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Christina P.
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Hamburg

Bewertungen

Insgesamt 1143 Bewertungen
Bewertung vom 17.11.2025
Uketsu

HEN NA E - Seltsame Bilder


ausgezeichnet

Sketch Mystery - ein Krimi mit in Bildern versteckten Hinweisen
Dieser Roman ist in Episoden aufgeteilt, die auf eine zunächst nicht erkennbare Weise miteinander in Verbindung stehen. Zugleich bedient sich der Autor einem Genre, welches sich Sketch Mystery nennt. Die Idee hierhinter ist, dass Bilder und Skizzen verwendet werden, auf denen mit kriminalistischem Gespür nach und nach Hinweise gefunden werden, welche zur Lösung eines Falles beitragen.
Das Konzept ist mir bereits aus dem Manga-Bereich bekannt, hier kenne ich The Strange House von Uketsu (worauf der zweite Roman, Das seltsame Haus, basiert). In diesem Roman bekommt man unterschiedliche Fälle geboten, in denen Todesfälle aufgeklärt werden. Verschiedene Zeichnungen, Skizzen und Tabellen sind in den Text eingefügt, so dass man bildhaft vor Augen hat, worauf die Lösung jeweils aufbaut. Der Kniff hierbei ist, aufs Detail zu achten, wobei man verständlich erklärt bekommt, woran sich was erkennen lässt. Man wird also nicht mit irgendwelchen Zeichnungen allein gelassen. Der Stil ist dabei immer ein wenig distanziert statt stark ausgeschmückt, wie ich es bereits von anderen Romanen aus Fernost kenne. Das mag für einige vielleicht zunächst etwas ungewohnt wirken, hat dafür den Vorteil, dass wichtige Details nicht in einer Flut unwichtiger Ausschmückungen untergehen.
Die Fälle selbst sind ziemlich verzwickt, vor allem beim dritten Fall musste ich gedanklich die skrupellose Cleverness loben, die dahinter steckte. Zum Schluss schließt sich der Kreis, die Fälle ergeben ein großes Ganzes und das Kinderbild aus dem Prolog ergibt endlich einen Sinn.
Raffiniert konstruiert, bietet der Roman die Möglichkeit, mitzurätseln und über perfide Idee zu staunen. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen.

Bewertung vom 17.11.2025
Sky, Helen Rose

Fantastische Weihnachten in Snow Falls: Glut & Asche


ausgezeichnet

Weitere Phoenix-Geheimnisse sorgen für Herzschmerz mit Happy End
Willkommen zurück in Snow Falls. Es ist rund ein Jahr her seit dem Band Feder&Flamme und Ryze plant bereits seine Hochzeit. Dafür wünscht er die Phoenixe Aden und Enya an seiner Seite, die sein Ziehvater zusammen mit ihm wie Geschwister aufgezogen hat. Warum zwischen Aden und Enya seit einiger Zeit Funkstille herrscht, obwohl sie früher ein Herz und eine Seele waren, ist Ryze nicht ganz klar, daher seine Hoffnung, die beiden rappeln sich für seine Hochzeit endlich mal wieder zusammen. Dass romantische Gefühle zwischen den beiden stehen und deswegen alles so kompliziert machen, kann ja niemand ahnen. Auch nicht, ob das wirklich so gefährlich wäre, wie ihr Vater ihnen weisgemacht hat. Vielleicht weiß jemand in Snow Falls Rat?
Dies ist mein zweites Phoenix-Buch in Snow Falls und ich finde, es baut gekonnt auf dem ersten auf. Meine Sorge, es könnte sich etwas schräg lesen, wenn Geschwister sich ineinander verlieben hat sich nicht bestätigt, da bei den beiden Phoenixen... ach, zuviel will ich gar nicht verraten. Zwischendurch habe ich mich regelrecht über diesen Vater-Phoenix geärgert, der seinen Schützlingen, also Ryze, Enya und Aden, in vielen Dingen wohl nicht die ganze Wahrheit erzählen wollte. Ich finde jedenfalls, die beiden sind eine willkommene Bereicherung für Snow Falls und bin schon gespannt, welche Geheimnisse in Folge-Phoenix-Band gelöst werden.
Das Buch ist nach dem Adventskalender-Konzept aufgebaut: Wer mag, kann sich die 24 Kapitel des Romans zur Adventszeit auf jeden Tag aufteilen, oder man lässt sich von der Handlung so sehr mitreißen, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Zudem gibt es weitere Bücher rund um Snow Falls, bei denen jeweils andere Charaktere im Mittelpunkt stehen. Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen.

