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Christina P.
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Hamburg

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Insgesamt 1156 Bewertungen
Bewertung vom 11.01.2026
Suchanek, Andreas

Der Tod wischt mit / Tilly Blich ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

Amüsante Ermittlungen mit Hund und Wischmop
Langeweile? Für Tilly Blich ein Fremdwort. Nach den Ereignissen im ersten Band steht ihrer Reinigungsfirma eine Steuerprüfung bevor. Basset Muffin müsste aus Erziehungs-Gründen dringend in die Hundeschule. Tilly aus Liebes-Gründen dringend zu Hundezüchter Sascha. Und der tote Schuldirektor in der Sporthalle vor Tillys Wischmop, nunja, muss wohl nirgendwo mehr hin. Zwischen Chaos, Ermittlungen und Helikopter-Eltern weiß Tilly zum Glück ihre Freunde Gerdy, Antonia und Leon an ihrer Seite. Wer den Fall diesmal wieder lösen wird ist doch wohl klar, da kann Kommissar Stubs grummeln soviel er will. Und dann wäre da noch das Rätsel um den verschwundenen Vorbesitzer der Reinigungsfirma, welches weiterhin ungelöst ist.
Der zweite Band kann seinen Vorgänger tatsächlich noch toppen. Die Personen bleiben diesmal etwas übersichtlicher, zudem sind die Hauptcharaktere bereits bekannt, so dass die Handlung schnell voranschreitet. Muffin sorgt wieder für einige Schmunzler, Schüler Leon ist diesmal mit Verstärkung am Start und bei Hundezüchter Sasche gilt es, zunächst ein penetrantes Hindernis auf zwei Beinen aus dem Weg zu räumen. Nicht zu vergessen der Kriminalfall an der Schule, in dessen Ermittlungen sich eine übereifrige Mutter tatkräftig mit einbringen will. Tilly wird da gar nicht erst gefragt. Humor, Spannung und diverse Twists machen auch den zweiten Band wieder zu einem gelungenen Lese-Abenteuer mit dog content (und diversen Pfotenabdrücken im Buch).

