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Sachsen

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Insgesamt 203 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Meier-Ivancan, Monica

Female Power Food


sehr gut

Gesunde und abwechslungsreiche Kost unter Berücksichtigung der hormonellen Besonderheiten von Frauen

Zugegeben, der Titel des Buches hat mich nicht sehr angesprochen.
Aber das Cover mit dem Foto der Autorin, Monica Meier-Ivancan, und mit den Hinweisen, dass es sich um eine proteinreiche, blutzuckersmarte und genussvolle Ernährung handelt, die für uns Frauen gemacht ist, sowie meine Neugier auf dieses Buch haben letztendlich den Ausschlag gegeben.

Die Autorin hat einen schönen Schreibstil und eine sehr persönliche und authentische Art der Ansprache ihrer Lesenden.

Nach einer ansprechenden und gut verständlichen Einleitung in das Thema des Buches und das, was wir bei unserer Ernährung berücksichtigen sollen, wird auch schon das Reset-Programm für 7 Tage vorgestellt, welches eine Art Neustart für den Körper darstellt. Die Rezepte für diese Tage sind Teil der Rezepte, die sich dem Einleitungsteil anschließen. Ein konkreter Plan findet sich auf den hinteren Einschlagseiten. Fast hätte ich ihn übersehen. Direkt vor dem Rezeptregister findet sich dann noch ein Beispiel für einen 2. Reset-Plan.

Die Rezepte sind nach Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Süßes, Snacks und Extras eingeteilt und enthalten stets herzhafte als auch süße Gerichte. Die Beschreibung, Zutatenliste, Nährwerte und besonderen Hinweise sind gut verständlich und werden durch schöne Fotos der Gerichte ergänzt.
Besonders hilfreich fand ich den Teil, in dem die Autorin ihre wichtigsten Basics mit uns teilt.

Was mich ein wenig stört, ist die manchmal recht große Anzahl von Zutaten, die, oft nur in kleinen Mengen, erforderlich sind und die ich nicht ständig in meiner Küche vorrätig habe.

Insgesamt ist das Buch ein guter und motivierender Ratgeber in Richtung einer gesunden und genussvollen Ernährung mit vielen Rezepten.

Bewertung vom 04.01.2026
Buck, Ines

Tannengrab (MP3-Download)


ausgezeichnet

Knifflige Tätersuche

Der Krimi „Tannengrab“, der zweite Teil der Serie „Karla Sommerfeld ermittelt“, geschrieben von Ines Buck, hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe den Roman als Hörbuch, wunderbar gesprochen von Claudia Schwartz, gehört.

Es gibt im Buch einige Hinweise auf Vorgänge im ersten Band, die das Verständnis dieses Romans jedoch nicht beeinträchtigen. Man muss den ersten Band also nicht zwingend gelesen haben.

Als Kinder des Waldkindergartens einer kleinen Gemeinde einen Knochen finden und Karla Sommerfeld ihn zu sehen bekommt, wird schnell klar, dass es sich um einen menschlichen Knochen handelt.

Und dann beginnen die Ermittlungen, die sich in der Folge ausweiten. Zu diesem Teil möchte ich nichts verraten. Ich kann nur meine Freude und Spannung beschreiben, die ich beim Hören und Miträtseln empfand.

Mir hat gefallen, wie sachlich und nachvollziehbar die polizeilichen Untersuchungen beschrieben werden. Und daneben kommt auch der menschliche Aspekt nicht zu kurz: Karlas Kontakt zu ihrem Kollegen, die Probleme, die die zunehmenden Erinnerungslücken ihrer Mutter mit sich bringen und ihre noch nicht so lange bestehende Liebe zu einem Mann, der auch im Polizeidienst tätig ist.

Die Tätersuche war unterhaltsam und spannend. Auf die Auflösung bin ich nicht gekommen, ich gebe es zu. Das zeigt, wie knifflig der Fall war.

Ich freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung bzw. einen neuen Fall für Karla Sommerfeld.

Bewertung vom 26.12.2025
Hilderbrand, Elin;Cunningham, Shelby

The Academy


ausgezeichnet

Gelungene Beschreibung des Internats-Lebens


Ehrlich gesagt, habe ich anfangs bezweifelt, mir das Hörbuch ganze 16 Stunden anzuhören. Ich kam ziemlich schwer in die Geschichte rein und mit den Namen zurecht. Und ich fand die Handlung ziemlich banal.

Das alles hat sich aber im Laufe der Zeit grundlegend geändert. Mit Freude und Interesse habe ich vom Leben und „Leiden“ der Schüler und Lehrkräfte, ihren Ver- und Geboten gehört und regen Anteil daran genommen.

