Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Uli Geißler
Wohnort: 
Fürth/Bay.

Bewertungen

Insgesamt 766 Bewertungen
Bewertung vom 04.10.2021
Rehragout-Rendezvous / Franz Eberhofer Bd.11
Falk, Rita

Rehragout-Rendezvous / Franz Eberhofer Bd.11


weniger gut

Wie ein Kriminalfall fast der Familie zum Opfer fällt
Inzwischen vermischen sich Erlesenes und Gesehenes, denn man kommt fast nicht mehr drum herum, neben den witzigen Büchern über den Landpolizisten Eberhofer auch noch die Kinofilme mit der wunderbar passenden Besetzung wahrzunehmen. Da vermischen sich leicht auch die Einschätzungen zur eigentlichen Geschichte mit einem doch etwas anders gedachten Drehbuch.
Das vorliegende Buch bildet wieder eine grundsolide Geschichte um einen neuen Fall für den eher etwas beschaulich leben wollenden Polizisten. Klar, dass man ihn sich nur noch so vorstellen kann, wie er eben in den Filmen verkörpert wird. Auch die anderen Figuren leben selbst im Buch von der Wahrnehmung als Filmfiguren.
Als Fan der Serie ist man fast selbst betroffen, als die Oma aus Gründen der Altersemanzipation plötzlich beschließt, sich – zumindest tagsüber – einer zu ihren Interessen passenden WG anzuschließen und demzufolge das Kochen und überhaupt die Hausarbeit einzustellen. Prompt fehlt es hinten und vorne an der Versorgung der Großfamilie und so springt – gezwungenermaßen mehr oder weniger freiwillig der Strohfamilienvater Leopold ein und bekocht die hungrigen Drogenabhängigen, Arbeitswütigen, Auftragsgelangweilten.
Das geht ja gut los und kurzfristig flammt dann auch noch Anspannung auf, als die Liesl Mooshammer dringend die Suche nach dem verschwundenen Lenz Steckenbiller verlangt. Eine Leiche ist allerdings nirgends zu finden, also gerät der Fall schnell wieder in den Hintergrund, gibt es schließlich genug vordergründige Probleme für den Franz und seine Liebste/n. Vor allem Susi dreht auf, denn auch der Bürgermeister ist weg – nicht verschwunden, aber verletzungsbedingt längere Zeit abwesend. So übernimmt sie – gewissermaßen „qua selbstgeglaubter Verantwortung“ die – im wirklichen Leben unmögliche - Stellvertretung des Wahlamtes und will hier schnell ein paar politische-bürgernahe Pflöcke einschlagen. Das bedeutet für Franz freilich einen höheren familiären Einsatz …
Irgendwie plätschert die Geschichte allerdings so vor sich hin und lässt ein wenig die humorigen Dorf- und Landlebenknaller vermissen. Daneben ärgern unsinnig Ideen wie beispielsweise die Vorstellung, ein Fünfjähriger könne Harry Potter oder Wikipedia lesen. Das ist ehrlich überzogener Quatsch.
Man kommt zwar gut mit, erlebt jedoch alles mit einer eher beschaulichen Empathie. Mitreissend waren die anfänglichen Erlebnisse in und um Niederkaltenkirchen mehr. Vielleicht kennt man einfach schon zu viele Charaktere, sind zu viele Verhaltensweisen vorhersehbar. Es ist beim Lesen fast schon wie man es sich in so einer kleinen Dorfgemeinschaft vorstellt: alles geht so seinen Gang, alles ist mehr oder weniger abgeklärt und Aufregungen lösen sich aufgrund von Erfahrung bald schon in Luft auf.

Selbst die schlussendlich doch noch erfolgte Aufklärung der Umstände und Gründe des Verschwindens des Gesuchten gerät nur noch zur Randerscheinung.
Man kann ein wenig die Veränderungen im Dorf und bei der Bevölkerung des fiktiven Dorfes nachvollziehen, was wegen der geringen Dramatik allerdings dieses Mal kaum der Rede oder Geschichtsschreibung wert ist.
Als eingefleischter Fan der Reihe würde mich ein weiterer Band dennoch wieder zum Lesen bringen (vor der Verfilmung), wünsche mir aber wieder etwas frischen Schwung, witzige Ereignisse und verwegene Ermittlungen vom Franz und auf jeden Fall wieder mit seinem besten Kumpel. Ach ja: ein paar Ereignisse mit dem Flötzinger wären auch wieder schön – der kam ja beim Rehragout-Rendezvous lediglich aus England zurück, sonst aber leider gar nicht vor.
© Uli Geißler, Fürth/Bay.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.03.2021
Olympus OM-D E-M1 Mark III
Spona, Helma

