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Benutzername: Malin19
Wohnort: Wülfrath
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Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 14.02.2019
Niemals ohne sie
Saucier, Jocelyne

Niemals ohne sie


sehr gut

Explosiver Plan
Kanada, um 1960, eine Geschichte um eine sehr ungewöhnliche Familie. Einundzwanzig Kinder , die sich mehr oder weniger selbst erziehen .Der Vater oft tagelang auf Gesteinssuche , die Mutter scheint tagsüber nie aus ihrer Küche heraus zu kommen. Gegenüber Anderen halten sie zusammen, aber die älteren Kinder schwingen sich zu Oberhäuptern auf und bestimmen über die Kleinen. Angele versucht früh aus dieser Familie auszubrechen und zieht sich den Zorn der meisten Kinder auf sich.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, nicht immer leicht zu lesen , aber fast poetisch. Es kommen mehrere Kinder der Cardinals zu Wort und berichten über die Familie aus ihrer Sicht. Die Spannung und Lesefluss flacht dadurch zur Mitte hin merklich ab, weil die einzelnen Abschnitte sich ähneln . Im letzten Drittel kann die Geschichte dank einer Familientragödie noch einmal richtig fesseln. Dieses Familiengeheimnis ist eigentlich ziemlich traurig und enthüllt den schwachen Punkt dieser Familie .Alles zusammengefasst bleiben vier Punkte , für diesen gar nicht gewöhnlichen Roman über eine ungewöhnliche Familie.

Bewertung vom 08.02.2019
Lügenmeer
Kliem, Susanne

Lügenmeer


ausgezeichnet

Spannende Wahrheitsfindung
Magnus Berg kehrt nach neunzehn Jahren zurück in seinen Heimatort, den er verlassen musste, weil er Schuld am Tod seiner Freundin Milla sein sollte. Er will die Wahrheit herausfinden, aber gerade das wollen einige Leute scheinbar vermeiden.

Ich war von Anfang an in der Geschichte , es gab keine lange Einleitung, schon auf den ersten Seiten musste Magnus sich einem Widersacher von damals stellen . Trotzdem geht dann die Story etwas langsamer vorwärts, was sich ab etwa Seite 120 dann ändert. Die Spannung zieht merklich an, und entwickelt sich zum Pageturner. Mein Verdacht gegen eine Person erwies sich als unbegründet und ich war doch über den Ausgang überrascht. Es wechseln Kapitel in der Vergangenheit ( vor dem Tod von Milla) und der Gegenwart , das ergibt einen zusätzlichen Lesefluss. Milla war mir nicht besonders sympathisch, aber sie wirkt echt und lebendig. Magnus und Svenja ( die Dritte im Freundestrio) wirken durch ihre zurückhaltene Art von Beginn an nicht leicht zu durchschauen. Ich hätte gerne noch länger in dieser Geschichte lesen mögen, ich war enttäuscht , als sie zu Ende war . Ein Roman , der ohne viel Blut vergießen auskommt, aber durch seine klug durchdachten, fein gezeichnete Charaktere punkten kann.

Bewertung vom 31.01.2019
Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2
Sauer, Beate

Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2


ausgezeichnet

Hebt sich positiv von der breiten Masse ab
Da ich vor kurzer Zeit schon den ersten Band dieser Reihe um Friederike Matthee gelesen habe, gelang mir der Einstieg sofort. Friederike Matthee von der weiblichen Polizei wird diesmal zu einem sehr abscheulichen Mord an einer ehemaligen Kollegin angefordert, sie soll die noch jugendliche Mörderin vernehmen. Obwohl im Anfang der Fall schon gelöst scheint, kommen Friederike schon bald Zweifel. Ihre Befugnisse reichen aber nicht sehr weit und sie ermittelt heimlich alleine weiter. So richtig Fahrt nimmt die Geschichte auf, als Lieutenant Richard Davies wieder nach Deutschland zurückkehrt , um den Mord an einer jungen Fliegercrew aufzuklären.
Ich finde Beate Sauer konnte sich im zweiten Band noch steigern . Die Story ist fesselnd und glaubwürdig gestaltet, die einzelnen Personen gut ausgearbeitet. Besonders Friederike macht so langsam eine Wandlung durch, sie wird schon selbstbewusster und gewinnt immer mehr Gutes ihrer Arbeit ab. Es gab einige überraschende Wendungen und einen Storyverlauf , mit dem ich nicht gerechnet habe. Es beschönigt nichts, und zeigt auf, wie mit unangepassten Kindern und vor weiblichen Jugendlichen umgegangen wurde. Die Schilderung der Nachkriegszeit ist wieder sehr gelungen und authentisch. Positiv aufgefallen ist mit auch das Personenverzeichnis am Ende des Buches und Erklärungen zur damaligen Zeit. Von mir aus kann es noch einige Bände mit Friederike Matthee geben, sie hebt sich für mich von der breiten Masse der Ermittlerinnen ab.