Sie, die Protagonisten der Handlung, werden in ihren Stärken, Schwächen und mit ihren Eigenheiten alle sehr gut beschrieben und ich habe von ihnen direkt Bilder im Kopf.

Es machte Spaß, von den kleinen Geheimnissen und Intrigen der verschiedenen Schüler und Lehrer zu erfahren. Allerdings wurden auch ernste Themen wie Magersucht, Alkoholismus und Sexismus beschrieben.

Am sympathischsten fand ich Charly. Ich wünsche ihr, dass sie mit East glücklich wird. Neugier ist geblieben, was das Vermächtnis bzw. die Mail von East‘s verstorbener Freundin betrifft. Oder wird es eine Fortsetzung geben?

Am meisten hat mich gefreut, dass die Schule ihren 2. Platz im Ranking zu Recht erhalten hat, weil es wohl andere Bewertungskriterien gab. Das Letztere kam allerdings etwas nebulös daher.

Es war ein schöner, ein versöhnlicher Schluss. Ich habe das Ende bedauert, hätte ewig weiterhören können.

Für mich war es eine wirklich vorstellbare, realitätsnah erzählte Internats-Geschichte, die Dank der tollen Sprecherleistung von Sandra Voss ein echter Ohrenschmaus war.

Bewertung vom 26.12.2025
Winning, Josh

Verbrenn das Negativ


gut

Bleibt hinter meinen Erwartungen zurück

Der Thriller von Josh Winning, erschienen bei Suhrkamp, hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Dennoch habe ich die Horror-Geschichte mit Interesse zu Ende gelesen.

Die Handlung ist schnell erzählt und kann im Klappentext nachgelesen werden.

Ein früherer Film-Kinderstar, Polly, der dem Filmwesen den Rücken zuwandte und seine Identität änderte, als es am Filmset und danach insgesamt acht Tote und Übergriffe auf sie gab, wird als nun 30-jährige Journalistin zum Dreh eines Remakes des Films geschickt, in welchem die Hauptdarstellerin, Polly, inzwischen auch 30 Jahre alt ist. Und wieder geschehen Todesfälle.

Mich interessierte an der Geschichte eher die literarische Umsetzung und dann letztendlich die Auflösung. Ich muss hinzufügen, dass Horrorgeschichten bisher nicht meinem Lesespektrum entsprachen.

Um es kurz zu machen. Polly, die sich jetzt Laura nennt, will, nachdem sie durch ihren Chef erneut in die Welt dieses Films hineingestoßen wurde, das Rätsel um die früheren und die aktuellen Morde aufklären.

Dazu sage ich natürlich nichts, das möge jeder selbst herausfinden.

Ich kann nur von meinen Eindrücken schreiben. Und die waren so, dass mir das alles unreal und künstlich in die Länge gezogen erschien. Die Auflösung war für mich absurd.

Was ich toll fand, waren die Einschübe von Dokumenten zwischen den Artikeln, die im Weitesten mit dem Film und seinen Darstellern zu tun hatten.

Das Buch bleibt für mich als Versuch in Erinnerung, einmal Horror-Literatur zu lesen. Ich habe gemerkt, dass das nicht mein Interessensgebiet ist. Und das ist ja schließlich auch eine wichtige Erkenntnis.

Bewertung vom 18.12.2025
Fossum, Karin

Ein stilles Mädchen / Eddie Feber Bd.2


sehr gut

Ruhig erzählt und dennoch sehr bewegend

Der Roman von Karin Fossum „Ein stilles Mädchen“ hat mir gut gefallen. Insbesondere, weil er etwas anders ist als viele andere Krimis, in denen zu Beginn ein Kind vermisst wird.

An was ich mich erst gewöhnen musste, war die langsame und ruhige Erzählweise, der gefühlt langsame Gang der Dinge. Gerade das führte im weiteren Verlauf jedoch zu einer großen Erzähl-Tiefe, einer genauen Beschreibung der Protagonisten und einem guten Verständnis der Zusammenhänge.

Kandis, ein sechsjähriges Mädchen, wird vermisst. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf.

Reizvoll ist die Beschreibung aus beiden Sichten. Einmal aus Sicht der Polizei und einmal aus Sicht von Kandis. Wie sie die Welt und das Geschehen betrachtet, ist noch einmal besonders berührend.

Auch wenn einige Fragen für mich nicht vollends beantwortet sind und ich die menschliche Reife der Sechsjährigen nicht ganz glaubhaft finde, ist mir die Geschichte um Kandis und ihre Familie doch nahegegangen.

