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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 02.08.2013
Was vom Tode übrig bleibt
Anders, Peter

Was vom Tode übrig bleibt


weniger gut

Als der Autor 1966 geboren wurde, recherchierte Peter Anders - Der Fall Vera Brühne, bereits seit 1965 bis 1972. Wieso verwendet der Ex-Feuerwehrmann und Tatortreiniger dessen Namen? Es wäre seriös, wenn er zumindest durch einen zweiten Vornamen oder Anfangsbuchstaben dem Leser klar gemacht hätte, dass er nichts mit dem seit über 17 Jahren bekannte Autor Peter Anders gemein habe.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.02.2012
Ich bin doch bitte unschuldig!
Anders, Peter

Ich bin doch bitte unschuldig!


ausgezeichnet

Wie u.a. die sehr anschaulichen Dokumente zeigen, hatten sich tagtäglich Tausende von Schaulustigen vor dem Münchner Justizpalast gedrängelt: brave Hausfrauen, biedere Bürger und Reporter. Sie warteten auf die hochgewachsene, blonde Frau, die offenbar zu allem fähig war.
Zweifel an der Haltbarkeit des Schwurgerichtsurteils hatten Peter Anders drei Jahre nach der Urteilsverkündung bewogen, auf eigene Faust zu ermitteln. Er stieß auf Ungereimtheiten und nicht zuletzt auf die mit nichts zu entschuldigende Tatsache, dass die am Tatort ermittelnde Kriminalbeamten vorhandene Spuren verwischten, anstatt sie zu sichern. Es gelang ihm, die Säulen der Anklage bis in die Grundmauern zu erschüttern. So konnte er u.a. der ehemaligen Sprechstundenhilfe und Vertrauten des ermordeten Arztes nachweisen, dass sie anlässlich ihrer Vernehmung durch die Kriminalpolizei und später vor dem Schwurgericht vorsätzlich falsch ausgesagt hatte. Nachdem sie Dr. Prauns ’Geschäftspartner’ kannte, die wie ihr Chef in illegale Waffengeschäfte verwickelt waren, sah sie ihr Heil in der Flucht nach vorn und erklärte sich Peter Anders gegenüber bereit, ihre unwahren Aussagen zu widerrufen. Doch drei Tage nach dem Besuch des Autors starb die bisher kerngesunde Abtrünnige unter mysteriösen Umständen. Nachdem sich Peter Anders trotz aggressiver Drohungen weigerte, Schweigegelder anzunehmen, war er seines Lebens nicht mehr sicher. Er überstand mehrere Anschläge auf sein Leben; sein Auto liegt noch heute im Hamburger Hafenbecken. Mitte 1978 kündigte Peter Anders in der Presse sein Buch über den Fall Vera Brühne an. Daraufhin reagierte Franz Josef Strauß. Er wusste, dass dieses Werk u.a. Fakten enthielt, die nicht nur ihm und einigen befreundeten Lobbyisten schaden würden. Der als Hardliner geltende Ministerpräsident, der in seiner politischen Karriere wohl mehr Skandale und Affären überstanden hatte als jeder andere deutsche Politiker seit Gründung der Bundesrepublik, bot Peter Anders an, die nicht geständige Vera Bühne zu begnadigen, wenn er sich bereit erklärt, sein angekündigtes Buch über einen Zeitraum von 15 Jahren nicht zu veröffentlichen. Im Interesse der Inhaftierten ging der Autor auf diesen Deal ein. Daraufhin verfügte der bayerische Ministerpräsident am 30. Mai 1979 die Begnadigung von Vera Brühne. Dank des Autors konnte Vera Brühne noch über 21 Jahre in Freiheit leben.
Ich habe diese Neuaflage wohl als eine der ersten Leser 'erwischt' und habe es nicht mehr aus der Hand gelegt. Es ist die spannende Dokumentation eines unvorstellbaren Skandalurteils

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.