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Christina P.
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Hamburg

Bewertungen

Insgesamt 1153 Bewertungen
Bewertung vom 31.12.2025
Erdmann, Nadine

London Underground (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Totenbändiger - The Next Generation
Wer die Totenbändiger-Reihe gelesen hat wird an diesem Sequel seine wahre Freude haben. 13 Jahre sind vergangen seit der ursprünglichen Serie, ein erneutes Unheiliges Jahr steht an. Die damaligen Minis sind die jetzigen Teenager, die Teenager wurden zu Eltern und die Großfamilie Hunt hält weiterhin zusammen wie Pech und Schwefel. Die damals aus den Fängen der Sekte geretteten Kinder Leo und Toby besitzen wie Cam damals in sich den Geister-Zwilling, welcher zu einem wichtigen Thema wird. Was die Geister und deren Bekämpfung betrifft gilt es ebenfalls bedeutene Entwicklungen zu entdecken. Neben erstarkten Geistern und neuen Mutationen haben die Spuk Squads zudem mit Gruppierungen zu kämpfen, die den Geistern eigene Daseinsrechte einfordern wollen. Alles nicht so einfach.
Zunächst könnte man meinen, der erste Roman des Sequels sei auf viele Wohlfühlmomente ausgelegt. Doch weit gefehlt: Es gibt wieder einige spannende Einsätze und nicht selten wird es gefährlich für alle Beteiligten. Ein Handlungsstrang befasst sich mit Jen, einem Streetkid, welche sich auf einem verlassenen Bahnhofsgelände eingerichtet hat, bis die jugendlichen Hunts ihr bei einem Ausflug über den Weg laufen. Mit viel Feingefühl und mit Matts Hilfe, der früher seine eigenen Erlebnisse als Streetkid machen musste, versuchen die Hunts, Jen dazu zu bewegen, über die dunkle Zeit des Jahres bei ihnen einzuziehen.
Ein weiteres großes Ereignis ist ein Volksfest, dessen Planung nicht nur die Geisterjäger vor große Herausforderungen stellt. Und natürlich gibt es neben den bekannten Charakteren neue Minis und ein neues Haustier-Trio.
Es gibt so viele durchdachte Ideen, Situationen, Spannung und Heartwarming, dass ich mich in dem Roman gefühlt habe, als würde ich wieder zu den Hunts nach Hause kommen. Jede Person hat hier ihren eigenen Charakter, alles wirkt hervorragend ausgearbeitet. Und auch die Mischung ist wieder perfekt, in einem Moment ist es gemütlich, während einige Seiten weiter Spannung pur herrscht. Ein herzliches Willkommen zurück in der Familie Hunt!

Bewertung vom 31.12.2025
Kiefer, Lena

Royal Heist Bd.1


gut

Konstruiert statt raffiniert
Darcy will Rache. Rache an der britischen Königsfamilie. Durch einen Vorfall in ihrer Kindheit, als ihre Mutter als Kindermädchen für die Royals tätig war, zerbrach ihre Familie bis auf die Grundmauern. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder hat sie eine Diebesbande gegründet, The Robbin‘ Hood, mit deren Hilfe sie nun der royalen Familie ein ganz bestimmtes Artefakt stehlen möchte. Die Aussage des Kronprinzen, sich eine Gemahlin zu suchen, kommt ihr da gerade recht und Darcy schlüpft in die Rolle einer adligen Nachfahrin. So eigen Kronprinz Spencer ist, den sie um den Finger wickeln möchte, so aufmerksam ist jedoch sein jüngerer Bruder Tristan. Und vor allem war er bereits in ihrer Kindheit ihr heimlicher Schwarm.
Der Anfang mit der Diebesbande war recht unterhaltsam, die Gruppe bestiehlt toxisch handelnde Reiche für einen guten Zweck, ganz grob gesagt. Was ich jedoch eher erfahrenen Dieben mit vernünftiger Ausstattung zutrauen würde als dieser jungen Truppe. Der familiäre Hintergrund, welcher als Basis für den Racheakt herhalten muss, wirkt schon ziemlich überzogen. Wobei die royale Familie hier fiktiv gestaltet ist. Was mich am meisten am Buch stört: Die Handlung funktioniert hauptsächlich dadurch, dass sich alle relevanten Charaktere unprofessionell verhalten. Da wird Teamgeist einfach ignoriert (Darcy bzw. ihr Bruder), werden Verfehlungen auf andere abgewälzt und noch ein paar weitere Dinge. Das macht die Handlung in sich für meinen Geschmack nicht stimmig genug. Was das betrifft, erwarte ich mehr Raffinesse, so wirkt es zu konstruiert. Auch die Cliffhanger-Situation am Schluss wirkt - leider - so, als wenn mit dem Folgesatz im nächsten Band die gesamte Situation aufgelöst werden könnte.
Amüsant und unterhaltsam zu lesen mit Perspektiven aus Darcys und Tristans Sicht für Leute, die sich nicht an einer konstriert wirkenden Handlung ohne viel Tiefgang stören.