Bewertung vom 16.11.2025
Sky, Helen Rose

Fantastische Weihnachten in Snow Falls: Feder & Flamme


ausgezeichnet

Das brisante Geheimnis der Phoenix-Familie
Das Buch ist nach dem Adventskalender-Konzept aufgebaut: Wer mag, kann sich die 24 Kapitel des Romans zur Adventszeit auf jeden Tag aufteilen, oder man lässt sich von der Handlung so sehr mitreißen, dass man das Buch in einem Rutsch durchsuchtet (ich gehöre zur zweiten Sorte). Zudem gibt es weitere Bücher rund um Snow Falls, bei denen jeweils andere Charaktere im Mittelpunkt stehen. Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen.
Alles beginnt damit, dass Ryze Solaris im tiefsten Schneegestöber den Weg ins Kanadische Snow Falls sucht. Hier erhofft er sich Antworten. Denn was kaum jemand weiß: Ryze ist ein Phönix. Was das genau bedeutet, erfährt man mit der Zeit. Was auch viele nicht wissen: Snow Falls ist in der Welt der Magischen Wesen als ganz besonderer Ort bekannt. Von all dem weiß die B&B-Besitzerin Ivy Bishop zunächst nichts, bei der Ryze sich einmietet. Was sie jedoch weiß: Obwohl der Fremde ziemlich eigensinnig ist, ist er zugleich verdammt heiß. Und auch Ryze ist von Ivys frech-fröhlicher Art schnell angetan. Doch zunächst hat er wichtigere Pläne. Glaubt er.
Snow Falls ist definitiv ein Ort, an welchem ich nicht das letzte Mal gewesen bin. Diese wunderschöne Kombination aus Schnee und Adventsstimmung, gepaart mit magischen Geheimnissen und einer Lovestory, die Schneemänner zum Schmelzen bringen könnte, konnte mich durch alle Kapitel hindurch überzeugen. Vor allem die Idee, welche hinter dem Phoenix steckt, ist einfach zauberhaft und erfrischend anders. Ein wunderschöner Adventskalender mit ganz viel Liebe und Zucker und nicht einer einzigen Kalorie.

Bewertung vom 16.11.2025
Raasch, Sara

The Nightmare Before Kissmas


weniger gut

Hoher Fremdschäm-Faktor
Ich weiß gar nicht, wo ich bei diesem Buch anfangen soll. Die Idee an sich ist, dass die Feiertage in Form von Familien dargestellt werden, die aus dem Zauber dieser Feiertage ihr Magie ziehen, welche sie wiederum für diese Feiertage einsetzen können. Aus diesem Perpetuum Mobile hat die Autorin ein Problem generiert: Santa will unbedingt noch mehr Magie scheffeln, indem noch mehr Menschen an Weihnachten glauben, zur Not auch unter Zuhilfenahme von Billigspielzeug.
In dieses Familienunternehmen soll Coal einsteigen, Santas älterer Sohn und zugleich Ich-Erzähler. Von diesen Erwartungen völlig überfordert flüchtet der Kindskopf sich in Streiche und freche Sprüche, lässt sein Studium schleifen und muss von seinem Bruder Kris regelrecht zu anstehenden Terminen geschleift werden. Als dritte in der Clique kommt Osterprinzessin Iris hinzu. Was sie betrifft hat Papa Santa sich nun in den Kopf gesetzt, Coal und Iris sollten eine Zweckehe eingehen, damit Santa die Magie der Familie Ostern auch noch abzapfen kann. So weit, so irritierend.
Diese ganze Magie-aus-Freude Thematik wird leider nur mäßig erklärt, soll jedoch zugleich die Story signifikant vorantreiben, denn Santa soll hier als machtgieriger Santa glänzen, als der Böse, den die jungen Leute nun besiegen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass der eh schon stark egozentrische und unreife Erzähler Coal sich in den Kopf gesetzt hat, in den Typen verliebt zu sein, den er vor zwei Jahren im Vollsuff hinter seiner Stammkneipe geküsst hat. Genau dieser Typ taucht nun als Hex, Prinz von Halloween wieder auf, um für die Medien als Rivale um die Gunst der Osterprinzessin einen Monat lang eine Show abzuliefern. Völlig hormongesteuert drehen sich fortan Coals Gedanken um Hex, dessen Aussehen und was er am liebsten alles mit ihm anstellen würde.
Das ganze Buch liest sich stark pubertär, einiges ist regelrecht zum Fremdschämen. Coal ist sehr ichbezogen, sehr auf Äusserlichkeiten fixiert und redet sich ein, in Hex verliebt zu sein. Der, nebenbei erwähnt, eher wie ein gefühlsbetonter Emo daherkommt.
Coal schwingt sich von Oberflächlichkeit zu Oberflächlichkeit, von Klischee zu Klischee, interessiert sich nicht für die Probleme seiner Freunde und wundert sich auch nicht mal darüber, dass sie ihm ihre Probleme gar nicht anvertrauen wollen. Und natürlich ist der naive Coal schlauer als alle lebenserfahrenen Familienoberhäupter der Feiertagsfamilien und glänzt am Schluss mit DER Idee. Die mich leider nicht so überzeugen konnte, wie es wohl angedacht war.
Mich hat das Lesen der Erzählung aus der Sicht eines lendengesteuerten jungen Typen arg angestrengt, die Handlungen waren oberflächlich, die expliziten Szenen waren leider überhaupt nicht reizvoll. Erschwerend kommt hinzu, dass mir Coal im Laufe des Romans immer unsympathischer wurde. Die versprochenen Tropes konnte ich auch im Buch wiederfinden: Enemies2Lovers? Coal und Hex waren nie Feinde, kommen nur aus unterschiedlichen Jahreszeiten-Familien. Grumpy&Sunshine? Hex ist nicht grumpy sondern feinfühlig, Coal kein Sunshine sondern ein Kindskopf voller Flachwitze. Slow Burn? Also dafür ging Coal ihm zu schnell an die Wäsche.
Für mich leider kein Lese-Highlight.

