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Benutzername: Tom Outor
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Bewertungen

Bewertung vom 12.11.2009
Die gläsernen Gene
Nowotny, Helga; Testa, Giuseppe

Die gläsernen Gene


gut

Viele richtige Saetze, manche unverstaendlich mit seltsamer Grammatik oder Semantik, manche eher falsch, aber ist das schon ein guter Text? Das Buch selber arbeitet mit dem Stilmittel rhetorischer Fragen. Fuer mich ist es kein guter Text, sondern es ist wie der Blick in ein Kaleidoskop von Begriffen, man kann eine Seite aufschlagen, dann ene andere, und eigene Beziehungen zwischen den Seiten herstellen, die aber wieder zusammenfallen, wenn man andere Seiten liest.

Wurden Teile des Textes aus dem Englischen uebersetzt oder ist "ikonisch" jetzt schon ein deutsches Wort und ist Viagra eine ikonische Substanz? Kann ein User einer Technik einen innovativen Anstrich geben oder ist es umgekehrt?

Die Autoren verarbeiten Einsichten von Rabinow und Rheinberger und Canguilheme zur Wissenschaft und erarbeiten Ansichten der Kontinuitaet und Diskontinuitaet, die durch Fortschritt hergestellt werden. Sie bringen, so weit ich es sehe, zu allen Themen Beispiele. Das Buch erschien Nov 08. Die Beispiele sind deshalb in manchen Faellen schon nicht mehr so gelagert wie dargestellt, Myriad Genetics verliert gerade Patentansprueche vor dem Europaeischen Patentamt auf BRCA Gene, die im Buch noch als Eigentum von Myriad gelten, und Decode Genetics ist mit seinem Geschaeftsmodell gescheitert und wird seine Ziele erheblich einschraenken.

Die Edition Unseld enthaelt manche Autoren, die viel Laerm um nichts machen. Nowotny und Testa machen wie die anderen Autoren auch viel Laerm, aber anders als die anderen Autoren es ihr Laerm nicht um nichts, sondern um schwer zu beschreibende Wandlungen von Ideen zum Gen, zur Zelle, zum Mensch und zur Technik, deshalb fand ich das Buch lesenswert.

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