Schon das Cover dieses Romans zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist provokativ gestaltet und weckt Neugier, ohne zu viel vorwegzunehmen. Genau diese Direktheit spiegelt auch den Ton des Buches wider und hat mein Interesse bereits vor dem Lesen geweckt.
Für mich war dieses Buch besonders interessant, weil die Autorin mich bereits mit ihrem ersten Roman überzeugt hat. Sie schafft es, komplexe innere Zustände literarisch so präzise abzubilden, dass ich auch in Zukunft jedes neue Buch von ihr lesen möchte.
Thematisch setzt sich der Roman mit dem inneren Erleben einer jungen Frau auseinander, die zwischen Begehren, Einsamkeit, Wut und dem Wunsch nach Gesehenwerden steht. Die Geschichte ist dabei weniger eine klassische Handlung als vielmehr eine intensive Innenreise. Besonders gelungen fand ich, wie nachvollziehbar die Autorin das Aufwachsen als junge Frau beschreibt – mit all den widersprüchlichen Gefühlen, Unsicherheiten und Sehnsüchten. Der Erzählstrang rund um die Mutter hat mich dabei besonders berührt, da er der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht und zeigt, wie stark familiäre Prägungen das eigene Begehren und Selbstbild beeinflussen.
Der Schreibstil ist eine der großen Stärken des Buches. Schon bei Jeanettes vorherigem Werk hat mich ihre Sprache begeistert, und auch hier konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Der Text fühlt sich roh, ehrlich und unmittelbar an. Der innere Monolog der Protagonistin zieht einen regelrecht hinein; man erlebt das Geschriebene nicht nur, man fühlt es. Diese Nähe zur Figur sorgt dafür, dass viele Passagen lange nachhallen.
Auch die Figuren insgesamt haben mir sehr gefallen. Ihre innere Welt ist klar und einsehbar, nichts wirkt konstruiert oder künstlich. Gerade die Protagonistin erscheint in all ihren Widersprüchen absolut authentisch. Man muss ihre Entscheidungen nicht immer gutheißen, um sie zu verstehen – und genau das macht sie so glaubwürdig.
Besonders überzeugt hat mich der authentische, intensive innere Monolog der Protagonistin, in den ich mich sehr gut hineinversetzen konnte. Kritisch sehe ich, dass die Familiengeschichte für meinen Geschmack etwas mehr Raum hätte bekommen dürfen. Zudem empfand ich das Ende als recht abrupt und hätte mir hier einen runderen Abschluss gewünscht.
Schon das Cover von Beste Zeiten hat mich sofort angesprochen: Es ist extrem ästhetisch gestaltet, modern und ansprechend, mit einem Layout, das Professionalität und Stil vermittelt. Diese Gestaltung passt wunderbar zur jungen, suchenden Hauptfigur und zum Großstadt-Setting – insgesamt also ein sehr stimmiges äußeres Erscheinungsbild.
Inhaltlich geht es um die 21-jährige Sickan, die aus der schwedischen Provinz nach Stockholm zieht, um dort endlich das Leben zu beginnen, von dem sie bisher nur geträumt hat. Neue Freunde, Freiheit, Liebe – all das soll jetzt möglich sein. Doch Sickan merkt schnell, dass das „richtige Leben“ schwerer zu greifen ist, als sie dachte. Diese Ausgangsidee fand ich grundsätzlich interessant, weil sie ein Gefühl einfängt, das viele kennen: den Wunsch, sich neu zu erfinden. Trotzdem ist es mir schwergefallen, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Die häufigen Zeitsprünge haben mich eher irritiert, und ich hätte mir gewünscht, dass der Schwerpunkt stärker auf Sickans persönlicher Entwicklung liegt. So blieb der Erzählfluss für mich etwas bruchstückhaft.
Der Schreibstil ist insgesamt verständlich und angenehm zu lesen. Die Autorin schreibt klar und ohne unnötige Schnörkel, was den Zugang zur Geschichte grundsätzlich erleichtert. Sprachlich bleibt der Text aber recht unauffällig – solide, aber nicht besonders eindrucksvoll.
