Benutzer
Benutzername: 
wordfflow
Wohnort: 
Hannover

Bewertungen

Insgesamt 64 Bewertungen
Bewertung vom 17.01.2026
Asher, Ivy;Kennedy, Raven

Rabid


sehr gut

Spicy, darke Romantasy mit Werwölfen

Rabid ist eine darke Romantasy mit Werwolf-Gestaltwandlern von Ivy Asher und Raven Kennedy und wurde von Barbara Ostrop übersetzt. Es handelt sich um einen Einzelband, was ich sehr angenehm finde, wenn man sich nicht für eine ganze Reihe committen möchte. Auch um das Genre einmal auszuprobieren, kann dies ein gutes Argument sein.

Ich empfehle bei Bedarf, da das Buch durchaus schwere Themen behandelt, vorab die Content Notes zu lesen, die ich sehr gelungen finde, auch wenn sie natürlich spoilern.

Ich mochte Seneca als Protagonistin sehr und habe mit ihr gelitten und mitgefiebert. Ich fand besonders ihre Entwicklung schön anzusehen, wie sie den toxischen und gewaltvollen Strukturen entkommt und ihr wahres Ich und echte Verbundenheit findet. Verbundenheit in sich selbst, einer Partnerschaft und einem ganzen Rudel.

Spannend fand ich die Umsetzung der Gestaltwandlung, die erst durch ein Ritual und die Verbindung mit einem Wolfsgeist möglich ist. Dabei haben Mensch und Wolf ein Eigenleben und müssen erst zueinanderfinden, was sich bei Seneca durch die Umstände des Rituals besonders schwierig gestaltet. Denn ihr Wille und der ihrer Wölfin könnten nicht gegensätzlicher sein. Doch wer kann ahnen, dass gerade Tyran, der monströse Alpha eines wilden Rudels, genau diese Gegensätzlichkeiten zusammenführt?

Die Handlung war durchgehend spannend und ich bin in gutem Lesefluss durch die Seiten geflogen. Allerdings hat mich der viele, abwechslungsreiche Spice immer wieder aus diesem Lesefluss rausgeworfen, was aber natürlich eine persönliche Abneigung ist. Wer Spice liebt oder weiß, was ein "Knoten" ist, könnte mit Rabid auf seine Kosten kommen.

Von mir bekommt Rabid definitiv eine Empfehlung, auch wenn es aufgrund persönlicher Abzüge für mich nicht zu einem Highlight gereicht hat.

Bewertung vom 16.01.2026
Greenlaw, Rachel

The Ordeals


ausgezeichnet

Tödliche Prüfungen

The Ordeals ist der Auftakt der Killmarth Academy-Reihe von Rachel Greenlaw und wurde von Kerstin Fricke übersetzt. Zusammen mit unserer Protagonistin Sophia De Winter stellen wir uns den Ordeals, also den Aufnahmeprüfungen, die absolviert werden müssen, um an der Killmarth Academy Magie studieren zu dürfen. Dabei lauern die verschiedensten Gefahren, die nicht selten tödlich enden.

Ich war von Seite eins an gefesselt von der Geschichte, was nicht zuletzt an dem angenehm flüssigen Schreibstil und der Atmosphäre lag, die Greenlaw geschaffen hat. Und auch das Magiesystem konnte mich begeistern: magiebegabte Wirker teilen sich in Illusionisten, Botaniker, Maskierer und Alchemisten mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf, aber es gibt auch übernatürliche Wesen, über die ich an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten möchte.

Besonders hat mir dabei gefallen, dass Sophia zwar bereits Teil der magischen Welt ist, wir aber mit ihr zusammen lernen und Stück für Stück mehr hinter die Fassade blicken und verstehen, wie alle Geheimnisse wie Fäden versponnen sind.

Sophia habe ich beim Lesen schnell und tief in mein Herz geschlossen, sodass ich nicht nur während der Prüfungen mit ihr mitgefiebert habe. Auch auf romantischer Ebene, die eher einen kleinen - aber bedeutenden - Teil einnimmt, konnte ich mich gut in Sophia hineinfühlen. Denn während den Ordeals ergibt sich Alden Locke als Sophias Partner, was die beiden einander zwangsläufig näher bringt.

Das Ende, wie sich so viel zusammenfügt und gleichzeitig ein Cliffhanger aufgemacht wird, der mich sehnend auf Band 2 warten lässt, finde ich - auf sehr gemeine Art - gelungen. The Ordeals war zu Beginn des Jahres bereits eines meiner Jahreshighlights und ist eine große Empfehlung von mir an alle Fantasy-Lesenden.