Bewertung vom 11.01.2026
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


weniger gut

Romance-Dystopie, die nicht überzeugen kann
Manchmal reicht es nicht, sich ein paar Ideen aus erfolgreichen Storys herauszupicken und diese einfach neu zu kombinieren. Hier soll sich eine vermeintlich erfolgreiche junge Kopfgeldjägerin in einem dystopischen 3-Klassen-System selbstlos in tödliche Jagdspielchen der Reichen stürzen, um ihren Bruder zu retten. Natürlich nebst amourösen Abenteuern mit einem sexy Aufseher, der ihr gegenüber seine sensible Seite zeigt.
Das Buch startet mit nervigen Bandwurmsätzen, Infodump und zuviel unnötigem Blabla. Doch nicht nur der Schreibstil ließ mich enttäuscht zurück, auch die unkreative Aneinanderreihung von Klischees, Stereotypen, Floskeln und Logikfehlern minderten den Lesespaß erheblich. So landet eine Kopfgeldjägerin in einem Gefängnis, inmitten diverser Inhaftierter, welche wegen genau ihr dort einsitzen. Hier sollte man einiges an Rachepotential erwarten, doch bis auf eine Person reicht allen anderen Feinden das Werfen böser Blicke und vielleicht mal ein das Stellen eines Beinhakens aus. Langweilig. Dann das Gefängnis selbst: Hier wird das Recht der Privilegierten für Spaß am Quälen und Töten missbraucht, für die Jagd auf die Gefangenen bezahlt. Was für uns Minigolf und Gotcha, ist dort ein Geburtstagsevent mit tödlicher Munition für den Teenie-Nachwuchs. Rechnerisch könnten täglich so bis zu 30 Todesopfer zusammenkommen. Kopfrechnen mag in dieser Dystopie womöglich nicht mehr so ganz gängig sein, doch tatsächlich kämen so selbst bei einem Drittel Überlebender noch immer 20 Opfer pro Tag zusammen, was einen entsprechend notwendigen Nachschub benötigt von rund Sieben- bis Zehntausend Inhaftierten pro Jahr. Mal abgesehen von dem ganzen logistischen Aufwand will das wirklich niemandem auffallen, dass da für Reichenspielchen Unzählige eingekerkert werden, nur weil dem Nachbarn deren Nase nicht gefällt?
Ebenso erstaunlich ist, dass die Ich-Erzählerin wirklich sehr oft sehen kann, dass sie rot oder blass im Gesicht wird. Wie soll das gehen? Wenn die Autorin verdeutlichen will, dass eine Erzählerin aufgeregt oder ängstlich ist, sollte sie sich etwas anderes einfallen lassen statt die Person sich ihr eigenes Gesicht sehen zu lassen. Und über übermenschliche Heilkräfte scheint sie ebenfalls zu verfügen, wenn sie mit einer frisch genähten Wunden an der Hand umgehend duschen gehen kann nebst weiterer Aktivitäten, welche ich aus Spoilergründen hier nicht nenne.
Der Romance-Anteil wirkt wie deplatziert, den Kosename des Love Interests für unsere Kopfgeldjägerin empfand ich als regelrecht abtörnend. Die paar erotischen Momente im Buch liefen dann auch jedesmal nach stets demselben Schema ab: Eine Situation, in die gleich jemand hereinplatzen könnte. Er knurrt. Sie wimmert. Unkreativer geht es kaum noch.
Der Love Interest ist natürlich ein auffallend sexy Typ aus der Oberschicht, der hinter seiner Aufseher-Fassade ein sensibles Alter Ego verbirgt. Aus irgendwelchen Gründen kann unsere Kopfgeldjägerin seine auffallend goldenen (!) Augen sogar im Dunkeln farblich erkennen. Wenn ich an gelbe Augen denke, dann denke ich an Gelbsucht oder Werwölfe. Gut, letzteres könnte sein häufiges Knurren zumindest erklären.
Alle weiteren Charaktere bleiben langweilig zweidimensional, nicht, dass die beiden Hauptcharaktere wirklich ausgearbeiteter wären. Selbst die dystopische Gesellschaftsform bleibt größtenteils unreflektiert. Skrupel, auf Menschen zu schießen, wurden nicht eingearbeitet. Hier wurden Berge an Potential verschenkt. In meinen Augen wird hier nichts Neues präsentiert, stattdessen nur Altbekanntes unprofessionell und lieblos kombiniert.

Bewertung vom 11.01.2026
Crum, Tiffany

This Story Might Save Your Life


ausgezeichnet

Was dich nicht tötet macht dich stärker
Mit ihrem gemeinsamen Podcast haben Joy und Benny einen Volltreffer gelandet. Für ihre Fans spielen sie auf unterhaltsame Art lebensgefährliche Situationen durch, angelehnt an wahre Begebenheiten. Finanziell haben die beiden besten Freunde somit ausgesorgt. Mit Joys spurlosem Verschwinden wird jedoch klar, dass privat irgendwas gewaltig im Argen gelegen haben muss.
Mit ihrem Debüt-Thriller ist Tiffany Crum ein überzeugender Pageturner gelungen. Ausgefallene Ideen, gut ausgearbeitete Charaktere in übersichtlicher Anzahl, Plottwists und zwei sich ergänzende Erzählperspektiven in Kombination mit einem kniffligen Fall haben mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Die primäre Erzählperspektiven ist aus Bennys Sicht in chrononologischer Gestaltung, während Joys Perspektive nach ihrem Verschwinden zu Auszügen aus ihrem Manuskript wechselt, welches so eine Art Fan-Memoiren der Podcasterin darstellen soll. Grob gesagt konnte ich den Roman in zwei Fragen einteilen: Wer ist der Böse und was geschah mit Joy? Und obwohl sich relativ schnell für mich herauskristallisierte, welchem Charakter ich die Red Flag anpinnen würde, blieb das Rätsel um Joys Verbleib sowie das ganze Drumherum überzeugend lange geheimnisvoll.
Vielleicht mag die Handlung einzelner Charaktere an einigen Stellen etwas übertrieben wirken, doch insgesamt ist alles in sich stimmig und nachvollziehbar. Ebenfalls konnte mich der Schreibstil der Autorin überzeugen, das Buch ist unterhaltsam, ohne unnötige Längen und mit subtil eingestreuten Hinweisen und unerwarteten Twists.

