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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Melanie T.
Wohnort: Vettweiß
Über mich:
Danksagungen: 129 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 223 Bewertungen
Bewertung vom 25.05.2020
Achtzehn
Berg, Anton

Achtzehn


sehr gut

Zunächst finde ich die Zusammenfassungen vorne und hinten im Umschlag zu den Morden interessant. Hier kann man immer wieder nachschauen, wer wann wie ermordet wurde. Da ich mir Namen nicht so besonders gut merken kann, fände ich ein Register über die handelnden Personen ganz gut. Das wäre besonders praktisch, wenn man mal ein paar Tage nicht liest.
Das Buch macht mir auch ein bisschen klar, dass Journalisten oft einfach gebremst werden weil die Programmdirektoren das Sagen haben und meist politisch verstrickt sind. Gerade in diesen Zeiten, in denen wir gerade leben, ist das ein interessanter Hintergrund.
Besonders das erste Drittel des Buches hat für mich einige Längen und viele Wiederholungen. Das bremste bei mir ein wenig den Lesefluss.
Letztendlich handelt es sich aber um eine spannende Geschichte, die so auch ganz bestimmt im wahren Leben passieren kann. Politiker, Reporter, ein Serienkiller. Manchmal ist das wahre Leben, wie zu Corona-Zeiten, noch viel absurder, abstruser und für Nicht-Mitläufer gefährlicher.
Ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung. Das Buch ist spannend, letztendlich kurzweilig, wenn auch an manchen Stellen – wie beim Showdown – ein wenig übertrieben.

Bewertung vom 27.04.2020
Denn das Leben ist eine Reise
Miller, Hanna

Denn das Leben ist eine Reise


sehr gut

Offizieller Klappentext:
Einfach alles hinter sich lassen und anderswo frei sein, geht das?
Nie hätte Aimée Thaler gedacht, dass sie jemals wieder in ihren alten VW-Bus steigen würde. Sie hatte geglaubt, ihr altes Leben zusammen mit dem Bulli in der Garage eingemottet zu haben. Doch sie hält es nicht mehr aus mit Per, der ihren gemeinsamen Sohn Len ablehnt. Und so tut sie es doch, fährt eines Tages mit Len einfach los - wie früher, als sie mit ihrer Mutter im Wohnmobil lebte.
Im windgepeitschten St. Ives an der Küste Südenglands will Aimée neu anfangen. Doch ihr altes Leben holt sie ein: Auf dem kleinen Zeltplatz über dem Meer steht plötzlich Daniel, ihre Jugendliebe, vor ihr. Aimée muss sich der Vergangenheit stellen - damit sie endlich bei sich selbst ankommen kann.


Ich kannte die Autorin bis dato nicht und fand folgenden interessanten Lebenslauf von ihr bei Bastei Lübbe: Hanna Miller, Jahrgang 1977, wuchs im Rheinland auf. Sie studierte Germanistik und Kulturwissenschaften, arbeitete als Verlegerin und Lektorin und schrieb zwei Reiseführer zu ihrem Lieblingslandstrich Cornwall. Für »Denn das Leben ist eine Reise« tourte sie mit ihrem Sohn zu zweit in einem Bulli durch Südengland. Hannah Miller lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Dieser Roman spielt in verschiedenen Epochen.
Zunächst spielt er in der Gegenwart, zwischen Oktober 2018 und Sylvester 2019. Dann gibt es Geschichten aus 2012, der Zeit der Schwangerschaft von Aimee und der Geburt ihres Sohnes. Und es werden immer wieder Abschnitte aus der Kindheit und Jugend von Aimee erzählt.
Aimee ist eine coole und selbständige Frau, die sich nicht so schnell unter oder aus der Ruhe bringen lässt. Sie hat eine Mutter, die Alkoholikerin ist und schon immer – seit Aimees Kindheit – aus der Rolle fiel. Mit Männern hatte Aimee bisher auch nicht allzu viel Glück.
Dies alles ergibt am Ende ein rundes Bild. Oft wird man hinters Licht geführt, fast wie bei einem Krimi. Es gibt traurige Szenen, romantische Szenen, am Ende wird man mit einem Happy End überrascht, das man in dieser Form nicht erwartet hätte.
Die Kapitel sind relativ kurz und haben zunächst einmal undefinierbare Überschriften. Auch hier ergibt sich zum Schluss ein Aha-Effekt, wie diese Überschriften zustande kommen.
Das Buch lässt sich einfach und schnell lesen, der Schreibstil ist flüssig.
Es hat viel Spaß gemacht, mit Aimee nach England zu reisen und mit ihr und ihrem Sohn kleine Abenteuer zu erleben und ein neues Leben anzufangen.

