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Benutzername: Literella.blog.de
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 6 Bewertungen
Bewertung vom 29.03.2012
Schweig still, süßer Mund
Clark, Janet

Schweig still, süßer Mund


sehr gut

Niedlich und verspielt kommt das Cover mit den Röschen daher, doch handelt es sich um einen Thriller, der nichts mit mädchenhafter Verspieltheit zu tun hat.
Jana ist die Einzige, die von Anfang an daran glaubt, dass Ella etwas zugestoßen ist. Zu Beginn stößt sie von allen Seiten nur auf Ablehnung und wundert sich, warum plötzlich alle gegen Ella zu sein scheinen. Jedoch entdeckt sie nach und nach, dass Ella auch eine andere Seite hat, ein zweites Leben, von dem Jana keine Ahnung hatte. Nach und nach stößt sie auf viele Geheimnisse und lernt ihre beste Freundin ganz neu kennen.
Gerade dieses allmähliche Aufdecken von Geheimnissen lässt nicht nur Jana, sondern auch den Leser immer mehr an Ella und auch an den Menschen in Janas Umgebung zweifeln. Wem kann man noch vertrauen? Wer hat noch alles Geheimnisse? Verdächtig verhalten sich jedenfalls viele.
Ab und an werden ein paar Textpassagen aus Tätersicht eingestreut, welche immer wieder kleine Hinweise darauf geben wer er sein könnte und auch Einblick in sein Innenleben geben, sodass man sogar mit ihm ein wenig mitfiebern kann.
Es war dann in der zweiten Hälfte zwar relativ schnell klar wer der Täter ist, aber man wusste ja noch immer nicht genau was nun mit Ella passiert, wodurch die Spannung trotzdem bis zum Ende aufrecht erhalten wurde.
Der Schluss überraschte mich dann aber doch noch einmal.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.03.2012
Ruf der Dämmerung
Lark, Sarah

Ruf der Dämmerung


gut

Von Sarah Larks Büchern habe ich bisher keines gelesen, aber da dieses hier das erste Jugendbuch der Autorin ist und dann auch noch alte irische Sagen zum Hintergrund hat, konnte ich mir die Lektüre natürlich nicht entgehen lassen.
Die Geschichte beginnt recht normal und Frau Lark lässt sich Zeit die einzelnen Charaktere, die übrigens nicht alle unbedingt sympathisch sind, vorzustellen. Ihr Schreibstil ist sehr bildgewaltig, sodass die Landschaft beim Lesen vor dem inneren Auge Gestalt annimmt.
Nach und nach häufen sich dann die Merkwürdigkeiten und die Geschichte gleitet vom Normalen ins Fantastische hinüber. Der Übergang geschieht nach und nach und ist meiner Meinung nach genau richtig inszeniert. Man wird nicht einfach ins buchstäbliche kalte Wasser geworfen, sondern erfährt nach und nach etwas über Ahi und sein Volk.
Da ich eine echt Märchentante bin, hat mir das Grundgerüst der Geschichte wirklich sehr gut gefallen. Ich hätte sogar gerne noch mehr über die mystischen Wesen erfahren, leider bleibt die Autorin dort etwas sparsam mit Informationen und stellt die Liebesgeschichte zwischen Ahi und Viola in den Vordergrund.
Nicht so gut gefallen hat mir Ahis Wesen. Ich gehöre ja zu der Kategorie, die sich von "starken und etwas bösen Kerlen" angezogen wird. Ein bisschen düster darf es schon sein. Ahi hingegen ist die Sanftmut selbst und ist zudem auch noch ziemlich hilflos in der realen Welt. Dies sind nicht unbedingt Attribute, die für Herzklopfen sorgen.
Außerdem ist Violas Stiefmutter ziemlich biestig. Beim Lesen dachte ich eigentlich die ganze Zeit, dass es auch mit ihr irgendetwas Übernatürliches auf sich hat, anders konnte ich mir einfach nicht erklären warum Violas Vater seine Frau für diese Person verlassen haben sollte.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.03.2012
Julischatten
Babendererde, Antje

