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Benutzername: Book-addicted
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Bewertungen

Insgesamt 527 Bewertungen
Bewertung vom 27.07.2021
Isle of Darkness
Healand, Mica

Isle of Darkness


ausgezeichnet

*Meine Meinung*
Eine einsame Insel, ein heisser Typ, weit und breit nur Meer… was will man mehr? Doch das sieht Kylee zu Beginn garantiert anders, denn sie wurde entführt. Warum, das kann sie nur vermuten, doch ihr Entführer ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie sie anfangs denkt. Ehrlich gesagt ist er sogar ziemlich heiß… 

Mica Healand hat es geschafft, dass ich mein Herz schon verdammt schnell an Brexen Ward verloren habe, denn auch wenn er Kylees Entführer ist: er ist einfach toll. Er ist liebevoll, freundlich, zuvorkommend und lässt Kylee jede Menge „Freiraum“, den sie mehr nutzt, als es ihm lieb ist. 

Kylee ist alles andere als ein schwacher Charakter und wehrt sich von Anfang an mit Händen und Füßen gegen die Gefangenschaft. Sie tut alles dafür, um von der Insel fliehen zu können und geht dabei so manches Risiko ein - doch gelingen will es ihr nicht. Was ihr bei ihrer Flucht gehörig im Weg steht, ist ihre Angst vor der Dunkelheit, denn ohne Licht verfällt sie ihn Panik. Diese Panik ist so greifbar, so spürbar, dass es einem fast den Atem raubt und man Kylees denken und handeln immer mehr nachvollziehen kann. 

Der Schreibstil der Autorin ist packend, mitreißend, fesselnd und man fiebert richtig mit den Figuren mit. Man will Geheimnisse lüften, verliebt sich ein bisschen und fühlt sich ein bisschen, als wäre man hautnah dabei. 

Bewertung vom 20.07.2021
Paracelsus - Die Fragen der Toten
Schmid, Eva-Isabel

Paracelsus - Die Fragen der Toten


sehr gut

*Meine Meinung*
"Paracelsus - Die Fragen der Toten" ist der zweite Band der Paracelsus Dilogie und es empfiehlt sich dringend, den ersten Band vorab zu lesen, da es sonst zu Verständnisproblemen kommen könnte. 

Paracelsus ist inzwischen Arzt "beider Arzneien" (Medizin und Chirurgie) und befindet sich in Italien, wo er mit seinem Schüler Simon tätig ist. Direkt auf den ersten Seiten des Buches begleiten wir die beiden, wie sie versuchen, das Bein eines frisch verlobten Mannes zu retten... das ist zwar sehr anschaulich beschrieben, aber genau das gefällt mir an diesem Buch so gut. Es wird sehr anschaulich dargestellt, was vorgeht, sei es nun bei chirurgischen/medizinischen Fällen oder bei der Pest. 

Die Pest ist in dieser Zeit in Basel allgegenwärtig und während Caspar dort als Stadtarzt gegen die Pest ankämpft, hat Paracelsus die Suche nach der Seele des Menschen noch nicht aufgegeben.  

Das letzte Buch hatte ich etwas kritisiert, da ich mir eher das medizinische Wirken des Paracelsus als Hauptthema gewünscht hätte, Paracelsus sich aber mehr mit der Suche nach der menschlichen Seele beschäftigt. Dies war leider auch hier ein Kritikpunkt, dennoch gefiel mir dieses Werk nochmal ein gutes Stück besser, als der Vorgänger. Dies lag vermutlich auch daran, dass die Autorin den Ausbruch der Pest überzeugend schildert und auch die Probleme der Menschen schildert: es bricht eine tödliche Seuche aus und die Menschheit sucht natürlich nach einem Schuldigen, einem Sündenbock, dem man das Ganze zu verdanken hat. Wenn wir mal ehrlich sind, schildert das doch unsere jetzige Situation auch ganz gut, oder nicht? 

Der Schreibstil war flüssig, bildhaft und gut lesbar und ich konnte mich dieses Mal deutlich mehr in die Geschichte ziehen lassen, als es beim Vorgängerband der Fall war. 