Bewertung vom 31.12.2025
Wolf, Klaus-Peter

Der Weihnachtsmannkiller Bd.3


ausgezeichnet

Spekulatius oder Fischstäbchen zum Advent?
Der totgeglaubte Weihnachtsmann-Killer Tobias lebt - gut für uns, schlecht für Ann-Kathrin Klaasen und ihre ostfriesische Truppe, die sich schon bald neuen, zu klärenden Mordfällen gegenüber sieht. An Tobias‘ Seite ist Susi, die mit ihm aus der psychiatrischen Anstalt geflohen ist und wegen ihrer Gewaltanfälle wie eine tickende Zeitbombe auf zwei Beinen wirkt. Während sie ihre Hochzeitsfeier in der Wismarer Pommes-Bude plant, ist Tobias gedanklich bereits bei seine nächsten Opfern. Diesmal will er rechtzeitig anfangen, seine Türchen zu öffnen. Natürlich kommt alles anders als geplant und Susis Hochzeitspläne weichen anderen Aufgaben.
Der dritte und vermutlich letzte Band um Weihnachtsmann-Killer Tobias kommt wieder mit gewohnt absurden Twists und den bereits bekannten Charakteren daher. Die behandelnde Ärztin der beiden Flüchtigen möchte sich ebenso profilieren wie Ann-Katrins Vorgesetzte, Nachwuchskünstler PennywiseNullZwo will ganz groß rauskommen und Rupert hat sowieso seine ganz eigene Meinung zu allem.
Für Fans der etwas humorvolleren Side-Stories rund um die Ostfriesenkrimis wieder sehr unterhaltsam.

Bewertung vom 31.12.2025
Mcdermid, Val

Queen Macbeth


sehr gut

Friedensbringer für Schottland
Val McDermid zeichnet in ihrem Roman eine Version des einstigen schottischen Königs MacBethad, auch bekannt als MacBeth, welche sich an historischen Überlieferungen orientiert und mit den falschen Darstellungen in Shakespeares Drama aufräumt.
Als Erzählperspektive wählt sie Gruoch, die spätere Partnerin an der Seite von McBeth. Im Wechsel berichtet Gruoch aus der Zeit vor sowie nach ihrer gemeinsamen Regentschaft und bietet somit viele Details zu den politischen Gegebenheiten. So ist sie zunächst mit einem Tyrannen zwangsverheiratet, als MacBeth und sie aufeinandertreffen und ihre Liebe vorerst geheim halten müssen. Ein Erbrecht wie heute gab es damals nicht, es galt gewissermaßen das Recht des Stärkeren oder, wie im Fall von MacBeth, das Recht des Schlaueren. Parallel hierzu erlebt man ihre Flucht als Königin gemeinsam mit ihren Freundinnen nach dem vermeintlichen Tod ihres Gatten in einer Schlacht.
Bewegend zu lesen und trotz seiner Kürze ein Buch, welches ich empfehlen kann, wenn man ein wenig Historie aus (fiktiver) Frauensicht erleben möchte.

Bewertung vom 31.12.2025
Craig, Erin A.