Mit den Figuren konnte ich leider wenig anfangen. Obwohl sie realistisch und authentisch wirken und mit nachvollziehbaren Problemen zu kämpfen haben, konnte ich zu keiner wirklich eine emotionale Verbindung aufbauen. Vielleicht liegt das an der erzählerischen Distanz oder daran, dass manche Szenen zu sprunghaft erzählt werden, um wirklich Nähe zu schaffen.
Insgesamt hat Beste Zeiten mich stellenweise interessiert – besonders durch die Grundidee und die Fragen nach Identität, Erwachsenwerden und Zugehörigkeit. Doch im Großen und Ganzen hat mich das Buch eher gelangweilt, weil es mir an Spannung, Tiefe und emotionaler Bindung gefehlt hat.
John Green ist vor allem für seine Young-Adult-Romane wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter bekannt. Umso überraschender fand ich es, dass er sich in diesem Buch mit einem ernsten, globalen Gesundheitsthema auseinandersetzt: Tuberkulose. Anhand der bewegenden Geschichte von Henry, einem jungen Patienten in Sierra Leone, geht Green der Frage nach, warum eine heilbare Krankheit noch immer Millionen Menschenleben fordert.
Die Gestaltung des Covers hat mich persönlich nicht angesprochen; es hätte mich ohne den bekannten Namen des Autors nicht zum Zugreifen motiviert. Die Gestaltung des Buches hingegen war gelungen, das Layout gut lesbar und übersichtlich. Inhaltlich fand ich es besonders spannend, dass Green keinen wissenschaftlichen Hintergrund in Medizin oder Virologie hat. Genau das macht seinen populärwissenschaftlichen Ansatz aber zugänglich: Er erklärt medizinische, historische und politische Zusammenhänge verständlich und bringt Emotionen ein, ohne belehrend zu wirken.
John Greens Schreibstil hat mir gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass das Buch mich nicht umgehauen oder besonders inspiriert hat. Ich dachte es wird mehr mit mir machen.
Insgesamt empfehle ich dieses Buch allen, die sich für gesellschaftliche und gesundheitspolitische Themen interessieren.
Das Cover dieses Romans hat mich sofort angesprochen – es ist ästhetisch gestaltet und der Titel spiegelt die inhaltliche Essenz der Geschichte treffend wider. Die drei Generationen einer Familie, die durch Migration, Wissenschaft und komplizierte Mutter-Tochter-Beziehungen miteinander verbunden sind, bieten eine vielversprechende Grundlage für eine tiefgehende Erzählung.
Normalerweise mag ich Romane mit Zeitsprüngen und wechselnden Perspektiven, aber in diesem Fall fiel es mir schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Das Buch ist relativ kurz, und dadurch kamen mir einige Charaktere – insbesondere die Großmutter – zu kurz. Ihre Geschichte hätte ich gerne ausführlicher erlebt, während andere Abschnitte für meinen Geschmack zu viel Raum einnahmen. Die Balance zwischen den drei Generationen war für mich nicht ganz stimmig.
Positiv hervorzuheben ist der Schreibstil. Er ist flüssig, leicht zu lesen und dennoch atmosphärisch dicht. Die komplizierten Familienbeziehungen sind sehr authentisch dargestellt und insbesondere die Konflikte zwischen Mutter und Tochter fand ich nachvollziehbar und realistisch. Trotzdem konnte mich die Protagonistin Lucy nicht wirklich berühren. Ihre persönliche Entwicklung blieb für mich etwas blass, und insgesamt fehlte mir die emotionale Tiefe, die das Buch für mich besonderer gemacht hätte.
Insgesamt ist es eine solide erzählte Geschichte mit wichtigen Themen, die aber nicht die nachhaltige Wirkung bei mir hinterlassen hat, die ich mir erhofft hatte. Wer Familiengeschichten mit intergenerationellen Konflikten und Migrationshintergrund mag, wird hier sicher interessante Aspekte finden.
Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Es fängt die düstere, mystische Atmosphäre der Geschichte perfekt ein und macht neugierig. Ich bin über eine Empfehlung auf TikTok auf das Buch aufmerksam geworden und war entsprechend gespannt auf die Umsetzung.
Das Thema und die Geschichte haben mich zunächst stark angesprochen. Die Idee des doppelten Verschwindens innerhalb einer Familie und die düsteren Geheimnisse rund um die Adirondack Mountains schienen viel Potenzial zu haben. Leider konnte das Ende meine Erwartungen nicht erfüllen. Der Showdown wirkte zu kurz und unspektakulär im Vergleich zu den knapp 600 Seiten, die sich stellenweise gezogen haben.
Der Schreibstil hingegen hat mir sehr gut gefallen. Liz Moore hat es geschafft, mich sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Besonders die Perspektivwechsel und Zeitsprünge waren gelungen und gut verständlich. Ich schätze es sehr, wenn verschiedene Blickwinkel beleuchtet werden, ohne dass Verwirrung entsteht, und das ist hier definitiv gelungen.
Die Figuren sind authentisch, allerdings fehlte mir die emotionale Bindung. Ich hatte zwar Favoriten und Figuren, die ich als weniger gelungen empfand, aber niemand war mir wirklich sympathisch. Trotzdem wirkten die Charaktere glaubhaft und passend zur Geschichte.
Als Thriller-Liebhaberin hat mich das Buch interessiert, aber letztendlich hat es mich nicht umgehauen. Die Handlung fühlte sich nicht bahnbrechend oder besonders neu an.
Fazit: Ein atmosphärisch starker Thriller mit fesselndem Schreibstil und spannender Prämisse, der jedoch durch ein schwaches Ende und Längen im Mittelteil verliert. Für Fans von mysteriösen Familiengeschichten durchaus lesenswert, aber bitte ohne Riesen Erwartungen. 3 von 5 Sternen.
Mascha Unterlehbergs Debütroman 'Wenn wir lächeln' überzeugt mit einer starken Covergestaltung und einem ansprechenden Design, das direkt die Intensität und Dramatik der Geschichte spiegelt. Die Themen rund um Freundschaft, weibliche Wut und das Erwachsenwerden werden inhaltlich authentisch und kraftvoll behandelt, was zunächst vielversprechend wirkt. Besonders die Hauptfiguren Jara und Anto sind gut gezeichnet und wirken nahbar und glaubwürdig.
Trotz der interessanten Prämisse konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Der Schreibstil ist sehr fragmentarisch, geprägt von kurzen, abgehackten Sätzen und einer Vielzahl an Kapiteln. Dadurch entsteht ein unruhiger Lesefluss, der es schwer macht, emotional in die Geschichte einzutauchen. Die vielen kurzen Kapitel gaben mir das Gefühl, durch die Geschichte zu hetzen, obwohl die behandelten Themen eigentlich mehr Tiefe und Aufmerksamkeit verdient hätten.
Ich habe mich auf das Buch gefreut, weil mich das Thema sehr angesprochen hat, aber die Form hat es mir schwer gemacht, wirklich einzutauchen. Leser*innen, die fragmentarische Erzählungen und schnelle Leseerlebnisse mögen, könnten jedoch gefallen an dieser Art der Erzählung finden. Für mich persönlich war es eher frustrierend, da ich mir einen tiefergehenden, fließenden Stil gewünscht hätte.