Bewertung vom 18.07.2021
Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele
Schmid, Eva-Isabel

Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele


gut

*Meine Meinung*
Ich muss gestehen, als ich mich diesem Werk widmete, hatte ich etwas ähnliches wie "Der Medicus" erwartet, ein Buch, das ich vor vielen vielen Jahren regelrecht verschlungen habe. "Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele" spielt im mittelalterlichen Basel und als Leser erfährt man so einiges über die medizinischen Vorgänge in dieser Zeit - soweit ein guter Vergleich zum Medicus - allerdings widmet sich dieses Buch auch sehr dem Okkultismus. Dämonen, Hexen, bösen Mächten... auch wenn ich diese Thematiken grundsätzlich sehr gerne mag, tat ich mir im Kontext zu Paracelsus und seinen "Lehren" eher schwer. Natürlich war in dieser Zeit schwarze Magie, Kräuterhexen etc. in aller Munde und doch baut die Autorin diese Themen in diesem Buch gänzlich anders ein, als ich es erwartet hätte - und das gefiel mir ehrlich gesagt nicht ganz so gut.

Die Figur des Theophrastus Bombast von Hohenheim, kurz Paracelsus, ist ein Charakter, den ich ehrlich gesagt ganz gerne mochte - auch wenn er der Unsympath in Person darstellt. Er ist egoistisch und nimmt keinerlei Rücksicht auf seinen besten Freund Caspar oder jeden anderen Menschen in seinem Umfeld, er tut nur das, was ihm selbst zum Vorteil gereicht. Doch gerade wegen dieser Art hat er mir außerordentlich gefallen, denn er ist erfrischend anders als die meisten anderen Protagonisten aus Büchern. Er ist alles andere als aalglatt, hat Ecken und Kanten und ist alles andere als perfekt - und genau das bringt ihm trotz allem irgendwie Sympathie ein. 

Die übrigen Charaktere, allen voran Caspar, gefielen mir auch ganz gut, besonders weil wir auch Kapitel aus deren Sicht lesen und ihnen so ein Stück weit näher kommen, als man es sonst erwarten würde. 

Die historischen Hintergründe und die politischen Intrigen, die immer wieder in den Vordergrund rückten, gestalteten das Lesen phasenweise sehr zäh und ich musste mich immer wieder durch die einzelnen Kapitel kämpfen, bis es dann spannender mit Paracelsus und seinen Freunden weiterging. Der Spannungsbogen wurde daher immer wieder unterbrochen, was den Lesefluss nachhaltig beeinflusste.

Das Ende bietet einen Cliffhanger, der Lust auf mehr macht und ich bin gespannt, ob mich der Folgeband mehr abholen kann...

Bewertung vom 17.07.2021
Bad Lovers
Thorn, Anny

Bad Lovers


ausgezeichnet

*Meine Meinung*
Schon die Leseprobe zog mich unfassbar in ihren Bann, sodass ich auf „Bad Lovers“ unglaublich hin fieberte - und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin schafft es, einen spannenden Plot zu weben, der jede Menge -manchmal auch widersprüchlicher- Gefühle in einem weckt und fesselt damit ungemein. 

Parker ist vor allem eins: heiß. Er weiß, was er will und holt sich das auch und weiß vor allem seine Vikings zu lenken. Er lebt für seinen Motorradclub und würde sein Leben wahrlich für seinen Club geben. 

Linda ist eine taffe Anwältin, die ganz genau weiß, was sie will - bis sie Parker kennenlernt, der ihr gehörig den Kopf verdreht…

Ehrlich gesagt fand ich sowohl Parker, als auch Linda ziemlich sympathisch und gerade die Ambivalenz ihrer Lebensweise machte das Ganze so interessant. Im Grunde ihres Herzens sind sich die beiden nämlich gar nicht so unähnlich, auch wenn man das am Anfang nicht vermuten würde. Doch auch das müssen die beiden für sich herausfinden und so vergeht einige Zeit, bis den beiden klar wird: hey, so anders ist das gegenüber gar nicht. Diesen Prozess zu beobachten macht Spaß und die Charaktere sind nicht nur sympathisch, sondern auch sehr authentisch gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. 