Der Schreibstil der Autorin, die besondere Art der Unterhaltungen und der Betrachtungen heben den Roman aus anderen heraus.

Bewertung vom 11.12.2025
Godau, Angelika

5 alte Schachteln und ne Schnapsidee


ausgezeichnet

Ganz aktuelle Themen in eine amüsante Geschichte gepackt

Der Roman von Angelika Godau hat mir ausnehmend gut gefallen. Er wirft viele aktuelle Themen auf, insbesondere die oft noch unterdrückte und klein gehaltene Ehefrau, das Älterwerden mit seinen Beschwerlichkeiten, Fragen möglicher Pflegebedürftigkeit im Alter und vieles mehr.

Das Buch liest sich klasse, der Schreibstil ist flüssig. Es gibt viel Humor, viel Zeitkolorit und Rückschau. Wie schwer es die jungen Frauen damals hatten. Keuschheit vor der Ehe und bloß nicht ledig schwanger werden.

Man hatte dankbar zu sein, wenn man, sollte es doch „passiert“ sein, geheiratet wurde. Und dann hielt man es in einer unglücklichen Ehe jahrzehntelang aus, denn „Du weißt doch, verlässt eine Frau ihren Mann, ist sie eine verantwortungslose Schlampe, verlässt ein Mann seine Frau, muss sie wirklich eine Schlampe gewesen sein.“ (S. 159)

Ich musste oft darüber schmunzeln, wie sich die Frauen zusammenraufen. Wie viele überlebte Ansichten noch in den Köpfen herumspuken. Wie verschieden sie sind, aber wie sie doch ein Ziel letztendlich eint. Das ist toll und keinesfalls idealisiert geschrieben. Es ist schön zu lesen, wie sie überlegen, eine „Alten-Wohngemeinschaft“ zu gründen.

Ich würde einen Fortsetzungsband sehr begrüßen, da mich interessiert, wie es mit den Damen weitergeht.

Bewertung vom 07.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust


ausgezeichnet

Starker Krimi, der auch von Freundschaft und Vertrauen handelt

Der Roman „Wem Du traust“ von Petra Johann hat mich stark in seinen Bann gezogen. Es ist ein Krimi und doch auch eine Betrachtung über Liebe, Ehrlichkeit, Vertrauen und Haltung.

Im Zentrum stehen zwei Frauen, Eva und Susanne, allerbeste Freundinnen. Beide haben Familie und je ein Kind.

Als die 15-jährige Tochter von Susanne, Sofia, verschwindet und die Polizei beginnt, nach ihr zu suchen, beginnt ein Kreislauf aus Angst und Hoffnung, später auch aus Argwohn und Zweifel.

Zur Handlung werde ich weiter nichts schreiben, da ich auf keinen Falk spoilern möchte. Ich berichte nur von meinen Empfindungen beim Lesen.

Vielleicht sagt es etwas über die Spannung, dass ich das letzte Lesedrittel des Buches nicht mehr „aufteilen“ konnte. Die Frage, wer es denn nun war und meine Neugier, wie das Buch endet, ließen das nicht zu. So habe ich bis weit nach Mitternacht gelesen.

Und dann war es zu Ende. Der Fall wurde gelöst und alles war schlüssig und nachvollziehbar, es gab keine offenen Enden.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Zum einen wegen des Falls an sich, die Suche nach einer vermissten Jugendlichen. Zum anderen konnte ich die Ermittlungen der Polizei sehr schön verfolgen. Die Chefin des Teams der Kripo ist selbst Mutter einer Heranwachsenden. Da fanden sich schöne Parallelen und Unterschiede. Und es gab die zwei Freundinnen. Beide starke Frauen, fest im Leben stehend, die mit einem Mal durch diese Tragödie an ihre Grenzen kommen.

Das war einfühlsam beschrieben und hat mich sehr beeindruckt. Ich empfehle das Buch Krimifans, die auch an einer starken Nebenhandlung interessiert sind und die gern miträtseln. Denn für mich blieb es sehr lange sehr spannend.

Bewertung vom 26.11.2025
Claus, Anna Helene

Im Silberlicht der Angst


sehr gut

Wenn die Beziehung toxisch ist

Der Roman „Im Silberlicht der Angst“ von Anna Helene Claus erzählt die Geschichte von Anne, einer jungen Frau, die an einen toxischen Partner gerät. Als er sie nach einer jahrelangen Beziehung plötzlich und ohne Vorwarnung verlässt, gerät sie in eine Spirale aus Angst, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Erst als eine Bekannte ihr dringend eine Therapie empfiehlt, folgt sie dem Rat und begibt sich in eine Klinik. Durch Annes Gespräche mit ihrem Therapeuten und entsprechende Rückblicke erfuhr ich das ganze Ausmaß dessen, was Anne durchgemacht hat. Das war nicht leicht zu lesen, fragte ich mich doch immer, warum sie sich das alles gefallen lässt. Aber sie ist schwach und unsicher und fand zu der Zeit keinen Ausweg.