Julischatten


ausgezeichnet

Auch dieses Buch von Frau Babendererde spielt wieder in der Welt der Indianer, welche die Autorin wie keine Zweite vor dem Auge ihrer Leser entstehen lassen kann.
Von der ersten Seite an zieht die Geschichte ihre Leser in den Bann. Sim ist ein sehr spannender Charakter, der auf den ersten Blick verrät, dass es noch einiges an ihr zu entdecken gibt und sie ein Geheimnis mit sich herum trägt. Ich war sehr gespannt auf ihre Entwicklung im Laufe der Handlung.
Die indianische Welt ist wieder einmal sehr gut getroffen. Die Autorin schafft es immer wieder den schmalen Grat, der zwischen der bitteren Realität der in den Reservaten lebenden Indianer und der Mystik um die indianische Kultur liegt, nicht in eine Richtung zu überspannen. Besonders gut gefällt mir, dass sich die Autorin nie in Klischees verfängt, sondern die unverblümte Wahrheit beschreibt, wobei sie auch nicht vor Themen wie dem Alkoholmissbrauch und dem Drogenkonsum innerhalb der Reservate zurückschreckt. Gleichzeitig wirkt die ganze Problematik nicht aufgesetzt oder zu aufdringlich.
Die durch die aufeinander prallenden Kulturen entstehende Situationskomik hat mich an einigen Stellen laut auflachen lassen. Die optisch doch sehr ausgeflippte Sim will so gar nicht in die enge, traditionelle Welt des Reservates passen und sorgt dadurch für so manch lustige Situation.
Ihre Charaktere entwickelt Frau Babendererde mit sehr viel Liebe zum Detail und versieht sie mit so vielen Facetten, dass sie absolut echt wirken und man selbst dem Widerling der Geschichte noch immer etwas Positives abgewinnen kann und ihn letztlich ins Herz schließt.
Die Handlung an sich hat alles was eine gute Geschichte ausmacht. Sie hat Witz, Charme, Spannung und durch die beiden Brüder, auf die Sim gleich zu Beginn ihrer Reise trifft, auch eine gehörige Portion Herzklopfen.

Fazit:
Ein Buch, das wieder einmal das Leben in den Reservaten vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, mich hat mitfiebern, lachen und bangen lassen und welches ich jedem Fan der Autorin und auch solchen, die es noch werden wollen, sehr ans Herz legen kann!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.02.2012
Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner, 4 Audio-CDs
Gier, Kerstin

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner, 4 Audio-CDs


ausgezeichnet

Inhalt:
Kati und Felix sind glücklich verheiratet, doch hat sich der Alltag in ihr Eheleben eingeschlichen. Als Kati den attraktiven Mathias kennenlernt, haben es die Schmetterlinge darum auch sehr leicht sich in ihrem Bauch breit zu machen.
Als sie vor einen Zug stürzt bekommt sie die einmalige Chance alles noch einmal anders zu machen, denn als sie im Krankenhaus erwacht, ist die Zeit zurückgesprungen und es ist genau einen Tag vor ihrem ersten Treffen mit Felix, ihrem zukünftigen Ehemann. Jetzt will sie alles richtig machen.