Alles in allem würde ich dieses Buch nur Leser*innen empfehlen, die mit einem episodenhaften Stil und weniger Tiefe kein Problem haben. Wer einen „quick read“ sucht, bei dem nicht jedes Detail ausgeleuchtet wird, könnte hier auf seine Kosten kommen. Für mich war es leider ein Buch mit viel Potenzial, das nicht voll ausgeschöpft wurde.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war angenehm und einfach zu lesen. Ich habe relativ schnell eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen können. Insbesondere der Hauptfigur, welche ich sehr interessant und echt fand. Die Geschichte habe ich so in der Form noch nie gelesen und das hat mich sehr begeistert, da ich finde, dass es immer schwerer wird, etwas zu lesen, was es so in der Form noch nicht gab. An einigen Stellen fand ich es allerdings zu überspitzt dargestellt. Dadurch fiel es mir dann manchmal schwer die Geschichte als authentisch wahrzunehmen. Darüber hinaus hat mir die „Liebesgeschichte“ nicht gut gefallen. Sie wirkte für mich irgendwie sehr inszeniert und fehl am Platz. Alles in allem würde ich das Buch dennoch sehr empfehlen. Insbesondere dann wenn man ein eher unkonventionelles und inspirierendes Buch sucht!
Digitale Diagnosen zeigt eindrucksvoll, wie psychische Gesundheit und Krankheit in den sozialen Medien zu einem Trend geworden sind – mit weitreichenden Folgen für die Gesellschaft. Laura Wiesböck behandelt in ihrem Buch ein hochaktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema, das insbesondere junge Menschen betrifft, die viel Zeit online verbringen und sich zunehmend über soziale Plattformen mit psychischen Erkrankungen auseinandersetzen. Obwohl mir als Psychologin viele Inhalte bereits vertraut waren, konnte ich dennoch wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen. Besonders hervorzuheben ist die klare und prägnante Sprache Wiesböcks, die auch komplexe Zusammenhänge auf verständliche Weise vermittelt. Mit wenigen Seiten gelingt es ihr, einen fundierten und gleichzeitig leicht zugänglichen Überblick zu geben – eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die sich für die Psychologie der digitalen Welt interessieren.
Das Buch überzeugt auf den ersten Blick mit einem sehr ansprechenden Cover und einer gelungenen Gestaltung. Die Umsetzung des Themas und der Geschichte hat jedoch nicht meinen Erwartungen entsprochen, die der Klappentext geweckt hatte. Ich hatte eine Geschichte, ähnlich wie die Serie „Lost“ erwartet. Davon war es allerdings meilenwert entfernt. Der Anfang der Geschichte hatte mich sehr gepackt und ich hatte große Erwartungen, allerdings wurden diese nicht erfüllt. Der Schreibstil ist fließend und angenehm zu lesen, doch die Figuren blieben für mich blass und austauschbar. Durch die vielen und teils schnellen Perspektivwechsel konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich fand persönlich auch, dass es zu viele Charaktere waren, dadurch war mir die Beziehung derer untereinander oft schleierhaft. Die scheinbar humorvollen Passagen haben mich auch gar nicht zum Lqchen gebracht.
Insgesamt hat mich das Buch nicht berührt und hinterließ keinen bleibenden Eindruck. Aus diesen Gründen würde ich es nicht weiterempfehlen.
Das Thema des Buches hat mich sofort angesprochen, da ich mich durch eigene Erfahrungen sehr für das Thema Tod und Älterwerden interessiere.
Der Autor fasst seine eigenen Erfahrungen des Älterwerdens seines Vaters sehr gut zusammen. Zu Beginn hat mich die Geschichte sehr neugierig gemacht, somit ist es dem Autor gelungen (obwohl ich ihn nicht kenne) ein Interesse für seine Erfahrungen zu schaffen. Allerdings muss ich sagen, dass je weiter ich gelesen hab, desto mehr kam das Gefühl auf keinen roten Faden entdecken zu können. Der Erzählstil war mir persönlich viel zu fragmentarisch. Es wurden sehr viele verschiedene Themenbereiche angerissen, jedoch nicht vertieft. Ich hätte mir stattdessen gewünscht tiefer in wenige ausgewählte Themenbereiche einzusteigen. Was mir sehr gut gefallen hat waren die Definitionen und Wissensbeiträge, die ab und zu erwähnt wurden. Von diesen konnte ich besonders profitieren.
Ich würde das Buch an alle die empfehlen, die ebenfalls das Älterwerden ihrer Eltern erleben und sich nicht alleine fühlen wollen.
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