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Benutzername: Book-addicted
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Bewertungen

Insgesamt 399 Bewertungen
Bewertung vom 17.02.2019
Highspeed London / SPY Bd.1
Strobel, Arno

Highspeed London / SPY Bd.1


sehr gut

-> Story + Charaktere:
Dominik "Nick" Nader ist eigentlich ein ganz normaler Junge, bis er durch einen dummen Zufall plötzlich in der Welt der Spione und Geheimagenten landet. Zu Beginn nimmt er an, dass es sich dabei um eine Art Spiel zu seinem Geburtstag handelt, das von seinem Vater organisiert wurde...doch weit gefehlt. Schnell wird klar: es handelt sich hierbei um alles andere als ein Spiel und schon bald befindet sich Nick mitten in der Ausbildung zum Agenten. Dann machen wir einen Zeitsprung und finden uns plötzlich 3 Jahre später wieder und Nick steckt - mehr oder weniger gewollt - plötzlich mitten in seinem ersten Auftrag!

Die Geschichte um Nick Nader ist völlig skurril - aber gerade das wird den Jugendlichen - oder den Lesern allgemein - gefallen! Auch wenn ich die Zielgruppe "ab 12" mit meinem fast 30 Jahren nun nicht mehr so ganz erfülle, hatte ich doch meinen Spaß, beim lesen und musste so manches Mal doch sehr schmunzeln. Gängige Agentenklischees werden erfüllt und mit einigen hübschen Ideen untermalt - allen voran definitiv "Bruno". Bruno ist die künstliche Intelligenz, die Nick in Form eines Armbandes begleitet und ihm so manchen mehr oder weniger hilfreichen Tipp zum erfolgreichen bewältigen seiner Mission gibt. So ein bisschen musste ich dabei an Jarvis denken, dem persönlichen "Assistenten" von Iron Man - und irgendwie fand ich das mindestens so lustig wie genial.

Auch wenn ich die Nebencharaktere des Buches ein wenig blass fand, so gefiel mir Nick Nader eigentlich ganz gut, auch wenn er mir seine spezielle "Gabe" dann doch irgendwie viel zu wenig ausprobierte. Ich meine... wenn man schon Superkräfte hat, dann spielt man nach dem entdecken doch ordentlich damit rum und testet sich durch, oder?
Schade fand ich auch, dass man von der Ausbildung eigentlich nicht wirklich etwas liest, sondern gleich diesen Zeitsprung von 3 Jahren absolviert - das hätte doch ganz spannend sein können, ihn bei seiner Ausbildung zu begleiten!

Auch wenn mir die Story alles in allem wirklich gut gefiel, fand ich die Fragen, die gegen Ende noch offen bleiben eher unbefriedigend und hätte mir zumindest die Aufklärung von dem ein oder anderen Aspekt gewünscht. Dennoch werde ich wohl zum Folgeband greifen - sobald dieser erscheint.

-> Schreibstil:
Sehr angenehmer Schreibstil, der auch von Kindern ab 12 Jahren gut gelesen werden kann.

-> Gesamt:
Tolle Agentenstory die Spaß macht, sympathischer Protagonist, aber etwas blasse Nebencharaktere und ein Ende, das zu viele Fragen offen lässt.

Wertung: 4 von 5 Sterne!

Bewertung vom 13.02.2019
Die Antwort auf Vielleicht
Winter, Hendrik

Die Antwort auf Vielleicht


ausgezeichnet

-> Story + Charaktere:
Puh. Hier eine Rezension zu schreiben ist gar nicht so einfach. Warum? Weil "Die Antwort auf Vielleicht" eines der Bücher ist, die einen tief berühren und zum nachdenken anregen. Nicht auf die schlechte Art, wie man jetzt vielleicht denken möchte... sondern auf eine mehr als positive Art und Weise. Wir lernen durch Jessi nicht nur, dass man nehmen muss, was uns das Leben gibt - ob es uns nun gefällt oder nicht - sondern auch, dass wir es schätzen sollten. Jeden Moment, jeden Augenblick, genau so, wie er ist.