Meine Meinung:
Das Cover, die Inhaltsangabe, das ganze Genre…eigentlich nichts für mich! Aber trotzdem entschied ich mich es mal mit diesem Buch zu versuchen, da ich Kerstin Gier seit der Edelstein Trilogie zu meinen Lieblingsautoren zähle – und ich habe es nicht bereut!
Kerstin Giers Humor ist einfach absolut mein Fall, mehr als einmal brach ich in schallendes Gelächter oder mädchenhaftes Gekicher aus, während ich Kati durch ihr doch recht chaotisches Leben begleitete. Und dabei waren die Witze in keiner Weise platt oder überzogen, sondern wirklich situationsbedingt und einfach "schlau".
Die Geschichte ist mitreißend, locker, leicht und fröhlich und doch schwingt eine gewisse Nachdenklichkeit mit, die das Grundthema eben mit sich bringt. Wie würde man sich selber verhalten, wenn man die Chance hätte noch einmal ein paar Jahre zurückzuspulen und in einigen Dingen einen Neuanfang zu wagen?
Die Sprecherin "Irina von Bentheim", die vielen auch als die Stimme der "Carrie" aus "Sex and the City" bekannt sein dürfte, passte zudem perfekt zum Charakter "Kati" und bewies auch bei den anderen Protagonisten große Variationsfähigkeit in Sachen Stimmlage. Das hätte ich gar nicht erwartet.
Neben dem sprühenden Witz lebt die Geschichte auch von ihren Charakteren, die allesamt besonders sind, teilweise auch einfach nur schräg, auf eine sehr liebenswerte Art und Weise oder eben auch das absolute Gegenteil. So manches Mal dachte ich, dass ich der ein oder anderen Person auch schon einmal begegnet bin.
Ich wünschte mir so manches Mal, dass ich nur halb so schlagfertig wie Kati wäre! Es gab einige Situationen in denen ich einfach nur dachte "Wow! Der Spruch war dreist!" und mir wäre partout nichts mehr dazu eingefallen, aber Kati ist ja absolut nicht auf den Mund gefallen und hat einfach immer eine passende, geniale Antwort parat.
Leider handelt es sich hierbei um eine gekürzte Lesung, aber im Vergleich zu anderen gekürzten Lesungen, fiel dieses Manko hier gar nicht großartig auf. Die Handlung kam mir unlogisch vor, so als würde ein Teil fehlen oder gar zu schnell. Es passte alles.

Fazit:
Ich denke, ich werde mir noch mehr Hörbücher dieser Art zulegen, zumindest, wenn sie aus Frau Giers Feder stammen. Damit kann ich gar nichts falsch machen. Ein wirklich toller Hörspaß für alle, die einfach mal abschalten wollen und den Kopf frei bekommen wollen. Und auch die Lachmuskeln werden es danken.

2 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.02.2012
Spiegelkind / Spiegel-Trilogie Bd.1
Bronsky, Alina

Spiegelkind / Spiegel-Trilogie Bd.1


sehr gut

Inhalt:
In der Welt in der Juli lebt gilt es als oberste Regel "normal" zu sein, mit dem Strom zu schwimmen. Wer dieser Regel nicht entspricht wird verfolgt und geächtet.
Doch dann verschwindet plötzlich Julis Mutter, ihr Vater tut so als wäre nichts passiert und hat scheinbar große Angst. Juli erfährt, dass ihre Mutter eine Phee ist, deren besondere Fähigkeiten selbstverständlich nicht der Norm entsprechen. Dies macht sie zu besonders gefährdeten Wesen.
Gemeinsam mit einer neuen Freundin macht sich Juli auf die Suche nach ihrer Mutter und gerät dabei selbst immer mehr in den Blickpunkt der Ermittler.

Meine Meinung:
Mir fällt es ausnahmsweise schwer das Genre des Buches zu bestimmen. Ist es ein fantastischer Roman mit dystopischen Elementen oder eine Dystopie mit fantastischen Zügen? Aber eigentlich ist es auch egal, denn die Hauptsache ist ja, dass es eine Geschichte schafft ihre Leser zu fesseln, zu überraschen und zu begeistern und genau das hat das Buch (zumindest bei mir) geschafft.
Die Grundproblematik einer jeden Dystopie wird durch fantastische Elemente aufgelockert und mit einer extra Portion Spannung versorgt. Was hat es mit den Pheen auf sich? Was sind sie? Was können sie? Und das Wichtigste: Was wollen sie? Diese Fragen sind in der Handlung relativ zentral. Die Autorin schafft es dem Leser Stückchen für Stückchen zu reichen, um das Puzzle zu vervollständigen. Man hat also nicht die ganze Zeit das Gefühl, dass man um die Lösung der Probleme kreist und nicht vorankommt, was ja leider bei vielen Büchern der Fall ist.
Juli, die Ich-Erzählerin und Hauptperson der Geschichte, ist ein sehr interessanter und facettenreicher Charakter. Einerseits bemüht die Fassade der Normalität aufrecht zu erhalten, andererseits doch schon längst nicht mehr in die enge Welt des "nicht Auffallens" passend, kommt ihr Zwiespalt sehr gut rüber und macht sie selbst sehr sympathisch.
Das Tempo in dem die Handlung voranschreitet ist genau richtig, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt, man aber auch nicht das Gefühl bekommt, dass wichtige Informationen irgendwo auf der Strecke geblieben sind.
Etwas schade fand ich, dass die Figur "Ivan" etwas im Hintergrund geblieben ist. Über ihn hätte ich gerne mehr erfahren. Aber ich denke das wird die Autorin im zweiten Teil der Trilogie nachholen.