Die Autorin schreibt in einer wunderbaren, bildhaften Sprache, die ich bereits aus ihren Erzählungen und Gedichten kenne. Annes Gefühle werden dabei detailliert beschrieben und klar ausgedrückt. Ich konnte die Gefühlslage von Anne gut nachempfinden.

Für mein Empfinden haben diese Beschreibungen der Gefühle der Protagonistin jedoch einen breiten Raum erhalten. Es hat sich beim Lesen etwas gezogen. Ich wollte gern wissen, wie die mysteriösen Vorfälle zustande kamen und wie es weiterging, musste mich aber gedulden.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, zeigt es doch sehr eindrucksvoll, wie schnell ein Mensch in eine psychische Abhängigkeit von einem anderen Menschen gelangen kann und wie schwer es ist, sich daraus zu befreien. Es zeigt aber auch, dass man sich Hilfe holen kann und dass die Wiedererlangung der eigenen Unabhängigkeit prinzipiell möglich ist.

Bewertung vom 18.11.2025
Lüer, Claudia

Barfuß durch dein Herz


ausgezeichnet

Poetisch, gefühlvoll, zu Herzen gehend - Futter für die Seele

Schon der Titel hat mich angesprochen. „Barfuß durch dein Herz“, das klingt einfach romantisch. Der Poetry-Band von Claudia Lüer hat mein Herz dann auch im Sturm erobert, obwohl ich mich nicht zu einer direkten Liebhaberin der Dichtkunst zähle.

Das in Rot gehaltene Cover passt perfekt zum Titel und auch das Herz findet darin seinen Platz.

Dann der Inhalt. 27 Gedichte. So schöne Worte, so viel Gefühl. Die Gedichte sprechen mich sofort an.

Es ist eine sehr schöne, klare Sprache, die sich dem Leben, der Liebe, dem Hier und Jetzt widmet. Die Autorin reiht die Worte wie Perlen auf eine Kette und heraus kommen ausdrucksstarke Wahrheiten. Einfache Wahrheiten, wunderbar in Worte gekleidet, über die ich ins Nachdenken gekommen bin.

Viele Themen werden angesprochen: die Liebe, das Glück, die Trennung, der Tod. Aber auch der Stress und der Versuch, besonders schöne Momente einzufangen und für später zu konservieren.

Es braucht nicht viel, um in die Gedichte einzutauchen. Das ist sehr schön und eingängig formuliert. Die Gefühle und Gedanken werden so nachvollziehbar in eine Gedichtform gebracht, dass ich nur staunen kann und bezaubert bin.

Der Band ist ein echtes Juwel. Die Gedichte treffen mich direkt ins Herz, weil sie so viele Ebenen ansprechen, so verständlich und aus dem Leben gegriffen sind. Ich finde mich in ihnen wieder.

Absolute Lese-Empfehlung. Auch wunderbar als Geschenk für daran Interessierte geeignet.

Bewertung vom 16.11.2025
Köhlmeier, Michael

Ehrenwerte Affen


sehr gut

Sehr besondere, unbekannte und zum Teil wunderliche Märchen und Sagen

Die Sammlung „Ehrenwerte Affen“ von Michael Köhlmeier besticht schon durch ihr Äußeres. Der kunstvoll gestaltete, bedruckte Einband in leuchtendem, verlaufendem Gelb ist so schön anzuschauen, wie sich das feine Papier angenehm anfühlt.

Die insgesamt 17 Geschichten selbst sind sehr verschieden und werden in einem märchenhaften Stil erzählt. Einige davon haben mir gefallen, andere eher nicht. Letztere ließen mich verwirrt oder nachdenklich zurück und manchmal erschloss sich mir leider die Moral von der Geschichte nicht.

Auf jeden Fall werden in den einzelnen Erzählungen sehr menschliche Verhaltensweisen, gute, wie wirklich schlechte, beschrieben, auch wenn oft Tiere die Protagonisten sind.

Meine Lieblingsmärchen aus dem Band sind „Bärenkönig und Schildkrötenmann“ und „Der Heuschreck“. Besonders ansprechend finde ich „Der wunderliche Raub der Königskrone“.

Ich werde immer mal wieder zu diesem Buch greifen, es an irgendeiner Stelle aufschlagen und die entsprechende Geschichte dann lesen.