Bewertung vom 25.01.2019
Jetzt gehörst du mir / Marina Esposito Bd.8
Carver, Tania

Jetzt gehörst du mir / Marina Esposito Bd.8


sehr gut

Wirklich das Ende?
"Jetzt gehörst du mir" startet wirklich sehr spannend. Fast zeitgleich werden drei erhängte Männer aufgefunden, alle ähneln Phil Brennan .Tarotkarten , die bei den Ermordeten gefunden werden , tragen Phils Namen. Schnell ordnet man die Morde Phils Stalkerin zu. In Colchester will Phil mehr erfahren und fährt mit einem Detective los, aber nur einer von ihnen kommt an . Als klar wird, das Etwas ganz und gar nicht stimmt, handelt seine Frau Marina .
Etwa die ersten vierhundert Seiten von über fünfhundert habe ich in einem " Rutsch " gelesen. Die Story konnte mich fesseln, ich konnte kaum erwarten wie es weitergeht. Der Schreibstil ist sehr flüssig , recht kurze Kapitel und ein häufiger Perspektivwechsel machen das schnelle Vorankommen möglich . Die Rückblenden in das Leben des traumatisierten Kindes und seine spätere Entwicklung haben mich besonders gefesselt . Vom wieder Erscheinen meiner weiblichen Lieblingsfigur Anni war ich auch noch begeistert, aber dann...Ich kann es leider nicht besser erklären, aber das ungefähr letzte Viertel baute an Spannung ab. Es war nicht sehr langweilig, und ich war weit entfernt davon das Buch abzubrechen, aber für mich erfolgte ein Bruch in der Story, so als wäre die Geschichte gekürzt worden, die eigentlich einmal länger war. Außerdem bin ich etwas unschlüssig, was das Ende betrifft . Ist jetzt nur das Fiona Welch Thema beendet, oder bedeutet es das endgültige Aus für die Reihe ? Für den ersten Teil würde ich glatt 5 Sterne geben, aber insgesamt bleiben noch vier.

Bewertung vom 18.01.2019
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


ausgezeichnet

Wieder einmal sehr spannend!
Der 80jährige Theodor Reifenbach wird tot aufgefunden. Es gibt keine eindeutigen Beweise für einen Mord ,doch viel entsetzlicher sind die weiblichen Leichen , die bald auf dem Gelände gefunden werden. In einem zweiten Erzählstrang darf der Leser die junge Fiona auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter begleiten.
Natürlich bestreitet die Fahndung nach dem Täter den größten Teil der Story, greift aber auch ein ernstes Thema auf: Kindesmisshandlung in öffentlichen, privaten oder kirchlichen Einrichtungen. Das Ermittlerteam Oliver von Bodenstein und Pia Sander ergänzt sich wieder wunderbar. Das diesmal wieder Pia mehr in den Vordergrund rückt, hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung bleibt in Muttertag auf einen hohen Level bestehen, es gab keine Hänger oder zuviele Personen, die zu Verwirrungen führen könnten. Obwohl ausführlich ermittelt wird, der Handlung konnte ich sehr gut folgen. Ich hatte bis zum Schluss keine wirkliche Ahnung , wer denn nun der Täter war, ich war eher geneigt, sie alle der Reihe nach zu verdächtigen.Muttertag ist für mich der gelungenste Teil der Reihe, auf diesem hohen Niveau dürfen gerne noch viele Bücher folgen.