Bewertung vom 08.01.2026
Groh, Kyra

The Pumpkin Spice Latte Disaster / Pumpkin Spice Latte Bd.1


ausgezeichnet

Cozy, herbstliche Unterhaltung

The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh war für mich ein Wohlfühlbuch, das mich zudem mit seiner Haters-to-Lovers- und GrumpyxSunshine-Dynamik gespannt durch die Seiten fliegen ließ.

Ich bin generell ein großer Kyra Groh-Fan und habe nahezu alle ihre Bücher verschlungen. Und auch The Pumpkin Spice Latte Disaster hat mich wieder mit ihren lebhaften Figuren, dem Zwischenmenschlichen und dem leichten, einnehmenden Schreibstil überzeugt.

Jude und James sind für sich zwei wundervolle Protagonist*innen. Die beiden treffen aber direkt auf mehreren Ebenen auf- und aneinander, was einiges Konfliktpotential bietet und die Geschichte für mich so unterhaltsam gemacht hat. Jude, die einen Musikpodcast hat, und James, der als Sohn berühmter Musiker nicht über seine Eltern reden möchte. Jude, die ständig unterwegs - bloß weg aus ihrem Heimat-Örtchen - ist, und James, der genau dort endlich angekommen ist. Jude, die vorübergehend einen Job braucht, und James, der sie in seinem Café anstellt, wo Jude erstmal einiges an Chaos reinbringt. Die Dynamik der beiden sprüht förmlich Funken und sorgt für einige humorvolle Momente.

Für mich war The Pumpkin Spice Latte Disaster ein Lesehighlight. Deswegen gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

Bewertung vom 07.10.2025
Song, K. X.

The Night Ends With Fire / Die Legende von Meilin Bd.1


ausgezeichnet

Gute Unterhaltung mit Systemkritik

"The Night Ends with Fire" ist der Auftakt der neuen Dilogie von K. X. Song. Darin begleiten wir Meilin, die in einer Welt aufwächst, in der Frauen keinen eigenen Wert haben und sie eine Zwangsehe eingehen soll. Doch sie flüchtet sich als Mann getarnt in die Armee und an die Front des Krieges, ohne zu wissen, dass dies nicht die einzige Front bleiben wird, zwischen die sie gerät.

Meilin habe ich als Protagonistin sehr in mein Herz geschlossen. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit haben mich von Anfang an begeistert. Dennoch fand ich besonders ihre inneren Konflikte spannend: als Frau in einer männlichen Welt bricht sie Rollen und Klischees; als Magische in einer Welt, in der dies verteufelt wird, überschreitet sie Grenzen, die sie selber noch für sich hinterfragen muss und als Soldatin in einem Krieg, in dem keine Partei fehlerfrei und absolut gut ist, muss sie ihre Rolle und Loyalität finden - vielleicht auch entgegen ihrer eigenen Gefühle.

Den Schreibstil fand ich angenehm fließend und er hat die Spannung für mich gut transportiert, sodass ich ganz leicht zwischen die Zeilen gesogen wurde. Das Ende hat nochmal viele Emotionen in mir hochgeholt, sodass ich mich sehr auf den zweiten Band freue.

Ich kann "The Night Ends with Fire" sehr weiterempfehlen, da das Buch für mich ein Highlight war. Besonders wem Mulan oder Ein Kleid aus Seide und Sternen gefallen hat, wird auch hier nicht enttäuscht werden.

Bewertung vom 20.08.2025
Braun, Ruby

Glory of Broken Dreams / Devil's Dance Bd.1


sehr gut

Düstere Atmosphäre und feministische Themen

Ruby Braun lädt uns mit ihrem Auftakt der Devil's Dance Reihe in eine düstere, magische Welt voller Geheimnisse, Hoffnung und Romantik ein. Das Hotel Lichtenstein als Handlungsort verkörpert dabei all das, während dort zu Beginn der Handlung freie Plätze im Varietéprogramm ausgeschrieben werden. Unsere Protagonistin Charlotte erhält eine einmalige Chance, ihrem großen Traum einer berühmten Tänzerin näherzukommen und ergreift diese trotz der Warnung ihrer Schwester Wanda.