Bewertung vom 16.11.2025
Louis, Saskia

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)


ausgezeichnet

Drei gegen den Rest der Welt
In einer Welt, in der Götter sich herausnehmen, über das Schicksal der Menschen zu bestimmen und deren Schicksalsfäden für die eigenen Interessen zu missbrauchen, strebt auch Schicksalsnovizin Kiana ihrer Seelenzeremonie entgegen. Ein Spektakel, bei welchen vorherbestimmte Partner zueinander finden, ihre Seelenfäden sich verknüpfen und sie glücklich bis ans Ende ihrer gemeinsamen Tage leben können. Alles könnte so schön sein, und doch findet Kiana sich kurz darauf in einem Wagen wieder auf dem Weg zur Kriefsfront, wo alle Ungebundenen die Ehre haben, für ihre Götter Mut zu beweisen bis ans Ende ihrer Tage. Ich mache es kurz: Statt an der Kriegsfront findet sich Kiana auf der Flucht wieder mit Liebesnovize Nevin und Kriegsnovize Tyron, beide ebenfalls ungebunden. Und wie Kiana mit gewissen Geheimnissen versehen.
Ja, die Ironie in dieser Welt lässt sich beim Lesen schnell erkennen, das Glück ist hier nur oberflächlich und was die Götter da mit den Menschen machen kann so nicht ganz richtig sein. Nur warum? Ab der gemeinsam Flucht wird es zudem immer wieder ganz amüsant. Vor allem, wenn Kiana und Tyron sich mal wieder ihre Wortgefechte liefern, die Nevin gekonnt schlichtet. Trotzdem wachsen die drei langsam zu einem Team zusammen und in gewissen Punkten ähneln sich auch ihre Ziele. Natürlich kommt auch hier wieder alles ganz anders als geplant.
Wenn ich irgendwas Kritisches zum Buch sagen müsste: Mir fällt nichts ein. Die Welt selbst und deren Gottheiten bieten verborgene Geheimnisse, die Protagonisten haben ebenfalls ihre Päckchen zu tragen, die nach und nach ausgepackt werden. Humor, Spannung, Drama und ein herrlich mitreissender Schreibstil, mit diesem Buch kann es gar nicht langweilig werden.