Fazit:
Ein wirklich lesenswertes, gut geschriebenes Buch, das mit sehr sympathischen Charakteren, einer spannenden, kurzweiligen Handlung und einigen neuen Ideen punktet.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.02.2012
Das Labyrinth der Wörter
Roger, Marie-Sabine

Das Labyrinth der Wörter


ausgezeichnet

nhalt:
Germain ist nicht gerade der schlauste Mensch dieser Welt. Im Gegenteil, wir würden wohl sagen er ist etwas schwer von Begriff oder gar "zurückgeblieben". Aber die Dinge die er macht, macht er immer mit großer Gewissheit und wie man beim Lesen sehr schnell merkt, macht er sich sogar über sehr viele Dinge Gedanken.
Er lebt in einem Wohnwagen, der im Garten seiner Mutter steht, mit der er sich nicht sonderlich gut versteht. Er hat nicht gerade eine von Liebe erfüllte Kindheit gehabt und somit fällt es ihm im Allgemeinen sehr schwer Gefühle zuzulassen und richtig zu deuten.
Eines Tages lernt er im Park Margueritte kennen, eine alte Dame, die etwas verrückt ist, wie Germain meint und ihm auch deswegen immer mehr ans Herz wächst.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist die Geschichte einer Freundschaft (= eine Beziehung zwischen Menschen, die auf gegenseitiger vertrauensvoller Zuneigung beruht). Eine Freundschaft, die sich entwickelt und genauso zart ist wie die Geschichte selbst. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, weil sie mich zum Nachdenken angeregt hat, mir ab und an ein liebevolles Lächeln und auch das ein oder andere Lachen entlockt hat.
Germain ist ein sehr spezieller Mensch und durch die Erzählperspektive erlangt der Leser einen sehr guten Einblick in sein Innerstes und versteht wie er denkt und fühlt und warum er handelt wie er es eben tut. Belächelt man ihn zu Beginn des Buches ein wenig, weil er ziemlich einfältig (≈ naiv; so, dass man sehr unkritisch ist und alles bedenkenlos glaubt oder ernst nimmt) daherkommt, wandelt sich dieses Bild mit der Zeit und man merkt, dass er eigentlich sogar sehr schlau ist.
Es wird deutlich, wie nach und nach Germaines Wissensdurst geweckt wird, wie er sich aus seiner Lethargie (=Zustand, in dem jmd. für nichts mehr Interesse hat) und Passivität (= der Betreffende akzeptiert, was geschieht, ohne zu reagieren od. ohne Interesse daran zu haben) befreit und mit Margueritte gemeinsam zu neues Ufern in Sachen Bildung und Wissen wagt. In diesem Zusammenhang ist mir besonders Germaines Vergleich zu seinem Garten in Erinnerung geblieben. Ein Garten der nicht kultiviert ist, kann mit dem richtigen Gärtner kultiviert werden und die schönsten Früchte hervorbringen. Genauso ist es mit Menschen, die als unkultiviert gelten. Es heißt nicht, dass dies ein Zustand ist der nicht zu ändern ist, ihnen fehlte bislang nur der richtige Lehrer.
Der Schreibstil ist sehr poetisch, zart, fließend und auch humorvoll (= mit viel Sinn für das Witzige), sodass man innerhalb kürzester Zeit in die Geschichte findet. Leider war das Buch sehr schnell vorbei, aber wie Margueritte zu sagen pflegt: Man sollte ein Buch niemals nach seiner Größe beurteilen! Dieses Buch ist eines das nachklingt, das Wurzeln im Geist schlägt und über das man sicher auch noch eine Weile nach dem Lesen immer mal wieder mit einem Lächeln im Gesicht nachdenken wird.
Und wer sich nun fragt warum ich einzelne Wörter erklärt habe, der sollte sich das Buch ganz schnell besorgen und es selber herausfinden.

9 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.