Olympus OM-D E-M1 Mark III


ausgezeichnet

Das Buch zur Spitzenkamera Olympus OM-D E-M 1 Mark III
Die Autorin und Fotografin legt ein ausgezeichnetes Buch zur Kamera vor, welches nicht nur eine nachvollziehbare und gut verständliche Bedienungsanleitung ist, sondern vielfach auch schon ein Fotografierkurs.
Es lässt sich sicher stets darüber streiten, welche Systemkamera „die Beste“ ist … Allerdings ist das doch eine ziemlich überflüssige Diskussion, zumal am Ende das Ergebnis, also die Aufnahme, entscheidend ist.
Fakt ist, dass die Olympus-Technik der „Olympus OM-D E-M 1 Mark III“ mit zu den innovativsten und qualitativ besten aktuell erhältlichen Kameras zählt, Vollformat hin oder MFT her.
Die einzelnen Kapitel des wirklich hervorragenden Olympus-Kamera-Buches beinhalten neben den sehr gut erklärten und auch grafisch oder bildlich dargestellten Bedienungstasten, -schaltern und Einstellungen der mehreren Menüebenen die Aspekte Videoaufnahmen, Belichtung und Fokussierung, Focus-Stacking, Blitznutzung bis hin zu individuellen Kameraeinstellungen oder Zubehör.
Nach einer guten Vorstellung der Kamera und ihren Bedienelementen, begibt sich die Autorin umgehend in die Praxis der Fotografie, stets freilich unter Verwendung der einzelnen Kamera-Einstellungen und Objektive. Dabei bietet sie nahezu bei jeder Erklärung eines Schalters auch eine oder auch mehrere passende Aufnahme/n.
Die vielen Fotos zeigen also augenfällig und wunderbar Praxisgerecht die Ergebnisse einzelner Einstellungen, verschiedener Aufnahmearten oder verwendeter Brennweiten. Da bekommt man neben der nötigen Information und der technischen Information über die Einstellungsmodi auch noch Lust, selbst loszuziehen und die Möglichkeiten dieser Spitzenkamera sofort selbst auszuprobieren.
Gut verbindet die Autorin die Kamera-Anzeigen in den verschiedenen Menüebenen mit den praktischen Erklärungen, wozu die jeweilige Einstellung in der Praxis gut ist. So erfährt man eben nicht nur, dass man etwas einstellen kann, sondern gleich auch, welchen Sinn und oftmals mit Beispiel-Fotos belegt auch die Wirkung einer Einstellung. Was dabei auffällt ist zudem, dass dabei auf Motivvielfalt geachtet wurde.
So ist der Einsatz der phantastischen integrierten Live-ND-Filter ebenso gut erklärt, wie die verschiedenen und mit der „Live-Composite“ und dem „Sternen-AF“ sogar einzigartige Langzeitbelichtungsmöglichkeit/en.
Eine schnelle Hilfe sind die zahlreichen farbig hervorgehobenen Informationskästen im Buch, welche einem „Spickzettel“ gleich knapp wesentliche Hinweise zu bestimmten Funktionen beinhalten. So lassen sich die Steuerung des Weißabgleichs, die HDR-Aufnahmen, die Keystone-Korrektur, die interne Bildbearbeitung in der Kamera oder auch die Verwendung der ART-Filter schnell verstehen.
Für viele Einstellungen gibt es zum besseren Verständnis übersichtliche und sehr hilfreiche Tabellen beispielsweise zu den verschiedenen Menü-Ebenen oder über die einzelnen Symbole samt Bezeichnung der unterschiedlichen Fokuseinstellungen und zahlreichen Bildmodi sowie Belichtungsvarianten und deren Wirkung beziehungsweise wie diese funktionieren.
Die Fotografin gibt sehr fundiert jede Menge Tipps und erläutert ohne übertriebenen Fachjargon die Möglichkeiten, Effekte und Wirkungen der Kamera auf und vor allem: sie zeigt es anhand von vielen beispielhaften Aufnahmen, oftmals sogar in den Varianten und vergleichenden Gegenüberstellungen. So wird augenscheinlich, was zuvor vielleicht noch zu theoretisch war.
Eigens hervorzuheben ist der Abschnitt zum Bildbearbeitungsprogramm „Olympus Workspace“. Mit dieser Software lassen sich nahezu alle Fotobearbeitungs- und Bildverwaltungsvorgänge durchführen, sofern man weiß, wie. Diese Wissenslücke schließt die Autorin erstmals in sehr guter Weise auf mehreren Seiten.
Eine absolut professionelle und gut verständliche Ergänzung für den eigenen Olympus-Fotoschrank, will sagen: das beste Buch zur Kamera und für Eigentümer/innen und Nutzer/innen der phantastischen „Olympus OM-D E-M1 Mark III“ ein