Das Dreizehnte Kind


sehr gut

Das Leben als Patentochter von Gevatter Tod
Als dreizehntes Kind gehört Hazel zu den für die Götter besonders interessanten Kindern. Noch vor ihrer Geburt wurde sie dem Gott des Todes versprochen, der sich seit jeher ein Patenkind gewünscht hat. Und der Gott hat gewisse Pläne für ihr Leben.
Doch zunächst scheint es, als hätte der Gott seine Patenschaft vergessen. Hazel muss weiterhin bei ihrer Familie aufwachsen, ist dort unerwünscht und wird entsprechend vernachlässigt, bis ihr Patenonkel endlich auf den Plan tritt. Dieser will sie zu einer großartigen Heilerin machen, die selbst von Königen angefordert wird. Als genau dies der Fall ist und sie vor einem sterbenden König steht muss sie sich entscheiden, ob es ihr das Opfer wert ist, den Todgeweihten dennoch zu retten. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen.
Bis auf ein kurzes Intro verläuft die Erzählung chronologisch geradlinig. Dadurch wandert man mit Hazel durch ihr Leben, was zwar für einige Details sorgt, über Längen jedoch Spannung vermissen lässt. Mit dem Gott des Todes gibt es für meinen Geschmack zuwenig Interaktionen, wodurch sein Charakter enttäuschend flach bleibt. Dasselbe gilt leider auch für alle weiteren Charaktere, die ihr Leben kreuzen.
Mit einer sich im Reich ausbreitenden, mysteriösen Krankheit bietet sich zwar ein Werkzeug, Spannung in die Handlung zu bringen, doch in Bezug auf die vielen Hinweise zu einer Palastintrige trägt Hazel viel zu lange ihre Scheuklappen, was sich dann irgendwann frustrierend las.
Trotz der vorhandenen Intrige, welche Hazel aufdecken muss, fehlt dem Ganzen über Längen ein gewisses Maß an Spannung. Es liest sich eher wie die märchenhaften Memoiren einer Protagonistin, die sich wiederholt scheut, die richtigen Fragen zu stellen oder Entscheidungen zu fällen. Die Idee der Gottheiten im Buch sowie der Bereich der Kerzen, wie auf dem Cover zu sehen, sind hingegen schöne Details. Von mir gibt es für das Buch 3,5/5 Seelenkerzen.

Bewertung vom 31.12.2025
Licht, Kira

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands


ausgezeichnet

Clan-Besuch in den Schottischen Highlands
Der dritte Band des Zeitreise-Fantasy-Abenteuers führt die Zeitreisenden auf das das schottische Anwesen der MacLeods im Jahr 1745. Wobei die Reise nicht ganz freiwillig verläuft, denn Lilly und Damien werden von einer Person erpresst, dort eine besonderes Schmuckstück zu entwenden.
Die Handlung setzt rund ein Jahr nach Ende des zweiten Bandes an, jeder hat die Taten von Damiens Vater auf unterschiedliche Art verarbeitet, besonders Damien lassen die Geschehnisse nicht los. Dass sie nun Hals über Kopf in die Schottischen Highlands müssen, mitten in den tiefsten Winter und gemeinsam mit ihrem Erpresser Collin, macht nichts besser. Nicht nur ihr Improviationstalent wird auf eine harte Probe gestellt, sondern Lilly versucht zudem herauszufinden, was dieser Collin zu verbergen versucht.
Der dritte Band der Reihe ist in meinen Augen der bisher stärkte Band. Nicht zuletzt, weil man drei Charaktere geboten bekommt, die jeweils auf ihre Art emotional gefordert sind. Auch die Szenen in den Highlands mit dem historisch gewichtigen Clan lesen sich spannend und abwechslungsreich, es gibt viel Interessantes zu entdecken. Dass sich zwischen Lilly, Damien und Collin ein Liebes-Dreieck entwickelt sah ich eher mit gemischten Gefühlen. Zwar kriselt es zwischen Lilly und Damien aus gewissen Gründen, dennoch habe ich bei Collin und seinen Hintergründen so einen gewissen Verdacht, was sich hoffentlich im vierten Band klären wird.
Erzählt wird wieder aus den Perspektiven von Lilly und Damien. Da sie in Schottland sehr unterschiedliche Rollen spielen, bekommt man auf diese Weise einen größeren Überblick über das Abenteuer. Und natürlich über ihr Seelenleben, das mitunter Achterbahn fährt. Das hat mir sehr gefallen. Lilly punktet wieder auf voller Länge und rettet das Trio aus so mancher Situation. Kurzum: Der Roman bietet einen gelungenen Mix aus Spannung, Abenteuer, Romantik und vielen interessanten Details.