Bewertung vom 31.12.2025
Erdmann, Nadine

London Underground (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Totenbändiger - The Next Generation
Wer die Totenbändiger-Reihe gelesen hat wird an diesem Sequel seine wahre Freude haben. 13 Jahre sind vergangen seit der ursprünglichen Serie, ein erneutes Unheiliges Jahr steht an. Die damaligen Minis sind die jetzigen Teenager, die Teenager wurden zu Eltern und die Großfamilie Hunt hält weiterhin zusammen wie Pech und Schwefel. Die damals aus den Fängen der Sekte geretteten Kinder Leo und Toby besitzen wie Cam damals in sich den Geister-Zwilling, welcher zu einem wichtigen Thema wird. Was die Geister und deren Bekämpfung betrifft gilt es ebenfalls bedeutene Entwicklungen zu entdecken. Neben erstarkten Geistern und neuen Mutationen haben die Spuk Squads zudem mit Gruppierungen zu kämpfen, die den Geistern eigene Daseinsrechte einfordern wollen. Alles nicht so einfach.
Zunächst könnte man meinen, der erste Roman des Sequels sei auf viele Wohlfühlmomente ausgelegt. Doch weit gefehlt: Es gibt wieder einige spannende Einsätze und nicht selten wird es gefährlich für alle Beteiligten. Ein Handlungsstrang befasst sich mit Jen, einem Streetkid, welche sich auf einem verlassenen Bahnhofsgelände eingerichtet hat, bis die jugendlichen Hunts ihr bei einem Ausflug über den Weg laufen. Mit viel Feingefühl und mit Matts Hilfe, der früher seine eigenen Erlebnisse als Streetkid machen musste, versuchen die Hunts, Jen dazu zu bewegen, über die dunkle Zeit des Jahres bei ihnen einzuziehen.
Ein weiteres großes Ereignis ist ein Volksfest, dessen Planung nicht nur die Geisterjäger vor große Herausforderungen stellt. Und natürlich gibt es neben den bekannten Charakteren neue Minis und ein neues Haustier-Trio.
Es gibt so viele durchdachte Ideen, Situationen, Spannung und Heartwarming, dass ich mich in dem Roman gefühlt habe, als würde ich wieder zu den Hunts nach Hause kommen. Jede Person hat hier ihren eigenen Charakter, alles wirkt hervorragend ausgearbeitet. Und auch die Mischung ist wieder perfekt, in einem Moment ist es gemütlich, während einige Seiten weiter Spannung pur herrscht. Ein herzliches Willkommen zurück in der Familie Hunt!