Adam Wondraschek ist Mitte 20 und sein größter Traum ist es, einmal den Chimborazo im Ecuador zu besteigen - denn dessen Gipfel ist der vom Erdmittelpunkt am weitesten entfernte Punkt der Erde. Doch dafür braucht man Geld - und das hat Adam nicht. Obwohl er seine Lehre als Tischler beendet hat, möchte er nicht "für Ikea die Stühle zusammenschrauben", wie er selbst betont und fährt daher lieber krebskranke Menschen zur Bestrahlung. Dass das nicht ganz einfach ist, hat Adam schon früh festgestellt - ganz anders kommt es jedoch, als er Jessi Bischoff kennenlernt... Jessi stellt sein Leben auf den Kopf und er kann einfach nicht anders, als sich in die todkranke Frau zu verlieben....

"Die Antwort auf Vielleicht" ist wohl eines der bezauberndsten, mitreißendsten und traurigsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe, was vielleicht auch daran liegt, dass es auf einer wahren Begebenheit beruht. Nicht nur Adam und Jessi, sondern auch Jessis beste Freundin Vero, Adams Oma Olga und die ganzen anderen Personen, die wir im Laufe des Romanes kennenlernen sind unglaublich authentisch und ziemlich sympathisch.

Obwohl die Themen "Krebs" und "Tod" nie einfach sind, schafft es der Autor perfekt, seine persönliche Betroffenheit/Befangenheit bei diesem Thema beiseite zu schieben und die Kurve zwischen tieftraurig und lebensmutig zu meistern. Auch wenn es in diesem Roman um eine todkranke Frau geht, so schreit dieses Buch stellenweise förmlich vor Optimismus, vor Liebe und Zuneigung, von großen Träumen, kleinen Chancen und vielen wundervollen Gelegenheiten, das Beste daraus zu machen.

Es gibt so viele schöne Momente, dass man manchmal ganz vergisst, dass die Hauptthematik dieses Buches eigentlich ganz und gar nicht erfreulich ist - und doch erwischt man sich häufig dabei dass einem manche Dinge ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Das Ende... das Ende ist genau so, wie es sein sollte - mehr kann ich nicht sagen, ohne zu Spoilern - aber ich fand es perfekt.

-> Schreibstil:
Fesselnd, mitreißend, flüssig, gut lesbar.

-> Gesamt:
Ein unglaublich schönes Buch mit authentischen Charakteren und vielen berührenden Momenten, die einen traurig schlucken - aber auch erfreut lächeln lassen. Ein Buch, das zum nachdenken anregt... ein Buch für Herz und Seele.

Wertung:5 von 5 Sterne!

Bewertung vom 07.02.2019
Beobachtet   12 Erotische Geschichten
Winter, P. L.

Beobachtet 12 Erotische Geschichten


ausgezeichnet

-> Story + Charaktere:
In "Beobachtet" finden sich 12 Kurzgeschichten, sowie ein Code für eine dreizehnte, die man Online herunterladen kann. All diese Geschichte stehen in einer Verbindung zueinander und drehen sich hauptsächlich um das Beobachten und Beobachtet werden... natürlich bei der schönsten Sache der Welt.

P.L. Winter schafft es nicht nur, eine entspannte und angenehme Atmosphäre in seinen Büchern zu schaffen, sondern auch die sexuellen Szenen sehr ansprechend und deutlich zu schildern, ohne derb zu werden. Die 12 Geschichten sind allesamt anregend und so in sich abgeschlossen, dass man sie auch einzeln lesen könnte. Da ich eigentlich alle Geschichten ähnlich gut fand, kann ich an dieser Stelle gar nicht sagen, welche ich am besten fand - und das ist für einen Kurzgeschichtenband definitiv ein gutes Zeichen.

Gut gefallen hat mir dabei vor allem die Tatsache, dass man die bereits bekannten Pärchen immer wieder trifft und sich teilweise auch "gemeinsam" an verschiedene vorherige Treffen erinnert - es führt also ein roter Faden durch das ganze Buch. Das Finale ist nicht zu verachten und gefällt sowohl dem Leser, wie auch den Protagonisten.

-> Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und mitreißend und sorgt - neben den Geschichten - dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

-> Gesamt:
Sehr lesenswert, tolle Geschichten, faszinierende Schilderungen, perfekte Kulissen(wechsel), passender Schluss. Lesen!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Bewertung vom 30.01.2019
Die Gebannte / Die Alchimistin Bd.3
Meyer, Kai

Die Gebannte / Die Alchimistin Bd.3


ausgezeichnet

-> Story + Charaktere:
Die Lektüre der beiden Vorgängerbände ist Pflicht, denn sie sind unabdingbar, um die Vorkommnisse des aktuellen Buches zu verstehen. Auch wenn die Lektüre der ersten beiden Bände in meinem Fall schon recht lange her ist, so konnte ich mich doch schnell wieder in die Geschichte einfinden!
In diesem Band geht es nicht nur um die familiären Bande der Familie Institoris, sondern auch darum herauszufinden, wer die Schuld an Gillians Geiselnahme und den darauffolgenden Misshandlungen trägt. Aura begibt sich auf eine Reise nach Prag, um dort nicht nur einem Geheimnis auf die Spur zu kommen...

Wer die Geschichte um Aura und Gillian kennt und genauso liebt wie ich, dem wird auch dieser dritte und abschließende Band sehr gut gefallen. Während uns noch einmal ins Gedächtnis gerufen wird, warum Gillians und Auras Wege sich einst trennten, so werden wir nun Zeuge des Wiedersehens und auch deren gemeinsamer Sohn Gian tritt wieder auf den Plan, ebenso wie Auras Schwester Sylvette und deren Tochter Tess.

Die Charaktere sind - wie von Meyer gewohnt - fantastisch ausgearbeitet und von vorne bis hinten stimmig und über so manches alte Wiedersehen freut man sich mehr - oder weniger.

Die etwas düstere und mystische Atmosphäre der Geschichte zieht einen in den Bann und man kann und will das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich für meinen Teil war nicht nur restlos überzeugt, sondern auch total begeistert, nach langer Zeit der Abstinenz wieder ins Reich der Institoris Familie einzutauchen - und ich werde es irgendwann wieder tun!

-> Schreibstil:
Flüssig, fesselnd, bildhaft - fantastisch. Ich liebe Meyers Schreibstil und schwebe jedes Mal wieder in den mystischen Sphären seiner Romane!

-> Gesamt:
Ein mehr als würdiger Abschluss der Trilogie, der immer wieder begeistern kann!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Bewertung vom 27.01.2019
Osteopathie im Sport
Michaelis, Petra

Osteopathie im Sport


ausgezeichnet

Achtung, Rezension nur unvollständig. Die komplette gibts auf meinem Blog: book-addicted.de

Direkt zu Beginn beschäftigt sich die Autorin Petra Michaelis mit der Frage, weshalb Sportler so unterschiedlich belastbar sind - trotz gleicher Wettkampf- und Trainingsbelastung - und wieso der eine ständig verletzt ist, während der andere keinerlei Probleme hat. Die Osteopathie liefert ein schlüssiges Erklärungsmodell: das Dreieck der Gesundheit. Sind alle drei Seiten ausgeglichen, sind Körper, Seele und Geist im Einklang und man hat keine größeren Schwierigkeiten. Ist auch nur eine Seite unausgewogen, entstehen Probleme - die Osteopathie kann nun dabei helfen herauszufinden welche Seite bzw. welche Lebensbereiche betroffen sind und wie man diese behandeln kann. Diesen Aspekt fand ich ganz besonders spannend, denn häufig findet sich keine logische Erklärung für die ständig auftretenden Verletzungen - dementsprechend ist eine wirksame Therapie schwierig.

Wann macht eine osteopathische Untersuchung sinn? Wenn bestimmte Beschwerden trotz Sportpause immer und immer wieder auftreten, oder man verletzungsanfälliger ist, als andere. Außerdem gilt es zu überprüfen, ob Muskeldysbalancen bestehen, die die Beschwerden verursachen können.

Die Fallbeispiele fand ich äußerst faszinierend, denn sie beschreiben anschaulich, wann Osteopathie greifen kann und wie die Organe Einfluss auf die Motorik nehmen können. Allerdings wird auch verdeutlicht, dass nicht jeder Verletzungs-/Schmerzmechanismus seine Ursache in einem organischen Problem haben muss.

Diediagnostischen Übungensind für den Laien vielleicht komplex, sollten aber problemlos durchführbar sein. Wichtig ist dabei vor allem die korrekte Ausführung, denn Ausweichbewegungen sollten vermieden werden - ist dies nicht möglich, muss die Übung zuerst vereinfacht durchgeführt und nach und nach gesteigert werden. Ich persönlich finde diese diagnostischen Übungen sehr gut, man sollte allerdings entweder einen Partner zur Hand haben, der die Position korrigieren kann, oder einen großen Spiegel - denn wenn man rein nach dem Gefühl geht, stimmt die Position gerade anfangs häufig nicht. Können die Übungen korrekt ausgeführt werden, kann eine Dysbalance der Muskulatur oder eine Faszienproblematik als Ursache ausgeschlossen werden.