Bewertung vom 07.12.2025
Bovalino, V. L.

The Second Death of Locke


sehr gut

Magisches Military SlowBurn
Bei diesem Buch war ich sehr gespannt, da ich Romane mit Kriegsatmosphäre oft als unangenehm bedrückend empfinde. Diesem zudem meist übertrieben männlich-heroisch dargestellten Genre tritt die Autorin mit diesem Roman gekonnt entgegen, präsentiert uns mit Grey eine Soldatin, die ebenbürtig zu ihren männlichen Kollegen handelt und behandelt wird und verzichtet auf lästige Egospielchen.
Grey lebt auf einem Kontinent, dessen Bevölkerung unter einem knapp 20-jährigen Krieg leidet. Die zugehörige, neutrale Insel Locke verschwand damals und mit ihr ein Großteil der Magie. Das daraus resultiernde Magiesystem, in welchem Magier die Magie nur dann nutzen können, wenn sogenannte Quellen die seltenen Magiestränge aufspüren, hat zu einer Bindung zwischen Grey und Kier geführt mit Grey als Quelle und Kier als Magier. Entsprechend agieren sie seit Jahren erfolgreich als Team. Eine neue Bedrohung stellt Grey und Kier vor eine Herausforderung: eines der Nachbarländer behauptet, die Erbin der Insel Locke entdeckt und mit ihr neue Macht erlangt zu haben.
Ein Kriegssetting ist immer auf eine gewisse Weise bedrückend. Hier stehen die Beziehung und das Vertrauen von Grey und Locke stark im Fokus, denn aus Freundschaft und Vertrauen entwickelt sich manchmal ein Gefühl der Liebe. Das wäre der SlowBurn-Anteil, der das Wort slow verdient hat. Jedenfalls nimmt dies sowie der etwas gefühlsbetontere Stil der Autorin dem Ganzen die Düsternis, statt toxischem Heroismus wandelt sie diesen um in Vertrauen und Verbundenheit. Was den Krieg natürlich nicht weniger schlimm macht.
Hinzu kommt das Geheimnis um Greys Vergangenheit, die einst als Waise in Kiers Familie aufgenommen wurde. Wer von Beginn an auf Details achtet kann sich schnell erste Vermutungen zusammenreimen. Einige Rückblicke bringen zusätzlich Licht ins Dunkel.
So wunderschön und episch der Roman auch ist, stellenweise war es mir zu langatmig, dem Friens2Lovers fehlte ein wenig das Knistern. Ein durchaus solide gestalteter Roman mit angenehmer Charakterentwicklung, dem mir etwas die Sogwirkung fehlte, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen.