Braun schafft es, mit magischer Sprache eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die von Beginn an einen Hauch Gefahr verströmt und eine knisternde Spannung erzeugt. Während ich direkt in einen flüssigen Lesefluss gekommen bin, hat mich die Magie des Hotels zunächst etwas überfordert. Hier denke ich, muss man sich einfach reinfallen lassen und Gegebenheiten akzeptieren, statt sie wirklich zu verstehen. Ich empfinde diesen Aspekt sowohl als Stärke, da so die geheimnisvolle Atmosphäre aufrecht erhalten wird, sowie auch als kleine Schwäche, da ich immer alles verstehen und durchblicken möchte.

Die Zusammensetzung der Charaktere und die damit angesprochenen Themen sind für mich eine weitere große Stärke des Buches. Wir erleben durch Charlotte und Willem, der als Showboxer im Hotel arbeitet, eine Slow-Burn-Romance, bei der ich mitfühlen konnte, aber auch die Beziehungen zu den anderen divers besetzten Charakteren hat mich berührt. Besonders die komplexe Schwestern-Beziehung zwischen Charlotte und Wanda und die entstehenden Frauenfreundschaften und die Solidarität unter den Varietétänzerinnen fand ich gut umgesetzt. Durch die verschiedenen Lebensrealitäten dieser werden intersektional feministische Themen angesprochen, was mich begeistert hat und wovon ich mir im zweiten Band noch mehr erhoffe.

Die Geschichte endet mit vielen offenen Fragen, die mich gespannt auf Band 2 warten lassen, der Wandas Perspektive nach dem Cliffhanger mehr in den Fokus rückt.

Glory of Broken Dreams ist mit den angesprochenen Themen meinem Empfinden nach nochmal ein wenig komplexer und tiefgehender als die Academy of Dream Analysis, die ich bereits sehr geliebt habe. Ruby Braun ist ein glorreicher Auftakt ihrer neuen Devil's Dance Reihe gelungen, den ich sehr gerne weiterempfehlen möchte. Ich vergebe aufgrund meiner oben beschriebenen Ambivalenz sehr gute 4,5 Sterne.

Bewertung vom 31.07.2025
Melcher, Lea

Cat People


weniger gut

Unverständnis

Cat People ist eine Graphic Novel von Lea Melcher, die mich nach dem Lesen leider vollkommen verständnislos zurückgelassen hat. Dabei ist der Einstieg in die Geschichte, nicht zuletzt durch die liebevolle Gestaltung und die zwei niedlichen Katzen, auf die die Protagonisten Mia und Alfie über Silvester aufpassen, wirklich charmant. Über die oberflächliche Handlung und schlichte Dialoge kann ich aufgrund der jüngeren Zielgruppe ab 12 Jahren gerne hinwegsehen, auch wenn ich mir Kritik hinsichtlich (Silvester-) Feuerwerk gewünscht hätte. Die Darstellung empfinde ich leider verharmlosend.

Was mich hingegen wirklich stört, ist die Entwicklung der Handlung. Einige Aspekte fand ich im Verlauf immer mal wieder fragwürdig, aber besonders das Ende erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Auch die Untertitelung als Lovestory ist hierbei sehr irreführend. Statt einer süßen kleinen Liebesgeschichte für Zwischendurch mit Katzen, die das Ganze noch zuckriger machen sollten, bekommen wir ein Ende voll krimineller Energie und Grenzüberschreitungen. Weder die junge Protagonistin, noch eine andere Person oder Erzählstimme hinterfragen dieses Verhalten und lassen es im Kontext einer romantischen Begegnung stehen, was ich sehr problematisch finde und Unverständnis in mir auslöst.

Die Graphic Novel kann ich somit leider nicht weiterempfehlen, schon gar nicht für eine jüngere Zielgruppe. Da mir die Gestaltung so gut gefällt, bekommt das Buch noch zwei gut gemeinte Sterne von mir. Schade…

Bewertung vom 14.07.2025
Priest

Guardian 1. Seelenwächter / Zhen Hun Bd.1


weniger gut

Leider enttäuschend

Der Auftakt der Guardian-Trilogie, Seelenwächter, von priest hat mich leider enttäuscht. Verschiedene Aspekte haben mich zwiegespalten zurückgelassen.

Zunächst einmal fand ich den Erzählstil insgesamt wechselhaft. Einzelne Passagen haben mich sprachlich begeistert, bei anderen bin ich inhaltlich kaum hinterhergekommen. Der Fokus des Erzählers kann innerhalb eines Absatzes zu verschiedenen Personen wandern, was ich verwirrend fand. Außerdem hat mich der Satzbau häufig aus dem Lesefluss gerissen, da ich viele Sätze doppelt lesen musste. Auch die aufkommende Spannung hat dadurch leider etwas gelitten. Andererseits ist priests Erzählstil auch sehr vielseitig, was die Geschichte lebendig gemacht hat. Die Grundstimmung empfand ich durchgehend eher leicht und humorvoll.