Welche Erwartungen hat man an das statische Dehnen und welche können tatsächlich erfüllt werden? Sehr interessanter Punkt, da ich hier schon viele verschiedene Meinungen gelesen habe - hier wurden die Pro- und Kontrapunkte aber endlich einmal gut erklärt!

Besonders den Ernährungsteil laß ich mit großen Interesse, vor allem, da es sich hier nicht um spezielle Ernähungsratschlägen in Form einer Diät handelt sondern um allgemein gültige Tipps. Im Grunde hat die Autorin recht, denn sie empfiehlt uns, saisonale Produkte zu essen, auch wenn wir oft ganzjährig die Chance haben Produkte zu kaufen, die man nicht zu jeder Jahreszeit anbauen kann. Sie erklärt diese Einschränkung damit, dass die Milz durch solche Verhaltensweisen geschwächt wird und dadurch beispielsweise das gewünschte Abnehmen verzögert. Klingt logisch, oder nicht?

Insgesamt bin ich von "Osteopathie im Sport" richtig begeistert, denn ich konnte nicht nur für meine Arbeit, sondern auch für mein Privatleben so einiges mitnehmen. Die Erklärungen und Bebilderungen sind nicht nur absolut verständlich, sondern auch einprägsam gestaltet und die Übungen machen richtig Lust, gleich damit loszulegen!

Bewertung vom 22.01.2019
Blutacker / Nicholas Meller Bd.2
Stassen, Lorenz

Blutacker / Nicholas Meller Bd.2


ausgezeichnet

-> Story + Charaktere:
Blutacker ist der zweite Roman um Anwalt Nicholas Meller. Nachdem sich Meller mit seinem letzten Fall einen Namen machen konnte, lebt er nun auf großem Fuß: große Kanzlei mit Angestellten, neue Wohnung mit Freundin Nina, einen Aston Martin vor der Haustür... man könnte sagen, es läuft ganz gut. Nun ereignet es sich jedoch, dass ein Paketbote ermordet wird und ausgerechnet ein Paket, dass an Nicholas Meller adressiert war, wird gestohlen. Was sich in dem Paket befindet, weiß keiner und schon bald befindet sich nicht nur Nicholas in Gefahr...

Nachdem ich mich an Band 1 nur noch bruchstückhaft erinnern konnte, halfen mir schon die ersten paar Seiten von "Blutacker" wieder auf die Sprünge und ich konnte richtig eintauchen in Nicholas Mellers neues Leben - und seinen neuen Fall. Es hat sich ein bisschen was in seinem Leben getan und aus dem erfolglosen Anwalt scheint ein klitzekleiner Snob geworden zu sein - zumindest erweckt es anfangs so den Eindruck. Zum Glück blitzt aber dann und wann noch der alte Meller durch die Fassade und recht schnell wird klar: eigentlich ist er doch noch derselbe. Auch seine Lebenspartnerin Nina VanHoegen ist keine Unbekannte, war sie doch im Vorgängerband zuerst Referendarin und dann Freundin, und so kommt es auch hier zu einem erfreulichen Wiedersehen. Wie schon im Vorgängerband sind auch hier die beiden Figuren nicht nur gut ausgearbeitet, sondern wirken sympathisch, lebensecht. Auch die Nebenfiguren gefallen, denn trotz des hohen Adels, der uns hier stellenweise begegnet, haben die Leute Ecken und Kanten - und das wirkt realistisch.

Die Story konnte mich sehr begeistern und vor allem fesseln, sodass ich beim Lesen so manches Mal die Zeit vergas - und das Buch schneller zu Ende war, als ich es erwartet hätte. Eigentlich bin ich eine sehr ungeduldiger Krimi- und Thrillerleserin und wenn auf über 250 Seiten nur ein Mord geschieht - dann kann ich nicht garantieren, dass ich bei der Stange bleibe. Lange und komplizierte Mordermittlungen sind nämlich nicht unbedingt so meins und führe schon so manches Mal dazu, dass ich das Buch immer wieder frustriert zur Seite legte und wochenlang zum Beenden brauchte. Nicholas Meller ist allerdings kein Polizist, sondern Anwalt, einer der Sorte, die sich ganz gerne ungewollt in Schwierigkeiten bringt und vielleicht macht genau DAS das Ganze so interessant. Lorenz Stassen schafft es jedenfalls immer wieder, mich zu begeistern und ich freue mich schon auf mehr Stoff aus seiner Feder!