Bewertung vom 07.12.2025
Henning, Sarah

The Blackgate Invitation


ausgezeichnet

Unterhaltsames Mystery-Crime-Abenteuer
Ein magisches Standalone-Abenteuer mit Locked-Room-Mystery und SlowBurn.
Wir begleiten die Schwestern Ruby und Wren auf das herrschaftliche Hegemony-Anwesen, wo die Matriarchin zum jährlichen Treffen der an sie gebundenen Hexenfamilien einlädt. Davon wissen die Schwestern jedoch nichts, sie sollen sich lediglich einen Abend lang als die Enkelinnen der alten Dame Marsyas Blackgate ausgeben. Die Bezahlung hierfür können sie gut für ihr Studium gebrauchen. Zunächst läuft alles glatt, niemand entlarvt sie als Hochstaplerinnen und die Enkel der Gastgeberin sind durchaus einen zweiten Blick wert. Natürlich kommt alles anders als geplant: Ein Todesfall, eine magische Testamentsverkündung und ein Wettrennen gegen die Zeit, um heil aus dieser Sache und dem Anwesen wieder herauszukommen.
Das Abenteuer wird im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Ruby und Auden Hegemony erzählt. Hierbei hat Ruby, die sich gemeinsam mit ihrer Schwester plötzlich in einem ihnen unbekannten magischen Setting wiederfindet, ebensowenig einen Plan von den ganzen Hexendetails wie die Lesenden. Man erlebt das Abenteuer quasi mit fast demselben Wissensstand wie Ruby. Auden hingegen ist zwar einer der Enkel der Gastgeberin und dadurch magisch voll im Bilde, die Autorin hat seinen Part jedoch geschickt so gestaltet, dass man in seinen Kapiteln nicht gespoilert wird und es weiterhin lange geheimnisvoll bleibt. Zusätzlich zu der Aufgabe, den oder die Täter zu stellen, müssen von allen Anwesenden weitere Aufgaben gelöst werden. Natürlich weiß niemand, wer hier evtl falsch spielen könnte, jeder verdächtigt jeden.
Auch wenn sich mir die ganzen magischen Details erst Schritt für Schritt offenbarten blieb das Buch von Beginn an die ganze Zeit spannend und unterhaltsam. Die Autorin hat immer wieder ein neues Detail oder Geheimnis in die Handlung eingestreut oder die Charaktere jemand anderes verdächtigt. Nicht nur die Herausforderung für Ruby und Wren, sich möglichst nicht zu verraten, sondern auch die Aufgaben und das zu lösende Rätsel ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen. Nach einigen Vermutungen, welche ich wiederholt über den Haufen werfen konnte, wurde ich von der Auflösung dann tatsächlich angenehm überrascht. Die sich nebenbei anbahnende Liebesgeschichte verdient den Trope SlowBurn und passt sehr gut in die Handlung.
Die Teenager sind im Schnitt im Alter von 16-18 Jahre, dadurch ist das Buch perfekt für Jugendliche ab 14 oder für Junggebliebene, die Spaß an Jugendbüchern haben. Auch optisch ist das Buch sehr schön gestaltet, wer genau hinschaut, kann auf dem Cover gewisse Gegenstände wiederfinden, welche im Laufe der Handlung eine wichtige Rolle spielen.

Bewertung vom 07.12.2025
McDonnell, C. K.

Ring the Bells


ausgezeichnet

Humor und Ho-Ho-Hochspannung
Man kennt es: da will man sich mit seiner Lesegruppe spaßeshalber ein wenig wie ein Hexenzirkel fühlen und so tun, als könne man Magie wirken. Und beschwört dabei versehentlich einen Gott mit Allmacht-Fantasien herauf. Zur selben Zeit wird das IT-System der Stranger Times von einem Santa-Virus besetzt, was den rechtzeitigen Druck der Weihnachtsausgabe bedrohlich gefährdet.
Willkommen im vorweihnachtlichen Manchester, der schönen Heimatstadt der Stranger Times, wo die Welt nie so ganz in Ordnung ist. Es geht hart (und blutig) auf Weihnachten zu. Und dieses Weihnachtsfest droht, das letzte der Menschheit zu werden, wenn die Pläne eines gewissen Gottes in Erfüllung gehen. Doch zunächst muss er sich ein paar Leute suchen, die an ihn glauben, sonst wird das nichts mit der Weltherrschaft. Leider hat sich seit seinem einstigen Wandeln auf der Erde sehr viel verändert, was er auf (für uns) amüsante Weise erstmal lernen muss.
Nicht weniger spannend geht es für die Crew der Stranger Times zu. Statt gemütlich die Weihnachtsfeier in der Redaktion zu genießen steht die Rettung der Welt auf dem Programm. Dabei werden geheime Tattoos entdeckt, ein Geister-Szeneclub besucht, Beleidigungen ausgetauscht, Truthähne gewogen, ein Brettspiel zweckentfremdet und so einiges mehr. Weitere Alt(volk)bekannte sind ebenfalls wieder mit dabei. Und die Hintergründe zu einem weiteren Mitglied der Stranger Times werden auf faszinierende wie dramatische Weise enthüllt.
Auch der fünfte Band strotzt nur wieder so vor Humor, Sarkasmus und genialen Details, die einem entweder vor Lachen oder vor Staunen die Hosen ausziehen (außer man heißt Manni, arbeitet in der Druckerei der Stranger Times und trägt sowieso keine Hose). Gefühlt kommen fast alle Nebencharaktere, welche man auf der Reise durch die bisherigen Bände kennenlernen durfte, diesmal wieder vor. Band 5 steht seinen Vorgängern in nichts nach, ist herrlich schräg, bietet zwischendurch ein paar Newsartikel und zieht einen von der ersten bis zur letzten Seite wie magisch in seinen Bann.
Achtung: Nebenwirkungen wie wildes Kichern oder herzhaftes Lachen beim Lesen können nicht ausgeschlossen werden.