Bewertung vom 24.04.2020
Kreizkruzefix
Pfundmeier, Monika

Kreizkruzefix


gut

Gemäß der Inhaltsangabe habe ich mehr erwartet. Auf jeden Fall viel mehr Spannung, als letztendlich rüber kam.
Es fiel mir schwer, in die Geschichte hinein zu kommen. Der Schreibstil war für mich äußerst gewöhnungsbedürftig. Die Protagonisten teilweise doch sehr ur-bayrisch. Das ist ja nichts schlechtes, aber eine Übersetzung für manche Begriffe wären gut gewesen - vielleicht als Glossar im Anhang.
Die Geschichte dümpelt sehr dahin, immer wieder irgendwie das gleiche. Ich hatte nicht das Gefühl, dran bleiben zu müssen. Ich habe für die wenigen Seiten verhältnismässig lange gebraucht. Es ist einfach langweilig und der Schluss auch nicht wirklich überraschend oder mitreissend.
War ganz nett, mehr aber auch nicht.

Bewertung vom 06.04.2020
Schweigende See / Kommissar John Benthien Bd.7
Ohlandt, Nina

Schweigende See / Kommissar John Benthien Bd.7


sehr gut

Es handelt sich hier um den bereits 7. Band der Hauptkommissar John Benthien Reihe der Autorin Nina Ohlandt.
Ich kannte diese Krimi-Reihe vorher nicht, dies stellt aber kein Problem dar. Man kommt sofort rein und die Verhältnisse der Standard-Protagonisten werden schnell und klar vorgestellt. Weiterhin hilft dabei zu Beginn und zu Ende des Buches eine Personenliste.
Der Krimi spielt in der Gegenwart auf Sylt, es gibt auch Passagen mit Tagebucheinträgen über die Zeit des Mauerbaus um 1962 herum.
Welche Rolle genau die Menschen aus diesen Tagebucheinträgen spielen, ergibt sich erst ziemlich zum Schluss des Krimis und hilft bei der Auflösung des Falles bzw. dessen Verständnisses.
Diese Mischung aus aktuellen und geschichtlichen Ereignissen sowie der kurzen Kapitel verleitet zum schnellen Lesen. Die Spannung bleibt konstant erhalten, auch durch kleine Häppchen, die dem Leser immer wieder hingeschrieben werden.
Die Autorin schafft es, den Leser zu verwirren und am Ende mit einem großen Aha-Effekt zu entlassen.

Bewertung vom 30.03.2020
Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1
Raabe, Marc

Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1


sehr gut

Tom Babylon - woher kommt eigentlich dieser Name - soll den Mord an einer Dompfarrerin aufklären. Immer wieder spielt ihm seine Vergangenheit in diese Ermittlung mit rein. Er kennt die Beteiligten, seine verschollene Schwester ist immer an seiner Seite. Tom Babylon kennt seine Grenzen nicht, er handelt oft nach Bauchgefühl statt nach Lehrbuch.

Die Geschichte hat Spannungshöhen, allerdings auch Längen. Auf den letzten ca. 130 Seiten wird dann sehr viel aufgelöst, was vorher noch im Dunklen lag.

Insgesamt spannend mit ehrlich gezeigten Protagonisten.

Bewertung vom 13.03.2020
Der Gin des Lebens
Henn, Carsten Sebastian

Der Gin des Lebens


sehr gut

Bene ist Mechaniker, verliert seine Freundin und macht sich daraufhin auf die Suche nach der Vergangenheit seines Vaters. Diese findet er in Plymouth, dort findet er auch eine neue Liebe.
In diesem Buch gibt es eine Leiche, die aber eher wie zufällig wirkt. Weiterhin gibt es viele Familiengeheimnisse und viel Wissen über Gin an den Leser zu bringen.
Das Buch ist sehr schön aufgebaut.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, welches immer wieder etwas mit Alkohol zu tun hat.
Die Kapitel erzählen von aktuellen Geschehnissen, zwischendrin werden aber immer wieder Geschehnisse der Vergangenheit beschrieben. Auch gibt es immer wieder Auszüge aus dem Gin-Manifest von Archie, dem Vater von Cathy, welche sich mit Bene im Verlauf der Geschichte auf die Suche nach dem verlorenen Gin-Rezept macht.
Zum Schluss gibt es noch ein Glossar, Botanicals und Rezepte.
Ich selbst mag keinen Gin, die Geschichte rundherum ist aber auch für mich hoch interessant.
Der Krimi-Aspekt kam mir ein bisschen kurz.
Trotzdem ein absolut lesbarer Roman.