Der Showdown gegen Ende hin ist nicht nur unerwartet, sondern auch richtig spannend und passt damit auch zur restlichen Geschichte: die steckt nämlich voller unerwarteter Wendungen und kniffligen Verstrickungen, die Nicholas Meller fast heldenhaft aufdeckt. Fantastisch!

-> Schreibstil:
Schnörkellos aber dennoch sehr bildhaft, gut verständlich und flüssig. Man kann kaum noch aufhören zu lesen!

-> Gesamt:
Ein fantastisches Werk voller Spannung, unerwarteter Wendungen, vielschichtiger Charaktere und einem Ende, das ich so nicht erwartet hätte. Bitte mehr davon!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Bewertung vom 19.01.2019
EbenHolz und ElfenBein   Erotischer Roman
Kandau, Martin

EbenHolz und ElfenBein Erotischer Roman


gut

-> Story + Charaktere:
Als ich die ersten Seiten des Buches las, war ich nahezu begeistert, denn endlich schaffe es mal ein Autor, trotz erotischer Schilderungen den "Zauber des Momentes" einzufangen und das Ganze zu so viel mehr als einer körperlichen Sache zu machen. Mit seiner nahezu malerischen Schreibweiseüberzeugte er mich schon von Anfang an und man merkte regelrecht, dass er sich viele Gedanken und vor allem sehr viel Mühe gemacht hatte, um seine Geschichte besonders gewissenhaft und detailreich zu Papier zu bringen.

Leider ließ meine Begeisterung spätestens dann nach, als Marion und Martin begannen, sich für Moe zu interessieren, denn von da an wiederholte sich vieles immer und immer wieder. Einige Male führten sie tiefgreifende Gespräche während des Verkehrs, am nächsten Tag schwiegen sie das Thema tot und dann wurde der Drang, darüber zu sprechen, wieder so stark, dass es thematisiert werden musste - meist wieder beim Sex.

Irgendwann werden die drei dann doch mehr oder weniger gemeinsam tätig (Marion, Martin und Moe) und ab da war ich dann richtig frustriert. Über ca. 20 Seiten hinweg drehte sich dann alles nur noch darum, die schön Martin seine Frau findet und wie er sich dabei fühlt, sie mit einem anderen Mann zu sehen - an sich absolut schöne und aufrichtige Gedanken, aber diese einmal auszusprechen hätte völlig gereicht. Ebenso waren seine bevorzugten Worte, dass sie (Marion & Moe) wie Tarzan und Jane seien, das ganze archaisch wirkte und was der große, afrikanische Riesenschw**z bzw. der schwarze Liebesmuskel so alles anstellen würde. Allein das Eindringen dieses scheinbar gigantischen Geschlechtsteils in Marions vergleichsweise kleine Vagina wurde über mehrere Seiten hinweg beschrieben und auf Marion wurde dabei unglaublich viel eigeredet - zum Haare raufen! Insgesamt fand ich, dass Martin dabei viel zu wenig eigene Sexualität besaß und sich zu sehr darin verlor, das alles als schiere Gottesanbetung zu betrachten.

Irgendwie war der Zauber dann ziemlich verflogen und an mancher Stelle überflog ich den Text mehr - denn durch die ständigen Wiederholungen verpasste ich nicht allzu viel. Der krönende Abschluss gipfelte in sich ständigem Wiederholen von "Aa! Aa! Aa!" Lauten... und einer Frustration meinerseits, die kaum hätte größer sein können.

Nachdem ich am Anfang begeistert war, flaute diese leider relativ schnell ab und am Ende war ich mehr enttäuscht, als dass ich das Lesen wirklich genießen konnte. Schade!

-> Gesamt:
Super Anfang mit malerischer Schreibweise und detaillierter und gewissenhafter Schilderungen - sehr schwacher Mittelteil mit ständigen Wiederholungen und noch schwächerer Abschluss. Sehr schade!

Wertung: 3 von 5 Sterne!

Bewertung vom 06.01.2019
Heiße Spiele - jeux chaudes   Erotischer Roman
Winter, P. L.