Die Story ist heiss und die Autorin geizt nicht mit expliziten Szenen: wer damit also ein Problem hat, sollte nicht auf diese Geschichte zurückgreifen.
Der Schreibstil fesselt und lässt sich gut und flüssig lesen, die Ausdrucksweise ist zwar deutlich, aber ganz ohne ordinär zu werden - ich mochte es sehr. 

Mir persönlich hat sie richtig richtig gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band! 

Bewertung vom 08.07.2021
Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4
Winkelmann, Andreas

Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4


ausgezeichnet

*Meine Meinung*
Andreas Winkelmann schreibt unsagbar spannende Thriller und wenn ich ehrlich bin, habe ich den Eindruck, als ob er sich von Buch zu Buch nochmals steigern würde. Genauso verhält es sich auch bei "Die Karte". Gerade weil ich ab und an selbst gerne joggen gehe und dabei einen Fitness-Tracker nutze, fand ich den Plot besonders spannend - auch wenn ich meine Strecke weder regelmäßig am selben Wochentag oder zur selben Uhrzeit begehe, noch online teile. Dennoch bringt einen die Thematik zum nachdenken, denn Social Media ist überall. 

Die Charaktere sind, zumindest für alte Hasen der Winkelmann'schen Bücher, altbekannt und immer noch mehr als sympathisch. Ich mag Jens Kerner und Rebecca Oswald einfach unglaublich gerne, aber auch Rolf Hagenah ist einer meiner Lieblingscharaktere des Autors. Der Plot ist nicht nur super spannend, sondern war für mich auch nicht wirklich vorhersehbar, sodass ich bis zum Ende im Dunkeln tappte. 

Der Schreibstil war gewohnt flüssig und gut zu lesen, der Spannungsbogen wurde stets aufrecht erhalten und die Geschichte hielt mich dauerhaft auf Trab - was will man eigentlich mehr? 

Bewertung vom 04.07.2021
NEBEL / HULDA Trilogie Bd.3
Jonasson, Ragnar

NEBEL / HULDA Trilogie Bd.3


sehr gut

*Meine Meinung*
Nebel ist der dritte Teil der „Hulda-Trilogie“ von Ragnar Jonasson. Es ist der dritte Teil und doch der Beginn, denn die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern genau andersherum - Band 1 spielt also lange Zeit nach Band 3 - um genau zu sein etwa 20 Jahre.

Der erste Band begeisterte mich vollends, während Band 2 hingegen etwas schwächer war. Aber auch „Nebel“ überzeugte mich nicht vollends. Auch wenn die Atmosphäre absolut grandios war und ich die Vorkommnisse mit großer Spannung verfolgte, fehlte mir irgendwie die Spannung. Das Setting, ein abgeschiedener Bauernhof im tiefsten Schnee, mochte ich sehr und auch die Erlebnisse der Hausbewohner sorgten mehr als einmal für eine düstere und beklemmende Stimmung - doch so richtig Spannung wollte nicht aufkommen.

Hulda und ihre Vergangenheit - inzwischen hinreichend bekannt - waren auch hier ein großes Thema, was ich aber nicht sonderlich schlimm fand. Dieses Wissen über das was kommt, verlieh den Ereignissen einen umso grausameren Touch - ein bisschen, wie man jemanden sehenden Auges ins Unglück rennen lässt… 

Der Schreibstil ist absolut fantastisch, denn der Autor schreibt nicht nur sehr bildhaft, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen, sondern bringt eine Ruhe hinein, wie ich es selten bei einem Thriller erlebt habe. 

Für mich ist und bleibt der erste Band der Trilogie „Dunkel“ der beste Band der Reihe, dennoch würde ich jedem diese Trilogie empfehlen, der gerne düstere und bedrückende Romane mag.

Bewertung vom 27.06.2021
Fallen Saints
Rivers, Sara

Fallen Saints


ausgezeichnet

*Meine Meinung*
Lange lange ist es her, dass ich einen Dark Romance Roman gelesen habe - umso mehr wird es Zeit, das endlich mal wieder in Angriff zu nehmen! 

„Fallen Saints“ ist einer dieser Romane, die einem nicht nur ins Herz, sondern auch in den Kopf gehen, denn er ist keiner dieser seichten braven Liebesromane - ganz im Gegenteil. Auch wenn das Buch bis obenhin mit Gefühlen vollgepackt ist, so sind es nicht immer die, die man in einem Liebesroman erwartet: Angst, Abneigung, Furcht und Zorn, aber eben auch Liebe, Lust und Zuneigung. 