Bewertung vom 16.11.2025
Louis, Saskia

Unlock My Truth / Golden Heights Bd.2


ausgezeichnet

Auf emotionalen Umwegen zur Liebe
Der zweite Band der Golden-Heights-Dilogie funtioniert nach dem Prinzip, dass es diesmal um zwei weitere Personen geht, die bereits im ersten Band als Nebencharaktere dabei waren. Carlie ist nicht nur Lexies beste Freundin, sondern auch in ihren Bruder verliebt, der den Ruf hat, Frauen nie näher als für einen ONS an sich heran zu lassen. Und aus Tys Sicht ist Carlie die Frau, von der er lieber die Finger lässt, weil er sonst gewaltigen Ärger mit seiner Schwester bekäme. Schon verzwickt, wenn beide nur die eigene Wahrheit kennen.
Da ich die beiden bereits aus Band 1 kannte kam ich schnell in die Story rein. Diesmal gibt es einige Hintergründe zu Carlie, woher sie kommt und wie sie damals Lexie und dann Ty kennenlernte. Das war ganz überraschend. Carlies Frust, nicht an Ty heranzukommen, ist regelrecht spürbar und ihr Plan, sich Ty auf Teufel komm raus aus dem Kopf zu schlagen sorgt dafür, dass Ty sie plötzlich mit anderen Augen sieht. Besser spät als nie, nur sollte Carlie jetzt den beiden ihr gut gehütetes Geheimnis beichten, bevor sie es hintenrum erfahren. Alles gar nicht so einfach.
Band zwei bietet zwar nicht ganz so viele freche Dialoge wie Band 1, ist dabei jedoch keineswegs weniger unterhaltsam. Im Gegenteil, auch Unlock my Truth kann auf voller Länge überzeugen und bietet gekonnt kombiniert Humor und Emotionen.

Bewertung vom 16.11.2025
Kinney, Wallis

A Dark and Secret Magic


ausgezeichnet

Wenn das Leben sich als Lüge entpuppt
Als Heckenhexe verläuft Kates Leben in ziemlich unspektakulären Bahnen. Dies soll sich in Kürze gravierend ändern, doch das weiß Kate noch nicht. Zunächst stehen die jährlichen Halloween-Vorbereitungen auf dem Programm. Und damit geht es schon los: Ausgerechnet sie als Einzelgängerin soll diesmal die Party auf dem großen Familienanwesen ausrichten. Dann erhält sie unerwartet Besuch von Hexer Matthew, der Mann, an den sie einst fast ihr Herz verlor. Und die Metahexe will sie zu Halloween einem Ritual unterziehen, von welchem Matthew sie dringend abbringen will. Zunächst verhält Kate sich Matthews skeptisch, fast ablehnend gegenüber. Doch dann tauchen Hinweise auf, die ihre Meinung ändern könnten.
Eine wunderschöne und stimmungsvolle Hexen-Fantasy mit leichten Gothic-Vibes und Slow-Burn-Romance einem bittersüßen Ende. Ich habe es geliebt, in die Story einzutauchen und gemeinsam mit Kate die Geheimnisse rund um ihre Familie und die Rolle als Heckenhexe herauszufinden. Perfekt für gemütliche Lesestunden.

Bewertung vom 16.11.2025
Wood, Lucy Jane

Rewitched


gut

Liest sich eher wie ein Jugendbuch
Belladonna Blackthorne scheut Veränderungen. Bisher war sie mit ihrer Arbeit in der charmanten Buchhandlung Lunar Books glücklich und versüßt sich den Alltag mit ein wenig Hexenmagie, von der niemand wissen darf. Dies könnte ihr nun zum Verhängnis werden, denn zu ihrem 30. Geburtstag wird all ihr bisheriges magisches Leben auf den Prüfstand gestellt. Und ihre magischen Leistungen sind, nunja, kaum der Rede Wert. Also bekommt sie einen Monat Zeit, ihr magisches Talent mal so richtig unter Beweis zu stellen, ansonsten geht ihre Magie großzüg an den örtlichen Hexenzirkel über. In weiteren Rollen: eine Mutter mit magischen Geheimnissen, ein Verstoßener mit fragwürdiger Vergangenheit und ein attraktiver Zirkel-Wächter, der an seinen Flirtversuchen noch deutlich zu arbeiten hat.
Der Roman fällt unter stimmungsvolle Cozy Fantasy, also ein gemütlicher Hexenroman mit ein wenig Abenteuer und einem Love Interest, der noch keinerlei Übung darin hat, seinen Charme gekonnt einzusetzen. Was für einige Schmunzler gesorgt hat. Die Idee an sich gefällt mir, die Charaktere rund um Belle haben ihren gewissen Reiz. Nur Belle selber empfand ich als nicht gelungen. Trotz ihrer fast 30 Lebensjahre wirkt sie wie eine junge Frau zwischen 18 und 20, also noch sehr unreif. Vielleicht wäre eine von vornherein jüngere Protagonistin in sich stimmiger gewesen. Auch gewisse Hexenprüfungen waren derart gestaltet, dass sie eher in einen AllAge-Roman passen und nicht zu einer erwachsenen Frau. Das passt einfach nicht zusammen, der Roman wirkt in mehrfacher Hinsicht wie für Jugendliche, Belle soll allerdings knapp 30 sein. Auch die Geschehnisse rund um den Hexenzirkel waren eher einfach gestrickt, für ein Erwachsenenbuch kann ich mehr Raffinesse erwarten. Auch wenn das Buch ansonsten seinen Charme besitzt. So empfehle ich das Buch doch eher für junge LeserInnen.