Heiße Spiele - jeux chaudes Erotischer Roman


sehr gut

-> Story + Charaktere:
Bisher führten Ute und Kurt eine monogame und intakte Ehe, wünschen sich aber etwas mehr Schwung in ihrem Sexleben. Auch wenn die beiden häufigen Verkehr haben, fehlt ihnen etwas.. dies ändert sich maßgeblich, als sie in der Sauna dem schönen Mario begegnen, der Ute allein mit seinem äußeren auf Touren bringt...
Wie man es in einem erotischen Roman erwartet, sind die Charaktere eher oberflächlich gehalten und man erfährt nur wenig über ihre Vergangenheit. Dennoch empfand ich das nicht unbedingt als Problem.

Neben den erotischen Szenen gibt es eine Rahmenhandlung, die mir an sich zwar gut gefallen hat, aber gerne noch ein klein wenig ausschweifender hätte sein können. Auch wenn die erotischen Szenen durchaus ihren Stil hatten und zwar explizit, aber nicht derb dargestellt wurden, hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle doch ein wenig Abstand dazwischen gewünscht. Wenn man bedenkt, dass sich fast alle Charaktere von monogamen, braven Persönlichkeiten innerhalb kürzester Zeit zu versauten Polygamisten ohne Eifersuchtsgefühl wandeln, dann ging mir "die Entwicklung" der Charaktere fast ein wenig zu schnell.

Auch die auftretenden "Engelchen und Bengelchen" bei denen ich zu Beginn das Gefühl hatte, dass es sich um ebenjene handelt, die einem bekanntlich auf der Schulter sitzen, gefielen mir zu dem Zeitpunkt ganz gut. Später entwickelten die Figuren jedoch ein Eigenleben, welches sich dem von Kurt und Ute so sehr ähnelte, dass es sich offensichtlich doch nicht um oben beschriebenes handelt. Von da an erschloss sich mir der Sinn dieser Figuren nicht mehr wirklich und ich empfand sie eher als störend.

-> Schreibstil:
Flüssig und gut lesbar. Sehr bildhaft und man kann sich besonders die erotischen Szenen gut vorstellen.

-> Gesamt:
Auch wenn ich mit dem ein oder anderen Punkt nicht ganz zufrieden war (Engelchen und Bengelchen, später auch noch Teufelchen und Teuflinchen), konnte mich "Heiße Spiele: Jeux Chaudes" doch fesseln, auch wenn ich ab und an eine Pause von den zahlreichen sexuellen Handlungen brauchte.

Für Liebhaber des Erotikgenres, die keinen Wert auf eine ausschweifende Rahmenhandlung legen und mit expliziten Szenen kein Problem haben ist dieses Buch durchaus sehr lesenswert!

Wertung: 4 von 5 Sterne!

Bewertung vom 03.01.2019
Ich küss dich tot
Berg, Ellen

Ich küss dich tot


ausgezeichnet

-> Story + Charaktere:
Wenn ich beschreiben müsste, wem Ellen Bergs Romane gefallen könnten, so würde mir dies ziemlich schwer fallen... warum? Weil ich mich selbst eigentlich nie zur Zielgruppe der Bücher gezählt hätte, sondern ganz zufällig dem Charme der Autorin erlag, als ich eines ihrer Bücher vor einigen Jahren mal zufällig gewann.

Bei "Ich küss Dich tot" war es wohl einfach die Liebe zu Ellen Bergs Büchern, die mich dazu trieb - denn seit ich einiges von ihr gelesen habe, lese ich schon keine Klappentexte mehr, bevor ich mich für eines ihrer Bücher entscheide. Dennoch bereue ich die Entscheidung keineswegs, denn dieses Buch bereitete mir wieder einmal diebisches Vergnügen.

Besonders gut gefielen mir die einzelnen Figuren des Buches, denn die Autorin neigt nicht nur dazu, stets sympathische (oder auch total unsympathische, aber dann welche mit Charakter!) Akteure zu schaffen, sondern vor allem welche mit Tiefgang. Während man in anderen Büchern vergeblich nach den (emotionalen) Verbindungen zwischen den Charakteren sucht, so wird hier jedes zarte Gespinst deutlich, ohne den Leser mit unnötigen Einzelheiten zu nerven.

