machen, sich in Alkoholexzessen verlieren und auch ein sehr üppiges und leichtlebiges Liebesleben führen..
Für mich absolut unverständliche Ansichten werden hier aufgeführt, verteidigt und positiv dargestellt (z.B. "Robert vögelte sich durch die Gegend, aber dass er nicht bereit war, deswegen zu heucheln, machte einen großen Teil seines Charmes aus"), sodass ich mich frage ob es wirklich Frauen gibt, für die das bei einem Mann eine Form von Charme darstellt und für die dieses Verhalten vollkommen in Ordnung ist..vielleicht bin ich einfach zu prüde dafür.

Mir sagt der Debütroman von Alice Adams nicht zu.

Bewertung vom 18.04.2017
Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Basile, Salvatore

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands


gut

Der Titel des Buches "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstandes" war sehr vielversprechend, doch die Story ist meiner Ansicht nach sehr abstrus umgesetzt und entwickelt sich viel zu rasch und zu oberflächlich, als dass mich die Geschichte wirklich berühren oder so richtig in ihren Bann ziehen könnte.

Die Charaktere sind nicht richtig lebendig und eher weniger tiefgründig und gefühlvoll dargestellt, es wird nicht genügend auf das Innenleben eingegangen.
Die Mitte und das Ende des Buches sind etwas besser geschrieben als der Beginn und auch das überraschende Ende gefiel mir, auch wenn die Charaktere insgesamt nicht genügend Wandlung durchlaufen, sodass die letztliche Kartharsis auch ein wenig flach bleibt.
Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es sich hier um den ersten Roman von Salvatore Basile handelt und man somit einige Zugeständnisse machen muss, es ist immer eine Handlung die großen Mut erfordert, seinen ersten Roman zu schreiben und bestimmt steckt sehr viel Herzblut darin!

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