Der Charakter des Shadow gefällt mir aus dem Grund so gut, da hinter seiner harten Schale ein weicher Kern steckt, den man einfach gern haben muss - auch wenn man erst nach und nach erfährt, weshalb er sich hinter seiner harten Schale versteckt. Storm schafft es im Laufe des Romanes irgendwie, die Mauer einzureißen, die Shadow so akribisch um sich und sein Herz aufgebaut hat und gerade wegen ihrer Charakterstärke und dennoch einfühlsamen Art schlich sie sich nicht nur in Shadows Herz - sondern auch in das des Lesers. 

Der Plot ist nicht nur spannend, sondern auch absolut nicht vorhersehbar, hat viele Wendungen und lässt den Leser einfach nicht mehr los. Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und kann die Fortsetzung kaum noch erwarten!

Auch wenn es sich hierbei um einen Dark Romance Roman handelt, so ist der Schreibstil dennoch sehr angemessen und kommt ohne große Schimpfworte aus. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen und man kann sich die einzelnen Personen und Handlungsorte absolut super vorstellen.

Bewertung vom 21.06.2021
Die Glücksschneiderin
Sosnitza, Ulrike

Die Glücksschneiderin


ausgezeichnet

*Meine Meinung*
Als mich eine liebe Bloggerin fragte, ob ich gerne an einer Blogtour zu Ulrike Sosnitzas neuem Roman teilnehmen wolle, sagte ich einfach zu - obwohl ich bis dato noch nichts von der Autorin gelesen hatte. Einige Zeit später erreichte mich das Buch schließlich und nicht nur das Cover, sondern auch die sehr sympathische Widmung machte Lust auf das Buch - natürlich neben dem Klappentext.

So schnappte ich mir schließlich - passend zumindest zu einem Teil des Nähcafés - ein Küchlein und eine Tasse Kaffee und setzte mich auf die Terrasse, wo ich sofort in Claras Geschichte eintauchte.

Clara ist eine tolle Protagonistin, die ich von Anfang an sehr mochte, denn sie gibt niemals auf und setzt ihre Träume um. Auch ist sie sehr familiär und lebt für das Schneiderhandwerk, wobei sie sehr darauf bedacht ist, Upcycling zu betreiben und gegen "Fast Fashion" anzukämpfen. Upcycling im Bereich der Kleidung bezeichnet nichts anderes, als etwas Altes aufzuwerten und etwas neues daraus zu gestalten, Fast Fashion ist billig produzierte Kleidung und schnelle Kollektionswechsel, sodass der Kunde die Kleidung nur kurz trägt und schnell etwas neues kaufen muss. Sie wird quasi produziert, um nicht lange zu halten.

Gerade diese Thematik beschäftigt Clara in unserem Buch, wobei es alles andere als das "Hauptthema" darstellt. Die Autorin bringt den Leser damit zum nachdenken und streut einige Infos diesbezüglich ein, ohne dabei jeden bekehren zu wollen - und das fand ich richtig toll. Ich, die sich bisher überhaupt nicht mit der Thematik beschäftigt hat, erfuhr einiges darüber, was man zum Thema Nachhaltigkeit bei Kleidung wissen muss und das brachte mich ziemlich ins Grübeln.

Claras Familie und ihr Freundeskreis mochte ich unfassbar gerne, auch wenn der ein oder andere von ihnen gerne mal den moralischen Zeigefinger hob, oder zugunsten anderer etwas übers Ziel hinausschoss.

Auch Finn, Claras Ex-Freund, war mir direkt sympathisch, auch wenn ich mich lange Zeit fragte, wieso er sie damals verlassen hatte. Dies erfährt der Leser erst ganz am Ende des Buches, was ich aber irgendwann nicht weiter dramatisch fand. Allein durch das Erleben von Finns Charakter rückte dies irgendwann in den Hintergrund und ich genoss einfach seine durch und durch sympathische Art.