Mit Guo Changcheng stolpern wir Lesenden in diese übernatürliche, an die chinesische Mythologie angelegte Welt, in die ich auch schnell hineingefunden habe. Seine Rolle in der Geschichte blieb mir bis zum Ende unklar. Er ist eine ängstliche Figur und neu im Team für Sonderermittlungen. Da er sich aufgrund seiner Ängste eher ungeschickt anstellt, wird Guo Changcheng von seinem Team belächelt, was er auch oft genug zu spüren bekommt. Hierin besteht auch mein größter Kritikpunkt an der Geschichte, da ich das Verhalten und Äußerungen der Teammitglieder zum Teil unmöglich finde. Mir fällt keine spätere Entwicklung ein, die dies für mich abmildern oder entschuldigen könnte. Fatphobische Aussagen gegenüber dem Kater Daqing fand ich ebenso unangemessen.

So fiel es mir leider schwer, eine positive Bindung zu den Charakteren aufzubauen und Sympathie zu entwickeln. Auch die sich langsam anbahnende Bindung der Hauptcharaktere Zhao Yunlan und Shen Wei konnte mich somit leider nicht ganz packen.

Aufgrund der oben genannten Punkte, besonders dem an Mobbing grenzenden Verhalten, fällt es mir schwer, das Buch weiterzuempfehlen. Ich finde das einfach so unnötig und problematisch, was mir die Geschichte letztendlich kaputt gemacht hat. Sehr schade, da die Geschichte an sich viel Potential aufweist. Ich kann leider nur 2,5 Sterne geben.

Bewertung vom 04.06.2025
Eui-kyung, Kim

Hello Baby


gut

Emotionales Thema nüchtern erzählt

"Hello Baby" von Kim Eui-kyung erzählt die Geschichte von sechs Frauen, die sich über ihren unerfüllten Kinderwunsch kennenlernen und darin Gemeinschaft finden.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, trotz Interesse in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt zum Teil daran, dass die Erzählstimme eher nüchtern ist und zunächst viele technische Informationen und Abläufe der IVF-Behandlungen behandelt werden. Außerdem konnte ich mich ohne eigenen Kinderwunsch, und somit emotionale Nähe zum Thema, nicht ausreichend in die Perspektive einfühlen. Vielmehr habe ich mir die Emotionen aus den zum Teil schwerwiegenden Eingriffen, den Rückschlägen und dem schier endlosen Durchhaltevermögen der Frauen abgeleitet, für welches ich große Bewunderung habe. Und auch das letzte Drittel mit einem sich ankündigenden Twist hat noch an Spannung zugenommen und mich schlussendlich nachdenklich gemacht.

Sehr gelungen fand ich auch die Beobachtungen der Autorin, inwieweit Frauen, im Gegensatz zu ihren Männern, schon lange vor einer möglichen Schwangerschaft die beinahe alleinige Verantwortung tragen, sowohl für das Scheitern des Kinderkriegens, als auch für die zum Teil schmerzhaften und kräftezehrenden Eingriffe, die sie wieder und wieder über sich ergehen lassen.
Dabei haben mich besonders der gesellschaftliche, wie auch der (groß-) elterliche Druck auf die Frauen entsetzt. Zu den gesellschaftlichen Einflüssen Südkoreas zu dem Thema kann ich nicht mehr sagen, als ich selber durch das Buch erfahren habe. Insgesamt unterscheiden sich die Kernaspekte wie Misogynie oder die Diskriminierung von Müttern, beispielsweise am Arbeitsplatz, wohl wenig von dem, was ich auch hier erlebe und mitbekomme.

Anmerkung: Das Buchcover wurde leider mithilfe von midjourney.ai erstellt, was ich erst nach Erhalt des Buches gesehen habe. Die Nutzung von KI beeinflusst für gewöhnlich meine Konsumentscheidungen, weswegen ich das hier zumindest nicht unerwähnt lassen möchte.

Ich gebe dem Buch gute 3,5 Sterne.