Bewertung vom 31.12.2025
Kiefer, Lena

Royal Heist Bd.1


gut

Konstruiert statt raffiniert
Darcy will Rache. Rache an der britischen Königsfamilie. Durch einen Vorfall in ihrer Kindheit, als ihre Mutter als Kindermädchen für die Royals tätig war, zerbrach ihre Familie bis auf die Grundmauern. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder hat sie eine Diebesbande gegründet, The Robbin‘ Hood, mit deren Hilfe sie nun der royalen Familie ein ganz bestimmtes Artefakt stehlen möchte. Die Aussage des Kronprinzen, sich eine Gemahlin zu suchen, kommt ihr da gerade recht und Darcy schlüpft in die Rolle einer adligen Nachfahrin. So eigen Kronprinz Spencer ist, den sie um den Finger wickeln möchte, so aufmerksam ist jedoch sein jüngerer Bruder Tristan. Und vor allem war er bereits in ihrer Kindheit ihr heimlicher Schwarm.
Der Anfang mit der Diebesbande war recht unterhaltsam, die Gruppe bestiehlt toxisch handelnde Reiche für einen guten Zweck, ganz grob gesagt. Was ich jedoch eher erfahrenen Dieben mit vernünftiger Ausstattung zutrauen würde als dieser jungen Truppe. Der familiäre Hintergrund, welcher als Basis für den Racheakt herhalten muss, wirkt schon ziemlich überzogen. Wobei die royale Familie hier fiktiv gestaltet ist. Was mich am meisten am Buch stört: Die Handlung funktioniert hauptsächlich dadurch, dass sich alle relevanten Charaktere unprofessionell verhalten. Da wird Teamgeist einfach ignoriert (Darcy bzw. ihr Bruder), werden Verfehlungen auf andere abgewälzt und noch ein paar weitere Dinge. Das macht die Handlung in sich für meinen Geschmack nicht stimmig genug. Was das betrifft, erwarte ich mehr Raffinesse, so wirkt es zu konstruiert. Auch die Cliffhanger-Situation am Schluss wirkt - leider - so, als wenn mit dem Folgesatz im nächsten Band die gesamte Situation aufgelöst werden könnte.
Amüsant und unterhaltsam zu lesen mit Perspektiven aus Darcys und Tristans Sicht für Leute, die sich nicht an einer konstriert wirkenden Handlung ohne viel Tiefgang stören.

Bewertung vom 31.12.2025
Wolf, Klaus-Peter

Der Weihnachtsmannkiller Bd.3


ausgezeichnet

Spekulatius oder Fischstäbchen zum Advent?
Der totgeglaubte Weihnachtsmann-Killer Tobias lebt - gut für uns, schlecht für Ann-Kathrin Klaasen und ihre ostfriesische Truppe, die sich schon bald neuen, zu klärenden Mordfällen gegenüber sieht. An Tobias‘ Seite ist Susi, die mit ihm aus der psychiatrischen Anstalt geflohen ist und wegen ihrer Gewaltanfälle wie eine tickende Zeitbombe auf zwei Beinen wirkt. Während sie ihre Hochzeitsfeier in der Wismarer Pommes-Bude plant, ist Tobias gedanklich bereits bei seine nächsten Opfern. Diesmal will er rechtzeitig anfangen, seine Türchen zu öffnen. Natürlich kommt alles anders als geplant und Susis Hochzeitspläne weichen anderen Aufgaben.
Der dritte und vermutlich letzte Band um Weihnachtsmann-Killer Tobias kommt wieder mit gewohnt absurden Twists und den bereits bekannten Charakteren daher. Die behandelnde Ärztin der beiden Flüchtigen möchte sich ebenso profilieren wie Ann-Katrins Vorgesetzte, Nachwuchskünstler PennywiseNullZwo will ganz groß rauskommen und Rupert hat sowieso seine ganz eigene Meinung zu allem.
Für Fans der etwas humorvolleren Side-Stories rund um die Ostfriesenkrimis wieder sehr unterhaltsam.

Bewertung vom 31.12.2025
Mcdermid, Val

Queen Macbeth


sehr gut

Friedensbringer für Schottland
Val McDermid zeichnet in ihrem Roman eine Version des einstigen schottischen Königs MacBethad, auch bekannt als MacBeth, welche sich an historischen Überlieferungen orientiert und mit den falschen Darstellungen in Shakespeares Drama aufräumt.
Als Erzählperspektive wählt sie Gruoch, die spätere Partnerin an der Seite von McBeth. Im Wechsel berichtet Gruoch aus der Zeit vor sowie nach ihrer gemeinsamen Regentschaft und bietet somit viele Details zu den politischen Gegebenheiten. So ist sie zunächst mit einem Tyrannen zwangsverheiratet, als MacBeth und sie aufeinandertreffen und ihre Liebe vorerst geheim halten müssen. Ein Erbrecht wie heute gab es damals nicht, es galt gewissermaßen das Recht des Stärkeren oder, wie im Fall von MacBeth, das Recht des Schlaueren. Parallel hierzu erlebt man ihre Flucht als Königin gemeinsam mit ihren Freundinnen nach dem vermeintlichen Tod ihres Gatten in einer Schlacht.
Bewegend zu lesen und trotz seiner Kürze ein Buch, welches ich empfehlen kann, wenn man ein wenig Historie aus (fiktiver) Frauensicht erleben möchte.