Bewertung vom 26.02.2020
Sieben Lügen
Kay, Elizabeth

Sieben Lügen


gut

Meine Rezension:
Man lernt Marnie und die Erzählerin Jane kennen, sowohl mit Episoden aus der Kindheit, der Jugend und der Gegenwart.
Marnie entpuppt sich als Freundin, die sehr egozentrisch agiert und sich die Freundschaft zu Jane nur behält, weil sie die An- und Abhängigkeit dieser mag. Jane ist bereit, alles für ihre lange Freundschaft zu tun und zu opfern.
Der Schreibstil, bei dem ich als Leser direkt angesprochen werde, ist mal was anderes. Man fühlt sich stark in die Geschehnisse eingebunden.
Viele Themen und Charaktere werden nur kurz angerissen oder haben über eine gewisse Dauer eine Bedeutung, verschwinden dann aber wieder als hätte die Autorin sie vergessen. Das hat mich immer mal wieder verwirrt, besonders zum Schluß, wenn man sich fragt: Was ist eigentlich aus XY geworden.
Auf dem Cover steht zwar Thriller, allerdings war ich mir lange über das tatsächliche Genre nicht ganz klar. Ich denke, es ist ein klassischer Psychothriller. Es fließt nicht wirklich Blut, aber psychisch ist das Buch eine wirkliche Herausforderung.
Bei meiner Bewertung bin ich tatsächlich hin- und hergerissen. Das Thema ist gut, die Umsetzung nicht in allen Bereichen wirklich gelungen. Manchmal fehlte mir einfach noch das entscheidende Etwas.

Bewertung vom 17.02.2020
Abgeschlagen / Paul Herzfeld Bd.1
Tsokos, Michael

Abgeschlagen / Paul Herzfeld Bd.1


ausgezeichnet

Dr. Paul Herzfeld kann einem schon ans Herz wachsen. Er ist ehrlich und sympathisch, ein toller Protagonist. Nach "Abgeschnitten" bin ich jetzt endlich dazu gekommen, das in der Reihenfolge davor spielende Buch "Abgeschlagen" zu lesen. Typisch für Michael Tsokos sind die detaillierten Beschreibungen der Todesumstände und die Spannung, die bis zum Schluß erhalten bleibt.
Ich gehe sehr gerne mit Dr. Herzfeld auf Ermittlungstour und freue mich schon riesig auf "Abgefackelt".
Ich hoffe sehr, es werden noch viele Bücher folgen.

Bewertung vom 29.01.2020
Das Glück ist zum Greifen da
Deloy, Sylvia

Das Glück ist zum Greifen da


sehr gut

Ana, ursprünglich aus Serbien, aber schon seit 12 Jahren in Deutschland, muss wahrscheinlich Deutschland verlassen, da sie keinen Job hat.
So die Ausgangslage für einen Kampf um Heimat und Zuhause. Man stellt sich als Leser oft die Frage, ob die Behandlung fair ist, ob die Gesetze nicht manchmal einfach zu streng ausgelegt werden. Warum darf der eine bleiben, die andere aber nicht. In diesem Roman geht man dieser Frage nicht weiter auf den Grund, aber es geht um Zusammengehörigkeitsgefühl, um Nachbarschaftshilfe, um Liebe und Freundschaft.
Ein sehr humorvoller Roman, der flüssig geschrieben ist und aufgrund seiner Situationskomik einfach so weggelesen werden kann. Es kommt keine Langeweile auf, es gibt keine Längen und keine Wiederholungen. Dieses Buch ist prellgefüllt mit Lesespaß.

Bewertung vom 13.01.2020
Happy End für zwei
Winters, Rachel

Happy End für zwei


gut

Evie, Assistentin eines recht unfähigen Agenten für Drehbücher, muss einen Klienten dazu bringen, ein romantisches Drehbuch zu schreiben und pünktlich abzugeben. Dazu lässt sie sich auf den Deal ein, ihm sogenannte Magische Momente zu liefern, wie sie in Liebesschnulzen regelmässig vorkommen.
Von der Idee her fand ich die Geschichte sehr nett. Letztendlich hat es die Autorin aber nicht geschafft, die Protagonisten herauszuarbeiten. Alle bleiben eher blass, man kann sich mit niemandem so richtig identifizieren.
Auch die Geschichte bleibt weit unter ihren Möglichkeiten. Viele Wiederholungen und ein ständiges Hin- und Her bei den Beteiligten schmälern das Lesevergnügen.
Nett sind die Kapitelanfänge, dort wird immer wie in einem Drehbuch der Ort, die Zeit und die aktuelle Situation beschrieben.
Insgesamt konnte mich das Buch nicht überzeugen.