Bewertung vom 30.11.2018
Bösland
Aichner, Bernhard

Bösland


sehr gut

Dachboden des Grauens
Ben verbindet mit dem Dachboden in seinem Elternhaus nur Böses. Hier wurde er von seinem Vater misshandelt, hier findet er auch die Leiche des Vaters. Durch die schweren Jahre seiner Kindheit begleitet ihn sein bester Freund Kux. Für Ben endet sein bisheriges Leben mit dem Tod seiner ersten grossen Liebe, er hält sie plötzlich in den Armen, erschlagen. Auch nach Jahren in der Psychiatrie weiß er noch immer nicht genau, wie es dazu kommen konnte. Nach seiner Entlassung will er Gewissheit und sich erinnern ,wie es dazu kommen konnte.Er sucht den Ort des Grauens auf, und muss sich der Wahrheit stellen..
Auch wenn ich schon auf den ersten Seiten eine Ahnung hatte, was es mit dem toten Mädchen auf sich hat, hat mir der leicht zu lesende Schreibstil und die Geschichte an sich sehr gut gefallen. Es liest sich sehr flüssig und spannend, durch die kurzen Kapitel gibt es keine Hänger.Nur hier gibt es für mich einen Punkt zu meckern: nach teilweise sehr kurzen Kapiteln ( 2 Seiten) gibt es 2- 3leere Seiten, auf denen nur die Überschrift des neuen Kapitel steht. So gibt es statt 446 Seiten höchstens 370 Seiten zu lesen.Ich finde das muss bei einem Buch zu 20 Euro nicht sein.

Bewertung vom 13.09.2018
Die Sonnenschwestern
Rees, Tracy

Die Sonnenschwestern


ausgezeichnet

Gefühlvolle, aber keinenfalls kitschige Familiengeschichte
In der Gegenwart:Nora verändert scheinbar ohne Grund ihr gesamtes Leben. Sie kündigt ihren Job, trennt sich von ihrem Freund und beschließt sich in Tenby , einem Ort am Meer , um zu sehen. 1953 verbringt die 13jährige Chloe ihre Ferien bei ihren gutsituierten Verwandten .Einerseits freut sie sich auf die Tage am Meer und ihren Freund Llew, aber die anderen Mädchen einschließlich der eigenen Cousine beneiden sie schon bald um ihre Schönheit und reagieren gehässig.
Zu Beginn ist nicht klar, wo die Verbindung der 40jährigen Nora mit einem Teenager der 50er Jahre sein soll. Im Laufe der Geschichte löst sich natürlich dieses Rätsel. Mit Nora konnte ich nicht so sehr viel anfangen, sie wurde mir aber je weiter ich gelesen habe,symphatisch.Chloe hat allerdings sofort mein Leserherz erobert.Ich konnte mit ihr leiden und verstand auch ihre späteren Entscheidungen sehr gut.In dieser Familiengeschichte kam für mich keine Langeweile auf, auch wenn manchmal seitenlang nichts Aufregendes geschah,das liegt an dem tollen Schreibstil, der sehr flüssig zu lesen ist Zur Abwechslung hat auch der Zeitenwechsel beigetragen, mit gerade richtig langen Kapiteln.Kleiner Kritikpunkt:" Die Sonnenschwestern" finde ich als Titel ungünstig gewählt.

Bewertung vom 05.09.2018
Unter Verdacht / Die Schwestern von Mitford Manor Bd.1
Fellowes, Jessica