Bewertung vom 31.12.2025
Craig, Erin A.

Das Dreizehnte Kind


sehr gut

Das Leben als Patentochter von Gevatter Tod
Als dreizehntes Kind gehört Hazel zu den für die Götter besonders interessanten Kindern. Noch vor ihrer Geburt wurde sie dem Gott des Todes versprochen, der sich seit jeher ein Patenkind gewünscht hat. Und der Gott hat gewisse Pläne für ihr Leben.
Doch zunächst scheint es, als hätte der Gott seine Patenschaft vergessen. Hazel muss weiterhin bei ihrer Familie aufwachsen, ist dort unerwünscht und wird entsprechend vernachlässigt, bis ihr Patenonkel endlich auf den Plan tritt. Dieser will sie zu einer großartigen Heilerin machen, die selbst von Königen angefordert wird. Als genau dies der Fall ist und sie vor einem sterbenden König steht muss sie sich entscheiden, ob es ihr das Opfer wert ist, den Todgeweihten dennoch zu retten. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen.
Bis auf ein kurzes Intro verläuft die Erzählung chronologisch geradlinig. Dadurch wandert man mit Hazel durch ihr Leben, was zwar für einige Details sorgt, über Längen jedoch Spannung vermissen lässt. Mit dem Gott des Todes gibt es für meinen Geschmack zuwenig Interaktionen, wodurch sein Charakter enttäuschend flach bleibt. Dasselbe gilt leider auch für alle weiteren Charaktere, die ihr Leben kreuzen.
Mit einer sich im Reich ausbreitenden, mysteriösen Krankheit bietet sich zwar ein Werkzeug, Spannung in die Handlung zu bringen, doch in Bezug auf die vielen Hinweise zu einer Palastintrige trägt Hazel viel zu lange ihre Scheuklappen, was sich dann irgendwann frustrierend las.
Trotz der vorhandenen Intrige, welche Hazel aufdecken muss, fehlt dem Ganzen über Längen ein gewisses Maß an Spannung. Es liest sich eher wie die märchenhaften Memoiren einer Protagonistin, die sich wiederholt scheut, die richtigen Fragen zu stellen oder Entscheidungen zu fällen. Die Idee der Gottheiten im Buch sowie der Bereich der Kerzen, wie auf dem Cover zu sehen, sind hingegen schöne Details. Von mir gibt es für das Buch 3,5/5 Seelenkerzen.

