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Badooz

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Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 01.02.2023
Das College - In der Nacht kommt der Tod
Ware, Ruth

Das College - In der Nacht kommt der Tod


ausgezeichnet

Wer ist der Mörder?

Vor zehn Jahren hat Hannah die Leiche ihrer Freundin April gefunden. Es war das Ende ihrer sorglosen Zeit als Studentin in Oxford und das Ende ihres unbeschwerten Lebens. Damals schien klar, wer April ermordete. Aber jetzt kommen Hannah furchtbare Zweifel: Hat ihre Aussage einen Unschuldigen hinter Gitter gebracht? Sie muss die Wahrheit herausfinden. Auch wenn dabei ihr eigenes Leben in Gefahr gerät.

Hannah erwartet gerade ihr erstes Kind, als der Herzinfarkt eines Gefängnisinsassen sie aus der Bahn wirft und ihre Vergangenheit sie einholt. Denn der Verstorbene ist der seltsame Pförtner John Neville, welcher vor zehn Jahren für den Mord an ihrer ehemals besten Freundin, dem It-Girl April, eingesperrt wurde. April und Hannah hätten nicht unterschiedlicher sein können, aber da sie sich im Pelham College der Universität Oxford ein Appartement teilen mussten, führten gerade ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten dazu, dass sie letztendlich Freundinnen wurden.
Ein ambitionierter Journalist, demgegenüber Neville bis zum Tod seine Unschuld beteuert hat, ist davon überzeugt, dass der Falsche im Gefängnis saß und präsentiert Hannah neue Erkenntnisse, die auch bei ihr Zweifel aufkeimen lassen, dass der wahre Mörder noch auf freiem Fuß sein könnte, denn das Motiv für die Tat wurde nie entdeckt. Neville hat sich zwar äußerst seltsam benommen, aber welchen Grund hätte er gehabt April zu töten?

Hannah ist als Hauptfigur Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die sich auf zwei Zeitebenen aufteilt. Die Kapiteln "davor" spielen vor dem Mord an April und legen das Hauptaugenmerk auf die kleine Clique rund um Hannah am College in Oxford. Die Kapitel "danach" spielen im Hier & Jetzt und zeigen die schwangere Hannah, die sich überwiegend mit der schrecklichen Tat beschäftigt, denn die Ereignisse von damals haben sie nie so ganz losgelassen und folgen ihr wie ein Schatten.

Ruth Ware schafft es wunderbar, ein Netz aus Misstrauen zu spannen, so dass man als Zuhörer im Laufe der Geschichte jeden mindestens einmal verdächtigt. Manchem Leser könnten die fast 14 Stunden Hörbuch zu langatmig sein, denn die Charaktere sind außerordentlich detailliert ausgearbeitet, aber durch die angenehme Stimme von Julia Nachtmann und dem in sich schlüssigen Plot fühlte ich mich wirklich sehr gut unterhalten.

Bewertung vom 20.11.2022
EAST. Welt ohne Seele / Jan Jordi Kazanski Bd.1
Jensen, Jens Henrik

EAST. Welt ohne Seele / Jan Jordi Kazanski Bd.1


schlecht

Verzweiflung treibt ihn an. Zorn macht ihn kaputt. Rache hält ihn aufrecht.
Nach einem gewaltsamen Verlust hört CIA-Agent Jan Jordi Kazanski nicht mehr auf zu trinken. Gegen seinen Willen ist er kaltgestellt, wird aber überraschend in den Dienst zurückberufen und gen Osten entsandt: Er soll "Die Witwe" aufspüren. Die führt die größte Verbrecherorganisation Krakaus an, niemand kennt ihre wahre Identität. Kaum angekommen, entgeht Kazanski nur knapp einem Mordanschlag. Seine Suche führt ihn immer tiefer in eine trügerisch und korrupte Welt. Wer will seinen Tod?

Die Geschichte startet direkt mit einem Mordanschlag in Moskau, bei dem jedoch wenig Hintergrundinformationen bekannt gegeben werden. Dann erfolgt ein Schnitt und der Leser lernt den Protagonisten Jan Jordi Kazanski kennen, der eigentlich vom CIA kaltgestellt wurde, da er nach dem Mord an seiner Frau und seiner Tochter nur noch Trost im Alkohol gefunden hat. Dank seiner Expertise aus Osteuropa wird er zurück in den Dienst des CIA geholt, um zwei Mord in Krakau aufzuklären. Auch über diese Hintergründe erfährt man leider nichts.
Kaum in Krakau angekommen wird bereits der erste Mordanschlag auf Kazanski verübt.

Die Geschichte selber spielt um die Jahrtausendwende, aber der Schreibstil wirkt irgendwie "von gestern". Grund dafür könnte sein, dass das Buch im dänischen Original bereits vor 25 Jahre veröffentlicht wurde.
Im Mittelpunkt steht der Antiheld Jan Jordi Kazanski, Ermittler mit jeder Menge psychischen Altlasten und ausgeprägtem Alkoholproblem. Wie oft hatten wir das jetzt schon in Thrillern und Krimis? Und die Mehrzahl der Autoren hat es irgendwie geschafft das Ganze spannender zu verpacken als Herr Jensen.

Die Geschichte selber wirkt sehr verwirrend - mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge an verschiedene Handlungsorte in Russland, Polen und der Ukraine. Nicht immer ist dabei sofort ersichtlich wen genau man gerade begleitet und deshalb fragte ich mich nach so manchem Kapitel um was genau es jetzt eigentlich ging. Auch wenn im Epilog die offenen Fragen aufgeklärt werden, so fehlte mir während des Lesens oft der rote Faden, der bei mir sonst bewirkt, dass ich ein Kapitel nach dem anderen verschlinge.

Für mich die Enttäuschung des Jahres. Ich musste mich regelrecht zwingen die etwa 380 Seiten zu lesen und habe letztendlich über einen Monat dafür gebraucht.
Dies war mein erstes Buch des Autors Jens Henrik Jensen und ich vermute es wird auch das Letzte bleiben.