Unter Verdacht / Die Schwestern von Mitford Manor Bd.1


ausgezeichnet

Fakten und Fantasie in einer spannenden Geschichte
1919/20 in London ist es nicht leicht , wenn man aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Die junge Louisa Cannon leidet dazu noch unter ihrem kriminellen Onkel, der nichts Gutes mit ihr vorhat.Es gelingt ihr zu flüchten und eine Anstellung als Kindermädchen in einem reichem Haus zu ergattern, in Mitford Manor. Schnell gewinnt Louisa das Vertrauen ihrer Schützlinge und besonders die älteste Tochter Nancy wird zu ihrer Freundin.Nancy ist lebhaft , hat einen wachen Verstand, schreibt Geschichten und möchte nur zu gerne den Mord an der Krankenschwester Florence Nightingale Shore aufklären.Das Louisa auf ihrer Hinreise einen jungen Bahnpolizisten kennenlernte, der genauso besessen von dem Fall ist, fördert das Ganze noch.
Eine geschickt konstruierte Geschichte um damals lebende Personen, ein wirklich geschehener Mordfall und eine ausgedachte Lösung des Falles.Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen , ist nicht besonders anspruchsvoll, aber trotzdem sehr unterhaltsam.Der Leser wird erstmal auf eine falsche Fährte gelockt und kann bis zum Schluß mit Louisa mitfiebern.Louisa als Protagonistin hat mir gut gefallen, willensstark ,mit Sinn für Gerechtigkeit, aber kein Engel. Nach einem sehr spannenden Auftakt,hat die Geschichte für mich einen winzigen Hänger , um dann auf einen spannenden Schluß zu steuern.Die Schwestern von Mitford Manor haben mich so gut unterhalten , das ich sehr gerne auch die nächsten Bücher lesen würde.

Bewertung vom 04.09.2018
Der Schmetterling / Kommissar Johan Rokka Bd.1
Ullberg Westin, Gabriella

Der Schmetterling / Kommissar Johan Rokka Bd.1


sehr gut

Gute Unterhaltung, mit Abstrichen
Henna öffnet am Heiligabend die Tür, in Erwartung ihren Ehemann, einen erfolgreichen Fussballspieler, im Weihnachtsmannköstüm zu sehen. Doch nicht ihre beiden Kindern werden beschert, sondern sie wird brutal ermordet.Polizist Johan Rokka beginnt eine neue Stellung in seinem Heimatort und steht bald alten Bekannten aus seiner Jugend gegenüber. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich , das das manchmal von Vorteil ist.
Über mangelnde Spannung konnte ich mich nicht beklagen, auch der Schreibstil ist klar , flüssig und gut verständlich.Mit dem Hauptermittler bin ich einverstanden, er ist etwas respektlos und unkonventionell,aber nicht einer dieser suchtkranken, einsamer Wolf Typen. Abzug gibt es für mich für die Auflösung, dies war mir einfach "zuviel" des Guten.Die Verwicklung aus alter Schuld und Betrügereien im Profisport finde ich nicht ganz glaubwürdig.Trotzdem würde ich noch die weiteren Bände aus dieser neuen Reihe lesen wollen, im Großen und Ganzen ist der Schmetterling ein wirklich gelungener Serienstart.

Bewertung vom 03.09.2018
Alligatoren
Spera, Deb

Alligatoren


ausgezeichnet

Drei starke Frauen
Um 1920 in den Südstaaten. Drei starke Frauen müssen sich jeden Tag beweisen.Gertrude ist mit einem Ehemann geschlagen, der sie und ihre vier Mädchen auf das Schlimmste verprügelt und wirklich das allerletzte Geld versäuft.Retta hat es zu einem kleinen Haus und zu einer Stelle als geschätzte Haushälterin geschafft,sie und ihr Ehemann lieben sich auch nach langen Jahren noch sehr, aber sie ist schwarz, und in vielen Augen damit nichts wert.Annie sollte es eigentlich gut gehen, ihrem Ehemann gehört eine große Ranch und ihr eine aufblühende Schneiderei.Doch etwas lässt sie auch nach Jahren nicht zur Ruhe kommen, warum erhängte sich ein Sohn, und ihre Töchter wollen mir ihr keinen Kontakt mehr.
Jede der drei Frauen erzählt ihre eigene Geschichte und die Ereignisse aus ihrer Sicht.Dies ist gut gelungen, jede Frau klingt anders , der Schreibstil gibt dies wunderbar wieder.Sehr atmosphärisch dicht finde ich die Beschreibung des Lebens auf dem Lande in den Zwanzigern und der noch immer gärende Rassenkonflikt.Ich konnte mich diesem Sog nicht entziehen, ich fand Alligatoren sehr fesselnd.Das Ende ist noch mal richtig spannend , und hier gibt es aber eine Winzigkeit zu meckern: es ist dann doch etwas dick aufgetragen.