Die Geschichte fesselt und ist durch und durch ein Wohlfühlbuch. Auch wenn ich ganz und gar kein Mensch bin, der gerne näht, bekam ich dadurch irgendwie doch Lust darauf und wurde ein bisschen wachgerüttelt, was das Thema Umwelt (im Bezug auf Kleidung) angeht.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr angenehm, man fliegt nur so durch die Seiten und ich hatte das Buch in ca. 2 Tagen durchgelesen - und es wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin für mich gewesen sein.

Bewertung vom 20.06.2021
Der Junge, der das Universum verschlang
Dalton, Trent

Der Junge, der das Universum verschlang


schlecht

*Meine Meinung*
„Der Junge der das Universum verschlang“ ist eine dieser Geschichten, die prinzipiell gut werden gekonnt hätten- wenn nicht Zuviel dazwischen gekommen wäre.

In diesem Fall kam so einiges dazwischen: zum einen die fehlende Spannung, was für mich einer der gravierendsten Punkte war, wieso ich mir mit diesem Buch so schwer tat. Nahm ich es in die Hand um ein paar Seiten zu lesen, legte ich es ebenso schnell wieder weg und es dauerte tagelang, manchmal wochenlang, bis ich wieder dazu griff. Das lag aber auch am Schreibstil des Autors, mit dem ich mich irgendwie nicht recht anfreunden konnte. Langatmig, ausschweifend und eben einfach nicht fesselnd. Das merkte ich schon zu Beginn des Buches, denn schon der Einstieg gestaltete sich alles andere als einfach… zu viele unsortierte Ereignisse und keine Ahnung, was Fiktion und was Realität ist…

Die Charaktere zeigten stellenweise eine große Ambivalenz in ihrem Verhalten und so richtig warm konnte ich mit keinem davon werden.

Die Stimmung war insgesamt sehr düster und zartbesaitete sollten vielleicht lieber Abstand davon nehmen, dieses Buch zu lesen - vor allem da eben auch Kinder im Spiel sind.

Mein Buch war es leider nicht, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden - zum Glück, muss man fast sagen.

Bewertung vom 18.06.2021
INSEL / HULDA Trilogie Bd.2
Jonasson, Ragnar

INSEL / HULDA Trilogie Bd.2


sehr gut

*Meine Meinung*
Ragnar Jónassons zweiter Roman der Hulda-Trilogie konnte mich irgendwie nicht ganz so fesseln, wie es Band 1 geschafft hat - aber warum?

Grundsätzlich finde ich das Prinzip - von heute zu damals (also Band 1 - „alte Hulda“ zu Band 2 „Hulda mittleren Alters“ zu Band 1 „Junge Hulda“) - absolut grandios. Gerade wenn man den zweiten Band liest, weiß man schon viel über Huldas Leben und kennt viele ihrer Geheimnisse, sodass manche ihrer Gedanken nahezu bedrückend, fast schon beklemmend, wirken - weil man die Zukunft kennt. 

Dennoch konnte mich dieser zweite Band nicht ganz so abholen und fesseln, wie es der erste geschafft hat. Vielleicht, weil es eine Art "Übergangsgeschichte“ ist, zwischen heute und damals und sich die Geschichte weniger auf Huldas Leben - und dem als Kommissarin - bezieht, sondern tatsächlich eher auf den Kriminalfall. Eigentlich ja vollkommen okay, aber „Dunkel“ versprach und bot einfach mehr. Mehr Düsternis, mehr menschliche Abgründe, mehr Hulda, mehr Spannung. 

Der Kriminalfall an sich ist spannend und die Stimmung, die dabei aufkommt ist bedrückend. Die schon fast nüchterne Art des Autors, die Kulisse des kalten und dennoch atemberaubenden Islands zu beschreiben und dabei nebenbei einfach mal einen kaltblütigen Mord geschehen zu lassen, überrascht mich immer wieder, kann mich aber auch vollends begeistern. Auch wenn ich gegen Ende hin eine ungefähre Ahnung hatte, was die Lösung des Falls anging, empfand ich dies nicht als sonderlich schlimm und konnte dennoch gefallen an der Geschichte finden.

„Insel“ sollte zwingend in Kombination mit dem Vorgängerband „Dunkel“ gelesen werden, weil einem viele Details sonst nicht geläufig sind - und man den Charakter der Hulda schlicht und ergreifend nicht als das erfassen kann, was er ist: eine großartige Figur.