Bewertung vom 07.12.2025
Rou Bao Bu Chi Rou

Kalter Verrat / Remnants of Filth Bd.1


gut

Geheimnisse um einen zurückgekehrten Verräter
Remnants of Filth ist eine neue chinesische Danmei/BoysLove-Fantasyreihe, welche im gleichen Universium spielt wie die Reihe The Husky and His White Cat Shizun. Eine Welt, welche an das frühere China angelehnt und mit magischen Elementen versehen ist.
Diesmal geht es um zwei Männer, ehemals Kriegsgefährten der kaiserlichen Armee und heimliche Geliebte, die sich nach langer Zeit wiedersehen. Eine Zeit, ich welcher einer der beiden zum Feind übergelaufen war.
Die beiden sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Mo Xi ist distanziert, kontrolliert und kommt aus reichem Haus, entsprechend hoch ist sein mititärischer Rang mittlerweile. Gu Mang war vor seiner Karriere in der Armee ein Sklave und konnte schon immer gut mit Freunden feiern. Seit seiner Rückkehr als Kriegsgefangener ist er jedoch wie ausgewechselt. Und Mo Xis Hass auf ihn scheint nach dessen Verrat zunächst grenzenlos.
Die Erzählung ist mit vielen Rückblenden in das Leben der Männer versehen, welche nahtlos in die Handlung eingebunden sind. Was das betrifft, hätte eine eindeutigere Abgrenzung der Zeitstränge voneinander das Lesen angenehmer gemacht. Auch das Magiesystem wird nicht eindeutig erklärt, das Glossar am Ende ist zwar in vielen Punkten ganz hilfreich, doch was magisch in dieser Welt möglich ist und was nicht erfährt man erst an der Stelle, an der eine neue magische Besonderheit ins Spiel kommt. Das mag für die LeserInnen der vorherigen Reihe unproblematisch sein, ohne dieses magische Vorwissen wirkt es eher, als würde noch was und noch was on top hinzukommen. Zum Mitspekulieren nur bedingt geeignet, wenn magisch ständig was Neues hinzukommt. Ebenfalls ist das Worldbuilding selbst nur gering ausgearbeitet.
Auch wenn das Buch das Thema Kampf und Krieg beinhaltet, ist es in manchen Szenen unnötig brutal, ohne dass das hinterfragt wird. Und das waren keine Kriegsszenen sondern sadistische Quälereien oder eine Vergewaltigung. Solche toxischen Themen muss man hier wohl mögen.
Was die Beziehung der beiden Männer zueinander betrifft konnte ich dies nur bedingt nachvollziehen. Das mag vielleicht auch dem distanzierten Stil des Autors geschuldet sein, statt echter Zuneinung hatte ich jedoch das Gefühl, die Basis ihrer Beziehung fußte primär auf Verlangen (Top-Bottom).
Was definitiv interessant ist, ist das Geheimnis hinter dem mutmaßlichen Verräter Gu Mang: Warum lief er zum Feind über, was geschah in der Zwischenzeit mit ihm und warum ist er jetzt so anders? Diese Fragen werden im ersten Band kaum beantwortet, generell erfährt man im ersten Band zunächst nur wenig.
Mich hat auf Dauer enttäuscht, dass ich keine ausreichenden Details zum allgemeinen oder insbesondere zum magischen Worldbuilding erhielt. Dadurch war es schwer zu spekulieren, was mit Gu Mang geschah. Für alte Hasen dieses Universums mag dies anders aussehen, doch andere AutorInnen schaffen es auch, ihr Universum verständlich zu vermitteln, ohne Vorkenntnisse aus anderen Romanen besitzen zu müssen. Davon abgesehen ist die Story durchaus vielversprechend, Band 1 bietet erste Einblicke in eventuelle Intrigen und Machenschaften, der Aufbau wirkt bereits zum Ende des ersten Bandes vielversprechend komplex. Zudem sind im Buch einige zur Handlung passenden Illustrationen im Mangastil, passend zum Cover.