Bewertung vom 07.04.2025
Morishita, Noriko

Die Magnolienkatzen


ausgezeichnet

Cat Distribution System

In "Die Magnolienkatzen" von Noriko Morishita begleiten wir die Schriftstellerin Noriko - ob das Buch autobiografisch ist konnte ich nicht eindeutig feststellen, aber sicherlich gibt es zumindest einige Parallelen - wie sie eines Tages unverhofft die Verantwortung für Katzenmama Mimi und ihre fünf Kitten übernimmt und wie dies ihr Leben beeinflusst.

Morishitas Schreibstil zieht einen elegant und mit Leichtigkeit in die Geschichte hinein, wobei sich ihre Worte ganz von alleine vor dem inneren Auge verbildlichen. Insgesamt lässt sich die Geschichte sehr schnell und einfach weglesen und genießen.

Die Protagonistin Noriko wird in ihrer Gefühlswelt auch für uns immer zugänglicher, was sich auf den Einfluss der Katzen zurückführen lässt. Sie macht eine durchaus beachtliche Wandlung durch, die vermutlich viele Personen bei ihrem erstem Kontakt mit Katzen erleben. Ich konnte auf jeden Fall sehr mit ihr mitfühlen und ihre wachsende Katzenliebe durch alle schönen und auch schwierigeren Momente nachempfinden.

In den Beschreibungen der Katzen und dem Zusammenleben mit ihnen konnte ich meine Beobachtungen über meine eigenen Katzen gut wiederfinden. Hier hat die Geschichte definitiv einen Niedlichkeitsfaktor, der einen Großteil meines Lesevergnügens ausgemacht hat.

"Die Magnolienkatzen" ist eine bezaubernde Studie einer Katzen-Mensch-Beziehung, die für jede Katzen-liebende Person ein Must-Read ist. Für mich ein Wohlfühlbuch mit immer wieder eingestreuten, tiefgründigen Gedanken.

Bewertung vom 24.03.2025
Liepold, Annegret

Unter Grund


sehr gut

Vergangenheit und Schuld

In "Unter Grund" von Annegret Liepold begleiten wir Franka durch ihre Vergangenheit, ihre Jugend, lernen ihre familiären Verhältnisse kennen und mit welchen inneren Konflikten sie zu kämpfen hat. Und wie sie schlussendlich immer weiter in die rechte Szene hineingerät.

Dabei springt die Erzählung in der Zeit, was mir den Zugang zur Geschichte anfangs etwas schwer gemacht hat, und doch untermauert der Aufbau die inhaltliche Ebene der Radikalisierung Frankas so gut. Die Geschichte beginnt ganz ruhig und wir werden langsam in Frankas Leben eingeführt. Während wir als Lesende bereits mitbekommen, dass etwas unter der Oberfläche brodelt, beschreibt Liepold mit feinem Auge zunächst eher Beobachtungen im Außen. Erst nach und nach dringen wir weiter in Frankas Innenwelt vor und müssen dann auch schon miterleben, wie sich Franka immer stärker radikalisiert. Was sie selbst scheinbar nüchtern und unbeteiligt wahrzunehmen scheint. Außerdem erleben wir auch durch die Zeitsprünge Frankas gegenwärtige Scham gegenüber ihrer Vergangenheit und ihre Suche nach Schuld.

Liepolds Schreibstil hat mir mit seiner Bildhaftigkeit und zum Teil poetischen Sprache als Gegenpol zu den durchaus harten und empörenden Inhalten gut gefallen. Manche Beschreibungen waren mir allerdings zu ausführlich und einzelne Passagen deshalb leider etwas langatmig.

Eine meiner Hoffnungen an das Buch, nämlich die Frage, wie wir Menschen vom rechten Rand zurückgewinnen können, ist dabei erwartungsgemäß nur bedingt beantwortet worden. Es gibt immer Fälle, wie der Frankas, in denen dies möglich ist, aber ebenso ist das Gegenteil (auch erfahrungsgemäß) möglicherweise wahrscheinlicher. Trotzdem ermöglicht mir die Geschichte am Ende einen - zumindest kleinen - hoffnungsvollen Blick, dass Engagement Wirkung zeigen kann.

Vielleicht waren meine Erwartungen an Liepold aufgrund ihres Studiums der Politikwissenschaften etwas zu hoch, sodass ich mir eine Auseinandersetzung auf einer weiteren Ebene gewünscht hätte. So habe ich persönlich leider nicht allzu viel Neues mitnehmen können. Nichtsdestotrotz finde ich "Unter Grund" auch genau so, wie es ist, sehr gelungen und empfehlenswert. Ich gebe 4,5 Sterne.