Bewertung vom 30.10.2019
Guglhupfgeschwader / Franz Eberhofer Bd.10
Falk, Rita

Guglhupfgeschwader / Franz Eberhofer Bd.10


gut

Jubiläumsfall für niederbayrischen Gemütskommissar

Der seiner Empfindung nach augenblicklich aufgrund der bevorstehenden Dienstjubiläumsfeier mit gleichzeitiger Umbenennung des Kreisverkehrs am Ortsrand in „Eberhofer-Kreisel“ im Glücksmodus lebende Kriminalkommissar aus Niederbayern wird schlagartig von seiner gedanklichen Wonnewolke geschubst, als ihm kurz nach einem Hilferuf durch den Lotto-Otto die Explosion dessen kleinen Ladens einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht. Auch seine Freundschaft mit dem Ex-Polizisten und doch wichtigsten Ermittlungspartner und Freund Rudi Birkenberger steht auf wackligen Beinen und irgendwie kann Franz Eberhofer das aufgrund der doch erforderlichen Ermittlungsarbeit nicht harmonisieren.

Im Verlauf der wie immer sehr leicht zu lesenden unterhaltsamen Kriminalgeschichte bleiben Einblicke in ein in der Regel eher unspektakulär verlaufendes und nur mit einigen kurzzeitigen Aufregungen unterbrochenes Familien- und Dorfleben nicht aus. Diese gut nacherlebbare Nähe zu den Protagonistinnen und Figuren sowie das gut ausgewogene Lokalkolorit sorgen für empathische Beteiligung an der Entwicklung der fiktiven Welt der Autorin von Anbeginn an. Man hat das Gefühl, das halbe Dorf zu kennen und würde am liebsten auch mal mitreden, einen Hinweis geben oder einfach mal auch dazwischen gehen, wenn Franz mit seinem Bruder Zwist hat, seine Susi zickt oder er Rudis Beleidigt sein nicht nachvollziehen kann. Und mitermitteln will man ohnehin, denn dem Lotto-Otto wurden von brutalen vermutlich tschechischen Geldeintreibern immerhin schon mafiös zwei Finger abgetrennt …

Mir gefällt diese wirklich sehr unterhaltsame Lesekost, man völlig unangestrengt selbst mit Lese-Unterbrechungen verfolgen kann, wohl erkennend, dass es der literarische Anspruch keine Höhenflüge erfüllt, dennoch aber ein gutes Maß an Niveau aufweist. Freilich – das ist nach inzwischen zehn Geschichten wohl unumgänglich – lassen die Geschichten und vor allem die inzwischen bekannten Verhaltensweisen der handelnden Personen erkennen, dass sich wohl nicht mehr viel Neues im Dorf ergeben wird. Das werden auch die wie immer nachkochbaren und sehr schmackhaften Traditionsrezepte von Eberhofers (vermutlich eher Rita Falks) Oma kaum ausgleichen können.
© Uli Geißler, Fürth/Bay.

Bewertung vom 03.09.2019
Codenames Pictures (Spiel)

Codenames Pictures (Spiel)


sehr gut

Bilder-Denk-Spaß für kleine und größere Spielerunden

Dieses Spiel ist ein Ratespiel ganz eigener Prägung. Die Spielrunde teilt sich in zwei Gruppen. Jeweils eine Person jeder Gruppe erhält ein Lagekärtchen (Code) zu auf dem Spieltisch im 4x5-Raster ausgelegten vielschichtig und differenziert gestalteten Bildkarten, welche durch die auf den Lagekärtchen abgebildeten Farbzuordnungen Agenten, Zivilisten oder auch Attentäter symbolisieren.

