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Benutzername: Lara
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 19.02.2017
Das Buch der Spiegel
Chirovici, Eugene O.

Das Buch der Spiegel


sehr gut

Nach Jahren des Schweigens entschließt sich Richard Flynn seine Erinnerungen an eine schwierige Zeit seiner Vergangenheit auf Papier zu bringen. Seine angestrebte Karriere als Schriftsteller hatte er nach den dramatischen Ereignissen eigentlich an den Nagel gehängt, doch er schickt nun die ersten Kapitel an den Literaturagenten Peter Katz. Dieser ist völlig fasziniert von dem Manuskript, will unbedingt das gesamte Werk lesen und sieht viel Potential in Flynns Zeilen. Doch das Manuskript ist nicht so leicht aufzutreiben und Katz muss zu außergewöhnlichen Methoden greifen. Doch die Nachforschungen wühlen eine Menge Staub auf und stellen vieles was als Tatsache feststand in Frage.

E. O. Chirovici hat mit "Das Buch der Spiegel" einen Roman geschaffen, der den Leser immer wieder mit neuen Wahrheiten konfrontiert und zeigt, dass das Gedächtnis auch manipuliert werden kann.

Auch mich hat das Manuskript von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Leider nimmt die Spannung für mich im Verlauf immer weiter ab. Der Autor bringt im Verlauf der Handlung, die in drei Teile geteilt ist, immer wieder neue Steine ins Rollen, von denen allerdings viel zu wenige wirklich verfolgt werden. Das hat mich teilweise, gerade in Bezug auf die involvierten Personen, etwas den Überblick verlieren lassen.
Nichtsdestotrotz wollte ich das Rätsel um die Vergangenheit unbedingt ergründen. Und der Erzählstil hat mich bei der Stange gehalten.

Ich fand Chirovici hat für seinen Roman eine außergewöhnliche Erzählweise gewählt, die für den Leser immer wieder Überraschungen birgt. Insgesamt ist der Roman auch sehr eingängig und angenehm zu lesen.

Mir hat der psychologische Teil über Erinnerungen und Manipulation derselben am besten gefallen. Leider ging dieser Aspekt im Verlauf ein wenig verloren und ich hätte mir eine stärkere Schwerpunktsetzung auf dieses Thema gewünscht.

Insgesamt ist "Das Buch der Spiegel" ein fesselnder (Kriminal)Roman, der den Leser dazu anregt sich seine eigenen Gedanken zu den Nachforschungen zu machen und dabei immer wieder in die Irre führt. Meiner Meinung nach lässt die Handlung im Verlauf allerdings ein wenig nach und kann die totale Sogwirkung vom Anfang nicht aufrechterhalten. Dennoch ist E. O. Chirovici ein guter Roman gelungen, der sich in seiner Erzählweise und Perspektive auf die Handlung von anderen Romanen abhebt.

Bewertung vom 26.05.2014
ZERO - Sie wissen, was du tust
Elsberg, Marc

ZERO - Sie wissen, was du tust


ausgezeichnet

Cynthia Bonsant ist eine Journalistin der alten Schule und kann mit den neusten technischen Entwicklungen recht wenig anfangen. Doch als eine Gruppe von Internetaktivisten mit einem „Attentat“ auf den amerikanischen Präsidenten auf sich und ihre Idee, den Datenschutz im Internet, aufmerksam macht, wird in Cyn die Journalistin wach und sie beginnt sich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen – nichtsahnend, dass sie selbst schon sehr bald in den Strudel der Ereignisse geraten wird.

Marc Elsberg hat mit „Zero. Sie wissen, was du tust“ einen Roman geschaffen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die Thematik ist hochaktuell und brisant. Zwar scheint das vom Autor entworfene Szenario noch in (naher?) Zukunft zu liegen, doch zumindest die technischen Grundsteine sind heute schon gelegt und es fehlt wohl nur an der Verbreitung in der Bevölkerung.
„Zero“ beschäftigt sich mit sehr intensiv mit der Datensammelwut von Unternehmen, aber auch mit der schier grenzenlosen technischen Überwachung.
Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und mir viele meiner scheinbar unverfänglichen alltäglichen Gewohnheiten überdenken lassen. Obwohl ich schon immer sehr bewusst mit meinen Daten umgehe, habe ich mich sehr oft gefragt, ob das jetzt wirklich sein muss. Denn wie das Buch zeigt, nicht nur die „Poweruser“ gehen schlampig mit ihren Daten um.

Sprachlich hat mich das Buch ebenfalls überzeugt. Auch die vielen verschiedenen Perspektiven und Handlungsstränge haben niemals Langeweile aufkommen lassen. Zwar werden dadurch auch sehr viele Personen eingeführt, aber wer schnell den Überblick verliert erhält am Ende des Buches einen kurzen Personenregister. Auch einige der technischen Begriffe werden hier erklärt. Insgesamt werden im Buch auch viele technische Vorgänge angesprochen. Ich habe das jedoch nie als negativ empfunden, da es zur Thematik einfach dazugehört.
Gerne hätte ich allerdings noch mehr Einblick in die Gruppe der Internetaktivisten bekommen, die mir sehr sympathisch erschienen. Allerdings wäre es vielleicht dann irgendwann doch zu viel geworden. So hatte ich noch einen guten Überblick über die Personen und konnte mich besonders in die Protagonisten sehr gut einfühlen.

Ich kann „Zero“ von Marc Elsberg nur empfehlen! Ein sehr spannendes Buch, dessen Thematik jeden einzelnen beschäftigen sollte. In mir hat die Lektüre nachhaltig gewirkt und ich werde mich wohl noch intensiver mit dem Thema auseinander setzen.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.