Bewertung vom 16.11.2025
Kingfisher

Dornenhecke


ausgezeichnet

Märchenadaption aus besonderer Perspektive
Tag für Tag bewacht Krötling eine Dornenhecke, hinter welcher sich ein Schloss verbirgt. Um jeden Preis muss sie verhindern, dass jemand bis zum Schloss durchzudringen vermag. Einst ging das Gerücht um, eine schöne Prinzessin läge dort in tiefstem Schlaf und warte nur auf den holden Ritter, welcher sie vom ihrem Fluch erlösen käme. Doch die Jahre vergingen ebenso wie die holden Mannen, welche sich den Dornen heldenhaft stellen wollten.
Mit Erscheinen eines weiteren, nicht ganz so heldenhaften Ritters beginnt Krötlings Erzählung, wer sie einst war, wie sie aufwuchs und wie es zu dieser unglücklichen Situation kam, in welcher sie seit Jahrhunderten feststeckt. Eine Situation, an der die beiden gemeinsam endlich etwas ändern könnten.
Krötlings Schicksal ist so bewegend zu lesen wie die Ursache ihrer Heckenwacht düster. Die für ihre Skrupellosigkeit bekannte Feenwelt spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Angenehm zu lesen ist zudem, mit welchem Respekt der Ritter Krötling gegenüber auftritt, die ihn zunächst als weitere Gefahr ansieht. Ein gelungenes Beispiel, auch auf wenigen Seiten gelungene Fantasy unterbringen zu können.

Bewertung vom 16.11.2025
Safran, Annina

Bearbind Lyceum - Thilda


sehr gut

Schlimmer geht immer im Internat Bearbind Lyceum
Auf intrigante Weise erreicht Thildas Stiefmutter, dass sie auf das weit entfernte Bearbind Lyceum geschickt wird. Dieses entpuppt sich nicht nur als das wohl altmodischste Mädcheninternat der Welt, sondern ist zugleich geheime Ausbildungsstätte für Hexen. Und für Thilda der reinste Albtraum!
Das Bearbind Lyceum ist wirklich düster auf mehreren Ebenen. Die Mädchen werden hier regelrecht gedrillt und von der Aussenwelt abgeschottet, es gibt unfreiwillige Aufnahmerituale und zu Beginn schlägt Thilda eine Abneigung entgegen, die zu hasserfüllt ist, um noch normal zu sein. Nachdem sie erste Verbündete gefunden hat deckt sie nach und nach die Hintergründe auf, warum die Direktorin alle so gegen sie anstachelt und welche Kräfte in ihr schlummern. Diese beklemmenden Situationen gemeinsam mit Thilda zu erleben ist nicht ohne, und ihr Mut wird ebenso hervorragend geschildert wie ihre Verzweiflung, wenn sie sich mal wieder wie allein gelassen fühlt.
Eine Herausforderung bei einer Story, in der ein Charakter zunächst in ein ausgefallenes Setting bugsiert werden muss, ist der Aufhänger, in diesem Fall der Weg dahin, dass die Stiefmutter ihren Plan durchsetzen kann, Thilda loszuwerden. Das las sich für meinen Geschmack etwas holprig und war mir zu sehr Böse-Stiefmutter-Klischee, die Streiche der Stiefschwestern einfach zu plump. Auch empfand ich es als Infodump, als Thilda ihre Familiensituation zu Beginn fast komplett aufzählt. Ab der Ankunft im Internat wird es besser, auch wenn die zwischenmenschliche Kälte zunächst etwas merkwürdig wirkt (das hat jedoch seinen Grund, wie man im Verlauf des Romans erfährt).
Thildas emotionales Auf und Ab ist wirklich gut dargestellt, diverse Geister bringen magische Abwechslung in ihre Tragödie. Das Ende empfand ist als angenehm gewählt, hier zeigt sich eine gewisse Reife, alles ist verständlich und in sich stimmig und es wird nichts überdramatisiert.
Bis auf einige Startschwierigkeiten ein hervorragend düster-emotionales Abenteuer mit magischen Sidekicks und ohne Romantik-Anteil. Für Jugendliche und alle Junggebliebenen.