Dieses Lagekärtchen zeigt nur dem bzw. der pro Spielrunde wechselnden Chef bzw. Chefin die Lage aller 20 Plättchen an, dass heißt, wo in der jeweiligen Runde die Bildkärtchen dem roten oder dem blauen Team zugeordnet werden, einen unbeteiligten Zivilisten oder gar den Attentäter zeigen.

Wer an die Reihe kommt – also Chefin oder Chef ist - muss versuchen, mittels eines Wortes einen Hinweis zu geben, welche Kärtchen zu der erdachten Wortgruppe gehören und das eigene Team auswählen soll, um nur Kärtchen auszuwählen, welche laut Vorlagekarte der eigenen Farbe zugeordnet sind. Das sind gewissermaßen die eigenen Agentinnen und Agenten.

Außerdem nennt die Teamleitung in der jeweiligen Raterunde eine Zahl, welche darauf hinweist, wie viele ausliegende Kärtchen sich auf den betreffenden Begriff beziehen. Ein gut überlegter Überbegriff kann dabei eine bis mehrere Karten betreffen. Man muss sehr aufzupassen, dass ein Überbegriff nicht doch eine gegnerische Karte einbezieht.

Findet die eigene Gruppe zutreffende Kärtchen dürfen sie weitertippen, übrigens laut Regel einmal mehr, als die genannte Zahl der Chef bzw. die Chefin anfangs nannte. Bei einem Fehler kommt die gegnerische Gruppe sofort an die Reihe. Wurde gar ein Bild aus der Auslage gewählt, welches dem Attentäter oder der Attentäterin zugeordnet war, endet das Spiel sofort und das Falschrateteam hat gleich das ganze Spiel verloren.

Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle möglichen eigenen Agentinnen und Agenten in der Auslage gefunden (getippt) hat.

Eignung
„Codenames Pictures“ ist wie auch schon das Original ein klasse Spiel für eine phantasiereiche, aber auch Wortgewandte Spielrunde, welche geübt darin ist, auch mal um die Ecke zu denken, lange Überlegenszeiten gut zu regeln (Sanduhr verwenden) und pfiffige Ratespiele mit Niveau liebt. Auch sollten die Spielerinnen und Spieler auch mal aushalten können, wenn jemand nicht so fit darin ist, eine Verbindung, also einen Überbegriff für an sich völlig unzusammenhängende Bilder zu finden und zu formulieren.
Wer auch noch das Original-Spiel „Codenames“ zur Verfügung hat, kann auch mal versuchen, beide zu kombinieren und Begriffskarten mit Bildkarten zu mischen. Eine interessante Variante.

Die doch einfachen Regeln führen schnell ins Spiel, die Bildkarten – wennauch bisweilen skurril und ungewöhnlich – ermöglichen das Spiel auch für jüngere Mitspielende. Daher ist „Codenames Pictures“ als Partyspiel oder auch mal als letztes Spiel eines Spieleabends gut einsatzfähig und das noch leichter, als das Ursprungsspiel. 2016 wählte eine Fachjury das Ursprungsspiel „Codenames“ übrigens zum „Spiel des Jahres“.

© Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

Bewertung vom 02.09.2019
Codenames (Spiel des Jahres 2016)

Codenames (Spiel des Jahres 2016)


sehr gut

Top-Denkspiel für Kombinierungsfreudige

Dieses Spiel ist ein Ratespiel ganz eigener Prägung. Die Spielrunde teilt sich in zwei Gruppen. Jeweils eine Person jeder Gruppe erhält ein Lagekärtchen zu auf dem Spieltisch im 5x5-Raster ausgelegten Begriffe-Karten, welche durch das Lagekärtchen und der darauf abgebildeten Farbzuordnung Agenten, Zivilisten oder auch Attentäter symbolisieren.
Dieses Lagekärtchen zeigt nur dem bzw. der pro Spielrunde wechselnden Chef bzw. Chefin die Lage aller 25 Plättchen an, dass heißt, wo in der jeweiligen Runde die Wortkärtchen dem roten oder dem blauen Team zugeordnet werden, einen unbeteiligten Zivilisten oder gar den Attentäter zeigen.

Wer an die Reihe kommt – also Chefin oder Chef ist - muss versuchen, mittels eines Wortes einen Hinweis zu geben, welche Kärtchen zu einer erdachten Wortgruppe gehören und das eigene Team auswählen soll, um nur Kärtchen auszuwählen, welche laut Vorlagekarte der eigenen Farbe zugeordnet sind. Das sind gewissermaßen die eigenen Agentinnen und Agenten.

Außerdem nennt die Teamleitung in der jeweiligen Raterunde eine Zahl, welche darauf hinweist, wie viele ausliegende Kärtchen sich auf den betreffenden Begriff beziehen. Ein gut überlegter Überbegriff kann dabei eine bis mehrere Karten einbeziehen.Man muss sehr aufzupassen, dass ein Überbegriff nicht doch eine gegnerische Karte einbezieht.
Findet die eigene Gruppe zutreffende Kärtchen dürfen sie bis zur genannten Anzahl an Kärtchen weitertippen. Bei einem Fehler kommt die gegnerische Gruppe sofort an die Reihe. Wurde gar ein Begriff aus der Auslage gewählt, welcher dem Attentäter oder der Attentäterin zugeordnet war, endet das Spiel sofort und das Falschrateteam hat gleich das ganze Spiel verloren.

Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle möglichen eigenen Agentinnen und Agenten in der Auslage gefunden (getippt) hat.

Eignung
„Codenames“ ist ein klasse Spiel für eine Sprachgewandte Spielrunde, welche geübt darin ist, auch mal um die Ecke zu denken, lange Überlegenszeiten gut zu regeln (Sanduhr verwenden) und pfiffige Ratespiele mit Niveau liebt und auch mal aushalten können, wenn jemand nicht so fit darin ist, eine Verbindung, also einen Überbegriff für an sich völlig unzusammenhängende Worte zu finden und zu formulieren. Die doch einfachen Regeln erleichtern einen schnellen Einstieg und so ist „Codenames“ auch als Partyspiel oder auch mal als letztes Spiel eines Spieleabends gut einsatzfähig.
2016 wählte eine Fachjury „Codenames“ zum „Spiel des Jahres“.

© Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, Fürth/Bay.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.01.2019
Hasenjagd / Kommissar Linna Bd.6
Kepler, Lars

Hasenjagd / Kommissar Linna Bd.6


sehr gut

Schwedischer Sherlock Holmes jagt brutales Mörder-Kaninchen

Der in Stockholm eine Gefängnisstrafe absitzende Ex-Polizist wird in einen Mordfall höchster Priorität und Geheimhaltung hineingezogen. Er soll aufgrund seiner immer noch geschätzten Kompetenz den Fall der brutalen Tötung des Außenministers aufklären helfen und könnte als Entgegenkommen der Strafverfolgungsbehörde dadurch früher aus der Haft entlassen werden.

Der ursprünglich terroristisch vermutete Anschlag erweist sich schnell als die doch falsche Fährte. Schon bei der Beerdigung des Politikers geschieht der nächste Mord. Gemeinsam mit der beim Geheimdienst tätigen Saga Bauer kommt Joona Linna, dem bald klar wird, dass weitere Morde geplant sind, schließlich dem brutalen Serientäter auf die Spur. Die Verbindung der einzelnen Morde unterstreicht die Tatsache, dass allen bisherigen Opfern stets ein Kinderlied „Ten Rabbits“ vorgespielt wurde.

In einigen Strecken vor allem im mittleren Teil des Thrillers braucht es unangemessen lange, bis sich die Spannung wieder steigert bzw. die Geschichte vorankommt. Eventuell ist das dem parallelen Schreiben der hinter dem Pseudonym steckenden Autoren-Paar geschuldet, denn man hat manchmal das Gefühl, es gibt zwei Erzählstränge, wobei je einer von der Autorin und einer vom Autor verfasst werden und manchmal etwas bemüht miteinander verbunden sind.

Trotzdem erfüllt das Buch den hohen Anspruch eines Thrillers und sorgt mit einem empathischen Ermittler, interessanten Tathergängen und abwechslungsreichen Wendungen sowie der sich gut verdichtenden Schlusssequenz letztlich doch für ausreichend Spannung und Lesemotivation. © Uli Geißler, Fürth/Bay.