Der Plot gefällt mir unglaublich gut, denn obwohl sich die Autorin dieses Mal aufs frostige Terrain des Mordes wagt, meistert sie diese Rutschpartie bestens. Die Rettung des Hotel Edelweiß im beschaulichen Poxdorf, welches sich gefühlt am anderen Ende der Welt befindet, hat oberste Priorität und man fiebert regelrecht mit. Wird es gelingen?

-> Schreibstil:
Flüssig, gut verständlich und sehr humorvoll.

-> Gesamt:
Ellen Berg schuf mit "Ich küss Dich tot" einen tollen Roman mit "Heimatcharakter" und liebevollen gestalteten Charakteren, die man allesamt ins Herz schließen muss (auch die, die man eigentlich hassen sollte)! Neben skurrilen Morden stehen Freundschaft, Zusammenhalt, Geheimnisse und auch Vorurteile ganz oben und machen das Buch zu einem lesenswerten Roman voller Veränderungen - ob gut oder schlecht, müsst ihr selbst entscheiden.

Wertung: 5 von 5 Sterne

Bewertung vom 29.12.2018
How to be a girl
Korbik, Julia

How to be a girl


schlecht

-> Story + Charaktere:
Ohje, ohje, wo fange ich da bloß an...

Eigentlich hätte ich mir - nach dem lesen des Klappentextes - ein Buch erhofft / gewünscht, welches Mädchen in einer der schwierigen Phase des Lebens, nämlich der Pubertät unterstützt, Fragen beantwortet und Tipps gibt, wie man das Ganze am besten heil übersteht. Was kann ich tun, bei Bodyshaming, wie ziehe ich mein eigenes Ding durch? Stattdessen erhielt ich ein Buch, in dem die Autorin nichts weiter als ein paar warme Worte für den Leser übrig hat und höchstens Tipps gibt, die in jeder halbwegs aktuellen Mädchenzeitschrift ebenfalls zu finden ist. Gespickt sind diese vermeintlich guten Ratschläge zusätzlich noch mit der Tatsache, dass Frauen nicht gleichberechtigt sind und Männer immer und in jeder Situation bevorzugt werden... spätestens nach dem dritten Kapitel hat das dann auch der unaufmerksamste Leser verstanden.

Auch über die geschlechtergerechte Sprache wird sich in aller Form und Deutlichkeit ausgelassen und selbstverständlich wir dies auch im Buch umgesetzt. Man kann jetzt darüber streiten, ob das in einem Ratgeber für Jugendlich derart thematisiert werden muss, oder ob die reine Durchführung ausreicht, aber ich für meinen Teil finde das völlig unnötig.

Selbstverständlich ist es wichtig darüber aufzuklären, dass Männer und Frauen nicht überall auf der Welt den gleichen Stellenwert haben, aber sind wir doch mal ehrlich: in Deutschland können wir uns tatsächlich nicht großartig darüber beschweren und sich derart in einem Ratgeber für JUGENDLICHE auszulassen, finde ich ein absolutes No-Go. Ja, es wurde für die Gleichberechtigung der Frau gekämpft und das ist auch gut so - aber gehört das in einen Ratgeber wie "How to be a girl - stark, frei und ganz Du selbst" ? Das sich immer wiederholende Mantra "man selbst zu sein" bringt keinen weiter und dafür muss man sich eigentlich auch keine 155 Seiten dieses Buches antun.

Nachdem man das Buch am Ende zugeschlagen hat, bleibt die Frage: Was hat mir das Buch nun gebracht und inwiefern weiß ich jetzt mehr darüber, wie ich ich selbst sein kann? Im Grunde ist man also nach dem Lesen genauso schlau wie vorher.

Rein optisch ist das Buch schön gestaltet, die Porträts verschiedener (natürlich weiblicher) Persönlichkeiten sind farbig abgehoben und die Überschriften sind in einer anderen, schnörkeligeren Schriftart gehalten.

-> Schreibstil:
Gut verständlich und flüssig lesbar.

-> Gesamt:
Auch wenn ich vom Alter her nicht wirklich zur Zielgruppe gehöre, kann ich auch so sagen, dass das auch im passenden Alter kein Buch für mich gewesen wäre. Die Autorin versucht dem Leser hier nur ihre feministische Denkweise zu vermitteln, lässt aber keinen Raum zum Meinung bilden und gibt schon gar keine Tipps zum Thema "wie kann ich ich selbst sein".

Wertung: 1 von 5 Sterne