Bewertung vom 31.12.2025
Licht, Kira

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands


ausgezeichnet

Clan-Besuch in den Schottischen Highlands
Der dritte Band des Zeitreise-Fantasy-Abenteuers führt die Zeitreisenden auf das das schottische Anwesen der MacLeods im Jahr 1745. Wobei die Reise nicht ganz freiwillig verläuft, denn Lilly und Damien werden von einer Person erpresst, dort eine besonderes Schmuckstück zu entwenden.
Die Handlung setzt rund ein Jahr nach Ende des zweiten Bandes an, jeder hat die Taten von Damiens Vater auf unterschiedliche Art verarbeitet, besonders Damien lassen die Geschehnisse nicht los. Dass sie nun Hals über Kopf in die Schottischen Highlands müssen, mitten in den tiefsten Winter und gemeinsam mit ihrem Erpresser Collin, macht nichts besser. Nicht nur ihr Improviationstalent wird auf eine harte Probe gestellt, sondern Lilly versucht zudem herauszufinden, was dieser Collin zu verbergen versucht.
Der dritte Band der Reihe ist in meinen Augen der bisher stärkte Band. Nicht zuletzt, weil man drei Charaktere geboten bekommt, die jeweils auf ihre Art emotional gefordert sind. Auch die Szenen in den Highlands mit dem historisch gewichtigen Clan lesen sich spannend und abwechslungsreich, es gibt viel Interessantes zu entdecken. Dass sich zwischen Lilly, Damien und Collin ein Liebes-Dreieck entwickelt sah ich eher mit gemischten Gefühlen. Zwar kriselt es zwischen Lilly und Damien aus gewissen Gründen, dennoch habe ich bei Collin und seinen Hintergründen so einen gewissen Verdacht, was sich hoffentlich im vierten Band klären wird.
Erzählt wird wieder aus den Perspektiven von Lilly und Damien. Da sie in Schottland sehr unterschiedliche Rollen spielen, bekommt man auf diese Weise einen größeren Überblick über das Abenteuer. Und natürlich über ihr Seelenleben, das mitunter Achterbahn fährt. Das hat mir sehr gefallen. Lilly punktet wieder auf voller Länge und rettet das Trio aus so mancher Situation. Kurzum: Der Roman bietet einen gelungenen Mix aus Spannung, Abenteuer, Romantik und vielen interessanten Details.

Bewertung vom 07.12.2025
Bovalino, V. L.

The Second Death of Locke


sehr gut

Magisches Military SlowBurn
Bei diesem Buch war ich sehr gespannt, da ich Romane mit Kriegsatmosphäre oft als unangenehm bedrückend empfinde. Diesem zudem meist übertrieben männlich-heroisch dargestellten Genre tritt die Autorin mit diesem Roman gekonnt entgegen, präsentiert uns mit Grey eine Soldatin, die ebenbürtig zu ihren männlichen Kollegen handelt und behandelt wird und verzichtet auf lästige Egospielchen.
Grey lebt auf einem Kontinent, dessen Bevölkerung unter einem knapp 20-jährigen Krieg leidet. Die zugehörige, neutrale Insel Locke verschwand damals und mit ihr ein Großteil der Magie. Das daraus resultiernde Magiesystem, in welchem Magier die Magie nur dann nutzen können, wenn sogenannte Quellen die seltenen Magiestränge aufspüren, hat zu einer Bindung zwischen Grey und Kier geführt mit Grey als Quelle und Kier als Magier. Entsprechend agieren sie seit Jahren erfolgreich als Team. Eine neue Bedrohung stellt Grey und Kier vor eine Herausforderung: eines der Nachbarländer behauptet, die Erbin der Insel Locke entdeckt und mit ihr neue Macht erlangt zu haben.
Ein Kriegssetting ist immer auf eine gewisse Weise bedrückend. Hier stehen die Beziehung und das Vertrauen von Grey und Locke stark im Fokus, denn aus Freundschaft und Vertrauen entwickelt sich manchmal ein Gefühl der Liebe. Das wäre der SlowBurn-Anteil, der das Wort slow verdient hat. Jedenfalls nimmt dies sowie der etwas gefühlsbetontere Stil der Autorin dem Ganzen die Düsternis, statt toxischem Heroismus wandelt sie diesen um in Vertrauen und Verbundenheit. Was den Krieg natürlich nicht weniger schlimm macht.
Hinzu kommt das Geheimnis um Greys Vergangenheit, die einst als Waise in Kiers Familie aufgenommen wurde. Wer von Beginn an auf Details achtet kann sich schnell erste Vermutungen zusammenreimen. Einige Rückblicke bringen zusätzlich Licht ins Dunkel.
So wunderschön und episch der Roman auch ist, stellenweise war es mir zu langatmig, dem Friens2Lovers fehlte ein wenig das Knistern. Ein durchaus solide gestalteter Roman mit angenehmer Charakterentwicklung, dem mir etwas die Sogwirkung fehlte, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen.